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Victor Trofimov, Mobile Payments in Deutschland - Eine Untersuchung zu dem möglichen Nutzen und den Kosten für die deutschen Konsumenten in:

Tim Alexander Herberger (ed.)

Die Digitalisierung und die Digitale Transformation der Finanzwirtschaft, page 301 - 332

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4345-5, ISBN online: 978-3-8288-7296-7, https://doi.org/10.5771/9783828872967-301

Tectum, Baden-Baden
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Mobile Payments in Deutschland - Eine Untersuchung zu dem möglichen Nutzen und den Kosten für die deutschen Konsumenten Victor Trofimova* Key Words: Finance; Payment Processing; Digital Wallet Inhaltsübersicht: 1 Einleitung 2 Der deutsche Markt für Mobile Payments 3 Verbraucherdefinitionen 4 Verbrauchergruppenübergreifende Nutzen und Risiken 5 Verbrauchergruppenspezifische Nutzen und Risiken 6 Konklusion Literaturverzeichnis aResearch Student atZeppelin University 'Please address correspondence to Victor Trofimov, Zeppelin University, Am Seemoser Horn 20, 88045 Friedrichshafen. 301 1 Einleitung Immer wieder wird dem deutschen Konsumenten vorgewor fen, dass seine Bargeldliebe gesellschaftlich schädlich und rückständig sei.1 Tatsächlich zahlen die Deutschen zwar bei etwa 80% aller Transaktionen mit Bargeld, werden dabei aber von anderen europäischen Ländern wie Spanien (87%) und Italien (86%) sogar übertrumpft.2 Nur in Estland (48%) und Holland (45%) zahlen die europäischen Konsumenten öfter mit Karte als mit Bargeld. Doch das Volumen der Transaktio nen hat sich in Deutschland in 2018 erstmals zu Gunsten der Kartenzahlung geändert. Eine Studie stellte fest, dass die Deut schen im letzten Jahr im Einzelhandel erstmals durchschnitt lich 209 Milliarden Euro per Karte und 208 Milliarden Euro in bar bezahlten.3 Kann also der Abgesang auf des Deutschens liebstes Zah lungsmittel beginnen? Ganz so einfach ist es nicht. Immerhin kostet die Kartenzahlung durchschnittlich mehr und dauert durchschnittlich auch länger als die Barzahlung an der Kasse.4 Dies wird wohl auch einer der Gründe dafür sein, dass bei klei neren Transaktionsvolumina von unter 20 Euro, welche 74% des Gesamtvolumens ausmachen, in etwa 86,3% aller Fälle noch zum Bargeld gegriffen wird.5 Auch abseits des Point of Sale wird oft nicht zur Karte gegriffen, weil Online-Händler bei Kreditkartenzahlung vom Kunden die Eingabe etlicher priva ter Informationen erwarten6 und diese Daten bei der Übertra gung durch mangelnde IT-Sicherheit abgefangen werden kön nen, weswegen die Kunden diesen Diensten misstrauen.7 Da es bei Kreditkartenzahlung für die Anbieter oft zu 1 Vgl. Österreicher 2018. 2 Vgl. EZB 2017. 3 Vgl. ZEIT 2019. 4 Vgl. Beermann et al. 2019; die Autoren errechneten, dass die Barzahlung in Deutschland je Transaktion etwa 22 Sekunden dauert und 24 Cent kostet, während die Kartenzahlungje Transaktion mit PIN etwa 29 Se kunden oder mit Unterschrift etwa 38 Sekunden dauert und 33 Cent bis 1,04 Euro kostet. 5 Vgl. EZB 2017. 6 Vgl. Kalakota & Whinston 1997. 7 Vgl. Guttmann 2003; Laudon&Traver 2002. 302 kostenintensiven Missbrauchsfällen und Betrug kommt,8 bie ten diese Kreditkartenzahlungen nur für ausgewählte Kunden und Händler an.9 Hier kommen nun die Mobile- und Instant-Paymentdienste ins Spiel. Diese Dienste, die mobile oder auch manch mal immobile Echtzeitzahlungen anbieten, drängen auf den Markt und versprechen dabei überwiesene Summen in Echt zeit an den Zahlungspartner weiterzuleiten.10 Dabei wollen sie sicherer, kostengünstiger und gleichzeitig zugänglicher für den Endkunden sein, als klassische Zahlungsdienste. Tatsächlich stellen viele der neu entstandenen Fintechs aber nur im Mobile-Payment-Bereich eine wirkliche Innovation dar. Da näm lich - zumindest in Europa - seit längerem eine gut ausge baute Echtzeitzahlungsinfrastruktur vorhanden ist und auch ständig weiter ausgebaut wird, sind scheinbare Echtzeitzah lungen durch in Vorleistung gehende Instantpaymentdienste für Kunden nicht von so hohem Wert wie in Ländern ohne sol che Infrastruktur.11 Zudem sind mobile Instant-Paymentdienste wie beispielsweise PayPal bereits seit langem vorhan den und werden auch häufig genutzt, weswegen „neue“ Mitbe werber es schwer haben sich gegen den bereits etablierten Dienst PayPal durchzusetzen. Mobile Wallets, also Apps zur Koordinierung von mobilen Transaktionen, von Firmen wie WePay und PayPal bieten dem Endkunden heutzutage die Möglichkeit der ortsungebundenen bargeldlosen Begleichung von kleineren Beträgen. Sie greifen damit genau das Segment an, das in Deutschland bisher von Bargeldzahlungen dominiert wurde. Zudem könnten diese Dienste durch die digitale Transformation von bisher analog stattfindenden Prozessen Kosten einsparen und diese Kosten vorteile gegenüber anderen Diensten möglicherweise an die Endkunden weitergeben, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. 8 Der britische Bankensektor verliert durch Betrugsfalle beispielsweise 480 Millionen Pfund, wie es beschrieben wird in; vgl. Palmer 2015. 9 Vgl. Kalakota &Whinston 1997. 10 Oftmals passiert der Zahlungsausgleichjedoch nicht tatsächlich in Echt zeit und die Dienste gehen in Vorleistung. 11 Vgl. Salmony 2017. 303 Dennoch wird nachfolgend gezeigt, dass die deutschen Verbraucher skeptisch gegenüber vielen dieser Dienste einge stellt. Diese Untersuchung soll daher die Nützlichkeit dieser Dienste für den Endkunden in Deutschland einschätzen und erörtern, weshalb die Akzeptanz dieser Dienste in Deutschland so gering ist. Dies wurde bereits in der bestehenden Mobile Payments Literatur gefordert, die besonders den Nutzen von landesspezifischen Untersuchungen zu Mobile Payments be tont, sodass die Effekte von unterschiedlichen Ökosystemen auf diese mobilen Zahlungsdienste besser untersucht werden können.12 Dazu sollen die Theorie der komparativen Kosten vorteile, das Konzept des information overloads, als auch die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Finanzintermediationsthe orie zur Analyse der Nützlichkeit für verschiedene Stakehol dergruppen genutzt werden. Die Stakeholdergruppen sollen hierbei auf den definierten Verbrauchergruppen des vertrau enden, verletzlichen und verantwortungsvollen Verbrauchers aufbauen.13 Hierdurch soll letztlich auch der Frage nachgegan gen werden, wie diese Dienste gestaltet werden müssten, um mehr Akzeptanz bei den Endkunden zu finden. Zunächst aber soll noch einmal kurz auf den deutschen Markt für ebendiese Dienste eingegangen und kurz skizziert werden, wo und wie solche Dienste bereits genutzt werden und welche Leistungen diese überhaupt anbieten. 