Sabine Weichel-Kickert, Der fotografische Blick auf das Kind in „Family of Man“ und sein zeichnender Blick zurück im „Saarbrücker Danke-Buch“ in:

Tony O'Herlihy, Jutta Ströter-Bender, Kulturamt Saarbrücken (Ed.)

Das Danke-Buch aus Saarbrücken, 1946, page 75 - 82

Eine Erinnerung an den Hungerwinter

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4471-1, ISBN online: 978-3-8288-7501-2, https://doi.org/10.5771/9783828875012-75

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 24

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
75 Sabine Weichel-Kickert Der fotografische Blick auf das Kind in „Family of Man“ und sein zeichnender Blick zurück im „Saarbrücker Danke-Buch“ Die historische Fotoausstellung „The Family of Man“ wurde vom Künstler und Kurator Edward Steichen nach der Erfahrung von zwei Weltkriegen und zu Beginn des Kalten Krieges als humanistische Botschaft an die gesamte Menschheit adressiert. Vom Museum of Modern Art New York aus nahm sie ihren Weg und wanderte in zehn Kopien ab 1955 für mehr als ein Jahrzehnt durch die Welt. Die letzte vollständige Kopie wurde auf Wunsch Steichens von der amerikanischen Regierung seinem Geburtsland, dem Großherzogtum Luxemburg, geschenkt. 2003 gelang es dem Centre National de l’Audiovisuel (CNA), dieses wichtige Dokument humanistischer Fotogeschichte auf die Liste der UNESCO Weltdokumentenerbes zu setzen. Seit 2013 wird „Family of Man“ nach aufwändiger Restaurierung auf Schloß Clervaux/ Luxemburg wieder ausgestellt. Seitdem hat „Family of Man“ nichts von seiner Wirkkraft und Aktualität, seiner Strahlkraft als Vorbild für Künstler, Kuratoren und Kunstwissenschaftler verloren. Steichen vertraute der Kraft der Bilder so sehr, dass er davon überzeugt war, seine dramaturgisch klug inszenierte Ausstellung könnte die Menschen dazu bewegen, sich als eine Menschheitsfamilie zu begreifen. Inwieweit er sein Ziel erreicht hat, ist leider nicht messbar, jedoch spricht eine Besucherzahl von mittlerweile über zehn Millionen Menschen weltweit dafür, dass er mit seiner Botschaft erfolgreich war. Auch die Eintragungen in die zahlreichen Gästebücher zeigen, dass viele Menschen seine Botschaft verstanden haben und sich als Teil dieser Familie empfinden. Das zeigt auch der Eintrag eines Schülers der 6. Klasse aus dem Jahr 2007 nach einem Projekt im Kunstunterricht zu „The Family of Man“: „Das Wichtigste für mich war, dass die Leute auch sich und nicht nur andere Leute in den Bildern sehen. Ich würde ‚Family of Man‘ so erklären: Es ist eine Ausstellung, die Menschen 76 Sabine Weichel-Kickert verbinden soll, die zeigen soll, dass alle Menschen gleich sind und dass es nicht nur Bilder sind.“ (Glas/Heinen u. a. 2015: 313) Die Familie gilt als Keimzelle jeder Gesellschaft, die sich wiederum nur durch die Geburt von Kindern reproduzieren kann. Folgerichtig ziehen sich Abbildungen von Kindern durch die gesamte Ausstellung, die in 37 Themenfeldern alle Facetten menschlichen Seins, vom Ursprung der Menschheit, Liebe und Paarung, Geburt, Mutter-und-Kind, Vaterund-Sohn, Familie, Freundschaft, Arbeit, Ernährung, Spiel und Spaß, Lehren und Lernen, aber auch Hunger und Krieg, Holocaust, atomare Bedrohung und Tod, Einsamkeit und Trauer umfassen. Kinder sind das Resultat von Liebe, Paarung und Fortpflanzung, Garant und Hoffnungsträger für den Fortbestand der menschlichen Rasse. Aber bevor Erwachsene Kinder bekommen, waren sie selbst Kinder. „Kindheit ist [demnach] Vergangenheit eines jeden Erwachsenen und gleichzeitig Zukunft für die Menschheit.“ (Gerling 2019) Gerade in der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart zeigen uns Kinder auf, welche Verantwortung jeder Einzelne für die Zukunft der gesamten Menschheit trägt. Mit den Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern gegen Klimawandel und für eine veränderte Klimapolitik, „Fridays for Future“, ausgelöst und initiiert durch die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg, ist etwas in Bewegung geraten, was Generationen von Politikern vergeblich versucht und nicht erreicht haben. Dass Kinder auch Rechte haben, war nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Erst 1948 wurde der Schutz von Kindern mit in die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen aufgenommen. Am 20. November 1959 folgte die „Deklaration über die Rechte der Kinder“. Am 20. November 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen die „UN Kinderrechtskonventionen“. Mit Ausnahme der USA sind alle Mitgliedsstaaten diesem Abkommen und seinen 54 Artikeln zu den Rechten des Kindes beigetreten (vgl. Praetor Intermedia UG 2019). Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Kinderrechtskonventionen bekräftigte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Georg Graf Waldersee, die Forderung, Kinderrechte ausdrücklich ins deutsche Grundgesetz aufzunehmen. „Wenn die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden, dann ist das ein Maßstab für alle Rechtsgebiete und alle Entscheidungen, die sich mit Anliegen der Kinder beschäftigen“, sagte er. Dies hätte eine viel größere Wirkung als die völkerrechtliche Verpflichtung durch die UN-Konvention (vgl. ARDaktuell/tagesschau.de 2019). Kinder sind ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft und als solche haben sie ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft. Aber erst durch die Medialisierung und Mediatisierung unserer Welt, durch Verbreitung von Nachrichten in sozialen Medien und Netzwerken wurde es in jüngster Zeit möglich, die Stimmen der Kinder hörbar, ihre Aktivitäten global wahrnehmbar und sichtbar werden zu lassen. Es stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten früheren Kinder- und Jugendgenerationen offenstanden, ihre Erlebnisse, Sorgen und Ängste, Zukunftswünsche, ihre Wahrneh- 77 Der fotografische Blick auf das Kind mung des Weltgeschehens öffentlich sichtbar zu machen. Besonders Kinder litten in den Kriegs- und Krisenzeiten unter Mangel und Entbehrungen. Da waren Pädagogen gefragt, die den Kindern im Zeichnen und Malen Wege eröffneten, ihre Emotionen, Erlebnisse, Wünsche und Träume sichtbar zu machen, um ihre Lebenswelten zu spiegeln und zeichnend zu bewältigen. Welche Bedeutung historische Kinderzeichnungen als geschichtliche Dokumentation und Zeitzeugenschaft haben, offenbart das „Saarbrücker Danke-Buch“ mit seinen 90 Originalzeichnungen von Schülerinnen der Cecilienschule aus dem Jahr 1946. Von ihrer Lehrerin angeleitet, entstand eine Art Poesiealbum voller Zeichnungen, Gedichte und Texte, welche die Dankbarkeit der Kinder gegenüber den Geberländern Irland und Schweiz für ihre humanitäre Hilfe in Form von Lebensmitteln bildlich und wörtlich vor Augen führt. In dem Bewusstsein, ein wichtiges Geschenk zu gestalten, legten die 12- bis 14-jährigen Mädchen viel Liebe und Sorgfalt in die Gestaltung ihrer Arbeiten. Dabei dokumentierten sie unbewusst die Lebenswelten im Nachkriegsdeutschland 1946 aus ihrer Perspektive. Interessant erscheint es nun, den Blick von außen auf diese Kinder mit dem inneren Blick der Kinder selbst ins Verhältnis zu setzen. Im konkreten Fall soll hier ein Foto aus der Ausstellung „Family of Man“ mit einer Zeichnung aus dem „Saarbrücker Danke-Buch“ in einen Dialog treten. Ist es in „Family of Man“ der Blick von außen auf Kind und Kindheit, fokussiert durch die Kamera, fixiert auf Fotopapier, vielfach ver- öffentlicht und publiziert in Katalogen und Zeitschriften, eingebrannt in das kollektive Gedächtnis, so eröffnet sich im „Saarbrücker Danke-Buch“ mit dem Blick von innen, direkt aus der Seele des Kindes, unmittelbar auf Papier gebracht eine ganz eigene, berührende Erfahrungswelt. Innerhalb der narrativen Struktur der Ausstellung „Family of Man“ folgt dem Themenbereich der Ernährung unmittelbar der Bereich Spiel und Spaß. Hierfür hatte Steichen mit seinem Ausstellungsarchitekten Paul Rudolph eine etwa ein Meter hohe kreisförmige Installation konstruiert, auf der Fotos von im Kreis tanzenden Kindern montiert waren, dem so genannten „Ringelreigen“. Im Englischen würde man von „ring-around-therosy-stand“ sprechen, im Französischen von „le kiosque de frandoles“. Ursprünglich bezeichnet „Farandoulo“ einen provenzalischen Volkstanz im 6/8-Takt. Gemeint ist ein Tanz, bei dem sich eine Gruppe von Tanzenden an den Händen fassen und einen Kreis bilden, in dem sie dann in einer Schrittfolge die jeweilige Richtung wechseln. Insgesamt 18 Darstellungen dieser besonderen Tanzform, die auf der ganzen Welt bevorzugt von Kindern getanzt wird, wurde auf der Ausstellungskonstruktion kreisförmig angeordnet. Dargestellt sind Ringelreigen tanzende Kinder aus den Ländern Rumänien, Peru, Deutschland, Frankreich, Amerika, Italien, Spanien, Israel, China, Japan, Georgien, Schweiz und der Sowjetunion. Die Handreichung zum Tanz in einem geschlossenen Kreis zwischen den Menschen unterschiedlicher Nationen kann als eine hochsymbolische Geste der Verbrüderung der Menschheit interpretiert und verstanden werden. 