Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung in:

Ernst Gusenbauer

Dann war es nur ein Traum ..., page 29 - 36

Rätedemokratie und Rätebewegung in Bayern 1918/19

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4348-6, ISBN online: 978-3-8288-7297-4, https://doi.org/10.5771/9783828872974-29

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Geschichtswissenschaft, vol. 41

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung Das Haupthindernis für einen durchgreifenden Erfolg der bayerischen Rätebewegung wird vielfach in der staatskonservativen Haltung der „königlich-bayerischen“ (Roos, 1998, S. 20) Sozialdemokratie gesehen. Andererseits ist diese Etikettierung voreilig und es scheint eine differenzierte Betrachtung angebracht (Schade, 1961, S. 30-33). Nicht Revolution und gewaltsamer Umsturz haben die Denkweise der verantwortlichen Parteiführer beherrscht, sondern die beständige Forderung nach einer grundlegenden Demokratisierung des Staatswesens. Die Sozialdemokraten (MSPD) waren daher nur widerwillig in die Revolution (hinein)gestolpert. Als am 7. November 1918 auf der Theresienwiese die große Friedenskundgebung stattfand, marschierten die Sozialdemokraten in erster Linie deshalb mit, um für „geordnete Verhältnisse“ zu sorgen. Dann aber wurden sie von der Dynamik der Ereignisse vollkommen überrascht, wie Felix Fechenbachs Augenzeugenbericht eindrücklich beweist: „[…] Es war keine alltägliche Kundgebung. Auf den Gesichtern lag Spannung. Man wußte: Heute geschieht Entscheidendes […] Oben an der Bavaria, auf der großen Freitreppe stand Erhard Auer, der Führer der SPD; dann folgten die anderen Redner am Wiesenhang entlang […] und weit unten stand Kurt Eisner, der Hauptredner der USP […] Dann kommt Bewegung in die Massen. Die Soldaten ziehen hinter einer roten Fahne mitten durch die Menge zu Kurt Eisner[…]“ (1929, S. 39ff). Während die Sozialdemokraten mit ihren Anhängern unter Blasmusik durch die Stadt und zum Friedensengel zogen und die Parteiführung danach zum friedlichen Nachhausegehen aufforderte, riefen die Radikalen mit Eisner an der Spitze zum Kasernensturm und damit zur Revolution auf. Protagonisten 1: 29 Abb. 5 Mathäserbräu München, hier wurde Kurt Eisner am Abend des 7. November 1918 zum Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates gewählt Welche Prägung erfuhren die im Rahmen der bayerischen Revolution agierenden und zugleich führenden SPD-Politiker? Anhand dreier Beispiele kann der soziale Aufstieg einer Politikergeneration sehr anschaulich gezeigt werden, der sich allerdings ohne revolutionäre Begleitumstände vollzog. Johannes Timm, der im Kabinett Eisner als Justizminister fungierte, war gelernter Schneider und stammte aus ärmlichen Verhältnissen. 1898 folgte er dem Ruf der bayrischen SPD und begann dort eine durchaus bemerkenswerte Parteikarriere. Auf dem Landesparteitag in Würzburg 1898 wird er mit der Ausarbeitung von Organisationsfragen betraut. Zugleich ist Timm in Verhandlungen über ein Wahlbündnis mit der Zentrumspartei involviert. Dieser von parteiinternen Gegnern kritisierte „Kuhhandel“ (Schade, 1961, S. 23) trug aber zum Erfolg der Partei bei den nachfolgenden Landtagswahlen bei. Albert Rosshaupter, der unter Eisner als Minister für militärische Angelegenheiten eine maßgebliche Rolle in der Auseinandersetzung mit den Soldatenräten spielte, wurde als Sohn eines Häuslers und Korbmachers in kleinen Verhältnissen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und zahlreicher Fortbildungskurse arbeitet er als Lackie- Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung 30 rergehilfe in München. Seit 1887 ist er Mitglied der SPD und bringt es dort bis zum leitenden Organisationsreferenten. Erhard Auer, der große Gegenspieler Eisners während der Revolutionszeit, wurde als Sohn einer ledigen Näherin im niederbayerischen Dommelstadel bei Passau geboren. Nach dem Tod seiner Mutter wird der Elternlose als Dorfarmenkind erzogen und verdingt sich als landwirtschaftlicher Arbeiter im benachbarten Österreich. Im Juli 1900 wird er nach dem Besuch von Abendkursen Praktikant der Ortskrankenkasse in München und betätigt sich eifrig als Mitglied der SPD. Als ihn Georg von Vollmar entdeckt, beginnt sein Aufstieg in der Partei. 