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Roland Mierzwa

Ethische Perspektiven der Inklusion, page I - VIII

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4506-0, ISBN online: 978-3-8288-7544-9, https://doi.org/10.5771/9783828875449-I

Tectum, Baden-Baden
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Roland Mierzwa Ethische Perspektiven der Inklusion Roland Mierzwa Ethische Perspektiven der Inklusion Tectum Verlag Roland Mierzwa Ethische Perspektiven der Inklusion © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2020 ePDF 978-3-8288-7544-9 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4506-0 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung des Bildes # 383743537 von Denis Kuvaev | shutterstock.com Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Vorwort Cornelia Coenen-Marx stellt fest, dass Inklusion nicht nur eine technische Frage ist, sondern dass wir auch wertschätzen, „was Menschen in Krisen und Grenzerfahrungen lernen. Unser Verständnis von Segen und Erfolg muss sich ändern“ (2017, 114). Inklusion ist gelungen, stellt sie fest, wenn Menschen zu einer inneren Stimmigkeit finden. Und sie weist darauf hin, dass die Kirche noch ein tüchtiges Stück Weg vor sich hat, wenn sie Inklusion im umfassenden Sinn realisieren möchte (vgl. S. 268f.). Ja indem Inklusion noch nicht „ganz“ realisiert wird, wird sogar das Christliche, das verkündigt wird und wofür die Kirche einstehen müsste, verfälscht und kann sogar im Raum der Kirche verloren gehen (vgl. auch Coenen-Marx, 2014, 241 und 2015 mit Blick auf die Erklärung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen von 2003 zu Inklusion). In diesem Zusammenhang fallen mir auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen persönliche Hinweise von Pastores ein, dass in der evangelischen Kirche bei der Einstellungspraxis von Hauptamtlichen Inklusion eigentlich gar nicht gelebt wird und man der Einstellung von Behinderten tunlichst aus dem Weg geht. Mit Blick auf die Demokratie weist Stephan Lessenich (2019) darauf hin, dass Demokratien erst dann Demokratien in vollem Umfang sind, wenn sie im umfassenden Sinne „gesellschaftliche Inklusionsmaschinen“ werden (vgl. zu Begriff S. 25). Dafür müsste aber die „Entpolitisierung“ des Themas Inklusion zurückgelassen werden, so Uwe Becker (vgl. 2016, 162f.) und mehr Ressourcen mobilisiert werden sowie der Ansatz der Barrierefreiheit konsequenter in der Gestaltung des Gemeinwesens in Anschlag gebracht werden. Die Demokratie kennt die Unterscheidung zwischen Bürgern erster und zweiter Klasse (vgl. Lessenich, 2019, 41) und eigentlich auch dritter Klasse, wenn man genauer die Situation von behinderten Mitbürgern betrachtet. So erkennen mit Blick auf Ausbildung spätestens dann die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung, dass das System den Zutritt zur Erwerbsarbeit verweigert (vgl. Becker, 2016, 165). „Erst 2019 hat der Bundestag den V bis dahin bestehenden Wahlrechtsausschluss voll betreuter behinderter Menschen aufgehoben, von dem zuletzt etwa 80000 Personen betroffen waren“ (Lessenich, 2019, 44). Und es sollte nicht unerwähnt bleiben, wie stark Behinderung in der Gesellschaft auch damit zusammenhängen kann, wie Medikamente in den Umlauf kommen – siehe zum Beispiel Contergan oder Pandemrix®. So ist es entscheidend für eine gute Inklusionskultur wie stark unser „kapitalistisches“ Pharmasystem „kritisch“ aufgearbeitet wird. Dazu gehört die Arbeit an einer „Erinnerungskultur“, einer „Verantwortungskultur“ und einer „gerechten Rechtskultur“. Die Inklusionspraxis ist nur so gut, wie der Staat sich eingestehen kann (vgl. Drucksache des Deutschen Bundestages 18/5819 vom 24.08.2015), dass Behinderungen eine Konsequenz des „real existierenden Gesundheitssystems“ sein können. Vorwort VI Inhaltsverzeichnis Hindernisse für ein radikales Inklusionsengagement . . . . . . . . . . . . . . . .1. Kapitel: 1 Ein theologisches Hindernis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.1. 1 „Inneres Ausland“ als Hindernis für Inklusion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.2. 3 Das „Leistungsdenken“ als Hindernis für Inklusion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.3. 4 Schließungsprozesse in der Demokratie als Ursache für eine unzureichende Inklusionsdynamik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.4. 11 Von den Schwierigkeiten zu lieben zu den Schwierigkeiten der Inklusion . . . . . . . . . . . .1.5. 12 Facetten eines erweiterten Inklusionsverständnisses . . . . . . . . . . . . . . . .2. Kapitel: 15 Inklusion auf der Grundlage von Empathie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.1. 15 Inklusion mit Mitgefühl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.2. 18 Inklusion im Horizont des Würdeverständnisses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.3. 21 Inklusion und Respekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.4. 24 Inklusion als „organische“ Herausforderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.5. 27 Inklusion woraufhin? Facetten einer gastfreundlichen und attraktiven Gesellschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.6. 31 Teilbereiche der Inklusion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3. Kapitel: 35 Kita, Kindergarten und Krippe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1. 35 Bildungssystem. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2. 36 Freizeitbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3. 38 Arbeitswelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4. 39 Selbstbestimmtes Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.5. 44 VII Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.6. 46 Sport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.7. 48 Ehrenamt/bürgerschaftliches Engagement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.8. 50 Behinderung und Demokratie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.9. 53 Inklusion als Leitbild auf dem Weg zu einer Gesellschaft mit den Armen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4. Kapitel: 55 Erfahrungshintergrund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5. Kapitel: 59 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Danksagung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 Inhaltsverzeichnis VIII

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Abstract

This study intimately examines the ethical aspects of inclusivity in order to help committed Christian volunteers charged with supervising its implementation by offering a theological perspective on this matter. The book explicitly identifies empathy as the basis of substantial ethical efforts to achieve inclusivity. Through its comprehensive overview of attempts to implement inclusivity in various subsystems, some of which have been tested in the field or are based on experience, the study reveals the consequences of an ethically oriented form of inclusivity in practice. Its concluding chapter interlinks the focus on inclusivity with the ‘preferential option for poor people’ and the ‘option for those that are excluded’, which can pose a challenge to churches and Christian communities.

Zusammenfassung

Diese Untersuchung schaut bei den ethischen Aspekten der Inklusion noch einmal ganz genau hin. Mit einer Schnittstelle zu theologischen Perspektiven will sie christlich Engagierten eine Hilfestellung bei der Betreuung sein. Der Aspekt der Empathie wird ausdrücklich als Fundament ethisch gehaltvoller Inklusionsanstrengungen ausgewiesen. Mit einer umfassenden Übersicht – zum Teil praxis- und erfahrungserprobt – über Inklusionsanstrengungen in verschiedenen Teilsystemen werden die Konsequenzen einer ethisch orientierten Inklusionspraxis entfaltet. Ein abschließendes Kapitel verschränkt die Inklusionsorientierung mit der „Vorrangigen Option für die Armen“ und der „Option für die Exkludierten“. Das kann Kirchen und christliche Gemeinschaften herausfordern.