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David Funk

Jugend und Europa, page I - XIV

Auswirkungen internationaler Begegnungen auf die Identifikation Jugendlicher mit Europa

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4466-7, ISBN online: 978-3-8288-7489-3, https://doi.org/10.5771/9783828874893-I

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
David Funk Jugend und Europa David Funk Jugend und Europa Auswirkungen internationaler Begegnungen auf die Identifikation Jugendlicher mit Europa Tectum Verlag David Funk Jugend und Europa. Auswirkungen internationaler Begegnungen auf die Identifikation Jugendlicher mit Europa © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2020 eBook 978-3-8288-7489-3 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4466-7 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung des Bildes # 337371569 von DenisProduction.com | www. shutterstock.com Alle Rechte vorbehalten Informationen zum Verlagsprogramm finden Sie unter www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. V Vorwort Carl Berning Die Krisen der letzten Jahre betonen schlaglichtartig die Bedeutung der Europäischen Union für die Mitgliedsstaaten. Die Verantwortung der einzelnen Länder wurde in Zeiten der Finanzmarkt-, Flüchtlingsoder Coronakrise gefordert und strapaziert. Die Politik appelliert in solchen Zeiten immer gerne an die europäische Solidarität und das Wir-Gefühl der Bürger. Die politischen Entscheidungen sind nicht allein mit nationalen wirtschaftlichen Interessen in einer Freihandelszone oder der gemeinsamen Währung zu legitimieren. Für „europäische Lösungen“ von politischen und gesellschaftlichen Krisen ist die Identifikation der Bürger mit Europa der entscheidende Pfeiler. Ein Pfeiler, der in den letzten Jahren viele milliardenschwere Vorhaben stützte. Das Verständnis für Europa, die Begegnung mit dem europäischen Nachbarn und ein gemeinsamer europäischer Gedanke wird aktiv durch zahlreiche internationale Jugend- und Begegnungsprogramme gefördert. Ob diese Programme tatsächlich dabei helfen, die Identifikation mit Europa zu stärken, ist überraschender Weise weitgehend unerforscht und Anlass für die vorliegende Arbeit. Herr Funk geht mit seiner Studie der Frage nach, welche Effekte internationale Jugendbegegnungen auf die europäische Identifikation der teilnehmenden Jugendlichen haben. Er entwickelt und präsentiert ein umfangreiches Modell der Wirkungsmechanismen und verbindet in dieser Arbeit viele unterschiedliche Literaturstränge. Die Studie basiert auf der Logik der Kontakthypothese. Diese vermutet, dass Intergruppenkontakte zur Reduktion von Vorurteilen führen. VI Die theoretischen Überlegungen leiten die empirische Evaluation der europäischen Begegnungsproprogramme. Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass gerade der interkulturelle Kontakt zwischen jungen Menschen aus verschiedenen europäischen Staaten zu einer Steigerung der Identifikation der Teilnehmenden mit Europa führt. Maßgeblich für die positive Wirkung des interkulturellen Kontakts ist die freiwillige Teilnahme an den Jugend- und Begegnungsprogrammen. Die positiven Effekte der Begegnungen sind sogar noch Wochen nach der Teilnahme nachweisbar. Die Studie zeigt außerdem, dass internationale Jugendbegegnungen einen positiven Einfluss auf Toleranz und Offenheit der Jugendlichen haben. Das vorliegende Buch basiert auf der Masterarbeit des Autors. Der interdisziplinäre Charakter der Arbeit bietet Erkenntnisse sowohl für die Politikwissenschaft als auch für die Erziehungswissenschaft. Natürlich und offensichtlich sind die Erkenntnisse ein praktischer Mehrwert für die Durchführung und Evaluation von europäischen Jugend- und Begegnungsprogrammen. Mainz, im April 2020 Carl Berning VII Danksagung Diese Arbeit, die am Fachbereich Sozialwissenschaften, Medien und Sport der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angefertigt wurde, war nur durch die Mitwirkung und Unterstützung vieler Menschen möglich. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Besonders bedanken möchte ich mich bei dem Betreuer Dr. Carl Berning, der mir mit seinem fachlichen Rat stets zur Seite stand. Für seine fachliche und persönliche Unterstützung sowie die Möglichkeit, meine Arbeit interdisziplinär zu gestalten, möchte ich mich herzlich bei Prof. Marius Harring bedanken. Mein besonderer Dank gilt János Gebhardt, der mich schon in der Vorbereitung der Studie unterstützte und mir in der Auswertungsphase half, einige statistikinduzierte Knoten zu lösen. Für die Unterstützung bei der Durchführung meiner Studie bedanke ich mich bei Franz Bittner, Europäische Vereinigung für Eifel und Ardennen, Peter Winter, Kirchengemeinde Saarburg und Anna Marx, ehemals Schulleiterin der Albrecht Dürer-Schule Wiesbaden. Für die Unterstützung vor der Feldphase und beim letzten Feinschliff danke ich besonders Theresa Bauer, Annika Seebach, Katrin May, Werner Funk, und Michael Dahmen, der im Übrigen auch für das Entzünden meiner Flamme für die interkulturelle Jugendarbeit verantwortlich war. Mein besonderer und tiefer Dank für all Unterstützung und die Geborgenheit, die ihr mir gebt und gegeben habt, gilt meinen lieben Eltern, Julianne und Werner, meiner „kleinen“ Schwester Julia, und natürlich Olga und Filli sowie meinen lieben Freunden. Vieles von dem, was ich bin, kann ich nur sein, weil ich mich auf euch verlassen kann! VIII IX Inhalt Abbildungsverzeichnis ................................................................. XII Tabellenverzeichnis ....................................................................... XII Abkürzungsverzeichnis ............................................................... XIII 1 Einleitung .................................................................................. 1 2 Die Europäische Bürgerschaft ............................................... 