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2.5 Teaching about Canadian Oil Sands in:

Martin Kuester, Natascha Vonderschmitt (Ed.)

Teaching Canadian Ecologies, page 103 - 114

Ein Schulprojekt des Marburger Zentrums für Kanada-Studien

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4226-7, ISBN online: 978-3-8288-7175-5, https://doi.org/10.5771/9783828871755-103

Series: Marburger Schriften zur Lehrerbildung, vol. 13

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
103 2.5 Teaching about Canadian Oil Sands 11. (-13.) Klasse Dauer: 3 x 45 Minuten oder 90 + 45 Von Klaus-Peter Profus 2.5.1 Einführung in die thematische Materie Im Verzeichnis der Universitätsbibliothek Marburg wurde ich auf den Artikel “Alberta Oil Sands” im wissenschaftlichen Journal Developments in Environmental Science von Kevin Percy aufmerksam. Dieser Artikel lieferte eine fundierte Einführung in die Thematik und beleuchtete insbesondere die Folgen für die Luft- und Wasserqualität. Darüber hinaus stieß ich nach längerer Internetrecherche auf den Bericht der Expertenkommission der Royal Society Kanadas aus dem Jahr 2010. In diesem Bericht evaluieren anerkannte kanadische Wissenschaftler die bisherigen Daten zu Umwelt- und Gesundheitseinflüssen des kanadischen Ölsandabbaus. Diese Quelle versorgte mich mit wissenschaftlichen Daten zu den Gefahren und relativierte einige der Zahlen, die ich auf Internetseiten von Umweltschutzverbänden finden konnte. Durch die Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens 2015 und den Preisverfall auf dem globalen Ölmarkt hat das Thema in Kanada neue Relevanz erhalten. Aktuelle Artikel und Kommentare sind deshalb auf verschiedenen Seiten nachlesbar. Kanada besitzt nach Saudi-Arabien und Venezuela die drittgrößten Ölreserven weltweit, wovon 97% in sogenannten Ölsanden gebunden sind. Ölsande bestehen aus einem Gemisch aus Sand, Wasser, Lehm und dickflüssigem Öl, dem sogenannten Bitumen. 80% der kanadischen Ölsande können durch Bohrungen in tieferen Gesteinsschichten gewonnen werden. Dagegen sind 20% der Vorkommen lediglich im Tagebau förderbar, wie in Deutschland z.B. in der Braunkohleförderung üblich. Die Ölsande liegen dabei auf einer Fläche von 142.000 km² verteilt, von denen lediglich ca. 4800 km² für Tagebau in Frage kommen. Zum Vergleich erstreckt sich Kanadas borealer Wald auf einer Fläche von ca. 3,200,000 km². Seit 1967 werden Ölsande in Kanada kommerziell gefördert und haben heute (Stand 2012) eine Fördermenge von 1,6 Millionen Barrel erreicht. Ein Barrel entspricht ca. 159 Litern. Die Ölindustrie schätzt, dass die Fördermenge bis 2025 auf 3,7 Millionen Barrel ansteigen könnte. Die internationale Umweltagentur ERCB geht gleichsam davon aus, dass der weltweite Bedarf an fossilen Brennstoffen bis 2035 um 47% ansteigt, vor allem aufgrund der steigenden Nachfrage aus Asien. Insgesamt geht die ERCB davon aus, dass 169 Millionen Barrel der kanadischen Ölsande nach heutigem technischem Stand gefördert werden können. 