3. Vor der Beobachtung in:

Martin J. Gössl

Die Methode der Beobachtung in der Sozialen Arbeit, page 17 - 26

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4483-4, ISBN online: 978-3-8288-7516-6, https://doi.org/10.5771/9783828875166-17

Tectum, Baden-Baden
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17 3. Vor der Beobachtung Die Anwendung der Methode der Beobachtung benötigt Klarheit über Struktur und Vorgehen, um den Ansprüchen der wissenschaftlichen Transparenz, Intersubjektivität und Nachvollziehbarkeit zu entsprechen. Dies bedeutet, sowohl die eigene Rolle als auch die Untersuchungssituation zu klären, um in der Umsetzung valide und vertretbare Ergebnisse erzielen zu können. Die strukturelle Dimension umfasst zwei mögliche Ordnungen von Beobachtungen, die in ihrer Anwendung Klarheit über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten vermitteln. Die dabei stattfindende Beobachtung kann somit auf zwei Ebenen durchgeführt werden: Ein/Eine BeobachterIN erster Ordnung kann nur das sehen, was er/sie beobachtet, aber nicht, wie er/sie beobachtet, also in welchem Setting agiert und beobachtet wird. Eine Selbstreflexion schafft zwar die Möglichkeit, die eigene Person zu verorten – und einen entsprechenden Mehrwert zu generieren –, doch der eigene Aktionsrahmen dient der Beobachtungshandlung als Erhebungswerkzeug. Die Überordnung im sozialen Geschehen als BeobachterIN in der Wahrnehmungssituation beschreibt die Beobachtung zweiter Ordnung. Diese Beobachtung zweiter Ordnung umfasst gegebenenfalls auch BeobachterINNEN erster Ordnung. Denn einE BeobachterIN kann sich niemals in stattfindenden Handlungsmustern zur Gänze selbst beobachten oder sich selbst in einen größeren sozialen Bezugsrahmen setzen. Die Beobachtungen zweiter Ordnung umfassen in der Regel größere systematische Perspektiven, daraus folgend sind detailliertere Unterscheidungen von Beobachtungen erster Ordnung oftmals unsichtbar.18 Die Beobachtung erster Ordnung von Schulkindern in der Pause passiert im Geschehen dieser zeitlichen Phase, also im Hof oder dem Pausenraum. Der/Die BeobachterIN ist Teil der Dynamik und kann in der Wahrnehmung spezifische Parameter – Gespräche, Spiele, getragene Schmuckstücke etc. – einer Beobachtung unterwerfen. Die Beobachtung zweiter Ordnung könnte diese soziale Situation von einer Vogelperspektive durchführen und dabei das Geschehen als Gesamtes (also den gesamten Hof oder Pausenraum) im Blick haben. Dabei werden gruppenspezifische Dynamiken und Formationen sichtbar, ebenso die Aktion und Reaktion auf Autoritätspersonen, soweit sich diese sichtbar im Raum befinden. Beide Ordnungen der Beobachtung schaffen eine grundlegende Struktur, welche in der Vorbereitung eine adäquate Klarheit für die aufbauenden Designs des Forschungsvorhabens bieten. Neben dieser Ordnungsstruktur von Beobachtung gilt es weiterführend zu klären, was eine Beobachtung eigentlich ausmacht. Dabei gibt es unterschiedliche Auslegungsarten, Beobachtung zu definieren: „Beobachtung ist demnach weder nur visuelle Wahrnehmung noch jedwede Wahrnehmung. Wir können unter Beobachtung vielmehr alle Formen der Wahrnehmung unter Bedingungen der Co-Präsenz verstehen: also alle Sinneswahrnehmungen, die sich per Teilnahme erschlie- ßen, wobei die Dauer der Teilnahme je nach Forschung variiert (aber nicht ausbleibt). Beobachtung hieße dann die Nutzung der kompletten Körpersensorik des Forschers: das Riechen, Sehen, Hören und Ertasten sozialer Praxis. Doch das ist noch nicht alles. Auch der soziale Sinn des 18 Reese-Schäfer, Walter, Niklas Luhmann zur Einführung, 4. Aufl. (Hamburg 2001), S. 38; 18 Vor der Beobachtung Forschers, seine Fähigkeiten zu verstehen, zu fokussieren, sich vertraut zu machen, fällt in die ihm zugeschriebene Aufnahmekapazität […].