12 Vgl. Dahlberg et al. 2015. !3 Vgl. Micklitz et al. 2010. 304 2 Der deutsche Markt für Mobile Payments Es gibt einerseits Mobile Payments im Person-to-Person-Bereich (mP2P), also dem mobilen Zahlungsausgleich zwischen zwei Privatpersonen und im Person-to-Business-Bereich (mP2B), also dem mobilen Zahlungsausgleich zwischen Pri vatpersonen und Firmen in Deutschland. Die meisten mobilen Zahlungen werden auch in Echtzeit oder beinahe in Echtzeit abgewickelt, gleichwohl werden viele der Zahlungen bei Anbie tern wie PayPal durch Vorleistung des Zahlungsdienstleisters vollzogen. Diese handeln somit als Finanzintermediär und schaffen durch die Losgrößen-, Fristen- und Risikotransfor mation einen Mehrwert für die Nutzer. Gleichzeitig bieten ei nige Mobile Wallets zusätzliche Informationen zu Anlagemög lichkeiten und Anderem im Sinne der Informationsbedarfs transformation und bieten so als Intermediär im weiteren Sinne auch diesen zusätzlichen Nutzen für ihre Kunden.14 Es gibt Zahlungen, welche nicht klar von den mobilen Payments zu trennen sind, da bereits eine Zahlung vom Laptop aus, mit einem mobilen WiFi-Stick oder über das WiFi im Cafe als mo bile Zahlung aufgefasst werden kann. Es ist aber definitorisch nicht einfach diese von einer immobilen Zahlung zu trennen, da diese auch auf per Surfstick im Eigenheim so stattfinden könnte. Grundsätzlich werden also alle Zahlungen, die an den eigenen Wohnort gebunden sind, hiervon ausgeschlossen. 2.1 Marktgröße und Nutzerverhalten In Deutschland fanden im Jahre 2018 mP2P-Payments durch Ausländer, die Geld in ihre Heimat zurücküberwiesen in einem Volumen von 4,146 Milliarden Euro statt.15 Gleichzeitig zahl ten die Konsumenten 631 Millionen Euro an Firmen über den mobilen Point-of-Sale.16 Da bereits die Überweisungen von Ausländern in die Heimat diese Zahlungen am POS im Volu men übersteigen, kann davon ausgegangen werden, dass das innerdeutsch P2P-Volumen das POS-Zahlungsvolumen bei weitem übersteigt. Hierfür spricht auch, dass eine Erhebung in 14 Vgl. Kußmaul 2018. ls Vgl. Statista 2019b. 16 Zum Verhältnis von POS-Payments zu Digital Commerce vgl. Statista 2019a. 305 der Schweiz zu dem Ergebnis kam, dass P2P-Payments den größten Teil des mobilen Zahlungsvolumen in der Schweiz ausmachen.17 Zusätzlich wickelten sie 2018 auch mobile Trans aktionen im Wert von 101,29 Milliarden Euro im Digital Com merce ab. Fraglich ist hierbei, ob in der zitierten Studie die Zahlungen in App-Stores oder per SMS dazugezählt wurden, da diese wohl auch einen bedeutenden Teil der mobilen Zah lungen ausmachen werden. Angesichts der etwa 400 Milliar den Euro Umsatz im Einzelhandel sind diese Transaktionen abgesehen vom Digital Commerce - relativ gesehen bisher sehr gering, doch wird für Mobile Payments vom Jahr 2018 bis in das Jahr 2023 ein Wachstum zwischen 33 und 45% jährlich prognostiziert. Dies würde trotzdem nur zu einem Gesamtvo lumen von etwa 3 Milliarden Euro im Jahre 2023 führen, wo mit der Anteil am Gesamtzahlungsvolumen wahrscheinlich nach wie vor unter 1% des derzeitigen Gesamtvolumens im Einzelhandel liegen wird. Unter den Nutzern, die Mobile Pay ments in Anspruch nahmen, nutzten 67% PayPal, 52% PaybackPay, 39% Masterpass, 32% Google Pay, 21% Apple Pay, 11% Barclay bPay, 10% bitpay, 6% boon. und 9% andere Dienste.18 Zusätzlich hierzu bieten mittlerweile auch Banken, wie die Sparkassen, Volksbanken oder die Deutsche Bank mo bile Zahlungsdienste an.19 Allerdings ist unklar, wie stark diese auch von den Kunden bereits genutzt werden. Wenn wir an nehmen, dass sie unter die obigen „anderen Dienste“ fallen, so ist ihr Anteil an aktiven Nutzern bisher sehr gering. Deutsche Verbraucher nutzten diese Dienste also kaum. Nur 26% wür den einen Geldtransfer per Mobile Payment abwickeln, 23% würden damit einen Parkautomaten bezahlen und nur 17% würden im Onlineshop zahlen, wohingegen bis zu 67% bei der Zahlung im Onlineshop zur Kreditkarte greifen würden. In an deren Situationen im Einzelhandel würden nur etwa 14 bis 17% mobil zahlen wollen und nur 8% würden ein Auto mit mobiler Zahlung bezahlen wollen.20 Anders ist dies nur bei den Millenials, diese sind im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (25%) deutlich eher dazu bereit diese Dienste zu nutzen 17 Vgl. Dietrich & Wernli 2018. 18 Vgl. Statista 2019. *9 Vgl. Klotz 2018. 20 Vgl. Holtmann 2018. 306 (38%).21 Insgesamt zahlen jedoch nach wie vor nur 0,4% der Befragten einer weiteren Studie am liebsten mit dem Handy am Schalter.22 Diese 0,4% gehören wahrscheinlich zu den ins gesamt 2,1 Millionen deutschen Nutzern, die im Durchschnitt Zahlungen in Höhe von 417,5 Euro tätigten.23 Im Digital Com merce sieht es anders aus, hier nutzten die Deutschen bereits 2016 in mehr als 50% aller Fälle einen mobilen Zahlungsser vice von PayPal oder Sofortüberweisung.de.24 2.2 Gründe für die bisherige Ablehnung Was aber sind die Gründe dafür, dass die Deutschen POS ungerne Mobile Payments nutzen? In einer Befragung gaben sie an, dass die Sorge um die eigenen Daten (39%), die bisherige Nichtbeschäftigung mit dem Thema (38%) und auch die Angst vor Hackern (33%), sowie die Vorliebe für Bargeld (28%) dazu zählen.25 Deutsche Nutzer würden solche Dienste also nur dann vermehrt nutzen, wenn sie davon überzeugt wären, dass sie ihre Datenhoheit garantieren und sicher sind. Wie die Stu die zeigt, hatten viele der Befragten auch schlicht kein Inte resse an den Diensten. Andere