1907 kandidiert er auf einem sicheren Platz für die Landtagswahl und bereits ein Jahr später wird er Landessekretär der SPD und galt seither „als rechte Hand“ (Schade, 1961, S. 26) des politischen Schwergewichts Vollmar. Für den amerikanischen Historiker Allan Mitchell (1967, S. 124- 151) erscheint die „revolutionäre Mitbeteiligung“ von Männern wie Auer, Timm und Rosshaupter von einem einzigen Gedanken beherrscht, nämlich die Rätebewegung in geordnete Bahnen zu lenken und nach erfolgten Wahlen allmählich zum Verschwinden zu bringen – und damit befanden sie sich durchaus in Einklang mit der auf Reichsebene verfolgten Politik. Dies sei deshalb bemerkenswert, da die SPD in den gesamtbayerischen Rätegremien trotz zeitweilig radikalisierender Massenstimmungen die Mehrheit besaß. Dieses Phänomen wird auch von Kolb bekräftigt (1962, S. 332). Seligmann wiederum interpretiert die fürs Erste kurios erscheinenden Aktivitäten von SPD, die ja zunächst auf eine Ausrufung der 1. Räterepublik drängten, als veritablen Versuch, eine scheinbar aus den Fugen geratene revolutionäre Massenbewegung doch noch an führender Stelle lenken und bestimmen zu können (1998, S. 115-142). Er gelangt im Laufe seiner Untersuchung zum Fazit, dass die zentralistische Parteistruktur teilweise aufgelöst worden sei. So hätten Ortsgruppen der Partei, die ausgerufene Räterepublik auch dann unterstützt, nachdem die Weiterexistenz der Regierung Hoffmann bekannt geworden war. Andere wiederum erklärten sich für neutral, solange die ganze Sache als nicht entschieden galt (S. 47). Dabei trafen sich die Mehrheitssozialdemokraten mit dem Standpunkt des rechten Flügels der bayerischen USPD. Die hatten nämlich Anfang Februar 1919 verkündet: „Demokratie als Selbstregierung des Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung 31 Volkes ist mit der Schaffung von Räten unvereinbar, die eine irgendwie geartete, selbständige Regierungskompetenz beanspruchen“ (Beyer, 1957, S. 49). Die Skepsis innerhalb der MSPD-Führung gegenüber dem Rätesystem wuchs auch an der Frage, woher eigentlich das Mandat der Räte, ihre Legitimation, kam? In den ersten Stunden des revolutionären Umsturzes waren sie vielfach bloß durch Zurufe in ihre Ämter gelangt. Dadurch konnte von einer repräsentativen Vertretung der Bevölkerung gar nie die Rede sein. Aber auch die Arbeiter selbst waren in den Arbeiterräten nicht nach irgendeiner Formel gleichberechtigt gewählt worden. In den Großbetrieben konnte man wählen, in den Kleinbetrieben gab es zwar auch Arbeiter, aber oft keine Wahlen. Die Beschäftigten in mittelgro- ßen Betrieben wiederum waren statistisch gegenüber allen anderen begünstigt. Daher waren viele radikale Arbeiter der Großbetriebe in den Räten unterrepräsentiert. Zahlen vom April 1919 zeigten, dass die damals installierten Betriebsräte bestenfalls ein Drittel der Münchner Arbeiterschaft umfassten. Da durfte es auch nicht verwundern, dass nach Ansicht führender MSPD-Politiker das Rätesystem anscheinend mit Demokratie nicht viel am Hut hatte (Appel, 2018). Innenminister Erhard Auer gelang es bereits in den ersten Wochen nach der Revolution, die nachgeordneten Behörden vorrangig durch Weisungen darauf einzuschwören, nur ja keine Anweisungen von Räten vor Ort entgegenzunehmen, es sollte ihnen höchstens eine beratende Funktion zugestanden werden. Ihm gleich taten es auch die übrigen MSPD-Minister. Militärminister Albert Roßhaupter ließ den Soldatenräten ausrichten, dass sie bloß eine beratende Funktion erhalten hätten. Die „Provisorischen Richtlinien“ vom 26. November 1918 gab der zuvor noch nicht klar gefassten Position der Räte eine absehbare Richtung. So wurde dort den Arbeiterräten von Seiten der Regierung die Aufgabe zuteil, zur Grundlage des neuen Regierungssystems zu werden. Aber wie dies alles letztendlich mit der parlamentarischen Demokratie in Einklang gebracht werden sollte, blieb nach wie vor unklar. Für Karl-Ludwig Ay bestand das Hauptmanko der Regierung Eisner darin, keine sichtbaren Veränderungen zum Besseren herbeigeführt zu haben (1968). Dies bot der MSPD genügend Angriffsflächen zur Kritik. Der Hunger war geblieben und die zurück