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Anhang in:

André Zempelburg

Versöhnung im Judentum, page 418 - 428

Eine religionswissenschaftliche Perspektive auf den jüdischen Versöhnungsbegriff in Bezug auf Gott, den Nächsten, den Anderen und sich selbst

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4283-0, ISBN online: 978-3-8288-7232-5, https://doi.org/10.5771/9783828872325-418

Series: Religionen aktuell, vol. 26

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Anhang A. Abkürzungsverzeichnis Im Folgenden werden alle in dieser Abhandlung gebrauchten Abkürzungen aus religionsgeschichtlicher Perspektive aufgeführt, beginnend mit dem ältesten Corpus bzw. der ältesten hier vorkommenden religionsgeschichtlichen Epoche. Innerhalb einer jeden von diesen findet eine alphabetische Sortierung statt. Biblische Texte werden nach ihrem Vorkommen in der Hebräischen Bibel sortiert. A.1 Biblische Schriften A.1.1 Hebräische Bibel AT Altes Testament BHS Biblia Hebraica Stuttgartensia LXX Septuaginta P Priesterschrift Tana /hebr. Bibel ( ) Gen Genesis ( ) Ex Exodus ( ) Lev Levitikus ( ) Num Numeri ( ) Dtn Deuteronomium ( ) Jos Josua ( ) Ri Richter ( ) 1Sam 1. Buch Samuel ( ) 2Sam 2. Buch Samuel ( ) 1Kön 1. Buch der Könige ( ) 2Kön 2. Buch der Könige ( ) Jes Jesaja ( ) Jer Jeremia ( ) Ez Ezechiel ( ) Hos Hosea ( ) Jo Joel ( ) Jon Jona ( ) Mi Micha ( ) Hab Habakuk ( ) Hag Haggai ( ) Sach Sacharia ( ) Mal Maleachi ( ) Ps Psalmen ( ) Prov Proverbia/Sprüche ( ) Hi Hiob ( ) Koh Kohelet/Prediger/Ecclesiastes ( ) Klgl Klagelieder/Threni ( ) Dan Daniel ( ) Esr Esra ( ) Neh Nehemia ( ) 1Chr 1. Buch der Chronik ( ) 2Chr 2. Buch der Chronik ( ) A.1.2 Neues Testament NT Neues Testament/Novum Testamentum Ev Evangelium Mt Matthäusevangelium Mk Markusevangelium Lk Lukasevangelium Apg Apostelgeschichte Röm Römerbrief 2Kor 2. Brief an die Korinther 2Tim 2. Brief an Timotheus Hebr Hebräerbrief 2Petr 2. Petrusbrief Off Offenbarung des Johannes A.1.3 Quellen des (Kairo/Qumran) DJD Discoveries in the Judaean Desert DSS The Dead Sea Scrolls CD Cairo-Damascus/Damaskusschrift 1QS Gemeinschaftsregel/ 1QHa Hymnenrolle 4Q Apokryphon Mose, Instruction und Hymne 4QSb Gemeinschaftsregel/ A.2 Klassische rabbinische Literatur A.2.1 Mischnische, toseftaische und talmudische Traktate bT/b Babylonischer Talmud ( ) jT/pT Jerusalemer/Palästinischer Talmud ( ) m Mišnāh ( ) t Tōseftā ( ) MS Erfurt Tōseftā-Codex Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Ms. or. fol. 1220 (alte Signatur: MS Erfurt 12) MS Wien Tōseftā-Codex Österreichische Nationalbibliothek Wien Cod. Hebr. 20, Katalog Schwarz Nr. 46 Av Traktat ( ) Ber Traktat ( ) BM Traktat ( ) BQ Traktat ( ) Hag Traktat ( ) Jev Traktat ( ) Jom Traktat ( ) Ker Traktat ( ) Mak Traktat ( ) Men Traktat ( ) Msh Traktat ( ) Naz Traktat ( ) Ned Traktat ( ) Neg Traktat ( ) Pes Traktat ( ) Qid Traktat ( ) RH Traktat ( ) San Traktat ( ) Shevu Traktat ( ) Sot Traktat ( ) Suk Traktat ( ) Taan Traktat ( ) Tam Traktat ( ) A.2.2 Außerkanonische Traktate, Midrāšīm und Targūmīm ARN Midrāš ( ) BerR Midrāš ( ) PRE Midrāš ( ) Sifra Midrāš ( ) TPsJ ( ) A.3 Nachklassische rabbinische Literatur HT ( ) ŠT ( ) QŠA ( ) A.4 Philosophische Schriften AQE Autrement qu’être ou au-delà de l’essence DL Difficile Liberté/Schwierige Freiheit E Ethica Ordine Geometrico demonstrata HN A l’heure des nations JS Jüdische Schriften KrV Kritik der reinen Vernunft QLT Quatre lectures talmudiques RV Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums TI Totalité et Infini. Essai sur l’Exteriorité TTP Tractatus theologico-politicus/Theol.