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IV ICM in den Fächern in:

Sabrina Zeaiter, Jürgen Handke (ed.)

Inverted Classroom - Past, Present & Future, page 105 - 106

Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4436-0, ISBN online: 978-3-8288-7451-0, https://doi.org/10.5771/9783828874510-105

Tectum, Baden-Baden
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ICM in den Fächern In dieser Rubrik finden sich fünf Beiträge zum Einsatz des ICM in konkretem Fächerkontext, über die Naturwissenschaft bis hin zur Christlichen Archäologie. Den Auftakt macht Dirk Burdinski mit seinem Beitrag Das Flipped Lab als ICM-Adaption für naturwissenschaftliche Laborpraktika. Er stellt vor, wie eine Invertierung von Laborpraktika nach dem Inverted Classroom Modell die kognitive Belastung der Studierenden während der eigentlichen Laborzeit reduzieren kann. Durch die Ergänzung von visuellen und auditiven Informationen in einer interaktiven multimedialen Lernumgebung werden Studierende bei der Aufnahme und Verarbeitung von relevanten Vorwissen unterstützt. Als positiver Nebeneffekt lässt sich so auch die allgemein Zufriedenheit der Studierenden und Lehrkräfte erhöhen. Diesem Beitrag schließt sich Ein neues Konzept in der Lehrerbildung: Praxis- und Produktorientiertes Arbeiten mit neuen Medien. – Ein Erfahrungsbericht über den Kurs: Introduction to Teaching and Learning in the 21st Century von Sophia Farroukh, Michel Foerster und Diana Theobald an. Sie beschreiben ein innovatives Seminarkonzept in dem die Studierenden im Seminar zu MOOC-Produzenten werden und sich neben der tradierten Rolle als Lernenden auch in die Rolle eines Lehrenden versetzten mussten, während sie neues Lehrmaterial erstellten. Das Resultat des Kurses, der pMOOC Teaching and Learning in the 21st Century, kann nun auf der E-Learning Plattform Virtual Linguistics Campus belegt werden. Im dritten Beitrag dieser Rubrik geht es in den Bereich Politikwissenschaft und Lehramtsbildung mit Die professionelle Kompetenz von Politiklehrkräften im digitalen Zeitalter – Zur Rolle der fachdidaktischen Lehramtsausbildung von Philipp Klingler. Er befasst sich mit der didaktischen Reflexion der Auswirkungen der Digitalisierung durch eine Erweiterung des Modells der Fachkompetenz von Politiklehrkräften von Oberle, Weschenfelder & Weißeno (2012) um das TPACK-Modell von Mishra & Koehler (2006). So ermittelt er die für den Unterricht in der politischen Bildung heute notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten und diskutiert die Potenziale für die Lehrerbildung an den Hochschulen. Der vierte Beitrag Wikis in der literaturwissenschaftlichen und literaturdidaktischen Universitätslehre – ein Werkstattbericht von Johannes Krause befasst sich mit dem Einsatz von Wikis in literaturwissenschaftlichen Seminaren. Einen Fokus legt er auf die Differenzierung und Integration der Studierenden in Vorlesungen mit großer Teilnehmerzahl. Die Ergebnisse aus dem Einsatz von Wikis in mehreren seiner Seminaren und Vorlesungen beschreibt er und will mit seinen Analysen dazu beitragen, die Nutzung von Wikis in Zukunft zu verbessern. Dem schließt sich mit CA 2.x – Christliche Archäologie im Inverted Classroom. Ein Beitrag zur videobasierten digitalen Lehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erla- IV 105 gen-Nürnberg von Lara Mührenberg und Ute Verstegen der fünfte und letzte Beitrag in dieser Rubrik sowie in diesem Tagungsband an. Er stellt mediengestütztes Lehrprojekt vor, das seit 2018 am Lehrstuhl für Christliche Archäologie durchgeführt wird. Zentrale und prüfungsrelevante Inhalte werden durch aufwendige Lehrvideos vermittelt, die den Studierenden auf dem hochschuleigenen Videoportal präsentiert und über YouTube zur Verfügung gestellt werden. Die Präsenzphasen werden genutzt, um das erworbene Wissen in aktivierenden Lehrformaten zu überprüfen, zu diskutieren und ggf. zu vertiefen und die fachlichen Fähigkeiten der Studierenden zu optimieren. IV ICM in den Fächern 106

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Zusammenfassung

Die Inverted Classroom Fachtagung hat sich zu einem willkommenen Forum zum Austausch über das Lehren und Lernen im 21. Jahrhundert für die deutschsprachige Gemeinschaft von Lehrkräften, Experten und Interessierten entwickelt, die sich der Digitalisierung der Lehre verschrieben haben. 2019 fand die achte und vorerst letzte „Inverted Classroom Konferenz“ in Marburg statt. Der Fokus lag diesmal auf den nächsten Schritten in der Entwicklung von Lehren und Lernen in der digitalen Zukunft. Themen wie Blockchain, Open Educational Resources, MOOCs oder auch Makerspaces kamen in den Fokus.

Die Autorinnen und Autoren beschäftigen sich in ihren Artikeln mit dem Inverted Classroom in der Lehramtsbildung, dem wirkungsvollen Einsatz von Wikis oder Badge-Systemen, wie Inklusion und ICM sich gegenseitig befruchten können, aber auch mit Flipped Lab Szenarien und dem Einsatz von humanoiden Robotern in der Schulbildung und der Hochschullehre. Darüber hinaus gibt es Beiträge, die sich mit dem digitalen Lehren und Lernen im Ganzen beschäftigen oder auch das Thema ICM und Nachhaltigkeit betrachten.

Der Tagungsband fasst folglich nicht nur die Ergebnisse dieser 8. Fachtagung zusammen, sondern bietet neben ausgewählten Fallstudien und Untersuchungen im Praxiskontext auch einen Einblick in die Zukunft der Digitalisierung der Lehre im Allgemeinen und der Rolle, die der Inverted Classroom hierbei spielen kann.