Glossar in:

Pao Nowodworski

"Gestanden!" Aneignungsprozesse durch Körperwissen beim Skateboarding, page 100 - 104

Eine lebensweltanalytische Ethnographie

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4369-1, ISBN online: 978-3-8288-7349-0, https://doi.org/10.5771/9783828873490-100

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Glossar73 Bank: Bezeichnet gerade, ebenflächige Rampen. Basics: Grundlegende skatespezifische Tricks wie Ollie, Kickflip, Heelflip und Pop Shuv- It; auch Grinds wie Boardslide und 50-50. Board: Auch Deck genannt. Bezeichnet das Brett des Skateboards. Wird in vielen Fällen jedoch auch synonym für das gesamte Skateboard inklusive Achsen und Rollen verwendet. BS (Backside): Verweist auf die Drehrichtung des Oberkörpers. Die Rückenseite leitet die Drehung dabei ein. Catchen: Bezeichnet das ‚Fangen’ des Skateboards mit den Füßen in der Luft, um in die anschließende Landung übergehen zu können. Coping: Rundes Metallrohr am obersten Bereich einer Rampe. Üblicherweise wird die Coping zum Ausführen von Grinds, Slides, Lip Tricks oder Drop-Ins genutzt. mein auf Steinkanten, die sowohl in Skateparks als auch im öffentlichen Raum zu finden sind. Üblicherweise werden diese eingewachst um die Rutschfähigkeit beim Sliden und Grinden zu verbessern. Deck: Siehe Board. Drop-In: Das Hereinfahren in eine Half Pipe, Mini Ramp oder Quarter Pipe an der Coping. Fakie: Beschreibt das Rückwärtsfahren auf dem Skateboard. Falls Tricks im Fakie ausgeführt werden, wird dieser Begriff dem Tricknamen vorangestellt. Flat: Bezeichnet einerseits die flache Ebene im unteren Bereich der Half Pipe, andererseits wird mit diesem Begriff auf gerade Flächen, auf denen geskatet werden kann, verwiesen. 73 Die in der Arbeit in kursiv gesetzten Begriffe werden im vorliegenden Glossar erläutert. 100 Flips: Flip Tricks bezeichnen all jene Tricks, bei denen das Skateboard Rotationen um die eigene Achse ausführt. Diese Rotationen können dabei in unterschiedlichster Form ausgeführt werden. FS 180°: Eine 180 Grad Drehung mitsamt dem Skateboard. FS (Frontside) verweist dabei auf die vordere Schulter, welche die Drehung (öffnend) einleitet. Gap: (engl. „Lücke“ oder „Abstand“) verweist allgemein auf Sprünge, die das Überwinden von einer größenvariierenden Kluft miteinbezieht. Goofy: Bezeichnet die Fußstellung, bei der das rechte Bein vorne und das linke Bein hinten auf dem Skateboard platziert ist. Grabs: (engl. „Griffe“) bezeichnen Tricks, bei denen die Skatenden das Skateboard im Sprung, aber auch in der Fahrt, mit einer oder beiden Händen greifen. Grinds: Bezeichnen Tricks, die das „Rutschen“ von mindestens einer Achse über Kanten oder Rohre miteinbezieht. Griptape: Schmirgelpapier ähnlicher Aufkleber, der auf das Deck geklebt wird. Durch die raue Oberfläche wird ein Herumrutschen auf dem Skateboard vermieden. Zusätzlich wird die Durchführung etlicher Tricks durch die erhöhte Haftbarkeit zwischen Skateschuh und Griptape erhöht. Half Pipe: Eine große Rampe in Form eines halben Rohres mit Vert. Beginnt bei einer Höhe von 2 Metern und mehr. Heelflip: Eine Rotation des Skateboards um die eigene Längsachse. Die Rotation wird durch ein Hinwegstoßen des vorderen Standfußes eingeleitet. Kann in unterschiedlicher Weise mit anderen Tricks und Rotationen kombiniert werden. Kickflip: Ähnlich wie beim Heelflip, nur rotiert das Skateboard in Richtung des Skatenden. Line: Eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Tricks entlang einer vom Skatenden selbst gewählten Route. Die Länge der Route sowie die Anzahl und Varianz der ausgeführten Tricks (es kann auch 101 nur eine Route gefahren werden, ohne Tricks auszuführen) können dabei unterschiedlich ausfallen. Lip Tricks: Bezeichnet Tricks, die beim Befahren von Half Pipes, Quarter Pipes oder Mini Ramps auf der Coping ausgeführt werden. Manual/Nose Manual (auch Wheelie/Nose Wheelie): Bezeichnet das Fahren auf nur einer der beiden Achsen. Mini Ramp: Eine Variante der Half Pipe, wobei die Höhe mit 1-2 Meter deutlich geringer ist. Zusätzlich ist die Mini Ramp nicht mit einem Vert ausgestattet. Mongo Pushing: Das Anschwunggeben mit dem jeweiligen vorderen Standbein. Gilt in der Szene aus ästhetischen und technischen Gründen als verrufen (statt einem Bein müssen beide Beine in die Grundposition gebracht werden, um nach dem Anschwunggeben weiterzufahren). Nollie: Abkürzung für Nose Ollie. Der Ollie wird mit dem vorderen Bereich des Skateboards (Nose) ausgeführt, wobei die Grundhaltung beigehalten wird. Nose: Vorderer Bereich des Decks, der nach oben gewölbt ist. Noseslide: Das Rutschen über Kanten und Rohre mit Hilfe der Nose des Skateboards. Ollie: Bezeichnet das Springen mit dem Skateboard bei Zuhilfenahme beider Beine. Gilt besonders für den Street Bereich als unentbehrlich, da hiermit auf und über Objekte gesprungen werden kann. Höhe und Weite können unterschiedlich variieren. Pop: Das Herunterdrücken der Tail auf den Boden, um z.B. den Ollie besonders hoch auszuführen. Pushen: Bezeichnet das Anschwunggeben beim Skaten. Üblicherweise wird mit dem jeweiligen hinteren Standbein Anschwung gegeben. Als Variante gilt das Mongo Pushen. Quarter Pipe: (engl. „Viertelrohr“) bezeichnet eine einzelne, viertelgroße Rampe. 