104 Das Wachstum kanadischer Ölproduktion hat, insbesondere in der Provinz Alberta, in der sich große Fördergebiete befinden, positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Laut Schätzungen der Wood Buffalo Environmental Association (WBEA) wird die Ölsandindustrie in den nächsten 25 Jahren etwa 900.000 Arbeitsplätze schaffen können. Die kanadischen First-Nations konnten laut WBEA von der steigenden Ölproduktion profitieren. Etwa 1.3 Milliarden Dollar setzten durch First-Nations geführte Unternehmen im Geschäft mit Ölsandproduzenten 2010 um. Gleichzeitig waren 1700 first-nations dauerhaft in Abbaugebieten beschäftigt. Besonders die Provinz Alberta hat in den letzten Jahren enorm profitiert und konnte von 2003 bis 2008 etwa 40.000 neue Arbeitsplätze registrieren. Die Kehrseite des wirtschaftlichen Aufschwungs sind die negativen ökologischen Folgen des Ölsandabbaus, der für 6,9% der kanadischen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Obwohl es die Industrie geschafft hat, die Treibhausgas-Emissionen jedes Barrels um 26% im Vergleich zu 1990 zu senken, hat der rasche Anstieg des Ölsandabbaus die Emissionen substanziell ansteigen lassen. Angesichts der auch von Kanada mitunterzeichneten Abkommen von Kopenhagen und vor allem Paris, steht ein solcher Anstieg der Emissionen im Missverhältnis zu den Ambitionen des als Naturparadies bekannten Landes. Entgegen den Beteuerungen der Industrie schätzt die Expertenkommission der Royal Society of Canada in ihrem Bericht von 2010 die technischen Möglichkeiten der Speicherung von Treibhausgasen als unzureichend für den voraussichtlichen Anstieg der Emissionen ein. Des Weiteren finden sich an Ölsand-Tagebau-Gebieten große Abwasser Seen, sog. Tailing Ponds, in denen die Nebenprodukte des Ölsandabbau-Prozesses zwischengelagert werden. Diese Nebenprodukte enthalten giftige chemische Komponenten, deren Gefährlichkeit zwar mit der Zeit abnimmt, aber dennoch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Fischen hat. Alle Ölförderer sind gesetzlich verpflichtet, Pläne zur Renaturierung der Tailing Ponds sowie der Tagebaue zu verfolgen. Es dauert etwa 30 Jahre, bis sich das Abwasser in diesen Seen in seine Bestandteile zersetzt hat und getrocknet ist. Erst dann kann die Wiederbepflanzung beginnen. Hinsichtlich der Tagebaue bestätigt die Expertenkommission der Royal Society, dass es trotz des langsamen Renaturierungsprozesses erste vielversprechende Forschungsergebnisse zur erfolgreichen Wiedereingliederung in das Ökosystem gibt. Seit Beginn der kommerziellen Ölsandförderung in Kanada 1967 sind von den 602 km² Fläche, die vom Tagebau betroffen waren, allerdings erst 11% erfolgreich renaturiert worden. 105 2.5.2 Ziel- und Kompetenzformulierungen 2.5.2.1 Kompetenzen nach Bildungsstandards Die Kompetenzen sind dem Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe des hessischen Kultusministeriums entnommen. Das Niveau entspricht B2 gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Online finden Sie auf der ILIAS-Website eine ausführliche Tabelle, die die Kompetenzbereiche und die erwarteten fachlichen Kompetenzen in Form von Könnensformulierungen sowie die Zuordnung zur Phase des Unterrichts, in der die jeweiligen Kompetenzen gefordert und gefördert werden. 