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3. Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme in:

Christian J. Jäggi

Bausteine einer politischen Friedensordnung im Judentum, page 267 - 274

Ethische Grundlagen

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4239-7, ISBN online: 978-3-8288-7275-2, https://doi.org/10.5771/9783828872752-267

Tectum, Baden-Baden
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267 3. Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme Das moderne Judentum ist nach Novak (1998:1) vor allem durch drei Erfahrungen bestimmt: Erstens durch die Gewährung der individuellen Bürgerrechte an die Juden in den modernen Nationalstaaten, zweitens durch die Vernichtung eines Drittels des Judentums im Holocaust und drittens durch die Gründung des Staates Israel. Das hat sich auch auf die ethischen Grundkonzepte im modernen Judentum ausgewirkt. Laut Novak (1998:17) gibt es zwei grundlegende Sichtweisen Gottes: Bei der einen steht die Weisheit Gottes im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit, während die andere Sicht die Bedeutung des Willens Gottes ins Zentrum stellt. Laut Novak (1998:18) stellt die erste Sicht eher eine universelle Sichtweise dar, während die zweite eher partikularistisch ist. So könne ein Jude problemlos in der Öffentlichkeit über das Verbot zu Töten sprechen, weil dieses universellen Charakter habe, während es viel schwieriger sei, über das Verbot, Schweinefleisch zu essen, zu reden. Dieses sei partikularistisch und darum schwieriger zu verstehen. Novak (1998:18) hat vorgeschlagen, die erste, universelle Art von Ge- und Verboten als Regelungen der „Gesellschaft(en)“ zu sehen, währen die zweite Form von Normen, als partikularistische Regelungen der Gemeinschaft, also der jüdischen Community, zu deuten sei. Dabei kann göttliche Weisheit unabhängig von einer bestimmten Quelle oder einer Offenbarung als „einsichtig“ erscheinen, während Gottes Wille immer in Verbindung mit einer konkreten, partikulären Offenbarung erscheint, was immer auch die Gefahr mit sich bringt, dass das, was als „Wille Gottes“ angesehen wird, instrumentalisiert und vereinnahmt wird. Umgekehrt erscheint die „Weisheit Gottes“ nicht selten als (zu) offen, zu abstrakt und wenig konkret. Doch was ist – so Novak (1998:19) –, wenn nicht die Gesellschaft, sondern die Glaubensgemeinschaft der primäre Ort menschlichen Zusammenlebens ist? Der jeweilige „Gemeinschaftsraum“ (communal space) beinhaltet auch eine kosmisch-weltanschauliche Dimension, welche nicht an eine säkulare Gesellschaft delegiert werden kann. Diese kosmologische Sicht kann auch nicht einfach als „partikularistisch“ abqualifiziert werden, weshalb sich sehr wohl die Frage nach spezifisch jüdischen Vorstellungen von Ethik und Moral stellt. Das gilt – wie Novak (1998:19) zu Recht betont – genau gleich auch für andere religiöse Weltanschauungen, etwa für das Christentum oder den Islam. Manfred Oeming (2012:138ff.) hat mit Blick auf Nehemia vorgeschlagen, von einer „Theologie der Mauer“ („theology of the Wall“) zu sprechen. Ausgehend vor der Zerstörung der Stadt und der Stadtmauer unter den Babyloniern (2 Könige 25,10ff.). Im Sinne von Nehemia 3–6 könne der Wiederaufbau der Stadtmauern Jerusalems als „verborgene Handlung Gottes auf Erden“ (Oeming 2012:141) betrachtet werden. Oeming (2012:142) umschreibt die Bedeutung des Jerusalemer Mauerbaus in einem dreifachen Sinn: • Erstens als Ausdruck der Vollendung der Heilsgeschichte: Die Zerstörung Jerusalems und seiner Stadtmauern durch die Feinde Israels war Folge der Verfehlungen des Volkes Israel und Ausdruck der Bestrafung