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8. Umwelt in:

Peter Heinze

Bundeswehr beeindruckt Deutschlands Osten, page 327 - 332

Ein Journalist erlebte die Armee der Einheit

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4410-0, ISBN online: 978-3-8288-7411-4, https://doi.org/10.5771/9783828874114-327

Tectum, Baden-Baden
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327 8. Umwelt „Naturschutz durch Panzer“ hat Zukunft Unter den Naturschützern Deutschlands, die traditionell ablehnend oder zumindest kritisch gegenüber dem Militär und der Truppenausbildung in freier Natur eingestellt sind, gibt es neuerdings ein Umdenken. Auch wenn gelegentlich die Forderung „Naturschutz statt Panzer“ erhoben und die Konversion großer Übungsplätze gefordert wird, so fragen Naturexperten heute immer häufiger: „Was macht Truppenübungsplätze so wertvoll?“ Die Bundeswehr, so Naturschutz-Vizepräsident Christian Unselt, verweise auf „den hohen Wert ihrer Übungsgelände für den Arten- und Biotopschutz“. Sie zeige „an Beispielen mit beachtlichem Arteninventar, dass die Überschrift ‚Naturschutz durch Panzer‘ gerechtfertigt erscheinen könnte“. Auch wenn eine weitere militärische Nutzung von Truppenübungsplätzen oft nicht zu verantworten sei, so in Wildflecken im Biosphärenreservat Rhön, gebe es aber „viele Fälle, in denen die militärische Nutzung nicht im Widerspruch zu den Belangen des Naturschutzes steht“. Unselt: „Seit einigen Jahren spielt bei den Streitkräften der Umwelt- und Naturschutz eine größere Rolle.“ Da es oft auch von Naturschutzseite die Forderung „Kein Militär!“ gab, sei die Bundeswehr „doch ein bisschen kontaktscheu“ geworden. „Wir versuchen jetzt, auf einer rein sachlichen Ebene mit der Bundeswehr ins Gespräch zu kommen, um dann auch bei der Nutzung der Truppenübungsplätze durch das Militär zukünftig dem Naturschutzgesichtspunkt mehr Rechnung zu tragen.“ Es gebe durchaus Ansatzpunkte. Die Diskussion in der Vergangenheit über „Sinn und Zweck der Bundeswehr“ habe eine Hemmschwelle aufgebaut. Das Institut für Ökologie und Naturschutz Berlin, so deren Direktor, hat mehr als 110 000 Hektar Truppenübungsplätze untersucht. Die meisten Gebiete wurden von den russischen Truppen genutzt, die seiner Meinung nach „für den rücksichts- und gedankenlosen Umgang mit ihren Liegenschaften bekannt und berüchtigt“ waren. Trotzdem seien die Flächen „durch die Biotopausstattung für die Erhaltung gefährdeter Arten und Lebensgemeinschaften in der Regel von enormer Bedeutung“. Er schlussfolgert: „Es ist unverkennbar und ausreichend dokumentiert, dass auf Truppen- übungsplätzen Tier- und Pflanzenarten anzutreffen sind, die wir in der zivil genutzten Kulturlandschaft an den Rand des Aussterbens gebracht haben.“ Die Bedeutung von Trup- 328 Heinze: Bundeswehr beeindruckt Deutschlands Osten penübungsplätzen sei für den Naturschutzbund unbestritten. „Es ist grotesk, dass zum Beispiel der als ‚ausgestorben‘ oder doch zumindest als ‚verschollen‘ geführte Echte Kiemenfuß, eine Kleinkrebsart, jetzt mehrfach, aber ausschließlich auf Truppenübungsplätzen wiedergefunden wurde.“ Als Ursache für den „hohen Wert“ militärischer Übungsplätze nennt Unselt die Größe von meist mehreren tausend Hektar, die Nährstoffverhältnisse ohne Dünger und Pestizide, die auf kleine Flächen begrenzten Eingriffe beim Wasserhaushalt sowie die Unzerschnittenheit der Gebiete, in denen feste Wege gewöhnlich nur in Randbereichen, in der Nähe von Kasernen und auf den Anmarschwegen zum Übungsplatz angelegt sind. Die einseitige Nutzung und Unberührbarkeit der Natur führte zu diesem breiten Spektrum an Biotopen mit Lebensräumen für sensible Arten. Auch aus diesen Gründen seien vier Fünftel der von den Russen an Bund und Länder zurückgegebenen 243 000 Hektar Übungsfläche für den Naturschutz von großer Bedeutung, meint der NABU. Dies sei die letzte Chance, in Mitteleuropa große, unzerschnittene Gebiete mit nicht nivelliertem Nährstoff- und Wasserhaushalt