-pol. Traktat VTL Vier Talmud-Lesungen A.5 Zeitschriften, Sammelwerke, Reihen und Hilfsmittel AHW Akkadisches Handwörterbuch BJS Brown Judaic Studies CAD The Assyrian Dictionary of the Oriental Institute of the University of Chicago DWDS Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache EBR Encyclopedia of the Bible and its Reception EJ2 Encyclopaedia Judaica (2nd edition) HBM Hebrew Bible Monographs HrwG Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe JThF Jerusalemer Theologisches Forum MGWJ Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums NSBT New Studies in Biblical Theology ODJR2 The Oxford Dictionary of the Jewish Religion (2nd edition) RGG4 Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft (4. Auflage) RIPAR Research in Peace and Reconciliation SITh Studienreihe Islamische Theologie SJ Studia Judaica. Forschungen zur Wissenschaft des Judentums THAT3 Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament (3. Auflage) ThWAT Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament ThWQ Theologisches Wörterbuch zu den Qumrantexten TRE Theologische Realenzyklopädie WMANT Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament B. Transliteration hebräischer, aramäischer und arabischer Konsonanten und Vokale908 Hebr./Aram. Arabisch Umschrift Name und Aussprache ; Kehlkopfverschlusslaut (glottaler Verschlusslaut) oder Halbvokal. ; stimmhafter bilabialer Verschlusslaut; gspr. wie dt. „b“ oder „w“. ; stimmhafter verlarer Reibelaut (g) und stimmhafter palato-alveolarer Affrikat (ğ); gspr. wie dt. „g“ oder „dsch“ ( ). ; stimmhafter dentaler Verschlusslaut (d) und stimmhafter interdentaler Reibelaut ( ); gspr. wie dt. „d“ oder engl. „th“ (this; ð). ; stimmloser laryngaler Reibelaut; gspr. wie dt. „h“. ; bilabialer Halbvokal; als Konsonant gspr. wie engl. „w“. Im Arab. mit vorhergehendem a-Vokal gspr. wie Diphthong „au“ (häufig auch mit „aw“ transkribiert). ; stimmhafter dentaler Zischlaut; gspr. wie dt. „s“. ; stimmloser pharyngaler ( ) und velarer ( ) Reibelaut; gspr. wie „ħ“ oder „ch“ (χ) in Buch. ; stimmloser emphatischer dentaler Verschlusslaut; emphatische Entsprechung von /t/. ; palataler Halbvokal; als Konsonant gspr. wie dt. „j“. Im Arab. mit vorhergehendem i-Vokal gspr. wie Diphthong „ai“ (häufig auch mit „ay“ transkribiert). ; stimmloser velarer Verschlusslaut; gspr. wie dt. „k“. ; stimmhafter Lateral; gspr. wie dt. „l“. ; stimmhafter bilabialer Nasal; gspr. wie dt. „m“. ; stimmhafter dentaler Nasal; gspr. wie dt. „n“. ; stimmloser alveolarer Reibelaut; gspr. wie dt. „ß“. 908 Die hier dargestellte tabellarische Übersicht zur Transliteration von hebräischen, aramäischen und arabischen Lettern verdankt sich in erheblichem Maße der Ausarbeitung von FISCHER/ JASTROW, Lehrgang für die arabische Schriftsprache der Gegenwart, S. 3ff. Anm. zu den Vokalen (s. u.): Die masroetischen -Laute werden in der Umschrift nicht berücksichtigt. , und bilden laut den Masoreten -Laute aus, sprich unbetonte Varianten des jeweiligen Vokals (a, ā, e). Ebensowenig wird berücksichtigt, welches in geschlossenen Silben wie ein kurzes „o“ gesprochen wird. ; stimmhafter pharyngaler Reibelaut; stimmhafte Entsprechung von / /. ; stimmloser bilabialer Verschlusslaut (p) und labiodentaler Reibelaut (f); gspr. wie dt. „p“ oder „f“. ; stimmloser emphatischer dentaler Zischlaut; emphatische Entsprechung von /s/. ; stimmloser uvularer Verschlusslaut; kehliges „k“. ; gerolltes Zungenspitzen-r; gspr. wie dt. „r“. ; stimmloser dentaler Zischlaut (ś) und stimmloser palato-alveolarer Zischlaut (š); gspr. wie dt. „ss“ oder „sch“. ; stimmloser dentaler Verschlusslaut (t) und stimmloser interdentaler Verschlusslaut ( ); gspr. wie dt. „t“ oder engl. „th“ (θ). ; stimmhafter emphatischer dentaler Verschlusslaut; emphatische Entsprechung von /d/. ; stimmhafter emphatischer interdentaler Reibelaut; emphatische Entsprechung von /z/. ; stimmhafter velarer Reibelaut; stimmhafte