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Anhang in:

Hilmar Gumbrecht

Der Logos, page 223 - 240

Das universale göttliche Grundprinzip und der Mensch gewordene Gott

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4468-1, ISBN online: 978-3-8288-7494-7, https://doi.org/10.5771/9783828874947-223

Tectum, Baden-Baden
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Anhang Die Logos-Predigt von Hanspeter Jauslin vom 22. Juli 2007 Predigttext Joh. 1, 1–3: Reise zum Ursprung Liebe Gemeinde, Ferienzeit – Reisezeit! Wären Sie bereit dazu, mit mir heute Morgen eine Reise zu unternehmen? Wenn ja, lassen Sie sich auf eine ganz weite Reise ein. Es ist eine Reise, die den Rahmen sämtlicher Reisen sprengt, die Sie je unternommen haben. Allerdings dürften alle herkömmlichen Verkehrsmittel nicht ausreichen, um an das vorgesehene Ziel zu gelangen. Selbst wenn wir mit Lichtgeschwindigkeit reisen würden, d. h. mit ca. 300'000 km in der Sekunde, würde unsere Reise Millionen von Jahren dauern. Es gibt deshalb nur noch ein Reisemittel, das noch schneller ist als das Licht, nämlich der Geist. Ich bitte Sie deshalb, diese Reise mit mir im Geiste vorzunehmen. Das Ziel dieser Reise ist der Ursprung aller Dinge. Damit wir zu diesem Ursprung gelangen können, brauchen wir einen zuverlässigen Führer. Die Frage stellt sich deshalb heute Morgen: "Gibt es überhaupt einen kompetenten Führer, der uns zum Ursprung aller Dinge begleiten kann?" Die meisten Menschen glauben das nicht! In der Wissenschaft wird als Ursprung aller Dinge vom Urknall geredet. Was noch vorher war, entzieht sich jeglicher menschlichen Forschung. Aber da gibt es ja noch ein Buch! Nämlich die Bibel. In diesem Offenbarungswort des lebendigen Gottes gibt es viele Stellen, die uns über den Ursprung aller Dinge Hinweise geben.Wir tun deshalb gut daran, wenn wir heute Morgen für diese weite Reise Gottes Wort als Führer wählen. So sehr ich die menschlichen Wissenschaften gerade auch in Bezug auf die Frage nach unserem Ursprung schätze, sind ihnen doch Schranken gesetzt, über die hinaus keine Forschung mehr möglich ist. Da weiss nur noch einer Bescheid, nämlich unser lebendiger, unvergänglicher und allwissender Gott. Nur sein Wort kann uns die brenn- 223 enden Fragen unserer Herkunft und unserer Zukunft offenbaren. Aufgrund eines solchen Offenbarungswortes möchte ich Sie jetzt im Geiste auf die Reise zum Ursprung mitnehmen. Es steht am Anfang des Johannes-Evangeliums, im 1. Kapitel, Verse 1–3 (nach der Lutherbibel): 1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In den vier Evangelien wird das Leben und Wirken von Jesus auf verschiedene Art und Weise beschrieben. Dabei finden wir bei jedem Evangelisten Schwerpunkte, die eine spezielle Seite von Jesus hervorheben. Es ist ja unmöglich, mit unseren menschlichen Worten ein umfassendes Bild von Jesus darzustellen, die seiner Grösse und Vielseitigkeit entspricht. Es ist wie es auch Paulus umschrieben hat, alles nur Stückwerk. Es kommt mir in diesem Zusammenhang oft die Geschichte von den vier Blinden in den Sinn, die einem Elefanten begegnet sind, und ihn dann sehr unterschiedlich geschildert haben. Der erste Blinde sagte, der Elefant sei eine starke Säule! Nein, entgegnete der Zweite, der Elefant ist ein dicker Schlauch! Kann nicht sein, meinte der Dritte, er ist ein grosser Ballon! Auf keinen Fall, erwiderte der Vierte. Der Elefant ist ein grosses dickes Blatt! Jeder der vier Blinden war fest davon überzeugt, dass er im Recht ist, denn jeder hatte ja den Elefanten mit den eigenen Händen gefühlt! Nur hatte jeder Blinde beim Erfühlen des Elefanten einen andern Körperteil angefasst. Der Erste, der behauptete der Elefant sei eine Säule, hatte ein Bein erwischt. Der Zweite nahm den Rüssel in seine Hände und dachte an einen Schlauch. Der Dritte umfasste den