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Jessica Wenzel, Laura Eisenhardt, 7 Erhebungsmethode in:

Thomas Batz (ed.)

Zentrale Herausforderungen des Bildungsmarketings, page 79 - 82

Resultate einer Studie der DHBW Heilbronn und der Universität Stettin

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4329-5, ISBN online: 978-3-8288-7273-8, https://doi.org/10.5771/9783828872738-79

Tectum, Baden-Baden
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7 Erhebungsmethode Jessica W enzel & Laura E isenhardt Im Folgenden werden verschiedene Aspekte, welche für die Definition der Zielgruppe und die Wahl der Erhebungsmethode bestimmend sind, in Betracht gezogen und begründet. Im Rahmen der Analyse des Studienverhaltens an der Universität Stettin ist es hilfreich, bestehende Gründe, welche für das Studium als auschlaggebend gelten, zu hinterfragen und zu analysieren. Ausgehend hiervon können Handlungsempfehlungen für das zukünftige Hochschulmarketing an der Universität Stettin ausgesprochen werden. Begründung der Erhebungsmethode Um eine möglichst gegenstandsnahe Einschätzung zu erhalten, wurde eine schriftliche, webbasierte Umfrage als geeignete Erhebungsmethode defi niert. Die W ahl begründet sich aus verschiedenen Gesichtspunkten: Um eine umfassende Einschätzung erhalten zu können, ist nicht nur die alleinige Meinung eines Studierenden bestimmend. Vielmehr kann durch die Ansprache einer großen Zielgruppe das Meinungsbild eines repräsentativen Kollektivs erfragt werden, was für die Ableitung der Hochschulmarketingmaßnahmen von Relevanz ist. Durch die Standar disierung der einzelnen Fragen kann ebenso eine leichtere Vergleichbar keit der Antworten hergestellt werden. Zugleich können die Ergebnisse der Befragung direkt und einfach im Online-Umfragetool ausgewertet 79 werden16. Dieses Vorgehen stellt eine greifbare Auswertung der Ergeb nisse sicher, worauf aufbauend dann valide Aussagen abgeleitet werden können. Die webbasierte Anwendung des Fragebogens begründet sich haupt sächlich in der Ansprache der Zielgruppe. Hierbei wird einerseits die Ansprache einer großen Zielgruppe innerhalb eines kurzen Zeitraums ermöglicht. Gleichzeitig kann durch die hohe Internetfrequenz und der gegenwärtigen Nutzung von Smartphones, Tablets und Laptops an der Universität Stettin eine direkte Beantwortung der Fragen sichergestellt werden. Ebenso ermöglicht der kostenfreie WLAN-Zugang einen direk ten, reibungslosen Zugang vom Nutzungsmedium auf den Fragebogen. Weiterhin kann durch die persönliche Präsenz der Befragenden der DHBW Heilbronn sofort auf mögliche Verständnisprobleme eingegan gen werden. Aufgrund dessen wird eine differenzierte und qualitativ hochwertige Grundlage für die Auswertung der Befragung geschaffen. Bestimmung der Zielgruppe Ein weiterer zu betrachtender Aspekt ist die Wahl einer geeigneten und repräsentativen Zielgruppe. Da sich die Untersuchung auf die Univer sität Stettin bezieht, wurden ausschließlich Studierende dieser Univer sität für die Befragung herangezogen. Um die Repräsentanz und Allge meingültigkeit der Untersuchungsergebnisse sicherstellen zu können, wurden alle vertretenen Studienrichtungen (Ökonomie, Finanzen und Buchhaltung, Tourismusmanagement, Logistik und Allgemeines Ma nagement) befragt und im Untersuchungsprozess berücksichtigt. Aufbau und Gestaltung des Fragebogens Für die Durchführung der Umfrage wurde mithilfe eines webbasierten Tools vorab der Fragebogen von den Studierenden der DHBW Heil bronn konzipiert. Hierfür wurden im Voraus relevante Fragen gesam melt und anschließend in sinngemäße Aussagen zusammengeführt. Dann wurden die Fragen im Online-Umfragetool eingegeben und in die englische Sprache übersetzt werden. Die Wahl der englischen Spra che begründet sich aus der bestehenden Sprachbarriere zwischen den deutschen Studierenden der DHBW und den polnischen Studierenden 16 Es wurde das Tool Survey M onkey verwendet. 