Matthias Herrmann, Stefanie Steiner-Grage, Max Reger an Paul Aron. Korrespondenz und Notizen der Jahre 1905 bis 1915 in:

Matthias Herrmann (Ed.)

Sichten auf Max Reger und seinen Schüler Paul Aron, page 101 - 164

Mit Korrespondenz des Ehepaars Reger und Aron

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4300-4, ISBN online: 978-3-8288-7573-9, https://doi.org/10.5771/9783828875739-101

Series: Dresdner Schriften zur Musik, vol. 8

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
101| Max Reger an Paul Aron Korrespondenz und Notizen der Jahre 1905 bis 1915 hrsg. von Matthias Herrmann und Stefanie Steiner-Grage Vorbemerkung zur Edition Die Edition basiert auf Quellenmaterial aus dem Max-Reger-Institut Karlsruhe: 4 Briefe, 6 Ansichtskarten und 57 Postkarten an Paul Aron von Reger (und zum Teil von Ehefrau Elsa), des Weiteren 2 Reger-Zeugnisse über Aron. Dieses umfangreiche Material umspannt das Jahrzehnt von 1905 bis 1915. Hinzu kommt ein Brief des Ehepaars Reger und Arons an Martha Ruben sowie eine Notiz Regers für dieselbe, zudem eine Mitteilung Regers an Karl Straube und eine Tischordnung Regers. Aus der Paul-Sacher-Stiftung Basel stammt die Kopie einer Visitenkarte mit Empfehlungen Regers für seinen Schüler. Alle diese Quellen waren im Besitz von Paul Aron, der diese Originale seines verehrten Lehrers und Klavierpartners zeitlebens aufbewahrt hat. Vor allem während der Emigration ab 1933 in Tschechien, auf Kuba und in den USA dürften ihm diese Dokumente (wie die Korrespondenz mit anderen Komponisten) wertvolle Zeugen einer vergangenen Zeit und Welt gewesen sein. Ein ausführlicher Aufsatz von Sirvart Poladian (New York) berichtete nach Arons Tod über dessen handschriftlichen Nachlass (Poladian 1962). Später gingen Kopien der Nachlassdokumente an das Leo Baeck Institute New York und an die Paul-Sacher-Stiftung Basel. Die originalen Komponistenbriefe aber (darunter diejenigen Regers) wurden auf dem internationalen Autographenmarkt sowie entsprechenden Institutionen angeboten. So erhielt 1993/95 die Leiterin des Max-Reger-Instituts, Dr. Susanne Popp, von diesen wertvollen Quellen Kenntnis. Verdienstvollerweise kaufte sie die Re- 102 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE ger-Dokumente für ihr Institut an und bewahrte sie damit vor einem weltweiten Verstreutsein. Zudem erwarb sie den noch nicht veräußerten Teil der Komponisten-Korrespondenz an Aron. (Vor der Vollendung befindet sich die Publikation: Paul Aron in Dresden. Selbstzeugnisse · Konzertreihen „Neue Musik“ 1919–1933 · Korrespondenz, hrsg. von Matthias Herrmann.) Die Herausgeber der nachfolgenden Edition haben sich parallel mit der Reger-Aron-Korrespondenz beschäftigt: Dr. Stefanie Steiner-Grage als damalige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Max-Reger-Instituts Karlsruhe für Aufsätze und Vorträge über Aron, Prof. Dr. Matthias Herrmann vom Institut für Musikwissenschaft der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber im Zuge seiner langfristigen Aufarbeitung der Dresdner Musikgeschichte, in der Aron in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielte. Es lag also auf der Hand, die Vorarbeiten beider in eine gemeinsame Edition münden zu lassen und eine Brücke zu schlagen zwischen dem Textbeitrag Stefanie Steiner-Grages im vorliegenden Band zum Verhältnis Reger – Aron und der Edition der Jahre 1905 bis 1915. Der Dank der Herausgeber richtet sich an Prof. Dr. Susanne Popp als Direktorin des Max-Reger-Instituts Karlsruhe und an ihre Mitarbeiter*Innen, an die Direktion der Paul-Sacher-Stiftung Basel sowie an Dr. Vitus Froesch und Robert Seidel für ihre Mitarbeit im Auftrag der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Die Transkription der Vorlagen erfolgt diplomatisch getreu, ohne Kürzungen. Die Formeln zur Verabschiedung am Schluss der Schreiben werden aus Platzgründen zusammengezogen, ebenso die Empfänger- und Absender-Angaben. Regers Schreibeigenheiten (z. B. die Weglassung des Punktes bei Abkürzungen) bleiben in der Edition erhalten, allerdings wurden Konsonanzen mit darüber liegendem Strich (wie bei m oder n) als doppelte Buchstaben abgedruckt. Abkürzungen werden nicht ergänzt (ggf. jedoch in den Anmerkungen aufgelöst), Schreibfehler in der Regel nicht ausgemerzt, fehlende Wörter aber in eckigen Klammern hinzugefügt. Abweichende Schreibweisen von Eigennamen bleiben erhalten und werden durch ein hochgestelltes Sternchen * markiert (z.B. „Aaron“ [Nr. 3], „Ahorn“ [Nr. 6]). Das &-Zeichen wird aufgelöst und hervorgehobene Wörter (etwa durch Versalien) kursiv gesetzt. Während Ein- und Zweifachunterstreichungen in die Edition übernommen werden, wird Drei- und Vierfachunterstreichung durch zwei Striche und einen Anmerkungshinweis gekennzeichnet. Herausgeber-Zusätze vor und nach den Textabdrucken sind kursiv gesetzt. 103| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Die Edition ist durchnummeriert. Am Anfang einer jeden Nummer befinden sich Kopfzeilen mit folgenden Angaben: Nr. Verfasser an Empfänger Datum (ggf. ermittelt) Brief, Postkarte oder Notiz, ggf. mit Datierung (eigen- oder fremdschriftlich, Typoskript) Ggf. Angabe des Poststempels Original, Abschrift: Archiv, Ort (Signatur) Ggf. Faksimile mit Literaturangabe (veröffentlichte Texttranskriptionen finden keine Erwähnung) Um die abgedruckten Materialien in ihren Überlieferungsdetails mühelos entschlüsseln zu können, finden sich am Beginn und am Ende einer betreffenden Textstelle Exponenten, die Folgendes per Kürzel anzeigen: bu = Briefumschlag e = eigenschriftlich f = fremdschriftlich h = handschriftlich m = maschinenschriftlich s = Stempel u = unterschriftlich v = Vordruck Biographische Notizen zu Max und Elsa Reger, Paul Aron, Martha Ruben und zu den Reger-Adoptivtöchtern 1. Max (eigentlich Johann Joseph Maximilian) Reger, Komponist, Pianist, Dirigent, Kompositionslehrer, Konzertorganisator * 19.3.1873 in Brand/Oberpfalz † 11.5.1916 in Leipzig Lebensstationen: Wiesbaden 1893–1898, Weiden 1898–1901, München 1901– 1907, Leipzig 1907–1911/1916, Meiningen 1911–1914, Jena 1915/16. 2. Elsa Reger, geb. von Bagenski, gesch. von Bercken, Gattin des Komponisten * 25.10.1870 Kolberg in Westpommern † 3.5.1951 in München (heute Kolobrzeg/Polen) Regers Bekanntschaft mit Elsa von Bercken geht auf die Wiesbadener Zeit zurück, als er zwischen 1893 und 1898 Elsas Cousine Klavierstunden gab. 104 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 1899 begann er, die gerade geschiedene Offiziersfrau zu umwerben. Zur Trauung 1902 musste aufgrund ihrer Konfessionen – Elsa war Protestantin, Reger Katholik – ins württembergische Bad Boll bei Göppingen ausgewichen werden. Auf Elsa Reger geht 1947 die Gründung der nach ihr benannten Stiftung zurück. (RWV Bd. 1, S. 310) 3. Paul Aron * 9.1.1886 in Dresden † 6.2.1955 in New York Lebensstationen: Abitur am Wettiner Gymnasium in Dresden (heute Gebäude der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber), begonnenes Jurastudium (4 Semester) in München, 1905 Kontakt zu Reger und seit Oktober d. J. bei diesem Unterricht (Klavier, Harmonielehre, Generalbass, Modulationslehre), 1907 Übersiedelung nach Leipzig, bis 1909 offizielles Studium bei Reger am dortigen Konservatorium, 1907 erstes gemeinsames Reger- Aron-Konzert. 1912 Umzug von Leipzig nach Berlin, freischaffender Pianist, während des I. Weltkrieges Soldat (Tätigkeit als Funker und Sanitäter). 1919 Rückkehr nach Dresden, seitdem Organisation, Durchführung und Veranstaltung von Konzertreihen zur zeitgenössischen Musik, Dozent am Dresdner Konservatorium und an der Orchesterschule der Sächsischen Staatskapelle. 1933 Emigration nach Tschechien (konzertante, pädagogische und publizistische Tätigkeit), bis 1935 gelegentliche Auftritte in der Jüdischen Künstlerhilfe in Dresden, 1939 Flucht nach Amerika, zunächst in Havanna (Kuba), ab 1941 in den USA (1946 Staatsbürgerschaft) tätig: als Klavierlehrer, Konzertpianist, Dirigent und Verlagslektor. In den Nachkriegsjahren Konzertreisen nach Berlin, München und Stuttgart. In der Emigrationszeit verstärkte kompositorische Tätigkeit. In seinen Dresdner Konzertreihen setzte Aron folgende Reger-Werke aufs Programm: 6.10.1919, 1. Konzert der Reihe „Klavierstück und Lied der Zeit“, Galerie Richter, Prager Str. 31; Paul Aron (Klavier), Milly Stephan (Gesang): - Flieder, aus: Sechs Lieder für mittlere Singstimme und Klavier op. 35 Nr. 4 (1899) (RWV Bd. 1, S. 135 f.) - Flötenspielerin, aus: Vier Gesänge für mittlere Singstimme op. 88 Nr. 3 (1905) (RWV Bd. 1, S. 518 f.) - Ein Drängen, aus: Vier Lieder für mittlere bzw. hohe Singstimme und Klavier op. 97 Nr. 3 (1906) (RWV Bd. 1, S. 559 f.) - Nr. 3, aus: Sechs Intermezzi op. 45 Nr. 3 (1899/1900) (RWV Bd. 1, S. 186) - Nr. 6, aus: Aus meinem Tagebuche. Kleine Stücke für Klavier, Bd. 1: Zwölf kleine Stücke op. 82 Nr. 6 (1904) (RWV Bd. 1, S. 475 f.) 105| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 - Nr. 7, aus: Silhouetten. Sieben Stücke für Klavier op. 53 Nr. 7 (1900) (RWV Bd. 1, S. 228 f.) 10.10.1927, Erstes Konzert der Reihe „Neue Musik Paul Aron“ (Konzertjahr 1927/28), Künstlerhaus, Albrechtstraße 6; Paul Aron (Klavier), Wiener Streichquartett (Rudolf Kolisch, Felix Khuner, Eugen Lehner, Benar Heifetz): - Klavierquintett c-Moll op. 64 (1901, evtl. Überarbeitung 1902) (RWV Bd. 1, S. 296 f.) 26.10.1932, Erstes Konzert der Reihe „Kammerabende Paul Aron“ (Konzertjahr 1932/33), Künstlerhaus, Albrechtstraße 6; Paul Aron (Leitung und Klavier), Paul Aron‘s Kammerchor: - Präludium und Fuge, aus: Vier Spezialstudien für die linke Hand für Klavier (1901) WoO III/13, Nr. 4 (RWV Bd. 1, S. 924) - Neun ausgewählte Volkslieder für Männerchor (1899) WoO VI/7, daraus: Nr. 3, Ach Bäumchen, du stehst grüne, Nr. 8, Trutze nicht (RWV Bd. 1, S. 1008–1010) - Fünf ausgewählte Volkslieder für Männerchor (1898) WoO VI/6, daraus: Nr. 5, Ich hab‘ die Nacht geträumet - Acht ausgewählte Volkslieder für gemischten Chor (1899) WoO VI/11 Nr. 8, Es waren zwei Königskinder (RWV Bd. 1, S. 1017 f.) 23.11.1932, Zweites Konzert der Reihe „Kammerabende Paul Aron“ (Konzertjahr 1932/33), Künstlerhaus, Albrechtstraße 6; Paul Aron (Klavier), Julia Nessy (Prag, Gesang), Willy Janda (1. Violine), Adolf Fricke (2. Violine), Georg Seifert (Bratsche), Bernhard Günther (Cello), Heinz Andrä (Klarinette): - Klarinettensonate B-Dur op. 107 (1908/09) (RWV Bd. 1, S. 924) (Alle Angaben nach: Herrmann i.V.) 4. Martha Ruben * 1876 in Wien † 1950 in Wien Die Wiener Klavier- und Gesangslehrerin war eine Freundin der Familie Reger. Sie und Paul Aron führten während Elsa Regers Klinikaufenthalt (Februar bis Juli 1908) den Leipziger Haushalt Regers und kümmerten sich um die ältere Adoptivtochter Christa. Wie Fritz Stein sehr viel später (am 25.5.1955) gegenüber Ottmar Schreiber berichtet hat, soll es vor der Abreise Martha Rubens nach Wien zu einer „gewaltige[n] Eifersuchts-Szene“ durch Elsa Reger gekommen sein. Drei öffentliche Auftritte Regers mit Ruben sind nachweisbar (Schreiber 1981 Teil 2, S. 290, 325, 327): am 21.11.1905 in München (Liederabend), am 10.7.1908 in Leipzig (Sommerfest des Universitäts-Sängervereins zu St. Pauli) und am 21.10.1908 in Dresden (Reger-Abend). Der widmungsfreudige Komponist 106 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE eignete Martha Ruben das erste seiner Sechs Lieder „Neue Fülle“ nach Stefan Zweig zu (RWV Bd. 1, S. 609, 611) und schenkte ihr einige Werkentwürfe (Reger – Arbeit 1956, S. 176). 