Gründe waren, dass die Befrag ten lieber und auch in Zukunft mit Bargeld zahlen wollen (24%) und auch kein Vertrauen in die Technik haben (23%). Manche besaßen sogar kein Smartphone (10%) oder kannten Mobile Payments gar nicht (10%). Einige befürchteten den Überblick über die ihre Ausgaben zu verlieren (21%) und an dere gaben an, dass sie kein Geschält kennen würden, dass sol che Bezahloptionen anbietet (22%). So fürchten sich also Viele vor den negativen Folgen, wie Datenmissbrauch durch Firmen oder Hacker. Auch hier ist das Thema Sicherheit wieder an vorderster Stelle. Natürlich spielen auch das erwähnte Desin teresse, die Vorliebe für das Bargeld und das mangelnde Ver trauen in die Technik eine gewichtige Rolle. Dass dieses Ver trauen bei Millenials, die mit der Smartphonetechnologie groß geworden sind, höher ist, scheint jedoch darauf hinzudeuten, dass der Zuwachs an Mobile Payment in Deutschland zurecht 21 Vgl. Brandt 2019b. 22 Vgl. Statista 2018. 23 Vgl. Brandt 2019a. 24 Vgl. Statista 2016a. 25 Vgl. Statista 2016b. 307 so prognostiziert worden ist. Die Tatsache, dass 10% der Be fragten gar kein Smartphone besaßen und im Allgemeinen, aber vor allem auch im ländlichen Bereich die deutschen Mo bilfunknetze nach wie vor sehr schlecht ausgebaut sind, zeigt, dass viele der Konsumenten möglicherweise auch gar nicht o der nur eingeschränkt dazu in der Lage wären Mobile Pay ments zu nutzen. Eine Untersuchung der Bundesnetzagentur hat zudem festgestellt, dass die wenigsten Deutschen - nur etwa 1,5% - die vertraglich vereinbarten Datentransferleistun gen tatsächlich in Anspruch nehmen können.26 Besonders im ländlichen Raum ist die tatsächlich gelieferter Breitbandleis tung noch schlechter als im ohnehin - im europäischen Ver gleich - schwachen deutschen städtischen Breitbandnetz, wes wegen auch hier wieder einmal die mangelhafte Infrastruktur die Performance der Dienste, zumindest im ländlichen Bereich einschränken könnte und somit für den Kunden dieselben un attraktiver machen könnte. Die meisten genutzten Dienste sind zudem direkt (PaybackPay, PayPal, Masterpass) oder indirekt (Google Pay, Apple Pay, boon.) mit den Kreditkartenanbietern American Express oder MasterCard verbunden. Obwohl Daten, die nicht sicherheits- und zahlungsrelevant sind in den meisten Wallets pseudonymisiert werden, könnten vor allem die direkt mit den Kre ditkartenanbietern verbundenen Dienste die Zahlungsdaten des Kunden ähnlich wie im Falle von Payback nutzen, um die Kaufkraft und Konsumgewohnheiten ihrer Kunden besser ein schätzen zu können.27 Da die Konsumenten vor allem hohen Wert auf Datenhoheit und Sicherheit legen, wäre es sicherlich von hohem Wert für diese, wenn die Dienste ihnen beides ga rantieren könnten. Dass die Möglichkeit des mobilen Bezah lens am POS nicht flächendeckend gegeben ist, wird auch noch dadurch deutlich, dass 2018 nur etwa 60% der Terminals in deutschen POS mit der NFC-Technologie ausgestattet waren.28 Dies hängt wohl damit zusammen, dass das mobile Bezahlen am POS mit hohen Investitionen seitens des Einzelhandels 26 Vgl. Bundesnetzagentur 2019. 27Vgl. Straubhaar 2017. 28 Vgl. Atzler 2018. 308 verbunden ist. Trotzdem somit spielt also auch die Infrastruk tur eine bedeutende Rolle. Wir wollen im Folgenden die Nutzen und Risiken dieser neue Technologie für den Konsumenten in Deutschland disku tieren und erörtern, wie diese Dienste gestaltet werden müss ten, damit sie mehr Akzeptanz unter den Endkunden finden. Dazu werden wir zunächst die einzelnen Verbrauchergruppen definitionen erläutern und diskutieren, welche typischen Merkmale die Verbraucher in diesen Gruppen bezogen auf den Mobile-Payment-Markt haben könnten, um anschließend Nutzen und Risiken für diejeweilige Gruppe abzuwägen. 309 3 Verbraucherdefinitionen Die Definitionen des vertrauenden Verbrauchers, des verletz lichen Verbrauchers und des verantwortungsvollen Verbrau chers sind Idealtypen, die in der Realität so wahrscheinlich nicht Vorkommen. So kann es passieren, dass ein bestimmter Verbraucher Merkmale mehrerer dieser Verbraucherdefinitio nen aufweist. Nichtsdestotrotz sind diese Verbraucherdefiniti onen ein nützliches Instrument zur Analyse verschiedener Verbraucherbedürfnisse, da sie sich von der idealisierten und normativ geforderten Form des „mündigen Verbrauchers“ lö sen.29 Vertrauende Verbraucher Der Großteil der Verbraucher verhält sich so wie der vertrau ende Verbraucher. Sie nehmen sich grundsätzlich wenig Zeit zur Information vor der Kaufentscheidung, daher sind sie auch oft nicht dazu bereit, sich mit Verbraucherinformation ausei nanderzusetzen. Sie benötigen klare Regelungen von staatli cher Seite und unabhängige und schnell konsumierbare Infor mationen, um vor möglichen Fehltritten im Konsum geschützt zu sein. Verletzliche Verbraucher Die verletzlichen Verbraucher sind die gefährdetste Gruppe. Sie sind von dem gesellschaftlichen Wandel, vor allem im digi talen Raum, abgehängt. Oftmals sind sie überschuldet oder kommunikativ abgehängt. Zudem nutzen sie mehrheitlich kaum Online-Dienste. Möglicherweise lassen sich hierunter viele der etlichen Befragten einordnen, die keinerlei Smartphone besaßen oder nicht dazu bereit waren online zu zahlen. Es muss jedoch auch davon ausgegangen werden, dass es auch etliche verletzliche Verbraucher gibt, die Zugang zum Internet haben. Zudem muss auch nicht jeder Befragte ohne Smartphone automatisch der Gruppe der verletzlichen Verbraucher zugeordnet werden. 29 Vgl. Micklitz et al. 2010. 310 Verantwortungsvolle Verbraucher Die Gruppe der verantwortungsvollen Verbraucher informiert sich aktiv über Produkte, deren Lebenszyklus und deren sozi alen und ökologischen Auswirkungen. Sie wollen sich best möglich über die Vor- und Nachteile eines Produkts informie ren und benötigen dafür Informationen von hoher Qualität. 