Anhang in:

Ulf Debelius (Ed.)

Ralph Norwood, page 883 - 948

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-2705-9, ISBN online: 978-3-8288-6796-3, https://doi.org/10.5771/9783828867963-883

Series: Armands Werke. Marburger Ausgabe, vol. 5

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Anhang 885aNhaNg • tExtgEschichtE Textgeschichte Entstehung Nachdem Fredéric Armand Strubberg sein Debütwerk Amerikanische Jagd- und Reiseabenteuer (→ AW-MA I) bereits 1855 an den renommierten Cotta-Verlag in Stuttgart hatte verkaufen können, gelang es ihm in den mehr als drei Jahren, über die sich die Drucklegung dieses Werkes hinzog, trotz intensiver Bemühungen nicht, seine in dieser Zeit entstandenen Manuskripte ebenfalls an diesen Verlag zu veräußern. Seine folgenden Werke Bis in die Wildniß (→ AW-MA II), Scenen aus den Kämpfen der Mexicaner und Nordamerikaner und Alte und neue Heimath (→ AW-MA III) erschienen 1858 und 1859 in rascher Folge bei dem Breslauer Verleger Eduard Trewendt. Aufgrund fehlenden Quellenmaterials lässt sich heute nicht mehr feststellen, warum Strubberg auch zu diesem Verleger keine dauerhafte Geschäftsbeziehung aufbauen konnte oder wollte. Jedenfalls wurde sein fünftes Werk, An der Indianergrenze (→ AW-MA IV), ebenfalls noch 1859 in dem 1848 gegründeten Verlag von Carl Rümpler veröffentlicht. Strubberg hatte Rümpler vermutlich erst kurz zuvor kennengelernt, und es entwickelte sich schon bald eine freundschaftliche Beziehung zu diesem und zu dessen Familie. Mit Ralph Norwood brachte Rümpler im Folgejahr Strubbergs umfangreichsten Roman heraus, in welchem der Autor vor dem historischen Hintergrund der Seminolenkriege die Lebensgeschichte des titelgebenden Antihelden entfaltet. Mit diesem Werk betrat Strubberg in dreierlei Hinsicht Neuland: Im Gegensatz zu seinen vorherigen, in Texas spielenden Erzählungen konnte er hier zum ersten Mal nicht auf eigene Erfahrungen, insbesondere bei der Beschreibung der Landschaft, zurückgreifen. Zudem flocht er mit Seeräubern, Familienintrigen und politischen Verschwörungen erstmals in größerem Umfang Elemente des zeitgenössischen Sensationsromans in seine Erzählung ein und sprengte damit die Grenzen des eigentlichen Wildwestromans. Und schlussendlich ist dieser Roman die – zumindest vorläufige – Abkehr von der pseudoautobiographischen Erzählweise, die der Autor insbesondere in den in der dritten Person erzählten Romanen Bis in die Wildniß und An der India- 886 Ralph NoRwood nergrenze praktiziert hatte. Der Roman kann daher als deutliche Zäsur eingeordnet werden und markiert nach den in der Ich-Form erzählten Amerikanischen Jagd- und Reiseabenteuern und den vorgenannten Romanen den Beginn einer dritten Schaffensperiode. Wie bei fast allen von Strubbergs Werken sind auch über die Niederschrift von Ralph Norwood keine Quellen überliefert. Die schnelle Folge, in der Strubberg in diesen Jahren seine Werke publizierte, lässt es jedoch plausibel erscheinen, dass der Roman zeitnah zu seiner Drucklegung entstanden ist. Er wurde am 30. November 1860 im »Börsenblatt für den deutschen Buchhandel« annonciert und gelangte gebunden zum Preis von 8 Talern in den Handel. Ab Ende Mai 1863 verkaufte Rümpler sein gesamtes belletristisches Sortiment mit einem Preisnachlass von einem Drittel; Ralph Norwood sowie An der Indianergrenze und Sclaverei in America reduzierte er sogar um die Hälfte. Möglich ist, dass Strubberg hierüber verärgert war, denn seine beiden folgenden Romane Der Sprung vom Niagarafalle (→ AW-MA VIII) und In Mexico (→ AW-MA IX) erschienen bei Rümplers Konkurrenten Schmorl & von Seefeld. Zu Strubbergs Lebzeiten wurde der Roman nicht erneut aufgelegt. Erst circa 1939/40 erschien in dem Berliner Verlag von Hans-Jörg Fischer in der Reihe »Abenteuer aus aller Welt« eine auf 64 Seiten reduzierte, von Johannes Jühling bearbeitete Fassung mit dem Untertitel »Erzählung aus dem Leben Tallihadjos, des großen Häuptlings der Seminolen«. Eine weitere, von Siegfried C. Augustin stark bearbeitete und auf circa ein Viertel des ursprünglichen Umfangs reduzierte Ausgabe erschien 1982 ohne Angabe von Bearbeiter, Verlag, Ort und Jahr bei Ueberreuter in Wien unter dem Titel »Die Rache des Mestizen«. Für beide Fassungen ist bezeichnend, dass sie nicht mehr den ursprünglichen Titelhelden, sondern den Seminolenhäuptling Tallihadjo in den Mittelpunkt der Erzählung rücken. Insbesondere die Fassung des Ueberreuter-Verlages richtet sich vornehmlich an ein jüngeres Lesepublikum, was neben der textlichen Bearbeitung auch an dem bunten Titelbild zu ersehen ist. 887aNhaNg • tExtgEschichtE Der historische Hintergrund: Die Seminolenkriege 1814-1858 und die »Grand Tour« des Marquis de Lafayette 1824/25 Unter dem Sammelbegriff »Seminolen« wurden ab dem frühen 18. Jahrhundert diverse, in Florida beheimatete Stämme amerikanischer Ureinwohner zusammengefasst. Der Name ist vermutlich eine Verballhornung des spanischen Wortes »cimarrón« (dt. »wild«, »ungebunden«). Bei diesen Stämmen handelt es sich vor allem um Creek, die aus dem Gebiet der heutigen US-Bundesstaaaten Georgia und Alabama nach Florida einwanderten und sich mit den dort bereits ansässigen Ureinwohnern vermischten. Ab dem späten 18. Jahrhundert kamen im Zuge dieses ethnogenetischen Prozesses auch weiße Siedler und Farbige hinzu – sowohl Freie als auch entlaufene Sklaven. Diese Farbigen wurden von den Seminolen teilweise als Sklaven gehalten, teilweise aber auch in die Stammesverbünde integriert und bildeten als »Black Seminoles« schließlich eine eigene Untergruppierung innerhalb der Seminolen. Die Seminolen waren sesshaft und hatten von den eingewanderten Europäern schon früh Viehzucht und moderne Formen der Agrikultur übernommen. Die Stämme waren in Clans unterteilt, und die Zugehörigkeit zu einem Clan wurde durch die mütterliche Linie bestimmt. Die sogenannten »Seminolenkriege« zogen sich über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1858 und endeten mit der fast gänzlichen Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner aus Florida und deren Zwangsumsiedlung in das Indianerterritorium westlich des Mississippi. 1814 hatten die Vereinigten Staaten am Ende des sogenannten »Creek War« die unterlegenen Creek im Vertrag von Fort Jackson gezwungen, einen Großteil ihres Gebietes (über 85 000 km², etwa die Hälfte des heutigen Bundesstaates Alabama sowie den Westen von Georgia) abzutreten. Die Creek waren dadurch gezwungen, dieses Gebiet zu verlassen und siedelten sich im südlich davon gelegenen, zu diesem Zeitpunkt noch zu Spanien gehörenden Westflorida an, wo sie sich den dort ansässigen Seminolen anschlossen. In dieser Zeit zogen zunehmend Siedler von den 888 Ralph NoRwood Vereinigten Staaten in die beiden Floridas und erwarteten sich von ihrer Regierung Schutz und Unterstützung gegen die dort ansässigen Ureinwohner. Der Beginn des ersten Seminolenkrieges wird von Historikern unterschiedlich datiert – die Jahreszahlen schwanken zwischen 1814 und 1817. Im Jahre 1814 befanden sich die Vereinigten Staaten noch immer im Krieg mit Großbritannien, in welchem die Seminolen mit den Briten verbündet waren. Nach der britischen Niederlage und dem Abzug der Truppen übergaben die Briten ein Fort am Apalachicola River, das auf spanischem Gebiet gelegen war, an die Seminolen und eine Gruppe entlaufener Sklaven, weshalb das Fort schon bald den Namen »Negro Fort« erhielt. Auf amerikanischer Seite fürchtete man, dass dieses Fort weitere Sklaven zur Flucht und zur Revolte anstiften könnte. Obwohl das Fort auf spanischem Gebiet lag, beschloss Colonel Andrew Jackson, das Fort zu zerstören. Bei der Beschießung vom Fluß aus explodierte das Pulvermagazin des Forts und ein Großteil der etwa 320 Bewohner kam dabei ums Leben. Die US-Truppen zogen sich daraufhin wieder auf ihr eigenes Territorium zurück, im Nachgang kam es jedoch zu Überfällen weißer Siedler auf Seminolendörfer. Bei den folgenden Vergeltungsaktionen der Ureinwohner wurden auch zahlreiche Siedler getötet. Im Herbst 1817 kam es zu Landstreitigkeiten zwischen dem Seminolenhäuptling Nea-math-la, dem Anführer der Seminolen der Siedlung Fowltown im Südwesten von Georgia, und dem Kommandeur des in der Nähe gelegenen Fort Scott. Im November wurde Fowltown von den US-Truppen belagert und die Seminolen vertrieben. Dieses Ereignis gilt bei den meisten Historikern als der eigentliche Beginn des Ersten Seminolenkrieges. Als Vergeltung für diesen Angriff überfielen die Seminolen Ende November ein Versorgungsboot auf dem Apalachicola River. Die meisten Passagiere, darunter auch Verwundete und einige Frauen der Soldaten, wurden getötet. Der inzwischen zum General beförderte Andrew Jackson erhielt daraufhin den Befehl, in Florida einzumarschieren und die Seminolen zu verfolgen und zu bestrafen, wobei er ausdrückliche Order erhielt, spanische Einrichtungen keinesfalls anzugreifen. 889aNhaNg • tExtgEschichtE Jackson machte im März 1818 in Fort Scott mobil. Neben 800 Mann an regulären Truppen standen ihm 1 000 Freiwillige aus Tennessee, eine 1 000 Mann starke Miliz aus Georgia sowie etwa 1 400 Creek unter dem Kommando von General William McIntosh, einem Creek-Häuptling, zur Verfügung. Jackson ließ das »Negro Fort« unter dem Namen Fort Gadsden wieder aufbauen und am 31. März 1817 die Seminolensiedlung Tallahassee niederbrennen. Am Folgetag eroberte er die Siedlung Micosukee und ließ auch dort mehr als 300 Häuser zerstören. Entgegen seinem Befehl belagerte und eroberte Jackson auch das spanische Fort San Marcos (St. Marks) und nutzte es in der Folgezeit als Basis für seine weiteren Operationen, zu denen in den darauffolgenden Wochen Angriffe auf mehrere Seminolendörfer und Siedlungen von geflohenen Sklaven entlang des Suwanee und des Econfina River gehörten, die von den Black Seminoles allerdings bereits verlassen worden waren. Nach der Zerstörung der meisten Dörfer erklärte Jackson seinen Auftrag für erfolgreich beendet, entließ die Miliz aus Georgia und die Creek und zog sich mit dem Rest seiner Truppen zunächst nach St. Marks und, nach der Stationierung einer Garnison in diesem Fort, weiter nach Fort Gadsden zurück. Mit der Begründung, dass die Spanier die aufständischen Ureinwohner unterstützten, marschierte Jackson trotz des Protestes des spanischen Gouverneurs von Westflorida nach Pensacola. Die dort stationierte Garnison und der Gouverneur zogen sich daraufhin nach Fort Barrancas zurück und überließen Jackson Pensacola kampflos. Nach mehrtägiger Belagerung übergaben die Spanier Fort Barrancas am 28. Mai an Jackson, der daraufhin Colonel William King als Militärgouverneur von Westflorida einsetzte. Als Reaktion setzte Spanien die zu diesem Zeitpunkt bereits laufenden Verhandlungen über den Verkauf Floridas an die Vereinigten Staaten aus. Um diese diplomatische Krise zu lösen, erhielten die Spanier das Fort St. Marks und Pensacola zurück, wodurch sie zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen bewegt werden konnten. Obwohl Jacksons Vorgehensweise vor allem von Seiten vieler Verantwortlicher in Washington scharf verurteilt wurde, tat dies seiner Popularität keinen Abbruch, und er wurde 1828 zum 7. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. 890 Ralph NoRwood Die Verhandlungen zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten mündeten 1819 im Verkauf der beiden Floridas, der im Jahre 1821 wirksam wurde. Der Verwaltungsaufbau in dem neu erworbenen Gebiet kam allerdings nur sehr schleppend voran. Zu diesem Zeitpunkt lebten geschätzt 22 000 Ureinwohner und 5 000 Black Seminoles in Florida. Diese wurden von den Siedlern als permanente Bedrohung und als Behinderung beim Erwerb neuer Siedlungsgebiete empfunden. Es wurde daher zunächst beschlossen, eine Reservation in Zentralflorida einzurichten. Im September 1823 fanden zu diesem Zweck in Moultrie Creek Unterhandlungen statt, an denen sich etwa 400 Seminolen beteiligten, deren Sprecher Nea-math-la war. Der dort erarbeitete Vertrag sah als wichtigste Punkte vor, dass in Zentralflorida eine Reservation mit einer Fläche von etwa 16 000 km² eingerichtet werden sollte, wobei den Einwohnern ein direkter Zugang zu den Küsten verwehrt blieb. Die Seminolen sollten Unterstützung beim Aufbau ihrer Landwirtschaft erhalten und mussten im Gegenzug zustimmen, dass für die Siedler Straßen durch das Reservationsgebiet gebaut werden durften. Zudem mussten sie sich verpflichten, entlaufene Sklaven an die Behörden zu übergeben. Den Seminolen wurde schon bald klar, dass dieser Vertrag für sie sehr nachteilig war, worauf sie die Umsiedlung verweigerten und auf Nachverhandlungen drangen. Die Regierung stellte ihnen daraufhin unter Androhung militärischer Gewalt ein Ultimatum bis zum 1. Oktober 1824. Zwei Jahre später war ein großer Teil der Seminolen in das Reservationsgebiet umgesiedelt. Da das neue Land nur geringe Erträge abwarf und die Ernten zusätzlich durch eine lange Dürreperiode schlecht ausfielen, kam es innerhalb des Reservationsgebietes zu einer Hungersnot. Gouverneur DuVal forderte daraufhin Hilfe aus Washington an. Statt diese jedoch zu bewilligen, diskutierte man dort längst über den Plan, die Seminolen mittelfristig vollständig in das Indianerterritorium westlich des Mississippi umzusiedeln. Ab 1827 trat eine Phase relativer Ruhe ein, die Siedler bestanden jedoch weiterhin auf einer Umsiedlung der Ureinwohner nach Westen. 