Gottes gewesen. Mit dem Wiederaufbau der Stadtmauern gelangte – so Oeming 2012:142 – die Heilsgeschichte an ihr Ende mit der restitutio ad integrum. • Zweitens als Wiederherstellung kultischer Reinheit und ethischer Integrität: Innerhalb der Stadtmauern galten wieder die halachischen Regeln und die von Gott geoffenbarten Gesetze. • Drittens die Wiederherstellung der heiligen Stadt als Wohnort Gottes: Gott, oder besser: der Name Gottes kann nur in einer Stadt mit einer Mauer anwesend sein, nur eine Mauer der Reinheit trennt Unreinheit oder Unglaube von Glaube an Gott. Übersetzt auf heute könnte das heissen, dass wiederum eine Zweiteilung in eine profane und eine sakrale Zone, oder in eine materielle und in eine geistige Sphäre angedacht werden muss. Allerdings wäre dieser Sicht entgegen zu halten, dass das traditionelle Judentum laut Stemberger (2008:7) eine Unterscheidung von religiös und profan kennt. Es gilt, auf eine weitere Tatsache das Augenmerk zu richten. Gerechte politische Herrschaft erscheint im Tanach immer in enger Verbindung mit 268 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme dem Glauben an den einen Gott: Exemplarisch ist dabei das Buch Daniel, wo der unerschütterliche Glaube von Daniel und seiner drei Vertrauten an Gott diese vor dem Tod retten, und die Könige Nebukadnezzar und Belschazzar immer nur mit dem Glauben an den einen Gott leben oder überleben können, während die Hinwendung zu anderen Göttern in den Untergang oder den Tod führt. Aus der Sicht einer politischen Ethik stellt sich damit die Frage, welchen Platz der Glaube an den einen, universellen Gott für die politische Ordnung und auch den politischen Alltag einzunehmen hat. Reicht es, den Glauben an einen Gott oder den Verzicht darauf, dem einzelnen Menschen zu überlassen und im Rahmen der individuellen, kollektiven und korporativen Religionsfreiheit (vgl. dazu Jäggi 2016:46ff.) in der Grundrechtsordnung zu regeln, und im Übrigen die Frage nach Gott aus dem politischen System auszuklammern – so wie das heute in den säkularen Staaten geschieht? Ich würde die These aufstellen, dass eine der zentralen Botschaften der Hebräischen Bibel darin besteht, immer wieder den Zusammenhang der von Gott geoffenbarten Heils- und Friedensordnung und des Glaubens an einen universellen Gott hervorzuheben. Aus dieser Sicht erscheint ein rein säkularistisches Staatskonzept als nicht befriedigend, oder anders gesagt: als zu minimal, weil es dieses zentrale Anliegen in den Bereich des individuellen Glaubens und damit der privaten Überzeugungen abschiebt. Allerdings besteht darin auch eine grosse Gefahr: Wenn aus konfessionalistischer Sicht ein monoreligiöser oder gar ein eindimensionaler „Gottesstaat“ egal welcher Provenienz gefordert wird, droht dieser zu einer theokratischen Diktatur abzudriften, wie wir es leider im Rahmen der Geschichte bis in die heutige Zeit immer wieder erlebt haben. Eine politisch-staatliche und überstaatliche Ordnung sollte weder antireligiös noch monokonfessionell und schon gar nicht fundamentalistisch sein, sondern gleichzeitig interreligiös und menschenrechtsbasiert. In diesem Sinne könnten auch die Zion-Theologie und Ezechiel 40–48 gelesen werden. Auch der – unter anderem in Nehemia oder in Psalm 51,20 geforderte – Wiederaufbau der Stadtmauern Jerusalems könnten so als Errichtung eines demokratischen, interreligiösen und menschenrechtsbasierten Gottesstaates gelesen werden. Dabei sei aber auch nicht verschwiegen, dass eine solche Zweiteilung auch eine grosse Gefahr darstellen kann, nämlich dann, wenn sie als eine ideologische oder soziologische In-Group- und