78 Sabine Weichel-Kickert 79 Der fotografische Blick auf das Kind Die außergewöhnliche Anordnung der Fotos bewirkte, dass auch die Betrachter um die Fotos in Form eines Reigens herumgeführt wurden. So wiederholte sich die Idee des Ringelreigens auch aus der Besucherperspektive und wurde körperlich erfahrbar. Die ausgewählte Fotografie stammt von dem Kölner Fotografen Hermann Claasen (1899–1987), einem Autodidakten, der nach dem Zweiten Weltkrieg durch seine Trümmerfotografie Bekanntheit erlangte. Der Titel „Köln: Spielende Kinder an der Barbarakaserne“ verrät den Ort der Aufnahme aus dem Jahr 1948. Vermutlich ist es ein Vorfrühlingstag, die Bäume haben noch nicht ausgeschlagen. Kinder spielen auf dem Bürgersteig nahe einer Straße. Claasen nutzte die gesamte Bildbreite des Querformats, um den Ringelreigentanz der Kinder in Szene zu setzen. Zwölf Kinder im Alter zwischen etwa vier und zwölf Jahren fassen sich an den Händen und tanzen. Die schwungvolle Bewegung im Uhrzeigersinn ist deutlich an der Laufrichtung der Beine und der Blickrichtung der lachenden Gesichter erkennbar. Ein Junge mit einem Roller steht am linken Bildrand und schaut fasziniert zu. Es ist ein sonniger Tag, was die klaren Schatten und die von der Sonne angestrahlten, fröhlichen Gesichter der spielenden Kinder beweisen. Manche Kinder tragen noch ihren Wintermantel, während andere schon mit nackten Beinen und kurzärmeligen Oberteilen draußen spielen dürfen. Im Hintergrund erkennt man die vom Krieg beschädigte Ziegel-Fassade der Barbarakaserne, ein großer Trümmerhaufen von Bauschutt macht deutlich, dass sie im Krieg teilweise zerstört wurde. Die Trümmer liegen noch meterhoch und weit bis über das Trottoir entlang einer Allee (siehe den Beitrag zu den Ruinen von V. Bierhenke). Ein schmaler Gehweg wurde bereits wieder freigeräumt. Er kann als Weg in eine bessere, friedvolle Zukunft interpretiert werden. Die exemplarisch ausgesuchte Zeichnung aus dem Danke-Buch von 1946 ist unten rechts signiert von Else Buchholz. Die etwa DIN-A4-große Zeichnung auf Papier im Querformat zeigt einen Freudentanz von vier Mädchen um einen monumentalen Zuckerhut, der mehr als doppelt so hoch ist, wie die Mädchen selbst. Sein Bauch ist so dick, dass es mindestens sechs Mädchen braucht, um ihn zu umfassen. Der Zuckerhut hat ein männliches, freundliches Gesicht mit einem nach oben gezwirbelten Schnurrbart. Sein rechter Arm ist erhoben und schwingt die irische Flagge in den Farben Rot-Weiß-Grün. Der linke Arm ist angewinkelt und es erweckt den Anschein, als würde der Zuckerhutmann auch tanzen. Die Mädchen haben sich an den Händen gefasst und tanzen einen Ringelreigen um den Zuckerhutmann herum. Vier der Mädchen sind zu sehen, zwei von der Rückenansicht und zwei von der Seite, die anderen befinden sich vermutlich hinter dem Zuckerhutmann, was an den Hän- Abb. 1: Hermann Claasen – Köln: Spielende Kinder an der Barbarakaserne – 1948 – Deutschland. Scan der Steichen Collections, CNA, „The Family of Man“, Clervaux, Luxemburg.Mit freundlicher Genehmigung des © Nachlass Hermann Claasen, LVR-LandesMuseum Bonn. Abb. 2: Else Buchholz, Schülerin der Cecilienschule Saarbrücken, 1946, Zeichnung aus dem „Saarbrücker Danke-Buch“. Foto mit freundlicher Genehmigung von Tony O’Herlihy, Privatsammlung, Irland. 80 Sabine Weichel-Kickert den der beiden äußeren Mädchen zu sehen ist, die nach den Händen der hinteren Mädchen fassen. Sie tragen unterschiedlich farbige, kurzärmlige, taillierte Kleider, die mit Accessoires wie Gürteln, Borten, Knöpfen und Puffärmelchen sehr detailliert ausgeführt und durch Kniestrümpfe und Schuhe komplettiert wurden. Auch die Haarfrisuren wurden sorgfältig gezeichnet und koloriert, detailfreudig bis hin zur Haarspange und den Zopfhaltern. Die Tanzbewegungen lassen eine genaue Beobachtungsgabe erkennen und sind anhand der schwingend gezeichneten Beinstellungen und schrägen Körperhaltungen überzeugend zu Papier gebracht. Auf der rechten Seite steht ein großer dampfender Topf, offenbar mit süßem Brei gefüllt. Die Schöpfkelle zum Austeilen der begehrten Speise liegt bereit. Er verweist auf die Speisen, die man dank der irischen Spenden kochen konnte. Der Dampf steigt verheißungsvoll nach oben, als würde aus dem Dampf des Topfes ein kleines Gedicht aufsteigen, dass sorgfältig angeordnet in gemalten Druckbuchstaben im rechten oberen Teil zu lesen ist: „Die Güte, die Ihr neu beweißt, Indem Ihr unsre Kinder speißt, Sie sagen Euch viel Tausend Dank, Und reichen ihre kleine Hand!