flutenden Truppen ließen das Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung 32 Chaos scheinbar sogar noch wachsen. Die Wirtschaft lag durch das kriegsbedingte Ende der Rüstungsproduktion am Boden. Die Arbeitslosigkeit wurde vor allem dadurch angeheizt, weil die demobilisierten Soldaten auf den Arbeitsmarkt drängten. Ordnung und Sicherheit wurden zwar immer proklamiert, aber es fehlten letztlich die Machtmittel, um dies effektiv durchführen zu können. Das hatte natürlich auch viel mit dem Verhältnis der MSPD zum Ministerium Eisner zu tun. Eisners Regentschaft war eine Zeit der permanenten Regierungskrisen. Sie wurden auch dadurch verschärft, dass sich der Ministerpräsident und sein nominell wichtigster Partner, Erhard Auer, der Führer der bayerischen MSPD, weder persönlich noch politisch verstanden. Es waren Ereignisse, wie der sogenannte Lotter-Putsch, der eine durchaus zweideutige Facette der bayerischen MSPD-Führung zu Tage förderte. Was war geschehen? Ungefähr 600 Matrosen, die aus Norddeutschland nach München zurückgekehrt waren, schlossen sich am 19. Februar 1919 unter Führung von Konrad Lotter mit einer Freiwilligen-Abteilung der 1. Pionier-Kompanie zusammen, mit dem klaren Ziel, den im Landtagsgebäude tagenden Rätekongress auseinanderzujagen. Sie besetzten dazu zunächst das Polizeipräsidium, die Stadtkommandantur und das Telegrafenamt. Dann setzten sie zum Sturm auf das Landtagsgebäude an. Dort tagte aber auch die bayerische MSPD. Erhard Auer gelang es, die „Putschisten“ zur Aufgabe zu überreden. Gleichzeitig signalisierte er verklausuliert Verständnis, wenn er sagte: „Geht jetzt nach Hause, wir brauchen euch nicht jetzt. Haltet Euch für morgen bereit“ (Schaupp, 2017, S. 115). Einen Tag zuvor, bei einer Landeskonferenz der Mehrheitssozialdemokraten, hatte sich der Druck auf Eisner erneut erhöht. Die „Münchner Post“ forderte offen Eisners Rücktritt, denn „seine sich auf das Rätesystem stützende Politik muß zu den schwersten Konflikten mit dem bayerischen Volk führen“ (Münz/Morenz, 1968, S. 49). Nur zwei Tage später kam es dann zu jenem Mordanschlag auf Eisner, der die politische Landschaft in München, ja in ganz Bayern, in höchste Erregung versetzte und mit dem darauffolgenden Interregnum, die zweite Etappe der bayerischen Revolution einläutete. Zugleich kam der bayerischen MSPD ihre starke Führungsgestalt auf tragische Weise abhanden. Alois Lindner, ein Mitglied des RAR, drang bewaffnet in den Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung 33 bayerischen Landtag ein. In der Meinung, die MSPD habe das Attentat veranlasst, schoss er Erhard Auer nieder und verletzte ihn schwer. Zu einem Markenzeichen der MSPD in der „Nach Eisner-Zeit“ avancierte ihre hybride Haltung den Räten gegenüber. Einerseits war man bereit, im Zentralrat und in den Rätegremien mitzuarbeiten, andererseits sandte man immer wieder Signale aus, welche die Ablehnung jeglicher revolutionärer Experimente zum Ausdruck brachten und so wiederum die bürgerlichen Gegner darin bestärkten, mit dem Räteunwesen Schluss zu machen. Wohl wissend, dass der Rätekongress in scheinbar endlosen Diskussionen um klare Positionen rang, wurden beispielsweise Flugblätter über München abgeworfen, in denen es hieß: „Wollt Ihr, dass die Straße Euch weiter vergewaltigt? Könnt Ihr Euch länger von Elementen wie Levien, Mühsam, Hagemeister, Kronauer und Konsorten den Fuß auf den Nacken, die Pistole auf die Brust setzen lassen? Nein! Genauso, wie uns die Gegenrevolution, die Bourgeoisie, ins alte Elend bringen würde, genau so wird das Volk von den Spartakisten und ihrem Anhang, den Plünderern, ins größte Unglück gestürzt werden. Deshalb gilt es, dass alle Arbeiter und Soldaten das unerträgliche Joch einer brutalen Minderheit abschütteln, gemeinsam den Boden der Ordnung im Sinne einer einigen Sozialdemokratie betreten, und das Volk endlich der wahren Demokratie, dem Sozialismus, der echten Volksherrschaft zuführen. Vor allen Dingen müssen wir den gefährlichen Elementen des Spartakusbundes das Handwerk legen […] Die Straße muss frei bleiben für die Soldaten, die berufen sind, die sozialistische Ordnung zu schaffen! Soldaten! Schart Euch um Eure berufenen Führer! Deshalb