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2. Forschungsstand in:

Alina Christin Meiwes

Die Tiermalerin Rosa Bonheur, page 7 - 14

Künstlerische Strategien und kunsthistorische Einordnung im Kontext der Vermittlung

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4408-7, ISBN online: 978-3-8288-7408-4, https://doi.org/10.5771/9783828874084-7

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 26

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
7 2. Forschungsstand Die Bedeutung einer umfassenden und kritischen Auseinandersetzung mit dem Werk Bonheurs wird mit Blick auf den Forschungsstand deutlich. Es gibt zwar Literatur zur Künstlerin, aber der Fokus der bisherigen Diskussion liegt einseitig auf der Biografie oder der Geschlechterrolle Bonheurs. Der Grund dafür scheint zum einen die gute historische Quellenlage zum Lebenslauf der Künstlerin zu sein, die sich mit ihrer damaligen Bekanntheit und ihrem Kontakt zu populären Personen der Geschichte erklären lässt. Zum anderen haben ihre, außergewöhnlich offen gezeigte, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft und starke Frauenrolle das Interesse der aktuellen Genderforschung geweckt. Im Überblick zeigt sich anhand der bisherigen Veröffentlichungen eine schwache Rezeption Bonheurs in Europa, wohingegen ein Forschungsinteresse in den USA bereits im 20. Jahrhundert zumindest ansatzweise bestand. Dies lässt sich auf den erfolgreichen Verkauf ihrer Werke in Amerika und England zurückführen. Im Folgenden soll ein Einblick in den bisherigen Stand der Forschung gegeben werden, um deutlich zu machen, welche Erkenntnisse bereits gewonnen wurden, die möglicherweise hinterfragt werden müssen und welche Forschungslücken Ansatzpunkte des vorliegenden Vorhabens darstellen. Mit Blick auf die Quellenlage ist zunächst eine Unterscheidung historischer und zeitgenössischer Literatur sinnvoll, da sich Art und Umfang der Rezeption Bonheurs gewandelt haben. So erschienen im 19. Jahrhundert und nach der Jahrhundertwende – beziehungsweise nach dem Tod der Künstlerin – zahlreiche journalistische Artikel, Rezensionen und biografische Berichte. Diese Quellen sind wertvolle historische Dokumente und selbst Teil des Forschungsgegenstandes. Die JournalistInnen ihrer Zeit scheinen von Bonheur fasziniert gewesen zu sein. So schreibt zum Beispiel Evan Goderich (118) 1873 für The Aldine in einem Artikel: 8 Forschungsstand „When I heard, the other day, that Rosa Bonheur had at length finished her great painting ‚The Tiger‘ […], I took the first train for Fontainebleau in order to pay the great female painter a visit“. Es gibt viele weitere, sehr subjektiv geprägte Texte in diesem Stil von anderen JournalistInnen, in denen über die Schilderungen zur Künstlerperson hinaus, auch wichtige Hinweise auf das Werk Bonheurs und dessen Entstehung zu finden sind. Außerdem sind einige Fotos der Künstlerin bei der Arbeit und aus ihrem Privatleben vorhanden. Eine der wichtigsten historischen Quellen zum Leben der Künstlerin ist die von Anna Klumpke verfasste (Auto-)biografie über Bonheur mit dem Titel Rosa Bonheur: sa vie, son œuvre. Sie wurde 1908 herausgegeben. Gretchen van Slyke veröffentlichte diese 1997 in englischer Übersetzung unter dem Titel Rosa Bonheur: The Artist’s [Auto] Biography. Das Buch stellt eine eigentümliche Mischung aus Biografie und Autobiografie dar. Klumpke hatte noch in den letzten Lebensjahren Bonheurs, anhand – wie es heißt – ausgiebiger Gespräche mit ihr und auf Wunsch der Künstlerin, Notizen für eine Biografie festgehalten (vgl. Klumpke in Klumpke und van Slyke, 3). Der erste Teil des Buches ist eigentlich ein autobiografischer Bericht Anna Klumpkes darüber, wie sich ihr Kennenlernen und der Alltag mit Bonheur gestaltete. Dieser Bericht enthält also bereits biografische Informationen zu Bonheur. Er ist durchgängig in der ersten Person verfasst. Der zweite Teil des Buches ist ebenso in der ersten Person verfasst, allerdings ist die Sprecherin hier Bonheur, die chronologisch Ereignisse aus verschiedenen Lebensphasen wiedergibt. In diesem Teil vermittelt Klumpke den Eindruck, dass Bonheur ihre Lebensgeschichte selbst erzählt. Aufgrund der engen Beziehung, die Bonheur zu Klumpke hatte, könnte dies in ihrem Auftrag geschehen sein. Van Slyke (xiv) romantisiert die Intention Klumpkes zwar stark, aber es heißt im Vorwort