“ Das Bild drückt Lebensfreude aus und beschreibt auf treffliche Weise das Lebensgefühl und die Dankbarkeit für ein Stück Normalität, das von den Kindern als Glück empfunden wurde. Ein Tanz auf den Ruinen oder ein süßer Brei gegen den Hunger erschien wie ein Segen nach den Entbehrungen des Krieges. Im Interview mit Christine (Christl) Reinhardt, geb. Silbernagel, einer Zeitzeugin und Cecilienschülerin, die ebenfalls am Danke-Buch mitgearbeitet hat, kommt dies nach mehr als 70 Jahren noch sehr präsent und lebendig zum Ausdruck: „In den Ruinen haben sie in den Nachkriegsjahren getanzt. Es wurde AFN gehört und vor allem nach Glenn Miller In the Mood getanzt. Dort wurden auch Ballspiele gepflegt, das auf den Boden aufgezeichnete Hüpfspiel Himmel und Hölle war beliebt, es gab Spiele mit Springseilen, und die Mutti hat alte Stoffreste (Bettdecken) zerrissen für Betttücher für die Puppen.“ (Auszug aus dem Interviewtranskript zum Danke-Buch, 28. August 2019). Der Vergleich von Fotografie und Kinderzeichnung zeigt, wie wichtig die Erforschung und Aufarbeitung, die Dokumentation der Zeitzeugenschaft für unsere Erinnerungskultur ist. Beide Artefakte entstanden etwa zur gleichen Zeit und doch kann nur die Zeichnung die Perspektive des Kindes verdeutlichen. Nur durch die Visualisierung dieser tief empfundenen Erfahrungen wird auch im Schulunterricht vermittelbar, was Krieg bedeutet. Es wurde deutlich, welche Verbindungslinien zum bereits verzeichneten UNESCO Weltdokumentenerbe bestehen und welche Kraft und Tragweite in diesen Kinderzeichnungen als wichtiges Weltdokumentenerbe stecken. Die räumliche Nähe von Saarbrücken und Clervaux/Luxemburg ist geradezu eine Einladung, die Gedankenlinien auch in der Welterbevermittlung erfahrbar zu verbinden. Die Erforschung von historischen Kinderzeichnungen, die in Archiven weltweit verstreut sind, hat gerade erst begonnen. 81 Der fotografische Blick auf das Kind Der Zusammenschluss dieser Archive zu einem europäischen Netzwerk birgt die große Chance, ein Konvolut an Kinderzeichnungen weltweit auf die Liste des UNESCO Dokumentenerbes zu setzen, um ihr Potential als schützenswertes Kulturgut in den Focus wissenschaftlicher Erforschung und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit zu rücken. Das „Saarbrücker Danke-Buch“ ist ein wichtiger Teil davon. Literatur Gering, Inga Elena: Eine malerische Interpretation des Themas Kind und Kindheit in der Fotografieausstellung ‚The Family of Man‘, Masterarbeit, Universität Paderborn, 2019. Glas, Alexander; Ulrich Heinen, u. a.: Sprechende Bilder – besprochene Bilder. Bild, Begriff und Sprachhandeln in der deiktisch-imaginativen Verständigungspraxis. München: kopaed 2015 (= IMAGO, Bd. 5). Unveröffentlichtes Interview mit einer Zeitzeugin Interview mit Christine Reinhardt am 28. August 2019 in Saarbücken mit V. Bierhenke, Prof. Dr. J. Ströter- Bender (beide Universität Paderborn/Kunst) und B. Kollet (M.A., Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken). Internet Praetor Intermedia UG: UN-Kinderrechtskonvention. 2019, unter: https://www.kinderrechtskonvention.info/un-kinderrechtskonvention-365/ (abgerufen am 15.11.2019). ARD-aktuell/tagesschau.de: Kinderrechtskonvention wird 30 Jahre. UNICEF schlägt bei Kinderrechten Alarm, unter: https://www.tagesschau.de/ausland/kinderrechte-unicef-30-jahre-101.html/ (abgerufen am 20.11.2019). Abbildung Abb. 1: Hermann Claasen – Köln: Spielende Kinder an der Barbarakaserne – 1948 – Deutschland. Scan der Steichen Collections, CNA, „The Family of Man“, Clervaux, Luxemburg. Mit freundlicher Genehmigung des © Nachlass Hermann Claasen, LVR-LandesMuseum Bonn. Abb. 2: Else Buchholz, Schülerin der Cecilienschule Saarbrücken, 1946, Zeichnung aus dem „Saarbrücker Danke-Buch“. Foto mit freundlicher Genehmigung von Tony O’Herlihy, Privatsammlung, Irland.