102 Rampe: Sammelbegriff für unterschiedliche Rampen, die sich meistens in Skateparks finden lassen. Üblicherweise werden diese verwendet, um höhere Sprünge auszuführen. Regular: Bezeichnet die Fußstellung, bei der das linke Bein vorne und das rechte Bein hinten auf dem Skateboard positioniert ist. sauber: Verweist üblicherweise auf eine technisch einwandfreie Ausführung einer skatespezifischen Bewegung. Scooter: „Roller“ oder „Cityroller“. Session: Bezeichnet den spezifischen Zeitraum, in dem an einem spezifischen Ort geskatet wird. S.K.A.T.E./Game of Skate: Beliebtes Spiel, das zwischen mindestens zwei Skatern ausgetragen werden kann. Derjenige Spieler, der an der Reihe ist, legt einen Trick (meistens auf gerader Ebene) vor, der vom nachfolgenden Spieler nachgemacht werden muss. Gelingt dies nicht, so erhält dieser Spieler einen Buchstaben des Wortes „SKATE“. Hat ein Spieler alle Buchstaben erhalten, so ist das Spiel verloren. Gelingt es dem nachfolgenden Spieler den Trick nachzumachen, so wird diese Prozedur so lange fortgeführt, bis die Vorgabe des ersten Spielers misslingt. Ist dies der Fall, so ist nun der andere Spieler an der Reihe einen Trick vorzulegen. Zu beachten ist weiterhin, dass jeder erfolgreich ausgeführte Trick nur einmal vorgelegt werden darf. Skatepark: Speziell für Skateboarder, BMX Fahrer, Inliner oder Scooter eingerichtete Plätze (oder auch Hallen, dann Skatehalle), auf denen unterschiedliche Rampen, Curbs und Rails zum Skaten platziert sind. Slides: Das „Rutschen“ auf Kanten und Rohren mit dem Deck des Skateboards. Spot: Verweist auf einen bestimmten Ort, an dem geskatet wird. Stehen: Bezeichnet die erfolgreiche Ausführung einer skatespezifischen Bewegung. Street Skateboarding: Bezeichnet das Skaten im öffentlichen Raum. Üblicherweise werden die skatespezifischen Bewegungen in Städten und Vororten ausgeführt. Besonders das Herunterspringen von Trep- 103 penstufen, das Grinden und Sliden an Geländern, Sitzbänken oder Steinkanten sowie das Befahren von Straßen und Fußwegen machen das Street Skateboarding aus. Da diese Art der Nutzung öffentlichen Raums teilweise illegal ist (z.B. Vandalismus), ist diese Art zu Skaten häufig mit Konflikten verbunden. Kann auch auf die Bereiche innerhalb Skateparks verweisen, in dem sich Curbs, Rails und Treppenstufen befinden. Switch: Bezeichnet das Fahren bei umgekehrter Fußstellung. Da sich bei den meisten Skatenden eine favorisierte Fußstellung entwickelt (entweder Goofy oder Regular), wird mit Switch auf die gewechselte (meist ungeübtere) Fußstellung verwiesen. Tail: Hinterer Bereich des Decks, der nach oben gewölbt ist. Transition: Der runde Übergang vom Flat Bereich in eine Half Pipe oder Quarter Pipe. Verweist zudem darauf, in Rampen wie Half Pipes, Quarter Pipes oder Mini Ramps zu skaten. Tricks: Sammelbegriff für die unterschiedlichsten Ausführungen von Grinds, Flips, Grabs usw. beim Skateboarding. Vert: Bezeichnet den senkrechten Teil einer Half Pipe zwischen Coping und Transition. Teilweise wird der Begriff auch synonym dafür verwendet, um auf das Skateboarding im Rampenbereich zu verweisen (in Abgrenzung zum Street Skateboarding). 104

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Zusammenfassung

„Am Ende musste schon selber machen und ausprobieren“, so ein Skater auf die Frage, wie ein bestimmter Trick funktioniere.

In einer bewegungsorientierten Szene, wie dem Skateboarding, sind die Beteiligten nicht an geregelte Trainingseinheiten, wie dies in „klassischen“ Sportarten typischerweise der Fall ist, gebunden. Nichtsdestoweniger vollziehen die Skaterinnen und Skater komplexe Bewegungsabläufe, die ein Höchstmaß an Körperbeherrschung abverlangen. In einer lebensweltanalytischen Ethnographie taucht der Autor in die Welt der Skaterinnen und Skater ein, um diese Aneignungsprozesse zu rekonstruieren. Durch beobachtendes Teilnehmen werden die skatespezifischen Bewegungsabläufe in ihren Sedimenten untersucht. Hierbei nimmt das nur schwer zu explizierende Körperwissen eine bedeutende Rolle ein, da Skateboarding eine bewegungs- und körperzentrierte Szene ist.