2.5.2.2 Stundenziele Einstieg Die Schülerinnen und Schüler haben einen ersten Eindruck über die Geschichte, die Größe, die Siedlungsdichte, und die Ressourcen- und Artenvielfalt Kanadas erhalten. Die SuS können ein Bild detailliert beschreiben und mit ihrem eigenen Wissen und ihren Erfahrungen verknüpfen. Erarbeitungsphase Die Schülerinnen und Schüler verstehen das Dilemma der Ölsandgewinnung Kanadas und können Vor- und Nachteile aufgrund intensiver Textlektüre, Zusammenfassung und Partnerdialog benennen und abwägen. Die Schülerinnen und Schüler kennen die verschiedenen Interessen (Regierung, Ölwirtschaft, Umweltschutz und Gesundheit) die bei der Ölsandgewinnung eine Rolle spielen, können ihre eigene Perspektive kritisch reflektieren und sich in die der anderen hinein versetzen. Zudem können sie eine kontroverse Diskussion zum Thema Ölsandgewinnung in Kanada führen und auch eigenständig anleiten. Die SuS haben ihr Vokabular um Begriffe aus dem Bereich Politik, Wirtschaft und Umwelt erweitert. 2.5.3 Didaktische Überlegungen Eine didaktische Analyse, orientiert an den didaktischen Grundfragen von Klafki, und die curriculare Einbettung und Begründung finden Sie online auf der ILIAS- Website. 106 2.5.3.1 Materialanalyse Material Chancen Schwierigkeiten Warum dieses Material? 10 facts about Canada Vorwissen der SuS über Kanada wird aktiviert und Neugierde geweckt. SuS treten in Dialog miteinander und üben angstfreies Englischsprechen mit gewohntem Partner. SuS könnten überfordert sein von neuen Vokabeln und Einheiten (Fahrenheit, square feet, etc.). Die SuS der Versuchsklasse hatte keinerlei Erfahrungen mit Kanada als Thema. Daher erschienen allgemeine, und doch interessante, Fakten über Kanada als ein einfach zugänglicher Einstieg für die SuS. Text “The price of prosperity” Erweiterung des Wortschatzes und Wissens der SuS, da wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Ölsandabbau erklärt werden. Die SuS bekommen einen Überblick über die wichtigsten Positionen/Interessen im Konflikt zwischen Ölsandabbau, Natur- und Gesundheitsschutz. Dieser kann später als Argumentationsgrundlage für Diskussionen und Stellungnahmen dienen. Die verwendete Fachsprache könnte an bestimmten Stellen zu schwierig sein. Der Text könnte für die vorgegebene Zeit zu lang sein. Der im Guardian erschienene Artikel aus dem Jahr 2008 stellt die Fakten zum Ölsandabbau in Kanada deutlich heraus. Anschließend werden verschiedene Positionen gegenübergestellt und Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen. Für eine umfassende Meinungsbildung liefert der Text hervorragende Informationen. Foto “The Alberta Tar Sands”29 Die Fotografie eines für den Ölsand-Tagebau gerodeten Waldes leitet den zweiten Tag der Einheit kurz ein und erinnert die SuS an die wirtschaftliche und die ökologische Dimension des Ölsandabbaus. Hierzu können Assoziationen des vorherigen Tages mit neuen Punkten ergänzt werden. Das Bild kreiert einen Moment des Wachrüttelns, in dem das Ausmaß der potentiellen Umweltzerstörung sichtbar wird. Dies erregt Neugier bei den SuS. Die SuS könnten auf den ersten Blick nicht erkennen, um was genau es sich auf dem Bild handelt. Da das Bild nur einen Ausschnitt der Zerstörung zeigt, könnte es als weniger beeindruckend wahrgenommen werden. Da die SuS am Vortag die Grundlagen des Ölsandabbaus und dessen Auswirkungen erarbeiten, sollte die zweite Stunde mit einem visuellen Eindruck beginnen. Hierbei sollte die Aufmerksamkeit der SuS auf die Konfliktsituation zwischen wirtschaftlicher Verwertung und ökologischer Nachhaltigkeit gerichtet werden. 29 Es handelt sich um das erste Bild, welches Sie unter folgendem Link finden können: https://www.theatlantic.com/photo/2014/09/the-alberta-tar-sands/100820/. 