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Judith Böddeker

Der Einsatz von Vokabellernstrategien in Alphabetisierungskursen, page 215 - 228

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4141-3, ISBN online: 978-3-8288-6995-0, https://doi.org/10.5771/9783828869950-215

Tectum, Baden-Baden
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Anhang Interviews Einleitung zum Interviewleitfaden Interviewleitfaden für das Teilnehmerinterview Allgemeine Daten zum Interview Weisen Sie den Dolmetscher auf Folgendes hin: – Sprache ist bewusst einfach formuliert – Bitte möglichst genau übersetzen – TN kann/darf auch auf Deutsch antworten, wenn er/sie es kann – Bei Unklarheiten dann bitte helfen Vorstellung von mir und meinem Vorhaben mit einfachen Worten: Ich heiße Judith und möchte herausfinden, ob es geeignete Lernstrategien gibt, mit denen Sie neuen Wortschatz lernen können. A A.1 215 Wichtiger Hinweis an den/die TN: – Alle Antworten sind richtig – Die Fragen sind kein Test – Die Antwort „Ich weiß es nicht“ ist auch eine gute Antwort Vorabfrage: Wie geht es Ihnen? Haben Sie eine Frage an mich (oder alternative Aufwärmfrage zum Wetter o.ä.) Wichtig: Die folgende Person wurden mithilfe eines Dolmetschers darüber informiert und erklärte sich damit einverstanden, dass die Ergebnisse der LFK und das Interview zu wissenschaftlichen Zwecken und anonym verwendet werden. Teilnehmerinterviewleitfaden Lernbiographie Fragen Notizen 1. Woher kommen Sie? (Land und Ort, in dem Sie gelebt haben) Was ist Ihre Muttersprache? 2. Können Sie in Ihrer Muttersprache lesen? Und schreiben? 3. Hatten Sie in Ihrem Land eine Arbeit? Wenn ja: Welche? 4. Waren Sie in Ihrem Land in der Schule? a. Wenn ja: Mit wie vielen Jahren sind Sie in die Schule gekommen und mit wie vielen Jahren haben Sie die Schule verlassen? b. Waren Sie regelmäßig in der Schule oder gab es lange Pausen? 5. Gibt es in Ihrem Land eine Schulpflicht? Wenn ja: Für welches Alter? 6. Wie lange leben Sie schon in Deutschland? A.2 Teil A: Anhang 216 Fragen Notizen 7. Können Sie andere Sprachen? a. Wenn nein: Können Sie Englisch? b. Wenn ja: Welche? c. Können Sie Gespräche in der/den Sprachen führen oder kennen Sie nur einzelne Wörter? d. Können Sie die Sprache/n auch lesen und schreiben? e. Haben Sie die Fremdsprache/n in der Schule gelernt? 8. In welcher Sprachen sprechen Sie in Deutschland? 9. Wie lange lernen Sie schon Deutsch? 10. Wo haben Sie Deutsch gelernt? 11. Warum haben Sie sich für den Kurs angemeldet? Wofür brauchen Sie Deutsch? Lernstrategien allgemein Fragen Notizen 12. In welchen Situationen benutzen Sie im Moment die deutsche Sprache? (Mündlich und/oder schriftlich, z. B. Einkaufen, Behörden, Bus fahren, Kindergarten/Schule, Arzt) a. Wie erkennen Sie beim Einkaufen, was da in deutscher Schrift steht? b. Fahren Sie mit dem Zug oder mit dem Bus? c. Wenn ja: Wie finden Sie den richtigen Zug/Bus? 13. Wie verständigen Sie sich auf Deutsch? (Nutzen Sie z. B. Verwandte, Kinder oder Freunde als Dolmetscher?) 14. Wie lernen Sie am besten neuen Wortschatz? (Z. B. aufschreiben, nachsprechen...) Teil B: A Interviews 217 Vokabellernstrategien Fragen Notizen 15. Wie merken Sie sich neue Wörter im Unterricht? Wie lernen Sie zu Hause? (Nur angucken, häufig nachsprechen, abschreiben und wieder lesen etc.) 16. Beispiele von Wort-Bild-Karten, Meine Lernwörter oder Karteikarten vor den TN hinlegen – REIHENFOLGE VARIIEREN! Kannten Sie eine oder mehrere der Strategien schon vor Kursbeginn? Wenn ja: Woher? Wort-Bild-Karten Vokabelheft Karteikarten 17. Mit welcher Strategie lernen Sie die Wörter im Kurs am besten? Warum? Wort-Bild-Karten Vokabelheft Karteikarten 18. Würden Sie eine der Strategien auch zu Hause/weiterhin verwenden? Wenn ja: Welche und warum? 