zur englischen Ausgabe: „Anna Klumpke is merely attempting to live up to the mission that her beloved companion explicitly entrusted to her: to speak for and as Rosa Bonheur, even to become her voice from beyond the grave“. Im dritten Teil des Buches beschreibt Klumpke Bonheurs Meinungen zu verschiedenen Themen und schließt mit einer Erzählung der letzten gemeinsamen Monate mit ihr. Im Anhang der übersetzten (Auto)biografie hat van Slyke zudem eine sehr wertvolle Werkliste Bonheurs zusammengestellt, für die sie Informationen aus 9 Forschungsstand verschiedenen Quellen und Ausstellungskatalogen zusammengeführt hat. Die Darstellung Bonheurs in Klumpkes Band sollte kritisch rezipiert werden, da die Intention der Autorin offensichtlich ist, ein positives Bild der Künstlerin wiederzugeben. Der Band muss innerhalb seines historischen Entstehungskontextes gesehen werden. Die Quelle bietet aber unverzichtbare Hinweise auf Orte, Personen, persönliche Erlebnisse und künstlerische Vorbilder, die für das Werkverständnis der näheren Untersuchung bedürfen. Über diese besondere Quelle hinaus erschienen weitere Biografien über die Künstlerin in Frankreich und im englischen Sprachraum – einige davon noch zu ihren Lebzeiten. Bereits 1856 veröffentlichte etwa Eugène Mirecourt eine Biografie mit dem Titel Les Contemporains: Rosa Bonheur. 1857 gab zudem Lepelle de Bois-Gallais eine Biographie de Mademoiselle Rosa Bonheur heraus. Weisberg sieht darin auch eine gezielte Vermarktungsstrategie von Bonheurs Kunsthändler Gambart, der dafür sorgte, dass zahlreiche Publikationen über die Künstlerin verbreitet wurden (vgl. 11). Bonheur selbst wies später etwa auf einige Fehldarstellungen in Mirecourts Biografie hin (vgl. Stanton, 36–42). Andere Biografien der historischen Literatur stammen zum Beispiel von Frank Hird aus dem Jahr 1904 und von Theodor Stanton aus dem Jahr 1910. Beide enthalten ebenfalls einige Abbildungen von Werken Bonheurs und ein kurzes Werkverzeichnis. Stanton befragte vor allem Verwandte und Freunde Bonheurs während seiner Recherchen. Seine Biografie Reminiscences of Rosa Bonheur hat einen beachtlichen Umfang – sie beginnt mit Bonheurs Vorfahren – und ist besonders nennenswert, da sie auch zwei Kapitel mit Briefwechseln zwischen der Künstlerin und ihrer Familie sowie ihren Freunden enthält. G. von Kraak veröffentlichte Stantons Biografie 1914 in deutscher Übersetzung als erweiterte Ausgabe unter dem Titel Rosa Bonheur: Ein Lebensbild. Auch diese historischen Biografien stellen eine wichtige Quelle zum Leben der Künstlerin dar, sollten aber nicht unkritisch oder ausschließlich als Bezugspunkt verwendet werden. So ist die Herkunft verwendeter Zitate Bonheurs und bestimmter Informationen teilweise nicht ausreichend gekennzeichnet, wobei dies den Konventionen der Zeit entsprach. Zudem scheint auch Stanton bemüht, ein möglichst positives Bild der Künstlerin zu vermitteln, wohingegen Hirds Biografie einen sachlicheren Ton aufweist. 10 Forschungsstand Mit Blick auf die aktuellere Literatur und den derzeitigen Forschungsstand sind zunächst zwei Ausstellungskataloge zu nennen, die eine Sammlung fundierter wissenschaftlicher Aufsätze enthalten. 1997 erschien der Ausstellungskatalog Rosa Bonheur 1822–1899 zu einer Ausstellung des Musée des Beaux-Arts in Bordeaux, der außerdem zeitgemäße Angaben zu bestimmten Werken und deren Aufenthaltsort macht. In Kooperation mit dem französischen Museum stand das Dahesh Museum in New York, das 1998 einen ähnlichen Ausstellungskatalog in englischer Sprache herausgab, der aber zum Teil andere Aufsätze enthält. In beiden Katalogen ist neben biografisch orientierten Beiträgen der Aufsatz Rosa Bonheur: The Question of Probity in Craft von Annie-Paule Quinsac zu finden, der besonders hervorzuheben ist, da er sich genauer mit der Malweise Bonheurs befasst. Quinsac geht anhand eines Beispiels auf Bonheurs Vorgehensweise beim Zeichnen, bei der Farbenmischung und beim Farbauftrag ein. Dazu nutzt sie unter anderem die Ergebnisse von Röntgenaufnahmen, die ihr Aufschluss über die Herangehensweise der Bildkonstruktion geben (vgl. Quinsac, 25–33). Darüber hinaus gibt es noch einige zeitgenössische Artikel, Rezensionen und Aufsätze, die in Zeitschriften erschienen sind, und meist eine allgemeine Vorstellung der Künstlerin sowie vereinzelter Bildbeispiele vornehmen. Teilweise