5 2.1 Die Schaffung der Europäischen Bürgerschaft.......................... 5 2.2 Europäische Bürgerschaft und Europäische Identität ............... 8 2.2.1 Konzeptualisierung der Europäischen Identität ............. 9 2.2.2 Genügt die Europäische Bürgerschaft zur Entstehung eines europäischen Demos? ....................................... 10 3 Grundlagen von Zugehörigkeitsgefühlen und Identität ..... 13 3.1 Personale und soziale/kollektive Identität ................................ 13 3.2 Soziales Kategorisieren ........................................................... 15 3.3 Auswirkungen der sozialen Kategorisierung ............................ 20 4 Welchen Einfluss hat intergruppaler Kontakt auf die Kategorisierung? Die Kontakthypothese ............................ 27 4.1 Wann wirkt Kontakt? Die Bedingungen für das Wirken von Kontakt auf Intergruppenbeziehungen ..................................... 28 X 4.2 Warum wirkt Kontakt? Mechanismus und Mediatoren für die Wirkung auf Intergruppenbeziehungen .................................... 30 4.2.1 Mechanismus ............................................................... 31 4.2.2 Mediatoren ................................................................... 36 4.3 Wie wirkt Kontakt? Auswirkungen von positivem Intergruppenkontakt auf die Intergruppenbeziehung ............... 39 5 Jugend in Kontakt: Warum ist Kontakt gerade bei Jugendlichen wirksam? ........................................................ 43 5.1 Kontakt zwischen Jugendlichen verschiedener sozialer Gruppen allgemein ................................................................... 43 5.2 Interkultureller Kontakt zwischen Jugendlichen im Rahmen von Jugendbegegnungen ............................................................... 46 6 Synopse: Jugendbegegnungen als Mittel der Förderung der europäischen Identität .................................................... 49 7 Hypothesen ............................................................................ 51 8 Empirischer Teil ..................................................................... 55 8.1 Das Forschungsdesign ............................................................ 55 8.2 Messinstrumente ...................................................................... 59 8.2.1 Europäische Identifikation ............................................ 59 8.2.2 Toleranz ....................................................................... 61 8.2.3 Persönlichkeitsdimensionen ......................................... 63 8.2.4 Intensität des Intergruppenkontakts ............................. 63 8.2.5 Häufigkeit von interkulturellem Intergruppenkontakt .... 64 8.3 Deskriptive Statistik .................................................................. 64 8.3.1 Demographische Merkmale ......................................... 64 8.3.2 Europäische Identifikation ............................................ 66 8.3.3 Toleranz ....................................................................... 67 8.3.4 Persönlichkeitsdimensionen ......................................... 68 XI 8.3.5 Identifikation Deutschland und Korrelation Deutschland – Europa....................................................................... 69 8.4 Inferenzstatistik ........................................................................ 69 8.4.1 Umgang mit der kleinen Stichprobe ............................. 69 8.4.2 Hypothesentestung ...................................................... 70 8.5 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse ..................... 74 9 Diskussion der Ergebnisse und Implikationen ................... 75 10 Fazit ......................................................................................... 81 Literaturverzeichnis ....................................................................... 83 XII Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Rings of Inclusion 18 Abbildung 2: Zusammenhang Kategorisierung und Identität 19 Abbildung 3: Effekt von Intergruppenkontakt auf die Verringerung von Vorurteilen 27 Abbildung 4: Bedingungen für den Abbau von Vorurteilen 30 Abbildung 5: Anschließende Prozesse 33 Abbildung 6: Mediatoren des Prozesses 38 Abbildung 7: Wirkung von Kontakt auf die Bildung einer gemeinsamen Kategorie 42 Abbildung 8: Typische Übung zur Etablierung eines Wir-Gefühls im Rahmen von internationalen Jugendbegegnungen. 61 Abbildung 9: Veränderungsmaß für die Mittelwerte für die Identifikation mit Europa in den verschiedenen Testgruppen 66 Abbildung 10: Boxplot-Vergleich der einzelnen Skalen des Big Five Inventorys für EVEA und Kontrollgruppe 68 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Darstellung des Forschungsdesigns 56 Tabelle 2: Antwortraten für alle Gruppen 58 Tabelle 3: Formulierung der Items im Konstrukt Europäische Identifikation 60 Tabelle 4: Formulierung des Items im Konstrukt Deutsche Identifikation 60 Tabelle 5: Formulierung der Items im Konstrukt Toleranz 62 Tabelle 6: Formulierung der Items im Konstrukt Intensität 63 Tabelle 7: Formulierung des Items im Konstrukt Häufigkeit von interkulturellem Intergruppenkontakt 64 Tabelle 8: Demographische Merkmale 65 Tabelle 9: Mittelwerte für weitere Indikatoren für Veränderung der Identifikation mit Europa 67 Tabelle 10: Mittelwerte der Skala Toleranz für t0 und t1 68 Tabelle 11: t-Test für die Veränderungsmaße I und II 71 Tabelle 12: Regressionsanalysen für Hypothesen H5 und H6 73 XIII Abkürzungsverzeichnis ADS Albrecht Dürer-Schule Wiesbaden E I Experimentalgruppe I E II Experimentalgruppe II EGKS Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGV Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft EKKT Evangelischer Kirchenkreis Trier EU Europäische Union EVEA Europäische Vereinigung für Eifel und Ardennen EWGV Vertrag zur Gründung einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft KG Kontrollgruppe SIT Social Identity Theory of Intergroup Behavior XIV

