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Anhang in:

Susanne Drogi

Vom Suchen und Finden des Glücks diesseits und jenseits der Mauer, page 335 - 340

Formen und Funktionen von Komik in der Kinder- und Jugendliteratur zur DDR und ›Wende‹

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4399-8, ISBN online: 978-3-8288-7389-6, https://doi.org/10.5771/9783828873896-335

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Anhang Markus Dietrich: Sputnik (2013): TC: 00:42:00 Markus Dietrich: Sputnik (2013): TC: 00:42:18 335 Markus Dietrich: Sputnik (2013): TC: 00:25:03 Markus Dietrich: Sputnik (2013): TC: 00:25:01 Anhang 336 Markus Dietrich: Sputnik (2013): TC: 00:00:43 Markus Dietrich: Sputnik (2013): TC: 00:01:06 Anhang 337 Der Apfeltraum (1973) (Text: Gerulf Pannach, Musik: Peter Gläser) Hab geschlafen unterm Apfelbaum Und der hing mit Äpfeln voll Als ich träumte einen Apfeltraum in moll Alle Äpfel hatten ein Gesicht Jedes weinte bitterlich Und der Apfelbaum neigte sich zu mir Rüttle schüttle mich Fremder mein Gewicht ist gar zu schwer Träume deinen Apfeltraum Unterm Apfelbaum doch hinterher Kam ein Vogel flog auf einen Ast Und er war die Goldmarie Aus dem Märchen Mein Freund aufgepaßt sprach sie Dieser Baum gehört dem alten Mann In dem Häuschen nebenan Wenn du kannst denn es geht ihm Sehr schlimm Hilf ihm Recke strecke dich Ich erwecke dich aus deinem Traum Stell dich nicht so an Hilf dem alten Mann und seinem Baum Wachte auf fast wie ein Trunkenbold Stellte fest nur Fantasie War der Apfeltraum und auch die Goldmarie Nahm die Äpfel ab gab sie dem Mann Der schon sieben lange Jahr Wie er sagte nicht in seinem Garten war Anhang 338 Sieben Jahr sind manchmal stumm Und blind mehr als ein Traum Sprach der kranke Mann Bot zum Dank mir an den Apfelbaum http://www.renft.de/pages/texte/der-apfeltraum.php Anhang 339 Ludwig Uhland Einkehr (1811) Bei einem Wirte, wundermild, da war ich jüngst zu Gaste; ein goldner Apfel war sein Schild an einem langen Aste. Es war der gute Apfelbaum, bei dem ich eingekehret; mit süßer Kost und frischem Schaum hat er mich wohl genähret. Es kamen in sein grünes Haus viel leichtbeschwingte Gäste; sie sprangen frei und hielten Schmaus und sangen auf das beste. Ich fand ein Bett zu süßer Ruh auf weichen, grünen Matten; der Wirt, er deckte selbst mich zu mit seinem kühlen Schatten. Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit, da schüttelt' er den Wipfel. Gesegnet sei er allezeit von der Wurzel bis zum Gipfel! http://gutenberg.spiegel.de/buch/ludwig-uhland-gedichte-5084/27 Anhang 340

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Zusammenfassung

2019 jährte sich die sog. Friedliche Revolution zum mittlerweile 30. Male. Die Kinder- und Jugendliteratur beteiligt sich seit der Wiedervereinigung in Wellen, aber kontinuierlich an der deutsch-deutschen „Erinnerungsproduktion“. Ob dies nach dem 30. Jahrestag so bleiben wird, muss sich zeigen. Gleichzeitig wird die DDR bald nicht mehr Inhalt des kommunikativen, sondern nur des kulturellen Gedächtnisses sein. Hier wird die Bedeutung von Literatur, aber auch von Literaturunterricht, offenbar.

Wie aus Allgemeinliteratur und -filmen bekannt, ist auch für Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane sowie Filme ein deutlich humorvoller Zugriff auf die Themen DDR und „Wende“ feststellbar. Als eine wichtige Strategie wird das Schelmische angenommen, wofür zunächst das Typus-Motiv „Schelm*in“ grundlegend für die KJL erschlossen wird. Es werden dann seine Spielarten in den unterschiedlichen kinder- und jugendliterarischen Genres zur deutschen Zeitgeschichte untersucht und Rezeptionspotenziale diskutiert.