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Maria Schraud

Arbeitsfähigkeit durch Achtsamkeit, page 99 - 160

Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Arbeitsbelastung in Gesundheitsberufen

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4413-1, ISBN online: 978-3-8288-7416-9, https://doi.org/10.5771/9783828874169-99

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Sozialwissenschaften, vol. 91

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Anhang Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XIX Anhang A 1 ABI-Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 A 2 Kodieranleitung zu ABI B 1 Stressampel B 2 Der Maurer vom Petersdom B 3 Geschichte vom verdorbenen Sonntag B 4 Resilienz B 5 Bodyscan B 6 Trainingsprotokoll Entspannungsübungen C 1 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus C 2 Achtsames Atmen C 3 Geführte Meditation: „Dem Leben mit einem Lächeln begegnen“ C 4 Achtsamkeit im Alltag D 1 Selbsttest Antreiber D 2 Auswertung Antreiber-Test D 3 Der Wunschbrunnen D 4 Bilder zum mentalen Entspannen D 5 Achtsame Gehmeditation D 6 Jonglieren mit Tüchern D 7 Geschichte zum Loslassen E 1 Meditation zum wohlwollenden Miteinander E 2 Achtsame Kommunikation im Arbeitsalltag E 3 Wirkung des wertschätzenden Umgangs E 4 Achtsamkeit im Umgang mit Patienten und Bewohnern 99 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 Willkommen beim Arbeitsbewältigungs-Coaching®236 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XX A 1 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 Willkommen beim Arbeitsbewältigungs-Coaching®236 Ihre Daten werden vertraulich behandelt: anonym ausgewertet und anonym zusammengefasst. Über die genauen und persönlichen Inhalte herrscht völlige Schweigepflicht. Um anonym Vergleiche von heute mit Werten der Zukunft machen zu können, bitten wir Sie um ein unverwechselbares Kennwort, das nur für Sie erkennbar ist. a1) Kennwort = Anfangsbuchstabe des Vornamens der Mutter = Geburtsmonat des Vaters (zweistellig z.B. 02 für Februar) = Anfangsbuchstabe des eigenen Geburtsortes a0) Erstgespräch Wiederholungsgespräch Allgemeine Angaben a2) Arbeitsbereich: a3) Geschlecht: weiblich männlich a4) Alter in Jahren: .................. a6) Familiensituation: a) Leben Kinder im Haushalt Ja Nein c) Gibt es pflegebedürftige Familienangehörige? Ja Nein a16) Beschäftigung: Vollzeit Geringfügig Teilzeit ............ Wochenstunden a17) Arbeitszeit: Feste zusammenhängende Arbeitszeit Schichtarbeit OHNE regelmäßige Nachtarbeit Schichtarbeit MIT regelmäßiger Nachtarbeit Sonstige Arbeitszeit, wie ........................................................... 236 INQA (Hg.) / Gruber, B. & Frevel, A.: Arbeitsbewältigungs-Coaching . Leitfaden zur Anwendung im Betrieb. Bericht Nr. 38, Dortmund, 2012 und Tuomi, K. et. al.: Arbeitsbewältigungsindex, hrsg. von BAUA, Dortmund-Berlin, 2001 A 1 236 INQA (Hg.) / Gruber, B. & Frevel, A.: Arbeitsbewältigungs-Coaching . Leitfaden zur Anwendung im Betrieb. Bericht Nr. 38, Dortmund, 2012 und Tuomi, K. et. al.: Arbeitsbewältigungsindex, hrsg. von BAUA, Dortmund-Berlin, 2001 Anhang 100 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXI Angaben zur Arbeitsbewältigung w0) Sind Sie bei Ihrer Arbeit ... vorwiegend geistig tätig vorwiegend körperlich tätig etwa gleichermaßen geistig und körperlich tätig w1) Derzeitige Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten je erreichten Arbeitsfähigkeit. Wenn Sie Ihre beste je erreichte Arbeitsfähigkeit mit 10 Punkten bewerten: Wie viele Punkte würden Sie dann für Ihre derzeitige Arbeitsfähigkeit geben. (0 bedeutet, dass Sie derzeit arbeitsunfähig sind)? 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 völlig arbeits- derzeit die beste unfähig Arbeitsfähigkeit w2) Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die Anforderungen der Arbeit Wie schätzen Sie Ihre derzeitige Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die körperlichen Anforderungen ein? sehr gut ................................................................................... eher gut ................................................................................... mittelmäßig ............................................................................. eher schlecht ........................................................................... sehr schlecht ........................................................................... Wie schätzen Sie Ihre derzeitige Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die seelischen, geistigen Arbeitsanforderungen ein? sehr gut ................................................................................... eher gut ................................................................................... mittelmäßig ............................................................................. eher schlecht ........................................................................... sehr schlecht ........................................................................... w3) Anzahl der aktuellen, vom Arzt diagnostizierten Krankheiten Kreuzen Sie in der folgenden Liste Ihre aktuellen Krankheiten oder Verletzungen an. Geben Sie bitte auch an, ob ein Arzt diese Krankheiten diagnostiziert oder behandelt hat. JA eigene Diagnose Diagnose vom Arzt Unfallverletzungen 01 Rücken 02 Arm/Hand 03 Bein/Fuß 04 anderer Körperteil A 1 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 101 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXII Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems 05 oberer Bereich des Rückens oder der Halswirbelsäule, wiederholte Schmerzen 06 Beschwerden im unteren Bereich des Rückens, wiederholte Schmerzen 07 vom Rücken in das Bein ausstrahlender Schmerz, Ischias 08 Muskel-Skelett-Beschwerden der Gliedmaßen (Hand, Fuß), wiederholte Schmerzen 09 rheumatische Gelenkbeschwerden 10 andere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems JA eigene Diagnose Diagnose vom Arzt Herz-Kreislauf-Erkrankungen 11 Hypertonie (Bluthochdruck) 12 koronare Herzkrankheit, Brustschmerzen bei körperlicher Anstrengung (Angina pectoris) 13 Herzinfarkt 14 Herzleistungsschwäche 15 andere Herz-Kreislauferkrankungen Atemwegserkrankungen 16 wiederholte Atemwegsinfektionen (auch Mandel-, Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis) 17 chronische Bronchitis 18 chronische Nasennebenhöhlenentzündung 19 Bronchialasthma 20 Lungenemphysem 21 Lungentuberkulose 22 andere Atemwegserkrankungen Psychische Erkrankungen 23 schwere psychische Erkrankungen (z.B. schwere Depressionen, Psychosen, Verwirrtheit, Halluzinationen) 24 leichte psychische Störungen oder Probleme (z.B. leichte Depressionen, Angespanntheit, Angstzustände, Schlaflosigkeit) Neurologische und sensorische Erkrankungen 25 Schwerhörigkeit oder Hörschaden 26 Erkrankungen oder Verletzungen der Augen 27 neurologische Krankheit (z.B. Schlaganfall, Neuralgie, Migräne, Epilepsie) 28 andere neurologische oder sensorische Erkrankungen Erkrankungen des Verdauungs-Systems Anhang 102 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXIII 29 Erkrankungen der Galle, Gallensteine 30 Leber- und Bauspeicheldrüsenerkrankungen 31 Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür 32 Gastritis oder Zwölffingerdarmreizung 33 Dickdarmreizung, Colitis 34 andere Krankheiten des Verdauungssystems Geschlechts- und Harnwegserkrankungen 35 Harnwegserkrankungen 36 Nierenleiden 37 Krankheit der Geschlechtsorgane (z.B. Eileiterinfektion bei Frauen oder Prostatainfektion bei Männern) 38 andere Geschlechts- oder Harnwegserkrankungen JA eigene Diagnose Diagnose vom Arzt Hautkrankheiten 39 allergischer Hautausschlag, Ekzeme 40 anderer Hautausschlag 41 andere Hautinfektion Tumore 42 gutartiger Tumor 43 bösartiger Tumor (Krebs) Hormon- und Stoffwechsel-Erkrankungen 44 Übergewicht (siehe BMI) 45 Diabetes (Blutzuckererkrankung) 46 Kropf oder Schilddrüsenerkrankungen 47 andere Hormon- und Stoffwechselerkrankung Blutkrankheiten 48 Anämie 49 andere Blutkrankheiten Geburtsfehler 50 Geburtsfehler Andere Leiden oder Krankheiten 51 ............................................................................. A 1 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 103 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXIV w4) Geschätzte Beeinträchtigung der Arbeitsleistung durch die Krankheiten Behindert Sie derzeit eine Erkrankungen oder Verletzung bei der Ausübung Ihrer Arbeit? Falls nötig, kreuzen Sie bitte mehr als eine Antwortmöglichkeit an. Keine Beeinträchtigung / Ich habe keine Erkrankung. ............................................... Ich kann meine Arbeit ausführen, aber sie verursacht mir Beschwerden. ................. Ich bin manchmal gezwungen, langsamer zu arbeiten oder meine Arbeitsmethoden zu ändern. ................................................................... Ich bin oft gezwungen, langsamer zu arbeiten oder meine Arbeitsmethoden zu ändern. ................................................................... Wegen meiner Krankheit bin ich nur in der Lage, Teilzeitarbeit zu verrichten. ....... Meiner Meinung nach bin ich völlig arbeitsunfähig. ................................................. w5) Krankenstand im vergangenen Jahr (in den letzten 12 Monate) Wie viele ganze Tage blieben Sie auf Grund eines gesundheitlichen Problems (Krankheit, Gesundheitsvorsorge oder Untersuchung) im letzten Jahr (12 Monate) der Arbeit fern? überhaupt keinen ......................................................................... höchstens 9 Tage ........................................................................ 10 - 24 Tage ................................................................................ 25 - 99 Tage ................................................................................ 100 - 365 Tage ............................................................................ w6) Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit in zwei Jahren Glauben Sie, dass Sie, ausgehend von Ihrem jetzigen Gesundheitszustand, Ihre derzeitige Arbeit auch in den nächsten zwei Jahren ausüben können? unwahrscheinlich ......................................................................... nicht sicher .................................................................................. ziemlich sicher ............................................................................. w7) Seelische, geistige Leistungsreserven Haben Sie in der letzten Zeit Ihre täglichen Aufgaben mit Freude erledigt? häufig ........................................................................................... eher häufig ................................................................................... manchmal .................................................................................... eher selten ................................................................................... niemals ........................................................................................ Anhang 104 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXV Waren Sie in letzter Zeit aktiv und rege? häufig ........................................................................................... eher häufig ................................................................................... manchmal .................................................................................... eher selten ................................................................................... niemals ........................................................................................ Waren Sie in der letzten Zeit zuversichtlich, was die Zukunft betrifft? häufig ........................................................................................... eher häufig ................................................................................... manchmal .................................................................................... eher selten ................................................................................... niemals ........................................................................................ 28) Können Sie sich vorstellen, bis zum regulären Pensions-/Rentenalter Ihren derzeitigen Beruf auszuüben? JA, kann und will NEIN, kann nicht Weiß nicht NEIN, will nicht 29) Was muss erfüllt sein, dass Sie bis zum regulären Pensions-/Rentenalter gerne und gesund arbeiten können? Mehrfachantworten sind möglich. o Unternehmens- und Arbeitsbedingungen sollen so bleiben wie bisher o Verminderung körperlicher Arbeitsbelastungen, wie z.B. ........................................................ o Verminderung seelischer Arbeitsbelastungen, wie z.B. ............................................................ o Mehr inhaltliche Herausforderungen bei der Arbeit o Bessere Arbeitsmöglichkeiten nach Erkrankung/bei körperlicher Beeinträchtigung o Bessere Führung o Höhere Entlohnung o Mehr betriebliche Weiterbildungsmöglichkeiten o Andere Arbeitszeiten wie ............................................................................................. o Bessere betriebliche Gesundheitsversorgung o Anderes: ....................................................................................................................... Vielen Dank Sie erhalten jetzt sofort eine erste persönliche Rückmeldung. Die anonymisierte Gesamtauswertung wird dem Team vorgetragen. Ihre Gesundheits-/Arbeitsbewältigungsberaterin Maria Schraud A 1 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 105 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXVI Code: ................................ Arbeitsbewältigungs-Coaching Erreichte Punkte im Jahr .... .... .... w1. Derzeitige Arbeitsfähigkeit (AF) - siehe FB w2. Derzeitige Bewältigung der Anforderungen Entsprechend w0-Frage-Beantwortung; o geistig tätig ... (Punkt x 0,5)+(Punkt x 1,5) = o körperlich tätig ... (Punkt x 1,5)+(Punkt x 0,5) = o in gleichen Maße ... Punkt+Punkt = w3. Aktuelle, vom Arzt diagnostizierte Krankheiten 0 Krankheiten = 7 Punkte 1 Krankheit = 5 Punkte 2 Krankheiten = 4 Punkte 3 Krankheiten = 3 Punkte 4 Krankheiten = 2 Punkte 5+ Krankheiten = 1 Punkt w4. Geschätzte Beeinträchtigung durch die Krankheit(en) siehe angekreuzter Punkt – bei Mehrfachnennung der niedrigste Wert w5. Krankenstandstage siehe angekreuzter Punkt w6. Eigene AF in den nächsten zwei Jahren siehe angekreuzter Punkt w7. Psychische Leistungsreserven Summe 0 – 3 = 1 Punkt Summe 4 – 6 = 2 Punkte Summe 7 – 9 = 3 Punkte Summe 10-12= 4 Punkte Punkte insgesamt = Arbeitsbewältigungs-Index Einstufung und Empfehlung: Arbeitsbewältigungs-Konstellation Schutz- und Förderziel 44 - 49 1. Sehr gut 2. Gut Arbeitsbewältigung erhalten 4. Schlecht 37 - 43 2. Gut Arbeitsbewältigung unterstützen 28 - 36 3. Mäßig Arbeitsbewältigung verbessern 07 - 27 4. Kritisch Arbeitsbewältigung wiederherstellen Bemerkungen zum IST-Stand: Anhang 106 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXVII Code: ................................ Arbeitsbewältigungs-Coaching Erreichte Punkte im Jahr .... .... .... w1. Derzeitige Arbeitsfähigkeit (AF) - siehe FB w2. Derzeitige Bewältigung der Anforderungen w3. Aktuelle, vom Arzt diagnostizierte Krankheiten w4. Geschätzte Beeinträchtigung durch die Krankheit(en) w5. Krankenstandstage w6. Eigene AF in den nächsten zwei Jahren w7. Psychische Leistungsreserven Punkte insgesamt = Arbeitsbewältigungs–Index Einstufung und Empfehlung: Arbeitsbewältigungs-Konstellation Schutz- und Förderziel 44 - 49 1. Sehr gut 2. Gut Arbeitsbewältigung erhalten 4. Schlecht 37 - 43 2. Gut Arbeitsbewältigung unterstützen 28 - 36 3. Mäßig Arbeitsbewältigung verbessern 07 - 27 4. Kritisch Arbeitsbewältigung wiederherstellen Bemerkungen zum IST-Stand: A 1 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 107 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXVIII Jahr: .......... Arbeitsbewältigungs-Coaching Code: ................................ Das Förderziel: Arbeitsbedingungen Führung und Arbeitsorganisation Entwicklungsmöglichkeiten Gesundheit Jahr: .......... Arbeitsbewältigungs-Coaching Code: ................................ Anhang 108 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXIX Das Förderziel: Arbeitsbedingungen Führung und Arbeitsorganisation Entwicklungsmöglichkeiten Gesundheit A 1 ABI Fragebogen und Auswertungsblätter 2012 109 Kodieranleitung zu ABI Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXX A 2 Kodieranleitung zu ABI Kodieranleitung für die Auswertung der Förderthemen des erstellt von Martin Helfer & Mag. Brigitta Gruber Dezember 2009 A 2 Anhang 110 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXI Inhalt Förderfeld: Individuelle / Persönliche Gesundheit 3 Förderfeld: Arbeitsbedingungen 6 Förderfeld: Kompetenz und persönliche wie berufliche Entwicklung 8 Förderfeld: Führungs‐ und Arbeitsorganisation 10 Literaturverzeichnis 12 A 2 Kodieranleitung zu ABI 111 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXII Förderfeld: Individuelle / Persönliche Gesundheit Beschreibung: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ (Verfassung der WHO, 1947: 1) Die funktionellen Kapazitäten, die mit persönlicher Gesundheitsförderung gestärkt werden sollen, sind nach Ilmarinen „die Gesamtheit aus physischen,(…) psychischer und sozialen Leistungsfähigkeit.“ (Geiß‐ ler‐Gruber & Frevel, 2009: 12) Subkategorien auf einen Blick: Bewegung – Ernährung – Entspannung – Gesundheitsgerechtes Arbeiten – Lebensbalance ‐ Untersuchung und –behandlung – Sonstiges Subkategorie Definition/Kodierregel Ankerbeispiele Bewegung Gesundheitsförderliche körperliche Aktivitäten, die in der Freizeit oder z.T. in der Arbeitszeit ausgeübt werden. Dies kann vom Betrieb angeboten sein. Es dient dem Ausgleich und der Stärkung physischer Kapazitäten allgemein. Im Vordergrund steht hier: − Stärkung oder Regeneration körperlicher Kapa‐ zitäten allgemein − körperliches Wohlbefinden durch sportliche Aktivitäten − Freizeiterlebnis. Abgrenzung zu gesundheitsgerechtem Arbeiten: Wenn körperliche Ausgleichsübungen (Pausenübun‐ gen, Rückenschule etc.) mit dem Ziel Gesundheits‐ schonung beim Arbeiten verbunden sind, dann ist es als „gesundheitsgerechtes Arbeiten“ zu verschlag‐ worten. Sonderfall 1: Manchmal ist der Vorsatz „Gewichtsregulation“ kombiniert mit Bewegungsabsichten, dann unter ‚Bewegung’ verschlagworten. Sollte dieser Vorsatz mit Bewegungsabsichten und Ernährung kombiniert sein, liegt die Priorisierung im Ermessen der Berate‐ rin/des Beraters. Sonderfall 2: Werden körperliche Aktivitäten überwiegend als kurative Maßnahme ausgeführt, ist dies unter Ge‐ sundheitsuntersuchung und –behandlung zu ver‐ schlagworten. Fehlt diese Bedeutung, dann ist die Aussage unter Bewegung einzuordnen. persönlich:1 − sportlichen Ausgleich durch z.B. Radfahren, Schwimmen, Bergsteigen,… − Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. betrieblich:2 − Zuschüsse für sportliche Aktivitäten (z.B. Fitnessstudio, Schwimmbadeintritt) − Teilnahme an einem bewegungsorientierten betrieblichen Gesundheitsangebot − Einrichtung eines betrieblichen Gesundheits‐ angebots: Rückengymnastik 1 Antwort auf die ab‐c Frage: „Was können Sie für sich tun?“ 2 Antwort auf die ab‐c Frage: „Was kann der Betrieb für Sie tun?“ HINWEIS: Diese Kodieranleitung basiert auf der Haltung, dass unsere GesprächspartnerInnen die Zuteilung ihrer Förder‐ themen zu den Handlungsfeldern selbst vornehmen und nicht die BeraterInnen. So könnte es sich beispielsweise ergeben, dass der Vorsatz „ein gutes Verhältnis zu den Kollegen pflegen“ von der Gesprächspartnerin/dem Gesprächspartner bei persönlicher Gesundheit genannt wird und nicht, wie man annehmen möchte, bei Führung. Als Voraussetzung für die Durchführung des ab‐c, ist es unbedingt notwendig als Einleitung den Gesprächspart‐ nerInnen die vier Handlungsfelder mit den 2 zentralen Fragen [siehe Fußnote 1 und 2] vorzustellen. Anhang 112 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXIII Ernährung „Unter Ernährung ist nicht nur ein auf die Nahrungs‐ aufnahme gerichtetes Verhalten zu verstehen das den physiologischen Bedarf optimal decken soll,“ (Dorsch, 2009: 283) auch sollte auf deren Ausgewo‐ genheit geachtet werden, da sie eine Quelle des physischen, psychischen und sozialen Wohlbefin‐ dens darstellt. Sonderfall: Manchmal ist der Vorsatz „Gewichtsregulation“ kombiniert mit Ernährungsumstellung etc., dann unter ‚Ernährung’ verschlagworten. Sollte dieser Vorsatz mit Bewegungsabsichten und Ernährung kombiniert sein, liegt die Verschlagwortung im Er‐ messen der Beraterin/des Beraters. persönlich: − Erstellen eines Ernährungsplanes. − Gewichtsabnahme durch gesündere Ernäh‐ rung. betrieblich: − In der Kantine ausgewogenere Mahlzeiten anbieten. − Obsttag im Betrieb einführen oder weiterfüh‐ ren Entspannung „Psychophysiologischer Zustand, der sich im Gegen‐ satz zur Erregung oder Belastung durch Wohlbefin‐ den, positive Grundstimmung, Abklingen des Muskeltonus (…) kennzeichnen lässt.