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Sachsen-Polen. August II. (der Starke) und August III. in:

Joachim-Friedrich Kapp

Die Gründung der Moderne, page 65 - 76

Die Welt im 18. Jahrhundert

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4484-1, ISBN online: 978-3-8288-7517-3, https://doi.org/10.5771/9783828875173-65

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Geschichtswissenschaft, vol. 46

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Sachsen-Polen August II. (der Starke) und August III. Friedrich August I., aus dem Hause der Wettiner, hatte 1694 die Herrschaft als Kurfürst von Sachsen angetreten, war aber auf Größeres aus und bewarb sich um den Königsthron in Polen, nachdem der dortige König Johann III. Sobieski im Juni 1696 gestorben war. Friedrich August hatte zuvor die Unterstützung durch den Kaiser, Frankreich und den Papst gesucht und – dies war eine Voraussetzung für das polnische Amt – war (heimlich) zum katholischen Glauben übergetreten. Bischof Stanislaw Dabski rief Friedrich August zum König August II. aus, die Krönung fand im September 1697 in Krakau statt. (Czok, S. 53) Polen-Litauen war zu dieser Zeit noch immer in den Großen Türkenkrieg verwickelt, in dem Sobieski zu dem Sieg gegen die Osmanen vor Wien 1683 sehr erfolgreich beigetragen hatte. Dass Polen-Litauen mit dem Frieden von Karlowitz 1699, der den Großen Türkenkrieg beendete, zuvor verlorene Gebiete im Westen und Südwesten der Ukraine zurückerlangen konnte, war ein großer Erfolg für August II., der sich ansonsten mit zahlreichen Widerständen als Sachse in Polen und als Katholik in Sachsen auseinanderzusetzen hatte. Schon stand das nächste militärische Abenteuer an: August verabredete mit Zar Peter (oder dieser mit ihm), gegen Schweden vorzugehen. Die erste Phase des nun beginnenden Großen Nordischen Krieges verlief jedoch für August geradezu niederschmetternd. Nachdem Schweden tief nach Polen eingedrungen war und Warschau und Krakau besetzt hatte, zwang Karl XII. im Februar 1704 seinen Vetter August zum Thronverzicht. (Karls und Augusts Mütter waren Töchter des dänischen Königs Frederik III.). Zwar konnte August II. mit dem Frieden von Thorn 1709 wieder als König nach Warschau zurückkehren, jedoch war Russland die führende Macht geworden. August II. musste Russland als Garantiemacht anerkennen, Polen war in Abhängigkeit geraten. Mit dem Frieden von Nystadt wurde Livland in den russi- 65 schen Staat integriert, während Polen leer ausging. Dennoch hatte August der Starke große, über den territorialen Gewinn hinausgehende Pläne. So verheiratete er den Kurprinzen mit Maria Josepha, der ältesten Tochter Kaiser Josephs I., denn er meinte, seinem Sohn dadurch Chancen auf den Kaiserthron eröffnen zu können. Tatsächlich war August III. durch diese familiäre Verbindung zum Haus Habsburg als Katholik und Herrscher über eines der größten Territorien des Reiches zumindest theoretisch ein Kandidat für die Kaiserwürde. Seine Gemahlin und er hatten jedoch die pragmatische Sanktion anerkannt. Um Österreichs Unterstützung bei der polnischen Königswahl zu sichern, hatte sich August III. verpflichtet, die Rechte Maria Theresias zu verteidigen. (Hanke2, S. 33) Als August II. 1733 starb, suchte sein Sohn die Unterstützung Russlands und Österreichs, um die Nachfolge anzutreten. Es war in Russlands Interesse, die Beziehungen zu den Wettinern fortzusetzen, dies würde den Einfluss auf Polen erhalten. So unterstützte Russland Augusts II. Sohn, dies tat auch Österreich, denn dieser war der Schwiegersohn des Kaisers. Frankreich hatte entgegengesetzte Pläne, es unterstützte Stanislaus Leszczyński und berief sich