5. Christa und Charlotte Reger Christa Reger, geb. Marie Martha Heyer, später verh. Staubach (1905–1969), lebte seit Juli 1907 beim Ehepaar Reger und wurde am 30.10.1908 adoptiert; 1931 Heirat mit Georg Staubach, gemeinsame Kinder: Irene Charlotte, verh. Schwartz, und Kurt Georg (RWV Bd. 1, S. 414). Charlotte Reger, genannt Lotti, geb. Selma Charlotte Meinig, später verh. Brock (1907–1963), lebte seit 1909 beim Ehepaar Reger und wurde am 29.4.1910 adoptiert; 1929 Heirat mit Ferdinand Brock, vier gemeinsame Kinder (RWV Bd. 1, S. 414). 107| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Edition 1 Reger an Aron 7.12.1905 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: München 7.12.05 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 526) vKönigreich Bayernv Postkarte Herrn *Aaron München Adalbertstraße 27II Lieber Herr *Aaron! Bitte kommen Sie am Sonnabend 16. Dez. nachmittags 4 ½ Uhr sicher1 zur Stunde; früher kann ich leider nicht! Kommen Sie also sicher um die soeben angegebene Zeit. Besten Gruß Ihr Max Reger ANMERKUNG 1 Unterstreichung dreifach. 2 Reger über Aron 23.12.1905 Zeugnis (eigenschriftlich) Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 527) vMax Reger München Victor Scheffelstr. 10/III.v vMünchen, denv  e23. Dez.e  v190v  e5e München, 23. Dez. 1905. 108 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Herr Paul Aron hat bei dem Unterzeichneten Unterricht in Klavierspiel, Harmonielehre, Generalbaßspiel, Modulationslehre u. hat bei sehr großem Fleiß und ebensolcher Beanlagung derartige Fortschritte in all den oben bezeichneten musikalischen Fächern gemacht, daß ihm der Unterzeichnete sehr dazu rathen kann, die Laufbahn eines Musikers zu ergreifen. Herr P. Aron wird es sicherlich, wenn er mit seinem bisherigen grossen Flei- ße so weiterarbeitet, zu sehr schönen Resultaten in seiner Laufbahn als Musiker bringen. Ich betone dies nachdrücklichst, daß Herr P. Aron diese grossen Fortschritte in jeder Hinsicht gemacht hat, weil Herr P. Aron erst 2 Monate bei mir Unterricht hat1, was um so anerkennenswerter ist. Max Reger ANMERKUNG 1 Aron hatte demzufolge seit Oktober 1905 Unterricht bei Reger. 3 Reger an Aron 16.3.1906 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: München 16.3.06 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 528) vKönigreich Bayern Postkartev Herrn P. Aron München Fürstenstraße 13I Gartenhaus Lieber Herr *Aaron! Bitte, vergessen Sie nicht, nächsten Montag den 19. März vormittags 10 ¾ Uhr sicher zur Probe im Odeon1 (Königszimmer) I. Etage Eingang von der Ludwigstraße Tür links zu sein! Fr. Gruß Ihr Max Reger 109| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 ANMERKUNG 1 Im Münchner Odeon (Konzerthaus mit hervorragender Akustik, im II. Weltkrieg zerstört und als Staatsministerium des Innern wiedererrichtet) fand am 19.3.1906 ein Liederabend mit Otti Hey und Max Reger statt; tags darauf dirigierte Reger im II. Porgeskonzert Kantaten von Bach und sich selbst (Schreiber 1981 Teil 2, S. 298). Die Probe, zu der Aron kommen sollte, bezog sich also auf eines der Konzerte oder auf beide. Der Chorleiter und Musikschriftsteller Heinrich Porges (1837 Prag – 1900 München) setzte sich intensiv für Wagner ein. 4 Reger an Aron 9.2.1907 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 9.2.07 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 529) vPostkartev Herrn Paul Aron München Fürstenstraße 23II Lieber Herr Aron! Wenn Sie am 18. Februar nachmittags nach Stuttgart kommen1, so bitte ich Sie nicht ins Hotel Victoria zu gehen, sondern sich umgehendst einen Wagen zu nehmen u. in Stuttgart sofort nach Lessingstraße 9 parterre Frau Keller2 zu fahren! Ihr Zug in München geht3 um 1250 mittags ab; steigen Sie in die vordere Hälfte des Zuges ein, denn die vordere Hälfte des Zuges kommt eher nach Stuttgart; also erkundigen Sie sich beim Schaffner! Sie [sind] also absolut sicher am 18. Febr. nachmittags 5 Uhr bei Frau Keller: Lessingstr 9 part. in Stuttgart erwartend mit frl Gruß Ihr Max Reger ANMERKUNGEN 1 Paul Aron reiste am 18.2.1907 nach Stuttgart, wo Reger in der Liederhalle auftrat. Danach fuhren beide nach Karlsruhe zum Reger-Abend, der am Folgetag im Museumssaal von Gabriele von Weech veranstaltet wurde; Mitwirkende: Jan van Gorkom (Bariton) sowie Aron und Reger (beide Klavier); Programm: Drei Stücke aus Sechs Stücke für Klavier zu 4 Händen op. 94, Lieder, Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 310 f.). 2 Unbekannte Person. 3 „geht in München geht“; erstes „geht“ von Hrsg. gestrichen. 110 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 5 Elsa und Max Reger an Aron 13.9.1907 Ansichtskarte (eigenschriftlich) Rückseite: Kolberg, Ansicht der Hafeneinfahrt Poststempel: Kolberg 13.9.07 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 530) vPostkartev Herrn Paul Aron Dresden-A Güterbahnhofstraße 2II [Elsa Reger:] eL. H. A, Auch von mir viele Grüße. Christa1 geht es sehr gut u. sie ist2 meist brav; sie blüht wie ein Röslein u. ist hier durch ihr sonniges Wesen der allgemeine Liebling. Viele Empfehlungen an Ihre verehrte Frau Mutter3. Am 17. abends kommen wir heim. Ihr[e] ergebene Elsa Reger. Wegen der neuen Musikschule hat mein Mann an Mottl4 geschrieben.e [Max Reger:] eFrl Gruß Ihr Max Regere ANMERKUNGEN 1 Christa Reger; Aron kümmerte sich (vermutlich mit Martha Ruben) um sie, als Elsa und Max Reger in Kolberg weilten. 2 „ist sie“, Wortumstellung „sie ist“ durch Hrsg. 3 Berta (Betti) Aron, geb. Fuchs (1857–1942) lebte in Dresden, musste während des II. Weltkrieges zunächst ins dortige „Judenhaus“, Güntzstraße 24, umziehen und wurde dann ins Lager Theresienstadt deportiert, wo sie am 14.7.1942 starb (Schindler 2003, S. 30, 35). 4 Felix Mottl (1856–1911), seit 1904 Münchner Hofkapellmeister, übernahm auch die „Direktion der Kgl. Akademie der Tonkunst“ und wurde 1907 „Direktor der Münchener Hofoper“. Handelte es sich möglicherweise um eine neugegründete Abteilung innerhalb der Akademie? (Peter Jost: Art. Mottl, Felix, in: MGG 2004, Personenteil Bd. 12, Kassel etc. 2004, Sp. 548). 111| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 6 Reger an Aron 21.12.1907 Ansichtskarte (eigenschriftlich) Rückseite: Kolberg, Ansicht der Hafeneinfahrt Poststempel: Leipzig 21.12.07 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 531) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Dorotheenstraße 2 Pension Lieber Herr *Ahorn! Bitte kommen Sie morgen (Sonnabend) abend 6 ½ Uhr zum Abendessen zu uns; Sie bekommen dann von mir Karte zur morgigen Generalprobe zum Bachvereinsconcert1; bringen Sie drum sicher die Karte zum Bachvereinsconcert, die Sie haben, mit. Mit fr Gruß Ihr Max Reger ANMERKUNG 1 Offenbar kein Konzert, an dem Reger mitwirkte (Schreiber 1981 Teil 2, S. 319). 7 Max und Elsa Reger sowie Paul Aron an Martha Ruben 2.4.1908 Brief (eigenschriftlich) Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 342) vMax Reger Leipzig, denv [Aron:] e2. Aprile v19v [Aron:] e08 Felixstr. 4, II.e [Aron:] eSehr geehrtes gnädiges Fräulein: Im Auftrage des Herrn Prof. Reger, welcher immer verreist ist, soll ich Ihnen seine allerhöchste Anerkennung für die wohlgelungenen Aufnahmen1 aussprechen. Herr Prof. Reger wird nach Bedarf bei Ihnen Abzüge bestellen 112 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE – ergebenst Unterzeichneter wäre nicht unglücklich, wenn er auch einen davon bekäme. Er hofft, daß ihm dieser Wunsch – in seiner Eigenschaft als Sekretär, Kindermädchen etc. der verehrten Familie Reger – nicht als Unbescheidenheit ausgelegt wird. Mit den allerergebensten Grüßen an Sie, verehrtestes gnädiges Fräulein, bin ich Ihr hochachtungs„voller“2 Paul Aron.e [Elsa Reger:] eLiebes Frl. Martha. Vielen Dank für Ihre liebe Karte, bin froh, daß Sie gut reisten. Ich kann mir denken, wie glücklich Ihre Eltern sind, Sie wieder zu haben.3 1 000 Grüße an Sie alle Drei. Ihre Elsa.e [Aron:] eFrau Reger wollte mehr schreiben, aber es strengt sie noch etwas an. Ich soll Ihnen noch sagen, daß ihr die Bilder auch sehr gefallen. Sie hat ihre Meinung darauf geschrieben (auf die Rückseite!). Noch etwas Mysteri- öses soll ich ausrichten: „Es“4 sei schon in Bearbeitung.e [Max Reger:] eNachdem Aron „voll“ ist, können Sie sich denken, welche Mühe es kostete, bis er einen halbwegs anständigen Brief glücklich fertig hatte; aber ich gönne ihm die Vollheit! Ich bin vor ein paar Stunden von Stettin5 wohlhabend – pardon – wohlbehalten nach Hause gekommen, hab‘ da auch manchen guten Witz neu gehört! Die Tour mit Marteau6 war höchst fidel! Nun sitze ich und arbeite [am] Violinconcert7! Das muß baldigst fertig werden! Morgen gehts also weiter; am 8. früh 8‘19 komme ich nachhause. Bitte, grüssen Sie Ihre hochverehrten Eltern8 bestens von mir u. haben Sie selbst ebenfalls freundlichste Grüsse Ihres ergebensten Max Reger. Denken Sie noch immer an die „Auster“9!e ANMERKUNGEN 1 Fotografien, vgl. Fotosammlung des Max-Reger-Instituts Karlsruhe, vgl. Abbildungen, Nr. 6 im vorliegenden Band. 2 Vgl. die nachfolgenden Zeilen Regers: Aron war offenbar stark alkoholisiert. 3 Sie weilte offenbar gerade bei ihren Eltern in Wien. 4 Unbekannt, was damals in Bearbeitung war. 113| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 5 Hauptstadt der preußischen Provinz Pommern, seit 1945 Szczecin, Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern. 6 Henri Marteau (1874–1934), mit dem Reger am 13.3.1908 in Königsberg und am 1.4.1908 in Stettin gastierte; Programm: Werke von Beethoven, Brahms und Reger: Sonate D-Dur für Violine allein op. 91/2 sowie Suite im alten Stil F-Dur für Violine und Klavier op. 93 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 322). 7 Violinkonzert A-Dur op. 101 (1907/08), uraufgeführt am 15.10.1908 im Gewandhaus zu Leipzig, Solist: Henri Marteau (zugleich Widmungsträger), Dirigent: Arthur Nikisch (RWV Bd. 1, S. 582–585). 8 … die in Wien lebenden Eltern Martha Rubens. 9 Erläuterung nicht möglich. 8 Reger an Martha Ruben 6.4.1908 Notiz (eigenschriftlich) Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 532) 6. April 1908 Nicht königliche Sängerin ist Max Reger1 ANMERKUNG 1 Der Hintergrund zu dieser Niederschrift ist nicht verifizierbar. 9 Reger an Aron 24.4.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 24.4.08 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 533) Faksimile, in: Steiner 2012, S. 339 vPostkartev Seiner Hochwohlgeboren Herrn Paul Aron (Prof. in spe) Theorielehrer, Klaviervirtuose, Komponist, Dirigent, etc. Dresden-A Güterbahnhofstraße 2 Königreich Sachsen Deutschland 114 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE L. H. A.! Ich komme am Dienstag 28. April vormittags 1026 Uhr in Dresden-Hauptbahnhof an; bitte, holen Sie mich sicher ab mit den Noten (Beethovenvariationen); wir fahren dann sofort in den Konzertsaal und proben da!1 Bitte sorgen Sie dafür, daß die 2 Flügel um 10 Uhr schon stehen mit beiden Deckeln ab! Am 17. Oktober habe ich ein Concertengagement für Sie (50 M).2 Bitte, beantworten Sie mir diese Karte möglichst umgehendst Mit vielen Grüßen Ihr Reger ANMERKUNGEN 1 Liederabend am 28.4.1908 in Dresden (Saal unbekannt) mit Maria E. Orthen und Reger (Klavier); Aron wirkte bei den Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86 mit; das Lied- Programm umfasste Werke von Schubert, Brahms, Wolf und Reger (Warnung op. 104/2; Mutter, tote Mutter op. 104/3; Lied eines Mädchens op. 104/4; Reiterlied op. 76/34) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 324). 