Entsprechung von / /. ; gesprochen wie „a“. ; gesprochen wie langes „a“ (defektiv geschrieben). ; gesprochen wie langes „a“ (plene geschrieben). ; gesprochen wie dt. „ä“. ; gesprochen wie „i“. ; gesprochen wie langes „i“ (plene geschrieben). ; Murmel-/Kurzvokal: unbetonter e-Laut. ; gesprochen wie „e“ oder „é“ (defektiv geschrieben). ; gesprochen wie langes „e“ (plene geschrieben) oder wie Diphtong „ey“. ; gesprochen wie „u“. ; gesprochen wie langes „u“ (plene geschrieben). ; gesprochen wie „o“. ; langes „o“ (plene geschrieben). C. Quellentexte C.1 Hebräischer Text und Übersetzung von Lev 16,3-28 3 Mit diesem soll kommen, Aaron, zum Heiligen/ Heiligtum: Mit einem Stier, Junges vom Rind, zum Sündopfer und einem Widder zum Brandopfer. 4 Einen linnenen Leibrock, einen heiligen, soll er tragen und ein linnenes Hüftkleid seien auf seinem Fleisch und mit einer linnenen Schärpe soll er sich gürten und mit einem linnenen Kopfband soll er sich binden: Heilige Gewänder sind dies. Und er wasche in Wasser sein Fleisch und ziehe sie an. 5 Und von der Gemeinde der Söhne Israels nehme er zwei Böcke der Ziegen zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer. 6 Und heranbringen soll Aaron den Stier, das Sündopfer, welches für ihn ist und er soll versöhnen für sich und für sein Haus. 7 Und er nehme die zwei Böcke und stelle sie vor JHWH, (vor den) Eingang des Zeltes der Zusammenkunft. 8 Und es gebe Aaron über die zwei Böcke Lose. Ein Los für JHWH und ein Los für Azāzel. 9 Und heranbringen soll Aaron den Bock, auf welchen das Los für JHWH gestiegen ist und mache es ihm zum Sündopfer. 10 Und der Bock, auf welchen das Los für Azāzel gestiegen ist, lebendig stehe er vor JHWH zu versöhnen über ihn,909 ihn zu senden zu Azāzel zur/in die Wüste. 11 Und heranbringen soll Aaron den Stier, das Sündopfer, welcher für ihn ist. Und er soll versöhnen für sich und für sein Haus und schlachte den Stier, das Sündopfer, welches für ihn ist. 12 Und er nehme die volle Feuerkohlenpfanne von (über) dem Altar, von vor JHWH. Und seine (hohlen) Hände voll feinen Räucherwerks von Spezereien und er bringe (es) vom Haus zum Vorhang. 909 Wörtlich: zu machen über/auf ihm. 13 Und er gebe das Räucherwerk über das Feuer vor JHWH und es bedecke die Wolke des Räucherwerks die , welche über dem Zeugnis ist und er wird nicht sterben. 14 Und er nehme vom Blut des Stieres und sprenge mit seinem Finger über/auf das Antlitz der nach Osten und vor der soll er sprengen sieben Mal vom Blut mit seinem Finger. 15 Und er soll schlachten, einen Bock, das Sündopfer, welches für das Volk ist. Und er soll bringen sein Blut vom Haus zum Vorhang und er soll sein (mit seinem?) Blut machen, wie er machte dem Blut des Stieres. Und er soll es sprengen über/auf die und vor der . 16 Und er versöhne über dem Heiligen/Heiligtum die (kultischen) Unreinheiten der Söhne Israels und von ihren Auflehnungen zu allen ihren Verfehlungen/Sünden. Und so soll er tun für das/dem Zelt der Zusammenkunft; es ist wohnend mit ihnen, inmitten ihrer (kultischen) Unreinheiten. 17 Und ein jeder Mensch soll nicht im Zelt der Zusammenkunft sein, bei seinem Hineingehen zu versöhnen im Heiligen/Heiligtum bis zu seinem Herausgehen. Und er soll versöhnen für sich und für sein Haus und für die gesamte Versammlung Israels. 18 Und er soll herausgehen zum Altar, welcher vor JHWH ist und er soll versöhnen über ihn und er soll nehmen vom Blut des Stieres und vom Blut des Bockes und er soll (es) geben über/auf die Hörner des Altars, ringsherum. 19 Und er sprenge über/auf ihn vom Blut mit seinem Finger sieben Mal und reinige ihn und heilige ihn von den (kultischen) Unreinheiten der Söhne Israels. 