311 4 Verbrauchergruppenübergreifende Nutzen und Risiken Nachfolgend wollen wir zunächst Nutzen und Risiken thema tisieren, die für alle Verbrauchergruppen potenziell durch die Nutzung von Digital Wallets entstehen können und werden an schließend bei der verbrauchergruppenspezifischen Diskus sion diese Punkte entweder erweitern oder einschränken. Geringere Kosten Mobile Zahlungen können entweder über einen Laptop, sons tigen Computer oder am Point of Sale per Smartphone, Smartwatch, Tablet, etc. abgewickelt werden. Beim Zahlen am POS werden verschiedene Technologien mit unterschiedlichen Ge schwindigkeiten, Risiken und mehr oder weniger einfach zu handhabenden Verfahren genutzt. Die prominentesten unter diesen Technologien stellt die NFC-Technologie mit kurzer Reichweite und höherer Sicherheit und die RFID-Technologie mit höherer Reichweite, aber gleichzeitig höherem Risiko für Hackerangriffe dar. Zusätzlich möchte PayPal, der meistgenutzte Mobile Payment Dienst im deutschen Markt die WAP- Technologie nutzen, die auch anfällig für Betrug sein kann. Zu dem gibt es 2D-Barcodes. Was all diese Technologien gemein sam haben, ist das sie ein mobiles Endgerät voraussetzen. Gleichwohl ist es nicht vertretbar, die gesamten Kosten für die Anschaffung des Geräts als Kosten für das Mobile Payment an zusetzen. Nichtsdestotrotz setzt das Mobile Payment oft End geräte voraus, die RFID oder NFC unterstützten, was bei billi geren oder älteren Geräten oft nicht der Fall ist. WAP oder 2D- Barcode-Systeme setzen hingegen nur ein mobiles Endgerät für die Zahlung am POS voraus. Doch auch hier kann nicht da von ausgegangen werden, dass die Kosten für das mobile End gerät gänzlich auf die Nutzung von Mobile Payments anzu rechnen sind, da auch viele andere nützliche Eigenschaften der Geräte vorhanden sind und genutzt werden. Es muss also da mit gerechnet werden, dass ein Bruchteil des Anschaffungs preises des Geräts auf das Mobile Payment entfällt. In jedem Fall würden sich für die Konsumenten, sollte sich die NFC- o der RFID-Technologie in Deutschland durchsetzen, höhere Kosten zukommen, als bei der 2D-Barcode oder WAP- 312 Technologie, da diese mit allen mobilen Endgeräten nutzbar sind. Dies ist besonders relevant, da eine Untersuchung im Jahre 2013 zur geringen Verbreitung von Mobile Payments in Westeuropa aufgezeigt hat, dass der Mangel an NFC-fähigen Geräten ein Grund für die geringe Nutzung von Mobile Pay ments dargestellt hat.30 Da diese Untersuchung im Jahre 2013 stattfand, könnte es jedoch sein, dass die Erkenntnisse hieraus so nicht für das Jahr 2019 geltend gemacht werden können, auch hier wäre eine Erhebung zum Verbreitungsgrad von NFCfähigen Smartphones in Deutschland wünschenswert. Zusätzlich hierzu kommen noch die Kosten für den Daten verbrauch der Apps, die wohl verschwindend gering sein wer den, da diese Apps relativ wenig an Daten umzusetzen haben. Gleichwohl gibt es auch die Kosten für die Nutzung des Diens tes, die über Gebühren für die Nutzung abgeschätzt werden können. Es kommen einmal die Kosten für die Neueinrichtung oder Umrüstung von Terminals für die Mobile Payments auf, die möglicherweise auf die Konsumenten umgelegt werden könnten. Zusätzlich verlangen die meisten Anbieter die Hin terlegung einer Kreditkarte oder eines Bankkontos. Dies be deutet für den Endkunden auch, dass die Zahlung von den zahlungsabwickelnden Unternehmen als eine Kreditkartenzah lung oder Überweisung betrachtet wird und auch die Kosten für die Kreditkarte oder das Konto bei Zahlungen auch abseits des POS anfallen. Die Mobile Payment Apps müssten also ei nen Weg finden, ihren Service für den Konsumenten entweder möglichst günstig zu halten oder einen zusätzlichen Mehrwert bieten, da auch - wie bereits erwähnt - deutsche Banken und Kreditkartenanbieter neuerdings auch integrierte Mobile Pay ments anbieten. Besonders die Apps, die über eine zuvor re gistrierte Kreditkarte laufen, wären vermutlich am teuersten für den Konsumenten, da Kreditkartenzahlung für den End kunden bisher die teuerste und zeitintensivste Variante für Zahlungen am Point of Sale darstellen.31 Mobile Wallets kön nen jedoch dafür sorgen, dass die Kosten durch die digitale Transformation vieler Hintergrundprozesse der Kreditkarten anbieter und anderer Fintechs kostengünstiger werden. Eine extensive vergleichende Untersuchung der Kosten von 3° Vgl. Apanasevic 2013. 31 Vgl. Beermann et al. 2019. 313 Bargeld, Kreditkarten und Mobile Payments unter Einbezug von Wechselgeldkosten etc. für den deutschen Markt wäre in jedem Fall ein lohnenswertes Unterfangen für die Forschung. Zeitersparnis und Bündelung von Informationen und Diensten im Digital Wallet Digital Wallets liefern den Konsumenten den Vorteil, dass sie die physischen Kreditkarten in der Geldbörse obsolet machen und einfach als digitale Kopie auf der App hinterlegen kön nen.32 Außerdem bieten die meisten Bezahldienste zusätzliche Leistungen, wie die Bündelung von Informationen für den Endkunden an. So können Kunden beispielsweise ihre Bank konten mit der App verbinden und so einfacher und gebündel ter auf die Informationen in diesen Apps zugreifen. Andere Apps verknüpfen finanzielle Dienstleistungen oder wirtschaft liche relevante Nachrichtenportale mit der App und dienen so mit auch als Finanzintermediär im weiteren Sinne. Vor allem die Möglichkeit des mobilen Zahlungsausgleichs zwischen zwei Privatpersonen erleichtert die Zahlungstransaktionen zwischen Konsumenten, da diese so unabhängig von ihrem Bargeldbestand jederzeit Zahlungen bei Freunden, Verwand ten, etc. per Mobile Payment App abwickeln können, ohne Bar geld für diese Transaktionen Vorhalten zu müssen und haben somit geringere Opportunitätskosten. Ortsungebundenheit Durch die mobile Zahlungsabwicklung bietet sich den Ver brauchern zudem ein weiterer nicht zu unterschätzender Nut zen. Die ortsungebundene Abwicklung von Zahlungen ermög licht es den Nutzern von mobilen Zahlungsdiensten, vor allem bei den bereits beschriebenen mobilen Zahlungen abseits des POS, ihre Finanzen auch fern der Bankfiliale oder des heimi schen Computers zu regeln. Hierdurch entstehen einerseits Zeitgewinne durch verminderte Opportunitätskosten, da nicht mehr der Weg zur Filiale oder nachhause bestritten werden muss, wenn eine Zahlung zu erledigen ist, aber auch dadurch, dass beispielsweise die wöchentlichen Einkäufe während der Bahnfahrt nachhause erledigt werden können. Zudem können Zahlungen für Prepaid-Guthaben oder Handysoftware 32 Vgl. Hayashi 2012. 