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Kyra Sontacki

Die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr im Nationalsozialismus, page I - XII

Auswirkungen nationalsozialistischer Politik auf die Stadtverwaltung anhand ausgewählter Dienstbiografien

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4487-2, ISBN online: 978-3-8288-7520-3, https://doi.org/10.5771/9783828875203-I

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Geschichtswissenschaft, vol. 45

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Te ct um Te ct um Ky ra S on ta ck i D ie S ta dt ve rw al tu ng M ül he im a n de r R uh r i m N at io na ls oz ia lis m us 45 Kyra Sontacki Die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr im Nationalsozialismus Auswirkungen nationalsozialistischer Politik auf die Stadtverwaltung anhand ausgewählter Dienstbiografien Wissenschaftliche Beiträge Geschichtswissenschaft | 45 Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe Geschichtswissenschaft Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe Geschichtswissenschaft Band 45 Kyra Sontacki Die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr im Nationalsozialismus Auswirkungen nationalsozialistischer Politik auf die Stadtverwaltung anhand ausgewählter Dienstbiograf ien Tectum Verlag Kyra Sontacki Die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr im Nationalsozialismus Auswirkungen nationalsozialistischer Politik auf die Stadtverwaltung anhand ausgewählter Dienstbiografien Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag, Reihe: Geschichtswissenschaft; Bd. 45 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2020 ePDF 978-3-8288-7520-3 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4487-2 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1861-7468 Umschlag: Tectum Verlag, unter Verwendung dieser Abbildung: Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bildarchiv, „Kundgebung auf dem Rathausmarkt“, Nr. 45 von Januar 1935 Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. V Inhalt Vorwort: Zukunft hat Vergangenheit VII Abkürzungsverzeichnis XI 1. Einleitung 1 2. Überblick über die historische Entwicklung 5 2.1 Stadtgeschichte 5 2.2 Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr 8 3. Oberbürgermeister 13 3.1 Alfred Schmidt (Oberbürgermeister bis 1933) 14 3.1.1 Beschäftigung bei der Mülheimer Stadtverwaltung 14 3.1.2 Werdegang nach der Pensionierung 16 3.2 Wilhelm Maerz (Oberbürgermeister 1933–1936) 19 3.2.1 Beschäftigung bei der Mülheimer Stadtverwaltung 19 3.2.2 Ausscheiden aus dem städtischen Dienst 21 3.3 Edwin Hasenjaeger (Oberbürgermeister ab 1936) 23 3.3.1 Beschäftigung bei der Mülheimer Stadtverwaltung 25 3.3.2 Nachkriegszeit 28 3.4 Fazit zum Amt des Oberbürgermeisters 30 4. Feuerwehr 33 4.1 Entwicklungen in Mülheim an der Ruhr 34 4.1.1 Vorkriegszeit 34 4.1.2 Während des Krieges (1939–1945) 36 4.2 Brandingenieur Alfred Freter 39 VI Inhalt 5. Schulamt 47 5.1 Entwicklungen in Mülheim an der Ruhr 48 5.1.1 Schulgebäude und deren Nutzung 48 5.1.2 Kinderlandverschickung 49 5.1.3 Schulbücher und Schulbüchereien 50 5.1.4 Unterricht, Schülerinnen und Schüler 51 5.1.5 Lehrerinnen und Lehrer 55 5.2 Volksschullehrerin Elfriede Loewenthal 56 6. Stadtkasse 63 6.1 Entwicklungen in Mülheim an der Ruhr 64 6.1.1 Auszahlungen an städtische Bedienstete 65 6.1.2 Auszahlungen an Bürgerinnen und Bürger 66 6.1.3 Personal der Stadtkasse 67 6.2 Stadtamtmann Peter Dreis 69 7. Fazit 75 Danksagung 81 8. Anhang – Interview mit K. Wickrath vom 10. Mai 2019 83 9. Quellenverzeichnis 91 9.1 Primärquellen 91 9.2 Sekundärliteratur 94 9.3 Internetquellen 96 9.4 Abbildungen 98 Vorwort: Zukunft hat Vergangenheit Politisches Handeln ist keines, das sich lediglich in großen Schriften oder Reden mehr oder weniger einflussreicher Politiker zeigt. Politisches Handeln ist ein solches des Alltags, der vielfach beiläufigen Entscheidungen, denen nicht immer große Bedeutung zugemessen wird, die aber nicht selten erhebliche Wirkung zeigen für eine große Zahl von Menschen. Vergangenheitsbewältigung bleibt an der Oberfläche, wenn sie eine solche der Oberflächenphänomene ist, wenn sie sich vornehmlich auf das Wirken und die Persönlichkeit maßgeblicher Politiker bezieht. Das gesellschaftliche Leben wird nicht in erster Linie von politischen Akteuren bestimmt, sondern nicht unwesentlich von Handelnden auf der Ebene der Verwaltung. Hier findet sich der Sachverstand (oder auch nicht). Hier lassen sich politische Vorgaben konsequent ohne Rücksicht auf Verluste umsetzen oder mit Augenmaß und Kenntnis um soziale und ökonomische Realitäten bewirken und begleiten. Die Geschichte eines politischen Systems, ob des Kaiserreiches, der Weimarer Republik, der NS-Zeit oder der neuen Nachkriegsrealitäten in Ost- und Westdeutschland, ist keine Geschichte nur der Gesetze oder Runderlasse und administrativer Gliederungen. Sie ist eine Geschichte der Begünstigten und Benachteiligten, der Kompetenten und Mitläufer, der streitbaren Geister und der servilen Claqueure. Jenen, entweder zugewandt den Mächtigen oder den Bürgerinnen und Bürgern, bisweilen changierend zwischen den Extremen, verleiht dieses Buch Gesicht und Stimme. Wer Macht verstehen will, sollte sich dieser Kräfte zwischen den Polen vergewissern, den verstärkenden, ausgleichenden, befördernden