19. Wie gut gefallen Ihnen die Strategien? a. Gibt es eine Strategie, die Ihnen besonders gut gefällt? b. Warum gefällt Ihnen Strategie xx besonders gut? WBK VH KK Kursleiterinterviewleitfaden KL-Befragung zum Teilnehmerlernverhalten/Lernstrategien – Haben Sie beobachtet, dass Ihre Lerner im Unterricht Lernstrategien benutzen? (In Bezug auf: Lesen, Schreiben, Verstehen) Wenn ja, welche? Beispiele: – Irgendwelche Hilfsmaterialien? (z. B. vorhandene Kopien/Notizen selbstständig nutzen – z. B. insb. Bilder…) – Beim Lesen der Schrift mit dem Finger folgen/bewusst langsam lesen/Silbenbogen malen Teil C: A.3 Anhang 218 – Häufiges Nachsprechen – Außerhalb von gemeinsamen Übungen etwas Gehörtes laut nachsprechen – Imitieren der Mundbewegung beim Hören – Eigenständiges Anfertigen von Notizen außerhalb des Tafelbildes – Notizen in der Muttersprache und/oder mit lateinischen Buchstaben bzw. – Um Erklärung bitten – Haben Sie beobachtet, dass die TN die gelernten Strategien (Wort- Bild-Karten, Karteikarten, Vokabelheft) im Unterricht anwenden, um neuen Wortschatz zu lernen? – Wenn nicht, wie lernen die TN Ihrer Meinung nach neuen Wortschatz? – Lernen die TN auch außerhalb des Unterrichts? (Haben Sie z. B. gesehen, dass TN sich die Vokabelhefte/Karteikarten/Wort-Bild- Karten mit nach Hause genommen haben? – Konnten Sie feststellen, ob die TN sich ein eigenes Vokabelheft angelegt haben? – Konnten Sie feststellen, dass Strategien anders als eigentlich vorgesehen von den TN verwendet wurden? (z.B. Vokabelheft als Referenzwerk) – Konnten Sie feststellen, dass Unterschiede/Präferenzen bzgl. stärkerer vs. schwächerer Lerner wahrgenommen wurden? Was sind Ihrer Meinung nach mögliche Gründe dafür? – Hatten Sie den Eindruck, dass die Vokabellernstrategien gut im Klassenraum umsetzbar waren? (Finden Sie, dass alles gut funktioniert hat/was hat nicht so gut funktioniert?) – Hatten Sie den Eindruck, dass die TN positiv/negativ auf die Strategien reagiert haben? – In diesem Kurs haben sich die meisten TN für die Strategie xxx entschieden, als sie sich eine Strategie aussuchen durften. Was glauben Sie, woran das liegt? – Hatten Sie eine präferierte Lernstrategie? Wenn ja, welche? Warum? – Ist Ihrer Meinung nach der Aufwand für die Erstellung/Vorbereitung für die Lernstrategien angemessen/zu hoch? A Interviews 219 – Vermitteln Sie explizit Lernstrategien im Unterricht? Wenn ja, welche und wie vermitteln Sie diese? – Beispiel: Benutzen Sie z. B. für den Einstieg in ein bestimmtes Thema Wort-Bild-Karten? Anhang 220 Rohdaten VH WBK KK SGS Name Punktzahl in % Punktzahl in % Punktzahl in % Punktzahl in % Testform A Testform B Testform C Testform A Testform B Testform C Testform A Testform B Testform C Testform A Testform B Testform C TN 1 20% 20% 33% 100% 60% 67% 80% 100% 67% 100% 100% 33% TN 2 60% 100% 0% 100% 100% 0% 100% 100% 67% TN 3 100% 100% 100% 100% 80% 100% 100% 100% 100% TN 4 100% 0% 0% 20% 20% 20% 100% 100% 87% TN 5 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 93% 100% 100% 100% TN 6 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 53% 100% 100% 100% TN 7 80% 80% 46% 100% 100% 87% 100% 100% 53% TN 8 100% 100% 40% 100% 100% 40% 80% 100% 60% 100% 60% 73% TN 9 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% TN 10 100% 60% 87% 100% 100% 26% 100% 100% 93% 100% 80% 93% TN 11 100% 100% 87% 100% 100% 73% 100% 100% 33% 100% 100% 100% TN 12 100% 100% 100% 100% 100% 100% TN 13 80% 0% 73% 100% 80% 0% TN 14 80% 60% 0% 60% 60% 33% 80% 80% 100% 100% 80% 100% TN 15 100% 100% 100% 100% 100% 87% 100% 100% 100% 100% 100% 93% TN 16 100% 100% 33% 100% 40% 20% 60% 40% 33% TN 17 100% 80% 93% 100% 100% 26% 100% 100% 80% TN 18 100% 100% 87% 80% 80% 87% 100% 100% 87% 100% 100% 100% TN 19 100% 100% 100% 80% 100% 67% 100% 100% 67% 100% 100% 53% TN 20 100% 80% 46% 100% 100% 100% 100% 100% 100% TN 21 80% 20% 13% 40% 60% 0% 40% 40% 73% 67% 33% 33% TN 22 60% 100% 100% 100% 100% 67% 100% 100% 87% 100% 100% 100% TN 23 100% 100% 100% 100% 80% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% TN 24 100% 100% 87% 100% 100% 73% 100% 100% 33% 100% 100% 100% TN 25 100% 80% 40% 100% 100% 87% 100% 100% 73% TN 26 100% 100% 93% 100% 100% 93% 100% 100% 100% TN 27 80% 100% 100% B B Rohdaten 221 VH WBK KK SGS Name