in die Kaserne! Dort werden Eure gewählten Kasernenräte und Führer mit Euch unternehmen, was das Volkswohl erfordert“ (Schaupp, 2017, S. 130). Das Flugblatt war von zwei als sozialdemokratisch geltenden Persönlichkeiten, Stadtkommandant Dürr und Polizeipräsident Staimer, sowie Karl Scheid von der MSPD unterzeichnet. Daraufhin ließ sich Gustav Landauer zu seinem berühmten Ausspruch hinreißen, wonach er in der Naturgeschichte „kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei“ (Münz/Morenz, 1968, S. 60) kenne. Das vorläufige Staatsgrundgesetz des Freistaates Bayern vom 17. März 1919, es trug bereits die Handschrift der Mehrheitssozialdemokraten unter Ministerpräsident Hoffmann, legte denn auch im § 6 Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung 34 klar und unmissverständlich fest, dass die gesetzgebende Gewalt einzig vom Landtag ausgeübt wird (Gesetz-und Verordnungsblatt für den Volksstaat Bayern 1919 in: www.verfassungen.de, letzter Zugriff am 19.1.2019). Kurze Zeit danach erschien ein weiteres Flugblatt aus Nürnberg, das von den führenden MSPD-Politikern wie Hoffmann, Schneppenhorst und Ewinger unterzeichnet war und in dem es unter anderem hieß: „Die durch die ruchlose Ermordung Kurt Eisners geschaffene Erregung benützte eine kleine Gruppe von Gewaltmenschen, in München die Herrschaft an sich zu reißen. Dagegen wehren sich ganz entschieden die Arbeiter und Soldaten […] Alle verurteilen die Gewaltherrschaft einer kleinen Minderheit, die Bayern dem Untergange zuführt; sie verlange eine sozialistische Regierung und die alsbaldige Einberufung des Landtages. Alle wollen die Demokratie und verwerfen die Diktatur, von welcher Seite sie auch kommen möge. Kameraden und Genossen in München! Ihr habt den Willen gezeigt, die Gewaltherrschaft Dr. Leviens und seines bewaffneten Anhangs zurückzuweisen. In diesem Bestreben unterstützen Euch alle Soldaten des III. Armeekorps. Wenn es nicht anders sein kann, mit Waffengewalt“ (Schaupp, 2017, S. 131). Damit waren es also Sozialdemokraten, die zum offenen Putsch gegen die Räteherrschaft ausriefen. Es war am 4. April 1919, unmittelbar vor der Ausrufung der ersten Räterepublik, da empfing Ministerpräsident Hoffmann in den Vormittagsstunden eine Delegation Augsburger und Münchner Arbeiter. Sie trugen ihm die Forderung nach Ausrufung der Räterepublik vor. Hoffmann erklärte scheinheilig, ihr Verlangen wohlwollend zu prüfen. Aber anstatt dieser Ankündigung Taten folgen zu lassen, fuhr er umgehend nach Berlin. Dort wollte er bei einem Gespräch mit Reichswehrminister Gustav Noske, der sich mit solchen Dingen nur zu gut auskannte, Fragen einer militärischen Unterstützung erörtern und zwar für den Fall einer tatsächlichen Ausrufung der Räterepublik im fernen München (Schaupp, 2017). Dieses zynische Doppelspiel des Sozialdemokraten Hoffmann wurde auch während des Bamberger Exils weitergeführt. Der Untergang der Räterepublik erwies sich für die Sozialdemokraten jedoch als Pyrrhussieg und diente den rechten Kräften nur als Moratorium. Bei Zeiten verzichteten sie auf die Dienste der Sozialdemokraten und konnten in weiterer Folge ganz gut ohne sie auskommen. Protagonisten 1: Die bayerische Sozialdemokratie und die Rätebewegung 35

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Vor genau 100 Jahren wurden in Bayern kurz hintereinander zwei revolutionäre Räterepubliken ausgerufen. Sie stellten den Höhepunkt einer Entwicklung dar, die vom November 1918 bis zum April 1919 Bayern, Deutschland und Mitteleuropa mehr als 200 Tage lang in ihren Bann zog.

Obwohl die entscheidenden Etappen der bayerischen Revolution ihren Ausgangspunkt in der Landeshauptstadt München nahmen, kann dennoch mit Fug und Recht von einer bayerischen Revolution gesprochen werden. Die revolutionäre Stimmung erfasste nämlich auch andere bayerische Städte und die ländlichen Regionen. Die vorliegende Publikation beabsichtigt, durch besondere thematische Zugänge die bewegenden Ereignisse neu zu beleuchten. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen daher das Modell der Rätedemokratie, die handelnden Protagonisten sowie das gescheiterte Experiment, einen Staat auf rätedemokratischer Grundlage zu errichten.