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Christian F. Freisleben-Teutscher, 9 Die Sustainable Development Goals und das Inverted Classroom Modell in:

Sabrina Zeaiter, Jürgen Handke (Ed.)

Inverted Classroom - Past, Present & Future, page 77 - 84

Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4436-0, ISBN online: 978-3-8288-7451-0, https://doi.org/10.5771/9783828874510-77

Tectum, Baden-Baden
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Die Sustainable Development Goals und das Inverted Classroom Modell Christian F. Freisleben-Teutscher The Inverted Classroom model intensively promotes independent and collaborative thinking and action. This way, essential skills that are indispensable for the transfer of the Sustainable Development Goals (SGDs) into as many everyday fields as possible are practiced and deepened. The article presents the principles of the ICM, two examples of how they are used for education related to SDGs and draws conclusions for the design of educational settings. Einleitung Das Inverted Classroom Modell (ICM) ist ein innovatives didaktisches Format, das in immer mehr Hochschulen zum Einsatz kommt (in der englischsprachigen Literatur wird statt ICM oft der synonyme Begriff Flipped Classroom eingesetzt). Das Grundkonzept: Studierende bereiten sich mit möglichst vielfältigen Vorbereitungsmaterialien sowie damit verbundenen Aufgabenstellungen auf Präsenzphasen vor. In diesen steht die Vertiefung und Anwendung von Wissen im Vordergrund, die Diskussion sowie kritische Auseinandersetzung. Das ICM ist deutlich mehr als der Einsatz von Videos, wobei die intensive Nutzung digitaler Tools und Kommunikationskanäle wichtige Rollen spielen. Ein weiteres Merkmal des ICM ist neben der Initiierung und Begleitung von selbstständigem Lernen das Peer Learning, das Arbeiten in Kleingruppen inkl. gegenseitiger Beurteilung zwischen Studierenden (vgl. Handke, Loviscach, Schäfer, Spannagel, 2012; Handke & Sperl, 2012; Talbert, 2017; Werner, Ebel, Spannagel & Bayer, 2018). In der Literatur wird ebenso auf die Bedeutung hingewiesen, dass gerade Lehrveranstaltungen, die intensiver am ICM ausgerichtet sind, sich soweit als möglich mit möglichst praxisnahen und damit ebenso gesellschaftspolitisch aktuell relevanten Themenstellungen beschäftigen sollten. Umsetzung des ICM bedeutet gleichzeitig konsequenterweise, Lehre kompetenzorientiert zu planen und zu gestalten (vgl. Spannagel & Freisleben, 2016): Sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen werden dabei nicht nur daraufhin in den Blick genommen, ob sie Lernende fit für den Arbeitsmarkt machen, sondern ebenso wie diese während und nach dem Studium gesellschaftliche Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten können. ICM bedeutet für Studierende ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Verantwortung für Lernprozesse zu übernehmen, also nicht in einer eher passiven Rolle nur auf Informationsvermitt- 9 9.1 77 lung zu warten, sondern so intensiv wie möglich zum Fragenden zu werden, zum Forschenden, zum Handelnden. Über das Studium hinaus gefördert wird so etwa das Interesse und die Bereitschaft zu lebensbegleitendem Lernen genauso wie daran, Prozesse in einem Arbeitsplatz aktiv mitzugestalten als auch in den Sozialräumen, in denen das eigene Leben gestaltet wird. Nachhaltigkeit als didaktisches Gestaltungsprinzip Ein grundlegendes didaktisches Gestaltungsprinzip von Lehre in der heutigen Zeit muss das komplexe Themenfeld Nachhaltigkeit sein: 2015 wurden 17 bis 2020 von allen Nationen umzusetzende globale Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) von den Vereinten Nationen als Nachfolge der Milleniumsziele beschlossen (vgl. Hammer T. & Pfäffli, 2018). Es handelt sich hier um den Versuch der Fortführung von