“19 Damit erklärt es sich, „[ ] daß die Beobachtung insoweit zu einem wissenschaftlichen Verfahren wird, das sie a) einem bestimmten Forschungszweck dient, b) systematisch geplant und nicht dem Zufall überlassen wird, c) systematisch aufgezeichnet und auf allgemeine Urteile bezogen wird, nicht aber eine Sammlung von Merkwürdigkeiten darstellt, und d) wiederholten Prüfungen und Kontrollen hinsichtlich der Gültigkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit unterworfen wird, gerade so wie alle anderen Beweise.“20 So ist es wenig überraschend, dass die Beobachtung in einer strengen Auslegung anderen Formen der Erhebung ähnelt: „Das Vorgehen der teilnehmenden Beobachtung korrespondiert mit Verfahren von Diskursanalysen […]: Beide sehen nach dem Entwickeln einer Fragestellung und dem ersten Bestimmen des Forschungsgegenstands den Gang ins Feld und das Erstellen eines Korpus vor. Der Feldzugang erfolgt dadurch hypothesengeleitet und mit einem gewissen Vorverständnis. Feld und Korpus können sehr unterschiedlich sein, bei der Analyse von Sag- und Sichtbarkeitsverhältnissen handelt es sich um Texte und Bilder bzw. deren Beobachtung. Dem Feldzugang, der mit einer Protokollierung der Beobachtung einhergeht, folgen Analyse und Darstellung der Erkenntnisse.“21 19 Scheffer, Thomas, Das Beobachten als sozialwissenschaftliche Methode – Von den Grenzen der Beobachtbarkeit und ihrer methodischen Bearbeitung; in: Schaeffer, Müller-Mundt (Hg.), Qualitative Gesundheits- und Pflegeforschung (Bern 2002), S. 353; 20 Jahoda, Marie, Deutsch, Morton, Cook, Stuart, Beobachtungsverfahren, in: König (Hg.), Beobachtung und Experiment in der Sozialforschung (Köln, Berlin 1972), S. 77; 21 Renggli, Cornelia, Selbstverständlichkeiten zum Ereignis machen: Eine Analyse von Sag- und Sichtbarkeitsverhältnissen nach Foucault (2007), S. 10, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8 (2), http:// nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0702239; 19 Vor der Beobachtung 3.1. Die naive und die wissenschaftliche Beobachtung Daraus ergeben sich zwei grundlegende Zugänge und Aufbereitungsarten der Beobachtung: die naive und die wissenschaftliche Beobachtung: • die naive Beobachtung ist eine Methode, Gegebenheiten der Umwelt und der Alltagswelt ohne planvolle Organisation wahrzunehmen und diese ohne zuvor erstellten strukturellen Rahmen festzuhalten. Es handelt sich dabei um Momentaufnahmen, die ohne theoretischen Rahmen zum Sachverhalt erfasst werden. Die Verarbeitung dieser Beobachtungsform ist nachvollziehbar dokumentiert, jedoch ergebnisoffen gestaltet.22 Beispiel: Das Interview mit einer Klientin zur sozialen Situation von alleinerziehenden Frauen findet in der Wohnung der Klientin statt. Beim Eintritt in die Wohnung ergibt sich ein aufschlussreiches Bild, denn die Frau wohnt in einer Kleinwohnung mit vier Kindern und drei Hunden. Das wohnliche Szenario ist auffallend. Die Erstellung eines Beobachtungsprotokolls ergibt sich spontan und enthält hervorstechende Bezugspunkte vor, während und nach dem Gespräch und werden entweder direkt vor Ort oder später als Gedächtnis-Beobachtungsprotokoll notiert. Die Form der naiven Beobachtung ist chancenreich wie fordernd zugleich. Der österreichische Ethnologe Roland Girtler hat zur naiven, beobachtenden Feldforschung ein entsprechendes theoretisches Konzept formuliert, nämlich: „Im Eigenschaftswort ‚eroepisch‘ stecken die altgriechischen Wörter ‚Erotema‘ und ‚Epos‘. ‚Erotema‘ heißt die ‚Frage‘ beziehungsweise ‚eromai‘ ‚fragen, befragen und 22 Vgl. Grümer, Karl-Wilhelm, Beobachtung, Technik der Datensammlung 2, Reihe Studienskripten zur Soziologie (Köln 1974), S. 14; 20 Vor der Beobachtung nachforschen‘. Und ‚Epos‘ bedeutet ‚Erzählung‘, ‚Nachricht‘, ‚Kunde‘, aber auch ‚Götterspruch‘, beziehungsweise ‚eipon‘ ‚erzählen‘. […] Ein ‚ero-episches‘ Gespräch ist […] ein sehr eingehendes Gespräch, bei dem beide sich öffnen, der Forscher und sein Gesprächspartner, um in die ‚wahren‘ Tiefen einer Kultur […] vorzudringen. […] Die Fragen in einem ‚ero-epischen Gespräch‘ ergeben sich aus dem Gespräch. Es entspricht der Bescheidenheit des wahren Feldforschers, dass er von seinem Gesprächspartner sich leiten lässt, denn er kennt ja die betreffende zu untersuchende Kultur noch nicht oder nur teilweise. Er befindet sich hier im Gegensatz zu der Arroganz der üblichen ‚Interviewer‘, die ‚genau wissen‘, was sie zu fragen haben, und sich dabei aufdrängen und dem anderen ihre ‚Wirklichkeit‘ aufzwingen. Die Fragen im ‚ero-epischen‘ Gespräch sind also grundsätzlich nicht vorgeplant, wie bei den sogenannten ‚standardisierten Interviews‘, sondern sie ergeben sich aus der jeweiligen Situation. […] Beim ‚ero-epischen‘ Gespräch steht der Partner unter keinem Druck des Antwortenmüssens. Die Situation ist eine lockere, in der nicht selten während des Erzählens gegessen und getrunken wird.