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2.2 Multiculturalism: Are Newcomers to Canada Generally More Accepted by the Canadian Population than Newcomers to Germany? A Contrastive Analysis of Canadian and German Immigration Policies in:

Martin Kuester, Natascha Vonderschmitt (Ed.)

Teaching Canadian Ecologies, page 34 - 62

Ein Schulprojekt des Marburger Zentrums für Kanada-Studien

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4226-7, ISBN online: 978-3-8288-7175-5, https://doi.org/10.5771/9783828871755-34

Series: Marburger Schriften zur Lehrerbildung, vol. 13

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
34 2.2 Multiculturalism: Are Newcomers to Canada Generally More Accepted by the Canadian Population than Newcomers to Germany? A Contrastive Analysis of Canadian and German Immigration Policies 11.-13. Klasse Dauer: 90 Minuten + 2 Hausaufgaben (Vor-, Nachbereitung) Von Rebecca Brömmeling und Felix Kremer 2.2.1 Besonderheit der Lerngruppe und Konsequenzen Die Versuchs-Lerngruppe bildet zusammen mit ihrer Lehrperson die Kanada AG, eine Projektgruppe, die sich mit kanadischer Kultur, Literatur und Identität beschäftigt. Die Kanada AG ist eines der Wahlpflichtfächer, für die sich die Schüler und Schülerinnen neben Musik, Kunst, Theater usw. entscheiden können, d.h. die AG ist ein Kurs, den sie aus Interesse an der Thematik gewählt haben, weswegen sie mit großer Motivation, Interesse und Engagement an die vielen Themenfelder rund um Kanada herangehen. Nach einem ersten Treffen der Lerngruppe an ihrer Schule, wo wir uns mit ihnen auf das Thema Multiculturalism einigten, trafen wir sie zum zweiten Mal am Canadian Studies Day.3 Die Lerngruppe eröffnete diesen Tag mit ihrem Theaterstück, welches bei allen Anwesenden auf große Begeisterung traf. Die Schüler und Schülerinnen haben zum Abschluss des Stückes noch eine anspruchsvolle und sich auf das Thema beziehende Diskussion vorbereitet, an der sowohl sie als auch Studierende und Lehrende teilnahmen. Im Verlauf des Tages nahmen die Schüler und Schülerinnen am weiteren Programm des Tages teil und arbeiteten und diskutierten interessiert mit. Konsequenzen: Die Schüler und Schülerinnen sind sprachlich laut den Definitionen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER)4 durchschnittlich etwa auf 3 Bericht über Canadian Studies Day 2016: Voemel/Vonderschmitt: “Canadian Studies Day 2016.“ 13.7.2016. uni-marburg.de/mzks. Web. 28.6.2016. https://www.uni-marburg.de/ mzks/nachrichten/CSD2016 4 „Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.“ (www.europaeischerreferenzrahmen.de, 28.6.2016). 35 dem Niveau B2. Da wir nicht zuletzt durch das große Engagement beim Canadian Studies Day überzeugt vom Arbeitsniveau der Lerngruppe waren, entschlossen wir uns, die Gruppe mit sehr anspruchsvollen Aufgaben zu konfrontieren. Aus der lebhaften Diskussion der SuS am Canadian Studies Day haben wir geschlossen, dass sich eine Podiumsdiskussion in dieser Lerngruppe besonders gut eignen würde. 2.2.2 Einführung in die thematische Materie Das Thema Multiculturalism ist sehr komplex: Generell beschreibt der Begriff Multiculturalism drei Konzepte, die auf der Webseite der Canadian Encyclopedia5 näher erläutert werden (Vgl. auch: Driedger/Burnet): 1. Zum einen bezieht sich der Begriff Multiculturalism auf eine Gesellschaft, die gekennzeichnet ist durch ethnische und kulturelle Heterogenität; 2. Zum anderen meint der Begriff auch die Gleichstellung aller ethnischen Gruppen sowie den Respekt gegenüber anderen kulturellen Gruppen und den Austausch aller ethnischen und kulturellen Gruppen untereinander; 3. Drittens und letztens bezieht sich der Begriff auch auf ein Konzept der kanadischen Politik, wonach seit 1971 durch viele verschiedene Maßnahmen versucht wird, das Zusammenleben aller gesellschaftliche Gruppen in einer zunehmend heterogen werdenden Gesellschaft so zu regeln, dass Mitglieder aller Gruppen in allen Gebieten des Lebens die gleichen Chancen haben (z.B. gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bei der Ausbildung) und dass niemand ausgegrenzt, benachteiligt oder diskriminiert wird. Zudem sollen sich die Bürger Kanadas gemäß ihrer kulturellen Prägung wohlfühlen und entfalten können, sodass es beispielsweise Gebetsräume in öffentlichen Gebäuden gibt. Dadurch versucht die Regierung seit Premierminister Pierre Trudeau, es Menschen zu ermöglichen, ihren religiösen Pflichten nachzukommen, sofern sie dies tun möchten. Außerdem wird beispielsweise auch im Fernsehen darauf geachtet, dass Schauspieler, Nachrichtensprecher, Journalisten, Moderatoren oder Personen in der Werbung auch Angehörige von sog. Visible Minorities sind, sodass im Fernsehen ein der Realität der kanadischen Gesellschaft entsprechendes Bild vermittelt wird. Der Staat versucht sich generell so wenig wie möglich in die privaten Angelegenheiten seiner Bürger einzumischen, sodass Verbote von religi- ösen Symbolen kaum eine Rolle spielen und religiöse Menschen ohne Einschränkungen einen Hidschab oder Turban tragen dürfen. Heutzutage ist das Konzept des Multiculturalism somit ein wichtiger und herausragender Teil der kanadischen Identität. 5 The Canadian Encyclopedia. Ed. Anthony Wilson-Smith. Historica Canada, n.d. Web. 04 June 2017. 36 Genauer eingegangen werden soll nun auf die drei oben genannten Komponenten des Begriff Multiculturalism: 1. Konzept (1) bezieht sich auf die ethnische und kulturelle Heterogenität der kanadischen Gesellschaft. Anhand der kanadischen Geschichte lässt sich jedoch belegen, dass Kanada nicht immer ethnisch und kulturell heterogen war: Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es erklärtes Ziel der Regierung Kanadas, dass möglichst viele Menschen europäischer Abstammung nach Kanada kommen, um das bis dahin noch größtenteils unbewohnte Land im Westen zu besiedeln. Bevorzugt wurden dabei vor allem Menschen aus Nord- und Mitteleuropa, und die kanadische Regierung versuchte, diese Menschen durch Werbemaßnahmen in den jeweiligen Ländern gezielt anzuziehen (vgl. Marks 2014: 100). Dadurch sollte erreicht werden, dass möglichst viele Nord- und Mitteleuropäer, die zu der damaligen Zeit als fleißig, strebsam und als an die geographischen und klimatischen Verhältnisse angepasst galten, das Land besiedeln. Italiener, Russen und Juden waren weniger erwünscht, da man dachte, diese Menschen hätten eine zu geringe Arbeitsmoral (vgl. Marks 2014: 100f). Besonders chinesische Einwanderer versuchte man durch eine sogenannte Head Tax fernzuhalten, da nach dem Bau der Canadian Pacific Railway viele Menschen chinesischer Abstammung in Kanada lebten und viele weitere Menschen aus China nachziehen wollten (vgl. Marks 2014: 101). Diese Maßnahmen könnten heutzutage klar als rassistisch und ausgrenzend verstanden werden. Dies änderte sich jedoch in den 1960er-Jahren unter der Regierung von Pierre Trudeau, als Menschen nicht mehr gemäß ihrer Herkunft, sondern gemäß ihrer Qualifikation nach Kanada immigrieren durften (vgl. Multiculturalism Act (1971)). Diese Entwicklung ging weiter durch den Multiculturalism Act von 1971, wonach anerkannt wurde, dass Multiculturalism als Konzept die Diversität des Landes widerspiegeln sollte. (Ebd.) Seit dieser Änderung der Gesetzgebung wandern vermehrt Menschen asiatischer, indischer und afrikanischer Herkunft nach Kanada ein, sodass heutzutage gerade in den Großstädten die ethnische Diversität sichtbar ist (vgl. Statistics Canada (2006)). 2. Die Komponente (2) bezieht sich auf die gesetzliche Gleichstellung der Mitglieder aller kulturellen Gruppen. Artikel 27 der kanadischen Charter of Rights and Freedoms bezieht sich explizit auf das „multikulturelle Erbe aller Kanadier“ und garantiert somit allen Menschen, welcher Religion sie auch angehören oder woher sie stammen, eine Gleichbehandlung vor dem Gesetz (vgl. Canadian Charter of Rights and Freedoms (1982)). Im Jahr 1988 implementierte die kanadische Regierung unter Premierminister Brian Mulroney den Canadian Multiculturalism Act, um die “full and equitable participation of individuals and communities of all origins in the continuing evolution and shaping of all aspects of Canadian society” (Driedger/Burnet) voranzutreiben; dafür wurde eine Reihe verschiedener Maßnahmen ergriffen, um die ethnische, kulturelle, religiöse und sprachliche Vielfalt Kanadas zu schützen. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem der Canadian Broadcasting Act (1991), wonach die Programmstruktur im Fernsehen und Beschäftigungsmöglichkeiten bei den verschiedenen Fernsehsendern alle Kanadier ansprechen sollen und Kanadas Diversität im Fernsehen abgebildet werden soll; der Employment 37 Equity Act (1986), wonach keinem Arbeitnehmer in Kanada eine Beschäftigungsmöglichkeit verweigert werden soll, deren Grundlage nicht die fehlende Qualifikation des Bewerbers ist, wonach also auch Gleichheit für Frauen, Indigene und Visible Minorities geschaffen werden soll (vgl. Employment Equity Act (1986)). 3. Damit wurde auch schon die dritte Komponente des Konzepts Multiculturalism thematisiert, nämlich die Maßnahmen der kanadischen Regierung, um Ungleichbehandlung abzubauen und Gleichbehandlung aktiv voranzutreiben. Es gibt allerding auch innerhalb Kanadas Widerstand gegen das nationale Konzept des Multiculturalism. Die Provinz Québec ist die einzige Provinz, die sich offiziell nicht als multikulturell definiert. Québec verfolgt stattdessen eine Politik des sog. Interculturalism, da die Provinzregierung trotz Einwanderung aus nicht französisch geprägten Ländern versucht, das französische Erbe weiterhin zu bewahren. In Québec bedeutet Interculturalism konkret, dass die französische Sprache als verbindendes Element aller Einwohner von Québec eine dominierende Rolle gegenüber anderen Sprachen erhält, die dadurch der französischen Sprache untergeordnet werden. Patriquin beschreibt das Konzept des Interculturalism als einen moralischen Vertrag zwischen der Gesellschaft Québecs und den Immigranten in dieser Provinz, wonach diese die französisch geprägte Kultur der Provinz anerkennen (vgl. Patrquin 2011). So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Regierung Québecs unter Premierministerin Pauline Marois im Jahr 2013 versucht hat, durch eine spezielle Gesetzgebung alle offensichtlich religiösen Symbole aus dem öffentlichen Leben zu verbannen, da man diese als Bedrohung des französischen Erbes sah. Einzig das große Kreuz in der Nationalversammlung in der Hauptstadt Québec sollte hängenbleiben, da dieses zum kulturellen Erbe Québecs gehöre. Dieser Versuch einer neuen Gesetzgebung ist jedoch gescheitert, auch nachdem das kanadische Verfassungsgericht angekündigt hat, diesen Gesetzentwurf bezüglich seiner Verfassungskonformität prüfen zu wollen. Auch äußerte das Volk durch wöchentliche große Demonstrationen, vor allem in Montréal und Québec, seinen Widerspruch. Im Einwanderungssystem Kanadas gibt es ein sogenanntes Punktesystem, wonach Menschen, die aus ökonomischen Gründen nach Kanada einwandern wollen, basierend auf ihrer Qualifikation eine bestimmte Anzahl an Punkten bekommen (vgl. Cameron 2004: 417f). Anhand der Punktzahl wird ein Ranking erstellt, und mehrmals im Jahr bekommen die Antragssteller mit den meisten Punkten dann eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Zur Qualifikation der Antragssteller gehören dabei der Bildungsstand, ein eventueller Universitätsabschluss, das Alter, praktische Berufserfahrung im Heimatland und/oder in Kanada sowie englische und/oder französische Sprachkenntnisse. Ziel dieses Punktesytems ist es, auf eine gerechte Art und Weise diejenigen Bewerber auszuwählen, die sich am wahrscheinlichsten erfolgreich in die kanadische Gesellschaft integrieren werden und schnell Arbeit finden (vgl. Simmons 2004: 247). Dieses System ist objektiv betrachtet fair, beinhaltet jedoch auch den Nachteil, dass Fachkräfte aus Schwellenländern abgeworben werden oder Geringqualifizierte wenige Chancen auf eine Einwanderung haben. Das ist jedoch für Kanada natürlich ein Vorteil. 38 Die Flüchtlingspolitik Kanadas lässt sich am besten durch das Konzept Humanitarian Resettlement beschreiben (vgl. Casasola 2001: 76). Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass nur solche Menschen und Familien als Flüchtlinge in Kanada in Frage kommen, die zuvor von der United Nations High Commission für Refugees (UN- HCR) als Flüchtlinge anerkannt wurden. Diese Menschen werden also nach bestimmten Kriterien ausgewählt und bekommen dann ein „Angebot“, dass sie nach Kanada einwandern können. Meist werden dafür Menschen aus Flüchtlingslagern in Drittstaaten ausgewählt, im Falle von syrischen Flüchtlingen zum Beispiel Menschen aus Flüchtlingslagern in Jordanien. Kriterien, nach denen das kanadische Einwanderungsministerium die Menschen auswählt, sind zum Beispiel Familienstatus sowie Gesundheits- und Sicherheitschecks. Haben sich diese Menschen dazu entschlossen, als Flüchtlinge nach Kanada zu kommen, werden sie per Flugzeug nach Kanada gebracht und bekommen dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, mit der Option, auch irgendwann kanadische Staatsbürger zu werden. Es werden, verglichen mit anderen westlichen Ländern, relativ wenige Menschen als Flüchtlinge aufgenommen, wodurch die Regierung Kanadas sicherstellen möchte, dass eine adäquate Versorgung möglich ist und die Menschen von Anfang an eine angemessene Wohnmöglichkeit zur Verfügung gestellt bekommen (vgl. Ibbitson 2015). Insgesamt ist die kanadische Flüchtlingspolitik sehr restriktiv, weshalb sie sich ausgezeichnet für einen Vergleich mit der weniger restriktiven Flüchtlingspolitik Deutschlands eignet. Die Flüchtlingspolitik Deutschlands ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Menschen, die potenziell dafür in Frage kommen, als Flüchtlinge in Deutschland anerkannt zu werden, illegal in die EU einreisen müssen und nicht in ihren Herkunftsländern oder Drittstaaten ausgewählt werden. An die Außengrenzen der EU gelangen die Menschen meist auf sehr gefährlichen Wegen, zum Beispiel in seeuntauglichen Booten von Libyen nach Italien oder von der Türkei auf die griechischen Ägäisinseln (vgl. Angenedt 2015: 9). Fast immer bezahlen sie dafür Menschenschmuggler, die sie dorthin bringen, wo sie hinmöchten (vgl. Schloenhardt 2015: 38). Daher kam es auch oft vor, dass auf der sogenannten „Balkanroute“ LKWs mit Menschen darin gefunden wurden, die sich nach Deutschland oder in ein anderes europäisches Land bringen lassen wollten. Normalerweise müssen sich die Menschen nach Einreise in die EU in ihren Einreiseländern, also meist Italien oder Griechenland, registrieren, und sollten dann über sogenannte Verteilungsschlüssel auf andere europäische Länder aufgeteilt werden; dies wird geregelt durch das Dublin-II-Abkommen (vgl. Hummitzsch). Dies funktioniert allerdings nur unzureichend, da sich einige Staaten Europas, darunter besonders die Länder der Visegrád-Gruppe, gegen die Aufnahme von Flüchtlingen weigern. Zum anderen setzte im Jahr 2015 die deutsche Bundesregierung das Dublin-II-Abkommen außer Kraft, sodass sich Menschen direkt in Deutschland als Flüchtlinge registrieren konnten. Voraussetzung dafür war, dass sie zuvor illegal die deutsche Staatsgrenze überschritten hatten. Der Prozess der Anerkennung als Flüchtling beginnt daher 39 auch erst, wenn die Menschen bereits in Deutschland sind. Er zieht sich wegen der großen Zahl an Flüchtlingen und der daraus resultierenden Überlastung der deutschen Behörden oft monatelang hin, und resultiert entweder in einer Anerkennung als Flüchtling, einer Ablehnung mit anschließender Duldung oder eventuell sogar einer Abschiebung. Deutschkurse können erst besucht werden beziehungsweise werden erst finanziert, wenn der Flüchtlingsstatus genehmigt worden ist, sodass sich viele Menschen bis zu sechs Monate in Deutschland aufhalten, ohne Deutsch zu lernen. Das ist womöglich nicht gerade förderlich für eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft. 2.2.3 Ziel- und Kompetenzformulierungen Was sollen die Schüler und Schülerinnen am Ende können? Wie soll das erreicht werden? Konkretisierung: Aufgaben und Beispiele Feedback und Differenzierung LESEN Sinn erfassend lesen können wichtige Informationen filtern Graphiken und Diagramme analysieren Informationstexte werden in Kleingruppen gelesen und bearbeitet Texte lesen und den Inhalt auf einem Plakat visualisieren in der Podiumsdiskussion Inhalte diskutieren Vorstellen der Plakate Podiumsdiskussion führen SCHREIBEN das Schreiben als Weg zur gedanklichen Klarheit erkennen strukturierend Stichpunkte festhalten und diese als Gedankenstütze verwenden Plakate gestalten Stichpunkte festhalten und diese in der Diskussion nutzen nach dem Lesen sollen die Plakate gestaltet werden nach dem Lesen der Rollenkarten sollen die wichtigsten Punkte in prägnanten Stichworten festgehalten werden Vorstellen der Plakate Podiums-diskussion (anhand der Stichworte die Qualität dieser erkennen) 40 SPRECHEN UND PRÄSENTIEREN / SPRACHLERNKOMPETENZ die Schüler und Schülerinnen sollen flüssig sprechen können sicheres Präsentieren Komplexe Sachverhalte erörtern können Perspektivübernahme Vorstellen der Plakate Beiträge in der Podiums-diskussion sich in andere Rollen hinein-versetzen komplexe Inhalte vorstellen