Initiativen bzw. Bemühungen, die unter der Überschrift der „Nachhaltigkeit“ schon im Brundtlandreport (1987) begannen sowie bei der „Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung“ 1992 in Rio de Janeiro, deren zentrales Ergebnis die Agenda 21 war, aber auch Erklärungen zu Umwelt, Klima und Biodiversität die in Nachfolgekonferenzen 1997 (New York), 2002 (Johannesburg) und 2012 (Rio de Janeiro) weiter behandelt wurden. Ebenso wurden Inhalte in der ‚UN Dekade für nachhaltige Entwicklung‘ (2005–2014) aufgegriffen. Eine wichtige Thematik ist dabei, dass viele der vorgesehenen Ziele nicht erreicht werden konnten, die brennenden Probleme der Zeit sind in vieler Hinsicht noch ungelöst (vgl. Álvarez-Otero & Lázaro y Torres, 2018). Damit die Sustainable Development Goals eine Chance darauf haben, mehr zu werden als vollmundige Ankündigungen, spielt Bildung eine zentrale Rolle, wie auch im SDGs vier verankert. So bekannte sich 2018 auch die Deutsche Hochschulrektorenkonferenz dazu, Maßnahmen auf verschiedensten Ebenen zu initiieren und zu begleiten (vgl. Hochschulrektorenkonferenz, 2018). Dazu gehören ebenso Schritte, Nachhaltigkeit zum Thema, mehr noch, zur Grundlage von Lehre in allen Fachdisziplinen zu machen, denn jede der Disziplinen hat vielfältige Bezüge dazu (vgl. z. B. Hemmer, 2016; Hammer & Pfäffli, 2018; Kerschbaumer & Gaisch, 2018; Krahn et al., 2018). Lehrveranstaltungen, die intensiv am ICM ausgerichtet sind, sollten gleichzeitig, wie schon beschrieben, eine kompetenzorientierte Herangehensweise aufweisen. Zudem erfordert gerade die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit nicht nur eine Reflexion eigener Einstellungen und Lebenseinstellungen, sondern auch Unterstützung für Schritte zu einem Transfer in individuelle Arbeits- und Lebenswelten. Dies setzt ebenso ein in vielen Phasen stark selbständiges und, gleichzeitig, selbstbestimmtes Arbeiten voraus, das eben nicht nur dann erfolgt, wenn es um das Erreichen einer positiven Note bei einer Abschlussüberprüfung geht (vgl. Leal Filho, 218). Das ICM ist demnach ein Modell, dass eine intensive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit in vieler Hinsicht vorantreiben kann, sowohl auf einer höchst individuellen Ebene, als auch als über Studienkontexte deutlich hinausgehende Kollaboration mit anderen 9.2 9 Die Sustainable Development Goals und das Inverted Classroom Modell 78 Studierenden sowie mit Stakeholder aus verschiedenen gesellschaftspolitischen Feldern. Ein Kompetenzmodell, das diesen Prozess unterstützen kann, ist das “Entrepreneurship Competence Framework” der EU (Bacigalupo, Kampylis, Punie & Van den Brande, 2016). Sehr gut kann dies mit den zehn Kompetenzen verbunden werden, die éducation21, das nationale Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung der Schweiz entwickelt hat (vgl. éducation21, o. J.). Ein Grundansatz des ICM im Sinne auch von kompetenzorientierter Ausrichtung ist, dass bei der Planung und Umsetzung über einzelne Lehrveranstaltungen hinausgedacht wird, ein Bezug zum Modul, zum Curriculum des Studiengangs und eben zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen hergestellt wird (vgl. Spannagel & Freisleben, 2016). Dabei sollte es sich um einen Prozess handeln, der dialogorientiert und partizipativ ausgelegt ist, also nicht nur von Lehrenden ausgeht, sondern umfassend gestaltet wird. So können die beiden erwähnten Kompetenzmodelle in vierfacher Hinsicht eine wichtige Rolle spielen: Sie unterstützen Lehrende dabei, Schritte in einzelnen Lehrveranstaltungen darauf zu beziehen und abzustimmen. Gleichzeitig können Sie herangezogen werden, um das für das ICM so wichtige Definieren von individuellen Lernschritten zu fördern sowie um den individuellen Lernpfad aus Studierendensicht zu planen, kontinuierlich zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Ähnliches gilt auch für Lehrende, die so ihre eigenen Kompetenzen in der Hochschuldidaktik im Allgemeinen und in Bezug auf das Grundprinzip Nachhaltigkeit ständig im Blick haben, sowie an diesen arbeiten. Die vierte Ebene ist jene der intensiven Kooperationen mit verschiedenen gesellschaftspolitischen Stakeholdern: Die genannten Kompetenzmodelle können auch dort Menschen dabei unterstützen, Kompetenzen in Bezug auf Nachhaltigkeit in einem selbstreflexiven und zugleich iterativen Prozess zu analysieren, sowie konkrete Ideen für Maßnahmen in ihrem Alltag zu planen, schrittweise umzusetzen, zu reflektieren und zu dokumentieren. Im Übrigen ist zu betonen, dass beide Kompetenzmodelle Formulierungen enthalten, die verschiedenste Ebenen von Schlüsselkompetenzen (vgl. Spannagel & Freisleben, 2016) ansprechen und so dabei unterstützen können, Lehre insgesamt weiterzuentwickeln. Eine Kompetenz, die hier noch explizit hervorgehoben werden soll, ist jene zur kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Dokumenten und auch den SDGs im Sinne einer umfassend verstandenen Data Literacy (vgl. Dander, 2018): Denn es braucht u. a. auch eine fortwährende Analyse, was einzelne Staaten oder ebenso Institutionen wie Hochschulen nun tatsächlich in Bezug auf die SDGs in einer nachvollziehbaren Weise umsetzen und wie viel auf der Ebene von wohlklingenden Formulierungen etwa in einem Wahlprogramm einer einzelnen politischen Partei oder einer Regierungsübereinkunft bleibt. Gleichzeitig können die SDGs nicht nur aus der Perspektive europäischer Länder und deren Traditionen wahrgenommen werden, es braucht ebenso die intensive Auseinandersetzung mit der Realität der Länder des Südens, die in einer möglichst partizipativen Weise umgesetzt wird. 9.2 Nachhaltigkeit als didaktisches Gestaltungsprinzip 79 Praxisbeispiel aus dem Feld Geographie und SDGs Ein Beispiel für eine Auseinandersetzung mit den SDGs mit Hilfe von Ansätzen des ICM ist ein zuletzt umgesetztes Projekt am Department Geographie an der Universidad Nacional de Educación a Distancia (UNED) (Universität für Fernlehre mit mehreren Standorten in Spanien) (vgl. Álvarez-Otero & Lázaro y Torres, 2018): Als Rahmen kam hier der Technological Pedagogical Content Knowledge (TPACK) (vgl. Koehler M., Rosenberg, J. & Campbell; Herring, Koehler & Mishra, 2016) zum Einsatz, dabei geht es um die Frage, wie Technologie in einem umfassenden Sinn in Bildungssettings integriert werden kann und wie dabei Inhalte, Didaktik und Technik zusammenspielen. Ein wesentlicher Aspekt ist hier zudem die intensive Auseinandersetzung mit Daten durch die Nutzung einer entsprechenden Infrastruktur – denn die SDGs hängen eng mit verschiedensten statistischen und geographischen Daten zusammen. Dies kann in Zusammenhang mit aktuellen Überlegungen zur Bedeutung von Data Literacy in der Hochschullehre gebracht werden, also das Wissen u. a. darüber, wie Daten gefunden, interpretiert, miteinander verknüpft und für andere verständlich aufbereitet werden können, sowie die dazu benötigten Fähigkeiten (vgl. Dander, 2018; Gesellschaft für Informatik, 2018). An der UNED wurde durch Umfragen gezeigt, wie wenig sowohl Studierende als auch Lehrende von den SDGs wissen. Davon ausgehend wurden kompetenzorientiert didaktische Modelle sowohl für den Schul- als auch den Hochschulbereich entwickelt. Als wesentliche Herangehensweise wurde dabei jene des ICM gewählt (hier als Flipped Classroom bezeichnet). Zum Einsatz kamen sowohl Videos als auch Vorbereitungsmaterialien kombiniert mit einem Quiz-Tool zur Vertiefung und Anwendung der Inhalte. Dazu kam die Auseinandersetzung mit schriftlichen Unterlagen, verbunden mit ergänzenden Rechercheaufträgen. Darauf aufbauend wurde