“23 In der Tat lassen sich ero-epischer Zugang und naive Beobachtung zusammenführend verbinden. Diese von Girtler dargelegte Offenheit und Bescheidenheit liegen auch der naiven Beobachtung zugrunde. Die zu beobachtenden Subjekte, Situationen und Organisationen erfahren somit eine möglichst unvoreingenommene und teils auch unvorbereitete Beobachtung. Der Moment darf wirken und jede Aufmerksamkeitserregung hat ihre Richtigkeit. • Die wissenschaftliche Beobachtung benennt hingegen eine Methodenart, welche sich durch zuvor bestimmte Kategorien einer Struktur unterwirft und dabei ebenso durch Nachvollziehbarkeit charak- 23 Girtler, Roland, Randkulturen, Theorie der Unanständigkeit (Wien, Köln, Weimar 1995), S. 219ff.; 21 Die naive und die wissenschaftliche Beobachtung terisiert ist. Diese Form der Beobachtung kann durch Vorbereitung und Planung einem wissenschaftlichen Zweck – Beobachtungszweck – entsprechen und damit einer Forschungsfrage zweckdienliche Daten liefern. Daher sind bei der wissenschaftliche Beobachtung folgende vier grundlegende Fragestellungen zu beachten: „1) Was ist der Inhalt der Beobachtung? 2) Wie sieht die Umsetzung der Beobachtung aus? 3) Wie wird die Beobachtung dokumentiert? 4) Welchen Einfluss hat der/die BeobachterIN im Forschungs prozess?“24 Wie diese Fragen bereits vor Augen führen, ist hierbei eine entsprechende Vorbereitung notwendig, gleichsam die Entwicklung einer Fragestellung erforderlich. Die wissenschaftliche Beobachtung dient – gerade in der Sozialen Arbeit – als eine stabil-nachvollziehbare Methode, durch die durch entsprechende Intensität der Erhebung ausreichendes Datenmaterial für die Antwortfindung auf eine spezifische Fragestellung generiert werden kann. Beispiel: Das Forschungsthema umfasst Segregation in einem geografischen Gebiet. Zur Messung werden Beobachtungen über zwei Wochen an verschiedenen Punkten – Kneipe, Park, Bibliothek, Supermarkt – in definierten Intervallen durchgeführt, wobei Geschlecht, Ethnizität und Alter (nach zuvor definierten groben Zuschreibungen) erhoben werden. Das definierte Setting ist für den gesamten Beobachtungszyklus gleichbleibend, um folglich eine darauf aufbauende Analyse zu den definierten Kriterien erstellen zu können. Der Erziehungswissenschaftler Hans Merkens spezifiziert dazu wie folgt: „Mit Beobachtung wird eine zielgerichtete, aufmerksa- 24 Grümer, Karl-Wilhelm, Beobachtung, Technik der Datensammlung 2, Reihe Studienskripten zur Soziologie (Köln 1974), S. 13f.; 22 Vor der Beobachtung me und systematische Wahrnehmung bezeichnet, d. h. wenn beobachtet wird, setzt das auf der Seite des teilnehmenden Beobachters das Vorhandensein eines Rahmenkonzeptes voraus.“25 3.2. Die Beobachtung als willentlicher und reflektierter Akt Sowohl die naive als auch die wissenschaftliche Beobachtungsmethode sind keine Akte der Willkür, sondern Formen der dokumentierten Wahrnehmung von Personen, Situationen und Organisationen. Dies bedeutet, dass die Beobachtung als willentlicher und reflektierter Akt vollzogen werden muss, also der/die BeobachterIN die Szene der Beobachtung benennen und erkennen kann. Sie hat als Methode nur eine Aussagekraft, wenn der Moment als Beobachtungssituation definiert wird und Klarheit für die/den BeobachterIN besteht. Umgekehrt kann nicht jede beliebige Situation post-momentan zu einer Beobachtungssituation gewandelt werden. Eine ero-epische – naive – Beobachtung setzt zumindest voraus, dass man sich in die Rolle des/ der