Bauch des Elefanten, der ihm wie ein grosser Ballon vorkam, und der Vierte betastete ein Ohr und meinte, er wäre ein grosses Blatt. Natürlich kann diese Geschichte Anhang 224 nicht in dieser abstrakten Form auf die vier Evangelisten übertragen werden. Aber sie kann uns doch aufzeigen, dass es auch im Hinblick auf das Wort Gottes wichtig ist, dass wir versuchen, die verschiedenen Seiten in einer Gesamtschau zu betrachten. Und nun ganz kurz zu unsern vier unterschiedlichen Evangelisten: So betont zum Beispiel Matthäus in seinem Evangelium Jesus als Messias der Juden und Vorbereiter der Königsherrschaft Gottes. Der Bezug zum jüdischen Volk wird noch dadurch unterstrichen, dass der im Matthäus-Evangelium enthaltene Stammbaum von Jesus auf den Erzvater Abraham zurückgeht. Das Lukas-Evangelium ist das Einzige, das von einem Nichtjuden, nämlich von einem sogenannten „Heidenchristen“ verfasst wurde. Als Arzt stellt Lukas den Herrn Jesus besonders als den Heiland und Retter nicht nur der Juden, sondern aller Menschen dar. Der in seinem 3. Kapitel aufgeführte Stammbaum von Jesus geht deshalb auch bis auf den ersten Menschen, nämlich auf Adam, zurück. Beim kürzesten Evangelium von Markus wird Jesus besonders als der gehorsame Gottesknecht herausgehoben, der sein Heilswerk auf Erden nach dem Willen Gottes verrichtet. Bei einem Knecht spielt offenbar die Abstammung keine Rolle, weshalb wir im Markus-Evangelium auch keinen Stammbaum von Jesus finden. Ganz anders verhält es sich im Johannes-Evangelium, dessen Eingangsverse uns heute Morgen auf unserer Reise begleiten. Der Apostel Johannes, einer aus dem Zwölferkreis der Jünger, hat, vom Geiste Gottes darin geleitet, eine ganz besondere Darstellung des Herrn Jesus wiedergegeben. Er zeigt uns Jesu Grösse als Sohn Gottes auf, der bei Gott dem Vater war und von diesem in die Welt gesandt wurde, um nach vollbrachtem Erlösungswerk wieder zu ihm zurückzukehren. Deshalb geht die Abstammung Jesu bei Johannes viel, viel weiter zurück als in den andern Evangelien, nämlich zurück auf den Ursprung bei Gott Vater. So beginnt Johannes im 1. Vers: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieser Satz führt uns also ganz an den Anfang aller Anfänge zurück! Und was war noch vor diesem Anfang? Die Bibel bezeugt von Gott Vater, dass er immer da war und ist und bleiben wird! Er ist der Ewige und Unveränderliche. Er hat keinen Anfang und kein Ende. Das können wir mit unserem begrenzten Verstand nicht fassen. Es übersteigt jegliches menschliche Vorstellungsvermögen. Das zu begreifen Die Logos-Predigt von Hanspeter Jauslin vom 22. Juli 2007 225 ist auch nicht wichtig oder heilsnotwendig. Aber es darf uns trösten, dass hinter dem ganzen Universum ein Gott und Vater steht, von dem wir wissen dürfen, dass ER die Liebe ist und mit allem, was ER geschaffen hat nur die besten Absichten und Ziele verfolgt. Und nun geschah vor Ewigkeiten das, was mit dem Beginn der Geschichte bezeichnet werden kann. In Psalm 2, Vers 7 wird auf das älteste Ereignis der gesamten Schöpfung hingewiesen mit der Aussage Gottes: "Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt." Diesen wichtigen Satz, welcher klar auf Jesus bezogen ist, finden wir auch in der Apostelgeschichte und zwei Mal im Hebräerbrief wieder. Er betont unmissverständlich, dass Jesus als Sohn Gottes aus Gott Vater gezeugt worden ist. Jesus ist also nicht ein Geschöpf Gottes, wie zum Beispiel wir Menschen, sondern er ist aus Gott gezeugter Sohn und deshalb auch mit Gott wesensgleich. Er ist der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Das scheint mir eine wichtige Aussage der Bibel zu sein. Mit der Zeugung des Sohnes Gottes hat alles, was wir später wissen, begonnen. Es ist der Anfang aller Anfänge! So kann Johannes seinen Prolog mit den Worten beginnen: ,,Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." Johannes lässt dann im nachfolgenden Text keinen Zweifel darüber, wer mit dem Begriff,, Wort,, gemeint ist, nämlich JESUS. Es ist mir bewusst, dass der Begriff ,,Wort" in unserem Sprachgebrauch einer starken „Inflation“ unterliegt und auch vom Sinn her dem im griechischen Urtext verwendeten Begriff „Logos“ nicht ganz genügt. Ich habe mich deshalb gefreut, dass in der neuen Zürcher-Bibelübersetzung, welche letzten Monat erschienen ist, als Ergänzung zum Begriff „das Wort“ auch die ursprünglich griechische Bezeichnung „der Logos“ übernommen worden ist. (Sie finden diesen etwas ungewohnten Text auch auf dem Handzettel). Nebst der männlichen Form, welche besser auf Jesus zugeschnitten ist, drückt der Begriff „Logos“ auch noch zwei für mich sehr bedeutende Eigenschaften von Jesus aus. Die Erste ist das aus dem griechischen Begriff „Logos“ abgeleitete deutsche Wort „logisch“, was auch mit „folgerichtig“ bezeichnet wer- Anhang 226 den kann! Jesus ist somit der Folgerichtige Gottes im wahrsten Sinne des Wortes. Eine weitere Bedeutung von „Logos“ liegt im Begriff „Logarithmus“. Hier geht es um Rechnung, beziehungsweise um berechnen. Es ist für mich die Begründung darin, dass Jesus, der „Logos“ Gottes, auch der Garant dafür ist, dass die Rechnung einmal aufgeht , was bereits ein Hinweis auf den späteren Opfertod am Kreuz darstellt. Im Anfang war das Wort, bzw. „der Logos“, d.h.: Im Anfang war Jesus. Und Jesus war bei Gott. Und Gott war Jesus. Dieser Jesus war im Anfang bei Gott! Und jetzt vernehmen wir in Vers 3 eine gewaltige Aussage. Wenn wir jetzt das Wort „dasselbe“ mit Jesus, dem in diesem Text gemeinten Sohn Gottes ersetzen, so lautet dieser Satz: „Alle Dinge sind durch Jesus gemacht und ohne Jesus ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Merken wir etwas davon, was dieser Sohn Gottes, der sich in Jesus uns Menschen offenbarte, von Anfang an für eine hohe Stellung und Bedeutung innerhalb und vor der ganzen Schöpfung hat! Wir können nie gross genug von Jesus denken. Wenn Jesus der Schöpfer des ganzen Universums mit Milliarden von Sternen ist, dann ist er auch der Urheber von allem. Das heisst juristisch gesehen, ER hat auf alles das Urheberrecht. Alles gehört IHM. Und alle Geschöpfe sind letztlich IHM verantwortlich. Lassen sie mich diesen gewaltigen Anspruch Jesu auf die gesamte Schöpfung noch mit einigen Bibelstellen unterstreichen: Im 1. Kapitel des Kolosserbriefes schreibt Paulus: Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in Jesus ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch IHN und zu IHM geschaffen. Und ER ist vor allem, und es besteht alles in IHM. In diesem Text wird betont, dass in Jesus nicht nur die sichtbare, sondern auch die unsichtbare Schöpfung geschaffen worden ist! Das heisst auch, dass vor der sichtbaren Schöpfung die unsichtbare entstanden ist. Die Bibel befasst sich in vielen Stellen mit diesen zwei Wirklichkeiten. So besteht eine starke Abhängigkeit unserer sichtbaren von der für uns noch unsichtbaren Schöpfung, wie dies vor allem in der Offenba- Die Logos-Predigt von Hanspeter Jauslin vom 22. Juli 2007 227 rung, dem letzten Buch in der Bibel, zum Ausdruck kommt. Es kommt mir dabei immer das schöne Abendlied von Matthias Claudius in den Sinn: Seht ihr den Mond dort stehen, er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. Auch das Alte Testament beginnt mit denselben beiden Worten wie das Johannes-Evangelium, nämlich: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Weil im Anfang der Logos war, das heisst Jesus, kann auch diese Stelle logischerweise so gelesen werden: „In Jesus schuf Gott Himmel und Erde!