darauf, dass dieser schon einmal König von Polen gewesen war. Frankreichs Interessen lagen auf der Hand, denn Ludwig XV. hatte Maria, die Tochter von Stanislaus Leszczyński geheiratet, der Polnische Thron galt als vermögend, und eine dynastische Verbindung Frankreichs mit Polen musste den Erbfeind Österreich stören und Russlands Drang nach Westen bremsen. Tatsachen schaffen, dies war Frankreichs Devise. Es setzte Stanislaus Leszczyński ein. Doch als russische Truppen in Warschau dafür sorgten, dass Friedrich August II. die Nachfolge seines Vaters antreten konnte, gab sich Frankreich damit nicht zufrieden, erklärte dem Kaiser den Krieg, auch Spanien und Sardinien griffen ein. Bald wurde im Westen des Reichs und in Italien gekämpft (Polnischer Thronfolgekrieg, 1733–1738), was damit endete, dass der sächsische Kurfürst als König August III. in Polen bestätigt wurde, während für Leszczyński eine Lösung in Lothringen vereinbart und Franz Stephan von Lothringen, der sein Stammland aufgeben musste, mit der Toskana abgefunden wurde. Die territorialen Pläne, die bereits August II. verfolgt hatte, sahen auch eine Landverbindung zwischen Polen und Sachsen vor, ein Vor- Sachsen-Polen 66 haben, das aber weder von ihm selbst noch von seinem Sohn verwirklicht werden konnte. August III. sah eine neue Gelegenheit gekommen, die Landbrücken-Pläne seines Vaters wieder aufzunehmen, als Preu- ßen Schlesien erobern wollte. Mit Habsburg hatte er zu Beginn des ersten schlesischen Kriegs vereinbart, dass Sachsen im Falle eines Sieges über Preußen ein Gebietsstreifen des Distrikts Grünberg-Krossen in Niederschlesien zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt werden würde, mit dem die erhoffte Verbindung zwischen Sachsen und Polen entstanden wäre. Als sich aber eine große Allianz gegen Österreich bildete und das Kriegsglück auf Preußen wies, brach Sachsen den schon unterschriebenen Vertrag, wechselte die Fronten und schloss sich der anti-habsburgischen Koalition im Erbfolgekrieg an. Grundlage für diese Kehrtwendung und Vertragsbruch war eine Vereinbarung zwischen Sachsen und Bayern, in der Sachsen die Gebiete Oberschlesien und Mähren zugesichert wurden, sollte die Allianz siegen. Keiner der Landbrücken-Pläne konnte realisiert werden, denn Preußen machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Brühl wollte seinen Plan, die Verbindung nach Polen doch noch zu verwirklichen, nicht aufgeben und suchte zunächst Allianzen mit Österreich und Russland, später auch mit Frankreich. Brühls eigentlicher Plan war das Errichten einer Großmacht Sachsen-Polen. Dies musste jedoch nicht nur wegen der Interessen und des Einflusses Russlands und Frankreichs in Polen einerseits und andererseits Preußens Kampf um Schlesien scheitern. Sachsen-Polen hatte nicht die finanziellen und militärischen Voraussetzungen, auch nicht die unbedingte Willensstärke, die für das Durchsetzen eines so ehrgeizigen und großen Vorhabens Vorbedingung waren. Im Gegenteil: das Land geriet unter Brühls Regierungszeit sogar in eine schwere Finanzkrise und musste das Heer drastisch verringern. Preußen siegte in allen drei Schlesischen Kriegen. Der Zugang von Sachsen nach Polen war also nur über preußisches Territorium möglich. Diese Entwicklung war ein erheblicher Rückschlag für August III., denn Polen und Sachsen hätten von einer zollfreien Verbindung zwischen beiden Ländern große Vorteile gehabt. Schon seit dem 16. Jahrhundert hatte es einen stetigen Warenaustausch zwischen beiden Ländern gegeben: Polen lieferte die für Sachsen notwendigen Landwirtschaftsgüter (Wolle, Felle, Getreide, Vieh) und Salz. Im Gegenzug Sachsen-Polen 67 führte es Textilien, Metallwaren, Gewehre und Meißner Porzellan ein. Die Messen von Leipzig und Brody hatten schon damals eine große Bedeutung für die Präsentation des gegenseitigen Warenangebots. Seit 1742 verfolgte Friedrich II. das Ziel, die Breslauer Messe zu fördern und als Gegengewicht zu Leipzig aufzubauen. Er zögerte nicht, erhebliche Zölle für den Transit durch Schlesien zu erheben. 