1830 wurde der von Präsident Jackson initiierte »Indian Removal Act« vom Kongress verabschiedet, der die Zwangsum- 891aNhaNg • tExtgEschichtE siedlung sämtlicher Ureinwohner auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten in das Indianerterritorium vorsah. In dem im Frühjahr 1832 abgeschlossenen Vertrag von Payne’s Landing verpflichteten sich die Seminolen zum Umzug nach Westen in das Gebiet der Creek unter der Voraussetzung, dass das Land zur Besiedlung geeignet sei. Im Herbst 1832 zogen sieben Häuptlinge, darunter Yaya Hadjo, zur Besichtigung des Gebietes nach Westen. Am 28. März 1833 erklärten sie in einem Dokument das Gebiet für geeignet, widerriefen dies jedoch schon kurze Zeit später, da sie zum einen gar nicht für alle Stämme sprechen könnten und zudem gezwungen worden seien, dieses Dokument zu unterzeichnen. Letzteres wurde auch von Angehörigen der US Army bestätigt. Dennoch ratifizierte der Senat im Jahr 1834 den Vertrag von Payne’s Landing und gab den Seminolen ein Jahr Zeit zur Umsiedlung. Mit deren Abwicklung wurde als Agent der Regierung für Indianerangelegenheiten Wiley Thompson betraut, der sich im Oktober 1834 mit einer Reihe von Häuptlingen in Fort King traf, wo diese ihm mitteilten, dass sie sich weigern würden zu gehen. Thompson forderte daraufhin militärische Unterstützung an, und im März 1835 erhielten die Seminolen ein Ultimatum durch Präsident Jackson. Acht Häuptlinge erklärten sich daraufhin bereit zu gehen, fünf der einflussreichsten weigerten sich jedoch weiterhin. Es kam innerhalb der Seminolen zu Machtkämpfen, in deren Folge Häuptling Osceola den Häuptling Charley Emathla tötete, nachdem dieser sein Versprechen, nicht nach Westen zu gehen, gebrochen und seinen Besitz verkauft hatte. Die Regierung musste nun konstatieren, dass viele Seminolen sich weiterhin der Umsiedlung widersetzten, und bereitete sich demzufolge auf eine militärische Auseinandersetzung vor. Auslöser für den Zweiten Seminolenkrieg waren zwei Ereignisse am 28. Dezember 1835. An diesem Tag befanden sich zwei Kompanien der US Army unter dem Kommando von Major Francis L. Dade auf dem Weg von Fort Brooke nach Fort King und wurden dabei von den Seminolen überfallen. Nur zwei Soldaten des insgesamt 110 Mann starken Kontingentes überlebten den Angriff und konnten verwundet nach Fort Brooke zurückfliehen. Am gleichen Tag wurden der Indianeragent Wiley Thompson und 892 Ralph NoRwood sechs seiner Begleiter von einer Gruppe Seminolen unter der Führung von Osceola ermordet. Die Seminolen setzten wie schon im Ersten Seminolenkrieg auf eine Guerillataktik und attackierten vor allem zivile Ziele wie Siedlungen und einzelne Farmen und Plantagen. Zu diesem Zeitpunkt bestand die US Army nur aus 7 500 Mann regulärer Truppen, die über das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten verteilt waren. Zur Unterstützung Floridas bildeten sich daher große Milizenverbände in den benachbarten Staaten Alabama, Georgia und South Carolina. Das Oberkommando wurde Major General Winfield Scott übertragen, dem für die Kampagne in Florida vom Kongress 620 000 Dollar bewilligt wurden. General Gaines wurde von Scott mit 1 100 Mann nach Fort Brooke beordert. Der Beginn des Feldzuges war jedoch mäßig erfolgreich: Als Gaines in Fort Brooke eintraf, musste er feststellen, dass dort viel zu wenig Vorräte vorhanden waren, weshalb er seine Truppen nach Fort King verlegte, dort jedoch auf das gleiche Problem stieß. Auf dem Rückweg nach Fort Brooke wurde Gaines am Withlacoohee River von den Seminolen eingeschlossen und erst nach mehreren Tagen durch Verstärkung unter General Clinch entsetzt. Scotts Plan, mit insgesamt 5 000 Mann in drei Abteilungen die Seminolen am 25. März in der Mündungsbucht des Withlacoohee in eine Entscheidungsschlacht zu zwingen, schlug fehl. Alle drei Abteilungen erschienen verspätet. Ein Großteil der Seminolen hatten die Dörfer zu diesem Zeitpunkt längst verlassen, und die zurückgebliebenen verwickelten die Amerikaner in kleinere Scharmützel mit nur geringen Verlusten auf beiden Seiten. Mangels Vorräten musste sich Scott unverrichteter Dinge nach Fort Brooke zurückziehen. Im Laufe des Monats April 1836 überfielen die Seminolen zahlreiche militärische und zivile Einrichtungen. Am 23. Juli attackierten sie den Leuchtturm am Kap Florida. Dabei töteten sie den Leuchtturmwärter, verwundeten dessen Gehilfen und brannten den Leuchtturm nieder. Als Folge davon gab die Armee zunächst die beiden Forts Alabama und King auf, im Juli folgten die Aufgaben der Forts Drane und Defiance. General Clinch bat um seine Entlassung, nachdem die Seminolen seine Plantage verwüstet hat- 893aNhaNg • tExtgEschichtE ten. Seuchen und Fieber dezimierten und schwächten die Armee zusätzlich. Daraufhin bewilligte der Kongress zusätzliche 1,5 Millionen Dollar und warb nochmals Freiwillige an. Im Oktober 1836 scheiterte eine weitere Expedition gegen die Bucht am Withlacoohee unter der Leitung des ehemaligen Generals und jetzigen Gouverneurs von Florida, Richard Call, der sich ohne Erfolge vorweisen zu können nach Fort Drane zurückziehen musste. Von dort aus startete er im November einen erneuten Anlauf. Da die Dörfer wiederum verlassen waren, verfolgte Call die Seminolen in die Wahoo-Sümpfe, konnte sie dort aber nicht stellen und musste sich nach Valusia zurückziehen. Aufgrund dieses Misserfolges wurde ihm am 9. Dezember das Kommando entzogen. Den Oberbefehl übernahm nun Major General Thomas Jesup, der die Truppen zunächst nach Fort Brooke zurückbrachte. Die Milizen wurden aufgelöst und die Freiwilligen kehrten nach Hause zurück. Jesup entschloss sich zu einer grundsätzlichen Änderung der Taktik. Er suchte nicht mehr die Entscheidungsschlacht, sondern setzte darauf, die Seminolen durch ständige Truppenverlegungen und Suchaktionen in Bewegung zu halten und dadurch zu ermüden. Hierfür brauchte er eine große Anzahl von Männern, weshalb die Truppen auf insgesamt 9 000 Mann aufgestockt wurden, davon waren mehr als die Hälfte Milizen. Zudem suchte er sich Unterstützung durch die Navy. Diese führte nun an der Küste Patrouillen durch und wurde zudem mit dem Transport der Vorräte entlang der Küsten und über die Flüsse betraut. Marineinfanteristen und Matrosen wurden als Verstärkung in die unterbemannten Forts verlegt. Jesups Vorgehensweise zeigte zuächst Wirkung. Ende Februar 1837 unterzeichneten einige Häuptlinge eine Kapitulation und erklärten sich zur Umsiedlung in das Indianerterritorium bereit. Im Gegenzug wurde ihnen zugesagt, dass sie ihren gesamten Besitz einschließlich ihrer Sklaven mitnehmen dürften. Anfang Juni befanden sich daher etwa 700 Seminolen in einem Lager bei Fort Brooke und warteten dort auf ihren Transport nach Westen. Dieses Lager wurde von einer 200 starken Truppe unter der Führung von Osceola und Ar-pi-uck-i (Sam Jones) überfallen, welche die aus ihrer Sicht befreiten Seminolen mit sich wegführten. Damit trat der Krieg in eine neue Phase. 894 Ralph NoRwood Weder Jesup noch der Kongress waren auf einen längeren Krieg eingestellt. Die Freiwilligen waren zwischendurch wieder entlassen worden, und der Kongress musste weitere 1,6 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. In den Folgemonaten wurden mehrere Häuptlinge trotz der Zusicherung freien Geleites bei Verhandlungen gefangen genommen, darunter der unter den Seminolen hoch angesehene und einflussreiche Osceola, der wenige Monate nach seiner Verhaftung im Gefängnis starb. General Jesup änderte erneut seine Taktik. Mit mehreren größeren Abteilungen verfolgte er das Ziel, die Seminolen von Norden nach Süden über die Halbinsel Florida zu treiben, wodurch es ihm gelang, diese mehrmals in größere Gefechte zu verwickeln. Ende Dezember 1837 führte Colonel Zachary Taylor seine 800 Mann starke Einheit gegen etwa 400 Seminolen in die Schlacht am Lake Okeechobee. Taylors Truppen erlitten zwar hohe Verluste, es gelang ihm aber, die Seminolen zum Rückzug zu zwingen. Ein weiteres Gefecht am 15. Januar 1838 am Loxahatchee River fügte den US-Truppen zwar wiederum hohe Verluste zu, aber auch hier gelang es ihnen schließlich, die Seminolen zum Rückzug zu treiben. Da sich die Ureinwohner zu diesem Zeitpunkt zunehmend in der Defensive befanden, unterbreiteten die beiden Häuptlinge Tuskegee und Halleck Hadjo Jesup im Februar 1838 einen Friedensvorschlag, der den Seminolen das Recht einräumen sollte, südlich des Lake Okeechobee zu siedeln. Da Jesup eine Weiterführung der verlustreichen und kostspieligen Kampagne vemeiden wollte, war er bereit, auf dieses Angebot einzugehen, was jedoch aus Washington abgelehnt wurde. Jesup ließ daraufhin die 500 Seminolen, die in gutem Glauben auf eine friedliche Einigung in der Nähe der Armee lagerten, festsetzen, und legte danach sein Kommando nieder. Dieses übernahm der inzwischen zum General beförderte Zachary Taylor. Da Taylor nur noch etwa 2 300 Mann zur Verfügung standen, legte er sein Hauptaugenmerk darauf, die Seminolen aus dem nördlichen Florida fernzuhalten. Zu diesem Zweck ließ er bis zum Frühjahr 1839 insgesamt 53 neue Wachtposten quer über die Halbinsel errichten und diese durch fast 1 400 Kilometer neu angelegte Straßen verbinden, um eine dichte Patrouillenlinie gewährleisten zu können. Gegenüberliegende Seite (von links oben im Uhrzeigersinn:) Andrew Jackson – Winfield Scott – Zachary Taylor – Alexander Macomb 896 Ralph NoRwood Aufgrund der stetig steigenden Kosten und des geringen Erfolges ließ die Unterstützung für den Krieg in Florida innerhalb der Bevölkerung, aber auch bei den Verantwortlichen in Washington zunehmend nach. Martin Van Buren (1782-1862), seit 1837 der 8. Präsident der Vereinigten Staaten, bemühte sich daher um eine friedliche Einigung mit den Seminolen. Aufgrund der bisherigen schlechten Erfahrungen zögerten diese zunächst, doch schließlich sandte Häuptling Ar-pi-uck-i seinen designierten Nachfolger Chitto Tustenuggee zu General Alexander Macomb, dem Kommandierenden General der US-Streitkräfte, der von Van Buren mit den Verhandlungen beauftragt worden war. Gegen die Garantie einer Reservation im südlichen Florida erklärten sich die Seminolen am 19. Mai 1839 bereit, die Kampfhandlungen einzustellen. Der Frieden schien zunächst zu halten, aber am 23. Juli überfielen etwa 150 Ureinwohner einen von der Armee geschützten zivilen Handelsposten und töteten den Großteil der Besatzung. Da zunächst nicht ermittelt werden konnte, welcher Stamm für das Massaker verantwortlich gewesen war, versprach Ar-pi-uck-i, die Schuldigen innerhalb von 33 Tagen an die Armee auszuliefern. Nach einer weiteren Attacke, bei der zwei Armeeoffiziere getötet worden waren, flammte der Krieg erneut auf und die Seminolen griffen auch wieder Ziele im Norden von Florida an. Im Mai 1840 übernahm General Armistead das Oberkommando in Florida von Zachary Taylor. Er änderte die Vorgehensweise der Armee erneut und setzte auf eine Taktik des »search and destroy« (»Suchen und Zerstören«): Durch Wegführen ihrer Tiere und Vernichtung ihrer Ernten sollte den Seminolen die Lebensgrundlage entzogen werden. Zugleich wurden die Truppen deutlich verstärkt und besonders für die Kriegsführung in Sümpfen und in Urwäldern ausgebildet. Zudem verstärkte die Navy ihre Präsenz auf den Flüssen und in den Everglades. Ab dem Herbst 1840 stellte die Regierung in Washington, frustriert von den dauerhaften militärischen Misserfolgen, 55 000 Dollar zur Verfügung, um die Seminolen durch Geldgeschenke zur Umsiedlung in den Westen zu bewegen. Jeder Häuptling sollte 5 000, jeder Unterhäuptling 200 und jeder einfache Krieger 30 Dollar sowie ein Gewehr erhalten. Damit ließen sich einige der Stämme zur Gegenüberliegende Seite (von links oben im Uhrzeigersinn:) Nea-math-la – Micanopy – Osceola – Billy Bowlegs 898 Ralph NoRwood Umsiedlung bewegen, und im Frühjahr 1841 befanden sich noch etwa 300 Seminolenkrieger in Florida. In diesem Jahr wechselte das Kommando über die Truppen erneut: General Armistead wurde von Colonel William Jenkins Worth abgelöst. Dieser setzte die Taktik des »search and destroy« fort, und bis zum Frühjahr 1842 ergab sich ein Großteil der Seminolen, deren Häuptlingen weiterhin hohe Summen gezahlt wurden, wenn es ihnen gelang, ihre Stämme zur Umsiedlung zu bewegen. Die Anzahl der Seminolen sank dadurch auf insgesamt etwa 300 (einschließlich Frauen und Kindern), so dass es ihnen aufgrund dieser geringen Zahl zunehmend leichter fiel, sich in den schwer zugänglichen Sumpfgebieten verborgen zu halten. Bis zum November 1843 waren die in Florida verbliebenen Seminolen in eine Reservation im Südwesten der Halbinsel umgesiedelt. Bereits ein Jahr zuvor hatte der Kongress den »Armed Occupation Act« verabschiedet, der Siedlern kostenfrei bis zu 160 acres (64 ha) Land zur Verfügung stellte, wenn sie sich in der Lage sahen, dieses Land eigenständig zu kultivieren und zu verteidigen. In den Jahren 1842 und 1843 wurden insgesamt 1317 solcher »Grants« mit einer Gesamtfläche von 853 km² bewilligt. 