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11 Anhang in:

Jan Stollmeier

Ausmalbücher für Erwachsene, page 198 - 274

Die eigene Grenzsetzung und die Rückgewinnung von Raum in einer beschleunigten Gesellschaft

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4272-4, ISBN online: 978-3-8288-7229-5, https://doi.org/10.5771/9783828872295-198

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 21

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
11 Anhang 11.1 Auswertung der Zeitungs- und Onlineartikel Ze itu ng su nd O nl in ea rt ik el Jo ha nn a Ba sf or d En ts pa nn un g Bu nt st ift e Au sm al bü ch er An za hl g es am t: 12 A rt ik el 11 E rw äh nu ng en 12 E rw äh nu ng en 7 Er w äh nu ng en 9 Er w äh nu ng en A pr il 20 15 Sü dd eu ts ch e. de G m bH ; M un ic h; G er m an y (2 01 5) : Tr en d: M al bü ch er fü r Er w ac hs en e – K rit ze ln g eg en de n St re ss . O nl in e ve rf üg ba r un te r ht tp :// w w w .su ed de ut sc he .d e/ s til /tr en dm al bu ec he r-f ue rer w ac hs en ekr itz el nge ge nde nst re ss -1 .2 43 46 28 , z ul et zt ge pr üf t a m 0 3. 08 .2 01 6. „D ie S ch ot tin Jo ha nn a B as fo rd fü hr t m it ih re m Er w ac hs en en -M al bu ch ‚M ei n ve rz au be rte r G ar te n‘ d ie b rit is ch e A m az on -B es ts el le rli st e an . A uf P la tz z w ei st eh t ih r N ac hf ol ge w er k ‚M ei n Za ub er w al d‘ .“ „… sc he rz t d ie 3 1- Jä hr ig e, d ie v or ih re m A uf st ie g zu G ro ßb rit an ni en s M al bu ch -K ön ig in a ls fr ei e Ill us tra to rin tä tig w ar .“ „S ie w ol le n sic h en ts pa nn en ? W eg v om B ild sc hi rm o de r v on d er a uf re ib en de n W el t d a dr au ße n, u nd e in m al g an z be i si ch se in ? V er ge ss en S ie Y og a. S ta tt zu M at te u nd B lo ck g eh t d er T re nd je tz t z u M al bu ch u nd B un ts tif te n. “ „S ol ch e B üc he r p as se n ga nz g ut z ur D oityo ur se lf- G en er at io n. (… )K ol or ie re n er la ub t K re at iv itä t o hn e B eg ab un g. N ie m an d w ird m it ei ne m w ei ße n B la tt Pa pi er a lle in g el as se n, a lle s i st vo rg ez ei ch ne t. V er lie re n ka nn n ur , w er üb er d en R an d m al t.“ „U nd w ie k ön nt e di e in Z ei te n de s st re ss ge pl ag te n M en sc he n, d er st än di g na ch n eu em A us gl ei ch su ch t, an de rs au ss eh en , a ls d as V er sp re ch en a uf m ed ita tiv e En ts pa nn un g? A uf L os la ss en un d R un te rk om m en ?“ „‚ Se it w ir di e B üc he r a ls A nt i-S tre ss - M itt el v er ka uf en , s in d sie d er R en ne r‘ , sa gt e A na M cL au gh lin in e in em G es pr äc h m it de m G ua rd ia n. “ „W is se ns ch af tli ch e Be le ge fü r d ie po si tiv e W irk un g de r M al bü ch er g ib t e s ni ch t.“ „1 ,4 M ill io ne n Ex em pl ar e ih re s M al bu ch -D eb üt s h at B as fo rd e in em B er ic ht d es br iti sc he n G ua rd ia n zu fo lg e w el tw ei t v er ka uf t. D er ‚Z au be rw al d‘ , d er e rs t s ei t Fe br ua r a uf d em M ar kt is t, dü rft e da s n oc h üb er tre ff en .“ „S ch on se it ge ra um er Z ei t gi bt e s M al bü ch er z u Fe rn se hs er ie n w ie ‚G am e of Th ro ne s‘ , M al bü ch er , b ei de ne n m an R ya n G os lin gs bl au e A ug en u nd B ey on cé s K ar rie re w eg k ol or ie re n ka nn , u nd in D eu tsc hl an d lie gt in je de r B uc hh an dl un g un d je de m Sc he rz ar tik el la de n ‚M ac h di es es B uc h fe rti g‘ v on U S- A ut or in K er i S m ith .“ M ai 2 01 5 Lö hr , J ul ia ; F ra nk fu rte r A llg em ei ne Z ei tu ng G m bH (2 01 5) : J oh an na B as fo rd : D ie Sc hw ar zw ei ßm al er in . M al bü ch er fü r E rw ac hs en e da s f un kt io ni er t? U nd w ie ! Fr an kf ur te r A llg em ei ne Ze itu ng G m bH . O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp :// w w w .fa z. ne t/a kt ue ll/ w ir ts ch af t/m en sc he nw irt sc ha ft/ jo ha nn aba sf or dm itm al bu ec he rn -fu er er w ac hs en ezu m -e rf ol g- 13 59 41 96 .h tm l, zu le tz t ge pr üf t a m 0 3. 08 .2 01 6. „H eu te is t B as fo rd e in e B es tse lle ra ut or in – al le rd in gs k ei ne , d ie R om an e od er Sa ch bü ch er sc hr ei bt . St at td es se n er ob er t s ie di e V er ka uf sr an gl is te n m it: M al bü ch er n fü r Er w ac hs en e. “ „S ow oh l i n G ro ßb rit an ni en a ls a uc h in A m er ik a st eh t B as fo rd se it W oc he n in d er T op - Te n- B es tse lle rli st e vo n A m az on .“ „S ie e rh al te v ie le D an ke s- M ai ls v on In ve st m en tb an ke rn a us L on do n, e rz äh lt si e, v on B ro ke rn z um B ei sp ie l, di e na ch ei ne m h ek tis ch en H an de ls ta g ab en ds z u de n M al bü ch er n gr ei fe n. ‚D er e in e ba ck t K uc he n, u m z u en ts pa nn en , d er a nd er e m al t – w ar um a uc h ni ch t? ‘“ „G ed ul di g be an tw or te t s ie Fr ag en , w el ch e St ift e si e be nu tz t ( St ae dt le r T rip lu s Fi ne lin er ) u nd o b si e au ch in di vi du el le T at to os en tw er fe (n ei n, a be r w er w ill , d ar f d ie V or la ge n au s d em B uc h ve rw en de n) .“ „M it vi el L ie be z um D et ai l un d ei ne m d ün ne n sc hw ar ze n Ti nt en sti ft ze ic hn et B as fo rd P fla nz en un d Ti er la nd sc ha fte n, d ie ex pl iz it da fü r g ed ac ht si nd , ni ch t n ur a ng es ch au t, so nd er n m it Fa rb e au sg ef ül lt zu w er de n. “ N ov em be r 20 15 W in ne m ut h, M ei ke (2 01 5) : Tr en d M al bü ch er fü r Er w ac hs en e: M ei ke W in ne m ut h w äh nt si ch m it El fe n im S ee le nk na st - G es el ls ch af t | S TE RN .d e. O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp :// w w w .st er n. de /p an or am a /g es el ls ch af t/t re nd m al bu ec he r-f ue r-e rw ac hs en e- -m ei ke -w in ne m ut hw ae hn tsi ch -m itel fe nim se el en kn as t-6 55 39 32 .h tm l, zu le tz t g ep rü ft am 03 .0 8. 20 16 . „D ie M al bü ch er h in ge ge n ha be n si ch a ls A llz w ec k- Th er ap eu tik um g eg en d ie Zu m ut un ge n de r M od er ne a lle ei ns ch lä gi ge n V ok ab el n (Z en /A ch ts am ke it/ En tsp an nu ng / M ed ita tio n) d ra uf ge ba pp t: (… )“ „L et zt lic h is t d er M al bu ch -H yp e nu r ei ne A rt an al og er E go sh oo te r f ür Fr au en , e in B al le rs pi el m it B un tst ift en – di e Ze it w ird m it pi nk fa rb en en K nü pp el ch en to tg es ch la ge n st at t m it ei ne r U zi n ie de rg em äh t.“ „D ie V er ka uf sz ah le n si nd ve rs tö re nd , a lle in d as sü ßl ic he B äu m ch en -u nd - B lü m ch en -W er k ‚M ei n ve rz au be rte r G ar te n‘ h at si ch b isl an g ne un M ill io ne n M al v er ka uf t, un d da s i n 40 Lä nd er n. M on at lic h ko m m en D ut ze nd e ne ue V or la ge n m it M ot iv en w ie El fe n, E ul en o de r K ät zl ei n hi nz u un d m it gr un ds ät zl ic h m ag is ch en u nd v er za ub er te n Ti te ln w ie ‚F an ta si ev ol le Fa be lw es en ‘ o de r ‚T ra um fä ng er : D ie R ei se ei ne s S ee le nv og el s‘ (… )“ N ov em be r 20 15 W ie bk in g, Je nn ife r; Fr an kf ur te r A llg em ei ne Ze itu ng G m bH (2 01 5) : A us m al bü ch er fü r Er w ac hs en e: S ch ön fä rb er ei . Fr an kf ur te r A llg em ei ne Ze itu ng G m bH . O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp :// w w w .fa z. ne t/a kt ue ll/ st il /le ib -s ee le /a us m al bu ec he rfu er -e rw ac hs en esc ho en fa er be re i- 13 88 70 65 .h tm l, zu le tz t ak tu al is ie rt am 1 4. 