für den Naturschutz zu sichern. Ein „zweites Nationalparkprogramm“ mit ehemaligen Truppenübungsplätzen wie Kindel- Weberstedt in Thüringen könnte so entstehen. Deutschland würde damit auch internationalen Verpflichtungen nachkommen, zehn Prozent der Landesfläche bis zum Jahr 2000 unter Naturschutz zu stellen. (1994) Weniger Schießbahnen für großkalibrige Waffen In der Bundeswehr ist der Schutz von Natur und Umwelt seit fast zweieinhalb Jahrzehnten bewährte Praxis. Besonders mit dem neuen Übungsplatzkonzept können Verteidigungsauftrag und Umweltschutz sinnvoll miteinander verknüpft werden. Diese Einschätzung traf das Bundesverteidigungsministerium. Die Bundeswehr nutzt gegenwärtig in den alten Ländern 20 Truppenübungsplätze mit einer Gesamtfläche von 145 000 Hektar. In den neuen Ländern – „wo die NVA nicht nur Biotope hinterlassen hat“, hieß es – übernimmt sie 11 mit insgesamt 118 000 Hektar Fläche. Au- ßerdem stehen ihr drei Übungsplätze im Ausland zur Verfügung. Wenn dies auch für die künftigen 370 000-Mann-Streitkräfte mehr Übungsfläche als für die bisherige Bundeswehr bedeute, so werde doch damit den Empfehlungen von Umweltfachleuten entsprochen und eine „spürbare Entlastung von Mensch und Umwelt erzielt“. So finden auf diesen Plätzen weitgehend Übungen mechanisierter Einheiten und Verbände statt. Damit können im Vergleich zum freien Gelände Flurschäden – 1985 waren es 200 Millionen DM, 1991 rund 40 Millionen DM – und Behinderungen des Straßenverkehrs wesentlich reduziert werden. Wirklichkeitsnahe Ausbildung der Streitkräfte ist nunmehr auch ohne Lärmbelästigung möglich. Dazu werden gegenwärtig 570 Schieß- , 36 Fahr- und 21 Flugsimulatoren eingesetzt. Für weitere 68 sind die Kaufverträge unterzeichnet. Nun kann jeder Panzersoldat etwa 60 Prozent seiner Fahrausbildung an solchen modernen Übungsgeräten erhalten, 329 8. Umwelt ohne dass Pflanzendecken zerstört und Boden verdichtet werden. Für das Heer bedeutet dies jährlich bei Panzern eine Treibstoffeinsparung für rund 100 000 Fahrkilometer, von den Abgasen ganz abgesehen. Die Bundeswehr wird in den alten Bundesländern auf 25 Prozent der Schießbahnen für großkalibrige Waffen verzichten, in den neuen Bundesländern sogar auf 75 Prozent. Die ökologische Entwicklung auf den Übungsplätzen wird gefördert. Diesem Anliegen – verbunden mit vielfältigen landschaftspflegerischen, forstlichen und geländebaulichen Maßnahmen – dienen auch kürzere Nutzungszeiten zugunsten der Instandsetzung sowie Übungs-Ausweichflächen zur Renaturierung. Um den hohen Naturwert der Bundeswehr-Übungsplätze zu erhalten und wo möglich weiter auszubauen, so Staatssekretär Peter Wichert, wurde im November 1992 eine gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und der Bundesforstverwaltung erarbeitete Richtlinie in Kraft gesetzt. Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten sind darin besondere Schutzbereiche für Boden, Wasser, Luft, Fauna und Flora vorgesehen, „wo nicht oder nur sehr begrenzt geübt werden darf “. Außerdem bewähren sich seither die vorgeschriebenen Benutzungs- , Bodenbedeckungs- und Pflegepläne. In „Geländebetreuungsgruppen“ sorgen inzwischen 3 500 zivile Mitarbeiter der Bundeswehr in den Standorten im engen Kontakt mit den Einheiten für eine umweltgerechte Nutzung der Liegenschaften. „Sie informieren und beraten die Truppe, beseitigen Schäden im Gelände, sie sichern und pflegen Biotope.