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Vorwort in:

Andreas Lienkamp

Aufstand für das Leben, page 1 - 4

"Die Bremer Stadtmusikanten" und "Der Hauptmann von Köpenick" - Zum 200. Geburtstag des Grimm'schen und zum 90. des Zuckmayer'schen Märchens

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4383-7, ISBN online: 978-3-8288-7367-4, https://doi.org/10.5771/9783828873674-1

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
1 „Etwas besseres, als den Tod findest du überall“. Jakob und Wilhelm Grimm „Es gibt auf der ganzen Welt das Tödliche und das Lebendige, das dagegen auf will.“ Carl Zuckmayer Vorwort Gedenktage entreißen „dem vorschnellen Vergessen, was als bleibende Vorgabe der Vergangenheit in der Gestalt der Gegenwart noch trägt“, schrieb einmal Gerfried W. Hunold (Hunold 1988, 230). Heute, genau vor 200 Jahren, gaben Jacob und Wilhelm Grimm das Märchen von den ‚Bremer Stadtmusikanten‘ in den Druck. Die Vorrede zu dem ersten Band der zweiten, erweiterten Auflage der ‚Kinder- und Haus-Märchen‘ (KHM), worin es erscheint, trägt am Ende keine Unterschrift, wohl aber Ort und Datum: „Cassel am 3. Julius 1819“ (KHM 21819, Bd. 2, XX). Im Handexemplar der beiden Gelehrten steht darunter in Wilhelms Schrift: „in der Nacht sah ich den Cometen“ (ebd.). Es handelt sich um den Großen Schweifstern ‚C/1819 N1‘, der am 1. Juli von dem Mathematiker und Physiker Johann Georg Tralles von Berlin aus entdeckt wird und mehrere Wochen lang mit bloßem Auge zu sehen ist. In oder unmittelbar nach dieser sternenklaren Nacht stirbt in Frankfurt am Main – viel zu früh und ebenfalls vor exakt zwei Jahrhunderten – eine junge Frau, Johanne Smidt, die Tochter des damaligen Bremer Bürgermeisters, die eine gute Bekannte der Brüder Grimm war und, so meine Vermutung, eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der weltweit beliebten Erzählung über das rebellische Quartett aus Norddeutschland spielen könnte. 2 Lienkamp: Aufstand für das Leben Was Carl Zuckmayer, der ein Verehrer der Grimms war, einmal über ein anderes Zusammentreffen von Ereignissen schreibt, passt auch an dieser Stelle: „Beides ist wahr: daß es keinen Zufall gibt, im Ganzen, – und daß es nur Zufälle gibt, im Einzelnen, – aus denen sich die Lebenskette schmiedet.“ (Zuckmayer 19402014, 184) Im kommenden Jahr wird ein weiteres Jubiläum gefeiert, denn dann jährt sich zum 90. Mal die Fertigstellung seines 1931 uraufgeführten Theaterstücks ‚Der Hauptmann von Köpenick‘, das der Dramatiker „Ein deutsches Märchen“ untertitelt. Wie die zwei Geschichten zusammenhängen, und zwar ganz und gar nicht zufällig, und was darüber hinaus ihre Autoren untereinander und mit den beiden Erzählungen verbindet, darüber gibt der vorliegende Band Auskunft, der wie die vier ‚Tiere‘ und der falsche ‚Hauptmann‘ zu einem Aufstand für das Leben ermutigen und motivieren will. Das vorliegende Buch und sein Verfasser verdanken vielen manches und manchen vieles. Danken möchte ich meinen Eltern Gisela und Erich Lienkamp für vieles, auch dafür, dass sie mir die hier im Mittelpunkt stehenden Märchen in meiner Kindheit beziehungsweise Jugend nahegebracht haben; danken möchte ich weiterhin meiner Frau Andrea Lienkamp sowie unseren Kindern Marvin, Simone und Dominik für ihre Liebe, Geduld und Unterstützung. Unserem Sohn Marvin danke ich zudem für die Fotos vom Hannoveraner Landesdenkmal ‚Die Göttinger Sieben‘, unserer Tochter Simone für das Foto vom Mahnmal ‚Die Bücherverbrennung‘ von Micha Ullman auf dem Berliner Bebelplatz sowie dafür, dass sie die mühevolle Arbeit des Korrekturlesens übernommen hat1. Diesen sechs besonderen Menschen widme ich das vorliegende Buch. Danken möchte ich des Weiteren dem Tectum-Verlag für die Aufnahme der Publikation in sein Programm, vor allem Frau Eleonore Asmuth, zuständig für Lektorat und Projektsteuerung, für die kompetente und freundliche Betreuung, Herrn Thomas Wasmer für die sorgfältige Drucklegung und das gelungene Layout sowie Frau Petra-Marion Niethammer vom Nomos-Verlag für die ersten gemeinsamen Überlegungen zu diesem Band. Darüber hinaus danke ich Mrs. Kendall Aughenbaugh von der University of Maryland Libraries, Herrn Jasper Dräger vom Staatsarchiv Bremen, Frau 1 Alle inhaltlichen, aber auch alle formalen Fehler, die gegebenenfalls stehengeblieben sind, gehen auf mein Konto, A. L. 3 Vorwort Julia Eltner vom SPIEGEL-Verlag, Herrn Dr. Berthold Friemel von der ‚Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel‘ der Humboldt-Universität zu Berlin, Frau Sophie Hoffmann vom Dezernat Historische Bestände der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, Herrn Diplom-Archivar Thorsten Schmidt vom Zeitungs- und Pressearchiv der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Herrn Privatdozent Dr. habil. Thomas F. Schneider, dem Leiter des ‚Erich Maria Remarque-Friedenszentrum‘ der Stadt und Universität Osnabrück, für ihre freundliche Unterstützung. Die Menge an Treibhausgasen, die bei der Herstellung des Buches anfallen, wird von mir privat mithilfe eines Projekts der ‚Klima-Kollekte‘ ausgeglichen, das ist der CO2-Kompensationsfonds christlicher Kirchen. Frau Rike Schweizer danke ich für ihre sachkundige und zuvorkommende Beratung. „Die Klimaschutzprojekte werden den Kategorien erneuerbare Energien und Energieeffizienz zugeordnet. Sie werden von lokalen Partnerorganisationen umgesetzt und gemeinsam mit der beteiligten lokalen Bevölkerung in Ländern des globalen Südens entwickelt. Sie mindern Armut vor Ort, in dem sie Frauen stärken, Gesundheit schützen und Perspektiven ermöglichen – zudem verringern sie den CO2-Ausstoß und schützen so das Klima. Außerdem leisten sie einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs). Die Projekte sind zertifiziert mit dem Gold Standard und zum Teil auch mit dem Fairtrade-Klima-Standard.“2 Bei der Lektüre der folgenden Seiten wünsche ich Ihnen viel Freude, lebensdienliche Erkenntnisse sowie – wenn Sie wollen – Mut und Ausdauer bei deren Umsetzung. Danke für Ihr Interesse! Osnabrück, 3. Juli 2019 Andreas Lienkamp 2 Klima-Kollekte: FAQ, Berlin 2019, https://klima-kollekte.de/faqs/. Vgl. dazu meine Veröffentlichungen zum Thema ‚Klimawandel‘ unter http://www.lienkampberlin.de/publikationen.html. Der Vertrieb erfolgt mit DHL GoGreen (siehe https://www.dpdhl.com/de/verantwortung/umweltschutz/gruene-produkteservices/klimaschutzprojekte.html).