die fertigen Plakate sollen vor der gesamten Gruppe präsentiert werden Podiums-diskussion mit der Lerngruppe Podiums-diskussion; nicht nur eigenen Standpunkt, sondern auch andere vorstellen verschiedene Themen der Plakate verschiedene Rollen in der Diskussion direktes Feedback durch eventuelle weitere Fragen möglich während der Diskussion Fragen stellen und beantworten MEDIENKOMPETENZ die Schüler und Schülerinnen dürfen beim Recherchieren für die Plakate das Internet benutzen (Quellenbewusstsein erwerben) Recherche über Flüchtlingspolitik Besprechen und Präsentieren der recherchierten Informationen Nachschlagen von Fachvokabular Recherche zum Thema Flüchtlingspolitik in Kanada und Deutschland unter Verwendung von Lesetexten und Internetquellen Qualität der Poster und deren Präsentation Wortschatz während der Präsentationen Podiumsdiskussion INTERKULTURELLE KOMPETENZ Verstehen verschiedener Migrationspolitiksysteme Perspektivübernahme von Menschen aus anderen Ländern Hineinversetzen in andere Rollen Recherche auf authentischen Websites/von authentischen Texten Vorbereiten einer Rolle (evtl. sogar aus einem anderen Land) Recherche für das Erstellen der Plakate Verschiedenheit von Plakaten und Rollen Qualität und Tiefe der übernommenen Rollen SOZIALE KOMPETENZ Sich verständigen und mit anderen kooperieren Agieren im Team Rücksichtsnahme praktikzieren Sich durchsetzen Austragen und Lösen von Konflikten Schülerinnen und Sschüler arbeiten selbstständig in der Gruppe Einteilen von Rollen Wahrnehmung verschiedener Aufgaben in der Gruppe Bereitet eure Rolle in der Podiumsdiskussion gemeinsam in der Gruppe vor Jeder übernimmt eine andere Rolle in der Gruppe Feedback zur Güte und Qualität der Plakate 41 SELBSTREGULATIONSKOMPETENZ Anwendung von Lern- und Erarbeitungsstrategien Selbstgesteuerter Erwerb von neuem Wissen unter Nutzung geeigneter Methoden Eigenständiges Entwickeln von Lösungsstrategien für mögliche Probleme Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich vor der Unterrichts-stunde selbst-ständig neues Wissen Bereitet zu zweit oder zu dritt ein Plakat vor und präsentiert euer Thema unter Zuhilfenahme des Plakats euren Mitschülern Evtl. Richtigstellung möglicher Teilaspekte des Themas nach der Präsentation Ergänzungen des Lehrers INVOLVEMENT Sich auf etwas Neues und Unbekanntes einlassen Sich intensiv mit etwas auseinandersetzen Sich selber und andere für ein Thema begeistern Einer Fragestellung/einem Problem auf den Grund gehen Die Schülerinnen und Schüler lassen sich auf das ihnen unbekannte Konzept Multiculturalism ein. Sie erörtern die Leitfrage der Stunde. Diskutiert unsere Leitfrage in der Podiums-diskussion Jeder übernimmt eine andere Rolle in der Podiums-diskussion. Schülerinnen und Schüler, die nicht so flüssig Englisch sprechen können, sitzen im Publikum und dürfen Rückfragen stellen. WISSENSCHAFTSPROPÄDEUTISCHE KOMPETENZ Eigenständiger Erwerb und Nutzung neuen Wissens Anwendung von Verfahren und Strategien der Argumentation Fähigkeit zum Abstrahieren auf einem gesteigerten Niveau Die Schülerinnen und Schüler argumentieren in der Podiumsdiskussion unter Zuhilfenahme der Informationen auf den Plakaten. Ist das Konzept Multiculturalism geeignet um die Anerkennung von Minderheiten zu fördern? Jeder recherchiert nach seinen eigenen Fähigkeiten. Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiver mit der Thematik auseinander. Online finden Sie auf der ILIAS-Plattform eine Auflistung der Kompetenzen, die in diesem Unterricht vorausgesetzt werden und ein didaktisches Planungsschema. 42 2.2.4 Didaktische Überlegungen 2.2.4.1 Stundenziele Zentrale Frage: Trägt das Konzept Multiculturalism, so wie es in Kanada praktiziert wird, zu einer friedlichen und toleranten Koexistenz verschiedener Kulturen bei? Vorgehen: Hierzu wird die besondere Einwanderungspolitik Kanadas, und hier besonders das Punktesystem zur Auswahl geeigneter Einwanderer, betrachtet. Wir wollen herauszufinden, ob ein ähnliches System für Deutschland, das sich zur Zeit mit einer Einwanderungswelle konfrontiert sieht, geeignet wäre oder ob Deutschland im Hinblick auf seine Einwanderungspolitik etwas von Kanada lernen könnte. Erwartetes Resultat: Bei diesem Vergleich soll herauskommen, dass das Konzept Multiculturalism in Kanada zu einer friedlichen und erfolgreichen Koexistenz unterschiedlicher Kulturen beiträgt und dass die kanadische Flüchtlingspolitik deutlich restriktiver ist als die deutsche. Weitere Ziele: Beschäftigung mit Kanada erlaubt den SuS das Einnehmen einer Fremdperspektive, was wiederum dazu führt, dass sie Deutschland mit anderen Augen sehen lernen. Die Beschäftigung mit aktuellen und gesellschaftlichen Problemen des 21. Jahrhunderts ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, mündige Bürger zu werden. Erwerb neuen Wissens und das Einnehmen einer Außenperspektive befähigt sie dazu, die Themen Flucht, Migration und Integration Zugewanderter reflektiert zu betrachten und mögliche Lösungsansätze dafür zu entwickeln. 2.2.4.2 Mögliche Schwierigkeiten Schwierigkeiten, die sich bei der Umsetzung des Unterrichtsvorhabens ergeben können, sind zum einen die Komplexität der Themengebiete, auf denen sich die Schülerinnen und Schüler neues Wissen aneignen müssen. Das Wissen muss dabei so gut angeeignet werden, dass die Schülerinnen und Schüler in der letzten Phase der Unterrichtsstunde in der Lage sind, es im Rahmen der Podiumsdiskussion auch einzusetzen und anzuwenden. Eine weitere Schwierigkeit könnte die selbstgesteuerte und eigenständige Recherche und Aufarbeitung der Gruppenarbeitsthemen sein. Online finden Sie auf der ILIAS-Website Hinweise zur curricularen und allgemein didaktischen Begründung nach Klafki. 43 2.2.4.3 Materialanalyse Material Chancen Schwierigkeiten Warum dieses Material? Text von der kanadischen Webseite Citizenship and Immigration Canada sehr gut verständlich formuliert Das Konzept Multiculturalism wird interessant, einleuchtend und gut verständlich dargestellt. Bei diesem authentischen Text ergibt sich die Schwierigkeit, dass versucht wird, das Konzept Multiculturalism und seine Auswirkungen auf die kanadische Gesellschaft in seiner Gesamtheit darzustellen. Dadurch wird das Konzept sehr stark herunter-gebrochen, sodass es in der Komplexität vielleicht schwerer zu begreifen ist. In diesem authentischen Text wird das Modell des kanadischen Multiculturalism näher beschrieben. Informationstext der Bundeszentrale für politische Bildung sehr informativ viel Fachvokabular Zur Bearbeitung des Themas Figures and Statistics verschiedene Grafiken und Schaubilder textuelle Information wird ergänzt, und die SuS haben die Möglichkeit, die Auswertung und Interpretation von Diagrammen zu lernen. Zahlen und Statistiken zur Entwicklung der Flüchtlingszahlen weltweit werden auf grafische Weise dargestellt. Internetlinks zu Zeitungsartikeln der kanadischen Zeitung The Globe and Mail Authentisches Textmaterial Inhaltliche Hilfe und Inspiration für die Podiumsdiskussion Mögliche unbekannte Vokabeln Sichtweise kanadischer Journalisten kennenlernen kurzer Videoclip Vermittelt Eindruck, wie der kanadische Premierminister Trudeau bei der Begrüßung von Flüchtlingen portraitiert wird Mögliche Probleme beim Hörverstehen Evtl. Vokabel- Vorentlastung leisten Erarbeitung des Themas Canada’s refugee policy 44 2.2.5 Methodische Überlegungen Aufgeteilt ist die Stunde zur Bearbeitung der Thematiken und Vorbereitung der Podiumsdiskussion in insgesamt fünf Phasen. Phase 1: Zum Zweck der Transparenz sollen zu Beginn der Ablauf der Stunde und das Vorgehen besprochen werden. Besonders herausgehoben wird an dieser Stelle, dass im Rahmen der Podiumsdiskussion die Leitfrage unserer Stunde erörtert wird und dass die Erstellung sowie Präsentation der Plakate und Gruppenarbeitsergebnisse dazu dienen, dass jeder Schüler und jede Schülerin mit einem gewissen Vorwissen in die Diskussion startet und so die Podiumsdiskussion inhaltlich vorbereitet wird. Die sechs Themen zur Vorbereitung werden in Kleingruppen von je zwei bis drei Schülerinnen und Schülern erarbeitet. Hier ist besonders wichtig, dass sich im Rahmen einer Gruppenarbeit jede(r) Schüler(in) individuell einbringen kann. Besonders kreative Schüler und Schülerinnen können zum Beispiel die Poster gestalten. So kann jeder seine eigenen Stärken einsetzen. Phase 2: Im Rahmen der Präsentationsphase erfolgt die Vorstellung der Plakate nach der Methode eines Gallery Walk. Dazu werden die Poster gut sichtbar an den Wänden aufgehängt, und jede Gruppe soll ihr Thema mit Hilfe des Posters in einem ca. fünfminütigen Vortrag vorstellen. Diese Methode ist hier besonders gut geeignet, da es dadurch für jedes Teilgebiet der Thematik eine Expertengruppe gibt, die ihr Wissen an die Mitschülerinnen und Mitschüler weitergibt. Das freie Sprechen vor einer Gruppe gibt den Schülerinnen und Schülern dazu die Möglichkeit, im Englisch-Sprechen „warmzulaufen“, sodass das freie Sprechen in der Podiumsdiskussion dadurch erleichtert wird. Durch die Vorstellung der Gruppenarbeitsergebnisse wird sowohl die Sprechkompetenz der Vortragenden als auch die Hörverstehenskompetenz der Zuhörenden geschult. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sollen jeweils angehalten werden, kritisch über das Vorgetragene nachzudenken und Fragen zum Verständnis oder weiterführende Fragen zu stellen. Den Vortragenden wird an dieser Stelle eine große Verantwortung übergeben, da es jeweils an ihnen liegt, das Thema gut strukturiert und anschaulich darzustellen. Für den Fall, dass Fakten fehlerhaft oder unvollständig dargestellt werden sollen, oder dass die Vortragenden Rückfragen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler nicht beantworten können, kann die Lehrkraft die Vortragenden inhaltlich unterstützen. Für die Vorstellung der Arbeitsergebnisse erachten wir die Plakate als besonders zielführend, da sich die Schülerinnen und Schüler die Informationen darauf in der Diskussionsphase auch zunutze machen können. Die Plakate dienen ebenso als Medium, auf dem die Ergebnisse festgehalten werden. Als Übergang in die Gruppenarbeitsphase bietet es sich an, anzukündigen, dass nun die Leitfrage der Stunde im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert werden soll und dass dafür die Schülerinnen und Schüler bestimmte Rollen einnehmen sollen, zu deren inhaltlicher und sprachlicher Vorbereitung sie von uns vorbereitete Rollenkarten bekommen. 45 Phase 3: Sodann folgt die Erarbeitungsphase in Kleingruppen. Dabei soll jede Gruppe einen Schüler oder eine Schülerin bestimmen, der oder die an der Podiumsdiskussion als Diskussionsteilnehmer teilnimmt. Durch die Vorbereitung jeder Rolle durch mindestens zwei SchülerInnen wird erreicht, dass in der Podiumsdiskussion möglichst viele, aber auch starke und inhaltlich differenzierte Argumente verwendet werden. Die Sicherung der Argumente erfolgt schriftlich, indem jede(r) Diskussionsteilnehmer(in) sich Notizen macht, auf die er bzw. sie in der Diskussion zurückgreifen kann. In der Gruppenarbeitsphase wird vor allem die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert. Phase 4: Im Rahmen der Diskussionsphase sollen dann die vorbereitenden Argumente zur Anwendung kommen und von den Schülern im Rahmen der Podiumsdiskussion eingesetzt werden. Um die Relevanz und Aktualität der Thematik zu verdeutlichen, wird die Diskussion mit einem aktuellen Zitat aus der kanadischen Zeitung The Globe and Mail eingeleitet, in dem beschrieben wird, dass Kanada vermutlich das einzige westliche Land ist, in dem keine rechtspopulistischen Parteien im Aufstieg sind und in dem es keine Ressentiments gegen Einwanderung oder Einwanderer gibt. Um die Diskussion zu eröffnen und die Gruppe zum Reden zu bringen, soll ein Teilnehmer, und zwar der kanadische Journalist, sofort nach seiner Meinung zu dem Statement gefragt und dazu angehalten werden, dieses Statement auf seine inhaltliche Qualität zu überprüfen. Damit soll das Interesse an der Erörterung der Leitfrage geweckt werden. In der Diskussion fungiert die Lehrperson als Moderator und Experte des Themas, um darauf zu achten, dass jeder der Diskussionsteilnehmer produktiv zum Verlauf der Diskussion beiträgt und in etwa die gleichen Redeanteile hat. Diese Rolle kann aber auch ein Schüler oder eine Schülerin übernehmen. Die Lehrperson in der Funktion des Moderators kann aber als Experte weitere Fakten oder Aspekte des Themas erwähnen, Rückfragen an die Teilnehmer stellen oder diese dazu anhalten, stärker aufeinander Bezug zu nehmen. Eine solche Podiumsdiskussion ist eine äußerst komplexe Form der Erarbeitung eines Sachverhaltes, da sie neben inhaltlichen Kenntnissen und dem Vorhandensein von Faktenwissen auch ein hohes Maß an Sprach-, Sprechund Hörverstehenskompetenz erfordert sowie die Bereitschaft, eine bestimmte Meinung und Haltung einzunehmen, diese mit Argumenten geschickt zu vertreten, sich auf etwas Neues einzulassen und sich damit auseinanderzusetzen sowie zügig auf die Meinungen und Sichtweisen der anderen Diskussionsteilnehmer einzugehen. Die Ergebnissicherung dieser Phase erfolgt dadurch, dass die Diskussion videographiert wird, sodass sie dauerhaft festgehalten werden kann, um in einer der Folgestunden damit weiterarbeiten und die Diskussion, die Teilnahme, das Sprechen und Gesagte der Teilnehmer reflektieren zu können. Abgeschlossen werden soll die Diskussion dann durch den Moderator (Lehrperson oder Schüler/in), indem er den Teilnehmern für ihre Teilnahme an der Diskussion dankt und ein knappes Fazit der Diskussion zieht. 46 Phase 5: Die Stunde schließt in Form eines durch die Lehrkraft geleiteten Unterrichtsgesprächs, womit erreicht werden soll, dass die Meinungen, Aspekte und Kompromisse, die sich in der Diskussion ergeben haben, nicht einfach so stehen bleiben. Im Laufe dieses Gesprächs soll den Diskussionsteilnehmern sowie den Zuhörern die Möglichkeit gegeben werden, über die Diskussion zu reflektieren und deren Verlauf zu beurteilen. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier besonders ihre eigene Rolle und ihren Beitrag zur Diskussion beurteilen und reflektieren, wie es ihnen persönlich als Teil der Teilnehmerrunde oder Zuhörerschaft erging. Durch die Reflexion wird auch ein erneuter Bezug zur Ausgangsfrage hergestellt, wobei nochmals herausgestellt werden soll, dass diese nicht pauschal oder abschlie- ßend beantwortet werden kann. Die Unterrichtsstunde ist so aufgebaut, dass man mit der Vorstellung der Themen und der Aneignung von neuem Wissen beginnt, welches dann in der Podiumsdiskussion sofort zur Anwendung kommen soll. Dauerhafte Lernprodukte: Die von den Schülerinnen und Schülern gestalteten Plakate: Durch das Anbringen der Plakate an den Wänden des Klassenzimmers sollen die erarbeiteten Informationen während der Podiumsdiskussion sichtbar sein, sodass die Diskussionsteilnehmerinnen und –teilnehmer die Möglichkeit haben, im Verlauf der Diskussion darauf zurückzugreifen. Außerdem haben die Poster als Lernprodukt den weiteren Vorteil, dass die Informationen auch über unser Unterrichtsprodukt hinaus im Klassenzimmer präsent sind und man sich auch bei einer Vertiefung und Nachbereitung der Thematik auf diese beziehen kann. Videoaufnahme der Podiumsdiskussion: Da im Verlauf der Diskussion nichts schriftlich festgehalten wird, wird die Podiumsdiskussion videographiert. Das Video soll am Ende als Lernprodukt dastehen und hat den Vorteil, dass nicht nur die Inhalte der Diskussion festgehalten werden, sondern auch, dass sich die Argumentations- und Sprechweise anhand des Videos im Nachhinein analysieren lassen. So hat jeder Diskussionsteilnehmer die Möglichkeit, beim Betrachten des Videos im Nachhinein für sich selber zu entscheiden, wie reflektiert er oder sie argumentiert hat, wie gut er oder sie auf Gegenargumente eingegangen ist oder wie gut das sprachliche Niveau in der Diskussion war. 47 2.2.6 Tabellarischer Unterrichtsverlauf U n te rr ic h ts p h as e U n te rr ic h ts ve rl au f Z ie l d er P h as e So zi al fo rm M ed iu m Z ei t E in st ie gs p h as e Be gr üß un g un d Be sp re ch un g de s S tu nd en ve rla uf s Sc ha ffe n ein er e nt sp an nt en A tm osp hä re u nd T ra ns pa re nz e rz eu ge n Pl en um - < 5 M inu te n P rä se n ta ti on sp h as e D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n pr äs en tie re n di e Pl ak at e, di e sie in d er S tu nd e zu vo r a nge fe rti gt h ab en . D ie Sc hü ler u nd S ch ül er in ne n sin d au f d em se lb en In fo rm at io ns st an d un d kö nn en v er tie fe nd m it de m Th em a ar be ite n Pl en um Pl ak at e 20 -2 5 M in ut en E ra rb ei tu n gs -p h as e D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n er ar be ite n au f G ru nd lag e ih re r V or ke nn tn iss e ei ne Po di um sd isk us sio n; v or he r w ird d ie G ru pp e in se ch s K lei ng ru pp en e in ge te ilt . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n be sp re ch en di e let zt en P un kt e, di e sie z ur D isk us sio n be itr ag en w ol len . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n ve rtie fe n ge m ein sa m ih r V or w iss en un d er ar be ite n sin nh af te A rg um en te . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n se le kt ie re n di e w ic ht ig st en u nd ü be rze ug en ds te n A sp ek te . G ru pp en -a rbe it Pl ak at e, Ro lle nk ar te n 25 M in ute n D is ku ss io n sp h as e D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n ve rs et ze n sic h in e in e Ro lle u nd p rä se nt ie re n ih re e rar be ite te n St an dp un kt e. D ie Le hr pe rs on üb er ni m m t d ie m od er ier en de R ol le. D ie Sc hü ler u nd S ch ül er in ne n fü hre n ei ne a ns pr uc hs vo lle D isk us sio n zu m T he m a, ha lte n G es pr äc hs re ge ln e in u nd b en ut ze n Fa ch vo ka bu lar . Po di um sdi sk us sio n Ro lle nk ar te n, N ot iz en 25 -3 0 M in ut en Si ch er u n gs p h as e D ie Sc hü ler u nd S ch ül er in ne n ve rf as se n ein m ün dl ich es F az it un d fa ss en d ie w ich tig st en P un kt e zu sa m m en . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n kö nne n di e w ich tig st en A rg um en te e rsc hl ieß en u nd e in lo gi sc he s F az it zu sa m m en fa ss en . G el ei te te s U nt er ric ht sge sp rä ch (e vt l. N ot ize n) 10 M in ute n A b sc h lu ss p h as e V er ab sc hi ed un g Sc ha ffe n ei ne r f re un dl ic he n A tm osp hä re Pl en um - 1 M in ut e 48 2.2.7 Lösungsschlüssel Im Folgenden werden mögliche Lösungen, die wir für die Plakate antizipiert haben, dargestellt. Zuerst wird auf die Plakate, danach auf die Mindest-, Regel- und Expertenstandards für die Podiumsdiskussion und zuletzt auf mögliche Lernprodukte eingegangen. 2.2.7.1 Plakate Unter diesem Aspekt soll dargestellt werden, welche Punkte wir mindestens von den Schülerinnen und Schülern erwarten. Group 1 Multiculturalism and the Canadian Multiculturalism Act Multiculturalism ensures that the racial and ethnic origins, the language, and the religious affiliations of all Canadians are valued. The aim of Canada’s multicultural policy is to help shape a society in which people of various ethnic and cultural backgrounds enjoy equal opportunities and chances to participate in society. The citizens are granted the right to live according to their religious and cultural norms without fearing the pressure of society. The Multiculturalism Act was passed in 1971 to value the multicultural heritage of all Canadians. The advantage is that all citizens are equal before the law and enjoy equal rights and opportunities. Group 2 Canada’s Points-Based System The points-based system is an immigration system which aims at creating fair standards upon which prospective immigrants are selected for immigration. Each applicant is allotted a certain number of points based on age, education, work experience and English and/or French language skills. The system was created to determine those immigrants that are most likely to successfully integrate into Canadian society. Advantages include that young and educated immigrants are preferred over those which are unlikely to find jobs in Canada. The system is fair as the applicants with the highest qualifications are preferred, although applicants which don’t meet the criteria are disadvantaged. Group 3 Understanding the Principles of Migration There are two factors that contribute to global migration. Push and pull factors Push factors are those that push people out of their home countries. Pull factors are those that draw people to other countries. Push factors include wars, famine, inequality, a lack of education or opportunities, unemployment, poverty, a lack of proper infrastructure, religious persecution and other forms of intolerance and discrimination. Pull factors include higher wealth and health, better chances of employment, better chances of education and a potentially higher standard of living. 49 Group 4 Canada’s Refugee Policy A refugee is someone who is forced to leave his or her home country because of war, famine, and other means of life-threatening aspects. Someone who leaves his or her home for economic reasons is not considered a refugee. Canada mainly selects families who have previously been recognized as refugees by the UNHCR, which brings them out of refugee camps directly into Canada. Before being eligible to come to Canada, they have to undergo health and criminal background checks. Upon their arrival in Canada, they immediately obtain permanent resident status and are allowed to apply for citizenship after a certain period of time. The entire process is known as humanitarian resettlement. Group 5 Germany’s Refugee Policy In order to obtain refugee status in Germany, it is “required” that people illegally enter the country and report to the police. The process of selecting refugees begins after the refugees have already entered the country. Potential refugees get to the border mostly by paying human traffickers to take them there. Many of them cross the Mediterranean Sea on small boats. Many people whose refugee status has been denied illegally remain in the country, and many are not deported. Group 6 Figures and Statistics About 50 to 60 million people worldwide are forced to leave their place of origin or migrate to a different place in their home country or outside of their home country. In 2015, Germany received about 1.2 million refugees, mainly from Syria, Iraq and Afghanistan, but also from Eritrea or Nigeria. At the end of 2015, the Canadian government said that Canada would take in about 50,000 refugees from Syria. In international comparisons, Canada takes in a much smaller number of refugees than other countries. Syrians are the biggest group of asylum seekers in Europe. In 2015, Hungary received the highest number of asylum seekers per capita. 2.2.7.2 Mindest-, Regel- und Expertenstandards Die Mindest-, Regel- und Expertenstandards für die Gruppendiskussion lassen sich schwer objektiv operationalisieren; aus diesem Grund soll subjektiv beschrieben werden, welche Leistungen die Schülerinnen und Schüler erreichen müssen, um unserer Meinung nach die unterschiedlichen Standards zu erreichen: Um den Mindeststandard zu erreichen, sollte ein Diskussionsteilnehmer sich mindestens zweimal an der Diskussion beteiligen und mindestens ein zuvor vorbereitetes Argument anbringen. Den Regelstandard erreicht ein(e) Diskussionsteilnehmer(in), die sich mehrmals an der Diskussion beteiligt und mindestens einmal ein Gegenargument zu einem anderen präsentierten Argument bringt; außerdem sollte er/sie möglichst viele der vorbereiteten Argumente in der Diskussion anführen. 50 Der Expertenstandard wird erreicht, indem der/die Diskussionsteilnehmer(in) sich lebhaft und engagiert an der Diskussion beteiligt und über die vorbereiteten Argumente hinaus noch weiteres Hintergrundwissen mit einbezieht. 2.2.8 Reflexion und Alternativen Eine kritische Reflexion des Unterrichtsversuches und die Auswertung der Feedbacks der Schüler und Schülerinnen finden Sie online auf der ILIAS-Website. Ebenfalls steht Ihnen dort ein weiterer Fundus an möglichen Ergänzungen, Erweiterungen und inhaltlichen/methodischen/materiellen Alternativen passend zu diesem Unterrichtskonzept zur Verfügung. 2.2.9 Anhang: Unterrichtsmaterialien Der Anhang beinhaltet: Die Aufgabenstellung an die Schüler und Schülerinnen, um die Plakate zu erstellen Die vorbereitenden Informationstexte für die Plakate, die den Schülern und Schülerinnen zur Verfügung standen Die Rollenkarten Das für die Eröffnung der Podiumsdiskussion verwendete Zitat 2.2.9.1 Aufgabenstellung an Schüler und Schülerinnen vor der Doppelstunde Dear Students of the Kanada-AG, Next week will be our “Unterrichtsprojekt” on the Canadian multiculturalism and refugee policies and the question whether newcomers are more accepted in Canada than in Germany. To deal with these questions, we are planning on doing a panel discussion (German Podiumsdiskussion) with you. As this topic is not an easy one, we would like to assist you in gaining some background knowledge and have chosen six topics for you to work on. These topics may give you some ideas on which you can base your arguments in the discussion. We would like you to get together in groups of two (maximum three) students to do some research and design a poster for your topic. To help you do your research, you will find a basic text, suggestions and websites for further research as well as some guiding questions on each sheet. The website The Canadian Encyclopedia (use Google to find it) is also a great resource to find further information. 