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Charleen Hohmann, 6 Interne Analyse in:

Thomas Batz (Ed.)

Zentrale Herausforderungen des Bildungsmarketings, page 75 - 78

Resultate einer Studie der DHBW Heilbronn und der Universität Stettin

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4329-5, ISBN online: 978-3-8288-7273-8, https://doi.org/10.5771/9783828872738-75

Tectum, Baden-Baden
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6 InterneAnalyse Charleen H ohmann 6.1 Hinführung Nachdem im vorherigen Kapitel die Allgemeinsituation des Bildungs marktes in Polen ausführlich beschrieben wurde, wird im Folgenden die Universität Stettin als Grundlage für die interne Analyse näher beleuch tet. Dieses und die nachfolgenden Kapitel behandeln daher folgende Themen: Darlegung der Ausgangssituation und Vorstellung der Univer sität Stettin, Beschreibung der ausgewählten Erhebungsmethode sowie die Auswertung des Fragebogens und die Interpretation der Ergebnisse. Die Universität Stettin Die Stadt Stettin befindet sich im Nordosten Polens in der Nähe zur deutschen Grenze. M it etwas mehr als 400.000 Einwohnern (vgl. STA- TISTA 2019, o. S.) gehört Stettin zu den größten Städten Polens. Die heutige Universität Stettin wurde bereits im Oktober 1985 für die ers ten Studierenden eröffnet. Aktuell bietet sie ein breites Spektrum an wirtschaftlichen Studiengängen an, mit welchen 2017 eine Studieren denanzahl von fast 13.000 erzielt werden konnte (vgl. Anhang 1, Ab schnitt 16.1). Hierzu gehören: • Ökonomie, • Finanzen & Buchhaltung, • Tourismusmanagement, • Logistik sowie • Allgemeines Management. 75 Diese Fächer können nicht nur von Vollzeitstudierenden, sondern auch von berufstätigen Studenten am Wochenende oder von ausländischen Studierenden, belegt werden. W ie in der folgenden Abbildung zu sehen ist, sinkt die Zahl der Studie renden an der Universität seit 2014 erheblich. So waren es 2014 noch mehr als 16.000 Studierende in der Zahl, welche sich jedoch bis 2017 um ca. 3.000 Studierende verringerte (vgl. Anhang 1 , Abschnitt 16.1). Beleuchtet man die Hintergründe des Rückgangs genauer, ist dieser un ter anderem auf die sinkende Zahl der Studienanfänger zurückzuführen. Somit entscheiden sich immer weniger potenzielle Studenten für ein Studium an der Universität Stettin, sodass eine Differenz zwischen 2015 und 2017 von mehr als 1.000 Studierenden zu verzeichnen ist. Nichtsdestotrotz konnte, wie der folgenden Abbildung zu entnehmen ist, die gesunkene Studierendenzahl von 2017 auf 2018 um fast 100 Neu zugänge gesteigert werden. Dies kann unter anderem durch die im Frühjahr 2018 durchgeführte Promotionskampagne begründet werden. Im Zuge dieser Kampagne wurde unter anderem eine Facebook-Aktion ins Leben gerufen, aktiv Schulen besucht oder offene Vorlesungen für alle Schüler angeboten (vgl. Anhang 1, Abschnitt 16.1). 76 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000 0 Anzahl Studienanfänger an der Universität Stettin (Fakultät Management und Dienstleistungsökonomie) 5914 5820 1 - 5=7 - 7 5 11111 2014 2015 2016 2017 2018 ■ Anzahl Studienanfänger W ie bereits im vorherigen Kapitel der externen Analyse erläutert wurde, entscheiden sich immer mehr Jugendliche und somit auch potenzielle Studierende durch die günstigen Arbeitsmarktangebote anstatt eines Studiums für eine Ausbildung. Aus diesem Grund steht die Universität Stettin vor der Aufgabe, aktives Bildungsmarketing zu betreiben, um wieder mehr Jugendliche für ein Studium an ihrer Fakultät zu begeis tern. Daher wird innerhalb des folgenden Kapitels erforscht, was die aktuel len Studierenden der Universität Stettin dazu bewegte, sich für ein Stu dium und gegen eine berufliche Ausbildung zu entscheiden. Des W ei teren wird analysiert, wie sie auf die Universität Stettin aufmerksam ge worden sind und welche weiteren Faktoren und Angebote sie angetrie ben haben, an der Universität Stettin zu studieren. Um diese Erkennt nisse zu gewinnen, wurde eine Onlineumfrage mittels eines Fragebo gens erstellt, welcher von den aktuellen Studierenden der Universität beantwortet wurde. 77 6.2 Literatur STATISTA (Hrsg.) (2019). Polen: Die zehn größten Städte in Polen im Jahr 2018 (nach Einwohnerzahl). Online abrufbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/943516/umfrage/groesstestaedte-in-polen/ (zuletzt abgerufen am 11.02.2019). 78

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Zusammenfassung

Von Dezember 2018 bis März 2019 führten Studierende des Studienschwerpunkts Human Resources der DHBW Heilbronn in enger Zusammenarbeit mit der Universität Stettin ein gemeinsames Projekt durch. Auslöser für dieses Projekt waren teils deutlich zurückgehende Studierendenzahlen an der Universität Stettin, trotz der dort vorhandenen hervorragenden Rahmenbedingungen und des ausgezeichneten Lehrpersonals – ein Umstand, der an verschiedenen polnischen Universitäten aktuell zu verzeichnen ist.

Die Studierenden stellten sich nun die Frage, welche Ursachen für diese kritische Entwicklung verantwortlich sind und welche Maßnahmen geeignet sein könnten, um mit zielgerichtetem Bildungsmarketing zu einer positiven Entwicklung beitragen zu können. In diesem Buch werden die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der studentischen Studie vorgestellt.