107 Rollenkarten für Gruppendiskussion Die Rollen der Diskussionsteilnehmer und des Moderators sind klar skiziert. Jeder Diskussionsteilnehmer ist aufgefordert, seine Notizen noch einmal durchzugehen, um die wesentlichen Argumente seiner Positionen präsentieren zu können. Die Diskussion kann ohne Eingriff des Lehrers eigenverantwortlich durchgeführt werden. Die SuS lernen, eine konstruktive Debattenkultur aufrechtzuerhalten, um Austausch von Argumenten zu ermöglichen. SuS lassen sich von den Hilfestellungen einschränken und gehen nicht dar- über hinaus/verlassen sich auf die Rollenkarten. Manche Positionen haben ähnliche Argumente, die doppelt genannt werden könnten. Die SuS neigen laut der verantwortlichen Lehrerin dazu, den Faden zu verlieren, wobei die Rollenkarten dem entgegenwirken. Zudem helfen die Rollenkarten den SuS, die für die eigene Position wichtigen Argumente im Auge zu behalten. Für den/die ModeratorIn sind die Rollenkarten wichtig, da Hilfen zum Stellen offener Fragen gegeben werden. 2.5.3.2 Überlegungen zur Lerngruppe Vorwissen Die SuS besitzen kein Vorwissen zum Thema Kanada als solchem. Allerdings gibt es in der Lerngruppe eine Austauschschülerin aus den USA, bei der als Schülerin der 11. Klasse zumindest ein grundlegendes Wissen über die Geografie Kanadas bzw. Nordamerikas vorausgesetzt werden kann. Darüber hinaus wird für die Bearbeitung des Unterrichtsgegenstandes ein Grundverständnis für ökologische, wirtschaftliche und geografische Zusammenhänge vorausgesetzt. Mögliche Schwierigkeiten Mögliche Schwierigkeiten könnten vor allem während der Einzelarbeit, der Partnerarbeit und der Gruppendiskussion auftreten. Die Lerngruppe ist heterogen hinsichtlich der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Es gibt einen Schüler mit Flüchtlingshintergrund, dessen mündliche und schriftliche Bemühungen derzeit noch hinter denen der anderen SuS zurück bleiben. Die leistungsschwächeren SuS sollen insbesondere in der Podiumsdiskussion mit leistungsstärkeren SuS in eine Diskussionsgruppe eingeteilt werden. Selbstständigkeit Die SuS können bis auf wenige Ausnahmen selbstständig arbeiten und werden keine Probleme haben, die wesentlichen Aspekte des Ölsandabbaus in Kanada durch konzentrierte Text- und Partnerarbeit herauszuarbeiten. Die in der Einzelarbeit weniger selbstständigen SuS (etwa 2-3 in der Klasse) sitzen derart im Klassenraum verteilt, dass sie leistungsstärkeren Schülern als Tandempartner zugeteilt sind. Diese können ggf. wesentliche Argumente des Textes ergänzen, damit sicher ist, dass beide SchülerInnen den Text verstanden haben. 108 Binnen-differenzierung Die leistungsschwächeren SuS erhalten Vokabelhilfen in den Anmerkungen zum Text. Diese sind derart gestaltet, dass die Vokabel nicht direkt in Deutsche übersetzt, sondern auf Englisch erklärt wird. Ist eine Partnergruppe bereits früher fertig mit dem Herausarbeiten des Dilemmas der Ölsandproduktion, so kann diese bereits mit dem Verfassen des Leserbriefes fortfahren. Den Leserbrief müssen alle SuS im Anschluss an die Diskussion schreiben, um Stellung zur Ölsandproduktion zu beziehen. Mit den Argumenten aus dem Text kann der Leserbrief bereits begonnen und später mit Argumenten aus der Diskussion ergänzt werden. Um während der Diskussion den schwächeren SuS unter