314 bequem per Smartphone überwiesen werden, sodass sich die Kunden den Einkauf von diesen beiden für das Mobiltelefon bedeutenden Gütern nicht über den Elektrofachhandel abwi ckeln müssen. Besonders im Bereich des mP2P, also dem Zah lungsausgleich zwischen Privatpersonen, stellt sich die Orts ungebundenheit als äußerst nützlich heraus. Zahlungen kön nen abseits der Bankfiliale in vielen Situationen zwischen Kol legen, Familienmitgliedern und Freunden getätigt werden. Schulden können fast in Echtzeit beglichen werden und die Vorhaltung von Bargeld und das zeitaufwendige Nachfragen des Gläubigers beim Schuldner könnten mit Mobile Payments endgültige abgeschafft werden. Als sehr nützlich könnten sich auch Mikroversicherungen erweisen. Diese Versicherungen könnten für die Konsumenten, solange die Zahlungen tatsäch lich in Echtzeit und nicht durch Vorleistung abgeschlossen werden würden, einen Versicherungsschutz bieten, den diese fernab der Filiale der Versicherung, beispielsweise im Urlaub, abschließen könnten.33 Ein Beispiel hierfür wäre ein Skifahrer, der sich so per in Echtzeit abgewickelten Mobile Payment, spontan für die Zeit seines Skiurlaubs gegen mögliche Verlet zungen versichern könnte, die während seines Urlaubs gesche hen könnten. Höhere Sicherheit und Schnelligkeit durch biometrische Authentifizierung 53% wären beim Bezahlen dazu bereit, sich per Fingerabdruck oder durch andere biometrische Daten identifizieren zu las sen.34 Biometrische Authentifizierung bietet den Vorteil, dass sie im Vergleich zu klassischen Authentifizierungsverfahren in kürzerer Zeit höhere Sicherheit bietet, da das eintippen von Passwörter meist länger dauert und der Passwortschutz einfa cher umgangen werden kann als der Schutz durch personen bezogene Daten. Wo früher der Missbrauch von Kreditkarten Gang und Gäbe war, würde durch die biometrische Authentifi zierung für die deutschen Kunden eine sicherere Alternative geboten werden, zu deren Nutzung die deutschen Verbraucher auch bereit wären. Da für die deutschen Verbraucher, wie zu vor gezeigt wurde, Sicherheit einer der wichtigsten Aspekte bei 33 Vgl. Salmony 2017. 34 Vgl. Statista 2016. 315 der Nutzung von Mobile Payments ist, würde eine höhere Si cherheit zu einem höheren Nutzen der Dienste für die Kunden beitragen. Zudem würden Banken- und Kreditinstitute sich jährlich Millionen Euro an Kosten einsparen, die durch Be trugsfälle entstehen, wodurch vielleicht diese Kosteneinspa rungen auch zum Teil an die Konsumenten weitergereicht wer den könnten.35 Durch die PSD2 - Zahlungsrichtlinie der EU wird diese Form der Authentifizierung zudem umso bedeuten der. Seit Januar 2018 müssen Kunden bei bargeldlosen Zah lungen zwei der drei Merkmale Wissen, Besitz und Inhärenz für jede Transaktion als Authentifizierung angeben. Wissen wäre hierbei das Wissen über ein Passwort, Besitz wäre bei spielsweise der Besitz eines TAN-Generators und Inhärenz wäre die Authentifizierung durch Biometrie.36 Zwar wäre eine Authentifizierung über ein SMS-TAN und TAN-Generator bei Nutzung eines Passworts immer noch möglich, doch ist die Au thentifizierung durch Biometrie auch in Zukunft noch immer die sicherste Variante, da ein TAN-Generator oder Smartphone schlussendlich immer noch geraubt werden könnte. Gleichwohl wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis die bio metrische Authentifizierung über das Smartphone für alle deutschen Konsumenten möglich sein wird, da noch nicht alle neu ausgelieferten Mobiltelefone über diese Funktion verfü gend Schnellere Abwicklung und einfache Benutzung? Die Anfangs erwähnten Ergebnisse zu der Zeiteffizienz bei der Zahlung mit Bargeld im Vergleich zur Kartenzahlung - solange es sich nicht um kontaktlose Kartenzahlung handelte - wurde auch in einer anderen Studie von Polasik et al. (2012) nachge wiesen.38 Jedoch hat dieselbe Studie nachgewiesen, dass die Zahlung mit Mobile Payment Apps in etwa genauso schnell ist 35 Die EZB 2018 beziffert die Verluste der europäischen Banken im Jahre 2016 auf etwa 1,8 Mrd. Euro; Worobec 2015 beziffert den Verlust der britischen Banken durch Betrugsfälle auf etwa 400 Millionen Pfund jährlich von 2004 bis 2014. 36 Vgl. Kirsch 2018. 37 Nach Chadha 2017 werden erst alle ab 2019 erscheinenden Smartphones mit Möglichkeiten zur biometrischen Authentifizierung ausgestattet sein. 38 Vgl. Polasik et al. 2012. 316 wie die Zahlung mit Bargeld. Kunden, die gerne bargeldlos zahlen, hätten also durch die Nutzung von Mobile Payment ei nen zeitlichen Vorteil und somit einen Kostenvorteil.39 Die Stu die von Polasik et al. (2012) zur Zeiteffizienz hat zudem her ausgefunden, dass Konsumenten den Zahlungsprozess - Aus händigung des Zahlungsinstruments bis Verlassen des Schal ters - als deutlich länger wahrnehmen und die Zahlung mit mobilen Zahlungsdiensten sogar als kürzer als mit Bargeld wahrgenommen wird.40 Besonders in Situationen, in denen eine schnellere Zahlungsabwicklung durch kürzere Wartezei ten die Nützlichkeit von Mobile Payments erhöht, wie bei spielsweise im öffentlichen Nahverkehr mit der U-Bahn, wür den sich solche schnelleren Zahlungen besonders für die Kon sumenten lohnen.41 Dieser Auffassung waren auch die Befrag ten einer Studie, die ermitteln sollte in welchen Situationen die Konsumenten am liebsten mit Mobile Payments zahlen wür den. Dabei war die beliebteste Option mit 18% die Zahlung für Nahverkehrtickets (17%) und die viertbeliebteste die Zahlung für Tickets an sich (13%).42 Mit Hilfe von Regressionsanalyse wurde herausgefunden, dass die wahrgenommene Einfachheit der Benutzung und die Schnelligkeit der Abwicklung für die Konsumenten von besonders hohem Wert ist, wenn sie die Nützlichkeit einer Zahlungsmethoden beurteilen sollen.43 Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Abwicklungsgeschwindigkeit auch einen hohen Stellenwert für den Konsumenten haben wird, obwohl diese in den anfangs zitierten Studien zu den Gründen der Ablehnung höchstens mit dem Punkt „kein Ver trauen in die Technik“ gleichsetzen lässt. Es wäre daher sinn voll Studien in der Art von Polasik et al. (2012) oder der 39 Vgl. Brits & Winder 2005. 