1845 wurde um die Resevation eine 30 Kilometer breite Pufferzone errichtet, in der kein weißer Siedler Land erwerben durfte. Die Zahl der Todesopfer auf Seiten der Ureinwohner im Zweiten Seminolenkrieg ist unter Historikern umstritten. Knapp 4 000 wurden in das Indianerterritorium umgesiedelt. Auf Seiten der US- Streitkräfte belief sich die Zahl auf etwa 1 500, wobei der größte Teil nicht im Rahmen von Kampfhandlungen, sondern durch Krankheit und Seuchen ums Leben gekommen war. Basierend auf einer Schätzung aus dem Jahr 1847 waren die beiden größten in Florida verbliebenen Seminolengruppen die von Billy Bowlegs, der etwa 70 Krieger unter seiner Führung versammelt hatte, und die etwa 30 Krieger starke Gruppe unter Ar-piuck-i. Insgesamt ging man von etwa 120 Kriegern, 100 Frauen und 140 Kindern aus. Obwohl diese geringe Anzahl bis auf vereinzelte Attacken auf weiße Ansiedler in den Folgejahren in ihrer Reservation verblieb, drängten die Siedler und die Regierung von Florida weiterhin auf eine vollständige Vertreibung. Durch Geldzahlungen 899aNhaNg • tExtgEschichtE gelang es zwar bis 1852, weitere 90 Ureinwohner zur Umsiedlung zu bewegen, die Verbliebenen jedoch, insbesondere Billy Bowlegs und seine Gruppe, wollten Florida keinesfalls verlassen. Daher nahmen die Spannungen nach einigen Jahren wieder zu und führten letztlich zum Dritten Seminolenkrieg (1855-1858). Die Seminolen waren zunächst uneins über ihr weiteres Vorgehen. Während Ar-pi-uck-i sich für eine Fortführung des Guerillakrieges aussprach, war Chipco, ein weiterer einflussreicher Häuptling, strikt dagegen. Ende Dezember 1855 überfiel eine von Billy Bowlegs angeführte Gruppe von Seminolen einen Versorgungstransport aus Fort Myers und tötete dabei vier der Soldaten, die den Zug als Bedeckung begleiteten. Daraufhin stellte man erneut Milizen auf, die vor allem zur Patrouille und zum Schutz der Ansiedlungen eingesetzt werden sollten. Aufgrund der schlechten Ausrüstung und der mangelnden Disziplin der Milizen hatte dieses Vorgehen jedoch wenig Erfolg. Im Laufe des Jahres 1856 kam es zu zahlreichen weiteren Überfällen, worauf die Unzufriedenheit mit den Milizionären in der Bevölkerung stetig wuchs. Man versuchte daraufhin, die Seminolen durch ein neues System von Forts und Patrouillen in die Sümpfe im südlichen Florida zu treiben mit dem Ziel, ihnen dort in der Regenzeit die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Zugleich sandte man verstärkt Bootspatrouillen in die Sümpfe, die vor allem Frauen und Kinder der Seminolen dort aufgriffen, während die Krieger sich leicht in den Sümpfen verbergen konnten. Ab dem Herbst 1857 zerstörten die jetzt wieder durch Milizen verstärkten Truppen mehrere Dörfer und Kornfelder der Seminolen. Im darauffolgenden Frühjahr kam erneut eine Abordnung aus dem Indianerterritorium nach Florida. Da die Seminolen im Westen im Jahr zuvor Ihre eigene Reservation – getrennt von den Creek – erhalten hatten und ihnen zudem weitere Geldzahlungen zugesichert wurden, gingen im Mai 1858 weitere 163 Ureinwohner nach Westen, darunter auch Billy Bowlegs mit seiner Abteilung, und im Februar des Folgejahres wurden weitere 75 Seminolen von Florida aus in das Indianerterritorium gebracht. Von den größeren Gruppen verblieben lediglich die Abteilungen von Ar-pi-uck-i und Chipco in Florida und zogen sich dort in die Isolation zurück. 900 Ralph NoRwood Anders als in seinen im Südwesten des Kontinents spielenden Romanen, in denen er den Texanischen Unabhängigkeitskrieg (Saat und Ernte → AW-MA X) oder den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (In Mexico → AW-MA IX) als zeitgeschichtliches Panorama für die Handlung nutzte, und in denen er sich recht genau an die tatsächlichen historischen Abläufe hielt, nutzte Strubberg in Ralph Norwood lediglich steinbruchartig einzelne Episoden aus den Seminolenkriegen, um sie geschickt mit der Handlung zu verflechten: Exemplarisch genannt seien hier die Schlussszene, die in dramatisch überhöhter Form die Ermordung des Indianeragenten Wiley Thompson aufgreift, und der Überfall auf den Leuchtturm am Ende des zweiten Bandes. Gleiches gilt für die handelnden Personen: So ist Tallihadjo ersichtlich ein Amalgam aus mehreren der im vorstehenden Abriss erwähnten Häuptlinge wie Osceola, Ar-piuck-i und Billy Bowlegs. —————————— 1824 hatten der Kongress und Präsident James Monroe (1758- 1831, 5. Präsident der Vereinigten Staaten 1817-1825) den von der amerikanischen Bevölkerung als eine der zentralen Persönlichkeiten des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges verehrten Marquis de Lafayette (1757-1834) zu einem ausgedehnten Besuch in die Vereinigten Staaten eingeladen. Lafayette verließ Frankreich am 13. Juli an Bord eines französischen Kauffahrers, da er das Angebot, die Reise auf einem amerikanischen Kriegsschiff zu machen, als »undemokratisch« abgelehnt hatte. Er erreichte New York am 15. August und wurde mit einer großen Parade willkommen gehei- ßen. In den folgenden Monaten besuchte Lafayette alle der damaligen 24 Bundesstaaten und wurde überall mit großem Jubel und hohen Ehrungen empfangen. Seine Rückreise nach Frankreich trat er erst über ein Jahr später, am 7. September 1825, an Bord einer ihm zu Ehren von »Susquehannah« in »Brandywine« umbenannten Fregatte der US Navy an. Viele der von Strubberg in seine Romanhandlung eingeflochtenen Details dieser Reise sind historisch korrekt, so die Ankunft im August in Castle Garden (484,27), die grundsätzliche Zweiteilung 901aNhaNg • tExtgEschichtE der Reise in den Norden und in den Süden (489,26) (mit einem längeren Aufenthalt in Washington D. C. während der Wintermonate) sowie die Landschenkung (489,30), mit der ihm ein großer Grant bei Tallahassee in Florida übereignet worden war. Der von Strubberg aus dramaturgischen Gründen an den Anfang der Reise verlegte Besuch der Stadt Baltimore fand erst am 19. Januar 1825 statt, und Washington besuchte er erstmals Mitte Oktober 1824. Die von Strubberg als weitere Ehrung vor der Abreise genannte Verleihung der amerikanischen Staatsbürgerschaft ist allerdings nicht korrekt: Diese hatte Lafayette bereits 1789 mit der Verabschiedung der neuen Verfassung erhalten, da ihm mehrere Bundesstaaten bereits zuvor das Bürgerrecht verliehen hatten und er somit durch die neue Verfassung automatisch auch die Staatsbürgerschaft der gesamten Vereinigten Staaten erworben hatte. Im chronologischen Verlauf der historisch verbürgten Ereignisse ist die Einbindung der Lafayette-Episode innerhalb der Romans deplatziert, denn die Handlung setzt etwa Mitte der 20er Jahre ein (vgl. 49,21: »1821, wenige Jahre früher, als unsere Erzählung begann«) und ist somit an dieser Stelle bereits bis in die zweite Hälfte der 1830er Jahre vorangeschritten: Als weiterer Ankerpunkt kann hierfür der in Kapitel 21 geschilderte Überfall auf den Leuchtturm von Kap Florida am 23. Juli 1836 dienen. Zueignung Der Roman ist dem Freund und Gönner Werner Friedrich Julius Stephan Freiherr Spiegel zum Desenberg gewidmet. Spiegel entstammte einem ursprünglich aus dem Fürstbistum Paderborn stammenden Adelsgeschlecht, das sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, und wurde am 30. Januar 1802 in Kassel geboren. Wann Strubberg ihn kennengelernt hatte, ist nicht bekannt. Möglicherweise kannte er ihn schon aus seiner Kinder- und Jugendzeit, denn Strubberg wurde vier Jahre nach Spiegel ebenfalls in Kassel als Sohn eines zu diesem Zeitpunkt noch wohlhabenden Tabaksfabrikanten geboren. Strubberg verkehrte wie auch Spiegel in den gehobenen Gesellschaftskreisen und könnte somit auch mit der Familie der Spiegel in Kontakt gekommen sein. 902 Ralph NoRwood Spiegel studierte ab 1820 im 90 Kilometer südlich von Kassel gelegenen Marburg. 1821 übernahm er die nach ihrem Entdecker, dem Kanzleibeamten Köhler, so genannte »Köhlersruhe«, einen Aussichtsplatz auf den Lahnbergen mit Blick in das Lahntal auf die historische Altstadt von Marburg mit der Elisabethkirche und dem Landgrafenschloss. Er ließ den Platz mit einem Musikpavillon und einem Bierkeller ausbauen und machte ihn damit zu einem populären Ausflugsziel. Die Bürger der Stadt nannten den Platz daher schon bald »Spiegelslust« – der Name ist bei den Einheimischen bis heute gebräuchlich. Nach Spiegels Weggang aus Marburg übergab er das Gelände der Stadt, die in den 1860er Jahren eine bis heute bestehende Waldgaststätte errichten ließ. Zwischen 1887 und 1890 wurde zudem ein im historistischen Stil gehaltener Aussichtsturm errichtet, der zwar zu Ehren des damaligen Kaisers Wilhelm II. offiziell »Kaiser-Wilhelm-Turm« heißt, jedoch ― analog zur volkstümlichen Namensgebung für den Aussichtsplatz – unter dem Namen »Spiegelslustturm« firmiert. Das von Strubberg erwähnte Schloss Seggerde war ein ehemaliges Rittergut der Spiegel, das Werner Friedrich Anfang der 1830er Jahre bezog und in den Jahren 1834-38 umfangreich ausund umbauen ließ. Gleichzeitig ließ er den Schlosspark erweitern und machte ihn für die Öffentlichkeit zugänglich. Spiegel war ein Kunstmäzen, der unter anderem den 1828 gegründeten Halberstädter Kunstverein finanziell unterstützte und den Ausbau der Sammlungen förderte. Ob Strubberg von diesem Gönner ebenfalls finanziell oder nur ideell unterstützt wurde, lässt sich aufgrund fehlender Quellen heute nicht mehr feststellen. Spiegels Unterstützung für ihn scheint jedoch außergewöhnlich gewesen zu sein, denn eine solch umfangreiche und enthusiastische Danksagung findet sich in keinem anderen seiner Werke. Wie schon mehrfach zuvor gab Strubberg mit dieser Widmung dem Roman den Anschein, dessen Handlung beruhe auf persönlichen Erlebnissen, obwohl er sich – wenn überhaupt – zumindest nie über einen längeren Zeitraum in Florida aufgehalten hat. Panoramablick von Spiegelslust auf die Stadt Marburg: Rechts die Elisabethkirche, links die Pfarrkirche und das Landgrafenschloss Schloss Seggerde 904 Ralph NoRwood Wirkung Mit seinen 1858 und 1859 in rascher Folge erschienenen ersten fünf Werken hatte sich Strubberg in den Zeitschriften, die regelmäßig neu publizierte belletristische Romane besprachen, einen Namen gemacht, und auch Ralph Norwood wurde folgerichtig mehrfach besprochen. Neben einer wohlwollenden Kurzrezension in der in Triest erschienenen Zeitschrift »Illustrirtes Familienbuch zur Unterhaltung & Belehrung häuslicher Kreise« widmeten sich mit den von Brockhaus herausgegebenen »Blättern für literarische Unterhaltung« und der »Novellen-Zeitung« zwei der wichtigsten Journale dem Roman mit ausführlichen Rezensionen. Das Werk wurde in den »Blättern« insbesondere wegen seiner Darstellung der – nach Meinung des Rezensenten – realistisch geschilderten und von ihm als äußerst negativ bewerteten politischen und juristischen Zustände in den Vereinigten Staaten sehr positiv besprochen. Im Gegensatz dazu streifte Otto Banck in der im Rahmen seiner Rubrik »Literarische Briefe« veröffentlichten Besprechung in der »Novellen-Zeitung« den Inhalt des Romans nur beiläufig. Er widmete sich stattdessen stärker den formalen Aspekten und bemängelte insbesondere eine seiner Meinung nach durch Episodenhaftigkeit und Weitschweifigkeit bedingte misslungene Gesamtkomposition des Werkes. Das »Familienbuch« empfahl den Roman, bei dem für Unterhaltung [...] gesorgt sei und in dem der Verfasser ein weiteres Mal mit außerordentlicher Fruchtbarkeit seine Amerikanischen Erinnerungen zu ethnographischen Schilderungen und Romanen ausbeute. Einschränkend wurde angemerkt, dass diese sich durch den Reichthum an Handlung mehr, als durch Fleiß und künstlerisches Bewußtsein bei der Ausarbeitung auszeichneten, und insbesondere hätten seine letzten Veröffentlichungen den Fehler, viel zu sehr auf die bloße crasse Spannung des Lesers und den Effect zu speculiren. Der Rezensent der »Blätter« nutzte die Besprechung des Romans zu einer politischen Stellungnahme und eröffnete seine umfangreiche Abhandlung mit einer allgemeinen Betrachtung der damals tagesaktuellen Zustände in den Vereinigten Staaten zu Beginn des Bürgerkrieges. Er kam zu dem Schluss, dass im Zuge dieses Bruderkampfes die demokratische, republikanische Staatsordnung kei- 905aNhaNg • wiRKuNg nen Bestand haben werde und die Macht der Massen schließlich der Macht der Autorität weichen müsse, dies sei unausbleiblich und der Wille der Weltregierung. Armands Buch komme daher zum genau richtigen Zeitpunkt, denn es belehre den Leser über die Unhaltbarkeit der oft so thöricht bewunderten amerikanischen Zustände aufs vollständigste. Der titelgebende Antiheld des Romans, ein Unmensch, der jedem Gesetz der Menschlichkeit Hohn spreche, stand für den Rezensenten exemplarisch für den typischen Amerikaner, für den der ausgeprägteste Egoismus das herrschende Princip sei. Aufgabe dieser anziehenden Erzählung sei es, den Leser in diese Zustände einzuführen und sie ihm verständlich, begreiflich zu machen, auch wenn dies kaum eine erfreuliche, am wenigsten aber