Out-Group-Unterteilung 269 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme verstanden wird – so wie etwa in den USA von Präsident Donald Trump geforderte und heiss umstrittene Mauer an der Grenze zu Mexiko. Doch genau das war mit Bestimmtheit im Tanach nicht die Idee. Wenn die weltanschauliche Community-Zugehörigkeit nicht zu einer Ausgrenzung der jeweils Anderen, sondern zu einer Betonung der eigenen Geschichte und Identität im Sinne einer Bereicherung und einer Facette einer multireligiösen und interkulturellen Gesellschaft führt, dann könnte sie möglicherweise ein wichtiger Beitrag zur Überwindung von monokulturellen, abwehrenden und xenophoben Entwicklungstendenzen und letztlich zu einer friedvolleren Welt beitragen. Fazit Ein erstes Problem ergibt sich aus der Frage nach religiös motivierter und/ oder begründeter Gewalt, und zwar auf der einen Seite als Phänomen, und auf der anderen Seite in Bezug auf ihre Legitimierung. Dabei steht die Exegese vor der Aufgabe, Textstellen, in denen Gott direkt und unmittelbar zu Gewalt aufruft, Gewaltausübung befiehlt oder gar die Nicht-Aus- übung von Gewalt bestraft (z. B. Dtn 13,10; Ex 21,12; Ri 3,8; Jes 34,2 oder 1 Sam 15,3) zu reflektieren, allenfalls zu kritisieren und neu zu deuten. Eng mit der Frage nach religiös motivierter oder legitimierter Gewalt verbunden ist das Gottesbild: Unabhängig davon, ob es um einen Gott oder um mehrere Gottheiten geht: Entscheidend ist, ob Gott oder die Götter liebevoll, friedensfördernd und gewaltlos gesehen und gedacht werden oder nicht. Diese Sicht ist letztlich auch nicht vom Menschenbild zu trennen: Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob der Mensch als gewalttätiges, triebgeschütteltes Wesen gesehen wird, dessen destruktiven Tendenzen notfalls mit Gewalt und Repression zu unterdrücken sind, oder um ein im Grunde positives, auf das Gute hin gerichtetes Lebewesen. Beide Sichtweisen sind zweifellos einseitig, ja naiv. In jedem Menschen stecken konstruktive und destruktive Energien. Deshalb geht es im Grunde darum, ob dem Menschen auch hinsichtlich Gewaltverhalten eine wirkliche Lernfähigkeit zugestanden wird oder nicht, und ob man ihm zutraut, sukzessive seine konstruktiven, verbindenden und liebevollen Seiten stärker zu entwickeln und seine gewalttätigen Neigungen mehr und mehr abzubauen. 270 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme Zusätzlich ist der Zusammenhang von Gewalt und Macht der neueren Diskussion – von Hanna Arendt bis zu Walter Benjamin – erneut zu hinterfragen und theologisch zu reflektieren. Ein zweites Problem ist die Frage nach Gottes Heilsordnung und der darin enthaltenen Vorstellung von Gerechtigkeit und Recht. Paradigmatisch für die Sicht der Hebräischen Bibel sind dabei die folgenden beiden Bibelstellen: „4 Er [= Gott, Anm. CJ] heißt: Der Fels. Vollkommen ist, was er tut; denn alle seine Wege sind recht. Er ist ein unbeirrbar treuer Gott, er ist gerecht und gerade“ (Dtn 32,4; Einheitsübersetzung). „8 Nur an Noach hatte der Herr Freude. 9 Noach war ein rechtschaffener Mann und lebte in enger Verbindung mit Gott. Unter seinen Zeitgenossen fiel er durch seine vorbildliche Lebensführung auf “ (Gen 6,9f.). Deutlich über die enge Sicht eines „Tun-Ergehen-Zusammenhangs“ hinaus geht der „Guttat-Heil-Zusammenhang“ (Koch 1991b:92f.) hinaus, welcher nicht nur „richtiges Handeln“ des einzelnen Menschen verlangt, sondern auch seine Einordnung in Gottes Heilsplan. Besonderes Gewicht liegt dabei in der jüdischen Tradition auf der Rolle der jüdischen Gemeinschaft, die in der weiteren Diskussion – gerade vor dem Hintergrund christlicher und islamischer