80 der universität Stettin. u m diese zu vermeiden und gleichzeitig ein ein heitliches Verständnis sicherstellen zu können, wurde während der Un tersuchung die englische Sprache gewählt. Der Fragebogen besteht aus einer kurzen Einführung in die Thematik, insgesamt neun Fragen sowie einer Schlussformel. Die Hinführung zu Beginn des Fragebogens dient dazu, der Zielgruppe einen ersten Ein blick in die Thematik zu geben. Diese beinhaltet eine kurze Vorstellung der Studierenden der DHBW Heilbronn und des Forschungsgrundes. Der Forschungsgrund beinhaltet: die Verbesserung des Bildungsmar ketings an der Universität in Stettin. Es folgen sechs spezifische Fragen zum bereits vorgestellten Themenge biet ein. Es handelt sich dabei um halboffene Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten und einem Zusatzfeld für weitere Angaben. Die Entscheidung für diese Frageform wurde getroffen, um nachfolgend eine leichtere Auswertung der Ergebnisse zu gewährleisten. Im Fragebogen wird das Prinzip „vom Allgemeinen zum Spezifischen“ angewandt, da zu Beginn die Hintergründe für ein Studium an einer Universität erfragt werden und anschließend die Frage nach den Beweg gründen für ein Studium an der Universität in Stettin gestellt wird. Im weiteren Verlauf der Befragung sind spezifischere Fragen zur universität in Stettin vorzufinden, mithilfe derer unter anderem die Kanäle ermit telt werden, über welche die Zielgruppe auf ihre Universität aufmerk sam geworden ist. Weiterhin werden Faktoren und Angebote abgefragt, welche eine entscheidende Rolle für die Akquisition neuer Studierenden spielen. Fortführend werden ebenso bestehende Angebote, welche be reits den Studenten an der universität in Stettin zur Verfügung stehen, ermittelt. Das können beispielsweise Events, Sportangebote oder Ver günstigen für öffentliche Verkehrsmittel sein. Am Ende der Befragung befinden sich drei Fragen zur Ermittlung der soziodemographischen Merkmale. Dazu gehören die Abfrage des Ge schlechts, des Alters sowie der jeweiligen Studienrichtung. Eine ange messene Schlussformel rundet den Fragebogen ab. Insgesamt wird in der webbasierten umfrage ein ansprechendes Layout verwendet, um dem Prinzip der Einheitlichkeit gerecht zu werden. Des Weiteren findet der Befragte jeweils eine Frage pro Seite sowie einen Fortschrittsbalken zur Orientierung. Durch die Beantwortung einer 81 Frage gelangt der Befragte zur nächsten. Das genannte Vorgehen redu ziert die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Abbruchs, stellt die Be antwortung aller Fragen sicher und fördert das Erreichen eines reprä sentativen Ergebnisses mit einer hohen Rücklaufquote. 82

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Zusammenfassung

Von Dezember 2018 bis März 2019 führten Studierende des Studienschwerpunkts Human Resources der DHBW Heilbronn in enger Zusammenarbeit mit der Universität Stettin ein gemeinsames Projekt durch. Auslöser für dieses Projekt waren teils deutlich zurückgehende Studierendenzahlen an der Universität Stettin, trotz der dort vorhandenen hervorragenden Rahmenbedingungen und des ausgezeichneten Lehrpersonals – ein Umstand, der an verschiedenen polnischen Universitäten aktuell zu verzeichnen ist.

Die Studierenden stellten sich nun die Frage, welche Ursachen für diese kritische Entwicklung verantwortlich sind und welche Maßnahmen geeignet sein könnten, um mit zielgerichtetem Bildungsmarketing zu einer positiven Entwicklung beitragen zu können. In diesem Buch werden die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der studentischen Studie vorgestellt.