11 .2 01 5, zu le tz t g ep rü ft am 03 .0 8. 20 16 . „G ut m ög lic h, d as s vi el en v on ih ne n de r N am e Jo ha nn a B as fo rd sc ho n et w as sa gt . In ne rh al b vo n ku rz er Ze it ist si e zu r K ön ig in de r A us m al bü ch er ge w or de n. “ „D as G eh ei m ni s f ür d en E rf ol g kö nn te da be i z w is ch en d en A ho rn bl ät te rn m it zw ei fa rb ig en R än de rn , d en B äu m en m it la ng en W ur ze ln u nd B lü te nr an ke n st ec ke n. K er a Ti ll ha t b eo ba ch te t, da ss be so nd er s f lie ße nd e, o rg an is ch e Fo rm en di e Le se r a ns pr ec he n. ‚J e na tü rli ch er , de st o er fo lg re ic he r‘ , s ag t s ie . M an kö nn te a ls o au ch sa ge n: Je w ei te r en tfe rn t d ie se M ot iv e vo n de m A llt ag de r m ei st en M en sc he n si nd , u m so be ss er . ‚ A us m al bü ch er si nd e in e A rt En tg ift un gs ku r v om D ig ita le n‘ , m ei nt B as fo rd . ‚ D a m ac ht e s d oc h Si nn , M ot iv e m it an al og em In ha lt zu be ar be ite n. ‘“ „W äh re nd d ie M en sc he n im A llt ag ka um n oc h m it de r H an d sc hr ei be n, se tz en si ch e in ig e nu n in ih re r F re iz ei t hi n, u m B ild er a us zu m al en .“ „A be r d af ür h at d as v öl lig si nn lo se K ol or ie re n ta ts äc hl ic h ve rg le ic hs w ei se th er ap eu tis ch en C ha ra kt er .“ „A uf P la tz 2 0 de r m ei st ve rk au fte n B üc he r a uf de r d eu ts ch en S ei te v on A m az on st eh t ‚ M al bu ch fü r Er w ac hs en e: M ed ita tio n: M it w un de rv ol le n B ild er n al le S or ge n ge he n la ss en ‘. In G ro ßb rit an ni en b el eg en so lc he B üc he r z ur ze it di e Pl ät ze 5 , 7 u nd 8 . U nd in de n V er ei ni gt en S ta at en si nd un te r d en e rs te n 20 To ps el le rn fü nf z um A us m al en . I m F rü hj ah r g in g es lo s: P lö tz lic h ga b es ge nu g N eu er sc he in un ge n, da ss d ar au s e in T re nd w ur de .“ Fe br ua r 20 16 O nl in e, F O C U S (2 01 6) : M al bü ch er fü r E rw ac hs en e: W as st ec kt h in te r d em S tre ss - W eg -T re nd ? - V id eo . O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp s:/ /w w w .fo cu s.d e/ fin an ze n/ vi de os /ta us en de -m ac he nsc ho nm itm al bu ec he r-f ue rer w ac hs en ew as -s te ck t- „E in S ta r d er S ze ne is t di e Sc ho tti n Jo ha nn a B as fo rd , d er en e rs te s 20 13 e rs ch ie ne ne s M al bu ch si ch m ill io ne nf ac h ve rk au fte . V ie le V er la ge se tz en a uf di e be w äh rte n Bl um en un d Fa nt as ym ot iv en . W ilk en z uf ol ge g ib t e s „‚ D ie M al bü ch er si nd so e tw as w ie d as ne ue Y og a‘ , s ag t B uc hh än dl er in Fr ie de rik e W ilk en . ‚ Je fi lig ra ne r d ie Ze ic hn un ge n sin d, d es to b es se r k an n m an a bs ch al te n. ‘“ D er A ac he ne r P sy ch oa na ly tik er M ic ha H ilg er s s ie ht d as A us m al en a ls e in e A lte rn at iv e zu a nd er en En ts pa nn un gs m et ho de n w ie S au na , M ed iti er en o de r P uz zl es le ge n. ‚E s g eh t „E s g ib t k au m e in e B uc hh an dl un g, d ie n ic ht gr oß e Ti sc he m it M al bü ch er n fü r Er w ac hs en en d ek or ie rt. ‚D er za ub er ha fte G ar te n‘ , ‚B lü te nt ra um u nd Fa rb en za ub er ‘ o de r ‚K re at iv e A us ze it‘ : B ei H ug en du be l i n H an no ve r 201h in te r-d em -s tre ss -w eg tre nd _i d_ 52 64 36 4. ht m l, zu le tz t a kt ua lis ie rt am 05 .0 2. 20 16 , z ul et zt g ep rü ft am 1 8. 02 .2 01 8. de m nä ch st a be r a uc h zu m B ei sp ie l e in en Sc hw er pu nk t M od e m it D es ig ne r-R ob en z um K ol or ie re n. “ da ru m , a us d em A llt ag a us zu st ei ge n. ‘ D er V or te il be im A us m al en li eg e da rin , da ss m an si ch a bl en ke u nd z er st re ue u nd de sh al b m ög lic he rw ei se k ei ne un an ge ne hm en in ne re n Bi ld er au fs te ig en . ‚ M an ch e ru fe n da be i a uc h da s V er se nk un gs ge fü hl d er K in dh ei t w ie de r h er vo r‘ , s ag t H ilg er s.“ „‚ M al bü ch er si nd e in g el un ge ne r A us gl ei ch z u de n ho he n ge is tig en A nf or de ru ng en im In fo rm at io ns ze ita lte r – so zu sa ge n ei ne k le in e Fl uc ht v or d er di gi ta le n W el t i n ei ne a na lo ge K re at iv e- O as e‘ , b et on t C ar lo G ün th er , V er la gs le ite r ‚ B ew us st L eb en ‘ b ei D ro em er K na ur .“ st ap el n si ch d ie A ng eb ot e ve rs ch ie de ne r V er la ge .“ „U nt er d en T op T en d er K re at iv -R at ge be r i m Ze itr au m v on Ja nu ar b is O kt ob er 2 01 5 la nd et en gl ei ch se ch s A us m al bü ch er fü r E rw ac hs en e. “ „D er M ün ch ne r V er la g Ed iti on M ic ha el F isc he r i st ei ne r d er P io ni er e au f d em G eb ie t. Im v er ga ng en en Ja hr w ar en 1 7 de r 1 20 N eu er sc he in un ge n A us m al bü ch er .“ M är z 2 01 6 K ra pp , C at ia na ; F ra nk fu rte r A llg em ei ne Z ei tu ng G m bH (2 01 6) : T re nd : E in br um m en de s G es ch äf t: A us m al bü ch er fü r Er w ac hs en e. F ra nk fu rte r A llg em ei ne Z ei tu ng G m bH . O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp :// w w w .fa z. ne t/a kt ue ll/ w ir ts ch af t/m en sc he nw irt sc ha ft/ sti fte he rs te lle rpr of iti er en -v on au sm al bu ec he rn -fu er er w ac hs en e- 14 11 08 14 .h tm l, zu le tz t a kt ua lis ie rt am 14 .0 3. 20 16 , z ul et zt g ep rü ft am 0 3. 08 .2 01 6. „K ön ig in d er A us m al - Pr of ite ur e ist Jo ha nn a B as fo rd , e in e sc ho tti sc he Te xt ild es ig ne rin , d ie d en Tr en d m it in s R ol le n br ac ht e. “ „Ü be ra ll be sc hw ör en E rw ac hs en e, w ie en ts pa nn en d da s A us m al en se i.“ „A uc h di e A po th ek en um sc ha u pr ie s ve rg an ge ne n D ez em be r d ie b er uh ig en de W irk un g an , d ie d as A us m al en h ab en so ll. “ „S o ei n St an db y- M od us h ilf t a uc h Er w ac hs en en , S tre ss a bz ub au en “ „‚ Es g ib t e in en g ro ße n Tr en d de r En ts ch le un ig un g‘ , s o B rin km an n. “ „A uc h di e St ift eh er st el le r ha be n ei ne n hö he re n A bs at z. S ta ed tle r e tw a st ei ge rte se in en U m sa tz im v er ga ng en en Ja hr u m 14 P ro ze nt a uf 3 22 M ill io ne n Eu ro .“ „D as U nt er ne hm en [S ch w an -S ta bi lo , A nm er k. de s V er fa ss er s d er A rb ei t] pr od uz ie rt so ga r e in e ig en es A us m al bu ch fü r Er w ac hs en e. M är z 2 01 6 Li pp ol d, M ar ku s; N ac hr ic ht en fe rn se he n, n -tv (2 01 6) : D er n eu e A nt i-S tre ss - Tr en d: N im m d en B un tst ift , m al e tw as . O nl in e ve rf üg ba r un te r h ttp :// w w w .n tv .d e/ le ut e/ bu ec he r/N im m de n- B un ts tif t-m al -e tw as ar tic le 17 24 16 11 .h tm l, zu le tz t ak tu al is ie rt am 1 7. 