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8. Mitgliedschaft in Vereinen in:

Ottfried Becker

Dr. Matthäus Much (1832-1909), page 229 - 232

Eine dokumentarische Biographie

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4350-9, ISBN online: 978-3-8288-7300-1, https://doi.org/10.5771/9783828873001-229

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Geschichtswissenschaft, vol. 42

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Mitgliedschaft in Vereinen Matthäus Much ist Mitglied in vielen Vereinen und investiert viel Zeit in seine ehrenamtliche Tätigkeit. Da sind zunächst die Anthropologischen Gesellschaften in Wien und in Berlin, die Gesellschaft für Salzburgische Landeskunde, der Verein für Landeskunde von Niederösterreich, der Altertumsverein zu Wien und der Verein zur Verbreitung Naturwissenschaftlicher Kenntnisse427. In den Jahren 1891 bis 1897 gibt es weitere Mitgliedschaften 428: – Österreichischer Touristenclub, Sektion Naturkunde, – Deutsch-Oesterreichischer Alpenverein, – Niederösterreichischer Gewerbeverein, – Wiener Zither-Bund, – Verein Carnuntum, – „Gönner“ des Rede- und Lesevereins der deutschen Hochschüler in Wien, – Wissenschaftlicher Club, – Akademischer Gesangsverein, – Verein der österreichischen Volkskunde, – Salzburger Turnverein; Die folgende Gruppenaufnahme stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1889, dem Verlobungs-/Hochzeitsjahr von Marie Brukner, geborene Much, aufgenommen von k.u.k. Hof-Fotografin Rosa Jenik (verehelichte Dörfler). Das Foto hat die Abmessungen 21 cm x 36 cm, die Platte ist für Nachbestellungen bis 1899 reserviert. Folgende Personen sind bekannt: Maria Anna Much, geb. Hornsteiner (vordere Reihe 4. Person von links); Dr. Matthäus Much (vordere Reihe 5. Person von links); Dr. Bruno Brukner (vordere Reihe 6. von links); Maria Brukner, geb. Much (vordere Reihe 7. von links); Dr. Rudolf Much (stehend 2. Person von rechts); Dr. Fritz Brukner, Bruder von Dr. Bruno Brukner (nachträglich eingeklebt, oben links) Die meisten Herren sind durch die Kopfbedeckung oder eine Banderole mit dem Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ als Burschenschaftler zu erkennen. Vermutlich handelt es sich bei ihnen um ehemalige Mitglieder der 1879 von Schülern des Wiener Piaristengymnasiums gegründeten Burschenschaft „Thuringia“, die sich aber bereits am 18.12.1884 wieder aufgelöst hatte.429 Es ist zu vermuten, dass andere be- 8. 427 Mittheilungen des Vereins zur Verbreitung Naturwissenschaftlicher Kenntnisse, 1886 428 Nachlass von M. Much, Privatbesitz K. u. R. Wirthig 429 Pichl, 1913, Seite 357 229 kannte Mitglieder der Burschenschaft, wie der Philosoph Adolf Stöhr (* 24.02.1855, † 10.02.1921), der Botaniker Richard von Wettstein (* 30.06.1863, † 10.08.1931) und der Orientalist Rudolf Geyer (* 28.06.1861, † 15.09.1929) auf dem Foto zu finden sind.430 Sehr lange hat mich die Frage beschäftigt, welche weibliche Person zwischen Matthäus Much und seiner Frau steht. Ich vermute, dass es sich um Fräulein Marie Eysn (* 11.11.1847, † 13.01.1929) handelt. Marie Eysn, später mit Richard Andree verheiratet, gilt als die „Altmeiserin der süddeutschen Volkskunde“431. Sie ist eine Person mit vielseitigen Interessen, z.B. unterstützt sie Prof. Kerner von Marilaun bei der Anlage einer Herbar-Sammlung. „Eine starke Vorliebe hegte M.Eysn auch für die älteste Geschichte des Landes. Zusammen mit dem Nestor der österreichischen Vorgeschichtsforschung Dr. Much, nahm sie viele Begehungen vor im Salzburgischen und beteiligte sich auch an Untersuchungen, wie z.B. an Muchs klassischen Pfahlbauforschungen am Mondsee.“432 Marie Eysn nimmt an vielen Kongressen der Anthropologischen Gesellschaften teil und steht in Korrespondenz mit M. Much, welche in der Dokumentenmappe zu finden ist. 430 Köhler, 1926, Seite IX bis XI 431 http://www.suehnekreuz.de/forscher/eysn.htm, Marie Andree-Eysn 432 ebenda 8. Mitgliedschaft in Vereinen 230 Gruppenfoto, 1889, Nachlass Gerda BeckerAbbildung 177 8. Mitgliedschaft in Vereinen 231

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Zusammenfassung

Dr. Matthäus Much war ein Pionier der österreichischen Urgeschichtsforschung. Als finanziell unabhängiger Zitherfabrikant in Wien widmete er sich begeistert der frühen Geschichte seines Heimatlandes. Er entdeckte die Pfahlbauten im Mondsee, untersuchte die Spuren des alpinen prähistorischen Kupferbergbaus und führte in Niederösterreich intensive Ausgrabungen durch. Seine Sammlung prähistorischer Gegenstände war international bekannt. Als Mitglied in den Anthropologischen Gesellschaften von Wien und Berlin setzte er sich für die Zusammenarbeit beider Vereinigungen ein. Aus Kupferfunden in ganz Europa leitete er die Notwendigkeit ab, eine zusätzliche historische Periode einzuführen („Kupferzeit“). In der K.K. Zentralkommission sorgte er für die Bewahrung der Bodendenkmale und arbeitete an einer Denkmalschutzgesetzgebung. Ottfried Becker zeichnet anhand historischer Dokumente, zu denen auch von Matthäus Much selbst gesammelte und bisher unveröffentlichte Unterlagen gehören, sein Leben und Wirken nach.