Content

Titelei/Inhaltsverzeichnis in:

Alina Christin Meiwes

Die Tiermalerin Rosa Bonheur, page I - XII

Künstlerische Strategien und kunsthistorische Einordnung im Kontext der Vermittlung

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4408-7, ISBN online: 978-3-8288-7408-4, https://doi.org/10.5771/9783828874084-I

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 26

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
A lin a C hr ist in M ei w es Di e Ti er m al er in R os a Bo nh eu r Tectum Alina Christin Meiwes Die Tiermalerin Rosa Bonheur Künstlerische Strategien und kunsthistorische Einordnung im Kontext der Vermittlung Band 26K Kunst · Vermittlung Kulturelle Bildung ontext KONTEXT Kunst Vermittlung Kulturelle Bildung KONTEXT Kunst – Vermittlung – Kulturelle Bildung Band 26 Die Tiermalerin Rosa Bonheur Künstlerische Strategien und kunsthistorische Einordnung im Kontext der Vermittlung von Alina Christin Meiwes Tectum Verlag Alina Christin Meiwes Die Tiermalerin Rosa Bonheur Künstlerische Strategien und kunsthistorische Einordnung im Kontext der Vermittlung KONTEXT Kunst – Vermittlung – Kulturelle Bildung. Band 26 ePDF: 978-3-8288-7408-4 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4408-7 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1868-6060 Zugl. Dissertation an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn, Institut für Kunst, 2018 Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung dieses Bildes: Rosa Bonheur, Un Vieux Monarque, 1879, 95 x 76 cm, Öl auf Leinwand, Madrid, Museo Nacional del Prado © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2020 Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. V Inhalt Vorwort VII Abstract XI 1. Einleitung 1 2. Forschungsstand 7 3. Bonheurs Biografie und künstlerische Ausbildung 15 4. Das 19. Jahrhundert in der Kunst: Der Ansatz der Stilgeschichte 29 4.1 Romantik 31 4.2 Realismus 34 4.2 Kunst und Politik im 18. und 19. Jahrhundert 38 4.4 Naturalismus, Realismus und Idealismus 41 5. Tiermalerei: Geschichte und Genrebildung 49 5.1 Holländische Tiermalerei im 17. Jahrhundert 53 5.2 Englische Tiermaler im 18. und 19. Jahrhundert 58 5.3 Die Animaliers im 19. Jahrhundert 65 6. Werkanalyse 69 6.1 Das Hundeporträt 69 6.1.1 Der künstlerische Kontext des Hundeporträts 74 VI Inhalt 6.1.2 Das Hunde-Sujet im kulturwissenschaftlichen Diskurs 84 6.1.3 Von großen und kleinen Hunden: Bonheurs Porträt mit Hund 92 6.2 Das Löwenmotiv: Deutungszusammenhänge 103 6.2.1 Der künstlerische Kontext der Löwendarstellung 108 6.2.2 Künstlerische Praxis, Abbild und Realität 120 6.3 Bonheurs Indianerdarstellung 127 6.3.1 Die Weltausstellung von 1889 und der Wilde Westen 132 6.3.2 Kunst versus Dokumentation: Künstlerische Arbeitsweisen 137 6.4 Bonheurs Werk und der Realismusbegriff 144 6.4.1 Changement de Pâturages 146 6.4.2 Abgrenzung zum Realismus 149 6.5 Schlussbetrachtung der Werkanalyse 155 7. Didaktische Themenbestimmung und Kontextualisierung 165 7.1 Why Have There Been No Great Women Artists in the Classroom? 165 7.2 Kunstdidaktische Theorien: Verortung des Vermittlungsmodells 167 7.2.1 Kunstgeschichte als Bezugswissenschaft des Kunstunterrichts 168 7.2.2 Didaktischer Konstruktivismus 171 7.2.3 Ästhetische Forschung 173 7.2.4 Fächerübergreifender Kunstunterricht 178 7.3 Vermittlungszugänge: Themenwerkstatt Rosa Bonheur 179 7.3.1 Unterrichtsbaustein: künstlerische Mittel 181 7.3.2 Unterrichtsbaustein: historische, philosophische und weitere Kontexte 193 7.3.3 Unterrichtsbaustein: Alltagswelt 202 7.3.4 Unterrichtsbaustein: Bezug Gegenwartskunst 205 7.4 Schlussbetrachtung und Grafik zur Themenwerkstatt Rosa Bonheur 209 8. Literaturverzeichnis 211 9. Abbildungsverzeichnis 221 VII Vorwort In Frankreich zählt die Tiermalerin Rosa Bonheur (1822–1899) zu den führenden Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts. Ihre Werke sind vor allem in bedeutenden Museen der USA, in Frankreich wie in England zu finden. Sie schrieben Kunstgeschichte. Die Künstlerin wurde bereits sehr früh gefeiert und hoch geehrt, ihre Bilder zu astronomischen Summen gehandelt. Ihre Kunstwerke, die dem Naturalismus, beziehungsweise dem Realismus zugeordnet wurden, initiierten lebhafte Debatten und Diskurse. Rosa Bonheur drang konsequent und unabhängig in die festgefügten männlich dominierten Lebensbereiche ihrer Zeit ein. Es gelang ihr äußerst erfolgreich, im Zeitalter der massiven Industrialisierung die Sehnsüchte der Gesellschaft nach Emotionen, repräsentiert durch unterschiedliche Tiermotive, aufzugreifen und anzusprechen. Sie beanspruchte die Deutungshoheit über ihr Werk und entwickelte unabhängige Vermarktungsebenen für ihre Kunst – mit diesen Strategien gewann sie selbst europäische Königinnen als Kundinnen und Bewunderinnen. Den folgenden