Vorwort des Herausgebers in:

Matthias Herrmann (ed.)

Sichten auf Max Reger und seinen Schüler Paul Aron, page 7 - 8

Mit Korrespondenz des Ehepaars Reger und Aron

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4300-4, ISBN online: 978-3-8288-7573-9, https://doi.org/10.5771/9783828875739-7

Series: Dresdner Schriften zur Musik, vol. 8

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
7| Vorwort des Herausgebers Zum Reger-Gedenkjahr fand am 8. November 2016 in der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden ein „Tag für Max Reger“ statt, der sich regen Zuspruchs erfreute. Eingebunden war eine Feierstunde anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Dr. Hans John. Im Zuge der Neuordnung der sächsischen Hochschullandschaft gründete er mit dem damaligen Rektor Prof. Wilfried Krätzschmar 1993 das Institut für Musikwissenschaft als Nachfolgeeinrichtung der Abteilung Musikwissenschaft. Dass diese Gründung reiche Früchte getragen hat und trägt, machen die veranstalteten Tagungen und Vortragsreihen sowie die Einzel- und Reihen-Veröffentlichungen im Buch- und Notenbereich seiner Professoren deutlich. In der Feierstunde, die zusammen mit der Dresdner Gesellschaft der Musikfreunde stattfand, kamen im Zusammenhang mit der Würdigung des Jubilars auch Ausschnitte aus seinem Veröffentlichungsfundus zum Vortrag. Im abendlichen Kammerkonzert erklangen elf Reger-Lieder, die Sonate für Klarinette und Klavier B-Dur op. 108 und die Suite Nr. 2 d-Moll für Violoncello solo op. 131c durch hauseigene Studierende: Viktoria Wilson und Eva Zalenga (Liedklasse KS Prof. Olaf Bär); Gayeon Lee, Utako Washio und Mu Xu (Klavier; Klassen Prof. Karl Heinz Knobloch, Prof. Christine Hesse, Prof. Arkadi Zenzipér) sowie Seungju Mun (Klarinette; Klasse Prof. Joachim Klemm) und Anna Skladannaya (Violoncello; Klasse Prof. Emil Rovner). Die Moderation lag in den Händen des Bandherausgebers, der sich in der Werkauswahl an zwei Reger-Konzerten in Dresden orientiert hatte: am 29. November 1906 im Palmengarten mit Sanna van Rhyn (Sopran) und am 28. Oktober 1909 an unbekanntem Veranstaltungsort mit Palma von Paszthory (Violine). Die vorliegende Veröffentlichung ist zweigeteilt. Der erste Teil umfasst die am 8. November 2016 gehaltenen, Hans John gewidmeten Vorträge der Pro- 8 | fessoren des Instituts für Musikwissenschaft Dr. Manuel Gervink, Dr. Jörn Peter Hiekel, Dr. Michael Heinemann und Dr. Matthias Herrmann sowie der Gäste Prof. Dr. Peter Gülke (Weimar), Inhaber des ersten Ehrendoktorats der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, Dr. Stefanie Steiner- Grage vom Max-Reger-Institut Karlsruhe (Musikwissenschafts-Absolventin der Technischen Universität Dresden) und Dr. Vitus Froesch (Musikwissenschafts-Absolvent der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden). Nach einer biographischen Einführung widmen sich die Texte drei Bereichen Max Regers: seinem Instrumentalschaffen (Orchestervariationen, Kammer- und Orgelmusik), seiner Wirkung auf die Neue Musik seiner Zeit bis in die Gegenwart und seiner Rolle als Lehrer und Professor für Komposition, dargestellt am Beispiel Paul Arons. Hieran knüpft der zweite Teil an mit der Edition der Korrespondenz Regers und dem aus Dresden stammenden Paul Aron (1905–1916) sowie Arons Briefen an Elsa Reger (1916–1918). Somit wird eine Forschungslücke geschlossen, die einem dem Ehepaar Reger eng verbundenen Pianisten und späteren namhaften Exponenten der Moderne gilt, der 1933 nach Tschechien emigrieren musste und kurz vor der deutschen Annexion auf den amerikanischen Kontinent floh und sich in New York eine neue Existenz aufbaute. Der Dank des Herausgebers gilt den Autor*Innen des vorliegenden Bandes sowie im Falle der Briefeditionen dem Max-Reger-Institut Karlsruhe, den Meininger Museen und der Paul-Sacher-Stiftung Basel. Dankbar sei zudem vermerkt, dass Abbildungen aus den Karlsruher und Meininger Sammlungen im Bildteil zum Abdruck kommen. Namentlich werden in den Dank eingeschlossen Prof. Dr. Susanna Popp und Dr. Jürgen Schaarwächter (beide Karlsruhe), Dr. Maren Goltz (Meiningen), Dr. Felix Meyer (Basel) sowie für die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden Konstanze Kremtz (Layout und redaktionelle Mitarbeit) und für den Tectum Verlag Baden-Baden Vivienne Jahnke und Thomas Wasmer. Matthias Herrmann

Chapter Preview

References

Abstract

The oeuvre of Max Reger (1873–1916) evoked approval and rejection during the composer's lifetime. Reger also polarized as a person. The present volume deals with Reger's compositional oeuvre and with his personal environment – in the form of his student Paul Aron (1886–1955) from Dresden. At times, he was part of the close network of relationships between the Reger couple. The letters and cards from Reger to Aron from 1905 to 1915, as well as Reger's assessments, which are completely edited for the first time here, are supplemented by Aron's letters from the front of the First World War to Elsa Reger after the death of her husband (1916–1918). The extensive correspondence between Max Reger and Paul Aron shows an exciting teacher-student relationship more than 100 years ago. The sensitive texts of well-known authors trace a detailed picture of the composer. With contributions by Vitus Froesch, Manuel Gervink, Peter Gülke, Michael Heinemann, Matthias Herrmann, Jörn Peter Hiekel, Stefanie Steiner-Grage

Zusammenfassung

Das Oeuvre von Max Reger (1873–1916) rief zu Lebzeiten des Komponisten Zustimmung und Ablehnung hervor. Auch als Person vermochte Reger zu polarisieren. Der vorliegende Band befasst sich mit Regers kompositorischem Werk und mit seinem persönlichen Umfeld – in Gestalt seines aus Dresden stammenden Schülers Paul Aron (1886–1955). Dieser gehörte zeitweise zum näheren Beziehungsgeflecht des Ehepaars Reger. Die hier erstmals vollständig edierten Briefe und Karten Regers an Aron der Jahre 1905 bis 1915 sowie Beurteilungen Regers werden ergänzt durch Arons Briefe von der Front des Ersten Weltkrieges an Elsa Reger nach dem Tod ihres Mannes (1916–1918). Der umfangreiche Briefwechsel von Max Reger und Paul Aron spiegelt eine spannungsreiche Lehrer-Schüler-Beziehung vor mehr als 100 Jahren wider. Die einfühlsamen Texte bekannter Autoren zeichnen ein detailliertes Bild des Tonschöpfers nach. Mit Beiträgen von Vitus Froesch, Manuel Gervink, Peter Gülke, Michael Heinemann, Matthias Herrmann, Jörn Peter Hiekel, Stefanie Steiner-Grage