4° Nach Polasik et al. 2012 dauerte der Prozess bei RFID-Zahlung im Durch schnitt 38,95 Sekunden und hatte dabei 4,84 Sekunden Standardabwei chung. Bei NFC-Zahlung der Prozess im Durchschnitt 38,52 Sekunden und hatte dabei 3,06 Sekunden Standardabweichung. Bargeldzahlung dauerte im Durchschnitt 39,61 Sekunden und hatte bis zu 25,35 Sekun den Standardabweichung. Gleichwohl ist die Stichprobengröße für die Mobile Payments sehr klein. 41 Vgl. Hayashi 2012. 42 Vgl. Statista 20i9d. 43 Vgl. Ching & Hayashi 2010. 317 Bundesbank44 anzufertigen, um herauszufinden, wie schnell und zuverlässig die Zahlungsabwicklung von Mobile Payments am POS ist, da es für den deutschen Raum bisher keinerlei Er hebungen zur Geschwindigkeit und Verlässlichkeit von Mobile Payments am POS gab. Es wäre daher besonders interessant eine solche Erhebung durchzuführen und dabei festzuhalten, wie oft Versuche fehlgeschlagen sind und auch wie lange eine Zahlung im Durchschnitt gedauert hat, damit die Aspekte der schnellen Abwicklung und Verlässlichkeit am POS besser ein geschätzt werden können.45 Datenverkauf an Dritte oder Preisdiskriminierung durch den Dienstleister als versteckte Kosten Wie bereits zuvor angesprochen, könnten die über Mobile Pay ment Apps gesammelt Daten auch zu Nachteilen für die Kun den führen. Diese könnten durch die Analyse ihrer Daten an schließend besser bezüglich ihrer Zahlungsbereitschaft einge schätzt werden, sodass ihnen, wie es bereits beispielsweise bei Amazon geschieht, Preise geboten werden, die nahezu ihrem Reservationspreis entsprechen.46 Die ökonomischen Renten dieser Verbraucher würden somit gegen Null tendieren. Da die Datenhoheit in unserem Kontext für den deutschen Verbrau cher am bedeutendsten ist, könnte bei Bekanntwerden solcher Praktiken das Vertrauen in diese Dienste und deren Nutzung stark zurückgehen. Mangelhafte Verschlüsselung der biometrischen und anderer Daten Als neulich öffentlich bekannt wurde, dass Facebook-Passwörtern von Nutzern unverschlüsselt abgespeichert wurden,47 zeigte sich, dass die Verschlüsselung von sensiblen Daten auch bei großen Unternehmen nicht selbstverständlich ist. Für die Verbraucher wäre es daher ein großes Risiko, wenn ihre bio metrischen und übrigen gesammelten Daten mangelhaft ver schlüsselt werden würden. Dies ist besonders im Fall der sen siblen biometrischen Daten von großer Bedeutung, da diese 44 Vgl. Beermann et al. 2019. 45 Selbiges sollte auch für Zahlungen mit Kreditkarte oder EC-Karte gelten. 46 Vgl. Kalka & Krämer 2016. 47 Vgl. SPIEGEL 2019. 318 Zugangsdaten unabänderlich sind und somit nicht einfach ge wechselt werden können wie dies bei einem Passwort der Fall ist. Eine rigorose Verschlüsselung, besonders der biometri schen Daten und die Kontrolle desselbigen durch unabhängige Institute könnte folglich das Sicherheitsbedürfnis der deut schen Verbraucher befriedigen und zu vermehrtem Nutzen für diese durch die Mobile Payment Dienste beitragen. Ohne eine solche Verschlüsselung wäre das Gegenteil der Fall. Bündelung von Informationen und Diensten im Digital Wallet als Risiko Die Bündelung von Informationen kann nicht nur als vorteil haft aufgefasst werden. Literatur zum Phänomen des Informa tion overloads konnte Hinweise darauf geben, dass mehr In formation, nicht immer zu mehr besseren Entscheidungen führt, besonders wenn es sich um Konsumenten handelt.48 Mo bile Wallets, die zusätzliche Informationen zu beispielsweise Anlagemöglichkeiten und Anderem bieten, könnten für die Konsumenten ein Risiko darstellen, das diese so gar nicht selbst wahrnehmen würden. 48 Vgl. Roetzel 2018. 319 5 Verbrauchergruppenspezifische Nutzen und Risiken 5.1 Spezifische Nutzen für vertrauende Verbraucher Bündelung von Informationen und Diensten im Digital Wallet Die Bündelung von Informationen und anderen Diensten kann für die vertrauenden Verbraucher möglicherweise nur von ge ringer Bedeutung sein, da dieser sich wenig vor seinen Kau fentscheidungen informiert und für gewisse Verbraucher, wie wir es bei der spezifischen Risikoevaluation darstellen werden, sogar von Nachteil sein. Ortsungebundenheit Konsumenten, die wie der vertrauende Verbraucher großen Wert auf Zeitersparnis legen, nutzen entsprechend sehr oft die Möglichkeiten des mobilen Zahlungsausgleichs.49 Für diese Verbrauchergruppe wäre die ortsungebundene Abwicklung so mit relativ gesehen von größerem Nutzen als für andere Ver brauchergruppen. Höhere Sicherheit und Schnelligkeit durch biometrische Authentifizierung Vor allem für den Kreis der vertrauenden Verbraucher ist da mit zu rechnen, dass die biometrische Authentifizierung siche rer ist, da die meisten Passwörter der Verbraucher im Durch schnitt sehr viel leichter zu knacken sind. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass Verbraucher oft nur Abwandlungen o der Standardpasswörter nutzen, die durch Software unter Zu hilfenahme früherer Passwörter oder persönlicher Informati onen über das Opfer in etwa 77% aller Fälle geknackt werden können. Zudem nutzten einige Befragte, wie es wahrscheinlich bei vielen vertrauenden Verbraucher der Fall ist, Variationen von beliebten Passwörter wie „Passworti23“, etc.50 Der ver trauende Verbraucher, der, wie erwähnt, großen Wert auf eine schnelle Abwicklung seiner Käufe legt, könnte also eher als an dere Verbraucher dazu neigen ein kurzes und somit unsicheres Passwort zu wählen. Solange also davon ausgegangen wird, 49 Vgl. Mantel 2000. 5° Vgl. Wang et al. 2016. 320 dass die biometrischen Daten der Nutzer gut verschlüsselt ge speichert werden, kann angenommen werden, dass diese Form der Authentifizierung für den vertrauenden Verbraucher eine Verbesserung seiner Sicherheit und Zeiteffizienz bei der Nut zung von Online- und Mobile Payments mit sich bringen würde. Mobile Payments könnten durch diese Ergänzung so mit einen wahren Zugewinn an Sicherheit für diese Stakehol dergruppe darstellen. 