5. Kapitel: Erfahrungshintergrund in:

Roland Mierzwa

Ethische Perspektiven der Inklusion, page 59 - 60

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4506-0, ISBN online: 978-3-8288-7544-9, https://doi.org/10.5771/9783828875449-59

Tectum, Baden-Baden
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Erfahrungshintergrund Die Ausführungen zu Inklusion erfolgen nicht ohne einen persönlichen Erfahrungshintergrund. Meinen Zivildienst machte ich in den Praunheimer Werkstätten, eine Werkstatt für Behinderte, wie man damals sagte. Dabei hatte ich sehr unmittelbare Begegnungen mit behinderten Mitbürgern, in der Spielzeug-Produktion, bei der Verantwortung für die „Sportpause“ oder auch über eine Freundschaft. In Flensburg bin ich mit Novizin Susanne Post befreundet, die ein erwachsenes Kind mit Down-Syndrom hat (vgl. Stormarner Nachrichten 31.10/1.11.1999 und Freundin 26/2009 [Wahl zur Familien-Managerin des Jahres]). Erzählungen, die sehr nahe gehen und das punktuelle persönliche Erleben des heranwachsenden Kindes über 15 Jahre tragen zu einer Erweiterung meines „Wissens“ über die Möglichkeiten von Inklusion bei. Ich bin selbst aufgrund neurologischer Beschädigungen schwerbehindert – zunächst für mehrere Jahre mit 80 Prozent, nun nach einer gewissen Genesung dauerhaft mit 60 Prozent. Auf der Suche nach einer Erwerbsarbeit – mehrere Bewerbungsgespräche – sammelte ich persönliche Erfahrungen zum Thema Inklusion. Aber dann erfolgten auch Gespräche mit Ulrich Bach (†) und Prof. DDr. Klaus Dörner, die Einsichten vertieften, zusätzliche Erkenntnisse lieferten und zu einer besseren Einschätzung des Themenfeldes beitrugen. Eine Diakonisse, die sich um die gesellschaftliche Integration eines autistischen Mitbürgers bemüht und mir von den Erfahrungen dabei berichtet, rundet mein Wissen über Inklusion ab. Martin Tertelmann vom Sozialunternehmen NEUE ARBEIT gGmbH Stuttgart, der mit Inklusionsfragen betraut ist, begutachtete eine erste Fassung des Beitrages und fand ihn gelungen. 5. Kapitel: 59

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Abstract

This study intimately examines the ethical aspects of inclusivity in order to help committed Christian volunteers charged with supervising its implementation by offering a theological perspective on this matter. The book explicitly identifies empathy as the basis of substantial ethical efforts to achieve inclusivity. Through its comprehensive overview of attempts to implement inclusivity in various subsystems, some of which have been tested in the field or are based on experience, the study reveals the consequences of an ethically oriented form of inclusivity in practice. Its concluding chapter interlinks the focus on inclusivity with the ‘preferential option for poor people’ and the ‘option for those that are excluded’, which can pose a challenge to churches and Christian communities.

Zusammenfassung

Diese Untersuchung schaut bei den ethischen Aspekten der Inklusion noch einmal ganz genau hin. Mit einer Schnittstelle zu theologischen Perspektiven will sie christlich Engagierten eine Hilfestellung bei der Betreuung sein. Der Aspekt der Empathie wird ausdrücklich als Fundament ethisch gehaltvoller Inklusionsanstrengungen ausgewiesen. Mit einer umfassenden Übersicht – zum Teil praxis- und erfahrungserprobt – über Inklusionsanstrengungen in verschiedenen Teilsystemen werden die Konsequenzen einer ethisch orientierten Inklusionspraxis entfaltet. Ein abschließendes Kapitel verschränkt die Inklusionsorientierung mit der „Vorrangigen Option für die Armen“ und der „Option für die Exkludierten“. Das kann Kirchen und christliche Gemeinschaften herausfordern.