2 Am 17.10.1908 in Plauen/Vogtland: Max-Reger-Abend des Lehrergesangvereins und der Städtischen Kapelle unter Regers Leitung; Mitwirkende: Herr Büldge (Violine), Aron und Reger (Klavier); Programm: Hymne an den Gesang op. 21; Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 327). 10 Reger an Aron 30.5.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 30.5.08 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 534) vPostkartev Herrn Paul Aron Dresden-A Güterbahnhofstraße 2 L. H. A.! Na also: den Orden für Kunst und Wissenschaft1 haben wir erhalten; der Großherzog von Hessen2 sandte ihn mir nach ins Hotel3, bevor ich nach Leipzig zurückreiste! Er schrieb mit dazu einen reizenden netten Brief. Viel beste Grüße von Haus zu Haus Ihr Max Reger 115| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 [Martha Ruben:] eDie besten Grüsse von Ihrer Martha Rubene ANMERKUNGEN 1 Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft (Schreiber 1981 Teil 2, S. 325). 2 Ernst Ludwig von Hessen (1868–1937) – der Großherzog betätigte sich als „Förderer der Künste und der Musik“, in dem er u. a. Musikfeste mit zeitgenössischen Werken veranstaltete und die Jugendstil-Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt unterstützte. Dem Großherzog widmete Reger seine Klarinettensonate B-Dur op. 107 (RWV Bd. 1, S. 626). 3 Vermutlich in Darmstadt, wo Reger am 27.5.1908, zum 3. Festtag des 1. Kammermusikfestes, gastierte und neben seinem Klaviertrio e-Moll op. 102 Lieder (Ein Drängen op. 97/3, Unterwegs op. 68/2) zur Aufführung brachte; Mitwirkende: Ludwig Heß (Tenor) und Mitglieder des Havemann-Quartetts; weiter erklangen Werke von Volkmar Andrae, Ludwig Heß und Fritz Volbach (Schreiber 1981 Teil 2, S. 324 f.). 11 Reger an Aron 27.7.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 27.07.08 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 535) vPostkartev Herrn Paul Aron Badenweiler Hotel Engler Badischer Schwarzwald Lieber Herr Aron! Schönen Dank für Ihre Zeilen, ich sitze 10 000 Meilen tief in Arbeit! Uns geht es gut! Viel Grüße an Sie u. Frau Lauer1 Stets Ihr Max Reger ANMERKUNG 1 Sollte es sich um die Sopranistin Beatrice Lauer-Kottlar (1883 Cernauţi/Rumänien – 1935 Liel/Baden) handeln, mit der Reger am 2.1.1907 in München (Bayerischen Hof) gastierte (Schreiber 1981 Teil 2, S. 306)? 116 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 12 Reger an Aron 31.7.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Jena 31.07.08 / Badenweiler: 1.8.08 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 536) vPostkartev Herrn Paul Aron Badenweiler Hotel Engler Badischer Schwarzwald Besten Gruß sendet Ihnen u. Frau Lauer1 Dr phil honoris causa2 Max Reger [Elsa Reger:] eu. Elsa Regere ANMERKUNGEN 1 Vgl. Nr. 11, Anm. 1. 2 Am 31.7.1908 erfolgte die Verleihung des Dr. phil. h.c. im Festakt anlässlich des 350. Jubiläums der Universität in Jena (Schreiber 1981 Teil 2, S. 326). 13 Reger an Aron 9.9.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Berchtesgaden: 10.9.081 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 537) vKönigreich Bayernv Postkarte Herrn P. Aron Dresden-A Güterbahnhofstraße 2II L. H. A! An Schuch2 hab‘ ich geschrieben; bitte, wenden Sie sich direkt an ihn; wann er Sie empfangen will; ich hab‘ ihm geschrieben, daß Sie bis 24. Sept. in Dresden sind. Am 25. Sept. müssen Sie in Leipzig sein wegen unserer vielen Pro- 117| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 ben!3 Zu Petri4 würde ich auch gehen; berufen Sie sich auf mich. Das Zeugnis erhalten Sie in Leipzig von mir; für die kommende Saison ist es schon aber viel zu spät, auf daß Sie mit einem Zeugnis noch irgend was erreichen könnten! – Aber am 26. September vormittags 9 Uhr müssen Sie zur 1. Probe bei mir Leipzig, Felixstraße 4.II [sein.] Mit frd. Grüßen von Haus zu Haus Ihr Dr Max Reger ANMERKUNGEN 1 Reger machte mit seiner Familie vom 7.8. bis 20.9.1908 in Schneewinkl bei Berchtesgaden Urlaub; nach Zwischenaufenthalten erfolgte am 25.9. die Rückkehr nach Leipzig (Schreiber 1981 Teil 2, S. 326). 2 Ernst von Schuch (1846–1914), Generalmusikdirektor der Kgl. Sächsischen Hofoper in Dresden, äußerte sich Reger gegenüber wie folgt: „Dresden, 21.9.1908. Verehrter Meister! Ihre dramatische Ouvertüre habe ich für das 6. Sinfonie-Konzert der Serie A (26. März 1909) angesetzt und ich hoffe, dass ich Sie bei diesem Anlass in Dresden begrüßen werden kann. Ihr mir von Ihnen empfohlener Schüler, Herr Aron, wird mir heute vorspielen und Ihnen dieses Schreiben überbringen. Mit ganz besonderer Wertschätzung bin ich Ihr sehr ergebener Ernst von Schuch“. (Max Reger-Institut Karlsruhe: Ep. Ms. 1347; Transkription des Originals, ohne Absätze zu berücksichtigen.) In der Tat fand am 26.3.1909 in Anwesenheit Regers die Erstaufführung seines Symphonischen Prologs op. 108 durch die Kgl. musikalische Kapelle in der Kgl. Hofoper Dresden (Semperoper) statt; die Leitung hatte Adolf Hagen (Schreiber 1981 Teil 2, S. 338). Ob Arons Vorspiel bei Schuch Folgen hatte, ist unbekannt. 3 Für das nächste gemeinsame Konzert im Kaufmännischen Verein unter Leitung von Josef Krug-Waldsee am 3.10.1908 im Magdeburger Prunksaal des Fürstenhofes; Programm: Mozarts Konzert Es-Dur KV 365 für zwei Klaviere und Orchester sowie Regers Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 326). 4 Der Geiger Henri Petri (1856–1914) stammte aus den Niederlanden und kam als Schüler Joseph Joachims (Berlin) über Sondershausen, Hannover und Leipzig nach Dresden, wo er zwischen 1889 und 1914 als 1. Konzertmeister der Hofkapelle und als Primarius des gleichnamigen Quartetts wirkte (Schreiber 2003, S. 95 f.). Mehrfach erklang Regers Streichquartett d-Moll op. 74 (RWV Bd. 1, S. 358). 14 Reger an Aron 26.9.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 26.9.08 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 538) vPostkartev Herrn Paul Aron 118 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Leipzig Dorotheenstraße 1III oder 2 III Pension L. A.! Wo haben Sie mein Exemplar des Mozart‘schen Konzertes in Es‘dur für 2 Klaviere1, in welchem das neue Duett2 von mir lag, hingethan? Ich gebrauche die Sache notwendigst! Bitte, kommen Sie morgen Sonntag vor 10 Uhr vormittags! Gruß Ihr Dr Max Reger. ANMERKUNGEN 1 KV 365 (1779); erste gemeinsame Aufführung am 3.10.1908 in Magdeburg; vgl. Nr. 13, Anm. 3. 2 Gemeint ist höchstwahrscheinlich eines der in dieser Zeit komponierten Drei Duette für Sopran und Alt mit Klavierbegleitung op. 111a (RWV Bd. 1, S. 648). 15 Reger an Aron 8.10.1908 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 08.10.08 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 540) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11II Lieber Herr Aron! Bitte, gehen Sie morgen (Freitag) mittags 1 Uhr, wenn Sie zum Essen gehen, bei Prof. Straube1 (Dorotheenplatz 1) vorbei u. fragen, wo wir uns morgen Freitag (abend) nach dem Concert2 treffen. Sie kommen dann um 5 Uhr nachmittags zu mir und sagen mir Bescheid. Gruß Ihr Reger 119| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 ANMERKUNGEN 1 Karl Straube (1873–1950), damals Thomasorganist in Leipzig, enger Freund und Bera ter Regers. Aron agierte zwischen beiden als Bote. Ein weiteres Beispiel dafür: Kurz nach Straubes Geburtstag sollte Aron (laut Brief vom 7.1.1909) diesem „in den allernächsten Tagen“ ein „Kistchen Cigarrillos – eine sehr feine Sorte“ überbringen (Reger – Straube 1986, S. 165). 2 Liederabend am 9.10.1908 im Leipziger Kaufhaussaal mit Senta Wolschke und Reger am Klavier: Lieder von Beethoven, Brahms, Jensen, Reinecke, Schubert, Schumann und Reger (Volkslied op. 37/2, Nächtliche Pfade op. 37/5, Das Dorf op. 97/1) sowie mit Karl Wolschke (Violine) die Violinsonate fis-Moll op. 84 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 326). 16 Reger an Aron 5.3.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Altona 5.3.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 541) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 9I L. A! Das philharmonische Konzert ist in Generalprobe und Concert1 selbst seit 4 Tagen ausverkauft. Na, sehen Sie wohl? Beste Grüße Reger. ANMERKUNG 1 Das XI. Philharmonische Konzert unter Regers Leitung fand am 8.3.1909 in der Hamburger Neuen Musikhalle statt; Programm: Carl Philipp Emanuel Bach (Kleine Orchester-Symphonie F-Dur; Cembalostimme: Reger), Mozart (Arie der Vitelia aus Titus mit Ernestine Schumann-Heink, Sopran), Schubert (Lieder in Bearbeitungen von Mottl und Berlioz) und Beethovens 8. Symphonie (Schreiber 1981 Teil 2, S. 337). Unter Regers Leitung spielte Aron am 18.3.1909 im 21. Leipziger Gewandhauskonzert (sein 100. Psalm erklang u.a.) den Cembalopart in der o.g. Bach-Bearbeitung Wq 183,3 (Schreiber 1881 Teil 2, S. 338). 120 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 17 Reger über Aron 4.4.1909 Zeugnis (eigenschriftlich) Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 542) Faksimile, in: Schindler 1999, S. 80 f. / Schindler 2003, S. 18 vProf. Dr. Max Reger Leipzig, denv e4. April 09e Herr Paul Aron war1 mehrere Jahre mein Schüler in Theorie u. Klavierspiel, u. hat derselbe bei sehr großen Anlagen zur Musik u. insbesondere fürs Klavierspiel unter ebensolch großem Fleiße als Klavierspieler schönste Erfolge schon aufzuweisen; Herr Aron wird zweifellos einer unserer besten Pianisten werden; das „Zeug dazu“ besitzt er in vollstem Maße. Besonders ist er als Kammermusikspieler nur aufs Allerwärmste zu empfehlen. Kurzum: ich war mit seinen pianistischen Leistungen so zufrieden, daß ich mit ihm verschiedentlich (Magdeburg, Leipzig, Hamburg, München, Altenburg, Plauen, Dresden) die Schwierigsten meiner Werke für 2 Klaviere in Concerten vortrug, u. er sich dabei die unbedingte, vollste Anerkennung von Kritik u. Publikum erwarb. Ich empfehle hiermit Herrn Paul Aron allen Concertvorständen aufs Allerwärmste. Prof. Dr Max Reger. ANMERKUNG 1 Ab Oktober 1905. 18 Reger an Aron 16.4.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 16.4.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 543) vPostkartev Herrn Paul Aron per Adresse: Frau Aron 121| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Dresden-A Güterbahnhofstraße 2 (oder 1) L. A.! Bitte, richten Sie es sich sicher so ein, daß Sie nächsten Montag 19. April abends 7 ½ zur Gesellschaft zu uns kommen! Mit der Bitte um baldigste Nachricht frdl Gruß von Haus zu Haus Ihr Reger ANMERKUNG 1 Die Namen der Eingeladenen sind unbekannt. 19 Reger an Aron 18.4.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 18.4.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 544) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11I L. A.! Also: Montag abend 7 ½ Uhr auf Wiedersehen! Ich gehe Montag noch nicht ins Konservatorium1, da 1. an diesem Tage noch Stundenpläne verteilt werden 2.) ich Mittelohrentzündung habe. Halten Sie sich Montag 3. Mai abends unter allen Umständen frei für uns: (Dr Max Klinger!2) Gruß Ihr Reger ANMERKUNGEN 1 Kgl. Konservatorium in Leipzig. 2 Max Klinger (1857–1920) – der berühmte Bildhauer war eng mit Reger befreundet, schenkte ihm u.a. einen Gipsabguss der Beethoven-Skulptur und eine Totenmaske von Brahms, ja fertigte 1916 eine Zeichnung von Reger auf dem Totenbett an (Huschke 1938). 122 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 20 Reger an Aron 1.5.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 1.5.