sind diese Beiträge sehr populärwissenschaftlich ausgelegt. Beispielhaft kann an dieser Stelle Bethany Tarbells Artikel Rosa Bonheur’s Menangerie von 1993 genannt werden, der in der Zeitschrift Art & antiques erschien. Dieser stellt den Lebenslauf der Künstlerin sehr abenteuerlich vor, indem er hauptsächlich Aufsehen erregende biografische Fakten aneinanderreiht – etwa über Bonheurs homosexuelle Lebensgemeinschaft, ihre Mitgliedschaft in der Ehrenlegion oder ihre Gewohnheit in Hosen aufzutreten (vgl. Tarbell, 58–64). Es gibt aber auch kurze Beiträge, die eine ernsthafte Perspektive auf die Künstlerin und ihr Werk einnehmen. So etwa Betty Lou Williams Aufsatz Rosa Bonheur’s Dialogue with Culture, der 1992 an der Florida State University veröffentlicht wurde. Williams thematisiert Bonheurs Umgang mit Wasserfarben und deren geschichtliche Verortung anhand eines ausgewählten Bildbeispiels (vgl. 62–69). Der größte Teil der aktuelleren wissenschaftlichen Artikel über die Künstlerin findet sich allerdings im Bereich der Frauen- und Genderforschung. Dort gestal- 11 Forschungsstand tet sich die Quellenlage überraschend groß und vielfältig. Es soll zumindest ein kurzer Einblick in diese Rezeptionsperspektive gegeben werden. So versucht etwa van Slyke in ihrem Aufsatz Reinventing Matrimony: Rosa Bonheur, Her Mother and Her Friends von 1991, die Künstlerin aus der patriarchalischen Tradition zu lösen und ebenso im Umfeld ihrer weiblichen Kontakte zu verorten. Sie weist darauf hin, dass Bonheur hauptsächlich als Tochter ihres künstlerischen Vaters verstanden wird und die Rolle ihrer Mutter keine Beachtung erhält (vgl. van Slyke, 59–77). Laurel Lampela beschreibt Bonheur in ihrem Artikel Daring to Be Different: A Look at Three Lesbian Artists von 2001 zusammen mit Romaine Brooks und Hannah Gluckstein als Vorreiterin des Crossdressings und der öffentlichen Darstellung einer lesbischen Identität (vgl. 45–51). In diesem Kontext lässt sich auch James Saslows kontrovers diskutierter Aufsatz ‚Disagreeably Hidden‘: Construction and Constriction of the Lesbian Body in Rosa Bonheurs Horse Fair von 1997 nennen. Auch im deutschsprachigen Raum finden sich Artikel aus der Genderforschung zu Bonheur. So veröffentlichte etwa Mechthild Fend 1999 den Aufsatz ‚Fräulein Rosa malt fast wie ein Mann‘. Rosa Bonheur und die Schwierigkeit als Künstlerin androgyn zu sein im Jahrbuch für Frauenforschung. Erkenntnisse der differenzierten Werkbetrachtung stehen hier meist im Hintergrund, doch trägt auch das Thema der gesellschaftlichen Geschlechtertrolle zu einem Verständnis des künstlerischen Werkes bei. Die Erkenntnisse der Genderforschung können mit Blick auf bestimmte Werke Bonheurs zentrale Bedeutungsebenen freilegen. Innerhalb der zeitgenössischen Literatur finden sich erneut Biografien über die Künstlerin, die aber nur teilweise neue Informationen enthalten und häufig auf die historischen Ausgaben rekurrieren. In jüngerer Zeit wurde vor allem die Biografie von Dore Ashton Rosa Bonheur: A Life and a Legend aus dem Jahr 1981 stark rezipiert. Ashton betrieb über die historischen Vorlagen hinaus Recherchen in französischen Museen und im Château de By. Zusätzlich sprach sie mit Klumpkes lebenden Verwandten. Der Band ist auch aufgrund des zusammengestellten Bildmaterials interessant. Eleanor Tufts kritisiert allerdings, dass Ashton in einigen Fällen keine konkreten Angaben zu den Quellen ihrer Informationen macht, sich an manchen Stellen stark an der erwähnten Biografie Stantons orientiert und keine Werkbetrachtung vornimmt (vgl. Tufts, 52–55). Sie schreibt: 12 Forschungsstand But as attractive as the concept of this new biography is, the finished product is essentially a photographic essay focusing on the artefacts of her life, and the task of addressing Bonheur’s oeuvre still remains. Ashton has securely placed the artist in a sociological and political context. Now perhaps another art historian will assay Bonheur’s artistic output and thereby determine her true position in the history of art. (Tufts, 54) Bis heute findet sich keine umfassende Beschäftigung mit dem Werk Bonheurs oder ein zeitgemäßer Versuch der kunstgeschichtlichen Bestimmung mit Blick auf ihre künstlerische Position. Jedoch gibt es – wie teilweise bereits angeführt – vereinzelte Betrachtungen zu bestimmten bekannten Gemälden. Im universitären Kontext