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Katharina Kaineder

Interkulturelles Zusammenleben afghanischer und österreichischer Familien, page 1 - 10

"Es war genial, aber es war ein Wahnsinn"

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4328-8, ISBN online: 978-3-8288-7272-1, https://doi.org/10.5771/9783828872721-1

Series: Anwendungsorientierte Religionswissenschaft, vol. 15

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Ulrike Bechmann | Wolfram Reiss (Hg.) Anwendungsorientierte Religionswissenschaft Beiträge zu gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen 15 Katharina Kaineder Interkulturelles Zusammenleben afghanischer und österreichischer Familien „Es w a r genial, aber es w a r ein Wahnsinn" Anwendungsorientierte Religionswissenschaft herausgegeben von Ulrike Bechm ann und W olfram Reiss Katharina Kaineder Interkulturelles Zusammenleben afghanischer und österreichischer Familien „Es war genial, aber es war ein Wahnsinn" Tectum Verlag Anwendungsorientierte Religionswissenschaft B eiträge zu gese llscha ftlichen und p o litischen F rageste llungen B a n d 15 U lr ik e B e c h m a n n | W o lfra m R e iss (H g .) Katharina Kaineder Interkulturelles Zusammenleben afghanischer und österreichischer Familien. „Es war genial, aber es war ein Wahnsinn" © Tectum - ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2019 E-Book: 978-3-8288-7272-1 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4328-8 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 2194-8941 Umschlaggestaltung: Rita Kämmerer Alle Rechte Vorbehalten Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Einleitung............................................................................................. 11 1 Forschungsdesign und Methoden.....................................13 1.1 Fragestellung.............................................................................. 13 1.2 Sampling und Zugang zu den Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern............................................................. 13 1.3 Erkenntnisinteresse..................................................................14 1.4 Qualitative Sozialforschung und Methoden der Datenerhebung...........................................................................14 1.4.1 Gründe für die Verwendung der qualitativen Sozialforschung...........................................................................14 1.4.2 Tiefeninterview und themenzentriertes Leitfadeninterview....................................................................15 1.4.3 Paarinterview............................................................................. 17 1.5 Dokumentation der Daten......................................................18 1.5.1 Feldnotizen..................................................................................18 1.5.2 Forschungstagebuch.................................................................18 1.5.3 Tonaufzeichnung.......................................................................19 1.5.4 Transkription............................................................................. 19 1.6 Auswertung durch die Grounded Theory........................ 20 1.7 Verwendung von M axQda.................................................... 22 2 Der äußere Kontext: Asylpolitik in Österreich............ 23 2.1 Geschichte der Migrations- und A sylpolitik....................23 2.1.1 Migration durch Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter... 23 2.1.2 Fluchtbewegungen nach Österreich und gesetzliche Auswirkungen............................................................................25 2.1.3 Rechtsentwicklungen seit 1993..............................................26 2.2 Asylpolitik und Asylverfahren heute................................. 29 2.2.1 Zahlenund Fakten....................................................................30 2.2.2 Ablauf des Asylverfahrens.................................................... 35 5 2.2.3 Grundversorgung.......................................................................37 2.2.4 Arbeitsmarktzugang................................................................. 39 3 Flüchtlingskrise und mediale Bilder...............................41 4 Der engere Kontext: Leben im Dorf und in der Familie....................................................................................... 43 4.1 Engagement im D orf................................................................. 43 4.2 Vorstellung der Fam ilien......................................................... 45 4.2.1 Michaela und Anton.................................................................. 45 4.2.2 Katrin und Tobias.......................................................................46 4.2.3 Sarah und Christian................................................................... 47 5 Empirische Ergebnisse zur Asylpolitik.......................... 49 6 Einblicke in das Zusammenleben.................................... 53 6.1 Kommunikation.......................................................................... 53 6.1.1 Strategien der Kommunikation ohne Deutschkenntnisse.....................................................................54 6.1.2 Deutschkurs................................................................................. 