03 .2 01 6, zu le tz t g ep rü ft am 03 .0 8. 20 16 . „F an ge n w ir m it ei ne r K ün stl er in a n, d ie m it M al bü ch er n gr oß ra us ka m : J oh an na B as fo rd .“ „D ie sm al g an z vo rn m it da be i: M al bü ch er fü r E rw ac hs en e – ge ge n St re ss u nd fü r d ie S el bs tfi nd un g. “ „B le ib t d ie F ra ge , o b di e Bü ch er d en n w irk lic h be i d er E nt sp an nu ng h el fe n. Ti te l w ie ‚F in de m al en d zu d ir se lb st ‘ un d ‚Ic h m al m ic h gl üc kl ic h‘ ve rs pr ec he n ja se hr v ie l – u nd k ön ne n da s n at ür lic h ni ch t h al te n. “ „I n di e w un de rs ch ön en Z ei ch nu ng en vo n Jo ha nn a B as fo rd k an n m an si ch de rw ei l r eg el re ch t v er tie fe n, w äh re nd C om ic - u nd F ilm -M al bü ch er v or a lle m fü r F an s g ed ac ht si nd .“ „E tw as A bl en ku ng b rin ge n di e B üc he r al so – si e sin d ei ne B es ch äf tig un gs th er ap ie , n ic ht m eh r u nd ni ch t w en ig er .“ „M it de m B un tst ift in d er H an d so ll de r M en sc h w ie de r z u si ch fi nd en .“ M är z 2 01 6 H ub er , M at th ia s; S ch ul z, Ja ko b (2 01 6) : B un te Z ei te n. M al bü ch er fü r E rw ac hs en e bo om en - St ift eh er st el le r sc hi eb en n un So nd er sc hi ch te n. In : Sü dd eu ts ch e Ze itu ng 2 01 6, 22 .0 3. 20 16 . „D ie b rit is ch e Ill us tra to rin Jo hn na B as fo rd v er ka uf te b er ei ts m eh r a ls 1 6 M ill io ne n Ex em pl ar e … “ „T re nd z ur E nt sp an nu ng “ „W om ög lic h w ol le n si ch v ie le M en sc he n ih re n St re ss v om G em üt m al en , m it sp itz em B un ts tif t d em A llt ag en tk om m en , v er m ut en m an ch e in d er B ra nc he .“ „A nt i-S tre ss -T he ra pi e“ „I n Za hl en a us ge dr üc kt : D as U nt er ne hm en k on nt e im S eg m en t d er K ün stl er - B un tst ift e zu le tz t zw ei st el lig e W ac hs tu m sr at en ve rb uc he n. “ „… vo n de ut lic he n U m sa tz zu w äc hs en , d ie w ei te r z ur üc kr ei ch en a ls de r E rf ol g de r M al bü ch er .“ A pr il 20 16 K LU (2 01 6) : A us m al bu ch . I n: Sü dd eu ts ch e Ze itu ng 2 01 6, 04 .0 4. 20 16 (N r. 79 ). „D ie sc ho tti sc he G ra fik er in Jo ha nn a B as fo rd h at si ch a uf M ot iv e au s d em M är ch en w al d sp ez ia lis ie rt. S ei t z w ei Ja hr en v er ka uf t s ie ih re Ze ic hn un ge n m ill io ne nf ac h in d ie ga nz e W el t.“ „T at sä ch lic h kö nn e di e K rit ze le i a uc h Er w ac hs en e en tla st en , s te llt d er K un stp sy ch ol og e G eo rg F ra nz en a us C el le fe st .“ „V or a lle m d as K ol or ie re n gr öß er er Fl äc he n w irk e be ru hi ge nd .“ „D oc h sin d di e Fo rm en z u kl ei nt ei lig , kö nn e di es b ei m H ob by m al er a uc h zu ne ue r A ns pa nn un g fü hr en .“ „N ac hd em h ie r 2 01 4 le di gl ic h zw öl f v er sc hi ed en e A us m al bü ch er a ng eb ot en w ur de n, w ar en e s 2 01 5 be re its 1 23 .“ A pr il 20 16 W irs ch in g, S te fa ni e (2 01 6) : A us m al bü ch er fü r Er w ac hs en e: F ar be re in , St re ss ra us . H g. v . A ug sb ur ge r A llg em ei ne . O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp :// w w w .a ug sb ur ge ral lg em ei ne .d e/ ge ld le be n/ A us m al bu ec he r-f ue r- Er w ac hs en e- Fa rb ere in - St re ss -ra us -id 37 39 56 32 .h tm l, zu le tz t g ep rü ft am 18 .0 2. 20 18 . „Z um B ei sp ie l a uc h de r N am e Jo ha nn a B as fo rd . B as fo rd , 3 2 Ja hr e al t, G ra fik er in a us Sc ho ttl an d, is t d ie Jo jo M oy es d er M al bü ch er : al so e in e B es tse lle rk ön ig in . 2 01 3 br ac ht e si e da s e rs te M al bu ch fü r E rw ac hs en e he ra us u nd lö ste d am it ei ne n Tr en d au s, de r i m Sc hn el lte m po d ie In se l ve rla ss en h at .“ „‚ U nt er w eg s e nt sp an ne n‘ ri ch te t s ic h au sd rü ck lic h an B ah nk un de n. D ie V or la ge n de r I llu st ra to rin K at ha rin a Sc hm id t z ei ge n da s, ‚w as w ir tä gl ic h au s de m Z ug fe ns te r b eo ba ch te n‘ , a ls o B ah ns te ig e vo lle r M en sc he n, w ei te La nd sc ha fte n, S tä dt e un d Se he ns w ür di gk ei te n w ie d en K öl ne r D om .“ „V er m ar kt et w ird d er T re nd m it de n üb lic he n Za ub er w ör te rn d er d ig ita le n G es el ls ch af t: En tsp an nu ng , En ts ch le un ig un g, A ch ts am ke it. ‚F ar be re in – S tre ss ra us ‘, so w irb t be is pi el sw ei se d er V er la g Ed iti on Fi sc he r f ür se in A ng eb ot , d ar un te r d ie B üc he r ‚ In sp ira tio n H ap py Z en ‘ o de r ‚In sp ira tio n St er ne ns ta ub ‘ u nd rä t: ‚V er w en de n Si e di e Fa rb en , m it de ne n Si e si ch w oh lfü hl en u nd le ge n Si e lo s! ‘“ „S o et w as lä ss t s ic h di e D oity ou rs el f- G en er at io n ni ch t z w ei m al sa ge n! „B un ts tif te ! D as w ar v or ni ch t a llz u la ng er Z ei t no ch K in de rk ra m . B ev or es d en K le in en la ng w ei lig w ur de , k am en d ie S tif te ra us , B la tt da zu u nd d an n w ar w ie de r e in w en ig R uh e. “ En ts pa nn t w ird a na lo g – be im H äk el n, St ric ke n, N äh en , K oc he n, B ac ke n, B as te ln , I m ke rn , R en ov ie re n. O de r e be n nu n be im M al en .“ „E in e A rt En tg ift un gs ku r v om D ig ita le n. “ A pr il 20 16 ZE IT O N LI N E G m bH ; H am bu rg ; G er m an y (2 01 6) : A du lt C ol or in g: D as b un te Le be n im fa ls ch en . O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp :// w w w .z ei t.d e/ ku ltu r/2 01 6- 04 /a du ltco lo rin gm al bu ec he r-t re nd -b un ts tif te , zu le tz t a kt ua lis ie rt am 07 .0 4. 20 16 , z ul et zt g ep rü ft am 0 3. 08 .2 01 6. „I n de n ve rg an ge ne n zw ei Ja hr en h at d ie sc ho tti sc he Il lu st ra to rin Jo ha nn a B as fo rd w el tw ei t m eh r a ls 1 5 M ill io ne n Ex em pl ar e vo n ih ne n ve rk au ft. Im A ug us t e rs ch ei nt ih r vi er te r B an d. “ „E s w ur de sc ho n vi el g es ch rie be n üb er di e w un de rs am e R üc kb es in nu ng V ol ljä hr ig er a uf e in e K ul tu rte ch ni k au s K in de rta ge n, a uf v or di gi ta le Z ei te n. W ar um g re ife n M üt te r u nd M an ag er na ch g et an er A rb ei t z um S tif t u nd m al en M us te r a us ? D ie m ei ste n be ric ht en v on ei ne r s tre ss lö se nd en W irk un g: D ie K on ze nt ra tio n au f d ie M ot iv e un d Fa rb en la ss e si e al le s a nd er e ve rg es se n, Pu ls u nd A tm un g ve rla ng sa m te n si ch – ei ne b eg lü ck en de , u nk om pl iz ie rte En ts pa nn un gs m et ho de .“ „I n ei ne m B ei tra g fü r P sy ch ol og y To da y sc hr ei bt d ie K un stt he ra pe ut in C at hy M al ch io di : ‚ D ie p os iti ve n Ef fe kt e ei ne r kü ns tle ris ch en B et ät ig un g – al so m it de n H än de n et w as n ac h de r e ig en en V or st el lu ng sk ra ft zu e rs ch af fe n – sin d vi el fä lti g un d gu t e rf or sc ht .