5.2 Spezifische Risiken für vertrauende Verbraucher Datenverkauf an Dritte oder Preisdiskriminierung durch den Dienstleister als versteckte Kosten Preisdiskriminierung, die aus Data-Mining von Zahlungsdaten resultieren würde, wäre gerade für den vertrauenden Verbrau cher, der sich kaum mit Datenschutz und den Geschäftsbedin gungen der verschiedenen Dienstleister auseinandersetzen würde, nachteilig. Diese Gruppe, die hohen Wert auf Zeiter sparnis legt, wird sich wahrscheinlich auch nicht durch unab hängige Preisvergleichsportale vor dem Kauf eines Guts über unterschiedliche Angebote informieren und wäre so der Preis diskriminierung häufig ausgesetzt. Ohne klar definierte ge setzliche Regelungen über die Nutzung der Verbraucherdaten, könnte die Kosten-Nutzen-Relation aus der Nutzung der Mo bile Wallets für diese Verbraucher sogar negativ ausfallen, da sie minimalen Nutzen durch verkürzte Wartezeiten, marginale gesenkte Kosten der Zahlungsabwicklung und der ortsunab hängigen Zahlung gegen höhere Preise tauschen würden. Zudem könnten die Zahlungsanbieter, wie bereits beim Payback-System, das zu American Express gehört, geschehen, die Daten der Kunden nutzen, um diesen für sie nachteilige Konsumentenkredite anzubieten. Es wäre daher für die ver trauenden Verbraucher besonders von Vorteil, wenn gesetzlich klar geregelt wäre, dass diese über die Verwendung ihrer Daten seitens derApp-Anbieter extensiv aufgeklärt werden müssen. Schlechte Verschlüsselung biometrischer Daten Ein weiteres Risiko könnte für die vertrauensvollen Verbrau cher daraus entstehen, dass sie im Unklaren darüber bleiben, wie ihre biometrischen Daten verschlüsselt werden. Wie der bereits angesprochene Fall von Facebook zeigt, ist die 321 Verschlüsselung von sensiblen Daten auch bei großen Unter nehmen nicht selbstverständlich. Sollten solche Daten gestoh len werden, wäre der Schaden enorm, da diese biometrischen Daten nicht einfach wie ein Passwort geändert werden können. 5.3 Spezifische Nutzen für verletzliche Verbraucher Höhere Sicherheit und Schnelligkeit durch biometrische Authentifizierung Auch für die verletzlichen Verbraucher gelten die bereits beim vertrauenden Verbraucher angesprochenen Punkte bezüglich der Nützlichkeit. Hier jedoch mit der Einschränkung, dass diese möglicherweise gar kein Smartphone, oder aber kein Smartphone mit biometrischer Authentifizierungsmöglichkeit besitzen würden. Da verletzliche Verbraucher meist nicht die neueste Technik, sondern wenn überhaupt ältere Modelle ohne diese Funktion nutzen würden, könnten sie erst in eini gen Jahren am Nutzen dieser Technik teilhaben. 5.4 Spezifische Risiken für verletzlicher Verbraucher Information Overload durch Bündelung der Dienste in Mobile Wallets Verletzliche Verbraucher, die ohnehin mit den Entwicklungen innerhalb des Mobile Payment Marktes überfordert wären, könnten durch die Bündelung der Dienste und Informationen innerhalb von Mobile Wallets mehr Nachteile als Vorteile ge nießen. Gemäß der Theorie des information overloads könn ten sie durch die Überladung mit Informationen innerhalb der Apps schnell überfordert sein und so auf dieser Basis negative Entscheidungen für sich selbst fällen.51 Auch hier wären empi rische vergleichende Untersuchungen zum Verhalten von Kon sumenten bei der Nutzung von Mobile Wallets mit zusätzli chen Dienstleistungen und bei der Nutzung von Mobile Wal lets, die keine solchen Dienste bieten sinnvoll. Datenverkauf an Dritte oder Preisdiskriminierung durch den Dienstleister als versteckte Kosten Auch für diese Verbrauchergruppen gilt, was für die vertrau ensvollen Verbraucher gilt. Jedoch ist es für diese Verbrauch s1 Vgl. Roetzel 2018. 322 ergruppen umso schädlicher, wenn sie preislich diskriminiert werden, da sie in den meisten Fällen als gesellschaftlich abge hangene Personen vermutlich auch ein geringeres Einkommen und Vermögen vorzuweisen haben. Zudem könnte angenom men werden, dass die mit der digitalen Welt unvertrauten ver letzlichen Verbraucher gewisse Tricks zur Umgehung der Preisdiskriminierung, wie beispielsweise die Löschung der Cookies, die Nutzung eines VPN oder das Ausweichen auf ein anderes Gerät, nicht kennen würde und entsprechend nicht anwenden würden. Diese Verbrauchergruppe wäre also im Schnitt häufiger der Preisdiskriminierung ausgesetzt, welche ihr proportional zugleich auch stärker schaden würde. 5.5 Spezifische Nutzen für verantwortungsvolle Verbraucher Höhere Sicherheit und Schnelligkeit durch biometrische Authentifizierung Die verantwortungsvollen Verbraucher hätten wie die beiden anderen Typen ähnliche Vorteile durch die Nutzung von bio metrischer Authentifizierung. Gleichzeitig könnte es dieser Verbrauchergruppe ganz besonders wichtig sein, dass sorgsam mit ihren biometrischen Daten umgegangen wird und diese bestmöglich verschlüsselt werden. Entsprechend könnten sol che Nutzer nur einen Nutzen aus der biometrischen Authenti fizierung ziehen, wenn die Anbieter dieser Technik die höchste Absicherung dieser Daten garantieren würden. Es wäre daher auch im Sinne der Anbieter dieser Dienste, die Daten bestmög lich zu sichern, um die verantwortungsvollen Verbraucher von den Vorteilen der biometrischen Authentifizierung zu über zeugen. Dass die Verschlüsselung sensibler Daten selbst bei großen Firmen wie Facebook nicht immer selbstverständlich ist, zeigt, dass möglicherweise der Gesetzgeber tätig werden muss, um den Schutz dieser noch viel sensibleren Daten der Nutzer zu garantieren. Verantwortungsvolle Verbraucher wä ren zudem stark daran interessiert, was mir ihren Daten nach der Erfassung passiert und wie diese genutzt werden. Möglich erweise wären sie besorgt, dass sie, ähnlich wie beim Payback Punktesystem zum gläsernen Kunden werden und Nachteile durch Preisdiskriminierung erfahren könnten.52 Es wäre daher s2 Vgl. von Demandowsky 2010. 