kollaboratives Lernen in Kleingruppen umgesetzt – ein nicht wegzudenkender Aspekt des ICM ist, dass auch in der Präsenzphase eine möglichst große Vielfalt an Methoden zum Einsatz kommt, die eben den Prozess der Vertiefung, Anwendung und Diskussion initiiert sowie begleitet (vgl. Foldnes, 2016; Enders, 2017; Kühl et. al, 2018; Munir, Baroutian, Young & Carter, 2018). Darauf baute dann als nächster Schritt das Erstellen eines Portfolios auf. Insgesamt erfolgte also ein „transformational learning, which begins with the students’ comprehension of the world and invites critical and disruptive thinking and allows co-creation of new knowledge” (Álvarez-Otero & Lázaro y Torres, 2018, S. 4). Praxisbeispiel aus der Lehrerinnen- und Lehrerbildung An der Arizona State University (USA) werden auch Grundschullehrerinnen und -lehrer ausgebildet, denn „teacher education has a critical role to play as people around the world strive to reach the Sustainable Development Goals. Education for sustainability (EfS) aims to motivate and prepare educators to create a more sus- 9.3 9.4 9 Die Sustainable Development Goals und das Inverted Classroom Modell 80 tainable future through education“ (Merritt, Hale & Archambault, 2019, o. S.). Entwickelt wurde ein Kurs für Grundschullehrerinnen und -lehrer von einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftlern, Didaktikexperten und Lehrerinnen und Lehrer. Diesen wurden, im Sinn des ICM, umfassende Vorbereitungsmaterialien zur Verfügung gestellt, wie Texte, Onlineressourcen, Audios und Videos. Enthalten waren auch zahlreiche Fallbeispiele, wie Lehrerinnen und Lehrer in verschiedenen Regionen Bildung rund um das Thema Nachhaltigkeit im Allgemeinen und zu den SDGs im Speziellen umsetzen. Darauf aufbauend wurden dann in Präsenzphasen didaktische Konzepte präsentiert, diskutiert und gemeinsam – auch im Rahmen von folgendem selbstständigen Lernen – weiterentwickelt. Konsequenzen für die Praxis Deutlich wird anhand der zwei hier beschriebenen Beispielen und weiteren1 das ICM gerade auch zum Thema SDGs bzw. dem didaktischen Grundprinzip Nachhaltigkeit ein umfassendes didaktisches Design benötigt. Wichtig ist also die Unterstützung von Lehrenden bei der Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung, wobei Informationsund Weiterbildungsmaßnahmen ebenso die Thematik der SDGs umfassen sollte. Ebenso wichtig ist die Unterstützung bei der Suche und Aufbereitung von relevanten Informationen und komplexen Datensätzen, denn gerade zu diesem Themenfeld sind valide Informationen eine nicht wegzudenkende Grundlage. Ein wichtiges Element beim ICM generell sowie für die Thematik der SDGs im Speziellen ist, dass Lernende dabei unterstützt werden, sehr stark auch selbst zu Forschenden, Fragenden, Projektplanenden und Umsetzenden zu werden. Dabei wird in intensiver Form und z. B. digitale Tools nutzend interdisziplinäre Zusammenarbeit vorangetrieben und gefördert. Denn Nachhaltigkeit ist ein gesellschaftliches Querschnittsthema, das gut informierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger als Antreibende und Handelnde benötigt, die auch selbst in eigenen Lebensfeldern entsprechende Schritte einleiten. So werden in der Ausbildung Fähigkeiten gelernt und vertieft, die hierfür unerlässlich sind. Dies erfolgt dabei nicht nur dadurch, dass Impulse von Lehrenden ausgehen, sie kommen auch von den Lernenden selbst, da sie diese Thematik als wichtig, ja (über)lebenswichtig erkannt haben. Nötig ist eine Lehrpraxis, die sehr intensiv über die Ebene einzelner Lehrveranstaltungen hinausgeht, was sich u. a. in der Integration der Planung und Umsetzung von studentischen Projekten zum Themenfeld Nachhaltigkeit niederschlagen kann. Sehr gute Anregungen und Ausgangspunkte liefern dazu z. B. Erfahrungen aus dem Bereich Service Learning (vgl. Freisleben-Teutscher, o. J.). Gleichzeitig deutlich wird, dass die Auseinandersetzung mit den SDGs nicht dem Engagement einzelnen Lehrenden überlassen werden kann, sondern ein Teil der Strategie einer Hochschule sein muss, dies Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen um- 9.5 1 Siehe Zusammenstellung unter: http://t1p.de/sdgsicm. 