eine genußreiche Lectüre sei. Aber es sei ja nicht des Malers Schuld, wenn dies Bild eine Zerrüttung und eine Trostlosigkeit darbiete, vor der unser Gemüth zurückbebt. Als besonders gelungen wurden zudem die ausführlichen Naturbeschreibungen, insbesondere die der Reiseepisode an die Niagarafälle, hervorgehoben. Der Rezensent kam zu dem Schluss, dass alle bisherigen Arbeiten Armands aus der Fülle gesunder Naturkraft hervorgegangen seien und uns mit dem frischen Hauche der Ursprünglichkeit und der Natur anwehten. Ermüdungserscheinungen des Autors aufgrund der schnellen Folge seiner bisherigen Veröffentlichungen konnte der Rezensent nicht feststellen, im Gegenteil habe den Verfasser das Schreiben dieser so umfang- und überreichen Erzählung nicht die geringste Mühe gekostet, und er hätte noch weit mehr [...] bringen können. Abschließend wurde der Roman, obwohl er etwas zu reichlich mit Scenen der Verworfenheit und Auftritten voll Graus unterhalte, als ebenso fesselnd wie seine vielgelesenen Vorgänger bezeichnet, und die Besprechung schloss mit der Vermutung, der Bruderkampf des Südens und des Nordens werde dem Autor zukünftig ein neues und unabsehbares Feld von Themen für weitere Bücher liefern. Und der Rezensent sollte recht behalten: Mit In Süd-Carolina und auf dem Schlachtfelde von Langensalza (→ AW-MA XIII) legte Strubberg 1869 tatsächlich einen Roman vor, dessen Handlung vor dem Hintergrund des amerikanischen Bürgerkrieges spielt. Im genauen Gegensatz zum Rezensenten der »Blätter« meinte Otto Banck in seiner Besprechung des Romans in der »Novellen-Zeitung« die Eigenschaft einer erschlaffenden, abwärtsführenden Vielschreiberei erkennen zu können, die Strubberg mit vielen Ro- 906 Ralph NoRwood manschriftstellern teile. Bei diesen verwandle sich Production in Reproduction, und trotz der größeren stofflichen Reichhaltigkeit finde diese Regel auch auf Strubbergs Romane Anwendung. Banck lobte einleitend noch ausdrücklich das Vorgängerwerk An der Indianergrenze (→ AW-MA IV), bemängelte jedoch an Strubbergs Romanen allgemein die stark romantisierende Darstellung der amerikanischen Ureinwohner, wobei er Ralph Norwood hier ausdrücklich ausnahm, denn dieses philantropischen Fehlers habe sich der Autor diesmal weitgehend enthalten, stattdessen zeichne er deutlich realistischer deren Kämpfe [...] um ihre Existenz und Bodengerechtsame. In einem kurzen Exkurs wünscht sich der Rezensent statt der stereotypen Schilderung von poetischen Lebensgewohnheiten [...], die niemals existirt haben, eine wahrheitsgetreue Beschreibung vom Statusquo, von der gegenwärtigen Beschaffenheit, social-politischen Stellung und der Anzahl und Wesenheit der noch vorhandenen Indianerstämme im Rahmen einer historischen Darstellung, die durchaus in den poetischen Kunstrahmen eines Romans eingefügt werden dürfte. Strubberg erschien ihm hierfür als ein geeigneter Verfasser, da man tüchtige Kenntnisse und Vorstudien bei ihm voraussetzen könne und ihm zudem ansprechende Darstellung, Erfindungskraft und Menschenkenntniß im Allgemeinen zu Gebote stünden. Im Anschluss daran kam Banck wieder auf den Roman zu sprechen und bemängelte aus schuldiger Theilnahme für alles Talentvolle Strubbergs eine unschöne Verwirrung der Composition, eine episodenhafte Breitschweifigkeit, eine unmotivierte Charakterzeichnung und eine geschmacklose, leichtgewogene Darstellung. Eine kürzere, dreibändige Ausführung mit einem einfachern, concisern Entwurf hätte ein sehr willkommenes Gemälde geben können. Der Rezensent empfahl Strubberg daher, sich für seinen nächsten Roman mindestens doppelt soviel Zeit zu nehmen und an dessen Ausarbeitung gehörig zu feilen. 907aNhaNg • tExtgEstalt Textgestalt Überlieferung Das Manuskript ist nicht erhalten, so dass die in fünf Kleinoktavbänden erschienene Bucherstausgabe von 1860 (B) die älteste überlieferte Textstufe darstellt und für die vorliegende Ausgabe als Druckvorlage gedient hat. BI Ralph Norwood. Von Armand. Erster Band. Hannover: Carl Rümpler. 1860. XII, 293 S. 8°. Enthält Kapitel 1-11. Erschienen Ende November 1860 (Erstnennung im »Börsenblatt für den deutschen Buchhandel«: 30.11.1860). BII Ralph Norwood. Von Armand. Zweiter Band. Hannover: Carl Rümpler. 1860. VI, 289 S. 8°. Enthält Kapitel 12-21. Erschienen Ende November 1860 (Erstnennung im »Börsenblatt für den deutschen Buchhandel«: 30.11.1860). BIII Ralph Norwood. Von Armand. Dritter Band. Hannover: Carl Rümpler. 1860. VI, 288 S. 8°. Enthält Kapitel 22-31. Erschienen Ende November 1860 (Erstnennung im »Börsenblatt für den deutschen Buchhandel«: 30.11.1860). BIV Ralph Norwood. Von Armand. Vierter Band. Hannover: Carl Rümpler. 1860. VI, 289 S. 8°. Enthält Kapitel 32-40. Erschienen Ende November 1860 (Erstnennung im »Börsenblatt für den deutschen Buchhandel«: 30.11.1860). BV Ralph Norwood. Von Armand. Fünfter Band. Hannover: Carl Rümpler. 1860. VI, 243 S. 8°. Enthält Kapitel 41-48. Erschienen Ende November 1860 (Erstnennung im »Börsenblatt für den deutschen Buchhandel«: 30.11.1860). Alle weiteren Ausgaben sind posthum erschienen, stark gekürzt und bearbeitet und mithin philologisch bedeutungslos. Umseitig: Titelblatt von Band II in Originalgröße: (11,3 cm x 18,5 cm) (Quelle: Privatsammlung des Herausgebers) 909aNhaNg • tExtgEstalt Zur Texteinrichtung des vorliegenden Bandes Über die Manuskriptnähe der B-Drucke lassen sich nur bedingt Aussagen treffen. Für die Zeit nicht unüblich sind unterschiedliche Schreibweisen, insbesondere das Nebeneinander von veraltenden und modernen Schreibungen (Capitain – Kapitain, Abendbrod – Abendbrot, hieher – hierher, Officier – Offizier, Secretair – Secretär, Advocat – Advokat, December – Dezember, colossal – kolossal u. w. m.); diese können auch autorverursacht sein und weisen nicht zwingend auf einen fehlerhaften Satz hin. Als für Strubberg besonders kennzeichnend seien die Schreibungen Mittagsessen, eilf und wieder (statt »wider«) genannt. Für ein insgesamt gut lesbares Manuskript und einen sorgfältigen Satz sprechen die nur in Einzelfällen auftretenden Abweichungen und Verlesungen bei Fremdwörten und fremdsprachigen Eigennamen (New-York - Newyork, bureau - büreau). Wie auch die vorgenannten Abweichungen können diese durchaus bereits durch das Manuskript bewirkt sein. Auffallend ist die jeweils konsequente Schreibung von Co. in lateinischen Lettern in den Kapiteln 15 und 17 (gemäß den Editionsrichtlinien in der vorliegenden Ausgabe kursiv) und in Fraktur im Kapitel 16. Dies lässt vermuten, dass der Satz von mindestens zwei Setzern vorgenommen wurde. Nach Fertigstellung des Satzes wurde eine Endkorrektur durchgeführt und in vier der fünf Bände eine kurze Corrigenda eingefügt (in den Bänden I und V am Bandende auf der letzten Textseite, in den Bänden II und IV am Bandanfang unterhalb des Inhaltsverzeichnisses). Ob diese Endkorrektur durch den Autor selbst vorgenommen wurde, lässt sich nicht zweifelsfrei ermitteln, da die Änderungen jedoch mehrfach die Schreibung fremdsprachiger Eigennamen betreffen, liegt diese Vermutung nahe und wird gestützt durch den Umstand, dass die ausführende Druckerei Trömner & Dietrich in Strubbergs Heimatstadt Kassel angesiedelt war. Ebenfalls angenommen werden kann, dass diese Endkorrektur nur stichprobenartig erfolgte, da die vorerwähnten Korrekturen bei den fremdsprachigen Eigennamen nicht konsequent durchgeführt wurden (fehlerhaft blieben 56,10; 99,35; 177,5; 182,22; 364,36; 512,23 und 593,14) und der Fehlerbestand insgesamt relativ hoch ist. Die Kommasetzung bei wörtlicher Rede mit nachfolgendem Redebegleitsatz folgt keinem erkennbaren Muster: 910 Ralph NoRwood bei ca. 58% des Textbestandes steht das Komma vor, bei den restlichen 42% nach dem Anführungszeichen. Auffällig ist das häufige Fehlen dieser Kommata ab 443,27; gleiches gilt für die erst ab diesem Textbereich vermehrt auftretende fehlerhafte Setzung von teilweise überflüssigen, teilweise fehlenden Anführungszeichen. Die als kurze Inhaltsangaben dienenden Unterüberschriften dürften bereits im Manuskript vorhanden gewesen sein, denn sie sind für Strubberg typisch und finden sich in den meisten seiner umfangreicheren Werke. Die vorliegende Ausgabe gibt den Text der Druckvorlagen zeichengetreu wieder. Unterschiedliche Schreibungen (z. B. New- York neben Newyork, Abendbrot neben Abendbrod, Brandewyne neben Brandywine, Ocklockny neben Ocklockney, Jakson neben recte Jackson) blieben gemäß den Editionsrichtlinien unangetastet, gleiches gilt für offensichtlich falsche Schreibungen, sofern diese einheitlich bleiben (Apalaehicola, Okefinokee). Ein Zweifelsfall war die durchgehende Schreibung des Schiffsnamens Potomae in der Druckvorlage (152,11 passim, vgl. auch den Stellenkommentar). Da Strubberg sich mehrere Jahre an der Ostküste der Vereinigten Staaten aufgehalten hatte und ihm die richtige Schreibweise dieses Flusses, nach welchem das Schiff benannt ist, zweifellos bekannt war, dürfte im Manuskript mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit »Potomac« gestanden haben. Es ist hier von einer Verlesung durch den Setzer auszugehen, weswegen durchgehend berichtigt werden durfte. Darüber hinaus wurde neben der stillschweigenden Korrektur offensichtlicher Druckfehler an den folgenden Stellen aus dem Kontext heraus korrigierend in den Text der Druckvorlage eingegriffen (Änderungen und Ergänzungen des ursprünglichen Zeichenbestandes sind kursiv hervorgehoben): 37,14 nach. – > nach. Analog 56,21; 59,24; 66,15; 95,35; 188,3; 205,33; 236,5; 295,17; 320,17; 561,17 38,22 ja, > ja 56,10 Talahasee > Tallahasse 60,23 die > der 65,17 Garret > Garrett 81,14 aufsteigt. > aufsteigt.« 93,28 machte > machten 911aNhaNg • tExtgEstalt 99,35 Tomorrho’s > Tomorho’s 131,25 auszusetzen, > auszusetzen. 142,27 ab. > ab.« 143,30 gefiel. > gefiel? 152,11 Potomae > Potomac, ebenso 152,31; 153,7; 153,21; 156,30, 157,3; 158,20; 159,6, 159,32; 160,3; 160,17 160,32 Corridor, > Corridor 165,30 andere > anderen 177,5 Picagune > Picayune, ebenso 177,7 182,Ü Küstenhändler > Küstenhändler. 182,22 Garrets > Garretts 223,16 gutem > guten 237,34 Nach > »Nach 240,1 Europäischen > europäischen 259,31 wird?« > wird? 263,30 Unterschriften > Unterschrift 273,Ü Erklärung. > Erklärung. – 285,32-33 ein anderer > einen anderen 294,20 sollte > sollten 296,3 Worte > Worten 323,27 lauft > läuft 336,1 man > »man 344,1 Wir > »Wir 364,36 Hamathlan > Homathlan 380,14 gerathen. > gerathen.« 400,13 keinen > kleinen 423,11 denselben > desselben 443,15 erkannt: > erkannt. 443,27 lassen« > lassen«, 453,21 die > »die 455,9 wollen. > wollen.« 457,5 Weile > Weile, 457,11 ist« > ist«, 457,15 hatte > hatte, 458,16 Bursche« > Bursche«, 458,31 Jetzt > »Jetzt sein« > sein«, 912 Ralph NoRwood 459,11 Auswandern > Auswanderern 466,33 »Sage > Sage 491,4 unerfüllte > unerfüllten 495,21 Stimme > Stimme, 495,33 Sinne, > Sinne 511,23-24 Schweigen > Schweigen, 512,23 Osmakohe’s > Osmakohee’s 520,28 Eloisen > Eloisen, 526,16 mir« > mir«, 527,23 Niemanden > Niemandem 528,24 Pause. > Pause: 528,29-30 Erstaunens > Erstaunens, 540,2 sein.« > sein. 540,3 »Jetzt > Jetzt 550,24 Futtern > Füttern 567,30 ihr sich > sich ihr 582,13 kopften > klopften 586,34 würde?« > würde 587,22 willkommen > willkommen« 587,27 setze > »setze 587,28 müssen. > müssen.« 593,10 Planen > Plänen 593,14 Tallihassee > Tallahassee 601,29 Lacoste > »Lacoste 601,30 träfe > träfe« 603,14 mich, > mich 611,33-34 General > General« 613,27 mit« > mit«, 614,1 kein sichererer > keinen sichereren 615,19 bewohnt? > bewohnt?« 617,23 Botschaft? > Botschaft?« 618,22 haben. > haben.« 627,25 Abtey. > Abtey.« 627,33 Irving > Irving« 627,34 wie > »wie 663,4 führen« > führen«, 666,14 West,« > West«, 913aNhaNg • tExtgEstalt 682,8 den > der 694,33 haben > »haben 694,37 mißhandelt. > mißhandelt.« 704,7 war > war« 708,15 aufrichtete. > aufrichtete: 748,34 Ueberwindung. > Ueberwindung: 752,30 vorüber; > vorüber, 755,27 nicht!« > nicht! 759,8 entgegnete, Farland > entgegnete Farland, 774,6 Swartons > Swarton 776,9 Jemanden > Jemandem 776,10 Niemanden > Niemandem 780,36 Plane > Pläne 788,23 Auge: > Auge. 790,37 mußte > wußte 822,8 Ralph > »Ralph 823,13 vor > vor« 831,9 hochst > höchst 834,31 haben > haben« 914 Ralph NoRwood Stellenkommentar Abkürzungen: Anm.: Anmerkung dt.: deutsch engl.: englisch frz.: französisch ital.: italienisch kaufm.: kaufmännisch lat.: lateinisch mdartl.: mundartlich mhd.: mittelhochdeutsch span.: spanisch vgl.: vergleiche waidm.: waidmännisch Für nähere Erläuterungen zu den in der Erzählung behandelten historischen Ereignissen der Seminolenkriege und der Lafayette- Reise siehe auch die Ausführungen zur Textgeschichte auf den Seiten 887-901. 9,1 Freiherrn – Mitglied des titulierten Adels, niedrigste Stufe des Herrenstandes (Baron). Für nähere Erläuterungen zur Widmung siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 901-903. 11,4 Seggerde – Heute ein Ortsteil der Stadt Oebisfelde- Weferlingen im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (52° 21‘ N 11° 5‘ O). 