BeobachterIN begibt und sich nun – eventuell spontan – in einer Beobachtungssituation befinden wird. Hinzufügend unterliegt jede Beobachtung einem dienlichen Beobachtungszweck. Selbstverständlich sind Beobachtungen als Methode, aber gleichsam als Mittel zur Umsetzung einer Methode (inter-)subjektive Wahrnehmungen, wobei natürlich die eigene Perspektive auf das Wahrgenommene und Dokumentierte ausschlaggebend ist. Damit fungiert der in der Beobachtung befindliche Mensch mit all seinen subjekti- 25 Merkens, Hans, Teilnehmende Beobachtung, Analyse von Protokollen teilnehmender Beobachter; in: Hoffmeyer-Zlotnik (Hg.), Analyse verbaler Daten. Über den Umgang mit qualitativen Daten (Opladen 1992), S. 217; 23 Die Beobachtung als willentlicher und reflektierter Akt ven Prägungen, Einschränkungen und Begabungen als das eigentliche Werkzeug der methodischen Beobachtung. Es ist daher essentiell in der Anwendung der Beobachtung, die persönlichen Zugänge und Hintergründe, welche eine mittelbare und unmittelbare Auswirkung haben, offenzulegen, um dem Anspruch der Transparenz gerecht zu werden. Die eigene Lebenssituation erklärt vorhandene Aufmerksamkeit, (De-)Interessen und phänomenologische Sichtbarkeiten. Somit sind einleitende und gleichsam klarstellende Worte, eine Genese der Beobachtung, also warum und wodurch die Beobachtung zustande gekommen ist, durch welche Perspektive und mit welcher Motivation beobachtet wird, ausschlaggebend. Diese Transparenz des/der BeobachterIN soll dem situativen Charakter der Beobachtung entsprechen, also jene Faktoren der eigenen Identität umfassen, die a) mit Sicherheit, b) wahrscheinlich oder c) möglicherweise Auswirkungen auf die Erhebungssituation gehabt haben. Dies bedingt folgende Dimensionen der einleitenden Transparenz: 1) Wer beobachtet mit welcher Motivation und mit welchem persönlichen Hintergrund? Leitfragen dabei sind: Welche biografischen Faktoren sind für die Erhebungssituation ausschlaggebend (besteht beispielsweise ein persönlicher Bezug oder Betroffenheit zu den zu beobachtenden Personen, Situationen und Organisationen)? Wie ergibt sich der Zugang zum Feld? Was ist das vorliegende Interesse (beispielsweise persönliches Interesse an dem Thema, fachliches Interesse aufgrund von fachliterarischer Auseinandersetzungen etc.)? 2) Welche Perspektiven müssen/können/dürfen eingenommen werden? Als Leitfragen dazu dienen: Welche Formen der Beobachtung sind umsetzbar (physisch und psychisch)? Kann ausreichend visuell, audi- 24 Vor der Beobachtung tiv oder olfaktorisch wahrnehmen? Wie sehe ich mich selbst in dieser Beobachtungssituation positioniert? Sind innige oder lose Beziehungen in der Situation gegeben und wie beeinflussen diese die Wahrnehmung? Ist das Erhebungsthema von Interesse, aber gleichzeitig mich an persönliche Grenzen bringend (bin ich aufgeregt oder routiniert in der Situation? Wo sind persönliche Grenzen, die eingehalten werden müssen? Was kann ich persönlich zeitlich leisten, was kann ich an Belastungen der Beobachtung verkraften? 3) Warum wird beobachtet? Leitfragen dazu lauten: Dient die Erhebung einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit oder einem Forschungs- beziehungsweise Publikationsinteresse? Ergaben sich die (naiven) Beobachtungen zufällig und wurden folglich zu einer produktiven Erhebungsmethode oder wurde mit anfänglicher Klarheit die Methode zur Anwendung gebracht? Mit der Beantwortung dieser drei Fragen wird Klarheit über die Grenzen und Potentiale der Wahrnehmung der/des Beobachterin/Beobachters erst möglich. Zusätzlich können dadurch vorhandene Sichtbarkeiten beziehungsweise Unsichtbarkeiten von Personen, Situationen und Organisationen nachvollziehbar werden. Sowohl in der naiven als auch in der wissenschaftlichen Beobachtung sind diese Fragen für die weiterfolgende Interpretation und Rezeption zu klären, um eine situative Einschätzung Dritter zu gewährleisten und den emotionalen und biografischen Einflussfaktoren mit Transparenz zu begegnen. 25 Die Beobachtung als willentlicher und reflektierter Akt