wurden zum Beispiel in den USA schon Masterarbeiten mit dem Schwerpunkt der Werkbetrachtung veröffentlicht. So etwa Richard Alan Watsons Arbeit A study of Rosa Bonheur’s The Horse Fair von 1983 oder Julia Margaret Browns Arbeit von 1989 mit dem Titel Rosa Bonheur’s Ploughing in the Nivernais: the Circumstances of Success. In Deutschland befindet sich in der Universitätsbibliothek Hamburg eine Magisterarbeit von Stefani Träupmann mit dem Titel Mythos und Realität der Rosa Bonheur von 1981, die erstmals mehrere Werke Bonheurs mit Bezug zum Leben der Künstlerin untersucht. Träupmann geht überwiegend auf die Frage ein, wie der biografische Mythos um die Künstlerin entstanden ist, wie sich ihr Leben tatsächlich gestaltete und wie die weibliche Identität der Künstlerin mit ihrem Werk in Verbindung steht. Sie interpretiert auch kontextgebunden einzelne Werke, wobei sie diese als Ausdruck weiblicher Selbsterfahrung zusammenfasst (vgl. Träupmann, 3–107). Insgesamt stellt Träupmann erste wertvolle Zusammenhänge zur Werkanalyse heraus, welche in die vorliegende Forschung miteinbezogen werden. Darüber hinaus veröffentlichte Petra Lange-Berndt 2011 einen wichtigen Aufsatz mit dem Titel Paradiesische Alternativen. Das ‚lebende Tierinventar‘ der Rosa Bonheur. Darin thematisiert sie unter anderem die Rolle des lebenden und toten Modells für Bonheurs Bildkonstruktion und stellt einen Bezug zur Tradition des Stilllebens her. Außerdem weist sie auf die Machtsymbolik hin, die mit der Darstellung des beherrschten Tieres einhergeht und bezeichnet Bonheurs künstlerische Praxis als Mittel für einen alternativen Lebensentwurf (vgl. Lange-Berndt, 215–240). 13 Forschungsstand Über die bereits genannten Quellen hinaus lassen sich vor allem kurze Einträge in Sammelbänden zu Bonheur finden. In den meisten Fällen sind dies Ausgaben, welche die Frauenkunstgeschichte chronologisch zusammenfassen. Exemplarisch kann der Band Die größten Künstlerinnen: von der Renaissance bis zur Gegenwart von Elke Buchholz aus dem Jahr 2007 genannt werden. Ausführlicher ist dagegen der Eintrag im Allgemeinen Künstlerlexikon (AKL) Band 12, der den Stand der bisherigen Erkenntnisse zum Leben und Werk der Künstlerin zusammenfassend auflistet und ein repräsentatives Quellenverzeichnis enthält. Ebenfalls in Sammelbänden erschienen sind Berichte über das Château de By, das Bonheurs Lebens- und Arbeitsmittelpunkt war. So zum Beispiel ein Beitrag in Plachtas und Bednorz’ Band Künstlerhäuser: Ateliers und Lebensräume berühmter Maler und Bildhauer von 2014. Das Interesse an ihrem Atelier hängt damit zusammen, dass dieses noch heute sehr gut erhalten ist und bis 2015 der Öffentlichkeit als Musée Rosa Bonheur zugänglich war. Die Schließung des ehemaligen Ateliers im Château de By für die Allgemeinheit macht deutlich, dass Bonheur durch die wissenschaftliche Forschung mehr Bedeutung und Interesse zukommen muss. Abschließend sollen an dieser Stelle Informationen zu Werkstandorten und wichtigen Verzeichnissen angeführt werden. Da Bonheur ihre Kunst zu Lebzeiten erfolgreich vermarktet und ein sehr umfangreiches Werk hinterlassen hat, ist es nicht möglich, einen vollständigen Überblick über den Aufenthalt ihrer Werke zu gewinnen. Zudem scheint nach ihrem Tod kein großes Interesse des Ausstellungswesens an ihren Werken bestanden zu haben, sodass keine konzentrierte Werkansammlung stattfand. Ein großer Teil ihrer Arbeiten befindet sich offenbar in Privatbesitz, beziehungsweise bei Auktionshäusern und ist somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich oder nur als Abbildung verfügbar. In Deutschland besitzt aber zum Beispiel die Kunsthalle Hamburg ihre Gemälde Changement de pâturages und Berger écossais. Die meisten öffentlich zugänglichen Werke befinden sich in französischen und nordamerikanischen Museen. Das wichtigste Werkverzeichnis findet sich bei van Slyke. Sie bezieht sich ihrerseits auf Anne Hendersons Katalog Rosa Bonheur: Selected Works from American Collections von 1989 und auf Rosalia Shrivers Biografie über Bonheur mit dem Titel Rosa Bonheur – With a Checklist of Works in American 14 Forschungsstand Collections von 1982. Zudem weist van Slyke auf den genannten Ausstellungskatalog des Musée des Beaux-Arts hin, der ihre Auflistung um zusätzliche Titel und Standorte erweitert (vgl. van Slyke in Klumpke und van Slyke, 273).

