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Johannes Otte

Erschöpftes Bewusstsein, page I - VIII

Sichtbarkeit, Macht und Subjektivität in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" und Alex Garlands "Ex Machina"

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4477-3, ISBN online: 978-3-8288-7508-1, https://doi.org/10.5771/9783828875081-I

Series: Literatur und Medien, vol. 11

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Literatur und Medien Literatur und Medien Herausgegeben von Volker Wehdeking Gunter E. Grimm Rolf Parr Christof Hamann Band 11 Erschöpftes Bewusstsein Sichtbarkeit, Macht und Subjektivität in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann und Alex Garlands Ex Machina von Johannes Otte Tectum Verlag Johannes Otte Sichtbarkeit, Macht und Subjektivität in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann und Alex Garlands Ex Machina Literatur und Medien; Band 11 eBook 978-3-8288-7508-1 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4477-3 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN 1867-7479 Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2020 Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung des Bildes # 1379131412 von sdecoret | www.shutterstock.com Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Vorwort Relationen von Subjektivität und Wahrnehmungsdispositiven in Zeiten künstlicher Menschmaschinen stehen im Zentrum dieser Studie, die insbesondere dadurch besticht, dass sie nicht nur zwei zeitlich disparate Repräsentationen des Maschinenmenschen – Romantik und Gegenwart –, sondern auch zwei Medienformen dieser Repräsentation – literarische Prosa und Film – in den Blick nimmt. Auf der Basis von Michel Foucaults Überlegungen zum Verhältnis von Macht, Subjekt, Beobachtung und Disziplinierung wird einerseits herausgestellt, dass in E.T.A. Hoffmanns Erzählung Der Sandmann (1816) bereits aktuelle Wirklichkeiten, Projektionen und Imaginationen des Mensch-Maschine-Diskurses verhandelt werden und die Erzählung somit plausibel als Maschinen-Science-Fiction avant la lettre gelesen werden kann. Andererseits wird dafür argumentiert, wie sich in Alex Garlands Film Ex Machina (2014) Traditionsbestände der Maschinen- und Subjektdiskurse um 1800 fortschreiben und verfestigen. Somit kann Der Sandmann inhaltlich, sowie durch die frühen Anklänge des posthumanistischen Themenkomplexes, als prämedialer Wegbereiter von Garlands Film ausgewiesen werden. Stets bleiben aber auch die historischen, medialen, materialen und technologischen Differenzen zwischen literarischer Erzählung und Film präsent. Anhand dieser Differenzen kann die Studie Verschiebungen aufzeigen, die in Garlands Film mitgezeigt und miterzählt werden müssen, wenn es gilt, Gegenwart und mögliche Zukunft des Konzepts ›Mensch‹ vor dem Hintergrund artifizieller ›Formen des Subjekts‹ ästhetisch zu verhandeln. So werden u.a. für Ex Machina die Elemente, Strategien und ästhetischen Formen herausgestellt, mit denen der Film die gesteigerte Komplexität der ›Realität‹ hochmoderner (cyber-artifizieller) Subjektivierungsprozesse der Wahrnehmung des Zuschauers unterbreitet. Christof Hamann V Inhaltsverzeichnis Einleitung: Zeitlose Fragen zu künstlicher Intelligenz in Der Sandmann und Ex Machina. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . I 1 Foucault: Der Mensch als Objekt der Wissenschaft und der Panoptismus . . .II 7 ‚Die Erfindung des Menschen‘. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1. 7 Der Panoptismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2. 9 Das Subjekt der Macht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3. 12 Sichtbarkeit, Macht und Subjektivität in Der Sandmann. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .III 17 Augen, Blicke und Sichtbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1. 17 Das internalisierte Machtverhältnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2. 25 Der Subjektivierungsprozess Nathanaels. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3. 28 Der Sandmann – Ein früher Science-Fiction-Roman? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .IV 33 Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Debatten in Der Sandmann . . . . . . . . . .1. 33 Der Turing-Test in Der Sandmann. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2. 36 Künstliche Menschen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3. 38 Künstliche Intelligenz und Subjektivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4. 40 Komparative Analyse von Der Sandmann und Ex Machina unter Berücksichtigung von Aspekten der Sichtbarkeit, Macht und Subjektivität. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . V 45 Eine kurze Zusammenfassung von Ex Machina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1. 45 Inhaltliche und thematische Parallelen zwischen Der Sandmann und Ex Machina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2. 46 VII Disziplin versus Kontrolle – Gilles Deleuze: Postskriptum über die Kontrollgesellschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. 50 Machtprinzip der Kontrolle in Ex Machina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4. 54 Aktualität von Kontrolle und Disziplin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5. 56 Die Disziplinargesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6. 57 Panoptismus in Ex Machina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7. 68 Nathan als Wiedergänger des ‚Panopticons Coppelius‘ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8. 73 Subjektivierung und Widerstand in Ex Machina. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9. 75 Avas Imitation menschlicher Subjektivierungsprozesse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10. 77 Subjektivität und Performativität nach Butler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11. 80 Performativität in Ex Machina . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12. 84 Menschlicher Wahnsinn im Angesicht künstlicher Intelligenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13. 87 Das posthumane Subjekt in Ex Machina. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14. 88 Singularität und die künstliche Erzeugung eines Bewusstseins . . . . . . . . . . . . . . . . .15. 90 Die Unterwerfung des menschlichen Subjekts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16. 96 Das Vorscheinen des Posthumanismus in Der Sandmann und Ex Machina . . . . . .17. 100 Fazit: Immerwährende Sorge um die Integrität des Menschen . . . . . . . . . . . . . .VI 103 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .VII 107 Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .VIII 111 Inhaltsverzeichnis VIII

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Abstract

Almost 200 years have passed since the publication of E.T.A. Hoffmann's Der Sandmann and Alex Garland's science fiction film Ex Machina. And yet both ask amazingly similar questions about human integrity in the face of artificial intelligence. The humanoid machines act as objects of reflection, from which it can be seen that the essence of human beings is always only contoured in an omnipresent network of power relations and by imitating normative behavior patterns. These power relations and performative acts are discussed in more detail in this work, among other things, by referring back to the concepts of panoptism and performativity. Posthuman subjects are thus negotiated as both a danger and an enlightenment for the human being.

Zusammenfassung

Fast 200 Jahre liegen zwischen der Veröffentlichung von E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann und Alex Garlands Science-Fiction-Film Ex Machina. Und doch stellen beide verblüffend ähnliche Fragen zu der Integrität des Menschen im Angesicht einer künstlichen Intelligenz. Die humanoiden Maschinen fungieren als Reflexionsgegenstände, an denen abgelesen werden kann, dass sich das Wesen des Menschen immer erst in einem allgegenwärtigen Geflecht aus Machtbeziehungen und aus dem Nachahmen normativer Verhaltensmuster konturiert. Diese Machtverhältnisse und performativen Akte werden in dieser Arbeit unter anderem durch einen Rückbezug auf die Konzepte des Panoptismus und der Performativität näher erörtert. Posthumane Subjekte werden somit gleichermaßen als Gefahr wie auch Erhellung für das menschliche Wesen verhandelt.