Chapter Preview

References

Abstract

This book takes up the observation method as a survey instrument of interdisciplinary branches of science in order to adapt it for social work. It is dedicated to both self-criticism regarding the dangers of observational attributions and the potential for applied and practical social work. The framework ranges from the forthcoming observation to be carried out to the completed observation. It includes preparatory and reflective reflections, descriptions of types of observation and the evaluation of the results.

The appendix contains many practical examples, which offer much of the theory mentioned in the previous section in a vividly illustrative way, thereby providing patterns of action that enable a practical implementation of the observation method. This makes the publication ideal for students and practitioners in social work, while at the same time lecturers can offer comprehensible written research instructions.

Zusammenfassung

Dieses Buch greift die Beobachtungsmethode als Erhebungsinstrument interdisziplinärer Wissenschaftszweige auf, um diese für die Soziale Arbeit zu adaptieren. Dabei widmet es sich sowohl einer Selbstkritik im Hinblick auf die Gefahren von beobachtenden Zuschreibungen als auch den Potentialen für eine angewandte und praktische Sozialarbeit. Der Rahmen wird von der bevorstehenden, durchzuführenden, bis hin zur abgeschlossenen Beobachtung gespannt. Hierbei kommen sowohl vorbereitend-reflexive Überlegungen zum Tragen, als auch Beschreibungen von Beobachtungsarten und die Auswertung der Ergebnisse.

Im Anhang befinden sich einige Beispiele, die eine praktische Umsetzung der Beobachtungsmethode ermöglichen.