Generationen von Künstlerinnen wurde sie zum Vorbild. Jedoch wurden das Leben und Werk der außergewöhnlichen Malerin in Deutschland bisher kaum wahrgenommen. Somit kommt dieser facettenreichen Untersuchung von Alina Meiwes ein wichtiger Stellenwert zu. Sie widmet sich auf dem neuesten Stand der internationalen Forschung der Biografie und dem künstlerischen Werdegang von Rosa Bonheur. Das Motivspektrum der Künstlerin bewegt sich dabei eher in einem Randbereich der heutigen kunstgeschichtlichen Forschung, aber überaus populär zu ihrer Zeit: dem Genre der Tiermalerei. Folgend werden ihre Gemälde als bedeutende Dokumente wesentlicher gesellschaftlicher und kunsthistorischer Entwicklungen des 19. Jahrhunderts in Europa herausgearbeitet, auch durch VIII Vorwort einen Blick auf die kolonialen Diskurse und Bildwelten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um Entwicklungen im Bereich der Malerei, die im historischen Rückblick – in einer breiten Rezeptionsgeschichte bis in die Gegenwart – von dem Siegeszug des Impressionismus als „Bildsprache der Moderne“ überlagert wurden. Sie gelten in aktuellen Vermittlungskontexten eher als traditionsbeladene Kunst. Daher werden sie weniger wertgeschätzt und als möglich relevanter Bildungsinhalt betrachtet. Alina Meiwes intendiert mit der Darstellung des Lebens von Rosa Bonheur und ihrem Werk auch eine Dekonstruktion der in der Forschungsliteratur immer noch fortgeschriebenen Mythenbildung um die Biografie der Malerin und verwendet dazu die neueren Ansätze der Gender-Forschung. Die ungewöhnliche Lebensführung der Künstlerin, kontrastierend zu den Konventionen ihrer Zeit, provozierte und faszinierte ihre ZeitgenossInnen. Mit dieser Untersuchung gelingt es, das Werkverständnis und die Interpretationsmuster der Biografie der Künstlerin mit erweiterten Begrifflichkeiten zu sehen, neu zu lesen und zugleich die kunstgeschichtliche Bestimmung ihrer künstlerischen Positionierung zeitgemäß zu konturieren. Weitergeführt wird die Perspektive auf die Werkentwicklung von Bonheur durch eine Darstellung der Geschichte der Tiermalerei, ihrer grundlegenden kunsthistorischen Positionen, der Etablierung der Ausbildung und ihrer verschiedenen Genres ab dem 17. Jahrhundert. Dazu gehören auch die so genannten „Animaliers“ im 19. Jahrhundert. So werden KünstlerInnen jener Epoche bezeichnet, die in den expandierenden zoologischen Anlagen Tiere studierten, zeichneten und Gemälde anfertigten – bisher in der Erforschung unterschiedlichster Künstlerbiografien höchstens ein Randthema. Hier werden weiterführende Schnittstellen geöffnet, so zu der kolonialen Ästhetik, dem Exotismus des 19. Jahrhunderts, den großen Weltausstellungen und den damit verbundenen europäischen Fantasien. Dass Rosa Bonheur in diesen historischen Ebenen wahrgenommen und diskutiert wird, verweist auch auf ihre besondere gesellschaftliche Position, da sie später durch ihre künstlerischen Erfolge einen großen privaten Zoo neben ihrem Domizil unterhalten konnte. IX Vorwort Mit dieser Untersuchung wird ebenso erneut die Problematik aufgegriffen, warum die seit den 1970-er Jahren vorliegenden Ergebnisse zur Frauenkunst- Forschung bisher kaum in den aktuellen schulischen Unterrichtskanon integriert wurden. Vor dieser Folie öffnet Alina Meiwes das Werk von Rosa Bonheur für eine zeitgemäße schulische Vermittlung, indem sie das Modell einer Themenwerkstatt zu der Künstlerin für einen fächerübergreifenden Kunstunterricht entwirft. Es ist mehr als zu wünschen, dass diese wegweisende Konzeption möglichst viele Heranwachsende erreicht und dieses Buch zugleich die verstärkte Rezeption von Rosa Bonheur im deutschsprachigen Raum ebnet. Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender XI Abstract The Animal Painter Rosa Bonheur (1822–1899) – Artistic Strategies, Historical Contexts and Educational Perspectives This thesis focuses on selected animal paintings by French artist Rosa Bonheur (1822–1899). She was the most famous female painter in 19th-century France, creating a huge amount of art works that reflect specific cultural beliefs and values of her time. Bonheur’s pictoral construction of reality shows that her paintings are located at the interface between different artistic strategies. Her works were classified as realist style while her romantic attitude towards life, her pseudo-scientific description of animals and her strongly market-oriented approach were not considered. A deeper understanding of Bonheur’s work is presented in this thesis by drawing connections between animal painting history, social sciences, gender studies and art-historical concepts. Moreover, a didactic perspective towards Bonheur’s art is developed and related to contemporary teaching methods – enhancing its use in educational contexts.