“ (1994) Bundeswehr setzt neue Umwelt-Maßstäbe Die Bundeswehr setzt im Osten Deutschlands neue Maßstäbe im Umweltschutz. Wo einst 60 Truppenübungsplätze von Nationaler Volksarmee und Westgruppe der russischen Truppen mit wenig Rücksicht auf Mensch und Natur für eine kriegsnahe Gefechtsausbildung genutzt wurden, stehen künftig nur noch neun verkleinerte Areale für militärische Übungen zur Verfügung. Hinzu kommen 40 Standortübungsplätze in der Größe von 150 bis 500 Hektar. Die Devise der neuen Nutzer lautet: Bevölkerung entlasten, Umwelt schonen, angemessen üben. Da die Bundeswehr bereits vor der Einheit Deutschlands über ein in sich geschlossenes Umweltkonzept verfügte, konnte sie hier beim Aufbau der Streitkräfte vielfältige Erfahrungen einbringen. Das betraf den Schutz von Boden, Wasser und Luft sowie von Fauna und Flora. Wie sich das Heer die umweltfreundliche Ausbildung seiner Einheiten vorstellt, wurde auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück bei Eggesin (Mecklenburg-Vorpommern) der Öffentlichkeit demonstriert. Nach anderthalb Jahren enger Zusammenarbeit der Truppe mit den Bundesforst- und Standortverwaltungen sowie Naturschutzdienststellen des Landes entstand hier ein Pilotprojekt. Sein wichtigstes Merkmal: Der Übungsplatz von einst 330 Heinze: Bundeswehr beeindruckt Deutschlands Osten 23 000 Hektar umfasst jetzt ein Viertel der bisherigen Fläche. Außerdem wird die Lärmbelästigung ganz wesentlich reduziert – die ehemals 64 Wochenstunden Schießzeit rund um die Uhr (auch an Wochenenden waren Panzer- und Artilleriesalven kilometerweit zu hören) verringert sich nun um die Hälfte. Es darf auch nur noch zweimal nachts geschossen werden. Und noch etwas völlig Ungewöhnliches haben die neuen Streitkräfte möglich gemacht: Die Anwohner können sonnabends, sonntags und an Feiertagen den Wald des Übungsplatzes auf markierten Wegen durchstreifen. Die Fachleute sprechen hier von einer „Pufferzone“, völlig ohne Gefahren für Spaziergänger. Gerade dieses Novum hat die Bevölkerung, zu der ein sehr hoher Anteil ehemaliger NVA- Berufssoldaten gehört, mit Freude aufgenommen. Von der NVA-Panzerdivision waren alle Zufahrtswege so versperrt worden, als hätte sie die waldreiche Umgebung „für sich allein gepachtet“, sagte man mir dort. Jedoch gilt jetzt für Spaziergänger wie für Bundeswehrangehörige gleichermaßen das „Betreten verboten“ bei besonderen Schutzgebieten. Hier nisten vom Aussterben bedrohte Vögel – darunter Seeadler und Kranich, Wiedehopf und nordische Nachtigall. Wie zu erfahren war, gilt diese Vorsichtsmaßnahme auch dem Schutz vor Diebstahl von Eiern und Jungtieren. Seltene Heidevegetation macht die bisher von der Außenwelt abgeschlossenen Areale für Umweltschützer besonders interessant. Die umweltschonende Vorsorge für Biotope, Tierwelt und Landschaftsteile umfasst also vielfältige Aktivitäten. Auch die fachgerechte Rekultivierung, so bei besonders stark befahrenem Gelände, und die Beseitigung von Altlasten haben im neuen Bundeswehrkonzept hohen Stellenwert. Davon konnten sich Vertreter ostdeutscher Landesregierungen, Bürgermeister und Abgeordnete von Städten und Gemeinden gemeinsam mit Mitgliedern des Bundestages überzeugen. Ihr Interesse galt auch der Erosionsvermeidung, der Aufforstung und der Bekämpfung von Waldbränden. Das „Militärisch Handeln mit ökologischer Verantwortung“ – so die Devise der neuen Hausherrn – fand bei den Gästen breite Zustimmung. Damit Jägerbrück kein Einzelbeispiel bleibt, gibt es Umweltplanungen für weitere Truppenübungsplätze im Beitrittsgebiet. In der Letzlinger Heide bei Magdeburg (Sachsen-Anhalt), wo sich das bedeutendste Grundwasserreservoir Mitteldeutschlands befindet, wird künftig auf den scharfen Schuss verzichtet und von den Gefechtsfahrzeugen aus nur mit Laser-Strahlen geübt. In Ohrdruf am Fuße des Thüringer Waldes, wo einst die Wehrmacht ihr modernstes Kriegsgerät erprobte und nach Ende des Zweiten Weltkrieges zuerst amerikanische Truppen und später über Jahrzehnte ein sowjetischer Großverband die Stellungen bezogen, ergaben Lärmmessungen beim Panzer Leopard 2 dessen Umweltverträglichkeit für die Anwohner des Übungsgeländes. 331 8. Umwelt Die Bundeswehr will mit ihrem Umweltkonzept ein „weiteres sichtbares Zeichen“ für die Einheit im Innern setzen. Das erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Bernd Wilz vom Bundesverteidigungsministerium in Eggesin. Er verwies zudem auf die langfristig geplanten 17 Milliarden DM zur Modernisierung von Bundeswehr-Einrichtungen im Beitrittsgebiet. Wenn nun die Truppenübungsplätze außerhalb der Schießzeiten „grundsätzlich offen“ seien, so drücke das auch aus, „dass es bei uns keine Geheimniskrämerei gibt“, meinte der Politiker. „Wir wollen die Bevölkerung einbinden, auch ihre Anregungen berücksichtigen, damit die Menschen hier ihre eigene Heimat wiedererkennen lernen.