“ So dürfen wir als gläubige Christen wissen, dass die ganze Schöpfung, das ganze Universum, durch Jesus entstanden ist! Aber das ist längst nicht alles! Der Hebräerbrief weist im Zusammenhang mit dem Ursprung aller Dinge noch auf eine für uns Menschen viel wichtigere Tatsache hin. Hören wir gut zu, was in den Versen 1–4 im 1. Kapitel steht: „1 Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in den letzten Tagen geredet durch den Sohn, den ER eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. 3 Jesus ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den ER ererbt hat, höher ist als ihr Name“ Soweit das Zeugnis aus dem Hebräerbrief. Hier wird im gleichen Atemzug mit der durch Jesus ins Dasein gerufenen Schöpfung auch die durch Jesus erfolgte Erlösung, welche ER am Kreuz auf Golgatha für uns erwirkt hat, aufgezeigt. Anhang 228 Schöpfung und Erlösung waren also bei Gott Vater und seinem Sohn schon in der Urzeit ein Thema! Erinnern Sie sich, dass ich erwähnt habe, dass im Wort „Logos“ auch der Begriff: „Berechnung“ enthalten ist. Gott wollte offenbar nicht eine Schöpfung inklusive uns Menschen ins Leben rufen, ohne dass er auch sicher war, dass diese Schöpfung nicht auf irgendeine Weise einmal zugrunde geht. Als allwissender Gott sah er voraus, dass die von IHM erschaffenen Menschen in der ihnen zugestandenen Freiheit auch in der Lage waren, sich gegen IHN zu stellen und das Chaos, wie es uns heute täglich vor Augen steht, zu bewirken. Deshalb hat ER in seinem göttlichen Plan vor Grundlegung der Welt, wie es im 1. Kapitel des 1. Petrusbriefes heisst, Jesus Christus als das für uns am Kreuz sterbende Lamm ausersehen. Mit Jesus wollte der Vater unsere Schuld, die wir uns mit unseren Sünden aufgeladen haben, ausgleichen, damit die Rechnung, trotz unserem Versagen, einmal aufgeht! Was für eine wunderbare Botschaft! Sie zeigt uns auf, dass schon vor dem Ursprung der Schöpfung die für uns unfassbare Liebe Gottes am Werk war. Wissen Sie, als mir dieses Ur-Evangelium einmal im Herzen bewusst wurde, kam ich wirklich über Gott ins Staunen und dieses Staunen hat bis heute nie aufgehört. Der Liederdichter Paul Gerhardt hat in einem seiner Passionslieder versucht, das vor Urzeiten zwischen Gott und seinem Sohn mögliche Gespräch in Verse zu fassen. Dieser Dialog ist in zwei Liederstrophen enthalten und beeindruckt mich vor allem dadurch, wie Jesus sich bereit erklärt, als Lämmlein Gottes den Leidensweg bis zum schmachvollen Tod am Kreuz zu gehen. Der Hintergrund dieser Bereitschaft ist die unendlich grosse Gottesliebe, was auch darin zum Ausdruck kommt, dass Paul Gerhardt das Wort „Liebe“ in einem dieser ergreifenden Verse 4 Mal erwähnt! So heisst es im 1. Vers: Das Lämmlein ist der grosse Freund und Heiland meiner Seelen; IHN, IHN hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Und nun spricht Gott: „Geh hin mein Kind, und nimm dich an der Menschen, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist gross; Die Logos-Predigt von Hanspeter Jauslin vom 22. Juli 2007 229 du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ Und nun kommt die wunderbare Antwort vom Sohn Gottes: „Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will's gern tragen; mein Wollen hängt an Deinem Mund, mein Wirken ist Dein Sagen.“ O Wunderlieb o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. Ja, ich frage Sie, gibt es eine grössere Liebe als diese Gottesliebe, die uns schon beim Ursprung aller Dinge, nämlich vor Grundlegung der Welt, in Jesus begegnet? Wie tröstlich ist es für uns zu wissen, dass der Schöpfer des Weltalls und somit auch unser Schöpfer nicht ein unberechenbarer Despot ist, der willkürlich alle Fäden in der Hand behält oder dass wir, wie viele Menschen glauben, einem blinden Schicksal ausgeliefert sind, sondern dass wir es mit einem Gott zu tun haben, der seine Geschöpfe grenzenlos lieb hat. Es lohnt sich deshalb, ja es ist sogar lebensnotwendig, dass wir uns diesem Gott in Jesus Christus öffnen und seine vergebende