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Einleitung in:

Mustafa Yildiz, Mustafa Özalp (Ed.)

Die Türkei im Dschungel der internationalen Beziehungen, page 2 - 3

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4317-2, ISBN online: 978-3-8288-7256-1, https://doi.org/10.5771/9783828872561-2

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Politikwissenschaften, vol. 84

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
2 Einleitung Das vorliegende Buch beleuchtet die Türkei aus zwei verschiedenen Blickwinkeln: Zum einen soll es um regionale Machtstrukturen im Land gehen, zum anderen um die Beziehung der Türkei zu ihren angrenzenden Nachbarn, die in der gegenwärtigen Situation mitunter sehr komplex und verworren sind. Mustafa Özalp und Hasan Şahingöz werfen in ihrem Beitrag einen Blick auf die geostrategischen Entwicklungsmöglichkeiten der Türkei und versuchen, die Beziehungen zu ihren Nachbarstaaten im Sinne einer gelingenden Zukunftsperspektive zu erörtern. Die Bedeutung der Türkei als NATO-Partner, ihre Rolle für das Vorderasien unter Turgut Özal, die Beziehung zu Grenznachbarn wie Iran, Griechenland und Bulgarien mit ihren Streitigkeiten, zu Russland und den Nahoststaaten sind einige Anknüpfungspunkte, die in diesem Beitrag thematisiert werden. In seinem Beitrag wirft Ali Ayata sowohl einen historischen als auch einen aktuellen Blick auf die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel. Wie die immer wieder auftretenden Spannungen zwischen beiden Staaten beseitigt werden können und welche Rolle die USA hierbei spielen sollen, wird dem Leser anschaulich dargelegt. Mehmet Soytürk schreibt über die Beziehung zwischen der Türkei und Katar. Die wirtschaftliche Bedeutung Katars und die aktuellen Konflikte in diesem Land sowie die Rolle der Nachbarländer um die Katarkrise werden in seinem Beitrag zu finden sein. In dem Beitrag Türkische Zypern-Politik und das politische Gleichgewicht beschäftigen sich Murat Ercan und Birol Yılmaz mit der wechselvollen Beziehung zwischen der Türkei und Griechenland, die unter anderem in der türkischen Zypern-Politik ihren Ausdruck findet. Dass diese beiden Länder nicht nur hinsichtlich des Zypern-Konfliktes in Konfrontation zueinanderstehen, ist allen bekannt. Die Rolle Großbritaniens, der USA, Russlands und Israels müssen aber ebenso berücksichtigt werden, um das angespannte Verhältnis zwischen der Türkei und Griechenland angemessen bewerten zu können. Warum dieser Konflikt schwelt, ist Thema dieses Beitrags. Einen geschichtlichen Überblick über den Konflikt in Syrien bietet der Beitrag von Birol Yılmaz. Die schwierige Lage, 3 in der sich die Türkei befindet und ihre Rolle in diesem Konflikt, die Bemühungen, die sie unternimmt, um den Krieg zu beenden, und der Einfluss des Konfliktes auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland werden in diesem Beitrag ausführlich behandelt. Im Anschluss daran gibt Mustafa Özalp einen ausführlichen Überblick über die Pipeline-Politik der Türkei, die sich zu einem wichtigen und mächtigen regionalen Partner macht. Die Türkei wird somit in der Region zum unverzichtbaren Bündnispartner, was die Energieversorgung anbelangt, und wird somit nicht selten als Regionalmacht interpretiert. Im abschließenden Beitrag unternimmt Mustafa Yıldız mit seinem Beitrag den Versuch, die Bedeutung der Türkei aus geopolitischer Sicht zu durchleuchten. Yıldız fragt danach, ob die Faktoren gegeben sind, unter denen man die Türkei als Regionalmacht interpretieren darf. Sein Plädoyer versieht uns mit Einblicken, um uns über die Aussichten Gedanken machen zu können. Mustafa Yıldız Yozgat, April 2019

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Zusammenfassung

Die Türkei befindet sich genau dort, wo sich vier Großräume berühren: Europa, Vorderasien, die eurasische Steppe und der Mittelmeerraum. Die geopolitische Lage der Türkei macht sie zu einem der wichtigsten Länder in der Region.

Mustafa Yıldız und Mustafa Özalp stellen in diesem Sammelband die Türkei in den Fokus der Betrachtungen und fragen nach ihren Beziehungen zu den Nachbarstaaten. In einzelnen Beiträgen untersuchen die Autoren dieses Bandes die Verflechtungen bspw. zu Russland, Armenien, Iran, Syrien, Griechenland und Zypern. Um einen dauerhaften Frieden in der Region zu schaffen, bedarf es einer politischen Stabilität. Das Buch leistet einen Beitrag, die Komplexität des Beziehungsgeflechts zu durchleuchten und somit verständlicher zu machen.