“ Auch das kennzeichne die Bundeswehr „als eine Verteidigungsarmee, was man zuvor von NVA und WGT nicht sagen konnte“. (1994) Nach dem Kalten Krieg: Versöhnung mit der Natur Die Sanierung der ökologischen Altlasten des Kalten Krieges ist eine der großen Zukunftsaufgaben für die Nato. So Bundesumweltminister Dr. Klaus Töpfer (CDU) 1993 auf einem Workshop „Militärische Altlasten“ in Berlin mit Umweltexperten und Militärs aus 24 Ländern. „Der Entspannung zwischen Ost und West muss im militärischen Bereich eine Versöhnung mit der Natur folgen. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Verbesserung der Lebensverhältnisse und die ökonomische Entwicklung in Mittel- und Osteuropa.“ Stück für Stück fällt der Schleier der Geheimhaltung von den militärischen Liegenschaften und gibt den Blick frei auf die ökologischen Hinterlassenschaften der Kriegs- und Besatzungszeit, erklärte Töpfer. „Doch nicht nur Altlastensanierung ist notwendig, sondern wir brauchen Soldaten, die vorsorgenden Umweltschutz als Teil ihres Verteidigungsauftrages begreifen. Die Aufgeschlossenheit hochrangiger Militärvertreter empfinde ich deshalb als ermutigendes Signal für den Umweltschutz.“ Wie der Umweltminister berichtete, machen militärische Liegenschaften von Bundeswehr, ehemaliger NVA, der Nato sowie der Streitkräfte der Sowjetunion, der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Kanadas, der Niederlande und Belgiens mit zirka einer Million Hektar rund drei Prozent der deutschen Landesfläche aus. Das entspricht der vierfachen Grö- ße des Saarlandes. Es gebe bereits erste Erfahrungen aus dem 3-Jahre-Pilotprogramm zur „flächendeckenden Erfassung, Bewertung und Gefährdungsabschätzung von Altlastenflächen“ bei der Westgruppe der sowjetischen Truppen. Dieses Vorhaben, von der Bundesregierung mit 70 Millionen DM finanziert, umfasst die Entwicklung einer standardisierten Erfassungsmethodik zur Gewinnung vergleichbarer Daten. Bei der Auswertung von 874 ganz- oder teilweise geräumten Liegenschaften wurden bisher etwa 20 000 Altlastenverdachtsfälle festgesetzt. In 1 518 Fällen mussten Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, um eine unmittelbare Gefährdung abzuwehren. In 50 Prozent der Fälle handelte es sich um Verschmutzungen durch Mineralöl, in etwa 40 Prozent um zum 332 Heinze: Bundeswehr beeindruckt Deutschlands Osten Teil schadstoffbelasteten Schrott und um fünf Prozent um Munitionsreste oder Blindgänger. Auf den Liegenschaften der Westalliierten gilt bereits seit 1974 deutsches Umweltrecht. So finden bei den amerikanischen Truppen seit 1980 systematisch Sanierungs- und Vorsorgemaßnahmen statt. Diese haben als erste eine Bestandsaufnahme über 364 Verdachtsflächen auf 850 Liegenschaften vorgelegt. Das Bundesumweltministerium stellt die auf dem Gebiet der militärischen Altlasten gesammelten Erfahrungen seit 1991 im Rahmen eines Beratungsprogramms den Staaten Mittel- und Osteuropas zur Verfügung. Vorgesehen sind weiterhin als Hilfe die Bewertung einer Militärliegenschaft in Estland, die Fortbildung von Sprengstoffexperten aus den baltischen Staaten oder die Übergabe von Minen- und Munitionsgerät aus NVA-Beständen. Minister Töpfer: „Die deutsche Einheit hat uns im Bereich ‚militärische Altlasten‘ ein Knowhow eingebracht, das unsere Partner im Osten dringend benötigen. Wir wollen diese Erfahrungen teilen. Letztlich ist aber nur das Militär selber dazu in der Lage, die von ihm verursachten Schäden im internationalen Maßstab gründlich zu beseitigen und ihnen in Zukunft vorzubeugen. Ich würde mir wünschen, das vom nächsten Nato-Gipfel im Januar 1994 ein entsprechendes Signal nach Osteuropa ausgeht.“