51 Please be ready to present your findings and ideas to your fellow students on July 4th. The presentations should be rather brief (max. five Minutes) and should give your classmates the chance to ask further questions. On July 4th, you will be giving your presentation, and we will hang up the posters in class. Afterwards, you will have time to prepare your roles and arguments for the discussion (there will be role cards, and we have heard that you are familiar with this method). There will be six roles. Each role will be prepared by two students. One student should participate in the discussion. The students not actively participating in the discussion will make up the audience and are encouraged to ask questions, by which they enrich the discussion. The goal of our project is to help you get some background knowledge on the refugee- as well as multiculturalism policies of Canada which greatly differ from the German refugee policy (Germany does not have a multiculturalism policy, as you know). By knowing the refugee policy of another country (Canada in our example), you will get ideas on how issues related to migration and asylum (a hot topic in Germany!!!) can be dealt with. It is important for us that you carefully design your posters and presentations. We will take photos of the posters, and nicely illustrated and colourful posters help us present a successful teaching concept After our lesson on July 4th we will ask you for some feedback and your thoughts on the suitability of the topic etc. We hope that the overall topic (Multiculturalism and the acceptance of newcomers in Germany and Canada) has sparked or will spark your interest and that we have a fruitful discussion on July 4th. If you have any questions, you are more than welcome to send us an email. We check our emails on a regular basis and will get back to you as soon as possible if you contact us by email. Have fun designing your posters and see you in class on July 4th! Best, Rebecca Brömmeling and Felix Kremer 52 2.2.9.2 Informationstexte Group 1 Canadian Multiculturalism and the Canadian Multiculturalism Act The following text, taken from the website of Citizenship and Immigration Canada, describes Canada’s Multiculturalism policy: Canadian Multiculturalism: An Inclusive Citizenship In 1971, Canada was the first country in the world to adopt multiculturalism as an official policy. By so doing, Canada affirmed the value and dignity of all Canadian citizens regardless of their racial or ethnic origins, their language, or their religious affiliation. The 1971 Multiculturalism Policy of Canada also confirmed the rights of Aboriginal peoples and the status of Canada’s two official languages. Canadian multiculturalism is fundamental to our belief that all citizens are equal. Multiculturalism ensures that all citizens can keep their identities, can take pride in their ancestry and have a sense of belonging. Acceptance gives Canadians a feeling of security and self-confidence, making them more open to, and accepting of, diverse cultures. The Canadian experience has shown that multiculturalism encourages racial and ethnic harmony and cross-cultural understanding. Mutual respect helps develop common attitudes. New Canadians, no less than other Canadians, respect the political and legal process, and want to address issues by legal and constitutional means. Through multiculturalism, Canada recognizes the potential of all Canadians, encouraging them to integrate into their society and take an active part in its social, cultural, economic and political affairs. All Canadians are guaranteed equality before the law and equality of opportunity regardless of their origins. Canada’s laws and policies recognize Canada’s diversity by race, cultural heritage, ethnicity, religion, ancestry and place of origin and guarantee to all men and women complete freedom of conscience, of thought, belief, opinion expression, association and peaceful assembly. All of these rights, our freedom and our dignity, are guaranteed through our Canadian citizenship, our Canadian Constitution, and our Charter of Rights and Freedoms. Multiculturalism has led to higher rates of naturalization than ever before. With no pressure to assimilate and give up their culture, immigrants freely choose their new citizenship because they want to be Canadians. As Canadians, they share the basic values of democracy with all other Canadians who came before them. At the same time, Canadians are free to choose for themselves, without penalty, whether they want to identify with their specific group or not. Their individual rights are fully protected and they need not fear group pressures. Our diversity is a national asset. Recent advances in technology have made international communications more important than ever. Canadians who speak many languages and understand many cultures make it easier for Canada to participate globally in areas of education, trade and diplomacy. Our citizenship gives us equal rights and equal responsibilities. By taking an active part in our civic affairs, we affirm these rights and strengthen Canada’s democracy, ensuring that a multicultural, integrated and inclusive citizenship will be every Canadian’s inheritance. © Government of Canada. “Canadian Multiculturalism” An Inclusive Citizenship.” cic.gc.ca 19.10.2012. Web. 30.10.2016. http://www.cic.gc.ca/english/multiculturalism/citizenship.asp 53 Guiding Questions 1. What are the key principles of Canadian multiculturalism? 2. What does Canada’s multicultural policy aim at? 3. What rights does Canada grant its citizens by its multicultural policy? 4. What advantages does a multicultural policy have for Canada as a country? Note: The guiding questions above do not have to be answered in this order, but they can rather assist you in designing the poster. You may, however, answer them for yourself before designing the poster. Please be prepared to present the basic ideas, principles and goals of Canada’s Multiculturalism Policy in class on July 4th. On the Canadian Encyclopedia website6 you can find more helpful information which you are more than welcome to use for further research and your poster. Group 2 Canada’s Points-based System Please note: The following task refers to so-called economic migrants, who are immigrants who want to move to Canada solely for economic reasons and not for political asylum. Canada has a separate refugee policy, which another group will deal with. There are hundreds of thousands of people each year who want to move to Canada or foreign nationals already in Canada who want to settle down in Canada for good. Obtaining Canadian citizenship requires a two-step process: first, you have to receive permanent resident status, and after having had permanent resident status for a number of years, you are eligible for applying for citizenship. In order to determine the eligibility of potential immigrants, Canada has developed a pointsbased system: by allotting points for several factors such as age, education and university degrees and previous job experience, among others, the Canadian government is able to generate a ranking list of all applicants who are willing to immigrate to Canada or who want to obtain permanent resident status. In several application rounds each year, the applicants with the highest scores are officially invited to apply for permanent residency. Please use the website http://www.cic.gc.ca/english/immigrate/skilled/applyfactors.asp7 to find out how the points-based system works. 6 The Canadian Encyclopedia, ed. Anthony Wilson-Smith. Historica Canada, n.d. Web. 4.6.2017. 7 Government of Canada, Immigration, Refugees and Citizenship Canada. “Six selection factors – Federal skilled workers.” cic.gc.ca 9.3.2017. Web. 31.5.2017. http://www.cic.gc.ca /english/immigrate/skilled/apply-factors.asp 54 In your presentation on July 4th, you should be able to present an example of the points systems to your fellow students. You could, for instance, make up a potential immigrant and determine how many points he or she would get. Here are some guiding questions for designing your poster: 1. What are the principles of Canada’s points-based immigration system? 2. Give a brief(!) example (as described above). 3. What are advantages of this system? Are there advantages at all? 4. What are disadvantages of this system? Are there any disadvantages at all? 5. Is this system fair? 6. Who has the highest chances of being invited to apply for permanent residency? 