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Jasmin Heyd, 10 Handlungsempfehlung I: Mobile Websites - Betrachtung von mobilen Websites als Chance für die Universität Stettin, auch mobil für ihre Zielgruppe erreichbar zu sein in:

Thomas Batz (Ed.)

Zentrale Herausforderungen des Bildungsmarketings, page 94 - 99

Resultate einer Studie der DHBW Heilbronn und der Universität Stettin

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4329-5, ISBN online: 978-3-8288-7273-8, https://doi.org/10.5771/9783828872738-94

Tectum, Baden-Baden
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10 Handlungsempfehlung I: Mobile Websites - Betrachtung von mobilen Websites als Chance für die Universität Stettin, auch mobil für ihre Zielgruppe erreichbar zu sein Ja sm in H eyd In dem vorliegenden Kapitel werden mobile Websites bzw. Websites mit responsivem Design näher beleuchtet. Diese dienen als Marke tinginstrument, um die Zielgruppe der Universität Stettin auch mobil erreichen zu können. Außerdem wird in diesem Kapitel darauf einge gangen, auf welche Aspekte bei der Erstellung einer mobilen Website geachtet werden sollte. Das Internet bietet unter anderem auch Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel Universitäten, neue Möglichkeiten, Informationen über ihr Bildungsangebot und deren Bildungseinrichtung zu streuen, sowie neue Alternativen der Kommunikation und Interaktion mit ihrer Ziel gruppe. Die größte Zielgruppe von Universitäten sind Schulabgänger mit der allgemeinen Hochschulreife. Nahezu alle, die dieser Zielgruppe angehören, sind mit mobilen Endgeräten wie dem Smartphone ausge stattet. Abiturienten der heutigen Zeit gehören der Generation Z an. Von der Generation Z wird ab dem Geburtsjahrgang 1995 gesprochen (vgl. Kamluk 2017, S. 208). Diese Generation ist mit zahlreichen neuen Technologien wie beispielsweise dem Smartphone aufgewachsen. Das sind unter anderem Gründe, weshalb mobile Applikationen, wie zum Beispiel mobile Websites, immer mehr in den Fokus des Marketings rücken (vgl. Geyer et al. 2017, S. 215). Deswegen macht es Sinn, dass sich auch eine Universität mit der Konzeption einer mobilen Website 94 beschäftigt, um für die potenziellen Studenten auch mobil erreichbar zu sein (vgl. Holland 2016, S. 131 f.). 10.1 Was zeichnet mobile Websites aus? Bei mobilen Websites handelt es sich um Internetseiten, welche so an gepasst sind, dass diese unter anderem auch auf Smartphones genutzt werden können. Mobile Websites stellen die verkürzte und angepasste Version der Desktop-Website dar und zeichnen sich, im Vergleich zu Computern, durch schnellere Übertragungsraten aus (vgl. Meyer 2014, S. 88). Unterschieden werden die mobile Website und die responsive Website. Mobile Websites werden ausschließlich für mobile Endgeräte konzipiert, weshalb diese auch unter einer eigenständigen URL erreich bar sind (vgl. Keßler et al. 2015, S. 846). Vorteil einer mobilen Website ist, dass Layout und Inhalt zielgerichtet für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smartphones, angepasst werden können. Außerdem lassen sich speziell für die Displaygröße von Smartphones einzelne Elemente, die zur Benutzerfreundlichkeit beitragen, programmieren. So könnten sich Universitäten beispielsweise auf ihrer mobilen Website inhaltlich aus schließlich auf die optimale Präsentation ihrer Studienangebote kon zentrieren. Nachteil einer mobilen Website ist, dass diese zusätzlich zur Desktop-Website existiert und deshalb