Glaubensvorstellungen – erneut und vertieft thematisiert werden muss. Ein drittes, eher religionsspezifisches Problem besteht in der Rolle und in der Rezeption der Gebote und Gesetze und in der Frage, wie diese Normen zu konkretisieren sind. Dabei stellt sich auch das Problem, dass nicht alle Gebote und Gesetze, so wie sie im Kontext der Schrift formuliert sind, ohne weiteres mit den heutigen menschenrechtlichen Standards kompatibel sind. Besondere Fragen stellen sich dabei in Bezug auf die Gendergleichheit, Ehevorstellungen und Ehekonzepte, den Umgang mit Fremden, in Bezug auf die – heute mindestens theoretisch abgeschafften – Sklaverei und hinsichtlich einzelner strafrechtlicher Normen. Damit verwandt ist das Problem nach einer optimalen Regierungsform, wobei die Lösung nicht einfach in einer säkularen Staatsform – etwa einer liberalen Demokratie – liegen kann, wie sich heute erschreckend in der 271 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme Zunahme skrupelloser Autokraten, lügnerischer Staatsoberhäupter und fremdenfeindlicher bis rassistischer Politclowns zeigt, und zwar sowohl in demokratischen. semidemokratischen und autoritären Staaten. Umgekehrt kann die Antwort aber ebenso wenig in religiös verbrämten Diktaturen oder „frommen“ Theokratien liegen, welche handfeste Partikularinteressen und den Machterhalt regierender Gruppen unter dem Mantel der Religion verfolgen. Bedenkenswert ist das in der Tora immer wieder dargestellte – und manchmal auch höchst prekäre – Gleichgewicht von König oder Regent, Propheten, Priestern und Volk. Offenbar braucht es ein System von Checks and Balances von politischen Kräften, religiösen und nicht religiösen Akteuren, säkularen und religiösen Ethikvorstellungen sowie persönlicher Integrität der Regierenden. Eine vierte Thematik stellt der Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Frieden dar. Solange Ungerechtigkeit herrscht, einzelne Gruppen oder Menschen – etwa die Waisen, Witwen oder Fremden – ungerecht behandelt werden, kann es keinen Frieden geben. Beispielhaft sagt das etwa Psalm 72,2ff. über das gerechte Walten eines Königs: „2 Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil. 3 Dann tragen die Berge Frieden für das Volk und die Höhen Gerechtigkeit. 4 Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, / Hilfe bringen den Kindern der Armen, er wird die Unterdrücker zermalmen. 5 Er soll leben, solange die Sonne bleibt und der Mond, bis zu den fernsten Geschlechtern. 6 Er ströme wie Regen herab auf die Felder, wie Regenschauer, die die Erde benetzen. 7 Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist“ (Einheitsübersetzung). Und fünftens – last but not least – stellt sich auch die Frage nach einer globalen Friedensvision, und zwar einerseits, wie der kommende Friede aussehen und institutionell ausgestaltet sein soll, und anderseits, wie ein solcher Frieden erreicht werden kann. Dabei ist zweifellos die Vorstellung des Bundes von Gott mit den Menschen – allen Menschen! – und der Schöpfung schwergewichtig einzubeziehen und ernst zu nehmen. Es scheint mir, dass das Potenzial des Bundesgedankens theologisch noch längst nicht ausgeschöpft ist. Nicht zu trennen von der Friedensvision ist die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Versöhnung. Beispielhaft dafür kann die Josefsgeschichte gelten (Gen 37 sowie 39–45). Persönliche und institutionelle Konflikte, Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppen und kollekti- 272 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme ven Interessenträgern, aber auch Differenzen zwischen Ländern, Ethnien und religiösen