1748 ließ er von den Kaufleuten auf dem Weg nach Sachsen 30 Prozent vom Warenwert fordern. (Czok, S. 80) Das heute noch gültige Vermächtnis beider sächsischen Herrscher liegt nicht in politischen Erfolgen, sondern den kulturellen Errungenschaften, vor allem in der Architektur und den Kunstsammlungen. „Obwohl seine (Augusts II.) Sammeltätigkeit universale Interessen verriet, offenbarten die kunsthandwerklichen Spezialmuseen, das Grüne Gewölbe und die Porzellansammlung, seine besondere Vorliebe. In Etappen vollzog sich seit 1723 die Neueinrichtung und Vergrößerung des dann insgesamt acht Räume umfassenden Gewölbes, das den Namen von dem ursprünglich grün gestrichenen Raum im Schloss herleitete. Die fähigsten Künstler und Handwerker Dresdens trugen zur Gestaltung dieser neuen Räume bei, in denen nun die Kostbarkeiten aus Edelsteinen, Gold und Silber aufbewahrt wurden. Nach den Anweisungen des Königs von 1727 bot sich zum Abschluss dieses Umgestaltungsprozesses folgende Raumanordnung: Sie begann mit dem Bronzezimmer, in dem die Reiterstatuetten aus Bronze und die Brustbilder aus vergoldetem Kupfer Aufstellung gefunden hatten. Dann folgte das getäfelte Elfenbeinzimmer, daran schloss sich das entschieden größere Emaillenzimmer an. Im folgenden Silberzimmer präsentierte sich das Geschirr aus Gold und vergoldetem Silber. In Gold und Spiegelglas erstrahlte der Pretiosensaal, um die Wirkung der Kunstwerke durch Spiegelungen zu verdoppeln oder gar zu vervielfachen. Über den Türen wiesen mehrfach Monogramme ›AR‹ – Augustus Rex – auf den Gründer und Eigentümer dieser Sammlungen hin. Der siebente Raum war das Wappenzimmer mit den Schmuckgarnituren Augusts, Einzelschmuckstücken und Orden – 1722 hatte er den Orden vom ›Goldenen Vlies‹ verliehen bekommen – sowie kostbaren Waffen, beispielsweise dem Kurschwert der Wettiner.“ (Czok, S. 140) Die Meißener Porzellanmanufaktur wurde 1710 gegründet, nachdem Johann Friedrich Böttger gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Sachsen-Polen 68 Tschirnhaus das Hartporzellan erfunden hatten. Tschirnhaus war es gelungen, mit Brennspiegeln Temperaturen bis zu 1500 Grad Celsius zu erzielen, eine wesentliche Voraussetzung für die Porzellanherstellung. Für August II. war es ein Anliegen, die Manufaktur zu fördern, er engagierte die besten Maler und Modelleure, so dass die Manufaktur einen bis heute bestehenden Weltruhm errang. Großartige Bauten im Barockstil entstanden in Dresden. Oberlandbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann (1662–1736) hatte den Zwinger mit dem berühmten Wallpavillon geschaffen, auch die Augustbrücke war sein Werk. Das protestantische Bürgertum, irritiert von dem Übertritt Augusts des Starken zum katholischen Glauben, ließ die prächtige Frauenkirche errichten, unter dem Einfluss der Gemahlin von August III. entstand im Gegenzug die Katholische Hofkirche. Auch Friedrich II. sprach mit Anerkennung von der bedeutenden Architektur in Dresden. „Was man an schöner Baukunst im Norden sieht, stammt ungefähr aus der gleichen Zeit: das Schloss und das Zeughaus in Berlin, die Reichskanzlei und die Kirche des heiligen Karl Borromäus in Wien, das Schloss zu Nymphenburg in Bayern, die Augustbrücke und der Zwinger in Dresden, das kurfürstliche Schloss in Mannheim, das Schloss des Herzogs von Württemberg in Ludwigsburg.