323 für diesen Verbraucherkreis von besonders hohem Nutzen, wenn die Anbieter transparent in der Nutzung ihrer Daten sind. 5.6 Spezifische Risiken für verantwortungsvolle Verbraucher Datenverkauf an Dritte oder Preisdiskriminierung durch den Dienstleister als versteckte Kosten Die verantwortungsvollen Verbraucher würden sich vermut lich selbst über die Nutzung ihrer Daten durch die Mobile Wallets erkundigen. Trotzdem sind auch diese nicht davor ge schützt, dass sie Opfer der Preisdiskriminierung werden. Durch das für diese Verbrauchergruppe typische öffentliche Auftreten und ihre Information anderer Verbraucher über die sen Missstand, könnten sie jedoch dafür sorgen, dass der Re gulator einschreitet und diesen Datenhandel unterbindet, oder aber die Konsumenten sich von den Mobile Wallets abwenden, da sie den durch die verantwortungsvollen Verbraucher offen gelegten Datenmissbrauch ablehnen. Ein verantwortungsvol ler und transparenter Umgang der Anbieter mit den Daten könnte daher auch hier zum Differenzierungsmerkmal für die Anbieter werden. 324 6 Konklusion Was können wir nun abschließend festhalten? Welche Aspekte sind für die verschiedenen Verbrauchergruppen besonders wichtig und wie können Anbieter hierauf reagieren? Wie aus den zuvor zitierten deskriptiven Statistiken her vorgeht, sind besonders die beiden Aspekte Datenhoheit der Konsumenten und Sicherheit für die deutschen Verbraucher bisher die bedeutendsten Gründe für die Ablehnung von Mo bile Wallets. Es wäre daher nicht nur im Interesse der Nutzer, sondern auch der Anbieter hier Transparenz zu schaffen und für sichere Verwaltung von Passwörtern oder biometrischen Zugangsdaten zu sorgen. Durch die PSD2 - Zahlungsrichtlinie der EU ist schon ein erster und wichtiger Schritt für mehr Si cherheit für die Konsumenten bei Nutzung von bargeldlosen Zahlungen gemacht worden, der auch dazu beitragen kann, dass sich biometrische Authentifizierung in Zukunft stärker etablieren wird. Biometrische Zugangsmöglichkeiten würden zudem eine noch höhere Sicherheit als andere PSD2-konforme Authentifizierungsweisen garantieren, solange die Daten si cher verschlüsselt wären. Besonders für die Verbrauchergrup pen der vertrauenden und verantwortungsvollen Verbraucher wäre dieser Zugewinn an Sicherheit ein deutliches Signal über die Sicherheit dieser Dienste, wenn die Vorteile der biometri schen Authentifizierung entsprechend kommuniziert werden würden. Der Aspekt des Datenhoheit muss auch ernst genom men werden, damit die deutschen Verbraucher mehr Ver trauen in die Dienste gewinnen. Veröffentlichungen über Preisdiskriminierung könnten potenziell schädigend für das Image der Anbieter sein, weswegen möglicherweise Geschäfts modelle, die ihren Umsatz nicht über den Handel mit den Da ten generieren würden, für den Konsumenten überzeugender wären. Angesichts der massiven Nutzung von Amazon und Fa cebook, die ebensolchen Datenhandel betreiben, ist es zweifel haft, ob die Verbrauchergruppen, abgesehen vom verantwor tungsvollen Verbraucher, nicht doch eher zum „kostenlosen“ Dienst greifen würden. Zumindest für die verantwortungsvol len Verbraucher könnten sich jedoch Dienste durchsetzen, die ebendies Datenhoheit der Verbraucher garantieren und sich so diese Nische sichern könnten. 325 Mobile Payments abseits des POS haben die oben genann ten Probleme auch zu bewältigen, doch sind sie zumindest schon beliebter als POS Mobile Payments und bieten durch ihre Ortsungebundenheit einen besonders hohen Nutzen für Verbraucher im mP2P-Bereich. POS Mobile Payments haben jedoch nach wie vor mit Problemen zu kämpfen, die die man gelnde deutsche IT-Infrastruktur mit sich bringt. Die Installa tion oder das Upgrade bereits bestehender Zahlungsterminals im Einzelhandel wäre vermutlich sehr kostspielig und auch das schlecht ausgebaute mobile Breitbandnetz würden zumindest temporär die verletzlichen Verbraucher von der Nutzung die ser Dienste ausschließen, da diese wohl oft im ländlichen und schlecht an die IT-Infrastruktur angebundenen Raum zu verorten sind. Für diese Verbrauchergruppe hat zumindest PayPal, als der in Deutschland beliebteste Dienst, eine gute Lö sung für Zugang gefunden. PayPal präferiert die WAP- Technologie, die auch mit einfachen mobilen Endgeräten zu gänglich ist. Der Nutzen aus der höheren Sicherheit durch bi ometrische Authentifizierung wird für die verletzlichen Ver braucher wohl vorerst auch verwehrt bleiben, da diese nicht über die neuesten Geräte mit dieser Authentifizierungsmöglichkeit verfügen. Anders als die Aspekte der Sicherheit und Datenhoheit sind diese soeben genannten Punkte jedoch wohl nur ein temporäres Problem, da davon ausgegangen werden kann, dass diese Infrastruktur Probleme durch massive Inves titionen und die Verbilligung von Terminals und Smartphones mit biometrischer Authentifizierung dazu beitragen werden, dass jeder deutsche Bürger potenziell mit Mobile Payments zahlen kann. 326 Literaturverzeichnis Apanasevic, T. (2013). 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References

Zusammenfassung

Die Finanzwirtschaft steht im Kontext der Digitalisierung und Digitalen Transformation der Ökonomie als eine der Branchen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wo die damit verbundenen Marktveränderungen von verschiedenen Interessensgruppen erlebt werden können. Die Veränderungen in finanzwirtschaftlichen Geschäftsprozessen, nicht zuletzt durch technologie-basierte Startups (sog. FinTechs) forciert, sind nicht nur innerhalb der Branche, sondern auch beim Endkunden durch konkrete digitale Innovationen spürbar. Dieser Sammelband widmet sich einigen der im Zusammenhang der Digitalisierung und Digitalen Transformation der Finanzwirtschaft entstandenen Geschäftsmodelle und betrachtet diese vor dem Hintergrund der Frage, ob die Finanzwirtschaft sich „nur“ in ein moderneres Kleid hüllt oder ob es sich um tiefgreifende Marktstrukturveränderungen bis hin zu einer möglichen Disintermediation innerhalb der Finanzintermediationsbranche handelt.