“ (Fröhlich, 2008: 167) Entspannung bedeutet Reduktion von Anspan‐ nung/Erregung und findet hier ausschließlich in der Freizeit statt. Abgrenzung zu Lebensbalance: Entspannung hat eher mit Techniken und Verhal‐ tensweisen zu tun, die aus der psychophysiologi‐ schen Anspannung/Erregung herausführen. Lebens‐ balance hat eher mit der (zeitlichen) Vereinbarkeit von beruflichen und außerberuflichen Lebensbe‐ dürfnissen zu tun. Abgrenzung zu gesundheitsgerechtem Arbeiten: Entspannung während der Arbeit, um den nächsten Arbeitsschritt wieder setzen zu können, werden gesundheitsgerechtem Arbeiten zugeordnet. „Einrichtung eines Erholungsraumes und einer Du‐ sche” Nicht unter Entspannung verschlagworten, da es sich auf die Arbeit bezieht und daher gesund‐ heitsgerechtem Arbeiten zuzuordnen ist. Arbeitspausen werden nicht zur Freizeit gezählt und sind daher nicht unter Entspannung zu verschlag‐ worten. persönlich: − Wellness, Sauna,… − Yoga − autogenes Training − Biofeedback − Meditationsübung betrieblich: − Bildung einer betrieblichen Yoga‐Gruppe (die Yoga‐Übungen finden allerdings nur in der Freizeit statt!) gesundheits‐ gerechtes Arbeiten Bezieht sich auf die Vermeidung von potentiellen gesundheitlichen Risikofaktoren der Arbeitstätigkeit (in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht) und schlägt sich auf individueller Ebene in folgenden Bereichen nieder: − Arbeitsweisen − Arbeitshaltungen (ergonomisch) − Einstellungen zur Arbeit − Umgang mit KollegInnen und Vorgesetzten. persönlich: − regelmäßige Pausen während der Arbeit einhalten/nehmen − schwere Gegenstände nicht alleine Heben bzw. Einsatz von Hebe‐ und Transporthilfen − Anwendung von Techniken und/oder Hilfsmit‐ teln zum rückenschonenden Arbeiten − auf Sicherheit achten − sich die Arbeit nicht zu sehr zu Herzen gehen lassen − sich nicht selbst überfordern − Verhältnis zu KollegInnen pflegen und/oder intensivieren A 2 Kodieranleitung zu ABI 113 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXIV Fortsetzung: gesundheits‐ gerechtes Arbeiten Sonderfall 1: Ist der Wunsch nach Änderung der Arbeitszeit u./od. des Arbeitszeitmodells auf die Vermeidung einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zurückzuführen, dann unter gesundheitsgerechtem Arbeiten ver‐ schlagworten. Ansonsten ist in diesem Fall auch eine Zuordnung zu Lebensbalance denkbar. Sonderfall 2: „Sich selbst weniger unter Druck setzen“ ist der Lebensbalance zuzuordnen, insofern diese Eigen‐ schaft nicht nur arbeitsbezogen ist. Sollte dieser Vorsatz rein arbeitsbezogen sein, wird er unter gesundheitsgerechtem Arbeiten verschlagwortet. betrieblich: − betriebliche Angebote zum Erlernen/Einüben rückenschonender Arbeitsweisen − Schulung der Mitarbeiter zur Risikoabschät‐ zung am Arbeitsplatz − ergonomische Stühle anschaffen − individuelle Pausen während der Arbeit er‐ möglichen/zulassen − betriebliche Berücksichtigung von Gesund‐ heitsbedürfnissen − kompetenter Betriebsarzt Lebensbalance „Verhältnis der Hauptlebenssphären, des Berufs‐ und Privatlebens (das auch die unbezahlte Arbeit in Haushalt und Familie umfasst). (…) Als gelungen gilt eine Form der Lebensgestaltung, bei der das Ver‐ hältnis von Berufs‐ und Privatleben ausgeglichen bzw. ausbalanciert ist. “ (Hoff et al., S.196f.) Sonderfall 1: „Sich selbst weniger unter Druck setzen“ ist der Lebensbalance zuzuordnen, insofern diese Eigen‐ schaft nicht nur arbeitsbezogen ist. Sollte dieser Vorsatz rein arbeitsbezogen sein, wird er unter gesundheitsgerechtem Arbeiten verschlagwortet. Sonderfall 2: Wird die Arbeitszeit mit Bezugnahme auf das Privat‐ und Familienleben genannt, wird dieser Vorsatz unter Lebensbalance verschlagwortet. persönlich: − sich mit Freunden Treffen − mit der Familie etwas unternehmen − eine Auszeit für sich selbst nehmen − sich in einem Verein engagieren − beruflicher Ausstieg, um Buch zu schreiben betrieblich: − Urlaub mit der Familie − familienfreundliche Arbeitszeiten Untersuchung und Behand‐ lung „Vorsorgeuntersuchungen: der Verhütung und Früherkennung von Krankheiten dienende Untersu‐ chungen, die Maßnahmen gegen Krankheitserreger und –ursachen, Erkrankungen und Krankheitsver‐ schlimmerungen einleiten.“ (Pschyrembel, 1998: 1675) Mögliches Resultat einer Gesundheitsuntersu‐ chung ist eine Gesundheitsbehandlung. Weiters fallen darunter rehabilitative oder arbeitsbegleiten‐ de Untersuchungen und insbesondere Behandlun‐ gen ohne die ein Arbeiten nur schwer/ggf. unter Schmerzen möglich wäre. Sonderfall: Werden körperliche Aktivitäten überwiegend als kurative Maßnahme ausgeführt, ist dies unter Ge‐ sundheitsuntersuchung und –behandlung zu ver‐ schlagworten. Fehlt diese Bedeutung, dann ist die Aussage unter Bewegung einzuordnen. persönlich: − regelmäßig Gesundenuntersuchung in An‐ spruch nehmen − Kur beantragen − Selbstkontrolle der gesunden Werte − Massagen fortführen − Physiotherapie beginnen/fortsetzen − Kurübungen wieder aufnehmen oder fortfüh‐ ren betrieblich: − anerkennendes Klima, das gesundheitsför‐ dernde Maßnahmen stützt (z.B. Operation, Kur) − Zeitplanung für Operationen Sonstiges − Rauchen aufhören Anhang 114 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXV Förderfeld: Arbeitsbedingungen Beschreibung: Arbeitsbedingungen beziehen sich auf Rahmenbedingungen, die Einfluss auf Ausführung der Aufgaben und auf die Beschäftigung haben. Subkategorien auf einen Blick: Arbeitsaufgabe – Arbeitsmittel – Arbeitsplatz – Arbeitsmenge – Arbeitsstoffe – Arbeitsumgebung ‐ Ar‐ beitszeit – Information und Mitsprache ‐ Sonstiges Subkategorie Definition/Kodierregel Ankerbeispiele Arbeitsaufgabe „Die Ziele der Arbeit und die Vorgehensweisen wer‐ den unter dem Oberbegriff Arbeitsaufgabe zusam‐ mengefasst.“ (Fröhlich, 2008: 71) Sonderfall: Wenn Arbeitsaufgaben im Hinblick auf Arbeitskapazi‐ täten thematisiert werden, dann unter Arbeitsmenge verschlagworten. Beispiel: „Derzeit immer öfter Zusatzarbeiten wie Fensterreinigung.“ persönlich: − Vorsprache bei Vorgesetztem, um abwechs‐ lungsreichere Aufgabe anvertraut zu be‐ kommen betrieblich: − Tätigkeitswechsel, job rotation, etc. ermögli‐ chen − klare Zielvorgaben − Wahl‐ und Gestaltungsmöglichkeit der Vor‐ gehensweise zum Erledigen der Aufgabe − abwechslungsreichere Aufgaben ermögli‐ chen Arbeitsmenge "Arbeitsaufwand, der mit der Durchführung eines Vorganges, Arbeitspaketes oder Projektes verbun‐ den ist" (DIN 69902) im Verhältnis zu den zur Verfü‐ gung stehenden Arbeitskapazitäten. Sonderfall: Wenn Arbeitsaufgaben im Hinblick auf Arbeitskapazi‐ täten thematisiert werden, dann unter Arbeitsmenge verschlagworten. Beispiel: „Derzeit immer öfter Zusatzarbeiten wie Fensterreinigung.“ persönlich: − zeitgleiches Verrichten mehrerer Arbeiten vermeiden betrieblich: − Auf Zeitdruck mit Personalaufstockung rea‐ gieren. − „Arbeitsstau“ durch arbeitsangepasste Dienstplanung verhindern. − Mehr Zeit für Gespräche mit Klienten ein‐ räumen. − Auf Anforderungs‐ und Intensitätssteigerun‐ gen der Arbeit reagieren. Arbeitsmittel „Unter Arbeitsmitteln werden alle betrieblichen Gegenstände verstanden, die die [bzw. der] Arbei‐ tende zur Ausführung ihrer [seiner] Arbeitsaufgabe benutzt.“ (RHIA/VERA, 1993: 34) Sie sind für Erreichung des Arbeitsziels erforderlich (technische Gerätschaften, Fahrzeuge, Ausrüstung) oder hilfreich für gute bzw. auch gesundheitsgerech‐ te Ausführung. Sonderfall: Arbeitsmittel dienen ausschließlich der Erreichung des Arbeitsziels und sind mit „Arbeitsmittel“ zu ver‐ schlagworten. Mittel und Maßnahmen, die zur Ver‐ minderung von Umgebungsbelastungen beitragen wie z.B. Gehörschutz, Absauganlage etc. sind nicht den „Arbeitsmittel“, sondern der „Arbeitsumge‐ bung“ zuzuordnen. persönlich: − Verwendung von persönlicher Schutzausrüs‐ tung betrieblich: − Anschaffung neuer PC‐Software − Anschaffung neuer Hebevorrichtungen − neue Arbeitskleidung Arbeitsplatz „Räumliche[r] Bereich im Arbeitssystem, in dem die Arbeitsaufgabe erfüllt wird.“ (Luczak & Schlick, 2007: 175) Darunter fallen Immobilien und Räume, sowie der „Arbeitsplatz im engeren Sinne“ (Schreibtisch). persönlich: − Schreibtisch „ausmisten“ (Vorsatz) betrieblich: − Einrichtung des Büros mitgestalten können (z.B. Pflanzen, Bilder, etc.) − Anschaffung ergonomischer Stühle − größere Räume Arbeitsstoffe „Arbeitsstoffe sind alle Stoffe, Zubereitungen (Mi‐ schungen) und biologische Agenzien, die bei der Arbeit verwendet werden.“ (ASchG, 2006: 4) A 2 Kodieranleitung zu ABI 115 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXVI Arbeits‐ umgebung Physikalische Umgebungseinflüsse: „Lärm, Klima, Beleuchtung, Luftverunreinigungen (Gefahrstoffe).“ (Rentzsch, 1997: 1056) Abgrenzung zu Arbeitsmittel: Arbeitsmittel dienen ausschließlich der Erreichung des Arbeitsziels und sind mit „Arbeitsmittel“ zu ver‐ schlagworten. Mittel und Maßnahmen, die zur Ver‐ minderung von Umgebungsbelastungen beitragen wie z.B. Gehörschutz, Absauganlage etc. sind nicht den „Arbeitsmittel“, sondern der „Arbeitsumge‐ bung“ zuzuordnen. Soziale Einflüsse, wie das Arbeitsteam, werden hier nicht subsumiert. betrieblich: − mehr Fenster in der Werkshalle, bessere Beleuchtung − Zugluft im Büro vermeiden − besseres Belüftungssystem oder bessere Absauganlage Arbeitszeit Arbeitszeit bezieht sich auf die tägliche Arbeit, sowie die Beschäftigung insgesamt und umfasst äußere Merkmale wie: − Beginn‐ und Endzeitpunkt, − Länge, Dauer und Lage des Dienstes, − Dienstplanung − Arbeitszeitmodelle, sowie innere Merkmale wie: − Arbeitspausen. Sonderfall: Wenn Arbeitszeit im Hinblick auf Arbeitskapazitäten thematisiert wird, dann unter Arbeitsmenge ver‐ schlagworten. Beispiel: „Zeitdruck nimmt zu.“ persönlich: − Ansuchen um Altersteilzeit, Reduktion der Stundenanzahl auf 75%, … − Ruhepausen einhalten betrieblich: − Klarheit über Verrechnung der Arbeitszeit − flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen − geregelte Arbeitszeiten − Wünsche in die Dienstplanung aufnehmen − weniger Überstunden Information und Mitspra‐ che „Partizipation bezeichnet jede Form der direkten oder delegativen Beteiligung an (aufgrund der herr‐ schenden Machtverhältnisse) einseitig dominierten Entscheidungsprozessen mit dem Ziel, die eigenen Interessen zur Geltung zu bringen.“ (Kißler, 1997: 763) Es handelt sich um keine Mitsprache, wenn lediglich ein konkreter Änderungswunsch an zuständiger Stelle vorgebracht wird ohne, dass die Person allge‐ mein an Gestaltungsprozessen beteiligt werden möchte. Informationsfluss sowohl auf vertikaler als auch horizontaler Hierarchieebene ist Voraussetzung für Mitsprache. persönlich: − Foren zur Meinungsäußerung nutzen betrieblich: − Teilnahme an Teambesprechungen ermögli‐ chen − bessere Informationsweitergabe − Entscheidungsspielräume geben − Einbeziehung bei Neuanschaffungen Sonstiges − Forderung nach höherer Entlohnung − Wunsch nach gesellschaftlicher Anerken‐ nung der eigenen Berufsgruppe − soziale Umgebung/Kollegen Fortsetzung Förderfeld: Arbeitsbedingungen Anhang 116 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXVII Förderfeld: Kompetenz und persönliche wie berufliche Entwicklung Beschreibung: „Unter Kompetenzen versteht man im allgemeinen Sinne Wissen, Fähigkeiten, Motivation, Interesse, Fertigkeiten, Verhaltensweisen und andere Merkmale, die im Zusammenhang mit den Anforderungen einer bestimmten Arbeitsaufgabe stehen“ (Schmidt‐Rathjens, 2007: 593) und darüber hinaus stellen sie die Grundlage/Möglichkeit für Tätigkeitswechsel, Berufsverläufe/Karrieren und im allgemeinen für Be‐ schäftigungsfähigkeit dar. Subkategorien auf einen Blick: (betriebliche) Weiterbildung – Einsatz des Erfahrungswissens – Fachausbildung – Karrieremöglichkeiten – Persönlichkeitsentwicklung – Trainings zur professionellen Gesundheitskompetenz – Sonstiges Subkategorie Definition/Kodierregel Ankerbeispiele (betriebliche) Weiterbildung „Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach der Erstausbildung in einem institutio‐ nellen Rahmen (z.B. einer Volkshochschule oder im Rahmen von Personalentwicklung“ (Dorsch, 2009: 1088) und von Training on the Job. Die Weiterbildung wird gegebenenfalls betrieblich organisiert und hat unmittelbar oder mittelbar mit der Arbeit zu tun. Ziel der Weiterbildung ist die Förderung von skills bzw. Fertigkeiten. persönlich: − das Weiterbildungsangebot mehr in Anspruch nehmen − Besuch von Rhetorikkurs, Sprachkurs, Füh‐ rungskräfteschulung,… betrieblich: − Wünsche nach speziellen Angeboten und ReferentInnen berücksichtigen − in der Planung des Weiterbildungsangebots auf terminliche Wünsche eingehen − Weiterbildungen werden als Arbeitszeit ver‐ rechnet − Führungskräfteentwicklungsseminar besuchen Einsatz des Erfahrungs‐ wissens „Das Erfahrungswissen besteht (…) aus • explizitem praktischen Wissen, (…) • explizitem theoretischen Wissen, wie technischem Wissen, (…) Prozesswissen, Maßnahmenwissen usw., und es schließt das • implizite Wissen über Wirkzusammenhänge, funk‐ tionale Abhängigkeiten usw. mit ein.