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Einleitung in:

Sarah Dregger

Wirkung durch Dokumentationen visualisieren, page 1 - 8

Aktuelle Herausforderungen für die Soziale Arbeit

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4382-0, ISBN online: 978-3-8288-7366-7, https://doi.org/10.5771/9783828873667-1

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Soziale Arbeit, vol. 4

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
1 Einleitung Die Ökonomisierung hält zunehmend Einzug in eine Profession1, deren Kern weit entfernt zu sein scheint von Marktsteuerung, Profitorientierung und Effizienzdenken. Dass dem wirtschaftlichen Handlungswissen in der Sozialen Arbeit dennoch eine elementare Bedeutung zukommt, ist mittlerweile unbestreitbar. Insbesondere die Wohlfahrtsverbände agieren im Kontext des sozialpolitischen Dreiecksverhältnisses als Teile der Sozialen Marktwirtschaft. Als Leistungstragende sind sie aktuell mehr denn je gefordert, die Anwendung von sozialarbeiterischen Maßnahmen gegenüber ihren Kostentragenden zu rechtfertigen, um die Ressourcen zu erhalten, die für die Arbeit mit den Leistungsempfangenden notwendig sind. Die „Begrenzung von Ausgaben bei (i. d. R.) steigenden Bedarfen“ (Dahme/Wohlfahrt 2015, S. 93) formt diese Rechtfertigungsnotwendigkeit zu einer Grunddebatte um die Legitimation Sozialer Arbeit. Diese zieht wiederum weitere Diskurse nach sich: Um Soziale Arbeit legitimieren zu können, sind Indikatoren notwendig, anhand derer Erfolg bestimmt werden kann und Instrumente, die sich zur Überprüfung dieser Indikatoren eignen. Dass eine ‚Messung‘ des Erfolges sozialer Dienstleistungen nicht durch die simple Übertragung von Instrumenten des Managements vollzogen werden kann, liegt insbesondere in der qualitativen Zielsetzung sozialarbeiterischer Maßnahmen begründet. Dazu kommt, dass per se keine homogene Definition des Erfolgsbegriffes in der Sozialen Arbeit existiert. Sowohl die Heterogenität der 1 Die Bezeichnung der Sozialen Arbeit als Profession ist nicht unumstritten. Kritiker*innen schreiben der Sozialen Arbeit – im Gegensatz zu seit längerer Zeit etablierten Professionen wie der Medizin und der Psychologie – unter anderem einen Mangel an einer Berufung ihrer Praxis auf eine einheitliche, theoretische Wissensgrundlage zu (vgl. Staub-Bernasconi 2009, S. 25). Im Kontext dieser Argumentation wird jedoch nicht beachtet, was sich insbesondere im Zuge der Akademisierung Sozialer Arbeit widerspiegelt. Ein Kernkriterium dessen, was eine Profession ausmacht, erfüllt die Soziale Arbeit auch und besonders durch ihre Wandelbarkeit: Die ständige Reflexion praktischer Handlungsweisen vor dem Hintergrund sich weiterentwickelnder, wissenschaftsbasierter Theorien (vgl. Dewe/Otto 2012, S. 209). Aner benennt ebendies als das „ ‚Professionswissen‘ “ (Aner 2017, S. 432) Sozialer Arbeit. An dieser Stelle einen umfassenden Einblick in die Debatte um den Professionsstand Sozialer Arbeit zu geben, ist weder Ziel der vorliegenden Arbeit noch reichte eine Fußnote aus, um den umfassenden Argumentationen, die an diese gebunden sind, gerecht zu werden. Vielmehr wird die Debatte in ihrer besonderen Relevanz für die Wirkungsthematik Sozialer Arbeit im Verlauf dieser Arbeit aufgegriffen – und dabei die Bezeichnung der Sozialen Arbeit als Profession als Grundlage angenommen. 2 Handlungsfelder als auch die Spezifika eines jeden Falles schließen eine absolute Begriffsbestimmung aus (vgl. Roder 2011, S. 101f.). Möglichkeiten, sich der Herausforderung der Evaluation Sozialer Arbeit dennoch zu stellen, finden sich einerseits in der Anpassung von Managementinstrumenten auf die Soziale Arbeit wieder. Das Qualitätsmanagement ist hierfür ein verbreitetes Exempel. Aus wissenschaftsund professionstheoretischer Perspektive eröffnen sich zudem neue Chancen durch die Weiterentwicklung der Wirkungsforschung im Kontext der sogenannten evidenzbasierten Sozialen Arbeit. „Die Identifikation von Wirkungen […] und […] das Ziel, die Praxis auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Wirksamkeit einzelner Interventionen anzuleiten“ (Albus/Greschke/Klingler/Messmer/Micheel/Otto/Polutta 