inhaltlich regelmäßig auf Aktu alität geprüft und bei Bedarf optimiert werden muss. Im Gegensatz dazu passen sich Websites im responsiven Design per Konfigurierung ent sprechend an den jeweiligen Gerätetyp an. Responsive Websites stellen dieselben Inhalte wie auf der Desktop-Website auf allen Gerätetypen unter derselben URL zur Verfügung (vgl. Keßler et al. 2015, S. 846). Daher ist ein separates Pflegen der Website nicht mehr nötig (vgl. Keßler et al. 2015, S. 849). Allerdings kann bei Websites mit responsivem De sign der Inhalt nicht explizit an die Bedürfnisse eines mobilen Nutzers angepasst werden, welcher häufig schnelle und kurze Antworten auf Fragen sucht und sich erst auf eigenen Wunsch nähere Informationen zu einer Thematik beschaffen möchte (vgl. Meerman Scott 2012, S. 326). Wenn sich die Universität für die Konzeption einer mobilen Website entschieden hat, wird das bisherige Online-Angebot umgestaltet, denn die mobile Version stellt, wie oben schon erwähnt, eine Ergänzung zur Desktop-Website dar (vgl. Meyer 2014, S. 88). Konkret bedeutet das, dass aufgrund des kleineren Displays, im Vergleich zum Computermo 95 nitor, die Informationen entsprechend aufbereitet und das Layout an wenderfreundlich angepasst werden müssen (vgl. Keßler et al. 2015, S. 847). Das Internet und damit auch eine mobile Website ist ein Pull-Medium, da der Nutzer selbst Informationen aus dem Internet anfordert (vgl. Charlesworth 2010, S. 60). Unter der Pull-Kommunikation wird ver standen, dass nur Informationen, die aus Kundensicht relevant sind, übermittelt werden, d. h. der Konsument ergreift die Initiative (vgl. Hol land 2016, S. 129). Das Pendant zur Pull-Kommunikation ist die Push Kommunikation. In dieser Kommunikationsform werden vom Unter nehmen aktive Botschaften an den (potenziellen) Kunden verschickt, wie zum Beispiel E-Mail-Werbung, d. h. hier besteht keine Informationsan forderung der anderen Seite (vgl. Holland 2016, S. 129). Bevor jedoch eine mobile Website erstellt wird, sollte zuerst der Bedarf an Informati onen, die für die Zielgruppe mobil verfügbar sein sollen, evaluiert wer den (vgl. Keßler et al. 2015, S. 849). 10.2 Was ist beim Aufbau einer mobilen Website zu beachten? Für die Entwicklung von mobilen Websites wird aufgrund der immer leistungsstärker werdenden Smartphones auf HTML5, CSS3 und Java Script gesetzt (vgl. Keßler et al. 2015, S. 847). Bezüglich der Architek tur, d. h. wie die Seite der mobilen Website aufgebaut und sortiert wird, sowie an welchem Ort diese Website im Internet abgelegt werden soll, hat der Anwender verschiedene Möglichkeiten. Im Folgenden werden zwei Möglichkeiten vorgestellt: • Die mobile Website könnte eine eigene Domain bekommen. Die Konsequenz wäre, dass die mobile Website unabhängig von der Desktop-Website existieren würde und damit beispielsweise nicht vom Ranking, welche die primäre Website in Suchmaschinen besitzt, profitieren könnte (vgl. Meyer 2014, S. 90). • Eine weitere Möglichkeit wäre eine Subdomain oder ein Unterver zeichnis für mobile Endgeräte auf der Desktop-Website einzurich ten. Dadurch würde die mobile Website von dem oben beschriebe nen Ranking profitieren können (vgl. Meyer 2014, S. 90). Trifft die Wahl der Architektur auf die erste Alternative, sollte ein ge nauerer Blick auf das Rankingsystem für Mobilgeräte geworfen werden. Wichtig ist hierbei beispielsweise, dass Google den mobilen Inhalt der Website findet, damit diese überhaupt gerankt wird. Das kann gelingen, 