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Yana Kay Prinsloo

Reset Postmodernity?, page I - VIII

Das (not) doing opinion im Angesicht der ent-sinnten Gegenwart

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-4021-8, ISBN online: 978-3-8288-6792-5, https://doi.org/10.5771/9783828867925-I

Series: Kleine Mainzer Schriften zur Theaterwissenschaft

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Kleine Mainzer Schriften zur Theaterwissenschaft Kleine Mainzer Schriften zur Theaterwissenschaft Band 28 RESET POSTMODERNITY? Das (not) doing opinion im Angesicht der ent-sinnten Gegenwart von Yana Kay Prinsloo Herausgegeben von Peter Marx, Kati Röttger und Friedemann Kreuder Tectum Verlag Yana Kay Prinsloo Reset Postmodernity? Das (not) doing opinion im Angesicht der ent-sinnten Gegenwart Kleine Mainzer Schriften zur Theaterwissenschaft; Band 28 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017 eISBN: 978-3-8288-6792-5 ISSN: 1867-7568 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4021-8 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlagabbildung: © Nikolay Popov, Untitled, 2017 Druck und Bindung: CPI buchbücher.de, Birkach Printed in Germany Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Vorwort Yana Prinsloos Masterarbeit leistet einen substantiellen Beitrag zu der brandaktuellen sozial- und kulturwissenschaftlichen Debatte um den zeitgenössischen kulturellen Wandel zwischen Hyperkultur und Kulturessentialismus (Reckwitz) in Form einer Analyse der individualisierten, emotionalen, manipulativen Form politischer (Schein-) Teilhabe im Rahmen eines festen Aggregatzustandes der Meinungsbildung als reaktionärer Gegenbewegung auf den liquiden Zustand (Bauman) der postmodernen Gesellschaft und der darin agierenden flexiblen Menschen (Sennett). Ausgehend vom kulturellen Tun der Gegenwart als einer spezifischen Form des souveränen, körperbasierten Konsums, „welcher sich auf den (körperlichen) Oberflächen des Subjekts materialisiert“, zielt das Erkenntnisinteresse der Studie auf die Reanimation von Differenzen im doing opinion als gegenwärtiger Praxis des Meinung-Habens als Folge oder in Abgrenzung zu postmodernen Diskursen. Hierbei liegt im Rahmen der breit kulturwissenschaftlich eingerichteten heuristischen Optik der Arbeit der genuin theaterwissenschaftliche Fokus auf dem möglichen Anteil von Theater als meinungsbildender Institution – mittels seiner diskursiven Außenseite der Aufführungen und ihrer Rezeption wie auch des Dispositivs seiner Infrastruktur – an der kritischen Reflexion und Desavouierung eines doing opinion – etwa als Strategie der Hyperaffirmation (Frank), die exemplarisch an Dries Verhoevens Performance DIE KIRCHE: DIE BEERDIGUNG (Biennale Wiesbaden, 2016) und Oliver Reeses Inszenierung von Ferdinand von Schirachs Stück Terror (Schauspiel Frankfurt, 2016) untersucht wird. Friedemann Kreuder Mainz, im September 2017 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung – eine Standortbestimmung der politischen Gegenwart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 2 Die Diagnose – das doing opinion in der Politik, in der Gesellschaft und im Theater . . . . . . . . . . . . . . . 17 2.1 Die Postmoderne – Anlehnung und Abgrenzung . . . . 17 2.1.1 Zygmunt Bauman – die Tendenz der Verflüssigung 25 2.1.2 Fredric Jameson – der Verlust von Tiefenstrukturen 33 2.1.3 Andreas Reckwitz – das postmoderne Subjekt . . 41 2.1.4 Anwendung – die Konstruktion der Gegenwart und die Konstruktionen der Postmoderne . . . . . 45 2.2 Das doing opinion – die Entwicklung eines Dispositivs . 50 2.2.1 Affekt und Körper – die gegenwärtigen Körperdiskurse . . . . . . . . . 64 2.2.2 Wille und Zwang – das doing opinion-Dispositiv . . 70 2.2.2.1 Der ubiqutäre Ruf nach Partizipation . . . 73 2.2.2.2 Handeln und Urteilen . . . . . . . . . . . 76 2.2.3 Anwendung – ästhetische Strategien und Ökonomisierungsprozesse . . . . . . . . . . . . . . 88 2.3 Die Gegenwartskunst – Partizipation und Affizierung . 93 2.3.1 Das doing opinion im Gegenwartstheater . . . . . . 100 2.3.1.1 Ersatzpolitiken . . . . . . . . . . . . . . . . 103 2.3.2 Das not doing opinion – eine (Gegen-)Strategie . . . 113 2.3.2.1 1. Beispiel – „Die Kirche: Die Beerdigung“ 113 2.3.2.2 2. Beispiel – „Terror“ . . . . . . . . . . . . 118 2.3.3 Das Politische im Theater . . . . . . . . . . . . . . 121 2.3.4 Das kritische Potenzial der De- und Re-Institutionalisierung . . . . . . . . 123 2.3.5 Anwendung – die De-Identifikation der Zuschauer_Innen . . . . . . . . . . . . . . . . . 127 2.3.5.1 Die Ent-Sinnung in „Die Kirche: Die Beerdigung“ . . . . . . . . . . . . . . . 129 2.3.5.2 Die Ent-Sinnung in „Terror“ . . . . . . . . 132 2.3.6 Konklusion – die Ent-Sinnung der ent-sinnten Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . 135 3 Fazit und Ausblick – die Formen der Heilung . . . . . . . . 141 4 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153 5 Videoverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169

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Zusammenfassung

Unter dem Titel Reset Postmodernity? widmet sich Yana Kay Prinsloo dem aktuellen Zustand des Postfaktischen und attestiert selbigem eine wichtige Begleiterscheinung: die individualisierte, emotionale (Schein-)Teilhabe der Bevölkerungen der westlichen Industrieländer am gesellschaftlichen und politischen Leben. Gegenstand des Forschungsinteresses ist der politische Moment, der in der körperlichen Präsenz des Subjekts – als Teil der (Protest-) Gemeinschaft – liegt: Sie konstituiert Bedeutung; der Körper wird zur performativen Oberfläche einer politischen Orientierung; der Körper materialisiert die politische Orientierung des Subjekts. Das Politische in der Gesellschaft ist damit nicht nur Ergebnis der Kommunikation durch Sprache, sondern bereits das Ergebnis körperlicher Anwesenheit. Am Beispiel von Inszenierungen des deutschen Gegenwartstheaters und aktuellen politischen Entwicklungen setzt sich die Autorin mit Formen der gegenwärtigen Meinungsbildung auseinander. Ziel der Arbeit ist die Definition eines umfassenden Meinungsdispositivs, welches durch künstlerische/gegenhegemoniale Strategien dechiffriert werden kann.