2010, S. 19) lässt Kritiker*innen jedoch erneut aufhorchen. Neben der Angst, dass Interventionen, deren Wirksamkeit nur bedingt evaluierbar ist – beispielsweise auf Grund des Klient*innenschutzes innerhalb eines Frauenhauses – im Rahmen einer Evidenzbasierung zurückstehen müssten, sehen sie die Gefahr des Werteverlustes und der asymmetrischen Prioritätenverschiebung von einer Klient*innen- zur Wirtschaftsorientierung durch eine Entwicklung einer „ökonomistische[n] Sozialarbeit“ (Mühlum 2009, S. 12). Im Kontext des Professionsverständnisses lassen Kritiker*innen jedoch eine Bedeutsamkeit außer Acht: Die eingeforderte Klient*innenorientierung kann erst durch Steuerungsprozesse wie Qualitäts- und Effektivitätskontrollen handlungsfeldspezifischer Zielsetzungen und Maßnahmen möglich gemacht und besonders: weiterentwickelt werden. Wenngleich die Soziale Arbeit durch den Anspruch, ihre Maßnahmen und Interventionen zu rechtfertigen, einem wachsenden Druck standhalten muss, so liegt darin ebenso die Chance, Handlungsweisen nach innen zu reflektieren und ihre Relevanz nach außen hin sichtbar zu machen. Im Verständnis der Sozialen Arbeit als Profession kommt dieser Tatsache besondere Bedeutung zu. Eine Profession die rein emotionsbasiert handelt, ohne sich selbst, ihr Wissen, ihre Haltung und somit ihr Wesen fortlaufend zu überprüfen, erfüllt einen maßgebenden definitorischen Anspruch nicht (vgl. Mühlum 2009, S. 14ff.). In diesem Hinblick rückt die Notwendigkeit der Qualitäts- und Wirkungsevaluation zusätzlich zur Legitimationsdebatte in den Fokus der Verfestigung des Professionsanspruches Sozialer Arbeit. Insbesondere in Handlungsfeldern, in denen sich die Soziale Arbeit erst als Profession etablieren 3 muss, nimmt die Debatte um Qualität, Erfolg und Wirkung einen besonderen Stellenwert ein. Ein Beispiel für ein solches Handlungsfeld ist die Soziale Altenarbeit. Diese findet zunehmend in der offenen und ambulanten Altenhilfe Anklang, ist jedoch in stationären Pflegeeinrichtungen bislang unterrepräsentiert. Im Jahr 2015 wiesen lediglich 4.862 von insgesamt 79.111 Beschäftigten aller deutschen stationären Pflegeeinrichtungen, die in der sozialen Betreuung bzw. der zusätzlichen sozialen Betreuung nach § 87b SGB XI (heute nach §§ 43b, 53c SGB XI) tätig waren, eine sozialpädagogische/-arbeiterische Ausbildung auf (vgl. Statistisches Bundesamt 2017, S. 25). Ein Grund für diese Zahlen ist zum einen, dass Soziale Arbeit im Arbeitsfeld der stationären Altenhilfe noch ein relativ junges Phänomen ist. Erst ein Paradigmenwechsel in den 1970er Jahren gab den entscheidenden Anstoß für die Integrierung der zuvor als Gegenpol zur klassischen Altenhilfe fungierenden sozialen Altenarbeit in diese (vgl. Steiner 1998, S. 344). Die strikte Trennung der beiden Ausrichtungen ergab sich durch unterschiedliche Zielsetzungen. Die klassische Altenhilfe war geprägt von einer Fürsorge- und Versorgungsmentalität. Diese resultierte aus dem damaligen Bild des Alterns als Degenerationsprozess physischer, psychischer und sozialer Fähigkeiten, das sich insbesondere in Wechslers Defizitmodell wiederfindet (vgl. Erhardt 2014, S. 42). Dabei lag der Fokus der Unterstützung hauptsächlich auf biomedizinischer Ebene und oblag somit den medizinischen und pflegenden Berufen. Die Soziale Arbeit bildete sich unter dem Namen soziale Altenarbeit mit einer entgegengesetzten Orientierung an einem „ganzheitlichen und emanzipatorischen Ansatz“ (Pohlmann 2011, S. 19) heraus. Diese Trennschärfe ist heute nicht mehr erkennbar. Mit dem (demographischen) Wandel der Gesellschaft veränderten und verändern sich fortwährend auch die Altersbilder. In deren Zentrum stehen Ansätze wie Empowerment und Ressourcenorientierung, die von einer über das kalendarische Alter hinausgehenden, vielschichtigen Alterskategorisierung getragen werden (vgl. Pohlmann 2011, S. 106ff.). Nachdem ein „Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung“ in stationären Altenpflegeeinrichtungen in § 43b des SGB XI fest verankert wurde, ist es nun an der Sozialen Arbeit, sich in diesem Sinne in der Altenhilfe zu etablieren. Denn im Hinblick auf eine ganzheitliche Betrachtungsweise kann die Soziale Arbeit als Profession in der stationären Altenhilfe eine besondere Rolle neben medizinisch ausgerichteten Berufen einnehmen. 