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References

Abstract

The paper focuses on selected animal paintings of French artist Rosa Bonheur (1822–1899). She was the most famous female painter in 19th-century France, creating a huge amount of art works that reflect specific cultural beliefs and values of her time. Bonheur’s pictoral construction of reality shows that her paintings are located at the interface between different artistic strategies. A deep understanding of Bonheur’s work is presented here by drawing connections between animal painting history, social sciences, gender studies and art-historical concepts. In addition, the topic's educational value is explained and connected to contemporary teaching methods.

Zusammenfassung

Für das 19. Jahrhundert und das Genre der Tiermalerei mit seinen besonderen Ausprägungen ist die Französin Rosa Bonheur (1822–1899) eine der wichtigsten Vertreterinnen der Kunst. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk, darunter zahlreiche Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen. Trotz Bonheurs internationaler Bekanntheit zu ihren Lebzeiten haben ihre Arbeiten in der kunstgeschichtlichen Rezeption bislang wenig Aufmerksamkeit erlangt. Erstmals wird hier ein systematischer Einblick in die Malerei, die bildnerische Wirklichkeitskonstruktion und die künstlerischen Strategien Bonheurs gegeben. In einem weiteren Schritt werden zudem Ansatzpunkte für die Vermittlung des Werkes in Form eines didaktischen Themenmodells beschrieben.