17,2 Flintfluß (...) Chattahooheefluß – Der 554 km lange Flint River entspringt im Westen von Georgia in der Stadt East Point und fließt bei Bainbridge in den Lake Seminole, einen seit 1957 durch den Jim Woodruff Dam gebildeten Stausee. – Der 692 km lange Chattahoohee River entspringt in den Blue Ridge Mountains im Norden von Georgia und fließt ebenfalls bei Bainbridge in den Lake Seminole (30° 42‘ N 84° 51‘ W). Ein Teil des Flusslaufes bildet die Staatsgrenze zwischen Alabama und Georgia. Gemeinsam 915aNhaNg • stEllENKommENtaR bilden die beiden Flüsse am Ausgang des Lake Seminole den Apalachicola River (s. Anm. zu 49,10). 17,3 Tallahassee – Die 1824 auf dem Gebiet einer ehemaligen spanischen Mission gegründete Stadt liegt im Leon County im Norden von Florida an der Grenze zu Georgia (30° 27‘ N 84° 15‘ W) und ist seit ihrer Gründung die Hauptstadt dieses Bundesstaates. 17,4 Fort Gaines – Die 1814 gegründete und heute etwa 1 000 Einwohner zählende Stadt liegt im Clay County im Südwesten des US-Bundesstaates Georgia an der Grenze zu Alabama (31° 37‘ N 85° 3‘ W). 17,4 Montgomery – Die Stadt wurde 1819 als Zusammenschluss zweier kleinerer Städte gegründet und ist seit 1864 die Hauptstadt von Alabama. Sie liegt im Südosten des Bundesstaates am Alabama River (32° 21‘ N 86° 16‘ W). 18,20 zweihundert Fuß – Ca. 61 m (1 Fuß = 30,48 cm). 20,27 Seminole-Indianer – Siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 887. 21,4 damals spanischen Gebietes Florida – Im Jahr 1819 verkaufte Spanien das Gebiet des heutigen Florida für 5 Millionen US-Dollar an die Vereinigten Staaten. 21,25 Columbus – Die mit ca. 200 000 Einwohnern heute zweitgrößte Stadt des US-Bundesstaates Georgia liegt an der Westgrenze des Staates am Chattahoohee River (vgl. Anm. zu 17,2). Da von Strubberg zweifelsfrei dieses Columbus gemeint war, ist dem Autor hier ein Fehler unterlaufen, denn die Stadt wurde erst 1828 gegründet. Der als sechsjähriger Knabe nach Columbus gebrachte Ralph Norwood ist jedoch zu Beginn der Erzählung Mitte der 20er Jahre bereits ein junger Mann. 28,13 Meilen – 1 englische Meile = 1,609 Kilometer. 42,8 Thaler – Das Wort »Dollar« für die 1792 eingeführte Währung der Vereinigten Staaten ist eine Amerikanisierung des 916 Ralph NoRwood deutschen Wortes »Taler« und bezeichnete ursprünglich das spanische 8-Realen-Stück, das durch den Handel der Spanier mit den britischen Kolonien in Nordamerika auch dort in Umlauf gelangte und in Gewicht und Feingehalt dem deutschen Taler entsprach. 44,34 Baltimore – Die im Bundesstaat Maryland gelegene Stadt (39° 17‘ N 76° 37‘ W) wurde 1729 gegründet und entwickelte sich schon bald zu einem der wichtigsten Handelsplätze der USA. Während des 19. Jahrhunderts war sie neben New York der wichtigste Hafen für Immigranten aus Europa. 46,36 Wigwam – Kuppelförmige Behausung amerikanischer Ureinwohner mit einem Gerüst aus gebogenen Holzstämmen, die mit Grasmatten oder Fellen bedeckt wurden. 48,2 die beiden Florida’s – Gemeint sind die beiden spanischen Gebiete Westflorida (der Küstenstreifen zwischen der Mündung des Mississippi und dem heutigen Bundesstaat Florida) und Ostflorida (die Halbinsel des heutigen Bundesstaates). Beide Gebiete wurden nach dem French and Indian War im Jahr 1763 von Spanien, das an der Seite des unterlegenen Frankreich gekämpft hatte, an Großbritannien abgetreten. Nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg fielen die Gebiete im Frieden von Paris 1783 erneut an Spanien. Nach dem Verkauf der beiden Territorien an die USA (vgl. auch die Anmerkung zu 21,4). ging Westflorida in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida auf, während Ostflorida den Großteil des gleichnamigen Bundesstaates bildete. 48,13 Creek-Indianer – Heute gebräuchlich ist die Eigenbezeichnung Muscogee. Das ursprüngliche Siedlungsgebiet dieser amerikanischen Ureinwohner lag im heutigen Georgia und Florida. Im Zuge der Vertreibung in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der größte Teil des Stammes in das Indianerterritorium westlich des Mississippi zwangsumgesiedelt. Ein kleinerer Teil ging nach Florida und schloss sich den Seminolen an. 917AnhAng • StellenkommentAr 49,2 General Jakson – 114,19 recte Jackson. – Andrew Jackson (1767-1845) war der Sohn irischer Einwanderer. 1797/98 und erneut 1823-1825 war er US-Senator für den Staat Tennessee und 1821 Militärgouverneur von Florida. 1828 wurde er zum siebten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt und bekleidete das Amt für zwei Wahlperioden (1829-1837). 49,9 Fort Gadsden – Das ursprünglich 1812 von den Briten errichtete Fort wurde nach deren Rückzug aus Florida im Frühjahr 1815 an eine Gruppe freigelassener Sklaven und mit diesen verbündeter Seminolen übergeben. Am 27. Juli 1816 wurde es bei einem Angriff US-amerikanischer Truppen durch die Explosion des Pulvermagazins vollständig zerstört. 1818 beauftragte Jackson Lieutenant James Gadsden (1788-1858) mit dem Wiederaufbau. 49,10 Apalaehicola-Fluß – 115,28 recte Apalachicola. – Der 180 Kilometer lange Apalachicola River entsteht durch den Zusammenfluss des Flint River und des Chattahoohee River am Ausgang des Lake Seminole (s. Anm. zu 17,2) und mündet bei Apalachicola in den Golf von Mexiko (29° 43‘ N 84° 58‘ W). 50,18 Wildprett – Wildpret (waidm.): Allgemein jagbares Wild, im engeren Sinn das Fleisch von wildlebenden Tieren. 51,24 Ocklockny-Flusses – Recte Ochlocknee. – Der 332 km lange Ochlocknee River entspringt südlich der Kleinstadt Sylvester, Worth County, im Südwesten von Georgia (31° 29‘ N 83° 53‘ W) und mündet in der Ochlocknee Bay im Nordwesten Floridas in den Golf von Mexiko (29° 59‘ N 84° 26‘ W). 54,10 blauen Berge – Die Blue Ridge Mountains sind als deren höchster Gebirgszug ein Teil der Appalachen und verlaufen von Georgia in nördöstlicher Richtung über North Carolina bis nach Virginia. Mit dem Mount Mitchell (2 037 m) beherbergen sie die höchste Erhebung östlich des Mississippi. 918 Ralph NoRwood 54,13 Ohio – Der Ohio River entsteht durch den Zusammenfluss des Allegheny River und des Monongahela River bei Point Stake in Pittsburgh, Pennsylvania (40° 27‘ N 80° 1‘ W) und mündet bei Cairo, Alexander County (Illinois) (36° 59‘ N 89° 8‘ W) in den Mississippi. 61,22 County – Kommunaler Verwaltungsbezirk, vergleichbar mit einem Landkreis. 62,11 Sporteln – Gebühren, die von den Bürgern für die Tätigkeit eines Beamten oder eines Justizangestellten zu entrichten waren. 69,36 Bouteille – (frz.): Flasche. 72,1 Probierstein – Ein glattgeschliffener Stein, zumeist aus schwarzem Kupferschiefer, auf dem mit Goldmünzen die sogenannte »Strichprobe« durchgeführt wurde. Dabei zog man die Münze so über den Stein, dass ein Strich des Metalls darauf abgerieben wurde. Mit Probiernadeln aus unterschiedlichen Goldlegierungen wurden nun Striche daneben gezogen. Stimmte die Färbung des Münzstriches mit einem der Probierstriche überein, so konnte man auf diese Weise den Feingehalt der Münze feststellen. 72,10 Köthe – Köte (auch: Kote): Gelenkknochen des Pferdefußes. Der Begriff ist heute kaum noch gebräuchlich. 79,6 a conto meta – Recte conto a metà (ital.): auf halbe Rechnung. 82,7 Rentier – (frz.): Ein Mann, der eine private Rente bezieht oder von den Zinsen seiner Kapitalanlagen lebt. 84,13 Onkel Sams Gebiet – Uncle Sam: Allegorische Personifizierung der Vereinigten Staaten (Initialen: U. S.): Ein hagerer älterer Mann mit grauen Haaren und grauem Bart, der Rock und Zylinder in den amerikanischen Nationalfarben blau, weiß und rot trägt. 87,15 Withlacooheefluß – Der 227 km lange Withlacoohee River ensteht in einem Sumpfgebiet in Zentralflorida in der Nähe von Polk City (28° 11‘ N 81° 50‘ W) und mündet 919aNhaNg • stEllENKommENtaR in der Nähe von Yankeetown in den Golf von Mexiko (29° 2‘ N 82° 43‘ W). 87,32 Ocklawaha-Fluß (...) in das große Wasser stürzt – Der 119 km lange Ocklawaha River wird aus mehreren Seen im Lake County in Zentralflorida gespeist und mündet in der Nähe von Palatka in den St. Johns River, der bei Jacksonville in den Atlantik mündet (30° 24‘ N 81° 24‘ W). Mit dem Fluß, der sich in tausend Armen in das große Wasser stürzt kann somit von Strubberg nur der St. Johns River gemeint sein. 88,21 Okefinokeesümpfe – Der Okefenokee Swamp ist ein 1 770 km2 umfassendes Sumpfgebiet im Süden von Georgia und dem nördlichen Florida. 1974 wurde das Gebiet in den Rang eines Nationalen Naturdenkmals (»Natural National Landmark«) erhoben. 97,31 Carriere – Gestreckter Galopp, bei dem sich das Pferd mit beiden Hinterläufen gleichzeitig vom Boden abstößt. 114,19 Feldzug der Amerikaner unter General Jackson – Siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 887-889. 120,19 Constitution – Die am 17. September 1787 verabschiedete Verfassung der Vereinigten Staaten. 120,20 Vater Washington – George Washington (1732-1799), Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) und von 1789 bis 1797 erster Präsident der Vereinigten Staaten. Als Vorsitzender des Ausschusses, der die Verfassung der Vereinigten Staaten ausgerabeitet hat, gehört er zu den »Gründervätern« (»Founding Fathers«) der USA. 122,34 vierzig Acker – Der acre ist ein altes angloamerikanisches Flächenmaß (1 acre = 4 047 m²). Vierzig Acker entsprechen somit ca. 16,2 Hektar. 123,28 Help your self! – (engl.): Hilf dir selbst! 136,34 Ellenwaaren – Elle: altes Längenmaß von regional unterschiedlicher Länge. – Textilstoffe, die von großen Ballen 920 Ralph NoRwood ellenweise abgemessen und dann abgeschnitten wurden (daher oft auch als Schnittware bezeichnet), nannte man Ellenwaren. Heutzutage spricht man dementsprechend von Meterwaren. 148,32 Richmond – Die Stadt wurde 1737 gegründet und ist seit 1780 die Hauptstadt des US-Bundesstaates Virginia. Sie liegt am James River, ca. 150 km nordöstlich von dessen Mündung in die Chesapeake Bay (37° 32‘ N 77° 26‘ W). 149,2 trassiren – trassieren (kaufm.): Einen Wechsel ausstellen. 152,11 Potomac – In der Druckvorlage durchgehend Potomae. Zur Fehlschreibung siehe die Ausführungen zur Textkritik auf S. 910. – Der Potomac River entsteht durch den Zusammenfluss des North Branch Potomac River und des South Branch Potomac River bei Green Spring, Hampshire County, West Virginia (39° 32‘ N 78° 37‘ W), fließt in südöstlicher Richtung unter anderem durch Washington, D. C. und mündet im St. Mary’s County, Maryland, in die Chesapeake Bay (38° 0‘ N 76° 15‘ W). 152,17 James-Flusses – Der 560 km lange James River entsteht in den Appalachen durch den Zusammenfluss des Cowpasture River und des Jackson River bei dem kleinen Ort Iron Gate, Alleghany County, Virginia (37° 47‘ N 79° 47‘ W) und mündet im Gebiet von Hampton Roads, Virginia, in die Chesapeake Bay (36° 56‘ N 76° 27‘ W). 152,21 Norfolk – Die 1619 als englischer Kolonialstützpunkt gegründete Stadt ist heute mit etwa 250 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des US-Bundesstaates Virginia und beherbergt mit der Naval Station Norfolk den größten Marinestützpunkt der Welt. 158,35 There she goes! – (engl.): Da geht sie hin! 160,17 Point – (engl.): Halbinsel. 160,26 Barnum’s Hotel – David Barnum’s City Hotel wurde 1825 er- öffnet und ca. 1889 abgerissen. Es galt in Baltimore über 921aNhaNg • stEllENKommENtaR viele Jahre als das erste Haus am Platze. Strubbergs Lageangabe ist korrekt, das Hotel lag an der Ecke Calvert Street/ Fayette Street. 164,19 Correggio – Antonio da Correggio (1489-1534), italienischer Maler der Renaissance. 171,33 Lenz – Poetischer Ausdruck für den Frühling. 173,11 Schlachtmonument – Das 1825 fertiggestellte, knapp zwölf Meter hohe Denkmal besteht aus einem Kenotaph mit einer aufgesetzten Marmorsäule und erinnert an den Sieg im Amerikanisch-Britischen Krieg von 1812-1815. Strubbergs Lageangabe ist korrekt: Das Monument steht auf dem Platz, an dem Barnum’s Hotel lag (vgl. Anm. zu 160,26). 173,13 Braven (...) Northpoint – Das hier in nominalisierter Form verwendete Adjektiv »brav« bedeutet im heutigen modernen Sprachgebrauch »wohlerzogen, folgsam, artig«. Strubberg verwendet es zudem häufig in seiner ursprünglichen, heute kaum noch verwendeten Bedeutung »tapfer, wacker, mutig« (engl. brave, span./ital. bravo). – In der Schlacht bei North Point am 12. September 1814 mussten sich die US-amerikanischen Truppen zwar letztlich zurückziehen, es war ihnen jedoch gelungen, den britischen Truppen so hohe Verluste zuzufügen, dass deren Vormarsch auf Baltimore zunächst gestoppt werden konnte und dadurch wertvolle Zeit gewonnen wurde, um die Stadt weiter zu befestigen. 175,5 Biber – »Castorhut« (lat. castor: Biber). Ein aus Biberhaaren hergestellter Filzhut; Vorläufer des Zylinders. 179,33 Yankeepfiff – Der Ursprung des Wortes Yankee ist nicht eindeutig geklärt. Innerhalb der Vereinigten Staaten bezeichnete es bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zumeist einen Bewohner der Neuenglandstaaten, seit dem Bürgerkrieg wurde es auch allgemein für einen Bewohner der Nordstaaten verwendet. Außerhalb der USA ist der Begriff bis heute als abwertende Bezeichnung für einen US-Amerikaner gebräuchlich. 922 Ralph NoRwood 182,15 Quinquaillerieladen – Quinquaillerie (frz., veraltet): Kurzwaren. Zunächst neutral gebraucht, bekam das Wort im Laufe des 19. Jahrhunderts eine zunehmend negative Konnotation im Sinne von »Krimskrams, Tand« und wurde im Deutschen zu »Kinkerlitzchen« verballhornt. 