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 546) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11 L. A! Vergessen Sie nicht, mir Montag ins Conservatorium mitzubringen den Brief v. Boelitz1 u. die 2 Abschriften der „Nonnen“2. Gruß Ihr Reger ANMERKUNGEN 1 Martin Boelitz (1874–1918). Von dem mit Reger befreundeten Dichter stammt u. a. der Text zu Opus 76 Nr. 52 „Mariae Wiegenlied“, Regers wohl berühmtestes Lied (RWV Bd. 1, S. 417 f.). 2 Reger, Die Nonnen für gemischten Chor und Orchester op. 112 (1909) (RWV Bd. 1, S. 653 f.). 21 Reger an Aron 9.5.1909 Ansichtskarte (eigenschriftlich) Abbildung: „Harrow on the Hill from Cricket Ground“ Poststempel: England vermutlich 9.5.091 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 545) vPost Card Frith’s Seriesv Germany Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11 123| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Gut angekommen, famos aufgehoben sendet Ihnen beste Grüße Ihr Reger ANMERKUNG 1 Während seiner Londoner Reise wohnte Reger „in Harrow bei einem Mitglied des Ackroyd- Quartetts“, mit dem er am 10.5.1909 in der Bechstein Hall ein Reger-Programm gestaltete (Streichtrio a-Moll op. 77b, Suite a-Moll für Violine und Klavier op. 103a, Streichquartett d-Moll op. 74) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 339 f.). 22 Reger über Aron 17.5.1909 Visitenkarte (Vordruck; eigenschriftlich) Kopie: Paul-Sacher-Stiftung Basel (Sammlung Paul Aron. Korrespondenz, Mikrofilm 234.1) Leipzig, 17. Mai 1909 vProfessor Dr. Max Regerv empfiehlt Ihnen1 Herrn Paul Aron, der mehrere Jahre mein Schüler war, aufs Wärmste als sehr feinsinnigen u. ebenso musikalischen Pianisten, den zu engagieren Ihnen sicherlich nur große Freude machen dürfte. Mit frd Gruße Ihr Dr Max Reger ANMERKUNG 1 „Ihnen in“ – „in“ durch Hrsg. gestrichen! 23 Reger an Aron 20.5.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 20.5.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 548) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11I 124 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE L. A! Bitte, kommen Sie doch morgen (Mittwoch) vormittags möglichst früh zu mir; ich habe Chek zum Einlösen. Gruß Ihr Reger 24 Reger an Aron 1.8.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 1.8.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 549) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11I L. A.! Sie müssen morgen Montag vormittags 11 Uhr oder nachmittags 4 Uhr zu mir zum Durchspielen der 4 Symphonien1 kommen. Bitte, bringen Sie Streichhölzer mit. Gruß Reger ANMERKUNG 1 Vermutlich von Carl Philipp Emanuel Bach; teilte Reger doch am 21.7.1909 Henri Hinrichsen (Verlag C. F. Peters) mit, dass dieser die „4 Symphonien von C. Ph. E. Bach 4 hdg. […] bis zum 7. August allerspätestens in Händen“ habe (Reger – Peters 1995, S. 329). 25 Reger an Aron 2.8.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 2.8.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 550) L. A.! Sie müssen morgen (Montag) vormittag schon kommen, da ich vormittags beim Großherzog von Hessen1 bin. 125| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Bitte bringen Sie Frachtbrief mit u. so eine „Karte“, mit der man die Gesellschaft benachrichtigt, daß was abzuholen ist. Sie also absolut sicher erwartend Gruß Reger ANMERKUNG 1 Vgl. Nr. 10, Anm. 2. Erwähnung ein und desselben Vormittags, oder sollte Aron in Abwesenheit Regers „Kindermädchen“ spielen? 26 Reger an Aron 4.8.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 4.8.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 551) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11I L. A: 150 M liegen für Sie bei mir! Ferner: sehen Sie doch in dem Koffergeschäft nach einem Damenhutkoffer: 60 cm hoch, 60 cm breit, 60 cm tief! (Das als Mindestmaß!)1 Fragen Sie nach Preis; u. aus welchem Material! Kommen Sie baldigst2! Gruß Reger ANMERKUNGEN 1 Klammer durch Hrsg. eingefügt. 2 Unterstreichung dreifach. 27 Reger an Aron 6.8.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 6.8.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 552) 126 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11I L. A.! Vergessen Sie nicht, mir 10 Stück Leinwandkleberollen1 morgen (Sonnabend) nachmittags sicher mitzubringen. Gruß Reger ANMERKUNG 1 „mir“ an dieser Stelle durch Hrsg. gestrichen. 28 Reger an Aron 31.8.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Kolberg 31.8.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 553) vPostkartev Herrn Paul Aron Dresden-A Güterbahnhofstraße 1 2 oder 3 L. A.! Die „Nonnen“1 sind in Partitur u. Klavierauszug fix und fertig! Sonst nichts! Besorgen Sie, bitte, das Brahmssche quintett Fmoll2 in der Ausgabe für 2 Klaviere. Sie sollen das mit mir am 6. Oktober in Dresden spielen.3 Besorgen Sie das natürlich auf meine Kosten! Beantworten Sie mir diese Karte also umgehendst! Schreiben Sie mir, wie viel es kostet; Sie spielen das 2. Klavier. Besten Gruß von Haus zu Haus! Ihr Reger Colberg a/Ostsee Hucke 14 ANMERKUNGEN 1 Reger, Die Nonnen für gemischten Chor und Orchester op. 112 (1909) (RWV Bd. 1, S. 653 f.). 127| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 2 „quintett Fmoll quintett“, zweites „quintett“ durch Hrsg. gestrichen! Es handelt sich um das Klavierquintett f-Moll op. 34b. 3 Brahms-Reger-Abend am 28.10. (nicht 6.10.) 1909 in Dresden (Saal unbekannt); Mitwirkende: Sanna van Rhyn (Sopran), Palma von Paszthory (Violine), Reger und Aron (Klavier); Programm: Reger (Sonate B-Dur op. 107 in der Fassung für Violine und Klavier), Reger (Lieder: Einzeltitel unbekannt), Reger (Sonate a-Moll für Violine allein op. 91/1, 2 Sätze), Brahms (Sonate f-Moll für zwei Klaviere op. 34b) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 342). 29 Reger an Aron 16.9.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 16.9.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 547) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Poniatowskistraße 11 Bitte, spielen Sie den Klavierpart der Klarinettensonate1 peinlichst genau durch u. schreiben Sie mir Druckfehler darin extra auf ein Blatt Papier. Gruß Reger Morgen Donnerstag bitte ins Konservatorium alles mitbringen ANMERKUNG 1 Regers Klarinettensonate B-Dur op. 107, gewidmet Ernst Ludwig Großherzog von Hessen und bei Rhein (RWV Bd. 1, S. 624). 30 Reger an Aron 20.9.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 20.9.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 554) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Lampestraße 1 p 128 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE L. A! Kommen Sie morgen Dienstag vormittags vor 10 Uhr zu mir. Gruß Ihr Reger Kaiser Wilhelmstraße 68 I 31 Reger an Aron 23.9.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 23.9.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 555) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Lampestraße 1 p. L. A Bitte, thun Sie doch Ihr Möglichstes für das Concert am 6. Okt. in Dresden1; machen Sie alle Ihre Bekannten aufmerksam, damit’s kein Defizit für Frau van Rhyn2 gibt. Gruß Ihr Reger Kommen Sie bald wieder! ANMERKUNGEN 1 Brahms-Reger-Abend am 28.10.1909 (nicht am 6.10.) in Dresden mit Sanna van Rhyn (Sopran), Palma von Paszthory (Violine) sowie Reger und Aron (Klavier) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 342). 2 Mit Sanna van Rhyn (Geburtsjahr unbekannt; gestorben vor Juni 1950 nach Elsa Reger, letzter Nachweis: 1924/25 in Dresden) „konzertierte Reger in den Jahren 1905–12 häufig; sie hielt als Erste in Dresden Reger-Liederabende ab und wurde zu einer ausgesprochenen Reger-Interpretin“ (RWV Bd. 1, S. 561). 129| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 32 Reger an Aron 26.9.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 26.9.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 556) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Lampestraße 1 part. L. A! Vergessen Sie nicht, mir Montag vormittags 11 ½ Uhr eine Schachtel (100 Stück) von meinen Cigaretten mitzubringen u. die genaue Adresse des J. Buschbeck (Heilgehülfe) Salomonstr. No? Ihr Geld für die Cigaretten gebe ich Ihnen sogleich wieder. Gruß Ihr Reger 33 Reger an Aron 1.10.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 1.10.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 557) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Lampestraße 1 L. A.! 1.) Bringen Sie morgen 2. Oktober sicher das Paquet zu Hinrichsen1 vor 5 Uhr Abends. 2) bringen Sie zu Sonntag nachmittag 3½ Uhr (nicht 4 Uhr!) ein Storm’s Kursbuch Winterfahrplan 3) das Lied abgeschrieben mit, das ich Ihnen mit gab. Gruß Ihr R Bitte Zahnarzt-Adresse!!! 130 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE ANMERKUNG 1 Henri Hinrichsen (1868–1942) war Leiter des Leipziger Musikverlags C. F. Peters. Regers ausführlicher Briefwechsel mit dem Verlagshaus wurde 1995 ediert (Reger – Peters 1995). 34 Reger an Aron 25.10.1909 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Heidelberg 25.10.09 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 1469) vPostkartev [Aron:] eHerrn Paul Aron Leipzig Härtelstr. 27IV e [Reger:] eFeurich1 kann Ihnen das nicht m.2 Übel nehmen!e [Aron:] eJa. Nein.e [Reger:] eIch kann3 an dem Abend nicht Steinway Feurich4 spielen; ich spiele am 29. Dez. Feurich, sagen Sie das Herrn F.5 Gruß Regere ANMERKUNGEN 1 Hermann Feurich, damaliger Inhaber der 1851 in Leipzig von Julius Gustav Feurich (1821– 1900) gegründeten Klavierbaufirma Feurich (Leipziger Adreßbuch 1909, 88. Jg., Leipzig, I. Teil, S.142). Sie erhielt 1911 eine zweite Produktionsstätte in Leipzig-Leutzsch. 2 m. = mehr? 3 Unterstreichung dreifach. 4 Mitteilung, am (ungenannten) Tag nicht auf einem Feurich-, sondern auf einem Steinway- Klavier zu spielen. Dem Firmeninhaber Hermann Feurich solle Aron sagen, dass Reger doch am 29.12.1909 in Leipzig einen „Feurich“ spiele, und zwar beim „III. Kammermusikabend des Sevčik-Quartetts“, der als Max-Reger-Abend veranstaltet wurde; Mitwirkende: Hildegard Börner (Sopran), Sevčik-Quartett; Programm: Streichquartette d-Moll op. 74 und Es- Dur op. 109; Lieder: Heimat op. 76/37; Das Mägdelein und der Spatz op. 76/38; Brunnengesang op. 76/43; An dem Frühlingsregen op. 76/41; Wiegenlied, Stelldichein op. 88/2 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 346). 5 Hermann Feurich. 131| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 35 Reger an Aron 5.3.1910 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 5.3.10 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 559) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Härtelstraße 27 L. A! Bitte, bringen Sie morgen (Sonntag) vormittags unbedingt sicher1 Ihr Exemplar meiner Beethovenvariationen2 – leihweise – u. 100 Stück von meinen Cigaretten! Ich muß nächsten Montag früh 8 Uhr wieder abreisen. Mit bestem Gruß Ihr Reger ANMERKUNGEN 1 Unterstreichung dreifach. 2 Variationen und Fuge über ein Thema von Ludwig van Beethoven („Beethoven-Variationen“) für zwei Klaviere zu vier Händen op. 86. 36 Max und Elsa Reger an Aron 6.3.1910 Postkarte (eigenschriftlich Max und Elsa Reger) Poststempel: Leipzig 06.03.1910 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 560) vPostkartev [Max Reger:] eHerrn Paul Aron Leipzig Härtelstraße 33 27 M. L! Sie müssen nächsten Donnerstag mit mire [Elsa:] ekommen u. am vore [Max Reger:] emittags 11–12 Uhr; Sehr wichtiges. 132 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Gruß Regere [Elsa Reger:] eElsa od. wann paßt es Ihnen? Um 1 Uhr muß ich meinen Mann am Conservatorium abholen. Ich muß nun aber die Sache mit Ihrer Hülfe besorgen. Geben Sie mir bitte Bescheid; vielleicht können wir uns um 11 ½ am Donnerstag am Augustusplatz1, wo man von der Tramm2 aussteigt treffen. Morgen bis Mittwoch Abend sind wir nach Kolberg fort; erbitte Telephonantwort um 9 Uhr früh am Donnerstag.e ANMERKUNGEN 1 Zentraler Platz in Leipzig mit Universität, Universitätskirche und Stadttheater. 