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Claudio Braccia, Digitalisierung der Finanzwirtschaft FIRST, Bedenken SECOND? Eine perspektivenorierntierte, ökonomische Analyse in:

Tim Alexander Herberger (Ed.)

Die Digitalisierung und die Digitale Transformation der Finanzwirtschaft, page 365 - 386

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4345-5, ISBN online: 978-3-8288-7296-7, https://doi.org/10.5771/9783828872967-365

Tectum, Baden-Baden
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Digitalisierung der Finanzwirtschaft FIRST, Bedenken SECOND? Eine perspektivenorierntierte, ökonomische Analyse Claudio Bracciaa* Keywords: Digitalization; Finance; Fintech Inhaltsübersicht: 1 Einleitung 2 Begrifflichkeiten 3 Allgemeine Implikationen 4 Digitalisierung in der Finanzindustrie 5 Fazit Literaturverzeichnis aResearch Student atZeppelin University 'Please address correspondence to Claudio Braccia, Zeppelin University, Am Seemoser Horn 20, 88045 Friedrichshafen. 365 1 Einleitung Wie wird die Welt in 30 Jahren aussehen? Innerhalb der letz ten 12.000 Jahre, seit der Neolithischen Revolution setzte eine fortwährende Entwicklung bis hin zu Smartphones und dem Internet ein.1 Allerdings „wandelten sich Technik, Gesellschaft und Alltagsleben mehr als in den 11.000 Jahren davor.“2 Wir sind nun an einem Punkt angekommen, an dem die Geschwin digkeit der Entwicklung derart zugenommen hat, dass eine Prognose über die nächsten 30 Jahre schwerer denn je gewor den ist.3 Wir stehen zur Schwelle eines neuen Zeitalters, das von Di gitalisierung geprägt ist. Diese Tatsache stellt uns vor ver schiedenste Herausforderungen. Eine davon ist die Frage, wie gehen wir mit der Digitalisierung um? Der Wahlkampf-Slogan der FDP „Digitalisierung FIRST, bedenken SECOND“ ist eine mögliche Antwort zur voran gestellten Frage. Diese Antwort wird im Rahmen dieser Untersuchung auf die Finanzwirt schaft bezogen und helfen das komplexe Thema der Digitali sierung zu strukturieren. Grundlegend lassen sich zwei mögliche Zugänge zum Slo gan der FDP formulieren. Einerseits kann man das Zitat de skriptiv auffassen, womit es entweder um die Beschreibung ei nes Zustandes oder die Ablehnung desselben ginge. In Kurz form ausgedrückt hieße dies: Wir digitalisieren oder tun es nicht und äußern unsere Bedenken erst im Nachhinein. Ande rerseits kann man die Aussage auch präskriptiv auffassen, mit dem entweder ein bestimmter Soll-Zustand formuliert wird o der eine Ablehnung desselben. Konkret lautet das folgender maßen: Wir sollten oder sollten nicht zuerst digitalisieren und dann Bedenken äußern. Im Spannungsfeld dieser verschiedenen Interpretations möglichkeiten wird sich diese Arbeit bewegen. Damit geht es um eine Analyse des Status Quo der Digitalisierung in der Fi nanzwirtschaft und einer damit zusammenhängenden 1 Vgl. Stengel, Looy&Wallaschkowski 2017, 35. 2 Stengel, Looy&Wallaschkowski 2017, 35. 3 Vgl. Harari 2015. 366 Bewertung, um vor diesem Hintergrund Bezug auf den FDP- Slogan nehmen zu können. Durch dieses Vorgehen werden so wohl deskriptive als auch präskriptive Elemente angespro chen. Wenn man den Slogan als Handlungsempfehlung ver steht, müssen zwei Dinge vorweg geschickt werden: Einerseits stellt sich die Frage, unter welchem Gesichtspunkt diese Emp fehlung ausgesprochen wird. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Zweck dieser Handlungsempfehlung mit Bezug auf die (in ternationale) Konkurrenzfähigkeit der Finanzindustrie ver standen. Aus diesem Grund werden im Laufe dieser Untersu chung internationale Vergleiche zum allgemeinen Stand der Digitalisierung herangezogen und anschließend die Ausprä gung der Digitalisierung in der Finanzbranche betrachtet. Konkret wird die Untersuchung folgendermaßen ablaufen: Als Grundlage zur Bearbeitung der Fragestellung wird zu nächst der Begriff „Digitalisierung“ beleuchtet. Anschließend wird der ökonomische Kontext miteinbezogen und hervorste chende Auswirkungen und Dynamiken der Digitalisierung be leuchtet. Nach einer empirischen Betrachtung des Status Quo des Standortes Deutschland hinsichtlich der Rahmenbedin gungen für die Digitalisierung, wird der Blick auf die Finanz industrie und Fintechs verengt. 