185,37 Mantille – Mantilla (span.): »kleine Decke«. Aus Spitze gefertigtes Schleiertuch. 187,31 take care! – (engl.): Vorsicht! Passen Sie auf! 188,30 Fiacre – Fiaker: Zweispännige Mietkutsche. 191,35 Commodore Perrywill – Vorbilder für die fiktionale Figur könnten die Brüder Matthew Calbraith Perry (1794-1858) und Oliver Hazard Perry (1785-1819) gewesen sein, die beide in der US-Marine den Rang eines Commodore bekleideten. Insbesondere Oliver Perry wurde nach seinem frühen Tod als Held verehrt und schon bald darauf Protagonist unzähliger Presseartikel und Romane, während Matthew Perry sich Verdienste bei einer grundlegenden Reform der Ausbildung des US-Marineoffizierskorps erwarb. Zu Ehren Oliver Perrys wurden seit 1843 eine Reihe von Schiffen der US Navy nach ihm benannt. Auch die in der 1970er und 1980er Jahren in Dienst gestellten Fregatten der Perry- Klasse gehen auf Oliver Perry als Namensgeber zurück. 192,28 das Fort – Das oberhalb des Hafens gelegene Fort McHenry. 195,32 Provisisonen – Proviant, Verpflegung. 200,28 von junonischer Schönheit – Juno: In der antiken römischen Mythologie die Gattin Jupiters und Schutzgöttin der Ehe und Familie. 200,37 Alexandria – Gemeint ist die im Nordosten von Virginia, ca. 10 km südlich von Washington D. C. am Westufer des Potomac River gelegene Stadt (38° 48‘ N 77° 3‘ W). 204,13 »die Harfe« von Thomas Moore – Thomas Moore (1779-1852) war ein irischer Komponist und Schriftsteller und gilt als der irische Nationaldichter. 1803 und 1804 hielt er sich in den 923aNhaNg • stEllENKommENtaR USA auf, unter anderem in Norfolk (vgl. Anm. zu 152,21). Die Ballade »The Harp that Once Through Tara’s Halls« gehört bis heute zu den bekanntesten Werken Moores. 206,4 Lafayette – Siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 900f. 206,7 Fregatte Brandewyne – 447,36 recte Brandywine. – Die USS Brandywine war bereits 1821 unter dem Namen »Susquehannah« auf Kiel gelegt worden und lief am 16. Juni 1825 vom Stapel. Ihre erste Mission war auf Befehl von Präsident John Quincy Adams die Rückreise Lafayettes nach Frankreich. Zu Ehren des prominenten Passagiers wurde das Schiff in Erinnerung an die Schlacht von Brandywine (11. September 1777), in der sich Lafayette ausgezeichnet hatte, unter diesem Namen am 25. August 1825 offiziell in Dienst gestellt. 207,21 Armatur – Allgemein Bewaffnung, hier im engeren Sinne die Kanonen. 215,29 flüchtigste – flüchtig: schnell. 219,37 Parlour – (engl.): Wohnzimmer, Salon. 224,16 »Der Mann ist frei... – Recte »Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und wär’ er in Ketten geboren«. Aus dem Gedicht »Die Worte des Glaubens« (1797). 224,22 Pfriemen – Ahle; ein Schuhmacherwerkzeug zum Stechen oder Erweitern von Löchern. 231,27 Spieß – Christian Heinrich Spieß (1755-1799) gilt als Mitbegründer des Schauerromans und wurde auch durch seine in vier Bänden erschienenen »Biographien der Selbstmörder« bekannt. 231,37 tombackenen – Tombak: Messing mit mindestens zwei Dritteln Kupferanteil. 232,12 Tabatiere – (frz.): Eigentlich Schnupftabaksdose, oft auch für Tabaksdose im allgemeinen verwendet. 924 Ralph NoRwood 233,1 »Der Ritter muss (...) streiten!« – Recte Ruhm statt Ehr’. – Die ersten beiden Verse des im Zuge der Befreiungskriege entstandenen Gedichtes »Treuer Tod« (1813) von Theodor Körner (1791-1813). 235,30 gepritschter Frosch – pritschen: schlagen, draufschlagen; hier im Sinne von »plattgeschlagen« gemeint. 239,11 Cottillons – Cotillon: Abfolge von mehreren Tänzen (oft Contretänze, Polkas, Walzer); in der Regel der Höhepunkt eines Balles. 244,13 Balancez! – (frz.): Man wiege sich im Takt! 244,15 Quatre pas en arrière! – (frz.): Vier Schritte zurück! 244,18 grande chaine! – (frz.): Man bilde eine große Kette! 250,36 Monte – Two Card Monte (auch: Mexican Monte): ein aus Mexiko stammendes Kartenglücksspiel. 251,2 Pointeur coupirt – Pointeur (frz.): beim Glücksspiel ein Gegenspieler des Bankhalters – couper (frz.): abheben. 253,12 Pochen – Altes Kartenspiel, Vorläufer des Poker. 254,14 Causeuse – (frz.): Kleines Sofa. 254,18 Bachantinnen – Recte Bacchantinnen. – Dienerinnen des römischen Weingottes Bacchus. Im übertragenen Sinne auch abwertend für sinnliche, zügellose Frauen. 256,25 Frolic – (engl.): Spaß, Jux, Herumgetolle. 256,31 Aventüre – aventiure (mhd.): Abenteuer. 262,3 Avisbrief – (kaufm.): Ankündigung eines Zahlungs- oder Wareneingangs. 268,25 Dragoner – Ursprünglich berittene Infanterieeinheiten, die sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zur vollwertigen Schlachtenkavallerie entwickelten. Abhängig von Ausrüstung und Einsatzzweck wurden sie teilweise der schweren, teilweise der leichten Kavallerie zugerechnet. 925aNhaNg • stEllENKommENtaR 270,17 Quadrone – Eine weibliche Person mit einem afrikanischen und drei kaukasischen Großeltern. 270,24 Mulattin – Eine weibliche Person mit einem afrikanischen und einem kaukasischen Elternteil. Wie auch Quadrone (vgl. vorstehende Anm.), Terzerone und andere Begriffe aus dem Umfeld der amerikanischen Sklavenhaltergesellschaft, die zur Definition der Abstammung dienten, gilt das Wort im heutigen Sprachgebrauch als Ethnophaulismus. 271,11 strack – (mdartl.): gerade. 272,8 Quadrille – Ein aus Frankreich stammender, in Deutschland um 1820 eingeführter Kontratanz mit vier Paaren. 293,29 Goddam! – (engl.): »Gottverdammt!«; vulgärer Fluch. 296,33 Fruitkakes – Recte Fruitcakes (engl.): Früchteküchen, Fruchttörtchen. 298,3 Copulation – Heirat. 298,30 Valet – (lat.): Lebewohl. 315,11 Spring Garden (...) Patapscofluß – Spring Garden ist heute eines der Industriegebiete von Baltimore. – Der nur 63 km lange Patapsco River entsteht durch den Zusammenschluss zweier kleinerer Flüsse bei Mariottsville, Howard County (39° 21‘ N 76° 54‘ W), fließt in südöstlicher Richtung und bildet an seiner Mündung in die Chesapeake Bay den Hafen von Baltimore. 317,2 Cap Henry (...) Cap Charles – Die beiden »Virginia Capes«, benannt nach Söhnen des englischen Königs James I. (1566-1625, reg. 1603-1625), sind die südliche und die nördliche Landspitze am Eingang der Chesapeake Bay (36° 55‘ N 76° 1‘ W und 37° 09‘ N 75° 57‘ W). 324,1 Strichzeit – (waidm.): Die Zeit, in der Zugvögel ihr Aufenthaltsgebiet wechseln (»streichen«). Heute ist daher eher der Begriff »Streichzeit« üblich. 926 Ralph NoRwood 324,3 Canvasbackduck – Die größte Tauchentenart Nordamerikas. Ihren Namen, der wörtlich übersetzt »Leinenrücken« bedeutet, verdankt sie dem grauweißen Rückenfederkleid der Erpel. 343,27 Musquedonner – Verballhornung von frz. »mousqueton«: eine große Muskete mit kurzem Lauf und geweiteter Mündung. 352,14 Charlestown – Die 1670 gegründete und zu Ehren des englischen Königs Charles II. (1630-1685, reg. 1660-1685) Charles Towne genannte Stadt trägt seit 1783 den Namen Charleston und ist die älteste Stadt des heutigen Bundesstaates South Carolina. 383,28 Annapolis – Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Maryland wurde 1649 gegründet und liegt ca. 40 Kilometer südlich von Baltimore an der Chesapeake Bay (38° 58‘ N 76° 30‘ W). 384,7 Baptisten – Von engl. to baptize: taufen. – Anfang des 17. Jahrhunderts entstandene evangelische Konfessionsfamilie, welche in der Tradition der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts die Säuglingstaufe ablehnt, da die Taufe nur dann Gültigkeit habe, wenn der Täufling den Sinn des Taufaktes verstehen könne. Mit den englischen Auswanderern kam der Baptismus auch in die nordamerikanischen Kolonien und bildet heute nach dem Katholizismus die zahlenmäßig größte Konfession in den USA. 386,2 Wiedertäufern – Von Strubberg irrtümlich für Baptisten verwendeter Begriff. Die abwertend gemeinte Bezeichnung »Wiedertäufer« für die Täuferbewgung des 16. Jahrhunderts ist heute nicht mehr gebräuchlich. Vgl. auch die vorhergehende Anm. 387,29 Jordan – Markus 1,1-9; Matthäus 3, 13-17; Lukas 3,1-22. 388,24 our sister is gone – (engl.): Unsere Schwester ist von uns gegangen. 396,36 Hecheln – Zum Reinigen wurde die zu verarbeitende Wolle oder Baumwolle durch ein kammartiges Gerät (Hechel) ge- 927aNhaNg • stEllENKommENtaR zogen und die Fasern dadurch gleichzeitig parallelisiert, um sie auf diese Weise zum Verspinnen aufzubereiten. 418,5 zerwirkt – zerwirken (waidm.): Zerteilen des erlegten Wildes. Im Unterschied dazu bedeutet zerlegen in der Jägersprache das Zerkleinern des Fleisches für den Küchengebrauch. 418,6 Feist – (waidm.): Fett. 431,14 Welschen – Truthähne. 437,10 Brigg Perseverance – perseverance (engl.): Beharrlichkeit, Ausdauer. – Das Schiff hat kein historisches Vorbild. Die erste USS Perseverance wurde von der Navy im Jahr 1913 in Dienst gestellt. 474,5 Fidibus – Harzgetränkter Holzspan oder gefalteter Papierstreifen zum Anzünden von Tabakwaren. 484,21 Narrows – (engl.): allgemein Meerenge; The Narrows bezeichnet die Durchfahrt von der Lower in die Upper New York Bay, die Brooklyn von Staten Island trennt. 484,27 Castlegarden – Recte Castle Garden, heute Fort Clinton oder Castle Clinton. – An der Südspitze von Manhattan gelegen, war es zwischen 1855 und 1890 die Hauptanlaufstation für Immigranten aus Europa, bevor diese Aufgabe von Ellis Island übernommen wurde. 485,9 Präsident der Vereinigten Staaten – Das Präsidentenamt bekleidete zur Zeit der Ankunft von Lafayette in New York James Monroe (1758-1831, 5. Präsident der Vereinigten Staaten 1817-1825). 489,19 Chandelieren – (frz.): Kerzenhalter. 489,20 Janitscharenmusik – Ursprünglich die Militärmusik der Osmanen, wurde die Bezeichnung ab dem 18. Jahrhundert in Europa allgemein für lebhafte, marschmusikartige Kompositionen verwendet. 507,18 Land der Blumen – Herkunft des Staatsnamens; florida (span.): blühend, blumig. Florida wurde von Spaniern 1513 928 Ralph NoRwood während der Osterzeit entdeckt, diese heißt in Spanien auch »Pascua florida« (»blütenreiche Ostern«). 509,36 Tampabay – Die Tampa Bay ist eine Bucht im westlichen Zentralflorida im Golf von Mexiko (27° 46‘ N 82° 33‘ W) und wird von über einhundert kleineren Wasserläufen gespeist. 509,37 Festung Brooks – Recte Brooke. – Das Fort wurde unter der Leitung der Colonels George M. Brooke und James Gadsden (vgl. Anm. zu 49,9) 1823 zum Schutz gegen die Seminolen errichtet und war in allen drei Seminolenkriegen ein strategisch wichtiger Stützpunkt. Das Fort wurde 1883 als Militärposten aufgegeben und in eine Siedlung umgewandelt, die seit 1907 ein Stadtteil von Tampa ist. 511,28 Oceola – Recte Osceola. – Asi-yahola, engl. Billy Powell (1804- 1838). Siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 891-894. 511,30 Sam Jones – (ca. 1760- ca. 1860). Sein indianischer Name variiert stark in der Schreibweise, gebräuchlich sind u. a. Ar-pi-uck-i, Abiaka und Apayaka Hadjo. Siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 893-899. 511,32 Schenanda – Im Gegensatz zu Osceola und Ar-pi-uck-i (vgl. die beiden vorstehenden Anmerkungen) wohl keine historische Gestalt. 518,4 Effecten – Effekten: Gepäck. 535,6 Ahapopkasee – Recte Apopka. – Der Lake Apopka liegt in Zentralflorida, ca. 25 km nordwestlich von Orlando (28° 37‘ N 81° 37‘ W). 547,10 Whippoorwill – Whip-poor-will: Schwarzkehl-Nachtschwalbe (Caprimulgus vociferus), eine Untergattung der Ziegenmelker. 598,20 Whigs – Die Whig Party existierte zwischen 1833 und 1860 und stellte in dieser Zeit vier US-Präsidenten. Ihr Niedergang begann Mitte der 1850er Jahre im Zuge der Diskus- 929aNhaNg • stEllENKommENtaR sion über die Abschaffung der Sklaverei. Während sich die Whigs in den Nordstaaten, die mehrheitlich die Sklaverei ablehnten, den 1854 gegründeten Republikanern anschlossen, gingen die meisten Whigs im Süden zu den Demokraten über. 613,2 Zubuse – Zumeist: Zubuße. – (kaufm.): Ein aus dem Montanwesen stammender Begriff. Die Zubuße war ein Beitrag, den der Anteilseigner eines Bergwerkes bei Bedarf an die Bergwerksgesellschaft zu entrichten hatte, damit diese ihre Verbindlichkeiten erfüllen konnte. 619,9 indossirt – Indossament (kaufm.): Ein schriftlicher Übertragungsvermerk auf einem Orderpapier (z. B. einem Wechsel) zur Übertragung der Rechte an dem Papier auf einen neuen Eigentümer. 625,18 Hudsonfluß (...) Albany – Der 507 km lange Hudson River entsteht durch den Zusammenfluss des Indian Pass Brook und des Calamity Brook nahe des Henderson Lake (44° 7‘ N 73° 55‘ W), fließt südlich und mündet in die Upper New York Bay (40° 42‘ N 74° 2‘ W) . – Die erste Siedlung an der Stelle des heutigen Albany wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von niederländischen Kaufleuten gegründet. Nach der Eroberung der Kolonie Neu-Niederlande durch die Engländer wurde die Stadt 1664 zu Ehren des Herzogs von Albany umbenannt. Seit 1797 ist sie die Hauptstadt des US-Bundesstaates New York und liegt ca. 240 km nördlich von New York City (42° 40‘ N 73° 47‘ W). 