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Abstract

In the study Jugend und Europa, a model of the effects of intergroup contacts in international youth exchanges is developed on the basis of theorems derived from Allport’s contact hypothesis. The effects of international youth work programmes in which European topics are approached from different angles are compared in the study. Exchanges in the context of school and non-formal settings as well as youth camps approaching intercultural topics without exchange were considered. The factors and conditions that are relevant for the development of a European identity and an active European Citizenship are portrayed. Furthermore, the impacts on the formation of tolerance and personality through international youth exchanges is investigated. Repeatedly conducting surveys over time allowed to identify both short- and long-term impacts.

Zusammenfassung

Die Studie Jugend und Europa entwickelt auf Basis der von Allports Kontakthypothese abgeleiteten Theoreme ein Modell zur Wirkung von Intergruppenkontakt in internationalen Jugendbegegnungen. Sie vergleicht Wirkungen von Angeboten der internationalen Jugendarbeit, die sich europäischen Themen von verschiedenen Seiten nähern: Einbezogen wurden sowohl Jugendbegegnungen im non-formalen und im schulischen Kontext sowie Maßnahmen, die sich interkulturellen Fragestellungen ohne Begegnung nähern. Es wird gezeigt, welche Bedingungen und Faktoren auf die Genese einer Europäischen Identität und der Herausbildung einer aktiven Europäischen Bürgerschaft wirken. Gleichzeitig wird die Herausbildung von Toleranz und die Entwicklung der Persönlichkeit durch internationale Jugendbegegnungen untersucht. Durch mehrere Befragungszeitpunkte konnten sowohl kurzfristige als auch langfristige Wirkungen ermittelt werden.