‘“ „S og ar B ra nc he n, d ie si ch in d ig ita le n Ze ite n sc ho n au f i hr en U nt er ga ng ei ng es te llt h at te n, e rle be n ei ne se hr h ap tis ch e R en ai ss an ce : E rs t v or w en ig en T ag en d ur fte n hi es ig e St ift he rs te lle r d er D eu ts ch en P re ss e- A ge nt ur v er kü nd en , w ie im m en s d ie N ac hf ra ge na ch ih re n Pr od uk te n se i. So nd er sc hi ch te n be i St ae dt le r, St ab ilo , F ab er - C as te ll un d Ly ra . D en n ei n ne ue s M al bu ch ve rla ng t a uc h ei n ne ue s St ift se t. Be i A m az on w er de n si e gl ei ch im B ün de l v er ka uf t.“ „D er ri es ig e A bs at z vo n B un tst ift se ts w ei st n oc h au f e in en a nd er en A sp ek t hi n: d ie se ns or is ch en Ei ge ns ch af te n vo n Fa rb en . A lle in d er A nb lic k ei ne s s or tie rte n, „F ili gr an e Bl üt en m ee re , w ild e G ew äc hs e, a lle n ur de nk ba re n Bi ot op e br ei te n si ch a us u nd w ar te n au f i hr e G es ta ltw er du ng in F ar be .“ „U nt er d en 1 00 m ei st ve rk au fte n de ut sc he n B üc he rn b ei A m az on fi nd en si ch z eh n M al bü ch er fü r Er w ac hs en e. In d er fr em ds pr ac hi ge n A bt ei lu ng st eh en a lle in v ie r i n de n To p Te n. “ 205 m eh rte ili ge n St ift sa tz es lö st be i v ie le n M en sc he n au f d er g an ze n W el t W oh lg ef üh le a us .“ A pr il 20 16 K al le nb ru nn en , J en ny : W ar um E rw ac hs en e zu B un tst ift en u nd A us m al bü ch er n gr ei fe n. O nl in e ve rf üg ba r u nt er ht tp s: //w w w .st er n. de /g es un dh ei t/g es un dh ei ts ne w s/ m al bu ec he r-f ue r-e rw ac hs en e- -z um ki nd -w er de n- -u m -z uen ts pa nn en -6 78 14 24 .h tm l, zu le tz t g ep rü ft am 18 .0 2. 20 18 . „… he rr lic he K its ch - M ot iv e de r s ch ot tis ch en K ün stl er in Jo ha nn a B as fo rd “ „D en n Er w ac hs en e ka uf en A us m al bü ch er n ic ht m eh r b lo ß fü r i hr e K in de r, so nd er n zu m e ig en en St re ss ab ba u. “ „D as li eg t j a im T re nd , s ic h na ch o de r no ch w äh re nd e in er S tre ss sit ua tio n w ie de r i n ei n K in d zu v er w an de ln . D ie Ze nt ra le v on G oo gl e D eu tsc hl an d ist e in rie si ge r S pi el pl at z fü r E rw ac hs en e. D or t ka nn m an im B äl le ba d ar be ite n od er in Sc ha um st of fh öh le n. “ „D as A us m al en is t e in e sc hö ne Er in ne ru ng ; e s i st e in e w un de rb ar e, h ei le W el t, di e m an si ch d a kr ei er t – d a gi bt e s ni ch ts S tö re nd es .“ (L ou is L ew ita n) „A uc h St ift eh er st el le r er le be n da be i e in en un ve rh of fte n B oo m in di es em d oc h ei ge nt lic h vo llk om m en v irt ue lle n Ze ita lte r u nd k om m en b ei de r a kt ue lle n N ac hf ra ge ka um h in te rh er – o b fü r H ol z – od er Fi lz sc hr ei be r.“ „W ie d er T el eg ra ph be ric ht et , s tie g de r A bs at z vo n M al bü ch er n im ve rg an ge ne n Ja hr u m 3 00 Pr oz en t – T en de nz st ei ge nd .“ 206 11.2 Transkriptionsregeln Die Transkriptionen der Interviews wurden in Form des erweiterten wissenschaftlichen Transkripts angefertigt. Dazu gehören Versprecher, Pausen, Verzögerungslaute oder das gleichzeitige Sprechen von Interviewer und Interviewtem/Interviewter. Es wurde keine Sprachglättung vorgenommen. Der Interviewer ist mit (I), die jeweilige Befragte mit (B) gekennzeichnet. Folgende Regeln werden in den Transkriptionen angewendet: Dialekt und umgangssprachliche Ausdrucksweisen, fehlerhafte Ausdrücke sowie fehlerhafter Satzbau werden beibehalten. Modul Sprachglättung (.) (2) Pause bis zu einer Sekunde Angabe der Pausenlänge in Sekunden Modul Pause Immer, unbedingt Betontes Wort bzw. betonte Silbe Modul Sprachklang ja::: Dehnung niemals niemals Laut gesprochenes Wort Leise gesprochenes Wort einf- Wortabbruch Modul Lautäußerungen, Wortabbrüche und Verschleifungen ähm, mhm Lautäußerungen, Planungsäußerungen (räuspert sich) (seufzt) (lacht) Non-verbale Äußerungen Modul nicht-sprachliche Ereignisse (haut auf den Tisch) Hörbare Handlungen (Handy klingelt) Hintergrundgeräusche (lachend) Mensch, so was habe ich noch nie gehört. (+) Begleiterscheinung des Sprechens, Kommentar steht vor den lachend ausgesprochenen Worten. Das Ende der Begleiterscheinung des Sprechens wird mit einem (+) dargestellt. I Ist das immer so? B Ja, das ist eigentlich Gleichzeitiges Sprechen in Partiturschreibweise ab Modul Interaktion (I: mhm) Zuhörersignale (z. B. mhm, aha, ja) werden im Transkript ohne Zeilensprung für den Sprecherwechsel vermerkt. 207 (...?), (...??) #15:03# Unverständliches Wort, mehrere unverständliche Worte mit Zeitangabe Modul Unsicherheit, Unterbrechung, Auslassung (mein?/dein?) #15:03# Alternativ vermuteter Wortlaut mit Zeitangabe (B telefoniert) #00:07:36 bis 00:08:35# Art und Dauer der Gesprächsunterbrechung Grammatikalische Zeichensetzung Modul Zeichensetzung Die Tabelle sowie die Regeln für das wissenschaftliche Detailtranskript sind entnommen aus: Fuß, Susanne; Karbach, Ute (2014): Grundlagen der Transkription. Eine praktische Einführung. Opladen, Stuttgart: Budrich, S. 65 ff. 208 11.3 Daten zum ersten Interview Fragebogen zum ersten Interview 243 11.3 Daten zum ersten Interview Fragebogen zum ersten Interview Sie sind … weiblich. männlich. Sie sind … zwischen 20 und 29 Jahre alt. zwischen 30 und 39 Jahre alt. zwischen 40 und 49 Jahre alt. zwischen 50 und 59 Jahre alt. zwischen 60 und 69 Jahre alt. Ihr höchster Schulabschluss: __Dipl. – Ing._______________ Welchen Beruf üben Sie aus?__Lehrerin_______________ Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche? __Vollzeit_ Stunden. Beschreiben Sie Ihren Familienstand: (ledig, verlobt, verheiratet; Kinder…) __verheiratet, 3 Kinder___________________________________________________ Welche Hobbys haben Sie? __Sport_______________ __Reisen______________ __Kanu fahren_________ ______________________ __Lesen______________ ______________________ Seit wann beschäftigen Sie sich mit Ausmalbildern? __seit den 1980er Jahren_____ Gehen Sie noch anderen künstlerischen Tätigkeiten nach? Ja. Nein. Wenn Ja, welche sind das? ______________________ ______________________ ______________________ ______________________ Vielen Dank für Ihre Antworten! 209 Erstes Interview, Teil 1 1 I xxx, du hast mir ein bisschen erzählt, dass du (.) äh auch mal in der 2 Freizeit, nehm ich an, Ausmalbilder ausmalst, würdest du mir da einfach 3 ein bisschen was drüber erzählen? 4 B Ja, das will ich gerne machen, Jan. Wir hatten ja im Vorfeld gesprochen 5 und äh ja, was, wann mal ich Ausmalbilder? Ausmalbilder mal ich, wenn 6 ich (.) mich erholen möchte, mich ein bisschen (.) regenerieren möchte. 7 Da hab ich (.) dann Zeit für mich. Ich koch mir einen Tee, machs mir nett. 8 Und (.) male dann die Bilder ne halbe Stunde, ne Stunde, je nachdem, 9 (2) wie viel Zeit ich habe, ne? Aber ich nehm mir Zeit, bewusst Zeit, um 10 (.) da die Zeit für mich genießen zu können, ne? 11 I Und wenn du das machst, ist das so immer spontan und dann schnell 12 das Malbuch raus oder das Bild oder nimmst (B: mhm) du dir das ir- 13 gendwie im Laufe des Tages schon vor und sagst, so, heute Abend (.) 