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3 Jugend – Eine spezifische Lebensphase im Lebenslauf in:

Mehmet Koc

Jugendextremismus als Herausforderung der Sozialen Arbeit, page 20 - 26

Eine vergleichende Analyse vom jugendlichen Rechtsextremismus und Islamismus

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4361-5, ISBN online: 978-3-8288-7316-2, https://doi.org/10.5771/9783828873162-20

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Soziale Arbeit, vol. 3

Tectum, Baden-Baden
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20 3 Jugend – Eine spezifische Lebensphase im Lebenslauf Die Beschäftigung mit dem Thema Jugendextremismus erfordert neben der Befassung mit den extremistischen Erscheinungsformen politischweltanschaulicher Ideologien auch eine analytische Auseinandersetzung mit der Jugendphase bzw. des Jugendalters. Hierfür werden die Merkmale der Lebensphase Jugend bezugnehmend zu dem Konzept der Entwicklungsaufgaben und ihrer sozialen Bedeutung näher beleuchtet. Gleichzeitig soll sie für die spätere Befassung mit dem Rechtsextremismus und Islamismus als theoretischer Bezugspunkt zum Verstehen der beiden Erscheinungsformen von Extremismus bei Jugendlichen dienen. 3.1 Besonderheiten und Merkmale der Lebensphase Jugend Prinzipiell lässt sich festhalten, dass das Jugendalter als zentraler Prozess des Heranreifens von jungen Menschen sowie der dazugehörenden Individuation betrachtet wird. Diese Individuation ist allerdings von den dynamischen Sozialisationsbedingungen einer Gesellschaft stets abhängig (vgl. Mansel/Hofmann 2012: 183). Die Jugendphase ist ein Übergang von der Phase des abhängigen Kindseins hin zum unabhängigen Erwachsenwerden und somit eine Statuspassage. Sie lässt sich in drei Phasen untergliedern, ohne dabei den Anspruch zu haben, dass die zeitlichen Rahmen bei allen Jugendlichen exakt zutreffen (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 39 ff.) Frühe Jugendphase, die mit dem Eintritt der Pubertät bzw. der Geschlechtsreife beginnt und sich zwischen dem 12 und 17. Lebensjahr bewegt. Mittlere Jugendphase, die als nachpubertäre Phase gilt und die Entwicklung hin zum Erwachsenen beschreibt. Späte Jugendphase, welche die Übergangszeit in die Rolle des Erwachsenen beschreibt und sich vom 22. bis maximal dem 30. Lebensalter erstreckt. Die Harmonie zwischen der Entwicklung einer persönlichen Individuation und der sozialen Integration bildet die Voraussetzung für die Bildung einer „Ich-Identität“ (Hurrelmann/Quenzel 2016: 5). Als eine eigenständige Lebensphase kennzeichnet sie sich durch eine enge Aneinanderreihung von Entwicklungsaufgaben, deren Bewältigung oder Nicht-Bewältigung den weiteren Verlauf des Lebenslaufs bestimmt (ebenda). 21 Angelehnt an das Konzept des Pädagogen Robert J. Havighurst gelten gegenwärtig vier Bereiche als sogenannte Entwicklungsaufgaben, denen in der Lebensphase Jugend eine besondere Rolle zukommt (vgl. Mansel/Hofmann 2012: 186). Zu den Entwicklungsaufgaben zählen Qualifikation, Bindung, Konsum und die Partizipation (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 25). Alternativ zu dem Konzept der Entwicklungsaufgaben werden sogenannte „Bewältigungsfelder“ (Schröder 2013: 113) zur Beschreibung und Analyse der Lebensphase Jugend herangezogen, die ebenso vier Ebenen erfassen und mit den Begriffen Familie, Liebe, Arbeit und Selbst zum Ausdruck gebracht werden (vgl. ebenda). Das sozialtheoretische Konzept der Entwicklungsaufgaben dient dazu, um die Besonderheit und