367 2 Begrifflichkeiten 2.1 Digitalisierung Bevor die Digitalisierung in der Finanzindustrie beleuchtet wird, muss zunächst betrachtet werden, was mit dem Begriff „Digitalisierung“ gemeint ist. Im Zuge der Darstellung des Be griffs und der Einordnung in einen ökonomischen Kontext, werden digitale Güter und digitale Dienstleistungen angespro chen. Wovon redet man überhaupt, wenn man von „Digitalisie rung“ spricht? In einem technischen Sinne kann man Digitali sierung als den Prozess der Umwandlung von analogen Signa len in digitale Signale verstehen. Als Beispiel kann der Scan vorgang eines Papierdokuments dienen. Das ursprünglich analoge Dokument ist nach dem Scanvorgang in digitaler Form vorhanden und damit ohne weiteren Informationsver lust duplizierbar. Durch diesen technischen Hintergrund wird klar, dass digitale Informationen sich von analogen Informati onen grundlegend unterscheiden.4 2.2 Digitale Güter und digitale Dienstleistungen Wenn man digitale Informationen in einen ökonomischen Kontext setzt, kann man von digitalen Gütern sprechen. Es handelt sich dabei um Güter, welche „immaterielle Mittel zur Bedürfnisbefriedigung [sind], die aus Binärdaten bestehen und sich mit Hilfe von Informationssystemen entwickeln, ver treiben oder anwenden lassen.“5 Kopien von digitalen Informationen sind im Gegensatz zu analogen Kopien ohne Qualitätsverlust bzw. Informationsver lust möglich. Die Vervielfältigung kann annähernd kostenfrei von statten gehen, während es geringe Beschränkungen durch Kapazitätsgrenzen gibt. Im Gegensatz zu materiellen Gütern findet durch den Gebrauch von digitalen Gütern kein Wertver lust statt, sondern es kann sogar ein Wertgewinn entstehen. Eine Differenzierung gegenüber digitalen Dienstleistungen ist teilweise nicht eindeutig vernehmbar, da es digitale Güter gibt, die Dienstleistungen enthalten. Wenn über digitale 4 Vgl. Alt & Puschmann 2016, 21. 5 Clement & Schreiber 2013, 44. 368 Dienstleistungen gesprochen wird, dann wird meist auf Dienstleistungen 4.0 Bezug genommen. Damit ist gemeint, „dass Dienstleistungen in Verbindung mit Informations“- und Kommunikationstechnologien vertrieben werden und digitale Technologien aufgrund der neuen industriellen Revolution Einfluss auf die Geschäftsmodelle, Vertriebsstrategien oder Dienstleistungsprozesse haben.“6 Als Beispiel für eine Transformation von einem digitalen Gut ohne enthaltene Dienstleistung zu einem digitalen Gut mit enthaltener Dienstleistung, lässt sich Computersoftware an führen. Zunächst wurden die Daten, die sich auf physischen Datenträgern befanden über Onlineshops zum Download an geboten. Die nächste Stufe der Transformation besteht darin die Produkte „auf eigenen Computersystemen [zu] betreiben und deren Funktionalität als digitale Dienstleistung unter dem Begriff Software on Demand über das Internet“? anzubieten.8 Teilweise legt die Literatur nahe, den Begriff „digitales Gut“, als Überbegriff für digitale Dienstleistungen zu fassen. So heißt es bei Clement und Schreiber beispielsweise: „Digitale Güter umfassen Produkte (z.B. Software), Dienstleistungen (z. B. Infrastrukturdienste) sowie Rechte und Zertifikate [...]“9. Diesem Verständnis wird im Rahmen dieser Arbeit gefolgt. 6 Bruhn & Hadwich 2017, 6-7. 7 Peters 2010, 7. 8 Vgl. Peters 2010, 7. 9 Clement & Schreiber 2013, 6. 369 3 Allgemeine Implikationen 3.1 Transaktionskosten und Markttransparenz Die explizierten Eigenheiten von digitalen Gütern führen im ökonomischen Gefüge zu einer Reihe von Veränderungen. Im Folgenden sollen Konsequenzen hervorgehoben werden, de ren Bedeutung über die Digitalisierung in der Finanzwirtschaft hinaus geht. Aus der Darstellung der Begrifflichkeiten geht hervor, dass es nicht um Digitalisierung per se geht, sondern um Digitali sierung im Kontext der Internetökonomie. Bei der Interne tökonomie handelt es sich um eine „vorwiegend digital ba sierte Ökonomie, welche die computerbasierte Vernetzung nutzt, um Kommunikation, Interaktion und Transaktion in ei nem globalen Umfeld zu ermöglichen.