die Arme zu greifen, stellen die Rollenkarten eine wichtige Hilfe dar. Dort sind die wesentlichen Punkte der eigenen Position nochmal aufgeführt. Die Position des Moderators ist für leistungsstärkere SuS vorgesehen, deren sprachliche Fähigkeiten fortgeschritten sind. Ihre Aufgabe ist, es offene Fragen zu formulieren und die Diskussionsteilnehmer gleichberechtig teilhaben zu lassen am Austausch. Außerdem können sie durch ihre leitende Position die Diskussionsteilnehmer zur Ordnung rufen. Reduktion Um das Großthema „Ölsandförderung in Kanada“ sinnvoll didaktisch zu reduzieren, habe ich mich für eine sehr ausgewogene Textgrundlage entschieden, in der die wesentlichen Argumente für und gegen Ölsandabbau genannt werden. Um den SuS den kontroversen und politischen Charakter der Debatte nahe zu bringen, habe ich mich für die Methode der Podiumsdiskussion entschieden. Der Leserbrief hebt das Problem abschlie- ßend auf die individuelle Ebene und lässt die SuS die Ölsandförderung aus der Sicht einer betroffenen Person betrachten. 2.5.4 Tabellarischer Unterrichtsverlauf Online finden Sie auf der ILIAS-Plattform eine ausführlichere methodische Beschreibung des Unterrichtskonzeptes. 109 1. S tu n d e: 4 5 M in u te n U nt er ric ht sph as e U nt er ric ht sv er lau f Z ie l d er P ha se So zi alf or m M ed iu m Z ei t E in st ieg sph as e I 1. B eg rü ßu ng d er S uS 2. E rs te llu ng e in er M in dm ap z u „K an ad a“ : A n de r T af el w er de n Id ee n/ A ss oz iat io ne n de r S uS zu m T he m a K an ad a ge sa m m el t. 3. 1 0 Fa kt en ü be r K an ad a: In e in em T op f s in d ze hn F ak te n zu r G eo gr af ie un d U m w el t K an ad as a uf se pa ra te Z et te lst re ife n ge sc hr ie be n. E in e/ r d er S uS z ie ht e in en Fa kt , l ies t i hn la ut v or u nd d er S itz na ch ba r g ib t se in e Id ee n da zu . M it de n Su S ve rtr au t m ac he n un d N am en k en ne n ler ne n E in fü hr un g in d as T he m a K an ad a G ef üh l f ür d ie G rö ße u nd n at ür lich e V iel fa lt K an ad as b ek om m en Le hr er vo rtra g Pl en um Ta fe l, Lo se m it Fa kt en 10 M in . A rb ei ts ph as e I 1. S uS g eh en in Z w eie rg ru pp en z us am m en (L es et an de m s) 2. Je de s G ru pp en m itg lie d lie st “ Th e pr ice o f pr os pe rit y" z un äc hs t i n E in ze lar be it un d sc hr ei bt p os iti ve o de r n eg at iv e A sp ek te d er Ö lsa nd pr od uk tio n he ra us . E ra rb ei tu ng e in es e rs te n V er st än dni ss es fü r d ie Pr ob lem at ik d er Ö lsan dp ro du kt io n; Z iel or ien tie rte T ex tle kt ür e m it Sc hr eib au ftr ag ; K en ne nl er ne n ne ue r V ok ab el n zu m T he m a Ö l, W irt sc ha ft un d Po lit ik Le hr er vo rtra g: E rkl är en d er A uf ga be E in ze lar be it Te xt , A rbe its bl at t 25 M in . Si ch er un gs ph as e I 1. S uS a rb ei te n in Z w eie rg ru pp en , d isk ut ie re n un d fo rm ul ier en d as D ile m m a, in d em si ch K ana da a uf gr un d de r Ö lsa nd pr od uk tio n be fin de t. 2. P rä se nt at io n im P len um : V or les en e in ze ln er A rb eit se rg eb ni ss e 1. S ich er un g de r E rg eb ni ss e m it Pa rtn er ; F eh ler se lb st e rk en ne n un d ve rb es se rn le rn en ; F ör de ru ng de r m ün dl ich en A us dr uc ks fä hi gke it 2. E rg eb ni sk on tro lle d ur ch L eh rpe rs on u nd S uS d ur ch Z uh ör en . Pa rtn er ar be it, Pl en um A rb ei ts bl at t Ta fe l 10 M in . 