oder VII widerständigen Kräften der Verwaltung, die das Schlimmste wahrmachen und ebenso verhindern können. Es handelt sich dabei nach Luhmann um Elemente innerhalb kettenförmiger Kombinationen, in denen die Selektion einer Handlung an die andere anschließt oder sie als Folgeselektion zu ihrer Vollendung antizipiert.1 Verwaltungsakteure als Glieder von Handlungsketten innerhalb „pyramidaler Autoritätshierarchien“ (Luhmann) verfügen über die bedeutsame Position von „Verhinderungsmächtigen“.2 Sie sind daher diejenigen, die sich nach politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen vor allem auf neue Verhältnisse einstellen müssen, die sie teilweise auch persönlich betreffen. Nachfolgend werden auszugsweise Einzelschicksale und -persönlichkeiten portraitiert, die ab 1933 verhindert, ausgeschlossen, gefördert oder auch wiederberufen wurden. Es sind Beispiele der Alltagswirkung eines politischen Systems. Menschen, die nicht aufgrund von Ausbildung oder Kompetenz eine Position erringen sondern bspw. aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit oder jener zu einer Massenorganisation, die nicht rückgebunden sind durch Qualifikation oder soziale Verbundenheit nach unten, sondern sich verpflichtet sehen dem ‚Oben‘ als Protagonisten und Exekutierer realitätsfremder Politik und Beförderer von Zielen, die wenig mit dem Interesse von Bürgerinnen und Bürgern gemein haben. Diese Lebensläufe unter Rückgriff auf Originalakten und im Gespräch mit einem Zeitzeugen und ehemaligen Personalleiter der Stadt sichtbar gemacht zu haben, ist der große Verdienst dieser Schrift. Vergessen werden darf nicht, dass die geschilderten Entscheidungen und ihre Auswirkungen nicht auf ein politisches System oder eine Ära beschränkt sind. Ähnliche Entwicklungen gab es in der DDR und gibt 1 Luhmann, Niklas (1988): Macht. Stuttgart: Enke, S. 39. 2 Ders. (2000): Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt: Suhrkamp, S. 43. VIII Vorwort: Zukunft hat Vergangenheit es selbstverständlich auch heute. Menschen qualifikationsfern auf Positionen zu berufen richtet nicht selten erheblichen Schaden an und führt trotzdem nicht immer zu dem notwendigen entschiedenen Widerstand der Öffentlichkeit, der kürzlich immerhin verhindern konnte, dass die Position des Leiters der Berliner Bauakademie mit einem vornehmlich parteipolitisch ausgewiesenen Kandidaten besetzt wurde. Viel zu oft werden die vorher sorgsam eingefädelten Strukturen nicht bekannt, bleiben unentdeckt oder werden nicht beachtet. Eine wachsame Zivilgesellschaft ist notwendig, um entsprechende Entwicklungen argwöhnisch zu begleiten und, wenn notwendig, zu verhindern. Ebenso eine bürgernahe und kritische Presse, die sich als solche versteht – was mittlerweile auch nicht mehr als selbstverständlich angenommen werden darf. Dieses Buch ist demnach nicht nur für historisch Interessierte spannend und wichtig, sondern grundsätzlich für alle, die sich der Gestaltung einer sozialen und zivilen Gesellschaft verpflichtet sehen. Die geschilderten Beispiele machen Strukturen und Beziehungen sichtbar, wie es sie auch heute gibt. Sie sensibilisieren dafür, sich auch als Verwaltung den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet zu sehen und sie machen deutlich, dass hinter den zu wählenden und den nicht zu wählenden administrativen Gestaltern einer Stadtgesellschaft Kräfte wirken, die man kennen und erkennen wollen muss, um die Auswirkungen ihres Handelns verstehen und antizipieren zu können. Prof. Dr. Stefan Piasecki IX Vorwort: Zukunft hat Vergangenheit Abkürzungsverzeichnis BDM Bund Deutscher Mädel Gestapo Geheime Staatspolizei HJ Hitlerjugend KPD Kommunistische Partei Deutschlands NS Nationalsozialismus NSDAP Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei OVG NRW Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen SA Sturmabteilung SS Schutzstaffel SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands StAMH Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr XI

Chapter Preview

References

Abstract

There is plenty of information about the impacts of National Socialism, but the municipal administrative authorities of Mülheim an der Ruhr and its employees have so far been neglected in this regard.

This book points out how National Socialism had an influence on the tasks and the daily work routine of the town’s administration. It also shows how the political circumstances of the time impacted on the employees’ lives and their decisions.

The book presents the résumés of three very different mayors, the National Socialist head of the fire department, a Jewish teacher as well as a supposedly quintessential town council employee.

Zusammenfassung

Im Geflecht des nationalsozialistischen Staates wurden die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr und ihre Bediensteten bisher wenig thematisiert.

Kyra Sontacki untersucht in diesem Buch, in welcher Weise der Nationalsozialismus Einfluss auf den Arbeitsalltag der Stadtverwaltung nahm. Indem sie die Lebensläufe von drei sehr verschiedenen Oberbürgermeistern, des nationalsozialistischen Leiters der Feuerwehr, einer jüdischen Lehrerin sowie eines vermeintlich klassischen Verwaltungsbeamten vorstellt, beleuchtet sie zudem das Ausmaß der Auswirkungen der politischen Umstände auf das Arbeitsleben Einzelner.