2 Tram = Straßenbahn. 37 Sitzordnung einer Gesellschaft Regers, u. a. mit Aron nach 12.4.1910 Notiz (eigenschriftlich) auf Rückseite eines Briefes von Carl Holtschneider 1 an Max Reger vom 12.4.1910 (ohne Ort und Datum) Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 597) Reger Frau Dr Keil Herr Geheimrath Frau Dr Klinger 2 Fischer 3 Prof. Beer 4 Frau Asenyeff5 Herr Wolff 6 Frau Prof Klengel Herr Dr Zehme 7 Frau Wolff Herr Dr Keil8 Frau Justizrath Herr Prof. Klengel9 Frau Prof. Anschütz Beer Herr Justizrath Frau Dr Zehme11 Herr Aron Frl Anschütz10 Röntgen12 ANMERKUNGEN 1 Carl Holtschneider (1872–1951), Dortmunder Organist, Chordirigent und Musikerzieher, setzte sich früh für Reger ein und veranstaltete 1910 mit dem Dortmunder Musikdirektor Georg Hüttner (1861–1919) „das bedeutende Dortmunder Regerfest, das den Namen des Gefeierten weithin bekannt werden ließ“ (Reger – Arbeit 1956, S. 204). 2 Max Klinger (siehe Nr. 19, Anm. 2). 3 Gertrud Fischer-Maretzki (1886–1929). Mit dieser Sängerin trat Reger häufig auf (Schreiber 1981 Teil 2, S. 555). Dass sie als Gattin des Berliner Arztes Dr. med. Fischer (Reger – Georg II. 1949, S. 717) als „Frau Dr.“ bezeichnet wird, entsprach damaligen Gepflogenheiten. Reger war bei Fischers in Berlin ein gern gesehener Gast und hat sie auch brieflich als „Frau Dr Fischer“ bezeichnet (z.B. Reger – Arbeit NF 1973, S. 153). 133| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 4 Prof. Dr. Ludwig Beer (1866–1935) mit Gattin Hedwig, Professor für internationales Recht an der Universität Leipzig; Reger-Freund und Mitglied im Festkomitee zum Regerfest 1910; Reger widmete ihm sein Klavierquartett d-Moll op. 113 (RWV Bd. 1, S. 660 f.). 5 Elsa Asenijeff (1867–1941), Schriftstellerin und Lebensgefährtin von Max Klinger (RWV Bd. 2, S. 1136). 6 Konzertagentur Hermann Wolff Berlin, mit Gattin Louise Wolff (siehe Nr. 58, Anm. 2). 7 Rechtsanwalt Dr. Felix Zehme (siehe Anm. 11) versuchte, den „vorgeschlagenen Contrakt: C. F. Peters – L. & K. [Lauterbach und Kuhn] – Reger zu erreichen“ (Reger – Arbeit NF 1973, S. 14: Brief Regers an den Peters-Prokuristen Paul Ollendorff vom 4.8.1907). 8 Ernst Keil (Lebensjahre unbekannt) mit Gattin, Leipziger Verleger (RWV Bd. 2, S. 1096), in der Karte Regers an Karl Straube vom 2.7.1908 erwähnt (Reger – Straube 1986, S. 153). 9 Julius Klengel (1859–1933) mit Gattin, Solocellist des Leipziger Gewandhausorchesters (seit 1881), Mitglied im Gewandhaus-Quartett und Lehrer am Leipziger Konservatorium. Reger widmete ihm seine Sonate op. 116 (RWV Bd. 1, S. 673). 10 Reinhold Anschütz (1859–1929) mit Gattin, Mitglied der Leipziger Gewandhausdirektion, entschiedener Förderer und Freund Regers. Dieser widmete ihm sein Klaviertrio c-Moll op. 102 (RWV Bd. 1, S. 592). 11 Albertine Zehme (1857–1946), Sängerin und Rezitatorin, Gattin des Rechtsanwaltes Dr. Felix Zehme (1849–1924). Sie regte das Melodram „Pierrot lunaire“ bei Arnold Schönberg an, zahlte eine Auftragssumme und hatte für ein Jahr das Aufführungsrecht als Interpretin (Schönberg – Berg 2007, S. 656). 12 Um die Adoptivtochter von Wilhelm Conrad Röntgen (1845 in Lennep/Remscheid – 1923 in München), den Reger evtl. von München her kannte, dürfte es sich nicht gehandelt haben, war doch Josephine Bertha seit 1908 unter dem Namen Donges-Röntgen verheiratet. 38 Reger an Aron 6.5.1910 Ansichtskarte (eigenschriftlich) Poststempel: Dortmund 06.05.10 Abbildung: Max-Reger-Fest, Dortmund 7. 8. u. 9. Mai 1910: Porträts der Mitwirkenden Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 561) vOffizielle Postkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 Beste Grüße, schreiben Sie uns, wie es den Kindern geht.1 Ihr Reger 134 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE per Adresse: Herrn kgl. Musikdirektor Hüttner2 Dortmund Friedenstr. 9 ANMERKUNGEN 1 Das Ehepaar Reger weilte vom 2.–10.5.1910 in Dortmund, wo vom 7.–9.5. das Regerfest stattfand (Schreiber 1981 Teil 2, S. 352, 354). Wie im Jahre 1909 scheint Aron auf die Adoptivtöchter Christa und Lotti aufgepasst zu haben. 2 Georg Hüttner (1861–1919), vgl. Nr. 37, Anm. 1. 39 Reger an Aron 16.5.1910 Kartenbrief (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 16.5.10 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 562) vKartenbriefv Herrn Paul Aron Dresden-A Güterbahnhofstr. 2 Abs.: Reger Leipzig Kaiser Wilhelmstr. 68I L. A! Bitte senden Sie mir umgehendst 6 Exemplare von dem Aufsatz übers Regerfest im Dresdener Anzeiger, von welchem Aufsatz Sie mir schrieben.1 Ferner: Sie müssen Namen des Redakteurs u. dessen genaue Adresse des „Thürmers“ mir verschaffen; ferner in einer der letzten Nummern des „Thürmers“ war ein Schimpfartikel auf mich natürlich von Walter Niemann2, diesen Artikel u. d. betr. No müssen Sie mir ebenfalls verschaffen. Weswegen, sage ich Ihnen mündlich! Außerdem müssen Sie nächsten Freitag nachmittags zu mir kommen so gegen ½ 4 Uhr, damit wir die Goldbergvariationen von Bach3 durchnehmen. Seien Sie nicht böse, wenn ich Sie so sehr plage. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus Ihr Reger Es eilt Thürmer sehr! 135| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 ANMERKUNGEN 1 Johannes Reichert, Regerfest in Dortmund. 7. bis 9. Mai, in: Dresdner Anzeiger 180. Jg., Nr. 130 vom 12.5.1910. 2 Walter Niemann (1876–1953) hatte in der Zeitschrift Der Türmer einen sehr kritischen Artikel über Reger veröffentlicht, in dem er die vermeintlich „amerikanisierten“ Markt- Methoden Regers kritisierte (vgl. Der Türmer, „Max Reger“, 12. Jg., Heft 8, Mai 1910, S. 273– 278). Reger seinerseits publizierte in der Jenaischen Zeitung vom 20.5.1910 eine Erwiderung und ging über den Rechtsanwalt Dr. Felix Zehme gegen die persönlichen Angriffe rechtlich vor, so dass sich Niemann „zum Einlenken genötigt“ sah (RWV Bd. 2, S. 1371 f.). 3 Aufführungsnachweis von Johann Sebastian Bachs (1685–1750) Goldbergvariationen BWV 988 (Klavierübung IV), Aufführungsnachweis durch Reger zum 2. Leipziger Bachfest am 21.5.1911 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 372). 40 Reger über Aron an Straube um 8.6.1910 Mitteilung (eigenschriftlich) an Karl Straube auf Rückseite des Umlegekalenderblatts vom 8.6.1910 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 563) Straube, Leipzig, Dorotheenplatz 1III Bitte, Choraltrompeten und Choralposaunen in Schlußfuge den Choral fest blasen lassen.1 Gruß Reger ANMERKUNG 1 Im 3. Kirchenkonzert des Leipziger Bach-Vereins vom 8.6.1910 in der Thomaskirche brachte Straube Regers 100. Psalm op. 106 zur Leipziger Erstaufführung, zudem erklang Stephan Krehls Kantate „Tröstung“ op. 33 als Uraufführung (Schreiber 1981 Teil 2, S. 356). Aron sollte Straube im Vorfeld der Aufführung die Nachricht übermitteln. 41 Reger an Aron 24.07.1910 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 24.7.10 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 565) vPostkartev Herrn Paul Aron 136 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Leipzig Albertstraße 34 L. A! Vergessen Sie nicht, morgen Dienstag (25. July) pünktlichst nachmittags 5 Uhr bei mir zu sein u. das Pfitzner-Trio1 mitzubringen. Mit frl. Gruß Ihr ergebenster Reger ANMERKUNG 1 Hans Pfitzner (1869–1949), Klaviertrio F-Dur op. 8 (1896). 42 Elsa Reger an Aron 25.10.1910 Ansichtskarte (eigenschriftlich) mit Adressangabe von Max Reger Abbildung auf Rückseite: Gebäude vermutlich in Heidelberg Poststempel: Heidelberg 25.[1]0.10 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 558) [Max Reger:] eHerrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34e L. H. A. Leider hat mein Mann die Karte zur Probe1 verwahrt u. können Sie da nicht ran, was mir recht leid thut; hätten Sie es doch vorher gesagt, dann wäre es gern geschehen. Hier ist es großartig; alles ist erstrangig. Alles Gute zur weiteren Reise Ihre erg. Elsa Reger ANMERKUNG 1 Vermutlich geht es um eine Karte zur Generalprobe im Leipziger Gewandhaus. Dass Elsa Reger Aron alles Gute zur weiteren Reise wünscht, könnte darauf hindeuten, dass Aron eines der nächsten Reger-Konzerte besuchen möchte. 137| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 43 Reger an Aron 27.5.1911 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Darmstadt 27.5.11 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 566) vPostkartev Herrn Paul Aron Pianist Leipzig Albertstr. 34. Von Seiner Königlichen Hoheit Großherzog von Hessen1 soeben persönlich überreicht erhalten die große goldene Medaille für Kunst u. Wissenschaft!2 Bitte setzen Sie das sofort in die Zeitung! (S. Königliche Hoheit Großherzog von Hessen!) Gruß Reger ANMERKUNGEN 1 Vgl. Nr. 10, Anm. 2. 2 Am 27.5.1908 hatte Reger bereits die Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft des Großherzogs von Hessen in Darmstadt erhalten (Schreiber 1981 Teil 2, S. 325) (vgl. Nr. 10). 44 Reger an Aron 29.6.1911 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 29.6.11 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 567) vPostkartev Herrn P. Aron Leipzig Albertstraße 34 L. A! Bitte gehen Sie ins Auskunftsbureau u. lassen Sie sich genau aufschreiben: den Nachtzug von Leipzig nach Bad Pyrmont1; wo man umsteigen muß etc. etc. 138 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Gruß Ihr Reger ANMERKUNG 1 Am 20./21.7.1911 fand in Bad Pyrmont ein Bach-Reger-Fest unter Leitung von Fritz Busch statt (Schreiber 1981 Teil 2, S. 325). 45 Reger an Aron 23.7.1911 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 23.7.11 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 568) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 Sonntag! L. A! Nicht wahr, Sie haben nicht vergessen, den so wichtigen Brief, den ich Ihnen mitgab1, in den Postkasten zu werfen! Bitte Antwort. Besten Gruß Ihr Reger Bitte bringen Sie die gebundenen Noten alle nächsten Freitag früh 10 Uhr ANMERKUNG 1 Kein Nachweis vorhanden. 46 Reger an Aron 17.12.1911 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 17.12.11 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 569) vPostkartev Herrn Paul Aron 139| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Leipzig Albertstraße 34 Meiningen, Marienstraße 6 I L. A! Also am 29. März ist der Regerabend in Eisenach1; Honorar werde ich 100 M für Sie rauszuschinden versuchen! Bitte beantworten Sie mir diese Karte umgehendst. Besten Gruß Ihr Reger ANMERKUNG 1 Am 29.3.1912 Max-Reger-Kammermusikabend im Stadttheater Eisenach; Programm: Suite im alten Stil für Violine u. Klavier op. 93, Violoncellosonate a-Moll op. 116, Beethoven- Variationen für zwei Klaviere op. 86; Ausführende: Reger, Meininger Trio, ein Pianist (Schreiber 1981 Teil 2, S. 396). Aron war der ungenannte Pianist. 47 Reger an Aron 19.2.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Gotha 19.2.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 570) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34. L. A! Ich habe ein Concert für Sie am 30. Oktober 1912 in Zittau; es ist ein Abend auf 2 Klavieren mit mir zusammen!1 Honorar: 200 M (zweihundert M) für Sie! Bitte, geben Sie mir umgehendst nach Meiningen, Marienstraße 6I Nachricht. Ich denke das Concert freut Sie. Mit besten Grüßen Ihr alter Reger. 140 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE ANMERKUNG 1 Am 30.10.1912 Kammermusikabend für zwei Klaviere in Zittau mit Reger und Aron (Schreiber 1981 Teil 2, S. 402). 