“ (Friedrich II.2, S. 47) Wie aber die barocke Bauweise generell, so wurden auch Pöppelmanns Werke seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und auch im 19. Jahrhundert nicht mehr (und noch nicht wieder) geschätzt. „Auch Daniel Chodowieckis 1789 in Dresden abgegebene ästhetische Urteile sind in dieser Hinsicht bezeichnend. Das Moritzburger Schloss fand Chodowiecki ›regulär gebaut, aber ohne alle Schönheit‹, dem Zwinger gegenüber blieb er indifferent und bemerkte nur, dass es dort sehr viel „Zierrathen“ gäbe, ›von verschiedenem Geschmack, antik, gotisch und modern‹, beim Japanischen Palais ist von den darin untergebrachten Sammlungen, nicht aber von Architektur die Rede, beim Pillnitzer Schloss notierte er, dass die Gebäude halb gotisch halb chinesisch im Stil seien und nicht schön. (…) Karl Friedrich Schinkel, der bei seiner ersten Reise nach Italien 1803 durch Dresden kam, notierte: ›Stadt. Große Elbbrücke von schöner Konstruktion in einer vortrefflichen Gegend, sie ist die einzige Kommunikation der Alt- und Neustadt, daher voller Leben … Zwinger. Weites Gebäude aus Quadern, umschließt Sachsen-Polen 69 einen großen, viereckten öffentlichen Platz. Voll erstaunlicher Muschel- und Blumenpracht im schlechtesten Stil.‹ Mit dem Barock insgesamt war auch Pöppelmanns Ansehen, sofern man sich seiner erinnerte, auf einen Tiefpunkt gesunken.“ (Marx, S. 36/37) Sachsen wurde während der Schlesischen Kriege, vor allem im Siebenjährigen Krieg aufgerieben, Dresden war nach der Belagerung und Beschießung von 1760 verwüstet. August III. starb im Oktober 1763, sein Minister Heinrich Graf von Brühl etwa drei Wochen später und Kurprinz Friedrich Christian im Dezember desselben Jahres. Dessen Sohn, der spätere Kurfürst Friedrich August III., war erst dreizehn Jahre alt. So übernahm zunächst Franz Xaver, ein weiterer Sohn Augusts III. und Bruder von Friedrich Christian, bis zu Friedrich Augusts 18. Geburtstag (1768) das Amt des Kur-Administrators in Sachsen. Friedrich August III. wurde 1806 von Napoleon zum König Friedrich August I. von Sachsen und Herzog von Warschau ernannt. Die beiden Könige August, so unterschiedlich sie in ihrem persönlichen Lebensstil waren – der Ältere ein allen Verlockungen eines genussreichen Lebens zugeneigter Mensch mit zahllosen Mätressen und 354 unehelichen Kindern (Balet, S. 46), sein Sohn ein ganz dem Familienleben zugetaner Vater und Ehemann, der, wie seine Frau, jede Form von Exzessen und übermäßigen Prunk mied –, hatten doch gewiss Pläne für ihre Länder, große Pläne, jedoch nicht die unbedingte Entschlossenheit eines starken Herrschers, die militärische Kraft, die Finanzmittel, die Allianzen, diese zu verwirklichen. Poniatowski, Augusts III. Nachfolger in Polen, wurde von Katharina II. eingesetzt. Er scheiterte schlimmer als seine beiden Vorgänger. Dynastien im 18. Jahrhundert Brandenburg-Preußen (Hohenzollern) 1688–1713 Friedrich III., Kurfürst, ab 1701 König Friedrich I. 1713–1740 Friedrich Wilhelm I. 1740–1786 Friedrich II. 1786–1797 Friedrich Wilhelm II. (Neffe Friedrichs II.) Tab. 5: Sachsen-Polen 70 China (Qing Dynastie, 1644–1911) 1661–1722 Kangxi 1723–1735 Yongzheng 1735–1799 Qianlong Dänemark 1699–1730 Friedrich IV. (König von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig und Holstein) 1730–1746 Christian VI. (Titel wie sein Vater und Graf von Oldenburg und Delmenhorst) 1746–1766 Friedrich V. (Titel wie sein Vater) 1766–1808 Christian VII. (Titel wie Friedrich IV.) Frankreich 1643/61– 1715 Ludwig XIV. (Bourbon) 1715–1723 Regentschaft für Ludwig XV. (Urenkel Ludwigs XIV.) 1723–1774 Ludwig XV. 1774–1792 