Merkmale der Lebensphase Jugend zu erfassen. Sie bringen die Form von Anforderungen und Erwartungen an junge Menschen zum Ausdruck, die von der Gesellschaft an sie herangetragen werden. Zudem haben sie eine strukturierende Funktion im Lebenslauf, demnach sich die Lebensverläufe von Jugendlichen ausgestalten. So befinden sich die Jugendlichen in einer Wechselbeziehung zwischen der Durchführung bzw. ihrer Ausweichung (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 24 ff.). Unter Qualifikation wird diejenige Entwicklungsaufgabe verstanden, die mit der Entwicklung von sozialen und intellektuellen Kompetenzen einhergeht, womit eine erfolgreiche berufliche Qualifikation durch gute schulische Leistungen zustande kommt. Ziel ist somit die Schaffung einer materiellen Grundlage für die eigene ökonomische Absicherung und der eigenen Existenz. Bindung als Entwicklungsaufgabe erfordert von den Jugendlichen die Herausbildung einer individuellen Geschlechtsrolle sowie die Entwicklung von sozialen Bindungen zu den Peers, welche die Basis für das Eingehen von partnerschaftlichen Beziehungen bilden soll. Damit geht ebenso die Erwartung einher, als künftige Erwachsene selbst Kinder zu zeugen und zu erziehen. Mit Konsum wird diejenige Entwicklungsaufgabe beschrieben, die auf die Entwicklung von individuellen Lebensstilen und Grundlagen eingeht, wodurch eigene Bedürfnisse und der Umgang mit den Angeboten auf dem Konsummarkt erfolgreich gesteuert werden können. Die Bedingung zur Erfüllung dieser Aufgabe basiert auf der Herausbildung von eigenen Handlungsmustern, wie mit den verschiedensten Angeboten und Möglichkeiten des Konsummarktes und anderen Freizeitangeboten umgegangen wird. Die vierte Entwicklungsaufgabe der Partizipation bringt die Entwicklung vom eigenen Werte- und Normensystem sowie ethisch-politi- 22 schem Bewusstsein zum Ausdruck. Es soll die Grundlage für die verantwortungsvolle Handlungsmöglichkeit und Abwägung bei Entscheidungen bilden. Der erfolgreiche Abschluss dieser Entwicklungsaufgaben bedeutet, dass die Lebensphase Jugend beendet und der Übergang zum Erwachsensein erfolgt ist (vgl. Mansel/Hoffmann 2012: 186). Die Jugendidentität, die sich aus der persönlichen und sozialen Identität zusammensetzt und als „das Erleben des Sich-Selbst-Gleichseins“ (Hurrelmann/Quenzel 2016: 36) gilt, bildet sich im wechselseitigen Zusammenspiel dieser vier Entwicklungsaufgaben. Thomas Rauschenbach und Stefan Borrmann differenzieren die Entwicklungsaufgaben aus und zählen die Auseinandersetzung mit Jugendkulturen, Globalisierung, Freizeit, Medien, Sexualität, Geschlecht, Gesundheit, Religion, Politik und Armut ebenso dazu (vgl. Schulz 2018: 9). Charakteristisch für diese Phase ist die Suche nach Sinn und Orientierung. Im Rahmen dieser Suche werden vorgefundene Weltbilder und Wertemuster kritisch hinterfragt und es erfolgen entsprechende Reaktionen entweder durch Anpassung, Duldung, Verweigerung oder Protest. Die Suche nach dem Lebenssinn kann zugleich als Beweggrund für starke Orientierungs- und Selbstwertkrisen fungieren (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 37). In Bezug auf das Thema dieser Arbeit scheint allerdings die Frage interessant und erforderlich, wie es sich bei Jugendlichen verhält, die diese Entwicklungsaufgaben nicht oder nur teilweise bewältigen konnten und welche Probleme damit einhergehen können. Die Autoren Mansel/Hoffmann (2012) betonen, dass der Individuationsprozess von Jugendlichen für sie irritierend sein kann. So könnte