“ (H.‐E. Plath, 2002: 518) Hierbei geht es um den Wunsch der Person, dass ihr Erfahrungswissen erkannt, anerkannt und eingebun‐ den wird. persönlich: − bei Problemen erfahrene KollegInnen um Hilfe bitten betrieblich: − Weitergabe des Wissens von erfahrenen MitarbeiterInnen − bei der Planung von neuen Projekten ältere MitarbeiterInnen miteinbeziehen − Nachfolge regeln und Wissenstransfer an Nachfolger ermöglichen Fachaus‐ bildung Qualifizierungsangebot zum Erlernen eines Berufes. Sonderfall: Wenn der Wunsch zum Erlernen eines Berufes mit Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung verknüpft ist, dann dennoch unter Fachausbildung verschlag‐ worten. persönlich: − Informieren über angebotene Fachausbildun‐ gen − Meisterprüfung machen betrieblich: − finanzielle Unterstützung für Fachausbildun‐ gen gewähren − Lehrlingsausbildung im Betrieb verbessern Karriere‐ möglichkeiten Vorhandensein von Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung oder zu horizontalen Berufsver‐ läufen mit Aufgaben‐ und Tätigkeitswechsel. Dieser berufliche Aufstieg oder Umstieg ist mit der Beklei‐ dung eines neuen Postens verbunden. Weiterbildung und Fachausbildung können Voraus‐ setzung für Karriere sein, sind aber an keinen Posten gebunden. Eine erfolgreiche Laufbahn kann etwa auch heißen neben dem Beruf genug Zeit für die Familie zu haben. Daher übernehmen wir auch hier die Realisierung(swünsche) von Beschäftigungsan‐ passungen im Sinne der Lebensbalance und des Berufswechsel ebenfalls in diese Rubrik. Sonderfall: Den Wunsch zum Erlernen eines anderen Berufes unter Fachausbildung verschlagworten. persönlich: − sich bei Vorgesetzten über innerbetriebliche Karrieremöglichkeiten erkundigen − Berufsorientierungsberatung in Anspruch nehmen betrieblich: − Abteilungswechsel ermöglichen − Angebot einer innerbetrieblichen Laufbahn‐ planung − Wiedereingliederungsprogramme nach Krankheit anbieten A 2 Kodieranleitung zu ABI 117 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXVIII Persönlickeits‐ entwicklung Positive Wirkung der Arbeit auf (relativ stabile) Per‐ sönlichkeitsmerkmale wie z.B.: Selbstvertrauen, intellektuelle Flexibilität, Moralbewusstsein, soziale Kompetenz, Kooperationsbereitschaft, Einstellungen und Werteorientierungen,…. Weiter nehmen wir außerberufliche Entwicklungen und Aneignung von vorerst außerhalb des Aufgaben‐ feldes liegende Kompetenzen mit kurz‐ oder mittel‐ fristiger Wirkung auf die Beschäftigungsfähigkeit und die Bedürfnisbefriedigung der Person hier mit auf. Hier geht es also nicht um die Förderung von skills bzw. Fertigkeiten (z.B. rhetorische Fähigkeiten, Füh‐ rungswissen,…), sondern um stabile Eigenschaf‐ ten/Einstellungen eines Menschen! Sonderfall 1: Wenn der Wunsch zum Erlernen eines Berufes mit Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung verknüpft ist, dann dennoch unter Fachausbildung verschlag‐ worten. Sonderfall 2: Trainings, bei denen arbeits‐/gesundheitsförderliche Komponenten im Vordergrund stehen, unter Trai‐ nings zur professionellen Gesundheitskompetenz verschlagworten. Gleichwohl kann natürlich eine persönlichkeitsförderliche Wirkung der Trainings bestehen, wie dies z.B. bei Seminaren zum besseren Umgang mit Ärger oder zum Ärgerabbau der Fall ist. persönlich: − Teilnahme an einem Seminar zur Steigerung der moralischen Urteilskompetenz − Inanspruchnahme eines Coachings betrieblich: − Kurse zu „gender mainstreaming“ oder „diver‐ sity management“ anbieten − Organisation und Durchführung der Wande‐ rung auf dem Jakobweg − Ausübung der Väterkarenz Trainings zur professionellen Gesundheits‐ kompetenz Gesundheitskompetenz beschreibt „die Fähigkeit des Einzelnen, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken − zu Hause, am Arbeitsplatz, im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft ganz allgemein.“ ( Kickbusch, 2006: 10) Sonderfall : Trainings, bei denen arbeits‐/gesundheitsförderliche Komponenten im Vordergrund stehen, unter Trai‐ nings zur professionellen Gesundheitskompetenz verschlagworten. Gleichwohl kann natürlich eine persönlichkeitsförderliche Wirkung der Trainings bestehen. persönlich: − Rückenschule besuchen − Inhalte aus Training, in der Arbeit anwenden betrieblich: − Erste Hilfe Kurs im Betrieb anbieten − schonendes Arbeiten ermöglichen (z.B. durch Bereitstellung von Hebevorrichtungen) Sonstiges Fortsetzung Förderf.: Kompetenz und persönliche wie berufliche Entwicklung Anhang 118 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XXXIX Förderfeld: Führungs‐ und Arbeitsorganisation Beschreibung: „Führung ist ein Sammelbegriff für alle Interaktionsprozesse, in denen eine absichtliche soziale Einfluss‐ nahme von Personen auf andere Personen zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben im Kontext einer struk‐ turierten Arbeitssituation zu Grunde liegt.“ (Wegge & Rosenstiel, 2007: 348) Hier kommen auch Hinwei‐ se zur Arbeitsorganisation. „Der Gestaltungsbereich der Arbeitsorganisation umfasst: Aufgabenvertei‐ lung, Entscheidungsstruktur, Kooperationsbeziehungen, zeitliche Abläufe und räumliche Aufteilung im Betrieb.“ (Martin, 1994: 291) Subkategorien auf einen Blick: Arbeitsabläufe – Arbeitsaufgabe – Betriebsklima – Information – Kollegialität – Mitsprache – Vorgesetzten‐Mitarbeiter‐Beziehung – Sonstiges Subkategorie Definition/Kodierregel Ankerbeispiele Arbeitsabläufe Eine vorbestimmte Folge von Operationen zum Erreichen eines Zieles. Wesentliche Merkmale von Arbeitsabläufen sind: − der technisch‐informatorisch‐prozesshafte Cha‐ rakter der Operationen, − Vernetzung (mehrerer Stationen/Arbeitsschritte) und − Organisation. persönlich: − Termindruck durch bessere Planung / Selbst‐ organisation vermeiden − bessere Absprache mit den Vorgesetzten betrieblich: − Reibungsverluste an Schnittstellen zwischen den Abteilungen vermeiden − Verbesserung der strukturellen Zusammenar‐ beit − Freiheiten in der Arbeitsorganisation gewäh‐ ren Arbeitsaufgabe „Die Ziele der Arbeit und die Vorgehensweisen wer‐ den unter dem Oberbegriff Arbeitsaufgabe zusam‐ mengefaßt.“ (Fröhlich, 2008: 71) Das Ziel der Arbeit ist die Arbeitsaufgabe, die einzel‐ nen Schritte zur Erreichung werden in den Arbeits‐ abläufen beschrieben. persönlich: − Vorsprache bei Vorgesetztem, um abwechs‐ lungsreichere Aufgabe anvertraut zu be‐ kommen betrieblich: − selbstständiges Arbeiten ermöglichen − klare Zielvorgaben − Wahl‐ und Gestaltungsmöglichkeit der Vor‐ gehensweise zum Erledigen der Aufgabe Betriebsklima „Betriebsklima ist die subjektiv erlebte und wahrge‐ nommene längerfristige Qualität des Zusammenwir‐ kens, der Zusammenarbeit der Beschäftigten eines Wirtschafts‐ oder Verwaltungsbetriebes.“ (Projekt EIBE) Abgrenzung zu Kollegialität und zur Vorgesetzten‐ Mitarbeiter‐Beziehung: Das Betriebsklima bezieht sich auf das Zusammen‐ wirken aller Akteure in der Organisation. Betriebsklima unterscheidet sich von Kollegialität und Vorgesetzten‐Mitarbeiter‐Beziehung durch die umfassendere Bedeutung. Werden in einem Vorsatz sowohl Aussagen getätigt, die Kollegialität und der Vorgesetzten‐Mitarbeiter‐Beziehung zugeordnet werden können, dann unter Betriebsklima verschlagworten. persönlich: − bei betrieblichen Gemeinschaftsaktionen mitmachen − Wertschätzung der unterschiedlichen Kompe‐ tenzen und Leistungen der einzelnen Professi‐ onen im Betrieb betrieblich: − Zusammenarbeit und Kommunikation zwi‐ schen den Abteilungen fördern − generelle Offenheit für Innovationen − einen Rahmen für regelmäßige Besprechungen zwischen den Abteilungen geben − Betrieb spendiert an Geburtstagen eine Jause für die MitarbeiterInnen A 2 Kodieranleitung zu ABI 119 Arbeitsfähig durch Achtsamkeit – Entwicklung eines Trainingsmanuals zur Senkung der psychischen Belastung in Gesundheitsberufen XL Information Sie ist Voraussetzung für die reibungslosen Ausfüh‐ rung von Arbeitsabläufen und Mitwirkung im Be‐ trieb. Es werden verschiedene Ebenen der Information unterschieden: − Information über Arbeitsabläufe und –prozesse − Informationen über Neuerungen (technisch, orga‐ nisatorisch, personalpolitisch,…) − Informationen über Entscheidungsprozesse (Transparenz) − strategische Informationen (inner‐ und außerbe‐ trieblich) − Information über „ungeschriebene Regeln“ der Unternehmenskultur persönlich: − keine Informationen zurückhalten betrieblich: − Transparentmachen der Informationsflüsse − Verbesserung der Informationsweitergabe zwischen verschiedenen Berufsgruppen − regelmäßige E‐Mails an alle MitarbeiterInnen versenden − alle Filialen auf demselben Informationsstand halten Kollegialität Diese beschreibt die Qualität der Beziehung zwi‐ schen MitarbeiterInnen der selben Hierarchieebene und ist gekennzeichnet durch: − Umgang − Einstellung − zwischenmenschliches Handeln. Abgrenzung zu Betriebsklima und zur Vorgesetzten‐ Mitarbeiter‐Beziehung: Es handelt sich um eine dyadische‐ oder Gruppenbe‐ ziehung auf derselben Hierarchieebene. persönlich: − KollegInnen bei Fragen und Problemen wei‐ terhelfen − Probleme im Team ansprechen − persönliche Schwierigkeiten mit Kollegen nicht eskalieren lassen (aktiv nach Lösungen suchen) betrieblich: − Zusammenarbeit im Team fördern (um ein angenehmes Miteinander zu gestalten) Mitsprache Art der Teilhabe an betrieblichen Entscheidungspro‐ zessen durch (z.T. institutionalisierte Formen der) Einbringung der eigenen Meinung. persönlich: − Foren zur Meinungsäußerung nutzen betrieblich: − Vorschläge der MitarbeiterInnen werden gesammelt und gegebenenfalls umgesetzt − betriebliches Vorschlagewesen institutionali‐ sieren (z.B. durch Briefkasten) − Möglichkeiten für Angestellte schaffen, um Anteilseigner im Betrieb zu werden Vorgesetzten‐ Mitarbeiter‐ Bezi‐ ehung Diese beschreibt die Qualität des Umgangs zwischen Vorgesetztem und MitarbeiterIn und bezieht sich in der Regel auf dyadische Beziehungen. Abgrenzung zu Kollegialität und zum Betriebsklima: Hier geht es ausschließlich um die Beziehung zwi‐ schen Vorgesetztem und Mitarbeiter(n). persönlich: − Unstimmigkeiten im Mitarbeitergespräch zum Thema machen − Ich grüße den Chef „bewußt“, obwohl er das nicht tut. betrieblich: − feedback durch den unmittelbaren Vorgesetz‐ ten − Chef hat Verständnis für Sorgen und Wünsche von Angestellten mit Kind/ern − Vorgesetzter honoriert gute Arbeitsleistungen durch Lob − die Betriebsleitung unterstützt motivations‐ steigernde Maßnahmen der Führungskraft (z.B. Ausflüge, Pausenräume einrichten,…) Sonstiges − Wunsch nach neuem Betriebsrat − Wunsch nach besserer Entlohnung Fortsetzung Förderfeld: Führungs‐ und Arbeitsorganisation Anhang 120 Literaturverzeichnis Bundesgesetz über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz – ASchG). (2006). Wien : Allg. Unfallversicherungsanstalt DIN 69902 Fröhlich, W. (2008). Wörterbuch Psychologie. München: dtv Geißler‐Gruber, B. & Frevel, A. (2009). Arbeitsbewältigungs‐Coaching®. Neue Herausforderungen erfordern neue Beratungswerkzeuge. In: Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). (Hrsg.), INQA‐Bericht Nr. 27. Dortmund: INQA Häcker, H. & Stapf, K.