Ludwig XVI. (Enkel Ludwigs XV.) 1799–1815 Napoleon England/Großbritannien 1689–1702 Wilhelm III. (Oranien-Nassau) und Maria (bis 1694) 1702–1714 Anne Stuart 1714–1727 Georg I. (Hannover, Welfe) 1727–1760 Georg II. 1760–1820 Georg III., danach bis 1830 Georg IV., seit 1811 wegen der Erkrankung seines Vaters Regent, 1830 bis 1837 regierte sein Bruder Wilhelm IV., gefolgt von seiner Nichte Victoria Sachsen-Polen 71 Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 1658–1705 Leopold I. (Habsburg) 1705–1711 Joseph I. 1711–1740 Karl VI. (Maria Theresia 1740–1780) 1742–1745 Karl VII. (Wittelsbach) 1745–1765 Franz I. Habsburg (Gemahl von Maria Theresia) 1765–1790 Joseph II. (1780–1790 Alleinregent) 1790–1792 Leopold II. 1792–1806 Franz II. Iran Safawiden Herrscher 1694–1722 Sultan Hosein 1723–1732 Tahmasp II. Nadir setzte Tahmasp ab 1732–1736 Abbas III. Afschariden Herrscher 1736–1747 Nadir Shah Afschar 1747–1748 Adil Shah Afschar 1748–1749 Ebrahim Shah Afschar Das Reich zerfiel Im Norden herrschten weiterhin die Afschariden 1749–1796 Im Süden herrschte die Zand Dynastie 1750–1779 Karim Khan-Zand 1781–1785 Ali Murad Khan Zand 1785–1789 Jafar Khan Zand 1789–1794 Lotf Ali Khan Die Kadscharen waren Herrscher von 1779, zunächst in Teilen des Südreichs, 1794 wurde Lotf Ali Khan besiegt, nach dem Sieg über den Norden beherrschten die Kadscharen ab 1796 bis 1925 ganz Persien Sachsen-Polen 72 Japan Tenno (Edo-Zeit) Shogun Tokugawa Regierung 1687–1709 Asahito 1680–1709 Tsunayoshi 1709–1735 Yasuhito 1709–1712 Ienobu 1735–1747 Teruhito 1713–1716 Ietsugu 1747–1762 Toohito 1716–1745 Yoshimune 1762–1771 Toshiko 1745–1760 Ieshige 1771–1779 Hidehito 1760–1786 Ieharu 1780–1817 Tomohito 1787–1837 Ienari Osmanisches Reich (Sultane) 1695–1703 Mustafa II. 1703–1730 Ahmed III. 1730–1754 Mahmud I., Sohn Mustafas II. 1754–1757 Osman III., Sohn Mustafas II. 1757–1774 Mustafa III., Sohn Ahmeds III. 1774–1789 Abdülhamid I., Sohn Ahmeds III. 1789–1807 Selim III., Sohn Mustafas III. Polen 1697–1704 August II. (der Starke, Herzog von Sachsen) 1704–1709 Stanislaus I. Leszczynski (Großer Nordischer Krieg) 1709–1733 August II. (der Starke) 1733–1736 Stanislaus I. Leszczynski (Polnischer Thronfolgekrieg) 1733–1763 August III. (bis 1736 Kandidat als König, danach gekrönt) 1764–1795 Stanislaus II. August Poniatowski Sachsen-Polen 73 Russland 1682–1725 Peter I. (Romanow) 1725–1727 Katharina I. (Peters Gemahlin) 1727–1730 Peter II. (Enkel Peters I.) 1730–1740 Anna (Tochter Iwans V., eines Halbbruders Peters I.) 1740–1741 Iwan VI. (Großneffe von Zarin Anna) 1741–1762 Elisabeth (Tochter Peters I. und Katharinas I.) 1762 Peter III. (Sohn von Karl Friedrich von Holstein und Anna Petrowna, einer Tochter Peters I. Seit 1739 Herzog von Holstein, Begründer der Linie Romanow-Holstein-Gottorp) 1762–1796 Katharina II. (Ehefrau Peters III., aus dem Haus Anhalt-Zerbst) Schweden 1697–1718 Karl XII. (Wittelsbach, Pfalz-Zweibrücken) 1718–1720 Ulrika Eleonore (Karls Schwester, verheiratet mit Friedrich von Hessen-Kassel) 1720–1751 Friedrich II. (ab 1730 auch Landgraf von Hessen- Kassel) 1751–1771 Adolf Friedrich (Holstein-Gottorf) 1771–1792 Gustav III. Sachsen-Polen 74 Spanien 1700–1724 Philipp V. (Bourbon, Anjou) 1703–1715 Karl III. (Habsburg, Gegenkönig im Spanischen Erbfolgekrieg) 1724 Ludwig I. (Sohn Philipps V.) 1724–1746 Philipp V.) 1746–1759 Ferdinand VI. (Sohn Philipps V. aus erster Ehe) 1759–1788 Karl III. (Sohn Philipps V. aus zweiter Ehe; als Carlo IV. von 1735–1759 König beider Sizilien) 1788–1808 Karl IV. (Sohn Karls III.) In den USA regierten 1789–1796 George Washington 1796–1800 John Adams 1800–1808 Thomas Jefferson Sachsen-Polen 75