96 indem eine sogenannte Website-Navigation für den Anwender bereit gestellt wird. Diese Navigation unterscheidet sich auf Grund von Lay out-Anpassungen von der Desktop-Navigation (vgl. Meerman Scott 2012, S. 326). Um mehr Transparenz darüber zu schaffen, über welches mobile Endgerät auf die mobile Website zugegriffen wird, sollte die Website so programmiert werden, dass dies untersucht werden kann; mit dem Ziel, für die verschiedenen Gerätetypen jeweils eine optimierte beziehungsweise angepasste Version zur Verfügung zu stellen. So kann sichergestellt werden, dass die Inhalte der Website auf allen Gerätetypen gut dargestellt werden (vgl. Meyer 2014, S. 88). 10.3 Was macht eine mobile Website benutzerfreundlich? Das Application-Performance-Management-Unternehmen Compuware veröffentlichte in dem Report „What Users Want from Mobile“, dass 72 Prozent der interviewten deutschen Anwender erwarten, dass eine Webseite auf ihrem Smartphone genauso schnell oder gar schneller als auf dem Laptop oder PC lädt (vgl. Hülsbömer 2011, o. S.). Dauert das Laden einer mobilen Website länger als fünf bis sieben Sekunden, führt dies häufig zu Abbrüchen (vgl. Kolbrück 2013, S. 202). Um schnelle und performante mobile Websites anbieten zu können, sollte die Anzahl an Elementen, die die Ladezeit in die Länge ziehen, reduziert werden. Vor allem sollten Grafiken wie Weblinks, welche hin ter den Grafiken liegen, vermieden werden (vgl. Hülsbömer 2011, o. S.). Alternativ könnten diese im Fließtext dargestellt werden, denn „je weniger der Anwender auf einmal laden muss, desto benutzerfreundli cher ist die Seite“ (Hülsbömer 2011, o. S.). Des Weiteren könnten die Dateigrößen verschlankt werden. Im Fokus hierbei stehen besonders Bilder und Grafiken (vgl. Hülsbömer 2011, o. S.). Diese sollten in an gepasster Form auf dem Server abgelegt werden. Eine optimierte Form wird durch Anpassung der Auflösung als auch der Skalierung erreicht. Grafiken, die größer als zehn Kilobyte sind, sollten für die mobile Web seite bestmöglich komprimiert oder komplett ausgetauscht werden (vgl. Hülsbömer 2011, o. S.). Auf einer mobilen Website sollten dem An wender die wichtigsten Informationen präsentiert werden, die er sucht (vgl. Meerman Scott 2012, S. 326). Beispielsweise könnte sich die Uni versität Stettin bei der Konzeption einer mobilen Website auf eine über sichtliche und informative Darstellung der Studiengänge konzentrieren. Neben einer schnell ladenden Seite sollte sich der Benutzer auch gut auf der Website zurechtfinden. Um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, 97 sollte die Website eine unkomplizierte, bestenfalls vertikale und klar be titelte Navigationsstruktur aufweisen; in anderen Worten eine leichte und intuitive Bedienbarkeit (vgl. Giesinger 2016, S. 26). Der Grad der Benutzerfreundlichkeit kann erweitert werden, indem der Anwender erst nach ausdrücklichem Wunsch weitere Informationen durch auf klappbare Einstellungsmöglichkeiten bekommen kann (vgl. Hülsbömer 2011, o. S.). Weiterhin ist es hilfreich, vermehrt Bilder einzusetzen und Textumfänge zu kürzen, denn Bilder emotionalisieren und wecken Neugier beim Anwender (vgl. Giesinger 2016, S. 26). Außerdem gilt es zu beachten, dass Smartphones über verschiedene Betriebssysteme, wie zum Beispiel IOS oder Android, verfügen. Deshalb ist es wichtig, dass vor dem Liveschalten einer mobilen Website getestet wird, ob die Inhalte der mobilen Website auf Smartphones mit unterschiedlichen Betriebs systemen in gleichbleibender, guter Qualität dargestellt werden können (vgl. Geyer et al. 2017, S. 237). 