14 nehm ich mal mir (B: mhm) dafür Zeit und male? 15 B Also das ist äh tatsächlich sehr unterschiedlich. Manchmal plan ich das 16 bewusst. Dass ich dann sage, ich hab ne halbe Stunde für mich, mach 17 das dann, oder (.) wenn ich dann wirklich ne stressige Arbeit hatte, (.) 18 dann nehm ich mir spontan Zeit. Es liegt am Schreibtisch, die Buntstifte, 19 die (.) Blöcke und dann (.) zeichne ich oder mal ich spontan los. 20 I Also bleibst du bei dir im Büro? Oder wo steht der Schreibtisch? 21 B Er steht bei mir im Büro oben unterm Dach und da arbeit ich dann. Ne? 22 I Und 23 da hast du dann auch, nehm ich an, deine Ruhe? 24 B Und da hab ich meine Ruhe, da geht nur jemand rein, (2) der mich wirk- 25 lich stören möchte. Weil zu Hause, familiär gesehen, wissen die, da oben 26 hat Mama ihre Ruhe, ne? 27 I Und stört dich das dann auch? 28 B Es stört mich tatsächlich, weil es ja Zeit für mich ist. (I: ja) Die ich für mich 29 bewusst nutzen möchte, ne? 30 I Ähm (.) was für Bilder nimmst du? Ist das ganz egal oder hast du da (B: 31 (räuspert sich)) so Präferenzen? 32 B Also da ich ja beruflich gesehen Vermessungsingenieur bin, bin ich so 33 auf geometrisch- geometrische Figuren fixiert. Also ich mag es, (.) Figu- 34 ren, die sich aus Geometrieelementen zusammensetzen (I: ja), ne? Finde 35 ich sehr interessant. Vor allen Dingen so (.) Dreiecke find ich (.) find ich 210 36 schön, ne? Also die sich so ineinander (.) optischen Eindruck machen, 37 also es sind unterschiedliche Sachen, die ich da gerne 38 I Und (.) welche Farben 39 benutzt du? Oder was für Stifte? 40 B Also ich nehme Buntstifte. (I: ja) Ne? Ich liebe (.) Blautöne. (.) Und Rottö- 41 töne als Kontrast. Also (I: ja) ich liebe beide Farben, weil die sich so herr- 42 lich abstufen, diese Farben. Ne? 43 I Also einmal kalt, einmal warm? 44 B Einmal kalt, einmal warm. Dann auch wirklich mh ja koloriert, ganz leicht, 45 stärker, je nachdem, was man da auch, was ich auch selber für einen 46 räumlichen Eindruck vielleicht mit dem Bild erreichen möchte. 47 I Aber anders als 48 Vermessungsingenieurin sitzt du da wahrscheinlich nicht und (.) planst? 49 Wie muss man sich das vorstellen, wenn da jetzt son (.) äh äh F- leeres 50 Ausmalbild liegt? 51 B Also ich fange irgendwo an. (.) Also häufig in der Mitte. (I: ja) (.) Und in 52 der Mitte äh wahrscheinlich auch je nach Laune mal sehr dunkel, sehr 53 stark, (.) oder halt sehr zart. Und dann entwickelt sich das von innen nach 54 außen oder, ne? Also meistens von innen nach außen. (.) Je nach Laune 55 wird man dann sanfter. (I: ja) Oder es verstärkt sich noch weiter. Ne? 56 I Und die Farben nimmst du dann so, wie sie dir in den Sinn kommen? 57 B Also ich bin tatsächlich jemand, der legt die Stifte zurück. (I: ja) (.) Also 58 ich lege meine, ich hab einen Kasten mit meinen Buntstiften, ich lege sie 59 zurück. (.) Und wähle dann je nachdem. Sind natürlich thematisch, sag 60 ich mal, geordnet (.) nach Rottönen, Blautönen, ne? So üblich wie die 61 sortiert sind, die Kästen, ne? 62 I Und wenn du sagst, da möchtest du zur Ruhe kommen, inwieweit hilft dir 63 das? 64 B Das hilft mir, äh darin abzutauchen ein Stückweit. Wirklich (.) loszulassen 65 und sich da ganz auf dieses Bild zu konzentrieren. Es hat ja was ähm ja, 66 wie soll man das sagen? (.) Es hat was ähm Meditatives (I: ja) in dem 67 Moment. Ne? Weil man sich ja bewusst oder wenn die Entscheidung be- 68 wusst fällt, möchte man ja ein Stückweit was daraus nehmen, man möch- 69 te sich erholen. Man möchte vielleicht auch ein (.) schönes Bild machen, 70 je nachdem, (.) wo da grade (.) (I: ja) das gefragt ist. 71 I Zwei Fragen dazu. 211 72 B Ja. 73 I Einmal (.) ähm wenn du sagst, (.) ne halbe Stunde, Stunde nimmst du dir 74 Zeit, wie (.) stell ich mir das dann vor? Du bist am Malen und (.) ab wann 75 weißt du, dass du jetzt aufhörst? (.) 76 B (seufzt) Das ist tatsächlich schwierig zu sagen. Das ist so mh ausm 77 Bauch raus ein Gefühl häufig, ne? Wenn man dann halt ein Stückweit 78 gemalt hat, (.) die Mitte gestaltet hat, vielleicht auch das Bild zu Ende ge- 79 bracht hat, dann ist Stopp. (I: ja) Und dann unterbrech ich auch häufig. 80 Wenn ich dann noch sage, es ist nur (.) sind nur zwanzig Minuten, ist nur 81 ne dreiviertel Stunde, obwohl ich ne Stunde machen wollte, geplant hatte 82 vielleicht, dann ist es egal. Dann ist das sehr impulsiv. Man überlegt dann 83 bis dahin, das wollt ich schaffen und dann hört man auf. 84 I Also nimmt man sich oder 85 nimmst du dir son Etappenziel vor? 86 B Ja. 87 I Also dieses, diesen Bereich hätt ich gerne heute geschafft? 88 B Genau. Ja, genau. 89 Weil die Bilder beende ich auch. Ne? (I: ja) Also es ist nicht so, dass ich 90 ein Block habe und den dann, ach, ich fang mal an, (.) nein, ich bin je- 91 mand, ich möchte es gerne beenden. Ne? 92 I Machst du was mit den fertigen 93 Bildern? 94 B Nein. (.) Die sind teilweise auch, die sind nur für mich, teilweise sind sie 95 auch schon im Müll gelandet, aber in dem Moment helfen sie mir halt. (I: 96 ja) Ne? Aber es ist nicht so, dass ich sie jetzt aufbewahren würde. Gut, (.) 97 einige würden das machen. Für mich sind die in dem Moment erst mal 98 nicht so wichtig dann. 99 I Das heißt, der Prozess ist dir wichtig? 100 B Genau 101 I Aber so (.) ähm du möchtest das auch beenden? 102 B Ja. 103 I Aber das fertige Produkt als solches ist dann weniger von Interesse? 104 B Genau. Das ist so, für mich ist es ja ne Meditation. Ein Runterkommen. 105 Und da ist das Malen an sich, der Prozess ist da, denk ich, das (I: ja) 106 Wichtige. Ne? 107 I Passiert das auch mal, dass du länger malst, als du wolltest? 212 108 B Das passiert mir auch schon. Zwar sehr selten, weil ich zeitlich sehr be- 109 grenzt bin. (I: ja) Und es geht dann häufig auch in den Abend oder in die 110 Nacht rein. Aber ähm es ist mir tatsächlich passiert. Dann wollt ich ne 111 Sache beenden und dann nehm ich mir die Zeit auch. Ne? 112 I Und äh schaust du dann oft zur Uhr? Oder? 113 B Gar nicht. Ich bin da (I: okay) völlig abgetaucht. Da interessiert mich auch 114 nicht, was da draußen passiert. Ich konzentrier mich dann nur aus- 115 schließlich auf das Malen (I: ja), ne? 116 I Gibt es manchmal, wenn du ein Bild gemalt hast, und du fängst ein (.) 117 nächstes an, dass du sagst, jetzt will ich das mal bewusst anders anle- 118 gen? Oder gibt’s diese Überlegung gar nicht? 119 B (holt tief Luft) Also die gibt es nicht. Weil es ist so bei mir häufig, (.) wenn 120 ichs plane, okay, dann kann ichs, könnt ichs mir überlegen, mach ich 121 aber nicht, ne? (I: ja) Weil ich fange einfach an. (.) Beende häufig dann 122 das Werk. Guck mir dann, schau dann, was ich eventuell fürn nächstes 123 Bild machen könnte, was spricht mich an. Aber dass ich das bewusst 124 plane, dass ich zum Beispiel sage, ich hätte gerne dies Ausmalbuch, weil 125 (.) (I: ja) das hab ich nicht. 126 I Und ähm (2) wenn du sagst, du hast da so Tee dabei. Ist das eher so 127 schwarzer Tee zum Aufputschen? Oder ist das eher so Kräutertee? (.) 128 Äh so, so Roibusch, ich w- ich kenn mich damit nicht aus. Dass dann so 129 eher so (.) entspannt? 