4 Doch eine solche Etablierung ist nicht reibungslos machbar. Ein weiterer Grund für den geringen Beschäftigungsanteil an Sozialarbeiter*innen in der stationären Altenhilfe macht dies deutlich: Das Image des Arbeitsfeldes leidet. Kritiken über die Abläufe stationärer Altenpflegeeinrichtungen gehen mit einem von Personalmangel und belastenden Arbeitsverhältnissen geprägten Bild einher. Dazu kommen Vorurteile über die Leistungsfähigkeit der Profession selbst (vgl. Pohlmann 2011, S. 48f.). Dass Soziale Arbeit innerhalb einer stationären Pflegeeinrichtung mehr werden kann und ist als Geschichtenvorlesen, nämlich ein Repertoire von Aufgaben struktureller Art wie der Organisation von Heimaufnahmeprozessen bis zu solchen beziehungssystemischer Art wie der Beratung und Begleitung von Angehörigen und Ehrenamtlichen, geht teils unter (vgl. Falkenroth 2011, S. 348f.). Umso bedeutender ist die eingangs erwähnte Debatte um Legitimation und Wirkungsevaluation in diesem Handlungsfeld. Um Soziale Arbeit zu etablieren und ihr Potenzial in diesem Handlungsfeld entfalten zu können, ist eine Aufwertung ihrer Arbeit maßgeblich. Und dies kann nur durch die Repräsentativität ihrer Wirkung möglich gemacht werden. Deutlich wird dieser Umstand im Hinblick auf den Regelkreis von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Letztere ist sowohl als Resultat der Güte fachlich kompetenter Arbeit im Sinne der Prozessqualität anzusehen als auch als Voraussetzung für die Erlangung von Strukturqualität. Im Sinne der Rechtfertigung sozialarbeiterischer Leistungen zum Zwecke der Ressourcenzuteilung können demnach nicht nur Arbeitsprozesse und -ergebnisse nur so gut sein, wie es die Mittel erlauben, sondern Prozess- und Ergebnisqualität fördernde Rahmenbedingungen überhaupt erst erreicht werden, wenn es der Nachweis der Ergebnisqualität erlaubt (vgl. Merchel 2015, S. 11f). In den Sozialen Diensten, in denen sich Soziale Arbeit in stationären Altenpflegeeinrichtungen hauptsächlich organisiert, bilden Dokumentationen den Kern dieser Nachweisabbildung und haben somit die Legitimations- und Evaluationsfunktion inne (vgl. Reichmann 2016, S. 41f.). Unumstritten ist die Führung von Dokumentationen nicht. Sowohl der zeitliche Aufwand, hinter dem die methodische Umsetzung zurückfalle als auch eine fachlich angemessene, standardisierte Aufzeichnung von Zielsetzungen, Prozessen und Ergebnissen der Arbeit zwischen Bewohner*innen und Fachkraft lassen sich als Herausforderungen aufzeigen (vgl. Klug 2009, S. 12ff.). Eignen sich Dokumentationen also für den Alltag eines Sozialen Dienstes? Ist es möglich, die Leistung, den Erfolg und besonders: die 5 Wirkung der Sozialen Arbeit durch diese abzubilden? Oder liegt in der Dokumentation umgekehrt die Macht, aus Arbeit auf niedrigem Qualitätsniveau fachlich fundierte, hochwertige Tätigkeiten zu formen? Ebendiesen Themen gilt das in dieser Arbeit behandelte Forschungsinteresse. Als leitend dient dabei folgende Fragestellung: Inwiefern sind Dokumentationen des Sozialen Dienstes einer stationären Altenpflegeeinrichtung geeignet, um die Wirkung der Sozialen Arbeit innerhalb dieses Handlungsfeldes sichtbar zu machen? Welche Kriterien für die Wirkung der Sozialen Arbeit sind dabei einerseits aus der Perspektive dieser selbst und andererseits vom Standpunkt der Pflege aus maßgebend? Diese Fragestellung soll nicht allein in Bezug auf die zu untersuchende Bedeutung von Dokumentationen für die Legitimation der Sozialen Arbeit in der stationären Altenhilfe untersucht werden, sondern auch im Hinblick auf das professionelle Selbstverständnis einer sich in einem von Interdisziplinarität geprägten Handlungsfeld etablierenden Sozialen Arbeit (vgl. Klie/Schmidt 1998, S. 301). Um sich dieser Leitidee anzunähern, wurde eine qualitative Studie in einer stationären Pflegeeinrichtung eines Wohlfahrtsverbandes durchgeführt. In diesem Rahmen wurden zum Zwecke des Vergleichs unterschiedlicher