57 6.1.3 Bedingungen für ein erfolgreiches Erlernen der deutschen Sprache.....................................................................58 6.1.4 Missverständnisse, Schwierigkeiten und Hot Spots 60 6.2 Arbeit und Bildung.....................................................................63 6.2.1 Schulbildung der K inder......................................................... 63 6.2.2 Arbeitsmöglichkeiten................................................................ 63 6.2.3 Tagelöhner, Lehr- oder Studienabschluss?.........................65 6.3 G ender........................................................................................... 66 6.3.1 Nähe und Distanz zwischen Frau und M ann.................... 66 6.3.2 Familienbild, Beziehung und Rollenaufteilung................71 6.4 Religion und G laube................................................................. 76 6.4.1 Jahresfestkreis: Weihnachten und Ram adan..................... 76 6.4.2 Putenschnitzel und Kopftuchgespräche............................. 80 6.5 Zusammenfassung und Wünsche der Interviewten 81 6 Conclusio.............................................................................................. 85 Bibliographie...................................................................................... 91 Abbildungsverzeichnis....................................................................95 Leitfaden.............................................................................................. 97 7 Vorwort Als „Flüchtlingskrise" ging die Bewegung von MigrantInnen über die Bal kanroute im Jahr 2015 nach Österreich und Deutschland in den Sprachge brauch ein. Es gab zahllose Menschen, die nicht in das allgemeine La mento einstimmten, sondern den Menschen konkret halfen, so gut sie konnten. Diese Hilfe war beträchtlich und wurde durch die nachfolgende abwertende Debatte nicht wirklich gewürdigt. Ebenso haben die darauf folgenden politischen Maßnahmen nicht die Helfenden unterstützt. Diese hätten aber mit ihrer zunächst spontanen menschlichen Hilfsbereitschaft eine professionelle Unterstützung benötigt, um ihre spontane Hilfe in eine nachhaltige und langfristige Unterstützung umzuwandeln. Vielmehr fühlten sich viele von der Politik alleingelassen, sie waren auf Eigenkräfte und Nachbarschaft angewiesen, um weiterhin die Menschen zu unterstüt zen. Soweit die Makroperspektive. Das Besondere an dieser jetzt vorliegenden qualitativen Untersuchung ist, dass sie in einer Mikroperspektive drei konkrete Familien eines Dorfes aus Oberösterreich befragt, die jeweils einer afghanischen Familie eine Woh nung boten. Damit begann für die österreichischen wie für die afghani schen Familien das Abenteuer eines interkulturellen Zusammenlebens, ohne dass beide sich darauf hätten vorbereiten können. Die Familien kom men zu Wort, ihnen wird zugehört. Ihre Geschichte wird erzählt, die kon kreten Entscheidungen, der Verlauf ihres Zusammenlebens, Erfahrungen von Grenzen und völlig neuen Möglichkeiten. „Es war genial, aber es war Wahnsinn" zitiert eine Familie und bringt damit alle Tiefs und Hochs, das Neue, Wunderbare und das Schwierige auf einen Nenner. Die Interviews werden nach einer qualitativen Methode auf bestimmte Fragestellungen hin ausgewertet. Wer diese Untersuchung liest, bekommt ein Bild von der Menschlichkeit von Familien eines oberösterreichischen Dorfes, von dem Mut, sich auf ein Zusammenleben einzulassen und nicht bei den ersten Schwierigkeiten aufzugeben. Man bekommt ein Bild von Nachbarschaften auf dem Land, die vornehmlich unterstützen. Die Studie bricht das große Thema „Flücht lingskrise" und „Integration" auf das ganz konkret Menschliche herunter, was es für die Betroffenen auf beiden Seiten bedeutet, Integration zu le ben. Es wird kaum eine wissenschaftlich fundierte Studie geben, die die Aus wirkungen dieser Zeit auf die oberösterreichische Gesellschaft so konkret vor Augen führt. Sie könnte eine Hilfestellung sein für politische Entschei dungen, die durchbuchstabieren sollten, welche Auswirkungen bestimme strukturelle Weichenstellungen haben. Sie öffnet aber auch die Augen für 9 das, was gelebt wird: Konkrete Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Blick auf die einzelnen. Dieses Engagement verdiente alle politische wie gesell schaftliche Unterstützung. Der Autorin ist zu danken, dass diese drei Fa milien eine Stimme bekamen. Diese Studie möge dem Engagement der Familien Gehör verschaffen und ihre Stimmen weitertragen. Graz, Jänner 2019 Ulrike Bechmann Institut fü r Religionswissenschaft 10

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Zusammenfassung

Das Werk beleuchtet unterschiedliche Aspekte des Zusammenlebens von afghanischen und österreichischen Familien nach der Flüchtlingskrise 2015 und geht der Frage nach, wie sich dieses Zusammenleben gestaltet hat und mit welchen Fragen und Herausforderungen die Familien konfrontiert waren. Die Grundlage der Datengewinnung sind qualitative Interviews mit Eltern von österreichischen Familien, die afghanische Familien bei sich zuhause in einem Dorf in Oberösterreich aufgenommen haben.

Im theoretischen Teil wird zu Beginn auf die Asylpolitik in Österreich eingegangen. Anschließend folgen empirische Erkenntnisse sowohl über die aktuelle Asylpolitik und die Situation im Dorf, als auch über das Zusammenleben der afghanischen und österreichischen Familien unter den Gesichtspunkten Kommunikation, Arbeit und Bildung, Gender, Religion und Glaube. Ziel ist es, die Erfahrungen und Alltagssituationen der Menschen kennenzulernen und herauszufinden, wo relevante Fragestellungen, Herausforderungen und Lernchancen liegen.