130 B Also es ist äh 131 es ist, es ist ehe so, ich glaube, du meinst so in Richtung Wellnesstee. Es 132 ist (I: ja) eher ein Kräutertee, der mir gut tut. Weil aufputschen muss ich 133 mich damit ja nicht. Ich möchte ja (.) runterkommen. (I: ja) Ne? Und 134 I Erfordert 135 das bei dir denn Konzentration? 136 B Nein. Das fließt aus der Hand. (I: ja) (.) Da ich so viel gezeichnet habe 137 schon in meinem Leben, das ist, also wie gesagt, ich liebe es, kleinste 138 Flächen auszumalen. Das ähm (.) ja, beruhigt mich. Das, das bringt mich 139 runter. Und es macht Spaß. (.) (I: ja) Ne? 140 I Mh jetzt gibt es ähm (.) die Meinung, w- sobald es sehr, sehr klein ist, 141 strengt es unheimlich an, und dann bekommt man oder man kann sich 142 dann grade nicht mehr konzentrieren, das strengt an oder man bekommt 143 sogar Kopfschmerzen (B: mhm) davon. Was würdest du dem begegnen? 213 144 B Also für mich ist es halt die Art zu malen, so kleinschrittig, für mich ist 145 schön, runterzukommen. Genauso wie ich auch als Kind gerne gepuzzelt 146 habe. Und je kleiner die Teile waren, desto schöner war das für mich. (I: 147 ja) Vielleicht ist da für mich (.) die Art, das zu machen. Ne? 148 I Und wenn du mit nem Stift mal über die Linien kommst? 149 B Dann ärgere ich mich natürlich. (I: ja) (.) Aber es ist so, ich versuche 150 dann, äh nicht zu radieren. Sondern ich male über mit ner stärkeren Far- 151 rbe. Ne? 152 I Ich, ja, okay. Ich vermute aber, es passiert nicht so häufig? 153 B Das passiert sehr selten. (I: okay) Ne? Das ist so, wie gesagt, ich hab 154 Zeichnen gelernt, auf zwei Zehntel Millimeter genau. (.) Und das passiert 155 so schnell nicht. (lacht leise) 156 I Wann bist du damit angefangen? 157 B Da bin ich tatsächlich schon als Jugendliche mit angefangen. Ne? Da 158 gab es diese Art Ausmalbilder nicht. Aber da hab ich zum Beispiel, in 159 meiner Ausbildung hab ich durch Tusche irgendwelche Ornamente vor- 160 gemalt und hab die dann (I: ja) koloriert. Hab die nachgemalt. (I: ja) Ne? 161 I Wenn du (.) ähm sagst, du machst das schon sehr lange, hast du ja be- 162 stimmt auch mitbekommen, dass es diesen Ausmaltrend (.) seit einigen 163 Jahren wieder so verstärkt gibt, das sieht man ja auch in ganz vielen 164 Buchläden. (B: ja, ja) Auf einmal gibt’s die überall zu kaufen. Ähm hast du 165 da eine Erklärung für? 166 B Also ich glaube, die Leute brauchen anhand ihres hektischen Alltags eine 167 (.) ja, eine Ablenkung. Und die sie wirklich für sich benutzen, die Zeit (I: 168 ja), ne? Es ist ein Trend. Natürlich. Früher hat man viel gepuzzelt. (.) Man 169 wird in Zukunft sicherlich auch andere Sachen machen. Aber ich glaube, 170 das ist ne Art, gemalt hat jeder irgendwo schon mal. Ne? Läuft der mit? 171 (4) 172 I Ja. Läuft noch weiter. 173 B Der läuft mit. Gut. 174 I Das Bild wird nur dunkel. (lacht) 175 B Na. (lacht) (.) Nein, ich glaube, das ist natürlich ein, ein Stück- 176 weit eine Modeerscheinung. (I: ja) Aber ich glaube, das Malen, wie ich 177 sagte, hat jeder schon gemacht. Wer gerne malt hat das auf irgendeine 178 Art immer schon gemacht. (I: ja) Und wenns die Kritzelblocks in der 179 Schule waren, denk ich mal. Irgendwie (.) mh an irgendeinem Arbeitsblatt 214 180 irgendwas drauf gemalt, (I: ja) ne? Das sind so Sachen. 181 I So am Rand im Buch. 182 B So am Rand. Genau. Und das ist grade schick, diese 183 Ausmalbilder. Ne? 184 I Glaubst du, dass das dann auch wieder verschwinden wird? 185 B (holt Luft) Ganz verschwinden sicherlich nicht. Weil die ähm interessieren 186 ja viele Leute. (I: ja) Es gibt ja viele Tendenzen, die nie ganz verschwin- 187 den, aber die sind dann nicht mehr so schick (.) (I: ja) in Anführungsstri- 188 Anführungsstrichen, sag ich mal. 189 I Das stimmt. 190 B Weil es lässt sich ja auch viel Geld damit verdienen, (I: ja) denk ich, 191 durch die Verlage. Und die nehmen das Geld mit. Also werden auch, 192 selbst bei Aldi und Lidl kann ich die ja mittlerweile kaufen, (I: ja) die Hefte. 193 Und da ist ganz klar dann zu sehen, (.) das ist ein Trend. (I: ja) Ne? 194 I Hast du als kleines Kind denn schon Ausmalbilder gehabt? 195 B Ja, die klassischen Malbücher, ne? (I: ja) Aber die sind halt nicht so diffi- 196 zil. Nicht so klein gewesen. Aber das hab ich immer schon gerne ge- 197 macht, gemalt. 198 I Und hat sich bis, ja, dann bis in den Beruf eigentlich auch nieder ge- 199 schlagen. 200 B Genau. 201 Hat sich im Beruf niedergeschlagen. Und ich denke, das trägt sich auch 202 weiter. Weil ganz aufgeben kann mans nicht. (I: ja) Selbst (.) in meinem 203 engen Zeitfenster nehm ich mir Zeit dafür, ne? 204 I Ja, noch einmal zurück zu deinem Büro. (B: ja) Inwieweit ist dir die Um- 205 gebung wichtig, wenn du malst? Was so um dich rum passiert? (.) 206 B Also ich äh schaffe es recht gut, mich zu konzentrieren. Das heißt, (.) ich 207 such mir natürlich im Haus ein, nen ruhigen Raum. (I: ja) Aber ich könnte 208 auch, wenn es sein müsste, was wäre nicht so angenehm, mitten im 209 Wohnzimmer, wo das Leben tobt, bei uns in der äh (I: ja) könnt ich arbei- 210 ten, aber für mich ist, wenn ich die Ausgangssituation mir schaffen kann, 211 ist mein Büro mein Rückszug- Rückzugsraum und äh da kann ich dann in 212 Ruhe arbeiten. (I: ja) Ne? (.) 213 I Ich glaube, dann wärs das erst mal. 214 B Gut. 215 I Ich danke dir. 216 B Gerne. 215 Erstes Interview, Teil 2 1 I (2) xxx, vielen Dank für einen zweiten Interviewtermin. Ähm wir hatten 2 ja uns schon einmal zusammengesetzt und über Ausmalbilder gespro- 3 chen. Und ähm ich hätte jetzt einfach noch son paar Nachfragen, die sich 4 auch ergeben haben. Und würde mich freuen, wenn du da möglichst aus- 5 führlich antwortest und all das so erzählst, was dir in den Sinn kommt. 6 B Ja, gerne, Jan. Ja, das erste Interview war ja sehr nett mit dir und des- 7 wegen bin ich gern bereit, ein weiteres zu machen. Schieß los. (lacht lei- 8 se) 9 I Ähm (2) du hattest einmal in deinem Interview, im ersten, erzählt, ähm 10 wie du mit einem Bild startest, auch mit den Tönen, Blau, Rot hattest du 11 erwähnt. 12 B Ja. 13 I Ähm magst du mir quasi noch mal ähm so ä-- nachvollziehend erzählen, 14 äh wenn du so ein Buch in der Hand hast, von der Auswahl, bis du dann 15 anfängst, zu malen, und bis es dann vielleicht auch fertig ist, wie das so 16 vonstattengeht, der Ablauf. 17 B Also du meinst den Prozess, wie ich starte (gut?). #01:07# 18 I Ganz genau. 