7. Based on your considerations, do you think it is easy to immigrate to Canada? Group 3 Understanding the Principles of Migration Worldwide, about 60 million people are refugees. This includes people who are forced to leave their homes and settle at a new location within their country or people who leave their country of origin to settle in a new country. This happens for several reasons. The reasons why people leave their home to settle at a new place can be grouped into two categories: (1) push factors and (2) pull factors. Please find out what push and pull factors are and design a poster for push and pull factors. Be prepared to present your poster to your fellow classmates on July 4th. The following guiding questions can help you to prepare your brief presentation 1. What are factors that force people to leave their home (by home, we mean your village, family, community, city, country, etc.)? 2. What are factors that make “new” places attractive to migrants? 3. Please try to include some examples. (You could, for instance, use the Syrian civil war as an example and describe its push factors. Feel free to come up with your own examples, however, and be creative.) Group 4 Canada’s Refugee Policy Canada’s refugee policy is quite different from Germany’s refugee policy. First, we want to differentiate between refugees, who are people who have fled their home country, and economic migrants, who voluntarily move to another country to make a better living, for instance. 55 Canada’s refugee policy can be best described by the term resettlement. This term means that people who have been recognized as refugees by the United Nations High Commission for Refugees (UNHCR) are selected to be granted refuge in Canada and are then brought to Canada where they can then live permanently. Please use the website http://www.cic.gc.ca/english/refugees/canada.asp as a starting point to conduct further research on Canada’s refugee policy. Please design a poster on the Canadian refugee policy and be able to present your finding to your fellow classmates on July 4th. The following aspects may serve as guiding questions for preparing your presentation 1. How would you define a refugee? (Please try not to read out definitions, but to explain it in your own words.) 2. How does the process of resettling refugees work in Canada? (see section Refugee and Humanitarian resettlement program on the website) 3. What are possible advantages and disadvantages of this system? 4. What services does Canada offer for refugees? There is an interesting video8 showing Canadian Prime Minister Justin Trudeau welcoming newly-arrived Syrian refugees at Toronto Pearson International Airport. This video was published in December last year, after the new government was elected and Canada began to take in more Syrians. Please watch this video and consider how the Canadian government and PM Justin Trudeau present themselves in the media. The website of the Canadian newspaper The Globe and Mail can also serve as a resource if you are interested to see how the take-in of Syrians is presented in the Canadian media. Please note: You don’t need to present any numbers as another group is dealing with numbers and statistics. Group 5 Germany’s Refugee Policy Germany’s refugee policy is quite different from Canada’s refugee policy, and it is appropriate to say that both countries have a different stance on refuge and asylum. 8 “PM Trudeau welcomes Syrian refugees to Canada.” BBC.com 11.12.2015. Web. http://www.bbc.com/news/av/world-us-canada-35075181/pm-trudeau-welcomessyrian-refugees-to-canada 56 On the website of the German Federal Ministry of the Interior (=Innenministerium)9 you will find English-language information about the processing of refugee cases in Germany. Please be able to design a poster and present your findings to your classmates on July 4th. The following questions may serve as a guideline for preparing your presentation 1. How does the process of granting asylum and refuge work in Germany? 2. What do people have to do in order to be granted refuge in Germany? (Hint: crossing the border. How do they get to the border?) 3. What are advantages and disadvantages of this system? Group 6 Figures and Statistics The following info box from the website of Germany’s Federal Agency for Civic Education gives you an idea of how many people are currently forced to leave their homes People in need of protection – the global dimension At the end of 2013, according to the United Nations High Commissioner for Refugees (UN- HCR), there were 51.2 million forcibly displaced persons worldwide who had to flee their place of residence due to persecution, violence or human rights violations. This is the highest number ever recorded since the beginning of such statistics in 1989. Among them were 16.7 million registered recognized refugees, 33.3 million internally displaced persons, and 1.2 million asylum seekers (pending applications). 86 percent of all refugees were hosted by developing countries. In 2013, 98,400 refugees were received by 21 countries in the framework of resettlement programs. 6.3 million refugees had already spent long periods living in harsh conditions (in so-called protracted situations) in refugee camps, or on their own in big cities.* * “Protracted Situations” are defined as situations in which 25,000 or more refugees of the same nationality have sought asylum in another country for at least five consecutive years (UNHCR 2014b, p.6). © Engler, Marcus/Schneider, Jan. “Introduction”. 1.6.2015. bpb.de. Web. 3.2.2016. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/207658/introduction 9 “Asylum and Refugee Policy in Germany.” Bundesministerium Des Innern. The Federal Ministry of the Interior, n.d. Web. 31 May 2017. http://www.bmi.bund.de/EN/Topics/ Migration-Integration/Asylum-Refugee-Protection/Asylum-Refugee-Protection_ Germany/asylum-refugee-policy-germany_node.html. 57 Here you will find information on how many people were granted asylum in Germany in 2015: Engler, Marcus, and Jan Schneider. “Current Developments in Germany.” 2.6.2015 bpb.de. Web. 4.6.2017. https://www.bpb.de/gesellschaft/ migration/kurzdossiers/207685/current-developments Engler, Marcus, and Jan Schneider. “Asylum Law, Refugee Policy and Humanitairian Migration in the Federal Republic of Germany.” 2.6.2015. bpb.de. Web. 4.6.2017. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurz dossiers/207671/asylum-law-refugee-policy-humanitarian-migration N.N. “Migrant crisis to Europe explained in seven charts.” 4.3.2016. bbc.com/news. Web. 4.6.2017. http://www.bbc.com/news/world-europe-34131911 (Here you will find the numbers) In this article, taken from the Canadian newspaper The Globe and Mail, you will find information on how many refugees Canada has taken in in 2015 and how these numbers compare internationally: Ibbitson, J. “How does Canada compare when it comes to resetling refugees?” The Globe and Mail, Web. 31.12.2015. http://www.theglobeandmail.com/news/ politics/how-does-canada-compare-when-it-comes-to-resettling-refugees/ article27979437/ (“Part of the reason is that most of us are either immigrants or the descendants of immigrants. Our settler culture welcomes settlers.” This interesting quotation from the article mentioned above may serve as a basis or an argument in the forthcoming discussion.) You are also welcome to use the article “Immigration to Canada” on Wikipedia to find out how many of all immigrants that Canada accepts or has accepted are refugees – relatively few, as you will see. Please include some of the charts that you will find online in your poster! 58 2.2.9.3 Rollenkarten You are a German journalist. You have talked to many refugees in Germany already and you are well informed about the current situation and especially about the refugees’ emotional states. Regarding the discussion, try to talk about: negative reactions towards refugees such as burned down refugee homes, Facebook posts commenting on refugee policy etc. positive reactions towards refugees such as many people voluntarily helping in their free time, inclusion at school/kindergarten etc. the differences between Canadian and German refugee policy and why they are (not) comparable As a journalist, you are also in contact with other journalists from different countries including Canada. Therefore, you can exchange many details frequently. You are, as a result, of the opinion that Germans could learn a lot from the Canadian refugee policy. Furthermore, you wish for an immigration policy for Germany in order to guarantee qualified workers for the country. Useful phrases: I see your point but I still feel that… Perhaps I didn’t explain the point clearly enough. Let me put it in another way… Let me give you an example what I mean by… The statistics show that… The logical consequence is that… That sounds very convincing (but)… Another reason is that… You are a refugee living in Germany for one year now. You have a two-sided view on the current situation in Germany. On the one hand, you are amazed by how many German citizens are willing to help you as a refugee concerning education, work etc. On the other hand, you are also scared because of the hatred voiced by many right-wing citizens who also threaten to become violent if the refugees will not leave the country. Try to talk about these and other aspects of your choice (please make sure they fit a refugee’s realistic attitude!). Although you are happy about the help you receive, you are also insecure about the development of the current situation. Therefore, you wish for more safety as you do not feel fully accepted yet. You also have a cousin living in Canada who told you about the Canadian refugee policy. You are supposed to bring in the aspects you wish for in the discussion. Useful phrases: Well, if you ask me… It is absolutely (not) right to say that… I can/cannot fully agree with you. I am not convinced… In my view… If you want my honest opinion… If I were you, … I would like to draw attention to the fact… Do you really mean to say that…? 