Perspektiven auf die Wirkungsthematik zwei Expert*inneninterviews durchgeführt. Im Fokus stand jeweils die Erfragung von persönlichen und fachlichen Zielsetzungen und den Kriterien für Erfolg und Wirkung Sozialer Arbeit im allgemeinen Bezug und im Hinblick auf den konkreten Fall einer Bewohnerin. Ebenso war das Ziel, Erkenntnisse über die Art und Weise der Dokumentation des Sozialen Dienstes der Einrichtung und diesbezügliche Möglichkeiten der Wirkungsabbildung zu gewinnen. Anhand der vorliegenden Forschung wurde und wird dabei nicht der Anspruch erhoben, repräsentative Aussagen zu treffen oder gar eine allgemeingültige Theorie aufzustellen. Vielmehr steht im Mittelpunkt, einen Anstoß für eine weiterführende Diskussion über die Güte von Dokumentationen als Abbildungen von Wirkungen Sozialer Arbeit und Basis der Evaluation dieser im Kontext der stationären Altenhilfe zu geben. Zur theoretischen Fundierung der Forschung dienen die Kapitel eins bis drei der vorliegenden Arbeit. Zunächst wird sich dem Wirkungsbegriff auf definitorischer Ebene angenähert. Effect, Outcome, Impact, Erfolg und Qualität sind nur einige der Terminologien, die sich nahezu lückenlos an den Wirkungsbegriff anknüpfen lassen. Im Kontext der Sozialen Arbeit besteht neben dieser horizontalen Bandbreite eine vertikale: Die verschiedenen Ebenen, auf denen Wirkung in der 6 Sozialen Arbeit stattfindet. Diese Ebenen herauszustellen und den Wirkungsterminus in der Komplexität der bestehenden Begrifflichkeiten zu verorten, ist Ziel des ersten Kapitels. Soziale Arbeit wird „personenbezogen erbracht und ist kaum mit Thermometern oder Waagen zu erfassen“ (Pradel 2007b, S. 57). Daher wird im zweiten Kapitel die Wahl des Alternativbegriffes der Wirkungsevaluation statt dem der Wirkungsmessung diskutiert (siehe Kapitel 2.1 dieser Arbeit). Daran anknüpfend werden Dokumentationen als Grundlage der Wirkungsevaluation vorgestellt (siehe Kapitel 2.2 dieser Arbeit). Nach der Erörterung der Funktionen von Dokumentationen folgt ein Diskurs um deren Realitätsgehalt. Um diesen zu gewährleisten und zudem einen Anknüpfungspunkt für die Verifizierung und Validierung der Erfüllung von an die Fachkräfte gestellten Anforderungen zu bieten, sind Standardisierungen, Operationalisierungen und Normierungen unabdingbar (vgl. Pradel 2007b, S. 56). Doch wie viel Standardisierung verträgt eine personenorientierte Praxis? Entsteht durch eine solche nicht die erhöhte Gefahr, vor lauter Bürokratisierung den Menschen hinter den Akten zu vergessen? Mit der Erläuterung der unter anderem daran begründeten Anforderungen an die Fachkräfte der Sozialen Arbeit und einem Einblick in den Diskurs um eine evidenzbasierte Praxis schließt das zweite Kapitel. Mit dem dritten Kapitel wird ein Einblick in das Handlungsfeld der sozialen Altenarbeit generell (siehe Kapitel 3.2 dieser Arbeit) und in das der Sozialen Altenarbeit innerhalb der stationären Altenhilfe speziell (siehe Kapitel 3.3 dieser Arbeit) gegeben. Dabei werden sowohl die Wirkungsfelder der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext der Arbeit des Sozialen Dienstes als auch die Strukturierte Informationssammlung (SIS®)2 als Methode der Dokumentation dieser Felder aufgegriffen. In Anlehnung daran wird die Übertragung eines gerechtigkeitstheoretischen Ansatzes, dem Capability Approach, als Möglichkeit der Standardsetzung thematisiert. Der Forschungsvorgang ist Inhalt des vierten Kapitels. Dieser wird von der Zugangsfindung (siehe Kapitel 4.1 dieser Arbeit) an über die Beschreibung des Samplings bzw. der Form der Datenerhebung (siehe Kapitel 4.2 dieser Arbeit), des Forschungsfeldes und der spezifischen Fälle bis hin zur Darstellung der Auswertungsmethode wiedergegeben (siehe Kapitel 4.3 dieser Arbeit). 2 Zur Erläuterung der Marke und weiteren Ausführungen zum Konzept siehe Kapitel 3.3. 7 Die aus der Forschung resultierenden Ergebnisse werden schließlich im fünften Kapitel präsentiert und im Kontext der leitenden Fragestellung im sechsten Kapitel diskutiert. Fazit und Reflexion der Forschung bzw. der vorliegenden Arbeit bilden im siebten Kapitel mit einem Ausblick den Abschluss.