“10 Dabei stellt der Aus tausch der Informationen über das Internet den zentralen Fortschritt dar. Damit einhergehend sinken die Transaktions kosten, während die Markttransparenz in einem bestimmten Sinne steigt.11 Nach Williamson sind „Transaktionskosten [...] das wirt schaftliche Äquivalent der Reibung in physikalischen Syste men.“12 Diese können sowohl Ex-ante als auch Ex-post entste hen. Beispiel für erstere Kosten sind Such-, Verhandlungs- und Vertragskosten. Ein Beispiel für Letztere wären Kontrollkosten. Eine Transaktion ist demzufolge als effizient zu bezeich nen, wenn die Kosten im Vergleich zu anderen Transaktionen gering sind.13 Unterstellt man den Suchmaschinen eine gewisse Qualität, sinken die Suchkosten und die Markttransparenz nimmt inso fern zu. Anders ausgedrückt, entsteht eine Situation, „in der Angebot und Nachfrage durch die Marktteilnehmer über schaubar sind und in der sie über alle zur Transaktion notwen digen Informationen verfügen.“14 10 Gabler Wirtschaftslexikon, online: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/internetoekonomie- 38731, Stand: 27.10.2019. 11 Vgl. Peters 2010, 81. 12 Williamson 1985,19. !3 Vgl. Williamson 1985,19. !4 Clement & Schreiber 2013, 22of. 370 Bei der Formulierung der These, dass die Markttranspa renz steigt, ist jedoch Vorsicht geboten. Die Beurteilung der Qualität einer digitalen Dienstleitung ist aufgrund der Anony mität im Netz besonders schwierig. Während man in der phy sischen Welt Beurteilungskriterien, wie Gebäudeerscheinung und Mitarbeiterkontakt heranziehen kann, fällt dies im digita len Raum weg. Unternehmen mit einem hohen Qualitätsstan dard müssen im digitalen Kontext andere Strategien erarbei ten, um ihre Qualität zu signalisieren. Der Zusammenhang, dass qualitativ minderwertige Produkte höherwertige, durch eine asymmetrische Informationsverteilung verdrängen kön nen, wurde schon im Paper vom Ökonom Akerlof (Lemonproblem)15 gezeigt.16 Diesen Dynamiken kann entgegengewirkt werden, indem man Rückgaberechte, Nutzerbewertungen und andere externe Qualitätsbeurteilungen implementiert. In diesem Zusammenhang nehmen virtual Communities einen besonderen Stellenwert ein. Dabei handelt es sich um „Interessengemeinschaften von Nutzern, die über bestimmte Unternehmens- und produktbezogene Themen im Netz in so genannten Foren kommunizieren.“1? Dadurch entsteht auf der Anbieterseite ein Preisdruck, da die Kunden zwischen ähnli chen Produkten mit unterschiedlichen Preisen wählen kön nen.18 3.2 Veränderte Produktionskosten Aus der Veränderung der Produktionskosten ergeben sich weitreichende Konsequenzen. Da ein „ideales, digitales Gut“19 keine variablen Kosten aufweist, schlagen sich bei der Herstel lung in erster Linie die Fixkosten - die sogenannten „First Copy Costs“ - nieder.20 Die Konsequenz: Sobald ein Anbieter einen Teil des Marktes dominiert und sein Absatz steigt, sin ken seine Stückkosten schneller als die der Konkurrenten. In diesem Szenario hat der dominierende Anbieter zwei *5 Vgl. Akerlof, G.A. 1978, 237-251. 16 Vgl. Meisner 2017, 3of. 17 Meisner 2017, 48. 18 Vgl. Meisner 2017, 48. Peters 2010, 6. 20 Vgl. Peters 2010, 6. 