Punktzahl in % Punktzahl in % Punktzahl in % Punktzahl in % Testform A Testform B Testform C Testform A Testform B Testform C Testform A Testform B Testform C Testform A Testform B Testform C TN 28 20% 60% 20% 100% 67% 67% TN 29 100% 100% 93% 100% 100% 60% TN 30 100% 80% 0% TN 31 100% 100% 100% Anhang 222 Vergleich der verschiedenen Testformen Empirische absolute Häufigkeitsverteilungen des Mittelwerts der Testformen Die Abbildung zeigt die absolute Häufigkeit des Mittelwerts der erreichten Punkte über alle Lernstrategien (Testform A) C C.1 C Vergleich der verschiedenen Testformen 223 Die Abbildung zeigt die absolute Häufigkeit des Mittelwerts der erreichten Punkte über alle Lernstrategien (Testform B) Anhang 224 Die Abbildung zeigt die absolute Häufigkeit des Mittelwerts der erreichten Punkte über alle Lernstrategien (Testform C) Wie die empirischen Häufigkeitsverteilungen zeigen, sind die Mittelwerte offensichtlich nicht normalverteilt. Signifikanztest: Friedman-Test Da, wie im vorherigen Kapitel erkennbar, die empirischen Häufigkeitsverteilungen offenbar nicht normalverteilt sind, wird nachfolgend ein Friedman-Test durchgeführt. C.2 C Vergleich der verschiedenen Testformen 225 1. Berechnung der mittleren Ränge MW. A = Mittelwert Testform A; MW. B = Mittelwert Testform B; MW. C = Mittelwert Testform C 2. Ergebnisse des Friedman-Tests In der Abbildung sind die Ergebnisse des Friedman-Tests zum unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der verschiedenen Testformen abzulesen. Der Friedman-Test zeigt signifikante Unterschiede der mittleren Ränge der Ergebnisse der verschiedenen Testformen an. Das heißt, die Tests haben mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Anhang 226 Vergleich der verschiedenen Lernstrategien Tests auf Normalverteilung Nachfolgend wird überprüft, ob die Mittelwerte der verschiedenen Strategien normalverteilt sind. MW.VH = Mittelwert Lernstrategie VH; MW.WBK = Mittelwert Lernstrategie WBK; MW.KK = Mittelwert Lernstrategie KK; MW.SGS = Mittelwert Lernstrategie SGS. Die Tests auf Normalverteilung sind fast alle signifikant. Dies bedeutet signifikante Abweichungen von der Normalverteilungsannahme. Signifikanztest: Friedman-Test Wie im vorherigen Kapitel ersichtlich, ist von nicht-normalverteilten Mittelwerten der Testergebnisse auszugehen. Daher wird nachfolgend ein Friedman-Test durchgeführt. D D.1 D.2 D Vergleich der verschiedenen Lernstrategien 227 1. Mittlere Ränge der Mittelwerte jeder Lernstrategie MW.VH = Mittelwert Lernstrategie VH; MW.WBK = Mittelwert Lernstrategie WBK; MW.KK = Mittelwert Lernstrategie KK; MW.SGS = Mittelwert Lernstrategie SGS. 2. Ergebnisse des Friedman-Tests In der Abbildung sind die Ergebnisse des Friedman-Tests zur unterschiedlichen Effektivität der verschiedenen Lernstrategien zu sehen. Der Friedman-Test zeigt einen signifikanten Leistungsunterschied der mittleren Ränge der Ergebnisse der verschiedenen Lernstrategien an. Das heißt: Gemäß Signifikanztest sind die Lernstrategien mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschiedlich effektiv. Anhang 228

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Zusammenfassung

Die anhaltende Zuwanderung von Flüchtlingen, die oft über gar keine oder nur wenige Schriftsprachkenntnisse verfügen, macht es erforderlich, den Lernern schnellstmöglich Lesen und Schreiben beizubringen. Die Vermittlung von geeigneten Lernstrategien kann dabei unterstützen, diese Fertigkeiten innerhalb und außerhalb des Kurses zu trainieren. Judith Böddeker erprobt im Rahmen ihrer Studie erstmals drei Vokabellernstrategien in Basis-Kursen für nicht (lateinisch) alphabetisierte Migranten. Die Potentiale für den Einsatz von Vokabellernstrategien werden aufgezeigt. Die Autorin stellt dar, welche Schwierigkeiten und Besonderheiten beim Arbeiten mit Lernstrategien innerhalb dieser Zielgruppe auftreten und welche der getesteten Strategien den größten Lernerfolg verzeichnet. Der Leser erhält didaktisch-methodische Anregungen für den Unterricht.