48 Reger an Aron 1.3.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 1.3.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 571) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 Meiningen, Marienstr. 6 I L. A.! Ich habe höchstwahrscheinlich ein Concert für Sie am 26. November in Marburg a/L. (mein op 86) Bitte, notieren Sie sich diesen Tag u. beantworten Sie mir diese Karte umgehendst. 100 M Honorar erhalten Sie mindestens am 26. Nov. in Marburg; Sie haben nur 2. Klavier in meinem op 86 zu spielen.1 Beste Grüße Reger ANMERKUNG 1 3. Brahms-Reger-Abend am 26.11.1912 in Marburg/Lahn (Stadtsäle, Konzert-Verein); Programm: Brahms, Haydn-Variationen für zwei Klaviere; von Reger: Lieder, Klarinettensonate B-Dur op. 107, Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86; Ausführende: Gertrud Fischer-Maretzki (Alt), Hermann Wiebel (Klarinette), Aron und Reger (Klavier) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 407). 49 Reger an Aron 24.3.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Graudenz 24.3.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 572) Faksimile, in: Steiner-Grage 2012, S. 342 141| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 Lieber Aron! Sie reisen am Freitag 29. März mittags 1240 in Leipzig ab, sind nachmittags 345 in Eisenach; Sie steigen wie ich im Hotel Kaiserhof in Eisenach ab; ich komme um 537 Uhr in Eisenach an (von Meinigen her).1 Probe ist nicht nötig! Aber vergessen Sie nicht, Ihr Exemplar der Beethovenvariationen2 mitzubringen. Bitte beantworten Sie mir diese Karte sofort3 nach: M. Reger, Forst in Lausitz Grand Hotel Gruß Reger ANMERKUNGEN 1 Punkt durch Hrsg. eingefügt. 2 Am 29.3.1912 Max-Reger-Kammermusikabend im Stadttheater Eisenach; Programm: Suite im alten Stil für Violine und Klavier op. 93, Violoncellosonate a-Moll op. 116, Beethoven- Variationen für zwei Klaviere op. 86; Ausführende: Reger, Meininger Trio, ein Pianist (Schreiber 1981 Teil 2, S. 396). Der ungenannte Pianist war Aron. 3 Unterstreichung dreifach. 50 Reger an Aron 1.4.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 1.4.1912 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 574) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 L. A! Veröffentlichen Sie bitte sofort in allen Leipziger Blättern, daß mir S. Hoheit der Herzog von Meiningen1 soeben das Comthurkreuz 2. Klasse des herzoglich Sachsen=Ernestinischen Hausordens verliehen hat.2 142 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Mit besten Grüßen Ihr alter Reger ANMERKUNGEN 1 Georg II., Herzog von Sachsen-Meiningen (1826–1914) regierte zwischen 1866 und 1914 und bewirkte eine kulturelle Blütezeit für Meiningen, in der die dortige Hofkapelle zu Weltruhm gelangte und das Theater einen eigenen Stil entwickelte. Der in dritter Ehe mit der ehemaligen Schauspielerin Helene Freifrau von Heldburg verheiratete Herzog war ein gro- ßer Förderer der Künste. Mit Reger führte er einen ausführlichen Briefwechsel (vgl. Reger – Georg II. 1949), der ihm sein Konzert im alten Stil für Orchester op. 123 widmete (RWV Bd. 1, S. 705). 2 Kein Nachweis in: Schreiber 1981 Teil 2, S. 396. 51 Reger an Aron 5.4.1912 Brief mit Kuvert (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 5.4.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 575) buAbs. Reger, Meiningen, Marienstraße 6I Herrn Paul Aron Pianist Leipzig Albertstraße 34.bu Meiningen, Marienstr. 6 I 5. April 1912 Lieber Aron! Sie überschätzen es vollständig, wenn Sie glauben, dadurch Engagements zu kriegen, wenn Sie bei mir spielen1; da sind Sie gründlichst im Irrthum. Ich habe Ihnen schon vor Jahren gesagt: der einzige Weg ist: Sie spielen sich ein großes Repertoire ein, geben 3 Abende „Schlag auf Schlag“ in Berlin! Aber Sie folgten meinem Rate nicht! Solange Sie nicht als Virtuose sich einen Namen gemacht haben, werden Sie keine Engagements erhalten, auch nicht als Kammermusikspieler! Sie müssen 1. Sept. dieses Jahres nach Berlin übersiedeln; ich kann Ihnen da beste Empfehlungen geben, da können Sie sich Geld verdienen, sodaß Sie 143| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 in Concerten als Virtuose sich herausstellen können! Aber so lange Sie in Leipzig bleiben, wird es nie was werden! Auf unseren Concertreisen des Meininger Hoforchesters2 nehmen wir prinzipiell keine Solisten mit! Spielt da mal ein Solist in diesen unseren auswärtigen Concerten, so ist derselbe nie von uns, sondern von dem Unternehmer der Concerte engagiert – u. diese Unternehmer engagieren nur Leute von Ruf! Und wenn Sie in Meiningen mal spielen als Solist, so hat das keinen Einfluß auf Engagements für Sie! Wir haben hier keine Zeitungen, die irgend wie maßgebend sind. Ich versuche doch immer Sie bei 2klavierigen Vorträgen überall mitzunehmen, wo es nur geht. Aber Sie müssen nach Berlin. Am Conservatorium in Leipzig werden Sie niemals angestellt; das wissen Sie! Weshalb bleiben Sie in Leipzig sitzen? Mit „Mozart“ Klavierkonzertspielen ausschließlich werden Sie nie was erreichen! Der Weg ist: großes Repertoire einspielen, in Berlin wohnen, sich in Berlin durch Begleitungen Geld, viel Geld verdienen; dann 3 Abende – 1 mit Orchester – in Berlin geben; es ist das ein Spaß von 2 500 M. Diese 2 500 M können Sie sich in Berlin balde ersparen. Beste Grüße Ihr alter Reger ANMERKUNGEN 1 Mit der Meininger Hofkapelle. 2 Reger wirkte vom 1.12.1911 bis zum 1.7.1914 als Meininger Hofkapellmeister und unternahm mit diesem Orchester zahlreiche Konzertreisen. 52 Reger an Aron 18.4.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Altona 18.4.1912 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 576) vPostkarte mit Antwortv Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 144 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE L. A! Ich bin am Donnerstag 25. April nachmittags von 3 Uhr ab im Conservatorium in Leipzig. Ich bin dann abends 8 Uhr bei Hannes1, da können Sie mir dann alles sagen, was Sie auf dem Herzen haben.2 Beste Grüße Ihr Reger ANMERKUNGEN 1 Hannes, Leipziger Restaurant, das Reger häufig besuchte und für Treffen nutzte, z.B. mit Karl Straube am Vorabend seines Todes (10.5.1916). 2 Vermutlich Aussprache zum mahnenden Reger-Brief vom 5.4.1912 (Nr. 51). 53 Reger an Aron 27.4.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 27.4.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 577) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 Meiningen, Marienstraße 6I L. A! Nachdem Sie jetzt Ihren Hausstand auflösen,1 bitte ich Sie, mir das kleine Schreibtischlein wieder zurück zu senden. Ferner möchte ich Sie bitten, daß Sie Mitte Mai – so gegen 15. oder 16. Mai mal nach Meiningen kommen, um mit mir meine Beethovenvariationen2 zu spielen. Ich gebe Ihnen natürlich das ganze Reisegeld; so 15. 16. 17.,3 18. Mai würde gut passen! Also schreiben Sie mir! Vergessen Sie nicht, mir auch Ihre Berliner Adresse sogleich zu geben. Gruß Ihr Reger ANMERKUNGEN 1 In Verbindung mit dem Umzug nach Berlin (vgl. Nr. 51). 145| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 2 op. 86. 3 „1.7.“, durch Hrsg. in „17.,“ korrigiert! 54 Reger an Aron 30.4.1912 Postkarte (eigen-/fremdschriftlich) Poststempel: Meiningen 30.4.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 578) vPostkartev Herrn Paul Aron Leipzig Albertstraße 34 fMeiningen, 30. April 1912. Lieber Aron! Der musikalische Thee findet Samstag, 11. Mai statt und beginnt um 4 ½ Uhr. Ich erwarte Sie dazu bestimmt.f eBitte um umgehendste Nachricht; wir spielen da meine Beethovenvariationen op 86. Bester Gruß Ihr Reger Bitte Ihre Berliner Adresse! am 11. Mai sind Sie in Meiningen also.e 55 Reger an Aron 6.5.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 6.5.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 579) vPostkartev Herrn Paul Aron bei Herrn Justizrath M. Fuchs Berlin W Potsdamer Privatstr. 121 E. 146 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE M. L! Also am 11. Mai; 4 ½ Uhr nachmittags ist der Thee; wann kommen Sie in Meiningen an? Vergessen Sie nicht, die Beethovenvariationen mitzubringen. op 86. Sie wohnen hier bei Dr Unger 1. Also: mit welchem Zuge kommen Sie? Gruß Ihr Reger ANMERKUNG 1 Hermann Unger (1886–1958). Der promovierte Klassische Philologe (1910) wurde 1911 „Regers Privatschüler, Freund und Famulus“ und übersiedelte 1912 von Jena nach Köln (Hans Gappenach, Art. Unger, Hermann, in: MGG 1966, Bd. 13, Kassel etc. 1966, Sp. 1088). 56 Reger an Aron 12.7.1912 Postkarte (maschinen- und eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 12.7.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 580) vPostkartev eHerrn Paul Aron Goslar a/Harz Herzberghause mLieber Herr Aron, also das Concert ist öffentlich, Sie steigen in Paderborn wie ich auch im1 Hotel „Löffelmann“ ab, ich komme am 24. Juli in allerfrühe schon in Paderborn an.2 bitte, teilen Sie mir baldigst mit, wann Sie in Paderborn ankommen. Mit besten Grüssen Ihr alterm eReger Probe nicht nötig!e ANMERKUNGEN 1 „imm“, durch Hrsg. zweites „m“ gestrichen. 2 Kammermusikabend am 24.7.1912 im Saal des Bürgervereins Paderborn; Programm: Brahms, Violinsonate G-Dur op. 78 und vier Lieder; J. S. Bach, Präludium und Fuge Fis-Dur, fis-Moll, 147| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 gis-Moll, f-Moll aus dem Wohltemperierten Klavier (Reger); Reger, Lieder aus der Kinderwelt op. 76/44–61 und Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86; Ausführende: Sanna van Rhyn (Sopran), Kaspar Dietz (Violine), Aron und Reger (Klavier) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 398). 57 Reger an Aron 28.7.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 28.7.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 581) vPostkartev Herrn Paul Aron Goslar a Harz Herzberghaus. L. A! Bitte, theilen Sie mir umgehendst mit, ob Sie Partitur u. sämtliches Orchestermaterial zu Mozart Konzert Es dur für 2 Klaviere mit Orchesterbegleitung1 haben! Ich bitte Sie mir zu schreiben nach Schneewinkl bei Berchtesgaden Oberbayern, wo ich von nächsten Dienstag an bis 13. September bin.2 Bitte schreiben Sie mir baldigst. Gruß Reger. ANMERKUNGEN 1 Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791), Konzert für 2 Klavier und Orchester Es-Dur KV 365 (Salzburg 1779). 2 Urlaub der Familie Reger vom 30.7. bis 14.9.1912 (Schreiber 1981 Teil 2, S. 399). 58 Reger an Aron 14.8.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Berchtesgaden 14. Aug. 12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 582) vKönigreich Bayern Postkartev Herrn P. Aron 148 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Dresden-A Hohestraße 14I L. A! An Knoblauch1, Frankfurt a/M, Steinweg 7 ist geschrieben; wenden Sie sich umgehendst unter Angabe Ihrer genauen Adresse an ihn; Ich habe Sie auch an Frau Louise Wolff2 schon empfohlen! Ich habe Ihnen vor Jahren schon gesagt: großes Repertoire auswendig vorspielen, in Berlin in 1 Woche 3 Abende geben! Das ist der Weg!3 Sonst gibt es keinen. Gruß Ihr alter Reger ANMERKUNGEN 1 Robert Knoblauch (1862–1946), Inhaber einer Konzertagentur in Frankfurt/Main, war zeitweise Regers Konzertagent „mit zahlreichen Konzertterminen für die Meininger Hofkapelle“ (Popp/Shigihara 1987, S. 119). 2 Louise Wolff (1855–1935) leitete nach dem Tod ihres Ehemanns Hermann Wolff (1902) die 1880 gegründete Berliner Konzertdirektion Wolff & Sachs (RWV Bd. 1, S. 390). 