19 B Also der Start erfolg eigentlich schon im Geschäft. (.) Wenn ich son Bild 20 mir anschaue, ich blätter das grob durch und überlege dann, was, was 21 spricht mich an. Dann kauf ich es. (.) Bring es nach Hause. Und wenn ich 22 dann male, ist es so, schau ich mir das ganz genau an, das Buch. Und 23 wähle dann, ich denke auch, (.) mh mh nach, nach Stimmung, die man 24 hat, ein Bild aus. Fange dann an, (.) ja, (.) wie gesagt, nach Lust und 25 Laune, wie man auch drauf ist, entweder mit ganz kräftigen Farben. Dann 26 (I: ja) hab ich mich höchstwahrscheinlich geärgert, irgendwie (I: okay) 27 was stresst mich. Und dann werde ich eigentlich immer ruhiger, weil die- 28 ses Malen, hatten wir ja auch im, ja, anderen Interview, ist ja ein Prozess 29 der Beruhigung. Man macht es bewusst, mal unbewusst, wenn man (holt 30 tief Luft) (.) sich beruhigen möchte. Und ähm dann ist es so, dann wird 31 man (.) weicher. Manchmal (I: ja) ist es so, (.) dann fängt man ganz leicht 32 an und dann steigert sich das Ganze. Das sind bei mir immer so fließen- 33 de Prozesse. (I: ja) (.) Ne? Das ist so ganz unterschiedlich. Je nach Lust 34 und Laune, auch nach Gemütsverfassung. Ne? Das ist, und wenn dann 35 ein Bild (.) wenn ich es nicht beenden kann, leg ichs erst mal weg. Ich 216 36 hab da son, son Schubfach, wo ichs reinlege. Und dann, wenn ich das 37 dann wieder rausnehme, kann es auch sein, dass es (.) gar nicht anspre- 38 chend ist, dass dann ein anderes angefangenes Bil-- Bild da liegt, ich hab 39 immer so zwei, drei Bilder angefangen und je nachdem, was da gerade 40 passiert ist, in der Familie, im Beruf, im Umfeld, nimmt man sich ein Bild 41 und malt es weiter. 42 I Ähm (3) wenn du sagst, dir gefällt dann vielleicht ein Bild grade nicht so, 43 ähm (.) ab wann ist denn (B: (räuspert sich)) denn für dich ein Bild gelun- 44 gen oder nicht gelungen? 45 B (holt tief Luft) Das ist ne ganz, ganz schwierige Frage, wann ist ein Bild 46 gelungen? Das Bild muss mir einfach gefallen. (.) Das muss mich an- 47 sprechen. Ne? Deswegen ja auch die Auswahl oder die zwei, drei ange- 48 fangenen Bilder, (I: ja) und dann versucht man einfach, (.) ja, das spricht 49 mich an, das nehm ich. Gelungen ist son Bild für mich, wenn es mir ähm 50 (.) ja, wie kann man das beschreiben? Wenn es mir Freude gemacht hat, 51 das Bild zu gestalten, zu malen. Es geht mir nicht unbedingt um dieses 52 Werk, was ich unbedingt ausstellen möchte. Ich hab auch schon Bilder 53 äh bei Umzügen einfach (.) liegen lassen oder hab sie weggeschmissen, 54 weil die halt grad nicht passten. Ne? (I: ja) Ist mir selten passiert, aber 55 das ist schon vorgekommen. Die sind mir also da nicht so ganz so wich- 56 tig, ne? 57 I Schaust du dir denn das Endprodukt quasi dann an und überlegst dann, 58 das find ich jetzt gut, das find ich nicht gut? Oder passiert das gar nicht? 59 B Das mache ich selten. Ganz, ganz selten. (.) Dass ich sehr bewusst sa- 60 ge, das gef-- das Bild gefällt mir. Ne? Diese Auswahl treff ich nicht, weil 61 für mich ist, glaub ich, dieser Prozess des Malens einfach wichtiger. 62 I Und das Beenden? 63 B Und das Beenden auch, weil angefangen ist das so, ja, halbfertig. Ne? 64 Es ist nackt in Anführungsstrichen, ne? 65 I Bringst du im, im Alltag (B: (räuspert 66 sich)) äh (.) auch gerne Dinge zu Ende? Und wenn ja, gelingt dir das 67 auch immer? 68 B Also ich bin jemand, der auf jeden Fall Sachen beenden (.) möchte und 69 auch beenden muss, je nachdem, obs ne familiäre Geschichte ist oder 70 Privatvergnügen, aber ich bin jemand, der Sachen beendet und der auch 71 äh zu Sachen steht. Wenn ich was mache, steh ich dazu. Und das muss 217 72 beendet sein, ich will abgeschlossen haben. (.) 73 I Wenn das mal nicht funktioniert? 74 B Dann bin ich unzufrieden. Ne? Wenn ich so unausgesprochene Sache 75 habe, (.) ähnlich wie son nicht ausgemaltes, nicht beendetes Bild, bin ich 76 unzufrieden. 77 I Geistert dir das dann noch im Kopf rum? 78 B Je nachdem, was es ist, ne? (klatscht) Son, son Bild sicherlich nicht. (I: 79 ja) Aber wenn irgendwelche Streitigkeiten da waren oder irgendwelche 80 Sachen, die nicht so rund gelaufen sind im Beruf, die nimmt man natür- 81 lich (.) gedanklich mit. 82 I mit. 83 B Klar. 84 I Zeigst du jemandem (B: (räuspert sich)) deine fertigen Bilder? 85 B Die zeig ich meiner Tochter. Weil die das auch ganz gerne macht. Äh (.) 86 also meine Tochter noch nicht da war, hab ich sie meinem Mann gezeigt, 87 aber so, was die Bilder betrifft, ist meine Tochter so der Hauptbezugs- 88 punkt für mich. Wir tauschen uns auch son bisschen aus. Sie hat ihren 89 Kasten mit den Buntstiften, Farbstiften. Und äh ich hab meine und wenn 90 dann Farben fehlen, wir tauschen uns da aus. Ja. 91 B Mh wie wichtig ist dir das Material? Also ich weiß, einige malen direkt (B: 92 (räuspert sich)) im Buch, andere machen sich Kopien. Ähm andere mö- 93 gen eher festes Papier. Wie sieht das bei dir aus? 94 B Also bei mir ist das so, ich male auch in den Büchern. Weil es besseres, 95 festeres Papier ist. Du hast eben grad gesehen, also die, die ähm (.) 96 Machart der Bücher, ähm ist gar nicht so wichtig, die müssen nicht hoch- 97 preisig sein, ich kauf sie (.) wie gesagt, bei Lidl, Aldi, wenn ich sie sehe, 98 spreche sie mich an und dann nehm ich sie mit. (.) Und wichtig ist, dass 99 die Stifte ähm äh ja, gut malen, es gibt ja Bunt-- günstige Buntstifte, die 100 (I: mhm) mit denen könnt ich nicht malen, ne? Die müssen schön (.) flä- 101 chig malen, die müssen auch weich sein, damit man da (.) überhaupt 102 stark drücken kann, damit die Farbe da bleibt. Und auch weichere Ver- 103 läufe kann man immer (I: ja) nur mit nem, meiner Meinung nach, mit nem 104 weicheren Stift malen, ne? 105 I Im letzten Interview hast du gesagt, du bist jemand, der 106 Stifte auch wieder zurücklegt in den Kasten, während des Malens. Sind 107 die bei dir sortiert? 218 108 B Die sind nicht wirklich sortiert, nein. Die greif ich raus. Und vielleicht un- 109 bewusst, weil ich ja sehr viel in Blau und Rot male, (.) vielleicht sind sie 110 sortiert, könnt ich dir jetzt so gar nicht sagen. Ne? Das sind so, nimmt 111 man so gar nicht (I: ja) wahr. (lacht leise) 112 I Ähm (.) das Ganze machst du ja im Büro, am Schreibtisch. (.) Wo du 113 auch deine Arbeit erledigst? 114 B Da korrigiere ich meine Arbeiten, da bereit ich meinen Unterricht vor. (.) 115 Und manchmal ertappt man sich halt so, hah, ich mal mal lieber ein Bild, 116 als dass ich arbeite. Ne? (I: ja) Das ist so 117 I Wie sieht denn da dann die Trennung von Privatem und Beruflichem 118 aus? Weil das Malen findet ja dann auch eigentlich am Arbeitsplatz statt. 119 B (seufzt) Das ist ne schwere und interessante Frage. Das Trennen von 120 privat und beruflich, ich denke, manchmal sind die Übergänge fließend. 121 (.) Man hat irgendwie in meinem Fall (klatscht) ne, ne schlechte Mathe- 122 Mathematikarbeit korrigiert und denkt, pff, jetzt brauch ich mal ne kurz Auszeit. 123 (.) Und dann liegt es in zwei verschiedenen Schubfächern. Einmal die 124 Stifte und einmal die Bilder. Und dann nehm ichs mir ran und fang ein- 125 fach an zu malen. Um halt Ablenkung zu kriegen, ne? 126 I Wie sieht das allgemein aus, die Familie und Privates vom Beruflichen zu 127 trennen? 128 B Mh man prob-- oder ich probiere es. (.) Natürlich trag ich als Lehrerin ne 129 Menge mit rein in die Familie. Ne? (I: ja) Die Kinder ähm merken auch, 130 wanns ein, wenns ein guter, schlechter Tag war bei mir. Ich glaube, man 131 kann das nicht ganz klar trennen. Wobei es mir ganz wichtig ist, (.) es ei- 132 gentlich trennen zu können, weil man sonst, glaub ich, (.) nicht zur Ruhe 133 kommt. Wenn man das nicht trennen kann. (I: mhm) 134 I Würdest du dir da eine (B: (räuspert sich)) stärkere Trennung wünschen? 