59 You are a Canadian journalist. Although Canadian refugee policy is always presented in a very positive way you are afraid to lose your Canadian identity by the increasing number of refugees coming to Canada. As a journalist, you are constantly in contact with other journalists from all over world – including Germany. Thus, you are also informed about Germany and the situation concerning refugees there. You think that it is good that German citizens show their fear of losing German identity due to more than 1 million refugees who have already come there. Consider the aspects of Canadian refugee policy and try to argue against them (try to keep it realistic!). Useful phrases: I am of the opinion that… In my experience… As far as I understand… I might be wrong but… It is certain that… I completely (dis-)agree with… There are various reasons for… An additional argument I would like to present is… You are an economic immigrant in Canada, which means that you did not come there as a refugee, but actively and consciously made the decision to move to Canada for economic reasons. Please choose a country of origin for your role (the largest economic immigrants groups in Canada are from India and China). You are a qualified individual who is pursuing a career in the pharmaceutical industry, pay your taxes in Canada and even though you have lived in this country for a few years, you speak your native language at home. You argue that your fellow Canadian citizens do not really mind what language you speak at home with your family or that sticking to your native language is a sign of non-integration– what matters is, that you have a job, pay taxes, and – by doing so – support the Canadian economy. As an economic immigrant, you know how hard it is to adjust to and settle in a different country and culture. You are of the opinion, however, that successful integration largely depends on the individual’s own motivation and willingness to integrate into the culture of your country of residency. Useful phrases: It is important to mention that… To put it a different way, you can say that… One factor to include is… It is not fully clear what you mean by… I can fully understand that I am totally with you but… Can you further elaborate your idea on… Frankly, that’s not how I really see it… My best guess is… 60 You are a refugee assistant (“Flüchtlingshelfer”) in Germany and thus have to do with refugees from war-torn country on a weekly basis. You say that for the successful integration of immigrants, the German government has to provide much more services to refugees such as German classes immediately upon arrival, easier access to work or internship opportunities and mentors who do not only help them managing everyday-situations, such as grocery-shopping, but who also assist them assimilating to a new workplace and different workplace cultures and regulations in Germany. As a refugee assistant, you criticize that many Germans, who have not been in contact with refugees, view them only as a single entity and sometimes as a threat. You argue that people from various cultural backgrounds living together in one country can mutually benefit from each other, if they are willing to do so. You say that integration is not a thing which happens over night, but is a rather lengthy process that is only successful when refugees are provided with means of orientation such as the previously mentioned workplace mentors etc. Please also mention that many refugees who are from war-torn countries or who have come to the German border by whatever route possible are almost always traumatized which can in some cases be an obstacle for the integration process. Useful phrases: It seems to me that… I find your argument convincing but… By having said…, I meant… I would like to make an argument for… Could you give an example for… Frankly, that’s not how I really see it… (This is an empty card which you can fill with a role of your own choice) 61 Eingangszitat (Ibbitson, J., The Globe and Mail.) Anti-immigrant resentment helped persuade 52 per cent of Britons to vote to leave the European Union last week. The man who will represent the Republican party in this year’s U.S. presidential election spouts racist, nativist rhetoric to the cheers of millions of supporters. Far-right parties promising to keep immigrants out and jobs in are on the rise from Poland to France. Newly inked free-trade agreements in Europe and the Pacific sit unratified. Anger, intolerance, suspicion, even hatred seem to be surging everywhere. Except here. Why not here? Why not Canada? 2.2.10 Literaturverzeichnis Angenendt, Steffen. „Flucht, Migration und Entwicklung: Wege zu einer kohärenten Politik.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung: 9.6.2015. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.bpb.de/apuz/208001/wege-zu-einerkohaerenten-politik?p=all Canadian Department of Justice (Hrsg.). Canadian Constitution Act, 1982. Web. http://laws-lois.justice.gc.ca/eng/Const/ Canadian Department of Justice (Hrsg.). Canadian Multiculturalism Act, 1971. Web. http://laws.justice.gc.ca/eng/acts/C%2D18.7/page-1.html Canadian Department of Justice. Employment Equity Act, 1986. Web. http://laws.justice.gc.ca/eng/acts/e-5.401/page-1.html Government of Canada, Immigration, Refugees and Citizenship Canada. “Six selection factors – Federal skilled workers.” cic.gc.ca 9.3.2017. Web. 31.5.2017. http://www.cic.gc.ca/english/immigrate/skilled/apply-factors .asp Cameron, Elspeth. Multiculturalism and Immigration in Canada: An Introductory Reader. 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Hessisches Kultusministerium. Kerncurriculum Gymnasiale Oberstufe: Englisch, 2016. https://kultusministerium.hessen.de/sites/default/files/media/kcgoe.pdf. Hessisches Kultusministerium. Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen im Landesabitur 2017 (Abiturerlass), 2015. Hummitzsch, Thomas. „Studie: Europäische Asylpolitik verletzt Menschenrechte.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. 22.3.2013. Web. 4.6.2017. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/157079/euro paeische-asylpolitik-verletzt-menschenrechte Ibbitson, John. “How does Canada compare when it comes to resetling refugees?” The Globe and Mail. 31.12.2015. Web. http://www.theglobeandmail.com/ news/politics/how-does-canada-compare-when-it-comes-to-resettlingrefugees/article27979437/ Marks, Lynne. “Immigration in the Late Nineteenth and Early Twentieth Century Canada”, Visions: The Canadian History Modules Project. Hrsg. P.E. Bryden et al. 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References

Zusammenfassung

Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien hat sich in den letzten Jahren unter anderem darauf spezialisiert, die Zusammenarbeit mit Schulen zu verstärken und die Aufbereitung kanadistischer Themen für den Schulunterricht zu unterstützen. Im Rahmen einer Ringvorlesung zu „kanadischen Ökologien“, die auch von Lehrern und Lehrerinnen rege besucht wurde, entstand die Idee, einige dieser ökologischen Themen für den Schulunterricht in den Fächern Englisch und Französisch aufzubereiten. In einem durch universitäre Mittel unterstützten Projekt erarbeiteten motivierte Marburger Lehramtsstudierende Unterrichtsmodelle, die sie dann mit Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern an verschiedenen Schulen in die Praxis umsetzten. Einige dieser Modelle für den Englischunterricht stellt das Herausgeberteam in diesem Band vor und hofft, dass sie auch für andere Schulen anregend und ermutigend wirken.