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Abstract

The 18th century marked the beginning of an age of innovation that continues to this day. At first glance, conflicts between old and the emergence of new powers as well as the beginning of a completely new, industrialized economy seem to be defining for this era. But preceding these, there were fundamental upheavals in art, culture, science and philosophy. It was this new way of thinking and feeling that enabled the emergence of modernity in the first place.

“Die Gründung der Moderne” therefore not only offers a comprehensive overview of an underestimated century, its events and effects on all the powers of an already interconnected world. Rather, Joachim-Friedrich Kapp brings an entire epoch and its outstanding minds to new life.

Zusammenfassung

Das 18. Jahrhundert markiert den Beginn eines bis heute andauernden Zeitalters der Innovation. Vordergründig scheinen Konflikte alter und das Entstehen neuer Mächte sowie das Aufkeimen einer neuen, industrialisierten Ökonomie prägend für diese Epoche zu sein. Dahinter aber stehen fundamentale Umwälzungen in Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Philosophie. Diese neue Art zu denken und zu fühlen ist es, die die Entstehung der Moderne überhaupt erst ermöglicht.

„Die Gründung der Moderne“ bietet daher nicht nur einen umfassenden Überblick über ein unterschätztes Jahrhundert, seine Ereignisse und Auswirkungen auf alle Mächte einer bereits vernetzten Welt. Vielmehr wird hier eine ganze Epoche samt ihrer herausragenden Köpfe zu neuem Leben erweckt.