371 Möglichkeiten: Einerseits könnte er höhere Gewinne generie ren und andererseits könnte er den Absatzpreis senken, was zu einer Erhöhung seines Marktanteils führt.21 Wenn man sich digitale Güter noch zusätzlich in Netzwer ken vorstellt, kommt ein Faktor, der die Monopolbildung ver stärkt, hinzu. Unabhängig von Kostenerwägungen entstehen durch die Nutzung von Netzwerken Rückkopplungseffekte. Ein positiver Netzwerkeffekt besteht darin, dass der Wert des digitalen Gutes bzw. des Netzwerks selbst mit zunehmender Nutzerzahl steigt.22 Diesen Zusammenhang kann man sich gut anhand des Beispiels Facebook vor Augen führen. Je mehr Nutzer die Plattform hat, desto wertvoller wird sie für den ein zelnen Nutzer. Ein möglicher Ansatz bei der Beurteilung der Digitalisie rung und der damit einhergehenden Dynamiken, ist die tradi tionelle Wohlfahrtsökonomik. Danach ist es möglich individu ellen Nutzen zu summieren und so Aussagen über die Wohl fahrt einer Gesellschaft zu tätigen. Dabei wird der Nutzen von Individuen mit dem Indikator der Konsumentenrente darge stellt. Die Konsumentenrente ist derjenige Betrag, den der Konsument weniger ausgibt, als er beriet wäre auszugeben.23 Vor dem Hintergrund dieses Ansatzes kann man die Bildung von Monopolen als nicht wünschenswert bezeichnen, da im Vergleich zur vollständigen Konkurrenz ein Wohlfahrtsverlust eintritt. Wie bereits dargestellt kann ein Monopolist in diesem Szenario den Preis erhöhen. Damit sinkt die Konsumenten rente und damit geht wiederum ein Wohlfahrtsverlust einher.24 Unabhängig vom Thema der Monopolbildungen durch ver änderte Produktionskosten, ergeben sich aus der Betrachtung des Internets und der Digitalisierung auch positive wohlfahrt ökonomische Effekte. Da Produkte im Internet preiswerter sind und es Angebote gibt, die teilweise kostenlos sind, kann man in diesem Kontext von einer hohen Konsumentenrente ausgehen. Würde man beispielsweise ein Kosten-Nutzen-Kalkül ausschließlich auf Grundlage des BIPs vornehmen, würden 21 Vgl. Meisner 2017, 51. 22 Vgl. Peters 2010, 35. 23 Vgl. Kleinewefers 2008,199. 24 Vgl. Peters 2010,16. 372 billigere bis kostenlose Produkte womöglich einen negativen Einfluss auf die Bewertung der Digitalisierung haben.25 3.3 Big Data und Datenschutz Durch den technologischen Wandel verbessern sich die Mög lichkeiten Produkte zu differenzieren und der Neukundenge winnung. Anhand verschiedener Daten können Profile gene riert werden, die Verhaltensanalysen oder Data Mining ermög lichen. Data Mining „bezeichnet die gezielte Aufbereitung von Daten, die dem Nutzerverhalten entspringen (Telefonierver halten, Surfverhalten, Kaufverhalten im Netz) und werden über Fragebögen, Gewinnspiele, Registrierdaten etc. einge holt.“26 Die so generierten Daten werden ebenfalls zum Verkauf angeboten, wodurch ein zusätzlicher, potentieller Erlös für Unternehmen entsteht.27 Die Grundlage für diese Tätigkeit findet sich im Schlagwort „Big Data“. Damit ist die „Echtzeitverarbeitung sehr großer Datenmengen für analytische Aufgaben“28 gemeint. Dabei sind die Quellen für die Datensammlung lediglich von den techni schen Möglichkeiten begrenzt. Neben „Sensor- als auch Logdaten“29, können auch Bewegungsdaten miteinbezogen werden. Die Motivation, die Daten auf diese Weise zu nutzen, liegt im Grunde in einer Optimierung bezüglich des Risikos und der Schnelligkeit von Entscheidungsprozessen.30 Dabei gilt, dass „Big Data in allen Stadien der Wertschöpfungskette einsetzbar ist [...]“31. Aus den soeben dargestellten Zusammen hängen wird klar, dass das Gewinninteresse eines Unterneh mens, die Kundenzufriedenheit, Big Data und das Thema „Da tenschutz“ eng Zusammenhängen. Das Thema „Datenschutz“ sollte sich allerdings nicht nur auf Kunden beschränken. Unter dem Stichwort „Informations sicherheit“ werden ebenfalls Aspekte hinsichtlich der Datensi cherheit besprochen, die auch für Unternehmen relevant sind. 25 Vgl. Clement & Schreiber 2013, 37. 26 Meisner 2017, 39. 27 Vgl. Meisner 2017, 39. 28 Gadatsch 2013, 26. 29 Gadatsch 2013, 23. 3° Vgl. Dorschei 2015,18. 31 King 2014,145. 373 Für Unternehmen ist die Integrität sensibler Daten zentral und vor allem in Bezug auf Wettbewerbsvorteile relevant. Wenn man das Thema „Big Data“ vor dem Hintergrund zukünftiger Entwicklungen betrachtet, wird erkennbar, dass es sich dabei um einen Baustein bei der Entwicklung von künstlicher Intel ligenz handelt.32 32 Vgl. Kersting & Meyer 2018, 5. 