20 Und er soll vollenden versöhnt-sein das Heilige/Heiligtum und das Zelt der Zusammenkunft und den Altar und er bringe herbei den lebendigen Bock. 21 Und es stütze Aaron seine zwei Hände auf den Kopf des lebendigen Bocks und er bekenne über ihm alle Vergehen der Söhne Israels und alle ihre Auflehnungen zu allen ihren Verfehlungen/Sünden. Und er gebe sie über/auf den Kopf des Bockes und er sende (ihn/sie?) durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste. 22 Und es trage der Bock über/auf ihm alle ihre Vergehen zu unfruchtbarem/wüstem Land und er sende den Bock fort in die Wüste. 23 Und es komme Aaron zum Zelt der Zusammenkunft und er ziehe die linnenen Gewänder aus, welche er anzog in seinem Kommen zum Heiligen/Heiligtum und lege sie dort nieder. 24 Und er wasche sein Fleisch an dem heiligen Ort und kleide sich in seine Gewänder und gehe hinaus und mache sein Brandopfer und das Brandopfer des Volkes und er versöhne für sich und für das Volk. 25 Und das Fett des Sündopfer, soll er in Rauch aufgehen lassen auf/nach/zu dem Altar. 26 Und der fortgeführt Habende, den Bock zu Azāzel, reinige seine Gewänder und wasche sein Fleisch im Wasser und danach soll er kommen zum Lager. 27 Und den Stier, das Sündopfer, und den Bock, das Sündopfer, von welchen ihr Blut gebracht wurde zu versöhnen im Heiligen/Heiligtum, führe er hinaus nach außerhalb zum Lager und sie sollen verbrennen im Feuer ihre Häute und ihr Fleisch und ihren Gedärminhalt. 28 Und der sie Verbrennende reinige seine Gewänder und wasche sein Fleisch im Wasser und danach soll er kommen zum Lager. C.2 Hebräischer Text und Übersetzung der mJom 8,9 und ihrer Varianten in jT Jom 56a (8,7) und bT Jom 85b Die vom Autor dieser Untersuchung angefertigten Übersetzungen der nachfolgend aufgeführten hebräischen Passagen finden sich stets in der linken Spalte, folglich die Vergleichstexte ausgewählter jüdischer Gelehrter in der rechten Spalte. – mJom 8,9 „Überschreitungen, welche sind zwischen einem Menschen und dem Ort ( Gott), der ‚Tag der Versöhnungen‘ ist versöhnend. Überschreitungen, welche sind zwischen einem Menschen und seinem Genossen/Nächsten, nicht ist der ‚Tag der Versöhnungen‘ versöhnend, bis dass er (scil. der Mensch ( ), welcher die Überschreitung(en) „Sünden des Menschen gegen Gott sühnt der Versöhnungstag, Sünden des Menschen gegen seinen Nebenmenschen sühnt der Versöhvollführte) besänftigt hat seinen Genossen/ Nächsten.“ nungstag nicht, bis man dessen Verzeihung erlangt hat.“910 – jT Jom 56a (8,7)911 „Überschreitungen, welche sind zwischen einem Menschen ( ) und dem Ort ( Gott), der ‚Ta[g] der Ver[söhnungen]‘ ist versöhnend. Und [Überschreitungen] zwischen ihm ( ) und seinem Genossen/Nächsten, nicht ist der ‚Ta[g] der Ver- [söhnungen]‘ versöhnend, bis dass er besänftigt hat seinen Genossen/Nächsten.“ „[…] sins between man and God, Yom Kippur atones; but for sins between him and his fellow, Yom Kippur does not atone until he appeases his fellow.“ – bT Jom 85b „Überschreitungen, welche sind zwischen einem Menschen und dem Ort (i. e. Gott), der ‚Ta[g] der Ver[söhnungen]‘ ist versöhnend. Überschreitungen, welche sind zwischen einem Menschen und seinem Genossen/Nächsten, nicht ist der ,Ta[g] der Ver[söhnungen]‘ versöhnend, bis dass er besänftigt hat seinen Genossen/Nächsten.“ „[…] transgressions between a person and God, Yom Kippur atones; however, for transgressions between a person and another, Yom Kippur does not atone until he appeases the other person.“ 910 BANETH, S. 331. 911 MALINOWITZ/SCHORR/MARCUS, fol. 56a2. Die Übersetzung von MALINO- WITZ/ SCHORR/MARCUS aus dem Hebräischen in Englische (rechte Spalte) ist im Original fett und der kursive Text normal gedruckt. 912 WEINREB, p. 428f. Die Übersetzung von WEINREB aus dem Hebräischen ins Englische (rechte Spalte) ist im Original fett und der kursive Text normal gedruckt.