Chapter Preview

Schlagworte

Militarismus, Carl Zuckmayer, Gebrüder Grimm, Faschismus, Exklusion, Utopie, Widerstand, Ethik, Kooperation

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Zusammenfassung

Vor 200 Jahren veröffentlichten Jacob und Wilhelm Grimm das Märchen ‚Die Bremer Stadtmusikanten‘, die weltweit beliebte Erzählung über das rebellische Quartett aus dem Norden. Sie erscheint erstmals im November 1819 in ihrer Sammlung der ‚Kinder- und Haus-Märchen‘ – neben der Lutherbibel das bekannteste Werk der deutschen Kulturgeschichte.

Carl Zuckmayer ist zeitlebens ein Verehrer der gelehrten Brüder. Im Jahr 2020 jährt sich zum 90. Mal die Fertigstellung seiner berühmten Tragikomödie ‚Der Hauptmann von Köpenick‘, die 1931 in Berlin uraufgeführt wird und immer wieder bemerkenswerte Neuinszenierungen erlebt. Für den Dramatiker ist es ‚Ein deutsches Märchen‘.

Wie die beiden zeitlos aktuellen, politisch brisanten Geschichten zusammenhängen und was darüber hinaus ihre Autoren untereinander und mit den beiden Texten verbindet, darüber gibt der vorliegende Band Auskunft, der wie die vier tapferen Tiere und der couragierte Hauptmann zu einem Aufstand für das Leben ermutigen und motivieren will.

Schlagworte

Militarismus, Carl Zuckmayer, Gebrüder Grimm, Faschismus, Exklusion, Utopie, Widerstand, Ethik, Kooperation