Liebe annehmen. Durch den Glauben finden wir den Zugang zu einem Leben mit Gott, das heisst zum ewigen Leben! Es ist auch ein Leben, das sich lohnt und schliesslich zum Ziel führt. Johannes Andreas Rothe, ein Mitarbeiter von Graf Zinsendorf, hat ebenfalls über den Liebesplan Gottes, wie er schon vor aller Zeit festgelegt worden ist, gestaunt und dies in einem Lied wie folgt bekannt: Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Anhang 230 der Grund der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, des, der mit offnen Liebesarmen sich zu uns armen Sündern neigt, aus dessen Herz Erbarmen bricht, wir kommen oder kommen nicht. Was für gewaltige Liebesabsichten sind in diesen fünf Worten enthalten: „Im Anfang war das Wort“ Gerne möchte ich noch ein kleines Ferienerlebnis zu diesem Thema anführen. Ich durfte mit meiner Frau nach der sogenannten Wende in Deutschland eine Reise zu verschiedenen ostdeutschen Städten unternehmen. Dabei besuchten wir auch die bekannte Wartburg, in der Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt hat. Auf dem Schlossrundgang standen wir plötzlich in der Schlosskapelle. Mein Blick fiel sofort auf die hölzerne Kanzel die mit einem Kanzeltuch geschmückt war. Auf diesem Tuch las ich die 5 Worte: „Im Anfang war das Wort“ Sie können sich kaum vorstellen, was ich alles innerlich in diesem kurzen Augenblick erlebt habe. Es war für mich wie eine göttliche Offenbarung mit einer Intensität, die ich nicht beschreiben kann. Ein tiefes Glücksgefühl kam über mich, weil mir innerlich bewusst wurde, was für eine gewaltige Liebesbotschaft hinter diesen fünf Worten verborgen ist! Es war für mich ein unvergessliches Erlebnis und oft kam in mir die Frage auf, was wohl mit uns Menschen oder mit der gesamten Schöpfung wäre, wenn es nicht diesen „Anfang“ gegeben hätte? Vielleicht war gerade diese „Wartburg-Begegnung“ ausschlaggebend, dass mir das heutige Predigt-Thema aufs Herz gelegt wurde. Ja es ist wirklich wahr! Im Anfang war das Wort. Im Anfang war Jesus, mein Heiland und Erlöser! Die Logos-Predigt von Hanspeter Jauslin vom 22. Juli 2007 231 Ich möchte Sie wieder vom Ursprung aller Dinge in die Gegenwart zurückführen! Der von Gott in der Urzeit festgelegte Heilsplan geht auch heute und in der Zukunft weiter. Gott will, dass wir alle an seinem Heilsgeschehen teilhaben. In der Zwischenzeit ist auch das im Johannes-Evangelium erwähnte Wort, der Logos, Fleisch, das heisst Mensch geworden und der Liebeswille Gottes, den ER sich schon in der Urzeit gefasst hat, ist durch das leidvolle Sterben seines Sohnes am Kreuz in Erfüllung gegangen. Und was haben wir heutigen Menschen mit dieser Botschaft gemacht? Hat sie uns verändert oder sind wir gegenüber Gott gleichgültig geblieben? Mir stehen viele Menschen vor Augen, die ohne dieses Wissen um Gottes Heilsplan und deshalb ohne Hoffnung durchs Leben gehen. Ja, für viele ist es geradezu eine Zumutung, glauben zu können, dass der gewaltige Schöpfer Himmels und der Erde zu uns geringen Menschen in Tuchfühlung gekommen ist. Dass er sich so klein gemacht hat, um jedem von uns persönlich zu begegnen und mit jedem von uns Gemeinschaft zu haben. Und so stehe ich leider unter dem Eindruck, dass trotz der vielen Worte, die aus Zeitungen, Radio, Fernsehen usw. täglich auf uns einstürmen, wir eine im Sinne unseres Bibelwortes „wortlose“ Gesellschaft geworden sind. Wie viele „wortlose“ Ehen gehen heute zu Grunde? Wie viele Menschen haben sich nichts mehr zu sagen, weil sie „wortlos“ geworden sind. Ja, wie oft bin ich selber „wortlos“, obwohl ich um dieses Wort, das von Anfang an bei Gott war, weiss!! Kennen Sie das auch, diese „Wortlosigkeit“? Es ist darum mein Wunsch und meine Bitte, dass dieses Wort reichlich unter uns wohnen möge! Wir brauchen nichts dringenderes als gerade dieses „Wort“! Mit diesem „Wort“ können wir getrost in die Zukunft gehen. Nach der Bibel stehen noch gewaltige Ereignisse bevor. Der für uns am Kreuz gestorbene, auferstandene und in den Himmel aufgefahrene Sohn Gottes wird wiederkommen in Macht und Herrlichkeit. Er ist das A und das O, der Erste und der Letzte und der Lebendige. Lasset uns IHN lieben, denn ER hat uns zuerst geliebt! Ihm gilt unsere Liebe, unsere Hingabe und Anbetung! Amen. Anhang 232 Alphabetisches Literaturverzeichnis Augustinus: Bekenntnisse. Lateinisch und Deutsch. Eingeleitet, übersetzt und erläutert von Joseph Bernhart. Mit einem Vorwort von Ernst Ludwig Grasmück. Frankfurt am Main und Leipzig. Erste Auflage 1987. Bannert, Herbert: Homer. Reinbeck bei Hamburg 1979. Bauer, Walter: Griechisch-Deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der übrigen urchristlichen Literatur. Berlin 5. Aufl. 1958. Bauer, Walter: Wörterbuch zum Neuen Testament. Griechisch-Deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. 6., völlig neu bearbeitete Auflage von Kurt und Barbara Aland. Berlin 1988. Benedikt XVI.: siehe auch unter Ratzinger, Joseph. Benedikt XVI.: Gott ist die Liebe. Die Enzyklika „deus caritas est“, Freiburg 2006. Benedikt XVI., Papst: Unser Glaube und die Vernunft. 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Eine logotherapeutisch-existenzanalytische Krisenbewältigung. Diplomarbeit am Schweizer Institut für Logotherapie und Existenzanalyse Chur zur Erlangung des Titels dipl. logotherapeutische Beraterin NDS HF von Mirjam Jauslin. Muttenz, 17. Januar 2016. Jenni, Ernst: Lehrbuch der Hebräischen Sprache des Alten Testaments. Neubearbeitung des „Hebräischen Schulbuchs“ von Hollenberg-Budde. Basel und Frankfurt am Main 1981. Zweite, durchgesehene Auflage 1981. Mit: Ergänzungsheft: Paradigmentabellen und Index zu den Übungssätzen. Kinder, Hermann und Hilgemann, Werner: dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Karten und chronologischer Abriss. Graphische Gestaltung der Karten: Harald und Ruth Bukor. Band I: Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution. Originalausgabe 1. Auflage September 1964, München 13. Auflage Oktober 1977: 901. bis 1000. Tausend. Kittel, Gerhard (Begr.); Friedrich, Gerhard (Hrsg.): Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Studienausg. Unveränderter Nachdr. d. 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Abstract

Logos = Word? This traditional translation at the beginning of the Gospel of John falls short. In 500 BC, early Greek thinker Heraclitus defined Logos as the universal basic principle that creates and guides everything. It marks the ancient Greek path "From Myth to Logos" and thus the first enlightenment in Europe.

John the Evangelist took up this idea and thus invited his philosophically educated Greek contemporaries to read his gospel. This in turn is an indicator of the fundamental interweaving of the New Testament with Greek culture. Conceived as ultimate meaning and supreme reason, the Logos term broadens our horizon even today and helps us rediscover the Bible.

Zusammenfassung

Logos = Wort? Diese traditionelle Übersetzung am Beginn des Johannes-Evangeliums greift zu kurz. Bei dem frühen griechischen Denker Heraklit, 500 v. Chr., ist Logos das universale Grundprinzip, das alles schafft und alles leitet. Er markiert den Weg „Vom Mythos zum Logos“ bei den alten Griechen und damit der ersten Aufklärung in Europa.

Der Johannes-Evangelist nahm diese Vorstellung auf und lud damit seine philosophisch gebildeten griechischen Zeitgenossen zum Lesen seines Evangeliums ein. Dies wiederum ist ein Indikator für die grundsätzliche Verwobenheit des Neuen Testaments mit der griechischen Kultur. Verstanden als letzter Sinn und höchste Vernunft weitet der Logos-Begriff auch heute den Horizont und hilft, die Bibel neu zu entdecken.