10.4 Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Einrichten einer anwender freundlichen mobilen Website immer wichtiger wird, um die anfangs beschriebene Zielgruppe, die Generation Z, zu erreichen. Ob eine ei genständige mobile Website eingerichtet wird oder doch eine Website mit einem responsiven Design gewählt wird, muss von den Verantwort lichen abgewogen werden. Auf die jeweiligen Vor- und Nachteile wurde in diesem Kapitel eingegangen. Das Einrichten einer mobilen Website kann gelingen, indem vermehrt auf Bilder mit geringem Umfang an Kilobytes gesetzt wird und Textumfänge auf das Wichtigste gekürzt werden. Denn ein mobiler Nutzer möchte tendenziell die wichtigsten Informationen schnell finden und kurz auf den Punkt gebracht präsen tiert bekommen. Die Generation Z ist mit der Technologie Smartphone aufgewachsen und dafür entsprechend affin. Deswegen sollte neben dem Aspekt der mobilen Website als Marketinginstrument auch Social Media als weiteres Marketinginstrument näher beleuchtet werden. 98 10.5 Literatur Ge y e r , H., EPHROSI, L. & MAGERHANS, A. (2017). Crashkurs Marketing: Grundlagen, Strategien, Konzepte. Freiburg: Haufe-Lexware. GIESINGER, G. (2016). Mobile muss selbsterklärend sein. Horizont (Nr.15), S. 26. HOLLAND, H. (2016). Dialog-Marketing: Offline- und Online-Marketing, Mobile- und Social Media-Marketing. München: Franz Vahlen. HÜLSBÖMER , S. (2011). So machen Sie mobile Webseiten flott. Computerwoche, Nr. 44. Online abrufbar unter: https://www. wiso-net.de/document/CW__2011103133521124184682712440 (zuletzt abgerufen am 23.01.2019). KAMLUK , D. (2017). Strategisches Talent Management. Vorübergehender Trend oder innovativer Erfolgsfaktor? In: Bröckermann, R. (Hrsg.): Praxisorientierte Personal-und Organisationsforschung. Augsburg, München: Rainer Hampp. KEßLER, E., RABSCH , S. & MANDIC , M. (2015). Erfolgreiche Websites: SEO, SEM, Online-Marketing, Usability. Bonn: Rheinwerk. KOLBRÜCK , O. (2013). Erfolgsfaktor Online-Marketing: So werben Sie erfolgreich im Netz - E-Mail, Social Media, Mobile & Co. Frankfurt a. M.: Deutscher Fachverlag. MEERMAN SCO TT , D. (2012). Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Social Web. Heidelberg u.a.: mitp. MEYER, N. (2014). Die Zukunft des Marketings ist mobil! Grundlagen, Voraussetzungen und Instrumente des Mobile Marketing. Hamburg: Diplomica. CHARLESWORTH , A. (2010). Die digitale Revolution. Offenbach: Gabal. 99

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References

Zusammenfassung

Von Dezember 2018 bis März 2019 führten Studierende des Studienschwerpunkts Human Resources der DHBW Heilbronn in enger Zusammenarbeit mit der Universität Stettin ein gemeinsames Projekt durch. Auslöser für dieses Projekt waren teils deutlich zurückgehende Studierendenzahlen an der Universität Stettin, trotz der dort vorhandenen hervorragenden Rahmenbedingungen und des ausgezeichneten Lehrpersonals – ein Umstand, der an verschiedenen polnischen Universitäten aktuell zu verzeichnen ist.

Die Studierenden stellten sich nun die Frage, welche Ursachen für diese kritische Entwicklung verantwortlich sind und welche Maßnahmen geeignet sein könnten, um mit zielgerichtetem Bildungsmarketing zu einer positiven Entwicklung beitragen zu können. In diesem Buch werden die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der studentischen Studie vorgestellt.