374 4 Digitalisierung in der Finanzindustrie 4.1 Rahmenbedingungen der Digitalisierung Nachdem durch die Betrachtung der Implikationen eines Digi talisierungsprozesses ein tieferes Verständnis für die Auswir kungen auf wirtschaftliche Zusammenhänge entwickelt wurde, soll der Blick im Folgenden auf Deutschland und die Finanzin dustrie gerichtet werden. Unabhängig davon, ob man den FDP-Slogan als Zustandsbeschreibung oder als Handlungs empfehlung interpretiert, ist eine Darstellung des Status Quo in Sachen Digitalisierung in Deutschland unerlässlich. Dazu wird zunächst betrachten, wie Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich der Digitalisierung abschneidet. An schließend wird der Blick auf die Finanzindustrie und Fintechs fokussiert. Mithilfe des Digital Economy Monitoring Report 2018 ist es möglich einen Blick auf die Rahmenbedingung der Digitali sierung zu werfen. Zur Bestimmung des digitalen Standortin dexes wurden die Länder USA, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Indien, Japan, Spa nien, und Süd-Korea unter den folgenden Hauptkategorien verglichen: Marktstärke, Infrastruktur und andere Rahmenbe dingungen sowie der Einsatz digitaler Technologien und An wendungen. Insgesamt verteilen sich auf diese drei Hauptka tegorien 45 Indikatoren. Im Bericht rangiert Deutschland in der Gesamtwertung hinter den USA, Süd-Korea, dem Verei nigten Königreich und Finnland auf Platz fünf.33 Betrachtet man die Hauptkategorien einzeln, zeigt sich in welchem Bereich Deutschland Schwächen und Stärken auf weist. In der Kategorie „Marktstärke“ erreicht Deutschland die niedrigste Bewertung der Kategorien. Darunter fallen Indika toren wie IT-Umsatzwachstum, Bruttowertschöpfung, Ein nahmen aus der Online-Wirtschaft, Umsatzwachstum in der Telekommunikation und Telekommunikationsausgaben etc. In den beiden letzt genannten Bereichen schneidet Deutsch land unterdurchschnittlich ab.34 33 Vgl. Federal Ministry for EconomicAffairs and Energy 2018, 3. 34 Vgl. Federal Ministry for Economic Affairs and Energy 2018,15. 375 In der Hauptkategorie „Infrastruktur“ belegt Deutschland Platz vier und tut sich besonders durch eine gute Bewertung in den Bereichen „Innovationsfähigkeit“, „Computerdurchdrin gung“ und „Beschaffung von Spitzentechnologien durch die öf fentliche Hand“ hervor. Was die Bereitschaft der Unterneh men eine digitale Transformation vorzunehmen angeht, erzielt Deutschland nur unterdurchschnittliche Ergebnisse.35 In dem Kontext ist es wichtig die digitale Transformation von Geschäftsmodellen und den Prozess der Digitalisierung zu differenzieren. Während er Zweck der Digitalisierung von Pro zessen in einer Steigerung der Produktivität liegt, zielt die Di gitalisierung von Geschäftsmodellen auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ab. Die Umwandlung von Geschäftsmodel len verlangt im Gegensatz zur bloßen Digitalisierung von Pro zessen die Entwicklung und Implementierung neuer Produkte und Dienstleistungen in das Geschäftsmodell.36 Der Grund für das Zögern der Unternehmen liegt darin, dass sie Sorge haben ihre Kundenbasis zu gefährden.37 Neben dem Digital Economy Monitor gib es zusätzlich andere Indizes wie z.B. den Networked Readiness Index des Weltwirtschaftsforums. Dieser wurde im Zeitraum von 2012 bis 2016 erhoben und misst die Bereitschaft zu Informations- und Kommunikationstechnolo gie von mehr als 130 Ländern, die mithilfe von mehr als 100 Indikatoren untersucht werden. So gibt es z.B. auch einen In dikator für die Sicherheit der Internetserver. Dabei hat sich Deutschland von Platz 17 im Jahre 2012 auf Platz 13 im Jahre 2016 verbessert. Teilweise fließen in den Index aber auch Indi katoren ein, bei denen nicht unbedingt nachvollziehbar ist, ob sie etwas mit dem zu tun haben, was gemessen werden soll. So fließen beispielsweise Größen wie der „Grad der Unabhängig keit des nationalen Justizsystems“ oder die „Elektrizitätspro duktion je Einwohner“ ein.38 Was die Netzabdeckung angeht, so steht Deutschland im internationalen Vergleich relativ schlecht da. So belegte es 2012 Platz 49 und rutschte über die Jahre bis 2016 auf Platz 67. Insgesamt wird Deutschland auch 35 Vgl. Federal Ministryfor EconomicAffairs and Energy 2018,16. 