110 2. Stu n d e: 90 M in u ten U nterrichtsphase U nterrichtsverlauf Z iel der Phase Sozialform M edium Z eit A rbeitsphase II 1. E instieg: Bild eines Ö lsand-Tagebaus direkt neben einem W aldgebiet 2. Beschreibung des Bildes durch Lernende, SuS sam m eln Begriffe zu den m it dem Bild assoziierten Them enfeldern U m w elt und W irtschaft, schreiben sie auf M oderationskarten und arrangieren sie system atisch und setzen sie in Beziehung zueinander. = Concept m apping (Strukturlegetechnik) (Beispiel im A nhang) 1. A nw endung der V okabeln zur Bildbeschreibung und zur N atur, Ö l, W irtschaft aus der 1. Stunde 2. N aturkundliche Inform ationen zum Ö kosystem borealer W ald + Tagebau-G ebieten Plenum , Lehrervortrag Foto von Reuters/ Todd K orol (siehe Fußnote 34 auf Seite 113) 15 M in. V ertiefungsphase I 1. SuS gehen in Fünfergruppen zusam m en. Jeder der SuS erhält eine Rollenkarte + Z usatzinform ationen zur eigenen Position M inister der Regierung U m w eltaktivist Sprecher einer Ö lfirm a A rzt M oderator 2. Jeder der SuS schreibt die für seine Rolle w esentlichen A rgum ente auf und ergänzt diese durch die Z usatzinform ationen D em /der M oderatorIn kom m t eine Sonderrolle zu, denn er/sie m uss alle Positionen zum indest grob kennen und dazu offene Fragen form ulieren. 3. SuS führen D iskussion w ährend M oderation auf gleiche Redeanteile achtet. 4. Jeder D iskussionsteilnehm er schreibt die A rgum ente der anderen auf als V orbereitung für das V erfassen des Leserbriefs 1. Sicherung des Textund Sachverständnisses 2. Ü ben der sprachlichen A usdrucksfähigkeit 3. E inüben von D iskussionsregeln und gegenseitigem Respekt 4. Speziell für die M oderatoren: H erausforderung der besonders leistungsstarken SuS 5. E innehm en einer bislang frem den Perspektive G ruppenarbeit E inzelarbeit, Plenum Rollenkarten 30 M in. 111 2. S tu n d e: 9 0 M in ut en - F or ts et zu n g U nt er ric ht sph as e U nt er ric ht sv er lau f Z ie l d er P ha se So zi alf or m Z ei t V er tie fu ng sun d Si ch eru ng sp ha se II V or sc hl äg e zu r S ic he ru ng sp ha se 1. D ie S uS v er fa ss en e in en L es er br ief a n ei ne lo ka le Z ei tu ng , i n de m si e St el lu ng b ez ie he n zu e in em g ep lan te n Ö lsa nd -T ag eb au in ih re r U m ge bu ng . V or sc hl äg e zu r S ich er un g de r E rg eb ni ss e: Br ie fe z un äc hs t i n ei ne r “ pe er -re vi ew ” vo m S itz na ch ba rn le se n un d ko rr ig ier en la ss en . Be so nd er s g ut e Le se rb rie fe k ön nt en in d er K las se v or ge lese n w er de n E rs te llu ng e in er Z ei tu ng m it A rti ke ln z um T he m a, H in te rgr un di nf os u nd b es on de rs g ut g el un ge ne n Le se rb rie fe n. D ie Z ei tu ng en k ön nt en in d er S ch ul e ve rte ilt o de r a uf d er S ch ulh om ep ag e ve rö ffe nt lic ht w er de n. 1. D ie S uS n ut ze n ih r n eu er w or be ne s W iss en z u K ana da s Ö lsa nd ab ba u in e ine m fo rm ale n K on te xt . 