627,20 brave Major André – Hier irrt Strubberg: Major John André (1750-1780) war ein britischer Spion, wurde nach seiner Festnahme durch ein Militärgericht der Kontinentalarmee am 29. September 1780 zum Tode verurteilt und am 2. Oktober in Tappan gehängt. Er wurde zunächst auf dem Richtplatz begraben, 1821 wurden seine Gebeine nach London überführt und in der Westminster Abbey beigesetzt. André galt als galanter Offizier und wurde auch nach seiner Enttarnung als Spion von seinen amerikanischen 930 Ralph NoRwood Feinden mit großem Respekt behandelt. 1798 verfasste der amerikanische Dichter William Dunlap die Tragödie »André«, die im gleichen Jahr in New York uraufgeführt wurde. 627,32 Sleepy Hollow – Das Dorf Sleepy Hollow liegt am Nordufer des Hudson River, ca. 50 km nördlich von New York City (41° 6‘ N 73° 52‘ W). Bekannt wurde es durch Washington Irvings (vgl. nachfolgende Anm.) Erzählung »The Legend of Sleepy Hollow« (1820), eine romantische Schauergeschichte, in der ein kopfloser Reiter, der Geist eines hessischen Söldners, in der Gegend um das Dorf sein Unwesen treibt. 627,33 Washington Irving – Irving (1783-1859) war neben James Fenimore Cooper der erste amerikanische Autor, der auch in Europa sehr erfolgreich war. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Erzählungen »The Legend of Sleepy Hollow (s. vorhergehende Anm.) und »Rip Van Winkle« sowie eine fünfbändige Biographie George Washingtons. 628,1 Sing Sing – Das 1826 in Betrieb genommene Hochsicherheitsgefängnis liegt etwa 50 km nördlich von New York City am Ostufer des Hudson River und hat heute ca. 1 700 Insassen. 628,2 Westpoint – Recte West Point. – Das 1778 auf Veranlassung George Washingtons in der Nähe des gleichnamigen Ortes erbaute Fort wurde 1802 in eine Militärakademie umgewandelt und bildet bis heute einen Großteil des Offizierskorps der US Army aus. Es liegt am westlichen Ufer des Hudson River im Orange County im Bundesstaat New York (41° 24‘ N 73° 57‘ W). 628,16 Kosciusko – Thadeusz Kościusko (1746-1817) stammte aus polnischem Adel und kämpfte im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, zuletzt im Rang eines Brigadier General. Für seine Verdienste wurde ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen. Nach seiner Rückkehr nach Europa führte er 1794 den nach ihm benannten polnischen Aufstand gegen die Teilungsmächte Russland und Preußen 931aNhaNg • stEllENKommENtaR an. Das von Strubberg erwähnte Monument wurde 1828 errichtet, die sich heute darauf befindliche Statue erst 1913 hinzugefügt. 628,28 »das Krähennest« – Der Gipfel des 429 m hohen Crow’s Nest liegt heute auf dem Gebiet der Militärakademie West Point (vgl Anm. zu 628,2) und ist deshalb für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. 628,33 Kattskillgebirge – Der Ursprung des Namens ist wohl niederländisch (Kats Kill, diese Schreibung adaptiert Strubberg leicht abgewandelt); engl. heute Catskill. – Die Catskill Mountains sind ein Mittelgebirgszug im südwestlichen Teil des US-Bundesstaates New York. Der höchste Gipfel ist der 1 277 m hohe Slide Mountain (42° 0‘ N 74° 23‘ W). 632,33 Riesenbau des Eriecanals – Der Kanal verbindet den Hudson River von Albany aus mit dem Lake Erie und ermöglicht damit eine Direktverbindung vom Atlantik zu den Großen Seen. Der Bau begann im Jahr 1817. Erste Abschnitte wurden ab 1821 in Betrieb genommen, und 1825 wurde der Kanal fertiggestellt. 633,13 Utika – Die Stadt Utica liegt im Mohawk Valley im Zentrum des Bundesstaates New York (43° 6‘ N 75° 14‘ W). Die Entfernung nach Albany beträgt ca. 150 km, eine Entfernung, die mit einer Kutsche innerhalb eines Tages nur bei sehr guten Straßenverhältnissen zurückzulegen wäre. 633,18 Trenton – Strubbergs Entfernungsangabe (13 Meilen) ist korrekt. Die Kleinstadt Trenton hat heute ca. 4 500 Einwohner. 633,19 Trenton-Wasserfälle – Die in der Nähe der Stadt Trenton (vgl. vorstehende Anm.) gelegenen Wasserfälle überwinden in mehreren kleineren Abschnitten eine Gesamthöhe von ca. 48 m und sind seit mehr als einhundert Jahren nicht mehr öffentlich zugänglich. Führungen zu den Fällen finden nur noch an wenigen Tagen im Jahr statt. Durch Dammbauten und Umleitungen des Flusses führen die Fälle heute nicht mehr ganzjährig Wasser. 932 Ralph NoRwood 635,27 West-Canadafluß – Der West Canada Creek ist heute ein Abfluß des Hinckley Reservoir, eines Stausees, der durch den Anfang des 20. Jahrhunderts fertiggestellten Hinckley- Damm erzeugt wird. Die Länge des Flusses beträgt heute nur noch 122 km, er mündet in den Mohawk River, den größten Zufluss des Hudson. 636,17 Oneidas – Das ursprüngliche Gebiet der Oneida lag im Zentrum des heutigen Bundesstaates New York, zwischen dem der Mohawk im Osten und der Onondaga im Westen (vgl. auch die nachfolgende Anm.). In den 1820er und 1830er Jahren verließen größere Teile des Stammes aufgrund des Vordringens der weißen Siedler ihre angestammte Region und siedelten sich zum Teil in Ontario (Kanada) und im heutigen Wisconsin an. 636,18 fünf Stämme der Iroquois (...) Mohawks – Der Zeitpunkt der Gründung der Iroquois League (Irokesenliga, auch »Five Nations«), eines Zusammenschlusses von Stämmen, die der gleichen Sprachfamilie angehörten, ist unter Historikern umstritten; allgemein wird der Zeitraum zwischen 1450 und 1600 angenommen. Zur Liga gehörten die Mohawk, Onondaga, Oneida, Cayuga und Seneca; 1722 kamen die Tuscarora als sechster Stamm hinzu. Durch die Expansion der weißen Siedler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Iroquois größtenteils nach Kanada, in das Indianerterritorium und nach Wisconsin verdrängt. – Bezüglich der Mohawk unterläuft Strubberg eine Verwechslung ähnlich klingender Namen: Wie vorstehend erläutert, wurden die Mohawk nicht von den Iroquois verdrängt, sondern gehörten selbst zu den fünf bzw. sechs Stämmen. Gemeint sind die Mahican (auch: Mohican; dt.: Mohikaner), die im Laufe des 17. Jahrhunderts von den Mohawk aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet Richtung Connecticut verdrängt wurden. 636,32 Rochester – Die im Monroe County im Bundesstaat New York gelegene Stadt (43° 10‘ N 77° 37‘ W) wurde 1817 als Rochesterville gegründet. Sie erlebte aufgrund ihrer Lage 933aNhaNg • stEllENKommENtaR an den Wasserfällen des Genesee River, die den Betrieb großer Mühlen ermöglichten, durch die Mehlproduktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen rasanten ökonomischen Aufstieg. 636,33 Genesseeflusses – Recte Genesee. – Der 253 km lange Genesee River entspringt im Potter County in Norden von Pennsylvania (41° 54‘ N 77° 44‘ W) und mündet bei Rochester (vgl. vorstehende Anm.) in den Lake Ontario (43° 16‘ N 77° 36‘ W). 636,35 Ruthen – Rute: Vor allem in der Landvermessung gebräuchliche Längenmaßeinheit von regional sehr unterschiedlicher Größe (zwischen 3 und 9 Meter). Die angloamerikanische Rute maß 16½ Fuß (vgl. Anm. zu 18,20) = 5,03 m. Die in Strubbergs Heimat, dem Kurfürstentum Hessen, gebräuchliche Kasseler Katasterrute betrug 14 Fuß à 28,5 cm = 3,99 m. 643,35 Charon – In der antiken griechischen Mythologie der Fährmann, der mit seinem Boot die Verstorbenen auf dem Fluss Acheron (Styx) zum Eingang des Hades übersetzt. In der bildenden Kunst wird Charon zumeist als grimmiger alter Mann dargestellt. 647,12 Najadenpalast – In der antiken griechischen Mythologie waren die Najaden Nymphen und Töchter des Zeus oder des Okeanos, die über Gewässer wie Flüsse, Seen oder Bäche wachten. 664,8 Mississippi (...) Arkansas – Der Mississippi River entspringt im Lake Itasca im US-Bundesstaat Minnesota (47° 14‘ N 95° 12‘ W), fließt in Nord-Süd-Richtung durch insgesamt acht Bundesstaaten (Minnesota, Illinois, Missouri, Kentucky, Arkansas, Tennessee, Mississippi und Louisiana) und mündet bei Pilottown in den Golf von Mexiko (29° 9‘ N 89° 15‘ W). Zusammen mit seinem größten Zufluss, dem Missouri River, bildet er auf gut 6 000 km Länge das viertlängste Flusssystem der Erde. – Der Arkansas River entspringt in der Nähe von Leadville, 934 Ralph NoRwood Lake County (Colorado) (39° 15‘ N 106° 18‘ W), und fließt in südöstlicher Richtung durch Colorado, Kansas, Oklahoma und Arkansas. Er mündet in der Nähe der Wüstung Napoleon, Desha County (Arkansas) in den Mississippi (33° 48‘ N 91° 4‘ W). 667,12 Gerülle – Gerümpel, unbrauchbarer Hausrat. 676,32 Fort Smith – Die heute zweitgrößte Stadt des Bundesstaates Arkansas wurde 1817 als militärischer Außenposten gegründet und liegt an der Mündung des Poteau River in den Arkansas River an der Grenze zu Oklahoma (35° 23‘ N 94°24‘ W). 678,7 Pontchartrainsee – Der Lake Pontchartrain liegt im Südosten von Louisiana und ist mit einer Fläche von 1 630 km² einer der größten Brackwasserseen der Welt. Er ist durch mehrere Kanäle mit der Stadt New Orleans verbunden. 685,2 accident (Zufall) – Das englische Wort accident hat auch die Nebenbedeutung »Zufall« (im Sinne von »unbeabsichtigt«, »ohne bewusste Intention«), diese ergibt aber im Kontext der Handlung keinen Sinn. Vielmehr wäre der Begriff hier korrekt mit seiner Hauptbedeutung »Unfall«, »Unglück« zu übersetzen. 712,1 Sechszehn Jahre später – Zum Problem der zeitlichen Verknüpfung der Romanhandlung mit den historischen Ereignissen siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 900f. 712,5 Billy Bowleys – Recte Bowlegs. – Englischer Name des Seminolenhäuptlings Holata Micco (ca. 1810-1859), gemeinsam mit Sam Jones (vgl. Anm. zu 511,30) Anführer der Seminolen im Dritten Seminolenkrieg (siehe die Ausführungen zur Textgeschichte auf S. 899f.). Der Name Bowlegs (dt.: »O-Beine«) war wohl kein sprechender Name als Hinweis auf ein körperliches Merkmal, sondern eine Verballhornung des Namens »Bolek«, eines Vorgängers von Holata Micco. 935aNhaNg • stEllENKommENtaR 715,26 fallirt – fallieren (kaufm., veraltet): zahlungsunfähig sein, Bankrott gehen. 716,9 ihre berühmte Namensschwester – Der aus dem Makedonischen kommende Name Berenike (»die Siegbringende«) war im Zeitalter des Hellenismus weit verbreitet. Gemeint ist hier mit hoher Wahrscheinlichkeit die jüdische Königin Julia Berenike (28- nach 79), die Geliebte des Kaisers Titus. Sie wurde ab dem 17. Jahrhundert in der Literatur, dem Musiktheater und in der bildenden Kunst häufig rezipiert. 722,34 Incarnat – Inkarnat ist ein Begriff aus der bildenden Kunst und bezeichnet die Fleischfarbe oder Hautfarbe, die aus den Grundtönen Weiß und Rot sowie (je nach Hautton) verschiedenen Brauntönen angemischt wird. 757,16 Lepans – Recte Lipan. Ein im heutigen Gebiet von Colorado, Texas, New Mexico und dem nördlichen Mexiko angesiedelter Apachenstamm. 757,23 Canadienfluß – Der Canadian River (auch: South Canadian River) entspringt im Las Animas County im Bundestaat Colorado (37° 01‘ N 105° 05‘ W) an der Ostseite der Sangre de Cristo Mountains und mündet im Haskell County (Oklahoma) in den Arkansas River (35° 27‘ N 95° 02‘ W). 757,34 Choctaws – Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Choctaw (auch: Chahta) lag im Südosten der heutigen USA. In insgesamt neun Verträgen zwischen 1786 und 1830 trat der Stamm sein Gebiet an die Vereinigten Staaten ab. Der Vertrag von Dancing Rabbit Creek (1830) zwang die Choctaw zur Umsiedlung ins Indianerterritorium westlich des Mississippi und gilt als Modell für alle späteren Verträge bei der Zwangsumsiedlung der amerikanischen Ureinwohner. 774,5 Paß – Pass: Gangart, bei der das Pferd jeweils die beiden Beine auf der einen Körperseite nach vorne aufsetzt, während sich die beiden Beine auf der anderen Seite in der Luft befinden, wodurch eine schaukelnde Bewegung entsteht. 936 Ralph NoRwood 806,2 magnetischen Schlaf – Ein tranceähnlicher oder somnambuler Zustand. Die Bezeichnung geht auf Franz Anton Mesmer (1734-1815) und dessen Theorie des »Animalischen Magnetismus« (Mesmerismus) zurück. 819,35 Gestripp – (mdartl.): Gestrüpp. In den mittel- und nordhessischen Dialekten noch heute gebräuchlich. 824,7 Plattefluß (...) St. Sabagebirgen – Der ca. 500 km lange Platte River entsteht durch den Zusammenfluss seiner beiden Hauptarme North Platte River und South Platte River bei North Platte, Lincoln County, Nebraska (41° 7‘ N 100° 41‘ W), fließt in östlicher Richtung und mündet bei Plattsmouth, Cass County (41° 3‘ N 95° 53‘ W), in den Missouri, der dort die Grenze Nebraskas zu Iowa bildet. – Ein St. Saba- oder San Saba-Gebirge gibt es nicht; ein gleichnamiger Höhenzug liegt im Mills County (Texas) (31° 23‘ N 98° 32‘ W). Dessen höchste Erhebung ist der nur 510 m hohe San Saba Peak. Gemeint sind hier wohl die nördlich an die Guadalupe Mountains anschließenden Sacramento-Mountains, ein 140 km langer und 70 km breiter Gebirgszug im Süden von New Mexico. – Zu Strubbergs Verwechslungen bei den Gebirgsnamen vgl. auch den Stellenkommentar in Amerikanische Jagd- und Reiseabenteuer (→ AW-MA I, S. 565, Anm. zu. 305,16). 832,14 in genialer Thätigkeit – Im Sinne des Geniebegriffs der Klassik und Romantik erschafft das Genie ästhetisch schöne Dinge, indem es den Rahmen der vorgebenden Natur sprengt oder erweitert. 867,30 Delawaren – Sammelbegriff für die unterschiedlichen, nach ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet an der Ostküste der USA so bezeichneten Stämme der Lenape, die im Zuge der Besiedlung Nordamerikas Richtung Westen vertrieben wurden und von denen sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Teile in Missouri, Indiana, Kansas, Arkansas, Oklahoma und dem östlichen Texas angesiedelt hatten. 