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References

Zusammenfassung

Versöhnung wird aus jüdischer Perspektive genau dann notwendig, wenn der einzelne Mensch oder die Gruppe die gebotene Lebensordnung überschreitet. Dann gilt es Mittel und Wege an der Hand zu haben oder zu finden, um in diese zurückkehren zu können. Schon zur Zeit des Alten Israel wurde ein Tag im Jahr zu eben jenem Zweck formalisiert, der sogenannte „Tag der Versöhnung“ (Jom Kippur). Dieser Band untersucht im Kontext des jüdischen Versöhnungstages das Versöhnungsgeschehen in verschiedenen Relationen: Gott-Mensch, Mensch-Mensch und mit Blick auf die Gegenwart auch die Versöhnung des Menschen mit sich selbst. Auf dieser Reise durch mehr als 2500 Jahre altisraelitischer und jüdischer Religionsgeschichte werden u. a. die Voraussetzung des Menschen zur „Sünde“ genauso thematisiert wie seine Umkehr, wann aus dem Nächsten ein Anderer, sprich jeder Mensch, wird, und ob dem Täter im Namen der Opfer vergeben werden darf. „André Zempelburg ist mit seinem Werk gelungen, in die […] Tiefe des Versöhnungsbegriffs nicht nur einzuführen, sondern den Lesenden gleichsam hineinzuführen, in das, was Versöhnung nach jüdischem Verständnis heißen kann. Damit leistet er einen entscheidenden Beitrag in der interpersonalen wie politischen Versöhnungsforschung durch die wissenschaftliche Bearbeitung der über zweitausendjährigen jüdischen Reflexionsgeschichte zu diesem Thema und er zeigt darüber hinaus ein zentrales Moment des Judentums in seinem inneren Reichtum auf.“ Professor Dr. Dr. Bertram Schmitz, (Hannover/Jena 2018)