2. D ie S uS e nt w ick el n ei ne ei ge ne , g ut b eg rü nd et e, H altu ng z um T he m a. A uc h als H au sa ufg ab e d en kba r, da m it m eh r Z ei t i n de r St un de v or ha nd en is t, um E rg eb ni ss e au sf üh rli ch er fe st zu ha lte n un d zu re fle ktie re n. (L es er br ief e kö nn en a uf gr un d Z ei tm an ge ls ni ch t i n di es er S tu nd e be sp ro ch en w er de n. -> n äc hs te S tu nd e) E in ze lar be it 30 M in . Fe ed ba ck / Se lb st -e in sc hä tz un g Su S kö nn en a uf d ie fo lg en de n Fr ag en A nt w or te n au f e in B lat t sc hr eib en : W as h ab e ich d az u ge ler nt ? W ie b ew er te ic h m ein e ei ge ne L ei st un gs be re its ch af t? W as k an n ich tu n um m ein e Le ist un gs be re its ch af t n oc h zu ve rb es se rn ? W as m oc ht e ich / W as m oc ht e ich n ich t a n de r G es ta ltu ng de r U nt er ric ht ss tu nd e? W as h ät te v er be ss er t w er de n kö nn en ? D ie S uS re fle kt ie re n ih r e ige ne s A rb ei ts ve rh alt en u nd se tz en si ch Z ie le fü r d ie Z uku nf t. D ie A rb eit d es L eh re nd en w ird re fle kt ie rt un d V er be sse ru ng sv or sc hl äg e au s S ch üle rI nn en -P er sp ek tiv e ge ge be n. E in ze lar be it 112 2.5.4.1 Lernprodukte Einstieg Mindmap Arbeitsphase I Zusammengestellte Pro-Contra Liste Vertiefungsphase I Stellungnahme aus einer bestimmten Perspektive Offene Fragen zu verschiedenen Perspektiven, die sich auf ein bestimmtes Thema beziehen Vertiefungs- und Sicherungsphase II Geschriebener formaler Leserbrief zum Thema Ölsandförderung Feedback Geschriebene Einschätzung zur eigenen Leistungsbereitschaft in der Unterrichtsstunde und eigenem Potenzial in der Zukunft Eine kritische Reflexion mit Optimierungspotenzial, das Schülerfeedback und weitere methodische/inhaltliche/materielle Alternativideen finden Sie online auf ILIAS. 2.5.5 Lösungsschlüssel Arbeitsphase I Positiv: Negativ: Creates Jobs 100,000 more workers by 2050 Dirtiest source of oil in the world three times more greenhouse gases than conventional oil barely any regulations Energy security Woods are endangered 4700 km² of forest have been felled, 130 km² are covered by toxic waste ponds Support of local and national economies Hundreds of square miles of toxic waste ponds People move to oilfield towns (40.000 in the last five years) Long pipes running through the landscape Exacerbation of global climate change Soaring greenhouse gas emissions Increase expected for 30 years Massive air pollution Increased risk of human cancer Sicherungsphase I Dilemma: Canada’s economy depends heavily on oil sand production and high oil prices. However, as global climate change becomes an increasingly viable threat to the international community, Canada might have to reconsider its oil dependency. Also, Canada is known for its beautiful woods and wildlife, which might be endangered by an unrestrained oil sand industry. Mindeststandard: Alle SuS sollen die wesentlichen Kriterien für eine ausführliche Bildbeschreibung kennen und anwenden können. Alle SuS sollen mindestens wesentliche Argumente für oder gegen Ölsandförderung in Kanada benennen können. 113 Alle SuS sollen in der Lage sein, ein grundlegendes Vokabular zum Thema Kanada im Allgemeinen und Ölsandförderung im Speziellen anwenden zu können. Regelstandard: Alle SuS sollen unter Rücksichtnahme der eigenen kulturelle Herkunft Ölsandförderung in Kanada kritisch reflektieren und einen Perspektivenwechsel vollziehen können. Alle SuS sollen sich in einer Debatte den Argumenten anderer Diskussionsteilnehmer stellen und diese kommentieren können. Alle SuS sollen die wesentlichen Bestandteile eines