36 Vgl. Tata Consultancy Services & Bitkom Research 2018, 56. 37 Vgl. Nicoletti 2017, 84. 38 Vgl. IW Consult 2018, 70. 376 in diesem Index im Jahr 2016 auf Rang 15 platziert und bewegt sich damit im oberen Mittelfeld der Industrienationen.39 Vor dem Hintergrund, dass Deutschland im Gegensatz zum Vereinigten Königreich und den USA schon länger großen Wert auf Datenschutz legt, ist die relativ hohe Performance bei der Digitalisierung um so erfreulicher.40 Mit der Diagnose der unterdurchschnittlichen Perfor mance hinsichtlich der Bereitschaft deutscher Unternehmen zur digitalen Transformation, stellt sich die Frage, wie sich dies im Finanzsektor verhält. Im Rahmen einer Befragung von Führungskräften, die für die Digitalisierung im Unternehmen zuständig sind, lassen sich Aussagen über Branchenunter schiede tätigen. Es zeigt sich, dass die Finanzbranche im Ver gleich zu anderen Branchen in Deutschland seltener ein Kon zept der Digitalisierung in ihre Strategie implementiert, sodass man sagen kann, dass die Branche gegenüber der Digitalisie rung weniger offen ist. Dies zeigt sich ebenfalls in der Koope rationsbereitschaft von Banken und Versicherungen. Davon kooperieren lediglich 4% mit Start-ups, obwohl solche Arran gements das Potential bergen, Geschäftsmodelle digital zu transformieren und „die Branche gemeinsam in die Zukunft [zu] führen.“41 Betrachtet man die Gründerszene im Finanzund Versicherungssektor, so fällt auf, dass die Gründungsrate gemessen am Gesamtbestand der Branche der zweithöchste in Deutschland ist.42 Zu den am stärksten genutzten Technolo gien im Rahmen der Digitalisierung zählt Big Data, während Blockchain und KI eher weniger eingesetzt werden. Auch im branchenübergreifenden Vergleich fällt der Finanzsektor be züglich der Nutzung dieser Technologien zurück. Aus Unter nehmenssicht ist ein erheblicher Mangel an Fachkräften vor handen. Dies betrifft vor allem den Bereich IT-Sicherheit.43 39 Vgl. World Economic Forum, online: http://reports.weforum.org/global-information-technology-report- 2016/downloads/, Stand: 12.07.2019. 4° Vgl. Privacylnternational 2007. 41 Tata Consultancy Services & Bitkom Research, 52. 42 Vgl. Federal Ministry for Economic Affairs and Energy 2018,10. 43 Vgl. Tata Consultancy Services & Bitkom Research, 52 u. 56. 377 Insgesamt macht die Informations- und Kommunikations technologiebranche „3% der Bruttoanlageinvestitionen aus“44. Verglichen mit anderen Branchen in Deutschland rangiert sie damit auf dem vierten Platz nach Transport und Logistik, Han del und Fahrzeugbau. Seit 2010 zeigt sich, dass der „Wert der produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der Vor leistungen“45, um i,5Mrd Euro angestiegen ist. Allerdings ver besserten sich nicht alle wichtigen Wirtschaftsdaten. Vor allem die Investitionen im Bereich der Produktion reduzierten sich von 2016 auf 2017 um 15%.46 Die Einnahmen der Online-Wirtschaft machen bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt 3,7% aller Einnahmen in Deutschland aus. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Deutschland zwischen Japan und Frankreich im Mittelfeld auf dem sechsten Platzt rangiert.47 Auch im Hinblick auf die Exporte im Bereich der Informa tions- und Kommunikationstechnologie schneidet Deutsch land gut ab. Im Vergleich mit anderen Nationen belegt Deutschland platzt drei, auch wenn die Exporte in der genann ten Branche bezogen auf den Gesamtexport Deutschlands ge ring sind. 4.2 Fintechs Die Abkürzung „Fintech“ setzt sich aus Financial Services und Technology zusammen.48 Dabei haben viele Fintech-Unternehmen einen „Demokratisierungsanspruch“.49 Damit ist die Mög lichkeit der Kunden gemeint sich, ohne weitere Dienstleistun gen in Anspruch nehmen zu müssen, mit Finanzmitteln zu ver sorgen. Insofern könnte man von einer Machtverschiebung hin zum Kunden und weg von den Finanzintermediären spre chen.50 In diesem Sinne kann man von einer „Disintermediation“51 sprechen. Dabei sind Finanzintermediäre 44 Federal Ministry for Economic Affairs and Energy 2018, 6. 