937aNhaNg • stEllENKommENtaR 867,31 Kansasfluß – Der Kansas River entsteht im Geary County (Kansas) durch den Zusammenfluss des Republican River und des Smoky Hill River (39° 4‘ N 96° 48‘ W). Er mündet im Wyandotte County (Kansas) in den Missouri (39° 7‘ N 94° 37‘ W). 879,22 Trachten – Bündel, Packen. 938 Ralph NoRwood Quellen und Literatur Quellen 1. Ungedruckte Quellen deutsches literAturArchiv mArbAch Am neckAr Cotta-Archiv: Handschriftenabteilung 1) Bestand Cotta Briefe: Strubberg-Armand, Friedrich August: Briefe von ihm an Cotta 2) Gelehrten-Copierbücher des Cotta-Verlages Band IV: 25.12.1852 – 28.02.1859 Band V: 01.03.1859 – 15.07.1865 Band VIII: 22. April 1873 – 3. März 1876 3) Autoren-Copierbücher des Cotta-Verlages Band III: 14. Jan. 1884 – 6. April 1885 u. Register Band V: 18. Okt. 1886 – 31. Aug. 1888 2. Gedruckte Quellen Blätter für literarische UnterhaltUng. Jahrgang 1861, Bd. II, Nr. 34, S. 628-630. illUstrirtes familienBUch zUr UnterhaltUng & BelehrUng häUslicher Kreise. Hrsg. vom Österreichischen Lloyd. N. F. Bd. 1 (1861), S. 250f. levasseUr, aUgUste: Lafayette in America, in 1824 and 1825, or: Journal of travels, in the United States. 2 Bde. Philadelphia: White, Gallagher & White 1829. novellen-zeitUng. Eine Wochenchronik für Literatur, Kunst, schöne Wissenschaften und Gesellschaft. 3. Folge, 7. Jahrgang (1861), Nr. 14, S. 223f. 939aNhaNg • QuEllEN uNd litERatuR Literatur 1. Bibliographien und Nachschlagewerke adelUng, Johann christoph (hrsg.): Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart: mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. 4 Bde. Wien: Bauer 1811. Bartz, hans-Werner U. a. gearB.): Der Digitale Grimm. Deutsches Wörterbuch. Elektronische Ausgabe der Erstbearbeitung von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 2 CD-ROMs. Frankfurt am Main: Zweitausendeins 2004. BörsenBlatt für den deUtschen BUchhandel. Fachzeitschrift für Verlagswesen und Buchhandel, hrsg. vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. 1834-1945. Microfiche- Ausgabe. München: Saur o. J. gesamtverzeichnis des deUtschsprachigen schrifttUms (gv) 1700-1910. Bearb. unter der Leitung von Peter Geils und Willi Gorzny. München: Saur. Bd. 5: Anw-Arw. 1979. Bd. 141: Stot-Stuc. 1985. Klotz, aiga: Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland 1840- 1950. Gesamtverzeichnis der Veröffentlichungen in deutscher Sprache. Band I (A-F). Stuttgart: Metzler 1990 (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, hrsg. von Paul Raabe, Bd. 11). 2. Monographien, Aufsätze und Werkartikel aUgUstin, siegfried: Werkartikel »Armand«. In: Franz, Kurt u. a. (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon. Begründet von Alfred Clemens Baumgärtner und Heinrich Pleticha. Meitingen: Corian 1995ff. [Ergänzungswerk, Loseblattsammlung], Grundwerk Juli 1995. aUgUstin, siegfried: Werkartikel »Armand«. In: Schegk, Friedrich (Hrsg.): Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur. Meitingen: 940 Ralph NoRwood Corian 1988ff. [Ergänzungswerk, Loseblattsammlung], Grundwerk Dezember 1988. BarBa, preston alBert: The Life and Works of Friedrich Armand Strubberg. o. O. [Philadelphia]: University of Pennsylvania 1913 (Americana Germanica, Vol. 16) – Auch u. d. T: Friedrich Armand Strubberg. In: German American Annals. New Series Vol. X, Nos. 5 and 6 (1912), S. 175-225; New Series Vol. XI., Nos. 1 and 2 (1913), S. 3-142. BelKo, William s. (hrsg.): America‘s Hundred Years’ War: U. S. Expansion to the Gulf Coast and the Fate of the Seminole, 1763-1858. Gainesville, Florida: University Press of Florida 2011. covington, James W.: The Seminoles of Florida. Gainesville, Florida: University Presses of Florida 1993. green, michael d.: The Politics of Indian Removal: Creek Government and Society in Crisis. Lincoln, Nebraska: University of Nebraska Press 1982. Knetsch, Joe: Florida’s Seminole Wars: 1817-1858. Charleston, South Carolina: Arcadia Publishing 2003. märtin, ralph-peter: Wunschpotentiale. Geschichte und Gesellschaft in Abenteuerromanen von Retcliffe, Armand, May. Königstein/Ts.: Hain 1983 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, Bd. 10). mahon, John K.: History of the Second Seminole War, 1835-1842. Gainesville, Florida: University Presses of Florida ²1985. mcreynolds, edWin c.: The Seminoles. Norman, Oklahoma: University of Oklahoma Press 1957. missall, John U. missall, mary loU: The Seminole Wars: America’s Longest Indian Conflict. Gainesville, Florida: University Press of Florida 2004. rosen, deBorah a: Border Law: The First Seminole War and American Nationhood. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press 2015. 941aNhaNg • QuEllEN uNd litERatuR sehm, gUnter g.: Armand. Abenteurer und Dichter. Grundriß seines Lebens. In: Magazin für Abenteuer-, Reise- und Unterhaltungsliteratur. 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Oben rechts: Welch, Thomas B., Engraver. Major General Winfield Scott / engraved by T.B. Welch. , None. [Between 1846 and 1866] Photograph. Retrieved from the Library of Congress, https://www.loc.gov/item/2012645266/. (Accessed April 10, 2017.) Unten links: Pendleton, Kearny & Childs, Thomas Sully, and Cephas Grier Childs. Major Genl. A. Macomb / T. Sully pinxt ; on stone Childs direx. United States, 1829. [Philadelphia: Printed by Pendleton, Kearny & Childs, or 1830] Photograph. Retrieved from the Library of Congress, https://www.loc.gov/item/2012645368/. (Accessed April 10, 2017.) Unten rechts: Michelin, Francis, 1809 Or , Publisher, and Francis Michelin. Zachary Taylor. Major general U.S. Army / A. Hoffmann. , ca. 1848. N.Y.: Printed & published by Fis. Michelin, 111 Nassau St., July 19. Photograph. Retrieved from the Library of Congress, https://www.loc.gov/ item/2013645212/. (Accessed April 10, 2017.) S. 897: Oben links: Nea-math-la, a Seminole chief. , . [No Date Recorded on Shelflist Card] Photograph. Retrieved from the Library of Congress, https://www.loc.gov/ item/2003670108/. (Accessed April 10, 2017.) Oben rechts: Bowen, John T., Approximately ?, Lithographer, Charles Bird King, Frederick W Greenough, Thomas Loraine McKenney, and James Hall. Micanopy. A Seminole 943AnhAng • Abbildungsverzeichnis chief / R.T. ; drawn printed & coloured at I.T. Bowen‘s Lithographic Establishment, No. 94 Walnut St. United States, ca. 1838. [Philadelphia: Published by F. W. Greenough] Photograph. Retrieved from the Library of Congress, https://www.loc.gov/item/2003670066/. (Accessed April 10, 2017.) Unten links: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ commons/0/03/Billy_Bowlegs_frontispiece.jpg. (Stand: 10.04.2017). Unten rechts: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ commons/b/be/Osceola.jpg. (Stand: 10.04.2017). S. 903: Oben: Heinrich Stürzl – https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Marburg_Panorama_von_Spiegelslust_2016-06-27.JPG (Stand: 14.07.2017). Unten: Vanellus Foto – https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0a/Seggerde_Gutshaus.JPG (Stand: 10.04.2017). S. 908: Titelblatt von Band II der Druckvorlage aus der Privatsammlung des Herausgebers. 944 Ralph NoRwood Editionsrichtlinien Die Edition Armands Werke - Marburger Ausgabe versteht sich als kritische Studienausgabe und strebt Vollständigkeit an. Bei den der Edition zugrundeliegenden Texten handelt es sich um die jeweils älteste überlieferte Textstufe, bei den literarischen Werken ist dies in der Regel der Erstdruck. Weitere zu Lebzeiten des Autors erschienene Ausgaben werden über ein Variantenverzeichnis dokumentiert. In den Textbestand der Druckvorlage wird nur in begründeten Fällen eingegriffen, die Änderungen werden in einem Emendationsverzeichnis ebenfalls dokumentiert; ausgenommen hiervon sind lediglich stillschweigend berichtigte offensichtliche Druckfehler. Unterschiedliche Schreibweisen und offensichtliche Fehlschreibungen der Druckvorlage, insbesondere bei Fremdwörtern, Fachtermini und Eigennamen, werden nicht korrigiert und die Orthographie nicht modernisiert. Im Textteil werden die in Antiqua gesetzten Passagen der Druckvorlagen kursiv wiedergegeben. Im Anhang werden wörtliche Zitate aus ungedruckten und gedruckten Quellen ebenfalls kursiv gesetzt. Zur Dokumentation der zeitgenössischen Publikationsumstände sind den Bänden alle Illustrationen aus den zu Lebzeiten des Autors erschienenen Buchausgaben beigefügt. Der Stellenkommentar versteht sich nicht als Interpretationshilfe, sondern will dem Leser lediglich die Lektüre unterstützende Informationen vermitteln. 945aNhaNg • daNKsaguNg Danksagung Wertvolle Entscheidungshilfen bei der Planung und Vorbereitung der Gesamtedition lieferten die Herren Thomas Ostwald (Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft, Braunschweig) und Karl- Heinz Remy (ABLIT-Verlag, München). Mein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Dr. Thomas Neumann (Esslingen), der mir durch seine langjährige Erfahrung bei der Herausgabe seiner Werkedition der Schriften von Caroline de la Motte Fouque eine große Hilfe war. Herrn Thomas Wasmer und dem Team vom Tectum Verlag danke ich für die Unterstützung des Editionsprojektes und die allzeit hervorragende Zusammenarbeit. Nicht zuletzt danken möchte ich allen Subskribenten, die mich während der dreijährigen Unterbrechung des Editionsprojektes, die meinem Beruf und dem Aufbau meiner jungen Familie geschuldet war, immer wieder ermuntert und zugleich Verständnis für diese Unterbrechung gezeigt haben. Marburg, im April 2017 Ulf Debelius Armands Werke Marburger Ausgabe Herausgegeben von Ulf Debelius Kritischer Text nach den Erstdrucken. Mit den Illustrationen der zu Lebzeiten des Autors erschienen Buchausgaben und einem Anhang zur Textgeschichte, Variantenverzeichnis und Kommentar. Hardcover mit Fadenheftung, farbig illustriertem Schutzumschlag und Lesebändchen. I Amerikanische Jagd- und Reiseabenteuer II Bis in die Wildniß III Scenen aus den Kämpfen der Mexicaner und Nordamerikaner Alte und neue Heimath IV An der Indianergrenze V Ralph Norwood VI Sclaverei in Amerika oder Schwarzes Blut VII Carl Scharnhorst VIII Der Sprung vom Niagarafalle IX In Mexico X Saat und Ernte XI Friedrichsburg XII Aus Armand’s Frontierleben XIII In Süd-Carolina und auf dem Schlachtfelde von Langensalza XIV Der Krösus von Philadelphia XV Die Fürstentochter XVI Die alte spanische Urkunde XVII Der Methodisten-Geistliche Zwei Lebenswege XVIII Die geraubten Kinder XIX Vornehm und Bürgerlich XX Dramen, Briefe und vermischte Schriften XXI Armand. Leben - Werk - Wirkung (Materialienband) Bereits erschienen: Band I (2010) Band III (2011) Band XVIII (2011) Band X (2013) Band XIX (2011) In Vorbereitung: Band IX (Sommer 2017) Band VII (Herbst 2017) Aktuelle Informationen zur Marburger Ausgabe sowie Bestellmöglichkeiten (Abonnement und Einzelbände) finden Sie unter www.armands-werke.de

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Zusammenfassung

Mit Ralph Norwood legte Fredéric Armand Strubberg im Jahr 1860 den umfangreichsten Roman seiner Karriere vor und schuf mit dem Titelhelden eine seiner düstersten und gleichzeitig gelungensten Figuren. Mit einer Mischung aus Abscheu, Bangen und Hoffen verfolgt der Leser den Lebensweg eines sich immer weiter in Schuld und Verbrechen verstrickenden Antihelden, den er am Todestage des Vaters als charakterschwachen, wiewohl mit guten Anlagen versehenen jungen Mann kennenlernt. Ralph Norwood, Sohn eines Ansiedlers an der Indianergrenze und einer Seminolenfrau, war von seinem Vater im Alter von sechs Jahren auf eine Schule in Columbus geschickt worden, um ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Schon bald war Ralph dort an die falschen Freunde geraten, dem Spiel und dem Alkohol verfallen, und so versäumt er trotz rechtzeitiger Benachrichtigung von dessen schwerer Erkrankung den Tod seines Vaters, dem er zur Tilgung seiner Spielschulden sogar das Vieh gestohlen hat. Zwar bereut Ralph in der unmittelbaren Trauer um den Verlust des Vaters seine Jugendsünden, die ihm dieser noch auf dem Sterbebett vergeben hat, doch verfällt er schon bald wieder den Verlockungen seines früheren Lebens... Vor dem historischen Hintergrund der Seminolenkriege in Florida entwarf Strubberg mit Ralph Norwood eine facettenreiche Abenteuererzählung, die mit Seeräubern, Familienintrigen und politischen Verschwörungen Elemente des zeitgenössischen Sensationsromans zitiert und damit die Grenzen des eigentlichen Wildwestromans sprengt. Thematisch ging der Autor damit erstmals weit über seine eigenen Erfahrungen während seiner Amerikaaufenthalte hinaus. Auch deshalb stellt der Roman eine deutliche Zäsur in Strubbergs literarischem Schaffen dar und ist wegweisend für nachfolgende Werke aus der mittleren Periode wie Saat und Ernte (AW-MA X) und In Süd-Carolina und auf dem Schlachtfelde von Langensalza (AW-MA XIII). Der Band enthält neben dem zeichengetreuen Text auch das Frontispiz aus der Erstausgabe von 1860.