Chapter Preview

References

Abstract

In the winter of 1946, pupils from Cecilienschule, a girls’ school in Saarbrücken, Germany, created a little Danke-Buch, a ‘thank you’ book with drawings, letters and poems for representatives of the Irish food aid, because this humanitarian deed saved numerous children’s lives. In 2013, due to the initiative of today’s owner of the Danke-Buch, the rediscovery of this important cultural heritage began. In 2019, the book was included into a catalogue of outstanding drawings by children and adolescents from Europe, and the intention is to have the book nominated for the Memory of the World Register. This volume shows the Danke-Buch and addresses aspects of the post-war years. With contributions by Tony O’Herlihy, Christine Reinhardt, Kunibert Bering, Jutta Ströter-Bender, Bernd Haunfelder, Birgit Kollet, Viviane Bierhenke, Juliane Kurz, Iris Kolhoff-Kahl, Sabine Weichel-Kickert, Neslian Pisginoglu

Zusammenfassung

Im Winter 1946 gestalteten Schülerinnen der Cecilienschule in Saarbrücken ein Danke-Buch mit Zeichnungen, Briefen und Gedichten für Repräsentanten der irischen Lebensmittelhilfe, denn die humanitäre Aktion Irlands sicherte vielen Kindern das Überleben. Aufgrund der Initiative des heutigen Besitzers des Buches begann 2013 eine länderübergreifende Wiederentdeckung des bedeutenden kulturellen Erbes. Im Jahr 2019 wurde das Buch wegen seiner universellen und zeitlich übergreifenden Botschaft in einen Katalog außergewöhnlicher Kinder- und Jugendzeichnungen aus Europa aufgenommen – mit der Intention einer Nominierung für das UNESCO Weltdokumentenerbe. Der Band zeigt das Danke-Buch und befasst sich mit Aspekten der damaligen Zeit voller Umbrüche. Mit Beiträgen von Tony O’Herlihy, Christine Reinhardt, Kunibert Bering, Jutta Ströter-Bender, Bernd Haunfelder, Birgit Kollet, Viviane Bierhenke, Juliane Kurz, Iris Kolhoff-Kahl, Sabine Weichel-Kickert, Neslian Pisginoglu