45 Federal Ministry for Economic Affairs and Energy 2018,11. 46 Vgl. Federal Ministry for EconomicAffairs and Energy 2018, 5. 47 Vgl. Federal Ministryfor EconomicAffairs and Energy 2018,11. 48 Vgl. Oehler 2016, 4. 4 9 Tiberius & Rasche 2017,12. 5° Vgl. Tiberius & Rasche 2017,12. s1 Bundesfinanzministerium 2019, 6. 378 „Institutionen oder Personen, die auf den Geld- und Kredit märkten zwischen der Angebots- und der Nachfrageseite von Kapital vermittelnd tätig werden.“52 Dadurch, dass sich Fintechs unter anderem durch Innova tionskraft im Dienstleistungssektor hervortun, verschaffen sie sich so, im Vergleich zu traditionellen Finanzdienstleistern, ei nen Vorteil hinsichtlich der Kundenzufriedenheit. Für diesen Vorgang ist die Nutzung bzw. Generierung „digitaler Identitä ten“53 nötig. Damit ist das Sammeln und Zusammenführen von nutzerspezifischen Tätigkeiten wie z.B. von „herkömmlichen Kundendaten (Vertriebs- und Logistikdaten), Daten aus den Sozialen Netzwerken, Daten aus mobilen Anwendungen, die mit den ersten beiden verknüpft werden sowie Geo- und Loka lisierungsdaten (für das Geotagging)“54 gemeint. Tätigkeitsfel der von Fintechs können in folgende Bereiche unterschieden werden:55 • Versicherung • Vermögensverwaltung • Zahlungen • Kreditvergabe • Crowdfunding56 Um ein besseres Bild von der Lage zu bekommen, in der sich Deutschland hinsichtlich der Digitalisierung der Finanzin dustrie befindet, wird ein Vergleich zwischen verschiedener Fintechstandorten herangezogen. Ernst&Young untersuchten Fintech-Ökosysteme von Deutschland, New York, Kanada und vom Vereinigten König reichs. Dabei wurden in der Studie die vier folgenden Indika toren festgelegt, welche ein Fintech-Ökosystem konstituieren, während Nicoletti diese um die Dimension der „Lösung“ er weiterte: 52 Vgl. Oehler 2016,12. 53 Privacylnternational 2017, 20. 54 Meisner 2017, 54. 55 Vgl. Nicoletti 2017, 46t. 56 Nicoletti 2017, 46. 379 • Nachfrage: Die Kundennachfrage bei Verbrauchern, Un ternehmen und Finanzinstituten. • Talent: die Verfügbarkeit von technologischen, finanziellen und unternehmerischen Fachkräften. • Kapital: die Verfügbarkeit finanzieller Mittel für Neugrün dungen und internationale Initiativen. • Politik: die Politik der Regierung in Bezug aufVorschrif ten, Steuern und Innovationsinitiativen.57 • Lösungen: die Einführung neuer Technologien, Produkte, Dienstleistungen und Prozesse.58 Tabelle 1: Fintech Evaluation Talent Soluti ons Capital Policy Demand Total UK 4 3 3 4 4 18 Califor nia 4 4 4 2 3 17 New York 3 2 4 1 4 14 Singapore 2 1 1 4 2 10 Germany 2 3 3 2 2 12 Australia 2 2 2 3 1 10 Hong Kong 1 2 2 3 3 11 Quelle: Nach Bernardo, 2017, S.22. Dabei galt: Je ausgeprägter die Indikatoren, desto besser ist das Fintech-Ökosystem. Bei der Betrachtung der Ergebnisse kann man feststellen, dass das Vereinigte Königreich, gemes sen an den Indikatoren eine führende Rolle einnimmt, da es im Vergleich zu den anderen Standorten fast in jedem Bereich hohe Ergebnisse erzielt. Kanada und New York stechen durch ihre hohe Performance im Bereich „Kapital“ hervor. Dort scheint es eine hohe Bereitschaft zu geben in Fintechs zu in vestieren. Deutschland steht im Vergleich dieser Dimensionen verhältnismäßig schlecht da. Vor allem in den Bereichen „Po litik“, „Nachfrage“ und „Talent“. Die schlechten Ergebnisse im 57 Ernst&Young 2016, 4. s8 Nicoletti 2017,19. 380 Bereich der Fachkräfte decken sich mit den Einschätzungen deutscher Führungskräfte.59 59 Vgl. Tata Consultancy Services & Bitkom Research 2018, 52. 