Chapter Preview

References

Abstract

The paper focuses on selected animal paintings of French artist Rosa Bonheur (1822–1899). She was the most famous female painter in 19th-century France, creating a huge amount of art works that reflect specific cultural beliefs and values of her time. Bonheur’s pictoral construction of reality shows that her paintings are located at the interface between different artistic strategies. A deep understanding of Bonheur’s work is presented here by drawing connections between animal painting history, social sciences, gender studies and art-historical concepts. In addition, the topic's educational value is explained and connected to contemporary teaching methods.

Zusammenfassung

Für das 19. Jahrhundert und das Genre der Tiermalerei mit seinen besonderen Ausprägungen ist die Französin Rosa Bonheur (1822–1899) eine der wichtigsten Vertreterinnen der Kunst. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter zahlreiche Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen. Trotz Bonheurs internationaler Bekanntheit zu ihren Lebzeiten haben ihre Arbeiten in der kunstgeschichtlichen Rezeption bislang wenig Aufmerksamkeit erlangt. Erstmals wird hier ein systematischer Einblick in die Malerei, die bildnerische Wirklichkeitskonstruktion und die künstlerischen Strategien Bonheurs gegeben. In einem weiteren Schritt werden zudem Ansatzpunkte für die Vermittlung des Werkes in Form eines didaktischen Themenmodells beschrieben.