3 Vgl. Nr. 51. (59) Reger an Aron 13.11.1912 Eingeschriebener Brief Original: verschollen, Kopie nicht bekannt Nachweis: vier Postbücher von Max Reger Meininger Museen, Sammlung Musikgeschichte (Sign.: XI-4/3314 bis XI-4/3317) 60 Reger an Aron 24.11.1912 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 24.11.12 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 583) vPostkartev Herrn Paul Aron 149| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Berlin W 30 Motzstraße 22II C M. L! Concert in Marburg am 26. Nov. (Dienstag)1; Sie müssen mitbringen an Noten: Reger op 86 (op 86)2 u. Brahms: Haydnvariationen für 2 Klaviere3; bitte, nichts vergessen! – Wir werden uns übrigens in Cassel treffen; bitte, sehen Sie also in Cassel feste zum Coupéfenster heraus. Mit Gruß Reger ANMERKUNGEN 1 3. Konzert des Konzert-Vereins (Stadtsäle); Ausführende: Gertrud Fischer-Maretzki (Alt), Hermann Wiebel (Klarinette), Aron und Reger (Klavier) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 407). 2 Da bei „op 86“ die „8“ unleserlich ist, hat Reger die Angabe in Klammern wiederholt. 3 Programm: Johannes Brahms, Variationen über ein Thema von Haydn B-Dur für 2 Klaviere op. 56b (1873); Reger: Klarinettensonate B-Dur op. 107, Beethoven-Variationen für zwei Klaviere op. 86, Lieder (Glückes genug op. 37/3, Flieder op. 35/4, Der Narr op. 55/5, Mein Traum op. 31/5, Das Dorf op. 97/1, Von der Liebe op. 76/32, Lied eines Mädchens op. 104/4) (Schreiber 1981 Teil 2, S. 407). 61 Reger an Aron 26.3.1913 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 26.3.13 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 584) vPostkartev Herrn Paul Aron Braunschweig Wilhelmitorwall 25 M. L! Das ist ja eine gräßliche Geschichte gewesen; aber es ist gut, daß Sie wieder auf dem Wege der Besserung sind; unsere besten Wünsche hierzu. Ich hoffe, daß Sie balde wieder ganz auf dem Damm sind. Mit viel besten Grüßen Ihr alter Reger 150 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 62 Reger an Aron 21.6.1913 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Leipzig 21.6.13 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 564) vPostkartev Herrn P. Aron Leipzig Albertstraße 34 L. A! Bitte, gehen Sie ins Reisebureau u. erkundigen Sie sich wegen des Zuges, der 948 abends [in] Leipzig ab Berliner Bahnhof geht mit direktem Wagen Leipzig – Aachen, wann ich früh in Aachen bin1; schreiben Sie mir’s genauestens. Besten Dank im Voraus. Gruß Ihr Reger. ANMERKUNG 1 Ein bevorstehender Auftritt in Aachen lässt sich nicht nachweisen, wohl aber zwei dortige Reger-Aufführungen unter der Leitung Fritz Buschs (Schreiber 1981 Teil 2, S. 399, 435 f.): am 2.12.1913 die Ballettsuite op. 130 (Erstaufführung im 3. Städtischen Sinfoniekonzert) und am 11.12.1913 die Motette „Ach, Herr, strafe mich nicht“ op. 110/2 (Uraufführung im 3. Städtischen Abonnementskonzert). Wahrscheinlich dachte Reger über eine Fahrt zu einem dieser Anlässe nach. 63 Reger an Aron zwischen Mai 1909 und Ende April 1912 Postkarte (eigenschriftlich) Ohne Poststempel Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 573) vPostkartev Herrn P. Aron Leipzig Albertstraße No 34 151| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 L. A! Es ist recht fatal für mich gewesen, daß Sie heute Montag nachmittag nicht zu mir kamen. Bitte, kommen Sie doch morgen (Dienstag vormittags)1 absolut sicher zu mir. Es handelt sich um sehr Wichtiges. (nachmittags von 5–6 Uhr bin ich nicht zu Hause) Kommen Sie also sicher2 morgen Dienstag vormittag zu mir. Gruß Reger ANMERKUNGEN 1 Klammer durch Hrsg. eingefügt. 2 Unterstreichung dreifach. 64 Reger an Aron 2.8.1913 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Kolberg 2.8.13 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 585) vPostkartev Herrn Paul Aron Goslar a/Harz Harzberghaus. Colberg a/Ostsee, Hucke 15. M. L! Betreff Thorn (Konzert des Regerensembles) wenden Sie sich bitte sogleich an Herrn R. Knoblauch1 in Frankfurt a/Main, Steinweg 7. Ich hoffe, daß die Sache für Sie wird. Im nächsten Winter sieht es überall höchst mäßig mit den Engagements aus. Mit besten Grüßen Ihr alter Reger ANMERKUNG 1 Vgl. Nr. 58, Anm. 1; Konzert nicht nachweisbar (Schreiber 1981 Teil 2, S. 399). 152 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 65 Reger an Aron 15.11.1913 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 15.11.13 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 586) vPostkartev Herrn Paul Aron Berlin W 30 Westarpstraße 2 M. L! Schmuller1 redet Blech; eine Empfehlung von mir würde da Ihnen wirklich nur2 schaden; also hab‘ ich in Ihrem Interesse da nicht3 hingeschrieben. Wenn Sie da eine Empfehlung von Hn Prof. Kwast4 haben könnten, das wäre sehr gut. Mit besten Grüßen Ihr alter Reger ANMERKUNGEN 1 Alexander Schmuller (1880–1933), russischer Violinist, konzertierte 1909 und 1914 mit Reger und förderte dessen Bekanntwerden; Reger widmete ihm und Leonid Kreutzer seine Violinsonate e-Moll op. 122 (RWV Bd. 1, S. 701). 2/3 Unterstreichung dreifach. 4 James Kwast (1852–1927), holländischer Pianist und Klavierpädagoge, setzte sich ebenso wie seine Ehefrau Frieda Kwast-Hodapp intensiv für Regers Schaffen ein; Reger widmete ihm seine Variationen und Fuge über ein Thema von Telemann für Klavier op. 134 (RWV Bd. 1, S. 774). 66 Reger an Aron 19.3.1914 Ansichtskarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 19.3.14 Abbildung: „Meininger Musikfest 1.–3. April 1913“ mit Porträts von Mitwirkenden: „Konzertmeister Treichler, Kammervirtuos Hermann Wiebel, Leo Gollanir, Professor Karl Piening, Hofrat Prof. Dr. Max Reger, Professor Karl Flesch, Leonid Kreutzer, Das böhmische Streichquartett, Kammervirtuos Fritz Muth, Frau Gertrud Fischer-Maretzki, Kammersänger Professor Alb. 153| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Fischer, Frau Kammersänger Anna Kaempfert“ Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 587) Herrn Paul Aron Berlin W 30 Westarpstraße 2IV M. L! Schönsten Dank! Hoffentlich geht es Ihnen immer besser mit Stunden u. Konzerten. Beste Grüße Ihr alter Reger 67 Reger an Aron 23.4.1914 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meran 23.IV.14 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 588) Herrn P. Aron Oberbozen Hotel Oberbozen Martinsbrunn bei Meran. 23.4.14. M. L! Natürlich sind Sie mir sehr willkommen; also am nächsten Sonnabend kommen Sie um 1135 Uhr in Meran an gehen sofort nach Martinsbrunn, 20 Minuten wandern zur1 Bahn. Sie essen bei mir.2 Bitte, schreiben Sie mir sofort3 nach Erhalt dieser Karte, ob Sie sicher kommen! Mit besten Grüßen, Ihr alter Reger ANMERKUNGEN 1 Unterstreichung dreifach. 154 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE 2 Regers fuhren gemeinsam mit dem Ehepaar Fritz Stein am 27.3.1914 zum Kuraufenthalt ins Sanatorium Martinsbrunn, nachdem Reger am 28.2. nach einem Konzert einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, vier Wochen krank war und Anfang April um Entlassung aus dem Amt des Meininger Hofkapellmeisters gebeten hatte (Schreiber 1981 Teil 2, S. 445). 3 Unterstreichung dreifach. 68 Reger an Aron 13.5.1914 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Berchtesgaden 13. Mai 14 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 589) vKönigreich Bayern Postkartev Herrn P. Aron Berlin W 30 Westarpstraße 2IV M. L! An Knoblauch1 schreibe ich soeben wegen Ihnen, auch an H. Wolff 2; melden Sie sich sofort bei H. Wolff. Ein Abend auf 2 Klavieren würde nur Kosten machen. Ich habe Sie soeben denkbar wärmstens an Wolff empfohlen, werde auch an Bote & Bock3 schreiben, wo Sie sich auch vorstellen müßten. Mit besten Grüßen Ihr alter Reger. ANMERKUNGEN 1 Vgl. Nr. 58, Anm. 1. 2 Berliner Konzertagentur Hermann Wolff (1845–1902); wurde nach dem Tode ihres Gründers von H. Fernow († 1917) und Louise Wolff (1855–1935) fortgeführt (vgl. Nr. 58, Anm. 2). 3 Bote & Bock, Berliner Musikverlag. Reger korrespondierte auch mit den Vertretern dieses Verlages ausführlich (vgl. Reger – Bote & Bock 2001). 69 Reger an Aron 12.11.1914 Brief mit Kuvert (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 12.11.14 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 590) 155| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 buM. Reger Meiningen Marienstr. 6 Herrn P. Aron Berlin W 30 Westarpstr. 2IV bu Meiningen, Marienstr. 6I Thüringen, 12. Nov. 1914. Mein Lieber! Ihren Brief erhalten; München geht nicht! Sie glauben wohl, daß ich für solche Konzerte1 die Solisten engagieren kann oder darf!!! Da sind Sie bös im Irrthum! Ich habe Ihnen s. Z. vor Jahren gesagt: Sie müssen sich ein großes Repertoire auswendig einspielen u. dann Klavierabende geben – das wäre der Weg; leider haben Sie mir nicht gefolgt2 – u. dazu noch das unselige Concert mit dem Windersteinorchester in Leipzig3 gegeben – wozu ich Ihnen niemals gerathen hätte! Daß Sie jetzt so bös daran sind, thut mir sehr leid – aber bedenken Sie: wir alle leiden noch mehr als Sie. Sie schrieben mir vor einiger Zeit wegen Bearbeitungen bei Verlegern! Seien Sie doch mal aufrichtig: so lange es Frieden war, haben Sie sich um solche Arbeiten nicht gekümmert – jetzt zu Kriegszeiten – da plötzlich wollen Sie auch Bearbeitungen machen! Ja, glauben Sie denn, daß unsere Verleger jetzt einen neuen „Mitarbeiter“ engagieren? Unsere Verleger sind heilfroh, wenn sie die bisherigen Mitarbeiter „über Wasser“ halten können! Wenn ich etwas höre, so denke ich selbstredend an Sie – aber vergessen Sie nicht, daß jetzt zu Kriegszeiten wirklich „nichts los“ ist! Daß Sie in Berlin noch nicht mehr Fuß gefaßt haben, wundert mich sehr; Sie hatten doch da ausgedehnte Beziehungen!!4 Nehmen Sie mir es nicht übel, wenn ich Ihnen so offen die Meinung sage: haben Sie während des Friedens nicht etwas hochmütig Arbeiten „verabscheut“, deren ich mich nie geschämt habe! Sie u. alle, die sich jetzt in solcher Lage befinden, haben sich die Laufbahn als Musiker doch zu leicht vorgestellt! Bedenken Sie, daß ich mit 42 Jahren pro Tag noch meine 12 Stunden arbeite. Also: wenn ich von Concerten was höre, denke ich selbstredend an Sie. Mit besten Grüßen Ihr alter Reger 156 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE ANMERKUNGEN 1 Bezieht sich vermutlich auf das Reger-Konzert vom 1.2.1915 in München (8. Abonnements- Konzert des Konzertvereins; Schreiber 1981 Teil 2, S. 452). 2 Vgl. Nr. 51. 3 Konzert vom 21.1.1913 im Städtischen Kaufhaus in Leipzig: „Konzert von PAUL ARON (Klavier) mit dem Winderstein-Orchester, Leitung: Prof. Hans Winderstein“, Programm: 1. Mozart, Konzert KV 271; 2. Debussy, „Danses, mit Begleitung von Streich-Orchester“; 3. Liszt, 2. Klavierkonzert A-Dur (Programmzettel, Kopie in der Paul-Sacher-Stiftung Basel). 4 Vgl. Nr. 68. 70 Reger an Aron 25.11.1914 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 25.11.14 / Berlin-Schöneberg 26.11.14 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 591) vPostkartev Herrn Paul Aron Pianist Berlin W. Westarpstraße 2IV f Frankfurt a/Main Hotel Fürstenhof f Meiningen, Marienstr. 6I Thüringen, 25. Nov. M. L! Ich habe wahrscheinlich ein Concert für Sie am 4. Januar in Cassel1, mit 2002 M Honorar für Sie; aber es ist möglich, daß ich nur 150 M Honorar für Sie erreiche; Programm: J. S. Bach Goldbergvariationen für 2 Klaviere, Bearbeitung für 2 Klaviere von Jos. Rheinberger 3, erschienen bei Kistner; da spielen Sie 2. Klavier, dann Bach C moll Concert für 2 Klaviere4, da spielen Sie 1.5 Klavier (so fängts an: Bitte, beantworten Sie mir diese Karte umgehendst6, ob es Ihnen paßt. Verwechseln Sie die Noten nicht! 157| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Mit Gruß Ihr Reger Bitte um umgehendste Nachricht. Wenn Sie 150 M erhalten, so bleiben Ihnen doch 80 M übrig mindestens. ANMERKUNGEN 1 Am 4.1.1915 Bach-Abend in Kassel (Vereinshaus); Ausführende: W. Rüdiger-Starkloff (Violine), Aron und Reger (Klavier); Programm: Goldberg-Variationen; Präludium und Fuge c-Moll, fis-Moll und As-Dur (Wohltemperiertes Klavier); Violinsonate f-Moll; Konzert c-Moll für 2 Klaviere (Schreiber 1981 Teil 2, S. 451). 2 Vermutlich 200, schlecht leserlich. 3 Joseph Rheinberger (1839–1901): Bearbeiter der Goldberg-Variationen für 2 Klaviere (1883). Regers Bearbeitung (Ende 1914/Anfang 1915) wird im RWV wie folgt zitiert: Bach-H13 Johann Sebastian Bach, Goldberg-Variationen BWV 988 für zwei Klaviere bearbeitet von Josef Rheinberger (1883), revidiert von Max Reger (RWV Bd. 2, S. 1247). 4 Bezeichnung dieser Bach-Einrichtung laut RWV: Bach-H8 Johann Sebastian Bach, Konzert c-Moll BWV 1060 eingerichtet für zwei Klaviere und Streicher (RWV Bd. 2, S. 1239). 5 Unterstreichung vierfach. 6 Unterstreichung dreifach. 71 Reger an Aron 18.12.1914 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Meiningen 18.12.14 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 592) vPostkartev Herrn Paul Aron Berlin W 30 Westarpstraße 3 2IV M. L! Sie erhalten ein Paquet – enthaltend die SchubertTrios1 u. die Goldbergvariationen2, die alle gespielt werden; Sie spielen 2.3 Klavier! Sie müssen mir in Cassel nach dem Concert das Exemplar wieder zurückgeben. Also am 3. Januar abends treffen wir uns im Centralhotel in Cassel Concert am Montag 4. Januar. Gruß Reger 158 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE ANMERKUNGEN 1 Franz Schubert (1797–1828): Klaviertrios. 2 Angaben vgl. Nr. 70, Anm. 3. 3 Unterstreichung dreifach. 72 Reger an Aron 23.3.1915 Ansichtskarte (eigenschriftlich) Abbildung: Goethe-Schloss Dornburg a. Saale Poststempel: Jena 23.3.15 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 593) Herrn Paul Aron Berlin W Westarpstraße 4 Jena Th./ Beethovenstr. 2 M. L! Schönsten besten Dank, ebensolche Wünsche für Ihr Wohlergehen. Ihr alter Reger 73 Reger an Aron 6.8.1915 Brief mit Kuvert (eigenschriftlich) Poststempel: Jena 6.8.15 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 594) Abs: Reger, Jena, Thüringen, Beethovenstr. 2 Feldpostbrief An den Armierungssoldaten Paul Aron Cüstrin (bei Berlin) Altstadt Schulstraße 51I bei Holzfuss Jena, Thüringen, Beethovenstraße 2. 159| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 6. August 1915. M. L! Ihren Brief erhalten! Im Prinzip bin ich Ihrer Idee nicht abgeneigt; es handelt sich darum, daß ich in der Nähe Cüstrins noch etwas zu thun hätte, damit ich wegen des einen Concerts nicht die lange Reise zu machen brauche!1 Sie wissen, meine Zeit ist sehr besetzt trotz des Krieges, da ich sehr viel schriftliche Arbeiten zu machen habe! – Sie haben ja wie man zu sagen pflegt – ordentlich Dusel2, daß Sie als Schreiber verwandt werden; ich glaube nicht, daß Sie an die Front müssen; Ihre Felddienstunfähigkeit wird nicht behoben werden in absehbarer Zeit. Sobald ich Näheres weiß, betr. des Concerts, schreibe ich Ihnen sogleich. Mit frl. Grüßen Ihr alter Reger. ANMERKUNGEN 1 Das Konzert kam offenbar nicht zustande (Schreiber 1981 Teil 2, S. 354 ff.). 2 Also Glück haben. 74 Reger an Aron 10.8.1915 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Jena 10.8.15 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 595) vPostkartev Herrn Paul Aron Armierungssoldat Cüstrin-Altstadt Schulstraße 51 bei Holzfuss f Preußenf sJena i/Th. Beethovenstr. 2.s 10.8.1915.1 M. L! Wenn ich mit meinen Concerten in Allem Bescheid weiß, wie ich eben dann Cüstrin angliedern kann, werden Sie von mir dann sogleich Nachricht erhalten.2 160 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE Hoffentlich geht es Ihnen gut. Mit frl. Gruß Ihr alter Dr Max Reger. ANMERKUNGEN 1 „10.5.1915“, aufgrund des Poststempels durch Hrsg. korrigiert: „10.8.1915“. 2 Das Konzert kam offenbar nicht zustande (Schreiber 1981 Teil 2, S. 354 ff.). 75 Reger an Aron 19.11.1915 Postkarte (eigenschriftlich) Poststempel: Jena 19.11.15 Original: Max-Reger-Institut Karlsruhe (Ep. Ms. 596) Faksimile, in: Steiner 2012, S. 344 vPostkartev Herrn Paul Aron Dresden-A Hübnerstraße No 11 sJena i/Th. Beethovenstr. 2.s 19.11.15. M. L! Ihre Karte erhalten! Ob ich in Cüstrin spielen kann, hängt immer noch davon ab, ob ich in die Nähe von Cüstrin komme! Bis jetzt hab ich nichts in der Gegend! Sobald ich was habe, schreibe ich Ihnen sofort!1 Mit besten Wünschen für Ihr Wohlergehen u. Grüßen Ihr alter Reger ANMERKUNG 1 Das Konzert kam offenbar nicht zustande (Schreiber 1981 Teil 2, S. 354 ff.). 161| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Literaturverzeichnis Herrmann i.V. Matthias Herrmann (Hrsg.): Paul Aron in Dresden. Selbstzeugnisse · Konzertreihen „Neue Musik“ 1919–1933 · Korrespondenz, Baden-Baden i. V. (Dresdner Schriften zur Musik) Huschke 1938 Konrad Huschke: Max Klinger und die Musik. 4. Klinger und Reger, in: Zeitschrift für Musik 105. Jg. (1938), S. 861–865 MGG 1966 Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Kassel u. a. 1949–1986 MGG 2004 Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2., neubearb. Ausg., Personenteil, Kassel u. a. 1999–2007 Poladian 1962 Sirvart Poladian: Paul Aron and the New Music in Dresden. Report on a Sheaf of Correspondenz, in: Bulletin of the New York Public Library, Bd. 66, Nr. 6, May 1962, S. 297–315 Popp 2015 Susanne Popp: Max Reger – Werk statt Leben. Biographie, Leipzig 2015 Popp/Shigihara 1987 Susanne Popp/Susanne Shigihara: Max Reger. Am Wendepunkt zur Moderne. Ein Bildband mit Dokumenten aus den Beständen des Max-Reger-Instituts, Bonn 1987 Reger – Arbeit 1956 Max Reger: Briefe zwischen der Arbeit. Als Erstveröffentlichung im Auftrage des Kuratoriums des Max-Reger-Institutes hrsg. von Ottmar Schreiber, Bonn 1956 (Veröffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger-Stiftung Bonn, 3. Heft) Reger – Arbeit NF 1973 Max Reger: Briefe zwischen der Arbeit. Neue Folge, hrsg. von Ottmar Schrei- 162 | MATTHIAS HERRMANN/STEFANIE STEINER-GRAGE ber, Bonn 1973 (Veröffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger- Stiftung Bonn, 6. Heft) Reger – Bote & Bock 2001 Max Reger: Briefe an den Verlag Ed. Bote & G. Bock, hrsg. von Herta Müller und Jürgen Schaarwächter, Stuttgart 2001 (Schriftenreihe des Max-Reger-Instituts Karlsruhe, Bd. XXII) Reger – Briefe 1928 Max Reger: Briefe eines deutschen Musikers. Ein Lebensbild, hrsg. von Else von Hase-Koehler, Leipzig 1928 Reger – Georg II. 1949 Max Reger: Briefwechsel mit Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen, hrsg. von Hedwig und E. H. Mueller von Asow, Weimar 1949 Reger – Peters 1995 Max Reger: Briefwechsel mit dem Verlag C. F. Peters, hrsg. von Susanne Popp und Susanne Shigihara, Bonn 1995 (Veröffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger-Stiftung Bonn, 13. Bd.) Reger – Stein 1982 Max Reger: Briefe an Fritz Stein, hrsg. von Susanne Popp, Bonn 1982 (Ver- öffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger-Stiftung Bonn, 8. Bd.) Reger – Straube 1986 Max Reger: Briefe an Karl Straube, hrsg. von Susanne Popp, Bonn 1986 (Ver- öffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger-Stiftung Bonn, 10. Bd.) RWV 2010 Bd. 1 / 2 Thematisch-chronologisches Verzeichnis der Werke Max Regers und ihrer Quellen. Reger-Werk-Verzeichnis (RWV), hrsg. von Susanne Popp in Zusammenarbeit mit Alexander Becker, Christopher Grafschmidt, Jürgen Schaarwächter und Stefanie Steiner, Bd. 1/2, München 2010 Schaarwächter 2015 Jürgen Schaarwächter: Paul Arons Konzertreihen Neuer Musik in Dresden 1920–1933, in: Die Tonkunst, Jg. 9 (2015), S. 334–342 163| MAX REGER AN PAUL ARON. KORRESPONDENZ UND NOTIZEN DER JAHRE 1905 BIS 1915 Schindler 1999 Agata Schindler (Bearb.): Aktenzeichen „unerwünscht“. Dresdner Musikerschicksale und nationalsozialistische Judenverfolgung 1933–1945, Dresden 1999 (Lebenszeugnisse – Leidenswege, Heft 9) Schindler 2003 Agata Schindler: Dresdner Liste. Musikstadt Dresden und nationalsozialistische Judenverfolgung 1933–1945 in Wort und Bild. Ein Beitrag zur Dresdner Musikgeschichte, Dresden 2003 Schönberg – Berg 2007 Briefwechsel Arnold Schönberg – Alban Berg. Teilbd. I: 1906–1917, hrsg. von Julian Brand, Christopher Hailey und Andreas Meyer, Mainz u. a. 2007 Schreiber 1981 Teil 1 Ottmar Schreiber: Reger konzertiert, Teil 1 des dreibändigen Werkes „Max Reger in seinen Konzerten“, Bonn 1981 (Veröffentlichungen des Max-Reger- Institutes Elsa-Reger-Stiftung, Bd. 7, Teil 1) Schreiber 1981 Teil 2 Ingeborg Schreiber (Bearb.): Programme der Konzerte Regers, Teil 2 des dreibändigen Werkes „Max Reger in seinen Konzerten“, Bonn 1981 (Veröffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger-Stiftung, Bd. 7, Teil 2) Schreiber 1981 Teil 3 Ottmar und Ingeborg Schreiber (Hrsg.): Rezensionen, Teil 3 des dreibändigen Werkes „Max Reger in seinen Konzerten“, Bonn 1981 (Veröffentlichungen des Max-Reger-Institutes Elsa-Reger-Stiftung, Bd. 7, Teil 3) Steiner-Grage 2012 Stefanie Steiner-Grage: Paul Aron als Schüler von Max Reger, in: Wolfgang Mende (Hrsg.) unter Mitarbeit von Sebastian Biesold und Uta Dorothea Sauer, Partita. Siebenundzwanzig Sätze zur Dresdner Musikgeschichte. Festschrift für Hans-Günter Ottenberg zum 65. Geburtstag, Dresden 2012, S. 335–350

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References

Abstract

The oeuvre of Max Reger (1873–1916) evoked approval and rejection during the composer's lifetime. Reger also polarized as a person. The present volume deals with Reger's compositional oeuvre and with his personal environment – in the form of his student Paul Aron (1886–1955) from Dresden. At times, he was part of the close network of relationships between the Reger couple. The letters and cards from Reger to Aron from 1905 to 1915, as well as Reger's assessments, which are completely edited for the first time here, are supplemented by Aron's letters from the front of the First World War to Elsa Reger after the death of her husband (1916–1918). The extensive correspondence between Max Reger and Paul Aron shows an exciting teacher-student relationship more than 100 years ago. The sensitive texts of well-known authors trace a detailed picture of the composer. With contributions by Vitus Froesch, Manuel Gervink, Peter Gülke, Michael Heinemann, Matthias Herrmann, Jörn Peter Hiekel, Stefanie Steiner-Grage

Zusammenfassung

Das Oeuvre von Max Reger (1873–1916) rief zu Lebzeiten des Komponisten Zustimmung und Ablehnung hervor. Auch als Person vermochte Reger zu polarisieren. Der vorliegende Band befasst sich mit Regers kompositorischem Werk und mit seinem persönlichen Umfeld – in Gestalt seines aus Dresden stammenden Schülers Paul Aron (1886–1955). Dieser gehörte zeitweise zum näheren Beziehungsgeflecht des Ehepaars Reger. Die hier erstmals vollständig edierten Briefe und Karten Regers an Aron der Jahre 1905 bis 1915 sowie Beurteilungen Regers werden ergänzt durch Arons Briefe von der Front des Ersten Weltkrieges an Elsa Reger nach dem Tod ihres Mannes (1916–1918). Der umfangreiche Briefwechsel von Max Reger und Paul Aron spiegelt eine spannungsreiche Lehrer-Schüler-Beziehung vor mehr als 100 Jahren wider. Die einfühlsamen Texte bekannter Autoren zeichnen ein detailliertes Bild des Tonschöpfers nach. Mit Beiträgen von Vitus Froesch, Manuel Gervink, Peter Gülke, Michael Heinemann, Matthias Herrmann, Jörn Peter Hiekel, Stefanie Steiner-Grage