381 5 Fazit Angesichts des immer schnelleren voranschreitenden Wandels und der Herausforderung der Digitalisierung, stellt sich die Frage, ob der FDP-Slogan nun einen ernst zu nehmenden Vor schlag darstellt. Nach einer Differenzierung der Interpretati onsmöglichkeiten des Slogans wurde eine Untersuchung vor genommen, in der der Stand der Digitalisierung Deutschlands im Allgemeinen und der Stand der Digitalisierung der Finanz industrie im Speziellen in einem internationalen Kontext be urteilt wurde. Als überstürzt kann man die Digitalisierung angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre nicht bezeichnen. Insofern könnte man im Vergleich zu anderen Industrienationen ein e her vorsichtiges Vorgehen attestieren, was sich mit einer Be schreibung von „Bedenken FIRST, Digitalisierung SECOND“ deckt. Deutschland übernimmt, unter Berücksichtigung ver schiedener Dimensionen der Digitalisierung, keine führende Rolle. Im internationalen Vergleich ist Deutschland allerdings im oberen Mittelfeld vertreten. Vor allem was die Bereitschaft der Unternehmen eine digi tale Transformation ihrer Geschäftsmodelle vorzunehmen an geht, besteht Nachholbedarf. Diese Tatsache verschärft sich im Bereich der Finanzindustrie zusätzlich. Ein genauerer Blick auf Fintechs hat gezeigt, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Standorten schlechtere Rahmenbedingungen für Fin techs aufweist. Dies scheint die Gründerszene für deutsche Verhältnisse allerdings nicht abzuschrecken. Denn im Bereich der Finanzindustrie gibt es eine hohe Gründungsrate von Start-ups. Im Finanzsektor sollte sich mehr Offenheit für die digitale Transformation von Geschäftsmodellen durchsetzen, was durch eine stärkere Einbindung von Fintechs erreicht werden könnte. Ähnlich wie andere Branchen sollte in der Finanzin dustrie mehr Wert auf Schlüsseltechnologien wie KI und Blockchain gelegt werden. Um die Branche im Zuge der Digi talisierung zu unterstützten, ist es sinnvoll Anreize zu schaffen, um Fachkräfte im IT-Bereich zu mobilisieren. Insofern kann man für die Finanzindustrie eine Handlungsempfehlung für mehr Offenheit gegenüber Start-ups und neunen 382 Technologien sowie mehr Bereitschaft für eine digitale Trans formation der Geschäftsmodelle aussprechen. 383 Literaturverzeichnis Akerlof, G A. (1978). The Market for Lemons: Quality Uncertainty and the Market Mechanism. In: Uncertaintyin Economics, 237-251. Alt, Rainer; Puschmann, Thoma (2016). Digitalisierung der Finanzindustrie, 1. Auflage, Springer Gabler, Berlin/Heidelberg. Bundesfinanzministerium (2019). Stellungnahme des FinTechRat zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung im Rahmen der öffentlichen Konsultation, online: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Dow nloads/Finanzmarktpolitik/20i9-04-i7-stellungnahmefintech-rat.pdf?__blob=publicationFile&v=7, zuletzt abgerufen am: 01.07.2019. Bruhn, Manfred; Hardwich, Karsten (Hrsg.) (2017). Dienstleistungen 4.0, Springer, Wiesbaden. Clement, Reiner; Schreiber, Dirk (2010/2013). 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Zusammenfassung

Die Finanzwirtschaft steht im Kontext der Digitalisierung und Digitalen Transformation der Ökonomie als eine der Branchen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wo die damit verbundenen Marktveränderungen von verschiedenen Interessensgruppen erlebt werden können. Die Veränderungen in finanzwirtschaftlichen Geschäftsprozessen, nicht zuletzt durch technologie-basierte Startups (sog. FinTechs) forciert, sind nicht nur innerhalb der Branche, sondern auch beim Endkunden durch konkrete digitale Innovationen spürbar. Dieser Sammelband widmet sich einigen der im Zusammenhang der Digitalisierung und Digitalen Transformation der Finanzwirtschaft entstandenen Geschäftsmodelle und betrachtet diese vor dem Hintergrund der Frage, ob die Finanzwirtschaft sich „nur“ in ein moderneres Kleid hüllt oder ob es sich um tiefgreifende Marktstrukturveränderungen bis hin zu einer möglichen Disintermediation innerhalb der Finanzintermediationsbranche handelt.