9.5 Konsequenzen für die Praxis 81 fasst. So ist es wenig zielführend oder auch kontraproduktiv eine einzelne Lehreinheit in den Fokus der SDGs zu stellen, ohne dass Bezüge zu anderen Inhalten und methodischen Schritten dieser hergestellt werden. Mehr noch: Es braucht ein gemeinsames Vorgehen von Lehrenden – sowie von Hochschulleitung, Abteilungen für Hochschuldidaktik und -entwicklung -, die in einem intensiven Dialog mit Studierenden, kontinuierlich Optionen prüfen sowie umsetzen, Lehre am didaktischen Grundprinzip Nachhaltigkeit auszurichten: Sowohl in einzelnen Curricula, in der Hochschule als Ganzes sowie in Projekten, wo intensiv mit anderen Hochschulen kooperiert wird. Das zuletzt Geschriebene muss im Übrigen auch für Bemühungen gelten, das ICM als Gestaltungsprinzip von Hochschulehre voranzutreiben. Recherchen für diesen Beitrag zeigen, dass leider viele Initiativen, die darauf abzielen Nachhaltigkeit als didaktisches Grundprinzip umzusetzen, selbst wenig nachhaltig sind. Gemeint ist damit, dass es sichtlich viele Projekte gibt, die nach nur wenigen Jahren Laufzeit wieder eingestellt wurden oder nicht mehr weiterverfolgt werden. Hier entsteht wieder eine Parallele zum ICM, das (zu) oft am Engagement einzelner Personen hängt und zu wenig ein Denk- und Gestaltungsprinzip ist. Literaturverzeichnis Álvarez-Otero, Javier & Lázaro y Torres Maria L. (2018). Education in Sustainable Development Goals Using the Spatial Data Infrastructures and the TPACK Model. Education Sciences, 8, 171. Bacigalupo, Margherita, Kampylis, Panagiotis, Punie, Yves & Van den Brande, Godelieve. (2016). EntreComp: The Entrepreneurship Competence Framework. Verfügbar unter: DOI: http://dx.doi .org/10.2791/593884 Dander, Valentin. (2018). Medienpädagogik im Lichte | im Schatten digitaler Daten. Medienpädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, Zurück in die Zukunft der Medienpädagogik. 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References

Zusammenfassung

Die Inverted Classroom Fachtagung hat sich zu einem willkommenen Forum zum Austausch über das Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert für die deutschsprachige Gemeinschaft von Lehrkräften, Experten und Interessierten entwickelt, die sich der Digitalisierung der Lehre verschrieben haben. 2019 fand die achte und vorerst letzte „Inverted Classroom Konferenz“ in Marburg statt. Der Fokus lag diesmal auf den nächsten Schritten in der Entwicklung von Lehren und Lernen in der digitalen Zukunft. Themen wie Blockchain, Open Educational Resources, MOOCs oder auch Makerspaces kamen in den Fokus.

Die Autorinnen und Autoren beschäftigen sich in ihren Artikeln mit dem Inverted Classroom in der Lehramtsbildung, dem wirkungsvollen Einsatz von Wikis oder Badge-Systemen, wie Inklusion und ICM sich gegenseitig befruchten können, aber auch mit Flipped Lab Szenarien und dem Einsatz von humanoiden Robotern in der Schulbildung und der Hochschullehre. Darüber hinaus gibt es Beiträge, die sich mit dem digitalen Lehren und Lernen im Ganzen beschäftigen oder auch das Thema ICM und Nachhaltigkeit betrachten.

Der Tagungsband fasst folglich nicht nur die Ergebnisse dieser 8. Fachtagung zusammen, sondern bietet neben ausgewählten Fallstudien und Untersuchungen im Praxiskontext auch einen Einblick in die Zukunft der Digitalisierung der Lehre im Allgemeinen und der Rolle, die der Inverted Classroom hierbei spielen kann.