‐H. (Hrsg). (2009). Dorsch. Psychologisches Wörterbuch (15. überarb. u. erw. Aufl.). Bern: Huber Hoff, E.‐H. (2005). Work‐Life‐Balance: Berufliche und private Lebensgestaltung von Frauen und Männern in hochqualifizierten Berufen. In: Zeitschrift für Arbeits‐ und Organisationspsychologie, 49 (4), 196‐207 Kickbusch, I. (2006). Gesundheitskompetenz. In: Public Health Schweiz, Nr. 3, 10 Kirchner, J.‐H. (1997). Arbeitssystem‐Konzept. In: H. Luczak &. Volpert, W. (Hrsg.): Handbuch Arbeitswissenschaft, (S. 606‐608). Stuttgart: Schäffer‐Poeschel Kißler, L. (1997). Mitbestimmung und Partizipation. In: H. Luczak &. Volpert, W. (Hrsg.): Handbuch Arbeitswissenschaft, (S. 763‐766). Stuttgart: Schäffer‐Poeschel Leitner, K. et al. (1993). Analyse psychischer Anforderungen und Belastungen in der Büroarbeit. Das RHIA/VERA‐Büroverfahren. Handbuch und Manual. Göttingen: Hogrefe Luczak, H. & Schlick, C. (2007): Gestaltung des Arbeitsplatzes. In: H. Schuler & Sonntag, K. (Hrsg.): Handbuch der Arbeits‐ und Organisationspsychologie, (S. 175‐183). Göttingen: Hogrefe Martin, H. (1994):Grundlagen der menschengerechten Arbeitsgestaltung. Handbuch für die betriebliche Praxis. Köln. Plath, H.‐E. (2002). Erfahrungswissen und Handlungskompetenz – Konsequenzen für die berufliche Weiterbildung. In: G. Kleinhenz (Hrsg.): IAB‐Kompendium Arbeitsmarkt‐ und Berufsforschung. Beiträge zur Arbeitsmarkt‐ und Berufsforschung, (S. 517‐529). BeitrAB 250 Pschyrembel (1998). Klinisches Wörterbuch. Berlin: Walter de Gruyter Rentzsch, M. (1997): Umgebungsbedingungen. In: H. Luczak &. Volpert, W. (Hrsg.): Handbuch Arbeitswissenschaft, (S. 1056‐1060). Stuttgart: Schäffer‐Poeschel Schmidt‐Rathjens, C. (2007). Anforderungsanalyse und Kompetenzmodellierung. In: H. Schuler & Sonntag, K. (Hrsg.): Handbuch der Arbeits‐ und Organisationspsychologie, (S. 592‐601). Göttingen: Hogrefe A 2 Kodieranleitung zu ABI 121 Wegge, J. & Rosenstiel, L. v. (2007): In: Häcker, H. & Stapf, K.‐H. (Hrsg). (2009). Dorsch. Psychologisches Wörterbuch (15. überarb. u. erw. Aufl.). Bern: Huber World Health Organization (1947). Verfassung der Weltgesundheitsorganisation. Stand 2009 Internet Web 1: Projekt EIBE -Entwicklung und Integration eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (http://www.eibe‐projekt.de/eibe/seiten/glossar/glossar‐neu‐ de.asp?buchstabe=B) Zugriff am 29.09.2009 um 11:02 Anhang 122 Stressampel Quelle: Kaluza, G.: Stressbewältigung. Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsforderung, Berlin 4 2018, S. 203 B 1 B 1 Stressampel 123 Die Maurer vom Petersdom Drei Maurer am Petersdom wurden gefragt: „Was machen Sie gerade?“ Der erste sagt ohne aufzusehen: „Ich tue meine Pflicht, damit ich am Ende meinen Lohn bekomme.“ Der zweite antwortet und zeigt dabei auf eine halbfertige Mauer: „ Das sehen Sie doch! Ich mauere Ziegel, ich baue eine Mauer, ich tue meine Arbeit.“ Der dritte wendet sich dem Fragenden zu und mit leuchtenden Augen führt er aus: „ Ich arbeite am Bau einer der größten Kathedralen der Welt, an einem Gebäude, das viele Hunderte von Jahre Zeugnis davon ablegen wird, was Menschen mit Hilfe der Inspiration Gottes leisten können.“ Folgende Grafik macht den in der Geschichte dargestellten Zusammenhang nochmals deutlich: Quelle: Martens, J.-U.: Einstellungen erkennen, beeinflussen und nachhaltig ver- ändern. Von der Kunst, das Leben aktiv zu gestalten, Stuttgart 2009, S. 48 ff. B 2 Anhang 124 Die Geschichte vom verdorbenen Sonntag Frau Kraus ist Wohnbereichsleitung in einem Pflegeheim. Sie engagiert sich sehr für ihre Kollegen. Sie ist erster Ansprechpartner, wenn es Probleme im Arbeitsalltag gibt, oder Bewohner und deren Angehörige ein Gespräch suchen. Häufig handelt es sich in Gesprächen um Beschwerden und die Äußerung von Unzufriedenheit. Am Sonntagmorgen, Frau Kraus freut sich gerade auf ihr Frühstück im Kreis der Familie – klingelt ihr Handy. Frau Schlee ist am Apparat – sie ist die Heimfürsprecherin und wendet sich mit einer Beschwerde über einen stattgefundenen Ausflug mit den Bewohnern in der vergangenen Woche an sie. Für Frau Kraus ist Frau Schlee ein „rotes Tuch“. Schon öfters in der Vergangenheit hat sie mit ihren abwertenden, unverschämten und gedankenlosen Äußerungen Frau Kraus in der Anwesenheit anderer Angehöriger in Schwierigkeiten gebracht. Aus diesem Grund sind die Gedanken von Frau Kraus zwiespältig: Zwar sollte sie als Wohnbereichsleitung ein offenes Ohr für die Belange der Angehörigen haben, dennoch ist der Zeitpunkt für den Anruf aus Sicht von Frau Kraus mehr als ungünstig. Soll sie sich wirklich stören lassen? Frau Kraus nimmt das Gespräch an, in dem Frau Schlee gleich zur Sache kommt: „Bei dem Bewohnerausflug letzte Woche haben Sie sich, Frau Kraus, ungerecht gegenüber meinem Vater, der bei Ihnen auf dem Wohnbereich lebt verhalten!“ Frau Kraus ist erstmal sprachlos. Jeden Tag setzt sie sich für Bewohner und Mitarbeiter ein, opfert sogar ihre Freizeit – und erntet dafür Undank und Vorwürfe. Auch, dass ihre Mitarbeiter vor Ort die Situation scheinbar nicht lösen können, ärgert sie. Offensichtlich hat sie sich in Frau Schlee, und wohl auch zum Teil in ihren Mitarbeitern getäuscht. Frau Kraus weist die Vorwürfe von sich, sie müsse sich ja schließlich nicht alles gefallen lassen. Das Telefonat nimmt an Fahrt auf und wird immer heftiger. Man lässt sich gegenseitig nicht mehr aussprechen und zuletzt beendet Frau Kraus das Gespräch unerwartet. Der Sonntag ist für Frau Kraus gelaufen. Sie wird ihren Ärger nicht so schnell los. Sie nimmt sich vor, den Kontakt zu Frau Schlee vorerst zu meiden und betont kühl zu reagieren. Mit ihren Mitarbeitern muss sie B 3 B 3 Die Geschichte vom verdorbenen Sonntag 125 wohl ein „ernstes Wörtchen“ sprechen, da sie sich aus ihrer Sicht zu wenig füreinander einsetzen. Sie will ihnen mit Konsequenzen drohen. Fragen zur Reflexion: – Was hat diese Geschichte mit Einstellungen zu tun? – Hätte man durch eine andere Einstellung den unerfreulichen Ausgang der Geschichte ändern können? – Liegen sog. Fehlannahmen in den Einstellungen von Frau Kraus zugrunde? Wozu führen die „Fehlannahmen“ von Frau Kraus? – Wie könnte Frau Kraus ihr Verhalten zukünftig in stressauslösenden Situationen steuern und den entstandenen destruktiven gedanklichen Kreislauf unterbrechen? Quelle: in Anlehnung an Martens, J.: Einstellungen erkennen, beeinflussen und nachhaltig verändern. Von der Kunst, das Leben aktiv zu gestalten, Stuttgart 2009 S. 52 ff. Anhang 126 Resilienz Sieben Faktoren der Resilienz Selbstwirksamkeit gehört mit zu den wichtigsten Eigenschaften im heutigen Berufsleben. Sie bringt mit sich, dass Menschen unabhängig von verfügbaren materiellen und personellen Ressourcen ihre Möglichkeiten entfalten können. Der Fokus der Wahrnehmung schwenkt von der Bedürfnisorientierung hin zur Ressourcenorientierung des Individuums – ein wahrer Gewinn an Selbstwirksamkeit!237 Ein ganzes Bündel von Faktoren bestimmt, wie Misserfolge und Lebenskrisen verarbeitet werden. 1. Optimismus Eine optimistische Lebenseinstellung ist das wichtigste Merkmal der Resilienz: Krisen werden nicht als unüberwindbares Hindernis gesehen. Optimisten erkennen die Realität an, gehen aber davon aus, dass negative Ereignisse grundsätzlich eine befristete Angelegenheit sind, auf deren Verlauf sie Einfluss haben. 2. Akzeptanz Wenn die Gefühle nach einem schweren Schlag abflauen, wird es Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme: Was kann ich aus dieser Situation machen? Wer die Lage akzeptiert und sie als Herausforderung versteht, nimmt sein Schicksal wieder selbst in die Hand. 3. Lösungen finden Schicksalsschläge sind nicht zu beeinflussen. Die Konsequenz liegt jedoch bei jedem selbst. Welche potentiellen Lösungen gibt es für den Konflikt? Wie bekomme ich wieder Kontrolle über die Situation? Was sind meine Ziele? Wie gehe ich mit dem Stress um, der Krisen begleitet? 4. Die Opferrolle verlassen Auch resiliente Menschen sind vor der Opferrolle nicht gefeit. Nach einer gewissen Zeit gelingt es ihnen jedoch, anders über die Situation zu denken. Wer das Gefühl hat, wieder selbst am Ruder zu sein, fühlt sich nicht als Marionette und denkt in die Zukunft. B 4 237 Vgl. Kothes, P. / Rosmann, N.: Mit Achtsamkeit in Führung. Was Meditation für Unternehmen bringt, Stuttgart 2014 S. 130 ff. B 4 Resilienz 127 5. Verantwortung übernehmen Sich automatisch den schwarzen Peter zuzuschieben ist kontraproduktiv. Wer den eigenen Anteil an der Krise realistisch einschätzt und zugleich analysiert, welche äußeren Umstände zu den Problemen geführt haben, ist schneller über den Berg. Unfallopfer beispielsweise, die mit ihrem Schicksal hadern, erholen sich langsamer von ihren Verletzungen als Patienten, die daran glauben, nicht oder nicht ausschließlich schuld zu sein. 6. Netzwerke bilden Widerstandsfähige Menschen versuchen erst gar nicht ihre Probleme im Alleingang zu lösen. Sie suchen Ansprechpartner, die nicht nur Sprüche klopfen, sondern effektiv weiterhelfen können. Zwei Drittel aller Jobs tauchen niemals in Stellenanzeigen auf. Wer beruflich neue Perspektiven sucht, muss den Hörer in die Hand nehmen: Wer kennt wen, wer hat wohin Verbindungen, welche Gerüchte über Jobs und Pleiten gehen um? 7. Zukunftsplanung Hier geht es um eine solide und umsichtige Zukunftsplanung. Entwicklungspotentiale (beruflich und privat) sollten realistisch ausgelotet werden. Dazu gehört auch, zu versuchen, sich durch gute Vorbereitung gegen die mit großer Wahrscheinlichkeit eintretenden Wechselfälle des Lebens zu schützen. Quelle: in Anlehnung an Heller, J.: Resilienz. 7 Schlüssel für innere Stärke, München 2013 Anhang 128 Bodyscan Bei dieser aus der Vipassana-Tradition des Buddhismus bekannten „Reise durch den Körper“ liegen die Teilnehmer in einer entspannten Rückenlage und haben die Augen geschlossen. Der gesamte Körper wird wahrgenommen und die Stimme des Trainers führt die Achtsamkeit des Einzelnen durch den ganzen Körper, beginnend vom linken Fuß bis sich die Aufmerksamkeit über den Rücken zum Oberkörper über Gesicht und Atemzüge ausbreitet. Im Anschluss werden die Teilnehmer gebeten, ihre Aufmerksamkeit wieder zum Alltagsbewusstsein zurückzuführen. Machen Sie es sich bequem. Spüren Sie bewusst Ihren Körper, sein Gewicht, wie er im Boden verankert ist, seine Position im Raum. Machen Sie sich Ihren Atem bewusst, wie er aus- und einströmt. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Stellen zu spüren, die in Kontakt mit den Flächen sind, auf denen Sie sitzen oder liegen. Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, dann spüren Sie die Stellen, die in Kontakt mit ihm sind. Wenn Sie im Bett oder auf eine Wiese liegen, spüren Sie die Stellen, die mit dem Gras, der Decke… in Verbindung sind. Durchlaufen Sie alle Körperteile, ohne zu werten, so als wären Sie ein Besucher, der während eines Spaziergangs die einzelnen Orte zum ersten Mal entdeckt. Beginnen Sie ihre Reise bei den Zehen des linken Fußes, wie eine kleine Ameise. Konzentrieren Sie sich auf jeden einzelnen Zeh und auf die jeweiligen Empfindungen: Kontakt mit den Zehen daneben, Temperaturen oder jegliche andere Empfindung. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit dann auf die Fußsohle, Die Ferse, die Fußoberseite… Nehmen Sie die geringsten Empfindungen achtsam wahr. Wandern Sie dann weiter zum Fußknöchel, zum unteren linken Bein, zur Wade, zum Schienbein, Knie und so weiter. Lassen Sie sich Zeit – eine Ameise kommt nicht sehr schnell voran. Nehmen Sie nacheinander alle Körperteile bewusst wahr: das obere linke Bein; gehen Sie dann zum rechten Fuß, dann zum rechten Bein, Becken, Rücken, Bauch, Brust, Finger, Hände, Arme, Schultern, Hals Kopf und Gesicht. Spüren Sie Ihren Atem im ganzen Körper; beobachten Sie, wie die Empfindungen sich verändern. Dauer: ca. 30 Minuten B 5 B 5 Bodyscan 129 Quellen: Altner, N: Achtsamkeit und Gesundheit. Auf dem Weg zu einer achtsamen Pädagogik, Kassel 2006 S. 114. Weiss, H. / Harrer, M. / Dietz, T.: Das Achtsamkeits-Übungsbuch. Für Beruf und Alltag, Stuttgart 2012 S. 107 ff. Kotsou, I.: Das kleine Übungsheft. Achtsamkeit, Berlin9 2018 S. 18. Anhang 130 Trainingsprotokoll Entspannungsübungen Datum Tageszeit Übungs dauer (Min) Entspannungsverfahren Übungsschritt Zufriedenheitsnote Bemerkungen B 6 B 6 Trainingsprotokoll Entspannungsübungen 131 Tipps für das Training der Übungen: 1. Lieber zwei mal am Tag für 10 Minuten üben, als nur eine Stunde am Samstag. 2. Bereitet das Stillsitzen Schwierigkeiten – dann vor den Achtsamkeitsübungen beispielsweise einen Spaziergang machen. 3. Bei Sitzmeditationen die Füße flach auf den Boden stellen, und Rücken, Nacken und Kopf gerade halten. Die Hände liegen bequem im Schoß. 4. Bei Übungen auf dem Boden, hilft eine zusammengefaltete Decke oder ein bis zwei Kissen. 5. Achtsamkeit ist ein wacher, höchst konzentrierter Zustand. Der Geist muss zum meditieren wach sein – deshalb nicht in schläfrigem und zu erschöpften Zustand üben. 6. Meditation ist nur so stark wie die eigene Entschlossenheit, den Nebel der Unachtsamkeit aufzulösen. Es kann sehr anstrengend sein, sich nicht zu identifizieren, nicht zu bewerten, sondern zu akzeptieren und loszulassen. Durch diesen bewussten Umgang mit schwierigen Situationen entwickelt der Geist größere Stabilität und Widerstandskraft. 7. Um inneren Frieden zu erlangen bedarf es nach Kabat-Zinn einer klaren Vorstellung davon, was man anstrebt, einer Vision, die Schwierigkeiten und auch Hindernisse überwindet. 8. Kontinuität ist auch in Zeiten der Unlust wichtig – die Vorstellung dessen, was angestrebt wird, hilft durch diese Zeit. 9. Neben formalen braucht es auch informelle Achtsamkeitsübungen. 10.Der Atem ist ein starker Verbündeter. 11.Wenn einige Tage nicht geübt wurde – einfach wieder anfangen. Quellen: Wagner-Link, A.: Verhaltenstraining zur Stressbewältigung. Arbeitsbuch für Therapeuten und Trainer, Stuttgart 2010 S. 158. Marturano, J.: Mindful Leadership. Ein Weg zu achtsamer Führungskompetenz, Freiburg 2015 S. 65 f. Kabat-Zinn, J.: Gesund durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung, München 2011 S. 58. Anhang 132 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus Transaktionales Stressmodell238 Ziel der Bewusstmachung ist es schließlich, den sich gedanklich aufschaukelnden Prozess zu erkennen, zu unterbrechen und sodann eine Änderung der eigenen inneren Haltung gegenüber inneren Bildern, Gedanken oder auch gerade stattfindenden Ereignissen gegenüber zu gewinnen.239 Anderssen-Reuster benennt dies auch das „ABC der Gefühle“. A – auslösende Situation B – Bewertung C – Konsequenz hinsichtlich körperlicher, emotionaler, gedanklicher Reaktion.240 C 1 238 Vgl. Schuster Schuster, N / Haun, S. / Hiller, W.: Psychische Belastungen im Arbeitsalltag, Basel 2011. 239 Vgl. Anderssen-Reuster, U.: Achtsamkeit in Psychotherapie und Psychosomatik. Haltung und Methode, Stuttgart2 2011 S. 281 ff. 240 Vgl. Anderssen-Reuster, U. (2011): S. 225. C 1 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus 133 Achtsames Atmen Dauer: ca. 10 Minuten Körperposition: sitzend oder liegend Medien: leise Hintergrundmusik Anleitung: Wo und wie auch immer Sie jetzt sitzen oder liegen, beginnen Sie damit, dass Sie Ihrer eigenen Atmung Beachtung schenken. Achten Sie nur darauf, wie Ihnen ganz von selbst die Atmung geschieht. Sie erfolgt dreiteilig: Ausatmung … Pause … Einatmung. Probieren Sie jetzt einmal, nicht willentlich Luft zu holen, sondern drei Atemzüge lang den Atem nur gemächlich in sich einströmen zu lassen und ebenso geduldig, ein wenig gebremst, wieder auszuatmen. Erinnern Sie sich dabei, wie Wasser aus einer Kanne in ein Glas gegossen wird. Das Wasser fließt von oben in das Glas hinein, und selbstverständlich füllt das Glas sich nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Mit Ihrem Atem ist es genauso: Er strömt von oben durch die Nase ein, aber der Körper füllt sich von unten nach oben, vom Gesäß beginnend bis zur Schulter. In den langsam ausströmenden Atem lassen Sie alle Anspannungen einfließen und auch alles, was Sie seelisch belastet, was Sie ärgert und was Ihnen Sorgen macht. Stellen Sie sich vor, wie der langsame Atemstrom alles mit sich fortnimmt, Sie von allem Belastenden befreit. Ich stelle mir diesen Vorgang so ähnlich vor wie die Entwässerung eines Sumpfgebietes, das mit Hilfe von vielen Gräben getrocknet wird. Wie die Kanäle das Wasser aufnehmen, so sammelt der Atem das zuvor Verspannte, mich Beunruhigende, beginnend an der Vorderseite des Körpers, dann über die Flanken zum Rücken fließend, von wo es dann weiter den Nacken, den C 2 Anhang 134 Hinterkopf und den Scheitel entlang läuft und schließlich, begleitet von meiner Ausatmung, aus der Nase strömt. Das haben Sie gut gemacht!241 Kommentar: Wiederholen Sie dies ruhig mehrmals täglich, bis es Ihnen ganz selbstverständlich ist, zwischendurch mal innezuhalten und achtsam zu sein. 241 Vgl. aus Derbolowsky, J.: Tropho Training. So fühle ich mich wohl Germering3 2000 S. 16 ff. C 2 Achtsames Atmen 135 Geführte Meditation: „Dem Leben mit einem Lächeln begegnen“ Wenn sich Negativität, Misstrauen und Abwehr in unser Leben einschleichen, könnten wir versucht sein, von einer bedingungslosen Umarmung unseres Lebens Abstand zu nehmen. Wir brauchen Übung, bis wir gelernt haben, jedes Mal wieder nach oben zu kommen, wenn wir runtergezogen werden. Diese Meditation kann uns hierbei eine Stütze sein. Setze dich still auf ein Kissen und nehme dir Zeit nach und nach deinen Körper zu entspannen: – die Füße bequem positionieren – die Beine, die Oberschenkel locker lassen – spüre tief in dein Becken und lass mit dem nächsten Ausatem dein Gewicht noch mehr in deine Sitzunterlage sinken – spüre das Heben und Senken deiner Bauchdecke – entspanne den Oberkörper und lass den Atem ganz natürlich ein und ausfließen – Vielleicht gelingt es dir, den Schultergürtel weicher werden zu lassen – richte deine Wirbelsäule mit jedem Einatem sanft auf und lass deine Zungenspitze sanft die Rückseite deiner Schneidezähne berühren – positioniere Hände und Arme so, dass deine Schultern entspannt bleiben können Lass nun vor deinem geistigen Auge das Bild von einem sanft geschwungenen Lächeln entstehen. Achte darauf, wie sich gemeinsam mit dieser Vorstellung Sanftheit und Freundlichkeit entfalten. Stell dir vor, wie ein kleines -aber wirkliches – Lächeln auf deinen Lippen entsteht und beobachte, wie sich deine Gesichtsmuskeln entspannen. Stell dir vor, dass dieses Lächeln auch in deinen Augenwinkeln entsteht und spüre, wie sich deine Augen entspannen. Lass dieses Lächeln in deinen Hals und Nacken wandern und nimm wahr, wie in diesem Bereich sich kleine Muskeln entspannen. Spüre wie die Energie des Lächelns sich sanft um deine Schultern legt, wie ein wärmendes Tuch. Lass es dann deine Arme hinuntergleiten C 3 Anhang 136 und leise in deine Hände hineinschweben. Verweile ein wenig und spüre die Energie in deinen Handflächen. Während dein Atem sanft von innen her Bauch und Brustkorb bewegt, kannst du das Lächeln tief in dein Becken sinken lassen und wahrnehmen wie hier ein weiter, warmer Raum entsteht. Lass das Lächeln in deinen Bauch wandern und nimm wahr, welche Empfindungen dort vorhanden sind. Lass sie in der Offenheit des Lächelns einfach dahintreiben. Entspanne dich weiter, lass das Lächeln in deinen Brustkorb wandern und sich behütend um dein Herz legen. Spüre wie es in deinem Herzen kleine Wellen der Entspanntheit und Leichtigkeit durch deinen Körper schickt – durch die Schultern, die Arme entlang, den Körper hinunter, in die Beine. Kannst du die Offenheit und Lebendigkeit des Lächelns spüren? Lass dich in dem freundlichen und annehmenden Gewahrsein, das von einem Lächeln erzeugt wird eine kleine Weile ruhen. Wie wäre es, wenn du die einfache und kraftvolle Energie des Lächelns mit in deinen Alltag nehmen würdest und dem Leben mit einem Lächeln begegnest. Öffne nun deine Augen, lass deinen Blick jedoch noch weich vor dir, Richtung Boden ruhen und beginne dich allmählich zu bewegen, so wie es sich jetzt gut für dich anfühlt. Quelle: Wagner, Barbara www.sundari-yoga.de 2018 unveröffentlichtes Manuskript C 3 Geführte Meditation: „Dem Leben mit einem Lächeln begegnen“ 137 Achtsamkeit im Alltag Wählen Sie eine alltägliche Aktivität aus, wie z. B. Zähne putzen, duschen, Geschirr spülen…. Nehmen Sie sich vor, diese Aktivität eine Woche lang achtsam auszuführen. Wechseln Sie dann in der darauf folgenden Woche die Aktivität. Beim Zähne putzen: Achten Sie auf den Geschmack, wie Sie die Zahnbürste halten. Nehmen Sie den Geschmack der Zahnpasta, die Beschaffenheit der Borsten bewusst wahr. Machen Sie sich bewusst, wie schwierig es sein kann, auch nur drei Minuten „allein unter vier Augen“ mit seiner Zahnbürste zu sein. Wenn Ihr Geist abschweift, kehren Sie immer wieder zur Zahnbürste zurück. Achten Sie bitte auf Folgendes: Wie lange hat es gedauert, bis Sie an etwas anderes gedacht haben? Wie oft sind Sie „abgedriftet“? Quelle: Kotsou, I.: Das kleine Übungsheft Achtsamkeit, Berlin9 2018, S. 25. C 4 Anhang 138 Selbsttest Antreiber (nach Rüttinger, R.: Transaktionsanalyse, Hamburg 10 2010, S. 37 ff.) Bewerten Sie die folgenden 50 Aussagen und tragen Sie jeweils rechts neben jeder Aussage Ihre Bewertungszahl nach folgender Bewertungsskala ein. D 1 D 1 Selbsttest Antreiber (nach Rüttinger, R.: Transaktionsanalyse, Hamburg 10 2010, S. 37 ff.) 139 Anhang 140 Auswertung Übertragen Sie Ihre jeweilige Bewertungszahl (1–5) in den Auswertungsschlüssel. Jeder Bereich, in dem