ihre Verunsicherung und Überlastung in der Form von kriminellem Verhalten, Hooliganismus und Rechtsradikalismus in Erscheinung treten. Solche „exteriorisierende Verarbeitungsformen“ (Mansel/Hoffmann 2012: 186) sind ebenso möglich, wie die Erscheinung gesundheitlicher Einschränkungen oder Suchtmittelkonsum als sogenannte „interiorisierende Formen der Belastungsregulation“ (ebenda). Hurrelmann/Quenzel (2016) bringen zum Ausdruck, dass Jugendliche in der Regel eine gute Unterstützung für die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben erhalten und dabei von unterschiedlichen Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule und Jugendzentren begleitet werden. Damit geht eine erfolgreiche Sozialisation und Einbindung in die Gesellschaft einher. Im Umkehrschluss bedeutet die weniger gute Unterstützung, dass spürbare Entwicklungsprobleme zustande kommen (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 29f.). Aggression, Gewalt, Depression, 23 Drogen oder Suchtverhalten werden als entsprechende Strategien angeführt, wodurch einerseits die Aufmerksamkeit erzielt werden kann, die Jugendliche im Verlauf ihrer Entwicklung nicht erfahren konnten. Andererseits dient es dem Druckabbau, denen sich die Jugendlichen ausgesetzt sehen, da sie den Erwartungen der Gesellschaft nicht gerecht geworden sind. Anzumerken ist, dass es sich bei diesem und ähnlichem Problemverhalten um Ablenkungen handelt und nicht um Lösungen (vgl. ebenda: 103f.). Als Folge der misslungenen Bewältigung besteht die Gefahr, dass das Gefühl der Selbstunwirksamkeit eintritt und die Jugendlichen sich vor einer „unbezwingbare[n] Hürde“ (ebenda: 228) sehen. Der erfolglos gebliebene Versuch zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben zeigt sich daher in Form von Ablenkungen bzw. Risikowegen ab. Ein solcher Umgang dient dem Selbstschutz oder resultiert aus Scham vor der sozialen Umwelt. Die externalisierende Variante zeigt sich vor allem in Aggression gegen andere und ist ein starker Ausdruck für das Maß der Selbstwertbeeinträchtigung. Durch gezielte Angriffe nach außen, zerstörerischem Verhalten und der Idee der Vernichtung von vermeintlichen Feindbildern wird versucht, das Missverhältnis zwischen den Entwicklungsanforderungen und den eigenen Bewältigungskompetenzen zu kompensieren (vgl. ebenda: 229 ff.). Hierzu könnte auch die Vorstufe der Taten gegen vermeintliche Feindbilder gezählt werden, indem Feindbilder überhaupt konstruiert werden. Die Teilnahme an menschenfeindlichen Gruppen und Demonstrationen wird ebenso zu sozial abweichenden und externalisierenden Varianten der vermeintlichen Problembewältigung gesehen. Die Entscheidungen und Tendenzen zu solchem Verhalten weisen intuitive und emotionale Charakterzüge auf, da Jugendliche sich vor Zurückweisung und Isolation von Peers fürchten. Zudem sind antisoziale Verhaltensweisen in der Jugendphase für diesen Lebensabschnitt charakteristisch und sollten stärker als Test und Formen der Provokation wahrgenommen werden. (vgl. ebenda). Inwiefern sich Rechtsextremismus und Islamismus im Jugendalter anhand dieser theoretischen Grundlage erklären lassen, wird im Abschnitt über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Phänomene aufgezeigt. 3.2 Soziale Bedeutung der Lebensphase Jugend Der Lebensphase Jugend kommt eine große Bedeutung zu. Diese hohe Stellung wird mit der stetigen Ausdehnung dieser Lebensphase begründet. Der Blick auf die Geschichte zeigt, dass es früher keinesfalls selbstverständlich war, diese Phase als eine eigenständige Phase zu definieren (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 19). 