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Ausgangspunkt und Fragestellungen in:

Christian J. Jäggi

Bausteine einer politischen Friedensordnung im Judentum, page 7 - 8

Ethische Grundlagen

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4239-7, ISBN online: 978-3-8288-7275-2, https://doi.org/10.5771/9783828872752-7

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
7 Ausgangspunkt und Fragestellungen Die Analyse und Diskussion säkularer Politik- und Friedenskonzepte (vgl. Jäggi 2018:177) hat ergeben, dass eine politische Ethik vor allem in sechs Themenbereichen Antworten entwickeln muss: 1) In Bezug auf die Verletzlichkeit von Menschen oder einzelnen Menschengruppen; 2) hinsichtlich der Anwendung von politisch motivierter oder konnotierter Gewalt; 3) in Anbetracht der Rolle der Nationalstaaten und der Möglichkeit und Notwendigkeit eine politischen Weltordnung oder eines Weltstaates; 4) hinsichtlich Entwicklung und Durchsetzung der politischen Menschenrechte; 5) in Bezug auf die allgemeine politische Partizipation und Demokratie; sowie 6) im Zusammenhang mit einer weiterführenden und doch praktikablen Friedensvision. Obwohl zweifellos wichtig ist für unsere Fragestellung die Zulässigkeit von militärischen, friedenserhaltenden Interventionen eher kein Thema. Dies, weil auf der einen Seite heute die meisten Länder und Regierungen solche Interventionen unter bestimmten Voraussetzungen befürworten, und weil auf der anderen Seite die meisten Religionen ein Recht auf (bewaffnete) Selbstverteidigung akzeptieren. Allenfalls eine Frage wäre, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen eine militärische Intervention stattfinden darf.

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Zusammenfassung

In der heutigen Zeit haben aktuelle politische Fragen – wie etwa die Konflikte im Nahen Osten – häufig eine religiöse Dimension oder werden auch über die Religion ausgetragen. Eine globale Friedensordnung ist nur denkbar, wenn die großen weltanschaulichen Systeme, also auch die großen Religionen, einbezogen werden. Die großen Religionen haben auch einen wichtigen Beitrag an die Friedensthematik zu leisten.

Der vorliegende Band analysiert, diskutiert und entfaltet schwergewichtig die Beiträge der jüdischen Tradition und besonders des jüdischen Schrifttums, also Tanach und Talmud, zu Fragen der Friedensordnung, zu einer übergreifenden politischen Ethik und zu Themen wie Krieg, Gewalt, Frieden und Versöhnung. Zur Sprache kommen neben den Schriften des antik-klassischen Judentums punktuell auch rabbinische Stellungnahmen, jüdische Autoren des Mittelalters und moderne jüdische Autoren.

Das Buch ist Bestandteil einer fünfbändigen Reihe. Bereits erschienen ist Frieden, politische Ordnung und Ethik. Fragestellungen – Erklärungsmodelle – Lösungsstrategien (2018).