Sie mehr als 40 Punkte erreichen, zählt zu Ihren persönlichen Antreibern. Überlegen Sie sich, wann an derartiger Antreiber mit Ihnen durchgeht. D 1 Selbsttest Antreiber (nach Rüttinger, R.: Transaktionsanalyse, Hamburg 10 2010, S. 37 ff.) 141 Auswertung Antreiber-Test Als sog. Antreiber bzw. Stopper werden im Rahmen der Transaktionsanalyse absolut verstandene Normen, die im Hinblick auf eine konkrete Situation oder Aufgabenstellung immer wieder zutage treten. Um besser verstehen zu können, warum Menschen auf welche Weise handeln – oder eben nicht, lohnt es, diese fünf Antreiber genauer kennenzulernen. Mit Sei perfekt! wird von jedem – vor allem von sich selbst – ein höchstes Maß an Perfektion, Gründlichkeit und Genauigkeit verlangt. Frühzeitig wurde gelernt, dass man nur dann in Ordnung ist, wenn man von anderen beachtet und geschätzt wird. Kritisch ist dies besonders für die Personen, die selbst zu Perfektion neigen, denn sie stellen dann das perfekte Ergebnis über einen effektiven Einsatz von Arbeitszeit und sonstigen Ressourcen. Doch damit verbaut sich dieser Personenkreis u. U. den Weg einer weiteren Karriere, da man Angst hat, dabei einen guten Fachmann (genau, gründlich, sehr zuverlässig, fast schon pedantisch) zu verlieren und eine schlechte Führungskraft (Ergebnis vor Zeit) zu gewinnen. Zudem löst dieser Antreiber auch Angst davor aus, den Anforderungen nicht zu genügen oder nicht die gewünschten Ergebnisse liefern zu können. Dies kann soweit führen, dass Arbeiten immer wieder verworfen werden, da der Perfektionist von sich erwartet, von Beginn an ohne Fehler zu arbeiten. Kreativen Lösungswegen steht er im Weg. Ständig herrscht Angst, dass etwas nicht klappt oder schief geht – schlimme Katastrophen-Phantasien machen den Betroffenen selbst und sein Umfeld nervös und unsicher. Diesem Personenkreis kann dadurch geholfen werden, besser und differenzierter zu erkennen, wann und bei welchen Gelegenheiten Perfektion wirklich angebracht ist. Erlauber: „Sei du selbst!“ Beim Antreiber Streng dich an! erwarten die Betroffenen von sich und anderen ständige Anstrengungsbereitschaft. Sie sind in der Regel von Problemen, Schwierigkeiten und Krisen umgeben, und kommunizieren dies auch nach außen, da sie zudem Angst davor haben, von „Konkurrenten“ überholt zu werden. Die Angst, dass andere besser sein D 2 Anhang 142 könnten, versuchen sie durch noch mehr Anstrengung zu kompensieren. Lösungswege gelten nur dann, wenn sie langwierig, umständlich und sehr anstrengend sind / waren. Das Verhältnis zwischen Anstrengung und Ergebnis stimmt nicht. Gängige Denkkategorien sind „erfolgreich – erfolglos“ oder „überlegen – unterlegen“. Deshalb sollte diesen Mitarbeitern immer wieder gezeigt werden, wann welches Maß an Anstrengung im Hinblick auf das zu erzielende Ergebnis gerechtfertigt ist. Erlauber: „Mach etwas wirklich, denke zu Ende, bringe das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss anstatt es nur zu probieren und Ruinen zurückzulassen.“ Personen mit dem Antreiber Beeil dich! machen auf ihr Umfeld einen beschäftigten und umtriebigen Eindruck. Sie erreichen dies durch schnelles Sprechen und dadurch, dass sie ihr Gegenüber immer dann unterbrechen, wenn ihnen das Gespräch nicht zielführend genug erscheint. Alles wird rasch erledigt – am besten mehrere Dinge gleichzeitig, und der Eindruck vermittelt, lieber woanders zu sein. Diese Menschen arbeiten nie im Detail und laufen Gefahr, „Planungs- und Konzeptionsruinen“ zu hinterlassen – Kollegen die nervige und zeitraubende Details erledigen sind absolut vonnöten, da längst schon wieder neue Projekte geplant werden. Dieses Hetzen von Idee zu Idee führt zu teilweise unüberlegtem Handeln (Kopflosigkeit), auch angetrieben von der Angst, Fehler oder Schwächen eingestehen zu müssen. Häufig vermitteln sie den Eindruck keine Zeit zu haben, irgendwo zu spät zu kommen. Die Angst nicht dazu zu gehören, nicht dabei zu sein treibt ihn. Diesem Personenkreis ist durch Beruhigung oder auch Unterstützung bei der eigenen Zeiteinteilung zu helfen. Erlauber: „Lass dir Zeit!“ Immer allen alles recht machen, das ist der Antreiber Sei gefällig! In den Hintergrund treten dabei eigene Bedürfnisse, vielmehr fühlen sich diese Personen auch verantwortlich für den Gemütszustand anderer Menschen. Sie fühlen sich verantwortlich dafür, wie es anderen geht, lesen jeden Wunsch von der Stirn ab, und fühlen sich schuldig, wenn es anderen schlecht geht. Dadurch wird immer auf andere Rücksicht genommen und eigene Bedürfnisse und Wünsche bleiben meist un- D 2 Auswertung Antreiber-Test 143 ausgesprochen. Es liegt auf der Hand, dass eine gute Zusammenarbeit schwierig ist, da sie die Konfrontation scheuen. Die große Befürchtung es anderen nicht recht zu machen steht dabei im Vordergrund. Unterstützung kann Klarheit bringen zu erkennen, was eigene Vorstellungen und Bedürfnisse sind, und dass sie diese dann auch geäu- ßert werden können. Erlauber: „Kümmere dich um deine Bedürfnisse!“ Mit Sei stark! spielt man den „großen Helden“, der durch nichts zu erschüttern ist. Deshalb können diese Personen keine „Schwäche“ zeigen, dadurch, dass sie Fehler eingestehen. Vielmehr wird erwartet, dass sich andere unterwürfig verhalten und bewundernd aufblicken. Frühzeitig wurde gelernt, sich „zusammenzureißen“, und Gefühle lieber nicht zu äußern. Redewendungen wie „Kein Kommentar“ oder „Gelobt sei, was hart macht“ lassen diesen Antreiber erkennen. Häufig wird in der Kategorie „stark-schwach“ gedacht. Für Vorgesetzte ist dieser Antreiber ein zusätzliches Problem, da sie von ihrem Umfeld schnell gelangweilt wirken und den Eindruck von Arroganz und Überheblichkeit vermitteln. Im Umfeld wird derjenige jedoch als schwach und nicht als stark wahrgenommen. Erlauber: „Kenne dich und respektiere dich!“ Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen ist die vorübergehende starke Ausprägung der Antreiber durchaus sinnvoll. Insgesamt problematisch sind diese Antreiber dann, wenn sie ständig im Vordergrund stehen, da man so den Gesamtüberblick verliert und in dieser „Gefangenheit“ keine angemessene Lösung finden kann. Dann erreicht man mit den Antreibern das Gegenteil, sie – wirken auch als Stopper. Quelle: Hüttinger, R.: Transaktions-Analyse, Hamburg10 2010, S. 38 ff. Anhang 144 Der Wunschbrunnen Ziel: bildliche und räumliche Vorstellungskraft fließt in den Entwicklungsprozess ein Dauer: 15 Minuten Körperpostiton: sitzend oder liegend Medien: evl. leise Musik zur Untermalung Der Wunschbrunnen Eine Maus fand einst einen Wunschbrunnen. „Nun werden alle meine Wünsche wahr!“, rief sie. Sie warf einen Taler in den Brunnen und wünschte sich etwas. „AUTSCH!“, sagte der Wunschbrunnen. Am nächsten Tag kam die Maus wieder zum Wunschbrunnen. Sie warf einen Taler in den Brunnen und wünschte sich etwas. „AUTSCH!“, sagte der Wunschbrunnen. Am nächsten Tag kam die Maus wieder. Sie warf einen Taler in den Brunnen und sagte: „Ich wünschte, der Brunnen würde nicht Autsch sagen.“ „AUTSCH!“, sagte der Brunnen. „Das tut weh!“ „Was soll ich tun?“, rief die Maus. „So werden meine Wünsche nie in Erfüllung gehen.“ Die Maus lief nach Hause. Sie nahm das Kissen von ihrem Bett. „Das wird vielleicht helfen“, sagte die Maus und lief zurück zum Brunnnen. Die Maus warf das Kissen in den Brunnen. Dann warf sie einen Taler in Brunnen und wünschte sich etwas. „Ah, das fühlt sich viel besser an“, sagte der Brunnen. „Gut!“, sagte die Maus, „Dann kann ich mir ja etwas wünschen.“ D 3 D 3 Der Wunschbrunnen 145 Nun wünschte sich die Maus viele Dinge vom Brunnen und sie wurden alle erfüllt.242 Kommentar: Die Geschichte „Wunschbrunnen“ wirkt auf das Dreischrittmodell nach Edel Maex. Die Teilnehmer haben nun Zeit zur individuellen Reflexion erlebter Situationen, in denen immer wieder übereilt und reflexartig reagiert wurde, so dass eine Beruhigung der akuten Situation eher erschwert wurde. Die Identifikation hilft, zukünftig den bewussten Steuerungsprozess einzuleiten. STOP LOOK ACT Innehalten Aufmerksamkeit auf – den Atem – und den Körper Wahrnehmen, was ist Annehmen, was ist – Äußere Situation – Gedanken – Gefühle – Handlungsimpulse Erst danach bewusst und achtsam entscheiden, ob und wenn ja, was zu tun ist. innehalten hinschauen handeln Drei-Schritt-Modell243 242 Vgl. McCown, D. / Reibel, D. / Micozzi, M.: Achtsamkeit lehren. Ein Praxisleitfaden für Therapeuten, Ärzte und Kursleiter, Freiburg 2011 S. 151 f. 243 Vgl. Maex, E.: Mindfulness. Der achtsame Weg durch die Turbulenzen des Lebens, Freiamt 2009, S. 144. Anhang 146 Bilder zum mentalen EntspannnD 4 D 4 Bilder zum mentalen Entspannn 147 Anhang 148 Achtsame Gehmeditation Dauer: ca. 10 Minuten Körperposition: im Stehen Material: ungestörter Ort für die ersten „Gehversuche“ Anleitung: Richten Sie die Aufmerksamkeit auf einen der Aspekte des Gehens – auf die Empfindungen in den Füßen oder auf den Atem, und bleiben Sie dabei, anstatt zwischen Atem, Füßen oder dem Gefühl des Körpers als einem Ganzen hin- und herzuwechseln. Stellen Sie sich zunächst aufrecht hin, die Füße hüftbreit auseinander und stabil im Boden verankert. Machen Sie sich mit dem Schauplatz der Geh-Übung vertraut. Schauen Sie geradeaus. Dann heben Sie langsam Ihren rechten Fuß an. Spüren Sie, wie sich die Ferse vom Boden hebt und Ihr Gewicht sich auf das linke Bein und den linken Fuß verlagert. Sobald der rechte Fuß angehoben ist, nehmen Sie bewusst wahr, wie er sich langsam vorschiebt, und setzen ihn genau in Schrittweite wieder auf. Während Sie das tun, achten Sie auf den linken Fuß, der sich allmählich vom Boden hebt, wobei sich Ihr Gewicht wieder auf das rechte Bein verlagert. Ihre Bewegungen sind so langsam, dass Sie womöglich etwas ins Schwanken geraten. Da kann die Vorstellung hilfreich sein, Sie würden z. B. über einen Strand laufen und tiefe Fußabdrücke im Sand hinterlassen. Ihre ganze Achtsamkeit gilt dem schrittweisen Anheben, Vorschieben und Aufsetzen der Füße und der Verlagerung Ihres Körpergewichts von einer Seite auf die andere. Nachdem Sie etwa 10 Schritte in eine Richtung gegangen sind, drehen Sie sich ganz allmählich um. Achten Sie dabei auf die langsame Drehbewegung Ihrer Hüfte. Bleiben Sie erst noch einen Moment achtsam im Boden verwurzelt stehen, bevor Sie zur nächsten Schrittfolge ansetzen. D 5 D 5 Achtsame Gehmeditation 149 Wahrscheinlich fühlen Sie sich mit jedem Durchgang geerdeter und sicherer, aber das ist nicht bei jedem so. Versuchen Sie die Übung mit der Offenheit und Neugier eines Kindes durchzuführen. Denn ist es nicht wirklich ein Wunder, dass der Körper immer genau weiß, was er zu tun hat?244 Kommentar: Wählen Sie ein Schritttempo, das größtmögliche Aufmerksamkeit gestattet. In der Regel ist das deutlich langsamer als Ihre normale Gangart Die Übung kann ausgeweitet werden zu: Achtsam im Wald spazieren gehen und mit entsprechenden meditativen Anteilen angereichert werden, wie zum Beispiel dem Text über die Jahreszeiten von Khalil Gibran245 Die Jahreszeiten Wie der Kern der Frucht zerbrechen muss, damit sein Herz die Sonne erblicken kann, so müsst auch ihr den Schmerz erleben. Und könntet ihr in euren Herzen das Staunen über die täglichen Dinge des Lebens bewahren, würde euch der Schmerz nicht weniger wundersam scheinen als die Freude. Und ihr würdet die Jahrzeiten eures Herzens hinnehmen, wie ihr stets die Jahreszeiten hingenommen habt, die über eure Felder streifen. Und ihr würdet die Winter eures Kummers mit Heiterkeit überstehen. (Khalil Gibran) 244 Vgl. Collard, P.: Das kleine Buch vom achtsamen Leben. 