24 Die Wahrnehmung des Jugendalters als eigenständige Phase zwischen dem Kindes- und Erwachsenenalter ist eine relativ neue Angelegenheit. Unter „Jugendlichen“ wurden noch Ende des 19. Jahrhunderts solche Jugendliche bezeichnet, die männlich und kriminell aufgefallen waren und daher besondere Angebote und Behandlungen seitens der Jugendfürsorge benötigten. Dieser historische Blick zeigt, dass es sich beim Begriff „Jugendlicher“ um eine „zunächst institutionelle Adressierung“ (Schulz 2018: 10) handelte, die dazu gedient hat, bestimmte Personengruppen als mögliche Zielgruppen der Sozialen Arbeit festzuhalten (vgl. ebenda). Als eine sich festsetzende Lebensphase entstand die Jugendphase im 20. Jahrhundert, die sich durch die schulische und berufliche Bildung kennzeichnete und sich eher in gebildeten Bevölkerungsschichten wiederfand. Diese damals als „Übergang von der durch emotionale und materielle Abhängigkeiten charakterisierte Kindheit zur emotional und finanziell selbstständigen Erwachsenenphase“ (Hurrelmann/Quenzel 2016: 107) war nur von kurzer Dauer, die durch den Übergang in die Erwerbstätigkeit, Familien-, Konsumenten- und Bürgerrolle ein Ende fand (vgl. ebenda).6 Aus dem kurzen Blick auf die historische Verwendung und Wahrnehmung des Jugendalters lässt sich festhalten, dass sie unterschiedliche Züge angenommen hat. Für die Befassung mit Jugendextremismus stellt sich nun die Frage, welche soziale Bedeutung die Lebensphase Jugend heute aufweist. Unter 3.1 wurde die ungefähre Untergliederung der Jugendphase angeführt, die zur zeitlichen Markierung des Jugendalters dienen soll. Demnach tritt das Jugendalter mit der Pubertät ein. Pubertät bezeichnet „die körperlichen Veränderungen bei der Entwicklung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale“ (Schröder 2013: 112). Die zwischen dem ca. neunten und dreizehnten Lebensjahr eintretende Geschlechtsreife, bei Mädchen als Menarche und bei Jungen als Spermarche bezeichnet, begleitet die Jugendlichen durch sich verändernde körperliche Merkmale in den kommenden Jahren intensiv (vgl. ebenda). Somit lässt sich der Beginn der Lebensphase Jugend mit dem Eintritt der Pubertät gleichsetzen. Diese Markierung in Anlehnung an die biologische Entwicklung ermöglicht zugleich eine Möglichkeit, Personengruppen als spezifische Zielgruppen der Sozialen Arbeit anzusprechen. Neben der Funktion zur institutionellen Adressierung durch die Kategorie „Jugend“ geht allerdings eine zu betonende Herausforderung einher. Das Gleichsetzen von Jugend und Pubertät impliziert, dass die 6 Eine vertiefte Behandlung der historischen Entwicklung der Lebensphase Jugend erfolgt nicht, da es den Rahmen der Arbeit übersteigen würde. Eine historische Skizze lässt sich in (Hurrelmann/Quenzel 2016: 19 ff.) nachlesen. 25 angesprochenen biologischen Veränderungen bei Jugendlichen sehr ähnlich ablaufen und sie dieselben körperlichen Eigenarten aufweisen. Die geschlechtliche Vielfalt wird häufig ausgeblendet und die binäre Geschlechterordnung zwischen Männern und Frauen häufig reproduziert (vgl. Schulz 2018: 10). Die Adoleszenz beschreibt die Zeitspanne, im Rahmen derer die Jugendlichen die durch die Pubertät ausgelösten körperlichen Änderungen und gesellschaftlichen Erwartungen angehen. Sie versuchen innerhalb dieser Zeit, sich mit dem eigenen neuen Körper anzufreunden und gleichzeitig sich in der Gesellschaft zu verorten. Der