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Abstract

With the end of the GDR and Germany's unification three decades ago the National People's Army also stopped being a force. A part of their soldiers now served under the banner of their former opponent. On the "Retreat" from the Cold War between East and West mastered the Bundeswehr this human and military mission: the army of unity became

to the army of all Germans. Never before has the military peacefully achieved so much!

The accession area became a pilot for the new army structure. A smaller air force secured the airspace. For the German Seenation went the course change towards "unlimited horizon". In the Bundeswehr were Scharnhorst visions, whose tomb on the Invalidenfriedhof in Berlin again shines in the old glory, reality – army as alive part of a state, soldier service an honor service. The new armed forces took Europe's commitment to peace and democracy, too international

responsibility for peacekeeping operations. and conflict resolution.

Zusammenfassung

Mit dem Ende der DDR und Deutschlands Wiedervereinigung vor drei Jahrzehnten hörte auch die Nationale Volksarmee auf, eine Streitmacht zu sein. Ein Teil ihrer Soldaten diente nun unter der Fahne des einstigen Gegners. Auf dem „Rückzug“ vom Kalten Krieg zwischen Ost und West meisterte die Bundeswehr diese menschliche und militärische Mission mit Bravour: Die Armee der Einheit wurde zur Armee aller Deutschen. Nie zuvor hat Militär friedlich so viel erreicht. Das Beitrittsgebiet bekam Pilotcharakter für die neue Heeresstruktur. Eine kleinere Luftwaffe sicherte den Luftraum mit Air Policing und Flugabwehr. Trotz Schlankheitskur ging der Kurswechsel für die deutsche Seenation mit dem Welthandel in Richtung „unbegrenzter Horizont“. In der Bundeswehr wurden Scharnhorst-Visionen, dessen Grabmal auf dem Berliner Invalidenfriedhof wieder in altem Glanz erstrahlt, Realität: Armee als lebendiger Teil eines Staates, Soldatendienst ein Ehrendienst. Peter Heinze widmete sich seit dem Tag der Deutschen Einheit besonders der Bundeswehr im Beitrittsgebiet. Mit dem Ende des Kalten Krieges verfolgte der ostdeutsche Journalist den Abzug russischer Truppen als größte Militärbewegung im Nachkriegseuropa und die internationale Abrüstung unter der Devise „Vertrauen gegen Vertrauen“. Der vorliegende Band versammelt seine Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten 30 Jahre und bietet so einen ebenso fundierten wie persönlichen Überblick über die Wiedervereinigung in der nun gesamtdeutschen Armee.