10 Minuten am Tag für weniger Stress und mehr Gelassenheit, München18 2016 S. 42 ff. 245 Vgl. Kostov, I.: Das kleine Übungsheft. Achtsamkeit, Berlin9 2018, S. 47 ff. Anhang 150 Jonglieren mit Tüchern Dauer: bis zu 30 Minuten Körperpostiton: im Stehen Material: Mindestens 3 Jongliertücher pro Person Anleitung: Die Tücher werden in der Tuchmitte wie eine Marionette gehalten. Dabei hängen alle vier Ecken gleichmäßig nach unten. Daumen, Zeigeund Mittelfinger halten das Tuch, während mit dem Handrücken nach oben zeigend das erste Tuch in die Luft geworfen wird, und erst auf Kopfhöhe losgelassen wird. Beim Einüben von der Grundübung mit drei Tüchern ist wie folgt vorzugehen: Es werden zwei Tücher zwischen jeweils zwei Finder in die rechte Hand genommen: Tuch 1 zwischen Daumen und Zeigefinger, Tuch 3 zwischen Mittel- und Ringfinger Tuch 2 wird in der linken Hand gehalten Tuch 1 wird nun von rechts unten nach links oben gezogen und weggeworfen; Tuch 3 wird dabei festgehalten Nun wird Tuch 2 von links unten nach rechts oben geworfen Die linke Hand ist nun frei und fängt Tuch 1 in Schulterhöhe und zieht es nach links unten Jetzt wird Tuch 3 von rechts unten ach links oben geworfen, in gleicher Weise wie vorher Tuch 1. Die rechte Hand wird somit frei, fängt das langsam fallende Tuch 2 und zieht es nach rechts unten Im Wechsel rechts / links geht es nun im gleichen Muster weiter D 6 D 6 Jonglieren mit Tüchern 151 Zur Motivation sollte die Anzahl der gelungene Würft mitgezählt werden246 Kommentar: auf ruhige fließende Bewegungen achten, die Tücher nicht über den Kopf nach hinten werfen, Tücher nicht zerknüllen, da sie sonst zu schnell fliegen und gerade am Anfang nicht aufgefangen werden können. Die Übung kann dadurch variiert werden, dass die Übenden während des Jonglierens auf Balanceboards stehen, und gleichzeitig das Schwanken des Untergrunds durch fortlaufendes Ausgleichen der Balance regulieren müssen. Das Ausgleichen wird somit als fortlaufender Prozess und nicht statischer Endpunkt erlebt.247 246 Vgl. Ebenherr, S. / Loeffl, T.: Das grosse Limpert-Buch der Zirkuskünste und Akrobatik. Ein umfassendes Praxisbuch für Schule und Verein, Wiebelsheim 2013 S. 73. 247 Vgl. Crane, R.: Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie, Freiamt 2011 S. 145. Anhang 152 Geschichte zum Loslassen Es heißt, dass die Inder sich beim Affenfang einer besonders geschickten Methode bedienen. Sie schneiden in das Ende einer Kokusnuss eine Öffnung, gerade groß genug für eine Affenhand, bohren zwei Löcher in das andere Ende, ziehe einen Draht hindurch und befestigen die Kokusnuss an dem Baum, auf dem der Affe hockt, den sie fangen möchten. Dann schieben sie eine Banane in die Kokusnuss und verstecken sich. Der neugierige Affe kommt alsbald vom Baum, steckt die Hand in die Kokusnuss, fühlt die Banane und packt sie. Das Loch ist so beschaffen, dass die schmale, ausgestreckte Affenhand zwar hineinpasst, die zur Faust geballte Hand samt Banane aber nicht mehr herausgezogen werden kann. Er brauchte die Banane nur loszulassen, um wieder frei zu sein, aber die meisten Affen schaffen es einfach nicht, ihre Beute freizugeben. Reflexion: Welche Parallelen gibt es zwischen dem Inhalt der Geschichte und meinen Problemen? Quelle: Burkhard, A.: Achtsamkeit. Entscheidung für einen neuen Weg, Stuttgart 2010 S. 9. D 7 D 7 Geschichte zum Loslassen 153 Meditation zum wohlwollenden Miteinander Setzen Sie sich an einem ruhigen Ort bequem hin. Nehmen Sie allmählich Ihren Atem bewusst wahr. Wählen Sie einen Menschen, für den Sie warme, positive Gefühle empfinden. Stellen Sie sich diese Person bildlich vor, spüren Sie ihre Gegenwart. Sie können sich vorstellen, dass Sie sie mit einer Wolke des Wohlwollens, der Freundschaft umgeben. Sie können auch einige Sätze verwenden, die Ihnen helfen, diese Gefühle hervorzubringen: Mögest du glücklich sein! Mögest du frei von jeder Form von Gefahr sein! Mögest du so lange wie möglich gesund sein! Mögest du in Frieden leben! Ersetzen Sie nun diesen Menschen durch eine bildliche Vorstellung Ihrer selbst. Bringen Sie diese Gefühle, die Sie eben für einen anderen Menschen erzeugt haben, nun sich selbst gegenüber hervor. Anschlie- ßend können Sie weitere Personen mit einschließen und diese Meditation auf Ihre Freunde, Nachbarn und Kollegen bis hin zu allen Lebewesen erweitern. Sie können auch Menschen mit einschließen, mit denen Sie Schwierigkeiten haben, sogar solche, für die Sie zum Beispiel Gefühle des Zorns hegen. Diese Menschen haben es wahrscheinlich noch nötiger als andere, von Gefühlen der Angst, der Aggressivität, des Grolls, des Hasses geheilt zu werden. Und vor allem: Indem Sie ihnen Liebe senden, tun Sie sich selbst doppelt Gutes. Diese Übung können Sie überall machen: im Stau, in einem Zug, im Garten, vor dem PC. Sie vermittelt ein Gefühl tiefen Friedens und Wohlbefindens. E 1 Anhang 154 Quellen: Kotsou, I.: Das kleine Übungsheft. Achtsamkeit, Berlin9 2018. Anderssen-Reuster, U: Achtsamkeit in Psychotherapie und Psychosomatik. Haltung und Methode, Stuttgart2 2011 S. 231. E 1 Meditation zum wohlwollenden Miteinander 155 Achtsame Kommunikation im Arbeitsalltag 1. Achtsam zuhören Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Art, wie Sie zuhören. Achten Sie besonders auf die verschiedenen Impulse, die Sie möglicherweise haben: Ihrem Gegenüber das Wort abzuschneiden, schon an die Antwort zu denken oder gedanklich abzuschweifen… Ist es möglich, zuzuhören, ohne mit dem Gesagten einverstanden zu sein? Einfach zuzuhören? Achten Sie auf Ihre Empfindungen, Ihren Gesichtsausdruck und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Stimme Ihres Gesprächspartners: auf ihren Klang, ihre Beschaffenheit, ihre Intensität. 2. Achtsam Gespräche führen Beobachten Sie Ihren Impuls, zu sprechen, etwas zu sagen. Seien Sie sich Ihrer Angst bewusst, sich richtig auszudrücken, falls das der Fall ist. Atmen Sie achtsam und ergreifen Sie dann das Wort. Beobachten Sie, was in Ihrem Geist und in Ihrem Körper vor sich geht, und schaffen Sie Raum, um die Antwort wahr- und anzunehmen. Eine Einladung Da dürfen Sie (…) nicht erschrecken, wenn (…) eine Unruhe, wie Licht und Wolkenschatten, über Ihre Hände geht und über all Ihr Tun. Sie müssen denken, dass etwas an Ihnen geschieht, dass das Leben Sie nicht vergessen hat, dass es Sie in der Hand hält; es wird Sie nicht fallen lassen. Warum wollen Sie irgendeine Beunruhigung, irgendein Weh, irgendeine Schwermut von Ihrem Leben ausschließen, da Sie doch nicht wissen, was diese Zustände an Ihnen arbeiten? Warum wollen Sie sich mit der Frage verfolgen, woher das alles kommen mag und wohin es will? Da Sie doch wissen, dass Sie in den Übergängen sind, und nichts so sehr wünschten, als sich zu verwandeln. Quelle: Rainer Maria Rilke, Briefe an einen jungen Dichter Quelle: Kotsou, I.: Das kleine Übungsheft Achtsamkeit, Berlin9 2018 S. 57 f. E 2 Anhang 156 Wirkung des wertschätzenden Umgangs Ist mein Wertschätzungskonto im Haben? Der Forscher John Gottman hat herausgefunden, was jeder von uns spürt, vielleicht aber nicht so richtig wahrhaben will: Gezeigte Anerkennung und Kritik müssen in einem „guten“ Verhältnis zueinander stehen. Jeder von uns benötigt 5mal mehr Wertschätzung als Kritik. Wenn Sie Menschen in Ihrem Wachstum stärken wollen und Ihnen an einem erfreulichen Zusammenleben gelegen ist, lohnt es sich sehr, auf das Wertschätzungskonto zu schauen. Eine ganze Reihe von weiteren Forschungen haben bewiesen, dass Sie mit mehr Anerkennung – also E 3 E 3 Wirkung des wertschätzenden Umgangs 157 mit gezeigter Wertschätzung – wesentlich mehr Erfolg erzielen als mit Kritik. Man spricht von 20–30 Prozent „Mehrwert“. Als Betriebswirt würde ich sagen, eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent bei gleichbleibenden Kosten ist ganz schon ordentlich, oder? Quelle: Gottman, J. M.: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe, Berlin4 2016 S. 105 ff. Anhang 158 Achtsamkeit im Umgang mit Patienten und Bewohnern Schwierigkeiten treten nach Sachse immer dann auf, wenn ineraktionale Grundbedürfnisse beeinträchtigt oder vom Patienten/Bewohner als bedroht wahrgenommen sind. Es handelt sich dabei um Bedürfnisse nach – Anerkennung, Wertschätzung – Wichtigkeit – verlässlicher Beziehung – solidarischer Beziehung – Autonomie – Unverletzlichkeit des eigenen Territoriums und der eigenen Grenzen Da Begegnungen mit „schwierigen“ Bewohnern/Patienten immer in einem bestimmten Kontext stattfinden, erfolgt das Zusammentreffen immer im Hier und Jetzt. Eine hilfreiche Frage, die sich Pflegekräfte immer stellen können, um eine Reaktion auf eine eingetretene Situation abzuschätzen ist, ob die Folgen der Interaktion für die Gesundheit und das Wohlbefinden dessen nützlich sein werden. Häufig tragen bereits die räumlichen Bedingungen sowie die gerade vorliegenden Umgebungsfaktoren zur Eskalation oder im besseren Fall zur Deeskalation bei. Pflegende sollten sich daher folgende Fragen stellen: – Steht der Bewohner/Patient unter Zeitdruck? – Gab es belastende Tagesereignisse für den Bewohner/Patient? – Ist der Bewohner/Patient aus einem Interesse hier? – Ist die Finanzierung für den Bewohner/Patient gesichert? – Ist die Situation für den Bewohner/Patient neu? Durch die Achtsamkeit des Pflegepersonals für Person sowie Situation lassen sich Situationen für alle Beteiligten positiv gestalten und Verstrickungen auflösen. Dies geschieht durch: – Empathie im Interaktionsprozess – Akzeptanz und Wertschätzung dem anderen gegenüber – Kommunikationskompetenz – Selbstfürsorge E 4 E 4 Achtsamkeit im Umgang mit Patienten und Bewohnern 159 Quelle: Kowarowsky, G.: Herausforderung im Alltag: Der „schwierige Patient“ – Es gehören immer zwei dazu, in: Pflegezeitschrift 2011 Jg. 64, Heft 12 S. 716 ff. Anhang 160

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References

Zusammenfassung

Psychische Arbeitsbelastungen sind ein Faktum unserer Arbeitswelt. Was sind die Ursachen, die bei Stations- und Wohnbereichsleitungen in Kliniken und Altenheimen zu einem Burnout führen und wie kann ihnen begegnet werden? Führungskräfte und Mitarbeitende profitieren gleichermaßen von einem achtsamkeitsbasierten Ansatz in der Personalführung, da die individuellen Ressourcen zum Umgang mit belastenden Situationen im Beruf und im Alltag von ihnen gestärkt werden.

Der Inhalt des Buches zeigt zum einen die vielschichtige Situation für Leitungskräfte und auch Beschäftigte in der Pflege im Gesundheitswesen auf. Zum anderen wird im Anschluss praxisnah verdeutlicht, wie sich auf Basis von Achtsamkeit individuelle Lernprozesse positiv beeinflussen lassen.