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References

Abstract

“Ask your social worker about risks and side effects.“ Few social welfare institutions would take such a slogan on. The answers to questions about measurability, attribution or - quite fundamentally - the definition of effect in social work seem to be too vague and too numerous. Nevertheless just in view of the increasing need for the legitimisation of the professional status of social work a further scientific foundation of the effectiveness debate is indispensable. This book contains both an overview of the current state of impact research as well as a transfer of the topic into the field of action of social work for the elderly. The results of the qualitative research based on this open the debate on the impact to the core element of the profession: Co-production as a negotiation process between the actors involved.

Zusammenfassung

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Sozialarbeiterin oder Ihren Sozialarbeiter.“ Einen solchen Slogan würden sich wohl die wenigsten Einrichtungen des Sozialwesens auf die Fahne schreiben. Zu vage und zu zahlreich scheinen Antworten auf Fragen nach der Messbarkeit, der Attribution oder – ganz grundlegend – der Definition von Wirkung in der Sozialen Arbeit. Doch gerade im Hinblick auf die zunehmende Notwendigkeit der Legitimation des Professionsstatus der Sozialen Arbeit kann auf eine weitergehende wissenschaftliche Fundierung der Wirkungsdebatte nicht verzichtet werden. Dieses Buch beinhaltet sowohl einen Überblick über den aktuellen Stand der Wirkungsforschung als auch eine Übertragung der Thematik in das Handlungsfeld der Sozialen Altenarbeit. Die Ergebnisse der darauf basierenden qualitativen Forschung öffnen die Wirkungsdebatte für das Kernelement der Profession: Die Ko-Produktion als Aushandlungsprozess zwischen den beteiligten Akteur*innen.