Gruppen, können nur erfolgreich angegangen und gelöst werden, wenn starke Institutionen des Ausgleichs, der Versöhnung und der gemeinsamen Entscheidfindung geschaffen werden. Dabei ist der Versöhnungsgedanke möglichst auch institutionell aufzunehmen und umzusetzen, so gut es geht. Die Lösung oder mindestens das Handling aktueller Fragen – die teilweise bereits im Tanach thematisiert sind – wie das Verhältnis zu anderen Völkern, Migration und Flucht, Rechte von Minderheiten, politische Gerechtigkeit, Sicherheit und Frieden – hängen von der Versöhnungsbereitschaft ab und auch von der Existenz deeskalierender und machtteilender Institutionen. Ein weiterer, sechster Punkt ist die Bedeutung des Lernens und der Bildung in der jüdischen Tradition. So betont Kohelet 4,13ff. die Bedeutung des Zuhörens und Lernens und kritisiert die Haltung der Ungebildeten. Entsprechend wird – wie gesagt – der Legitimität eines Königs oder eines Regierungssystems der Wert von Bildung entgegengestellt, was gleichzeitig auch ein ungeheures Potenzial zur Veränderung darstellt, wie gerade auch die Geschichte des Judentums gezeigt hat. Daraus resultiert ein siebter Punkt: Die Bedeutung von Geistigkeit und dem Geist Gottes. In Anlehnung an Hiob haben wir folgende Gleichung aufgestellt: Gott = Licht = Weisheit = Frieden = Leben Chaos = Dunkelheit = materielle Natur = Tod Dabei erscheint der Geist Gottes als Lebensspender, wie etwa in Jesaja 44,3: „3 Denn ich gieße Wasser auf den dürstenden Boden, rieselnde Bäche auf das trockene Land. Ich gieße meinen Geist über deine Nachkommen aus und meinen Segen über deine Kinder“. Wenn es stimmt, dass im Tanach eine Abwendung von Gott gleichzusetzen ist mit dem Verlust des Geistes Gottes und das Überhandnehmen negativen Geistes, so bedeutet umgekehrt die Hinwendung zu Gott eine Zunahme von Geist und Geistigkeit. 273 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme Ausblick Der vorliegende Band hat gezeigt, dass Fragen der Friedensordnung und der politischen Ethik ein grosses Thema in der jüdischen Tradition und insbesondere im Schriftgut des Judentums, also im Tanach und im Talmud, sind. In der weiteren Forschung wird es darum gehen, die Beiträge des Christentums und des Islams zu diesen Fragestellungen einzubringen, zu diskutieren und zu systematisieren. In einem abschliessenden Band werden alle Ergebnisse neben einander gestellt und auf mögliche Konvergenzen und Divergenzen hin überprüft. 274 Ethische Folgerungen für aktuelle Probleme

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Zusammenfassung

In der heutigen Zeit haben aktuelle politische Fragen – wie etwa die Konflikte im Nahen Osten – häufig eine religiöse Dimension oder werden auch über die Religion ausgetragen. Eine globale Friedensordnung ist nur denkbar, wenn die großen weltanschaulichen Systeme, also auch die großen Religionen, einbezogen werden. Die großen Religionen haben auch einen wichtigen Beitrag an die Friedensthematik zu leisten.

Der vorliegende Band analysiert, diskutiert und entfaltet schwergewichtig die Beiträge der jüdischen Tradition und besonders des jüdischen Schrifttums, also Tanach und Talmud, zu Fragen der Friedensordnung, zu einer übergreifenden politischen Ethik und zu Themen wie Krieg, Gewalt, Frieden und Versöhnung. Zur Sprache kommen neben den Schriften des antik-klassischen Judentums punktuell auch rabbinische Stellungnahmen, jüdische Autoren des Mittelalters und moderne jüdische Autoren.

Das Buch ist Bestandteil einer fünfbändigen Reihe. Bereits erschienen ist Frieden, politische Ordnung und Ethik. Fragestellungen – Erklärungsmodelle – Lösungsstrategien (2018).