Leserbriefes kennen und auf ihre eigene Schreibarbeit anwenden können. Alle SuS können ihre eigene Lernbereitschaft reflektieren und Strategien für das zukünftige Lernverhalten entwickeln. Expertenstandard: Die SuS können einen Perspektivenwechsel vollziehen und eigenständig weiterführende Literatur zum Thema recherchieren. Die SuS sollen in der Lage sein, eine Debatte zu moderieren, Beiträge einzelner Diskussionsteilnehmer zu kommentieren und offene Fragen formulieren zu können. Die SuS können einen sprachlich und grammatikalisch überdurchschnittlichen Leserbrief verfassen, der alle Regeln zum Verfassen eines Leserbriefs beachtet. 2.5.6 Literaturverzeichnis Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Ölimporte und Rohölproduktion in Deutschland. http://m.bmwi.de/DE/Themen/energie,did=159668 .html. Web. 30.7.2016. Carstens, Peter. Fracking. Das sollten sie wissen. GEO.de. 30.6.2015. Web. 26.7.2016. Percy, Kevin E. Alberta Oil Sands. Environmental Science. Issue 11. Amsterdam, Elsevier. 2012. E-book. The Royal Society of Canada Expert Panel. Environmental and Health Impacts of Canada’s Oil Sands Industry. Executive Summary. December 2010. Web. 26.7.2016. Vidal, John. “The price of prosperity. Canadians ponder cost of rush for dirty oil.” The Guardian. 11.7.2012. Print. 2.5.7 Bildquellen Title Page: The Interior. “SyncrudeWoodBuffalo.JPG.” Commons.wikimedia.org. 10.6.2012. Digital image. 31.6.2017. https://commons.wikimedia.org/wiki/File: SyncrudeWoodBuffalo.JPG. CC BY-SA 3.0-Lizenz: https://creative commons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de 114 Map of Canadian Tar Sand Fields: Black History 360. “Alberta’s Oil Sands Areas.” 2015. Web. 1.2.2017. https://blackhistory360.files.wordpress.com/2015/02/alberta-oil-sandsareas.gif. Concept Mapping: Ratliff, Clancy.” Concept Mapping-Methodology Chapter.” Flickr. 2005. Web. 1.2.2017. https://www.flickr.com/photos/culturecat/48348326 Unterrichtsverlauf: Korol, Todd. “The top layer of muskeg and earth (right), and the underlying tar sands (left) after the removal of the muskeg, at the Syncrude tar sands operations near Fort McMurray, Alberta, on September 17, 2014.” The Atlantic.com, 25.9.2014. Digital image. https:// cdn.theatlantic.com/assets/ media/img/photo/2014/09/the-alberta-tarsands/s01_RTR46ZS8/ main_900.jpg?1420490229

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Zusammenfassung

Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien hat sich in den letzten Jahren unter anderem darauf spezialisiert, die Zusammenarbeit mit Schulen zu verstärken und die Aufbereitung kanadistischer Themen für den Schulunterricht zu unterstützen. Im Rahmen einer Ringvorlesung zu „kanadischen Ökologien“, die auch von Lehrern und Lehrerinnen rege besucht wurde, entstand die Idee, einige dieser ökologischen Themen für den Schulunterricht in den Fächern Englisch und Französisch aufzubereiten. In einem durch universitäre Mittel unterstützten Projekt erarbeiteten motivierte Marburger Lehramtsstudierende Unterrichtsmodelle, die sie dann mit Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern an verschiedenen Schulen in die Praxis umsetzten. Einige dieser Modelle für den Englischunterricht stellt das Herausgeberteam in diesem Band vor und hofft, dass sie auch für andere Schulen anregend und ermutigend wirken.