kulturelle Einfluss ist für die Adoleszenz von großer Bedeutung, da sie entsprechende kulturelle Angebote zum positiven Umgang der Selbstfindung und Eingliederung in die Gesellschaft zur Verfügung stellt bzw. diese zu stellen hat (vgl. Schröder 2013: 112). Daher besteht die Aufgabe der Adoleszenz in der „Herstellung ihres Subjekt-Welt-Bezugs, in dem Jugendliche sich mit der Identitätsbildung und der sozialen Integration konfrontiert sehen“ (Schulz 2018: 10). Erik H. Erikson bringt in seinem Ansatz des psychosozialen Moratoriums zum Ausdruck, dass das Spannungsverhältnis der biologischen Veränderungen und der Identitätssuche während der Adoleszenz als grundlegende Entwicklungsaufgabe der Lebensphase Jugend gilt. Der Begriff des psychosozialen Moratoriums bedeutet, dass in geschützten Räumen die Identitätsbildung von Jugendlichen erfolgt und im Anschluss die Herausforderungen zur Erlangung von Beruf und sozialen Positionierungen angegangen werden. Heute sind die Grenzen des Moratoriums allerdings verschwommen, da die Jugendlichen zeitgleich sowohl die Identitätsbildung als auch die Bewältigung von sozialen Problemen zu leisten haben. Jugendliche sind daher in einer Phase der intensiven Krisenbewältigung (vgl. Schulz 2018: 10f.) Dennoch bietet die Jugendphase als Moratorium den Raum, um unterschiedliche Erfahrungen im Jugendalter zu durchlaufen und verschiedene Lebensstile auszuprobieren (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2016: 23). Für die Soziale Arbeit ist es entscheidend, das Potenzial dieser Lebensphase Jugend auszuschöpfen. Die Jugendphase nur mit sozialen Problemen in Verbindung zu bringen, blendet das Verständnis aus, dass in dieser Phase politisch-kulturelle Innovationen zustande kommen können und Jugendliche mit ihren Handlungen bei der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken. Jugendliche sollten deswegen nicht auf biologische Aspekte und soziale Probleme reduziert als Empfänger von Sozialer Arbeit gelten, sondern vermehrt auch als „(Co-) Produzent_Innen adressiert“ (Schulz 2018: 11) werden, die sich in ihren jugendlichen Handlungen widerspiegelt (vgl. ebenda: 11f.). Auf der Grundlage dieser 26 dargestellten sozialen Bedeutung der Lebensphase Jugend wird sie im Rahmen dieser Arbeit als „eine eigenständige Lebensphase“ (Hurrelmann/Quenzel 2016: 21) verstanden, die jugendspezifische Besonderheiten aufweist und daher in der Befassung mit Rechtsextremismus und Islamismus im Jugendalter stets berücksichtigt werden muss.

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Zusammenfassung

Extremismus gefährdet Jugendliche in vielerlei Hinsicht und gewinnt zunehmend wieder an Bedeutung für die Soziale Arbeit. Durch die Entwicklung von extremistischen Einstellungsmustern gefährden Jugendliche dabei sich selbst und andere Personen zugleich. Es lässt sich beobachten, dass demokratische Grundwerte bei Jugendlichen sukzessive an Bedeutung verlieren. Aus dem pädagogischen Auftrag zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu „eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten“ (§1 SGB VIII) ergibt sich die Aufgabe der Sozialen Arbeit, sich mit dem Jugendextremismus intensiv zu befassen. Im vorliegenden Buch wird hierzu eine vergleichende Analyse vom jugendlichem Rechtsextremismus und Islamismus vorgenommen und aufgezeigt, welchen Herausforderungen sozialarbeiterische Praxis ausgesetzt ist und wie hiermit fachlich umgegangen werden kann. Die Arbeit wurde mit dem Johanna-Kirchner-Preis 2018 ausgezeichnet.