135 (.) 136 B Also ich glaube, ähm die Trennung, die ich da habe, ist für mich okay. (.) 137 Ne? Das ist für mich absolut gangbar. Es gibt sicherlich Tage, da nimmt 138 man mehr mit. Da wär es gut, sich noch weiter abzugrenzen. Aber für 139 mich ist das so alles in allem okay. Ne? Weil ich jemand bin, (.) ich bin 140 auch sehr authentisch als Lehrerin. Und wenn ich das dann absolut (.) 141 hinter der Schultür vergessen würde, kann man, glaub ich, nicht authen- 142 tisch unterrichten. 143 I Ja. Ähm (2) wie sieht das denn aus, wenn du dann dich dazu entschei- 219 144 dest, zu malen? Wie, wie gut bist du dann erreichbar? Auch so, was so 145 mit neuen Medien betrifft, du hattest letztes Mal gesagt, es stört dich e- 146 her, wenn dann jemand, wenn unterbricht? 147 B Genau. Das, das kann ich also bestätigen, ich, ich äh (.) bin dann abge- 148 meldet. Das weiß meine Familie teilweise auch, dass ähm mh ich dann 149 hoch gehe ins Büro und dann mal Zeit für mich habe. Und die Zeit nehm 150 ich mir dann auch bewusst. (.) (I: ja) Weil das Familienleben, Berufsleben 151 ist schon stressig, aber halt diese bewusste Zeit, (.) und dann wissen die 152 Lieben auch, Mama ist jetzt abgetaucht. (lacht leise) 153 I Ja. (.) Ähm (.) ich habe mir eben deine Zeichnungen angeschaut, die du 154 während deiner Ausbildung und im Studium angefertigt (B: ja) hast. Ähm 155 und du hast erzählt im letzten Interview, dass du auch äh früher mal auch 156 so Ornamente so selber gemalt, 157 B Ja. Ja. 158 I vorgezeichnet hast, also du könntest ja theoretisch auch (.) so zeichnen, 159 ohne Vorlage, ohne Ausmalbild. (.) 160 B Ja, das ist aber so, dann müsst ich mir ja mehr Gedanken machen, die- 161 ses Ausmalen ist so, so schön leicht in Anführungsstrichen. Weil (I: ja) es 162 ist vorgegeben. Und ich muss mich einfach darauf einlassen. Wenn ich 163 selber Ornamente oder auch ähm irgendwelche Zeichnungen kreiere, 164 muss ich mir vorher Gedanken machen. (I: ja) Und das ist halt ein Pro- 165 zess, ich möchte ja abschalten, und mir nicht irgendwie Gedanken ma- 166 chen. So ist mein (I: mhm) Ansatz da bei dem Malen. (.) Der Anspruch ist 167 da auch ja nicht so hoch, meiner Meinung nach erst mal, das auszuma- 168 len, aber für mich ist es halt der Weg, (.) mich zu erholen. (...?) #10:54# 169 I Wenn (.) ja? 170 B Auch zu ü-- erholen, ne? 171 I Wenn du dann (B: (räuspert sich)) malst, (.) malst du auch mal mit je- 172 mandem gemeinsam? 173 B Nein. Das mach ich für mich alleine, (.) und wie gesagt, es stört mich ja 174 sogar, wenn mich jemand ablenken würde. (I: ja) Ne? 175 I Ähm (2) wenn du dann fertig bist, hast du dann, du sagtest eben, du 176 schaust dir die auch nicht immer so an, hast du dann trotzdem so ein Er- 177 Erfolgserlebnis, wenn es beendet ist? 178 B Absolut. Weil ich ja da Zeit intensiv für mich verbracht habe und da kriegt 179 man den Kopf frei, ja? Das ist so, ist ja intensive Zeit für mich. (räuspert 220 180 sich) Und ähm die nutze ich ja bewusst teilweise. (I: ja) Ne? (.) Von daher 181 ist es für mich ein Gewinn. (.) 182 I Du hast erzählt, dass du ähm so kleine und geometrische Formen magst. 183 Ähm wie sieht das aus, wenn jetzt das Ausmalbild ähm Motive tatsächlich 184 hätte? Also Blüten, Blätter, Gegenstände? 185 B Also das sind Sachen, die würde ich, die, die sprechen mich nicht an, die 186 würd ich dann auch nicht ausmalen. 187 I Aus welchen Gründen? 188 B Pff, ich glaube, das ist zu gegenständlich auch. (I: ja) Weil ich ja so sehr 189 technisch geprägt bin. Vielleicht hat es damit zu tun, ist ne mögliche Er- 190 klärung. (I: ja) Das ist, intuitiv (klatscht) entscheide ich mich immer für 191 kleinere Geschichten, so große Blüten (.) reizen mich einfach nicht. (I: 192 okay) (.) (räuspert sich) 193 I Ist auch Geschmackssache. 194 B Das ist absolut Geschmackssache. (I: ja) (.) Ne? 195 I Ähm du hast ganz oft erwähnt, dass dich das runterbringt, dass es ent- 196 spannend ist. Ähm hast du noch andere Formen der Entspannung? (.) 197 B Also ich hab andere Formen der Entspannung, ich geh spazieren, ich 198 lese. (.) Ich äh höre Musik, also das ist eine Art zu entspannen. Und äh 199 halt die Art, die, die sehr intensiv ist, weil ich die halt alleine machen 200 kann, ne? (.) 201 I Im Gegensatz zu Spazieren 202 B Im, zum Spazieren gehen und auch vielleicht zum Lesen, 203 (.) le-- ich lese meistens im Bett, da liegt mein Mann neben mir. (I: ja) 204 Ne? Das sind so (.) Sachen. Das hab ich halt für mich alleine. (I: ja) (.) 205 Ne? 206 I Nimmst du dann diese Zeit anders noch mal wahr? (.) 207 B Ich glaube nicht. Das ist äh (.) unbewusst, aber es, sie ist halt manchmal 208 geplant und von daher, wenn sie geplant ist, nehm ich mir die Auszeit 209 bewusst. (I: ja) Manchmal, wenn ich arbeite und dann anfange zu malen, 210 ist es halt so (.) ausm Impuls heraus. 211 I Würdest du noch sagen, dass du noch andere eher so künstlerische Tä- 212 tigkeiten oder Hobbys verfolgst, außer Ausmalen? 213 B Also ich hab mal vor den Kindern, also wie gesagt, Hauptfokus liegt auf 214 der Familie, hab ich Seidenma-- hab ich Seidenmalerei gemacht. (I: ja) 215 Da hatte ich halt Seide, hab die bemalt mit verschiedensten Techniken. 221 216 Aber da fehlt mir einfach die Zeit zu. (.) Und das war dann halt auch abs- 217 trakt, da hab ich nicht gegenständlich gemalt, hab versucht, mit verschie- 218 denen Farben ineinander über-- (.) ja, überlaufen zu lassen, ne? Das sind 219 so 220 I Also dieses eher Geometrische, Abstrakte zieht sich eigentlich eher 221 schon länger du-- so durch deine Biografie? 222 B Ja. Ja, ja, genau. Ja. (.) Genau. Weil es halt auch be- 223 ruflich so geprägt ist, denk ich mal. (I: ja) Wir sprachen über die Norm- 224 schrift, die, mir die Handschrift äh (.) ruiniert hat. Ne? Das sind Sachen, 225 ähm man ist da so sehr geprägt auch. (I: mhm) (.) 226 I Und dementsprechend wählst du dann auch im Laden so ein Ausmal 227 buch aus? 228 B Ja, genau. Also ich würde mir nie ein Buch mit opulenten Blumen, das, 229 das spricht (I: mhm) mich nicht an in dem Moment. Oder es spricht mich 230 nicht, generell nicht an. Ne? 231 I Okay. (.) Dann hab ich alle Fragen und ich be- 232 danke mich für das zweite Interview. 233 B Gerne. 222 11.4 Daten zum zweiten Interview Fragebogen zum zweiten Interview 257 11.4 Daten zum zweiten Interview Fragebogen zum zweiten Interview Sie sind … weiblich. männlich. Sie sind … zwischen 20 und 29 Jahre alt. zwischen 30 und 39 Jahre alt. zwischen 40 und 49 Jahre alt. zwischen 50 und 59 Jahre alt. zwischen 60 und 69 Jahre alt. Ihr höchster Schulabschluss: __Abitur_________________ Welchen Beruf üben Sie aus?__Diakonin_____________________ Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche? __19,5__ Stunden. Beschreiben Sie Ihren Familienstand: (ledig, verlobt, verheiratet; Kinder…) __ledig________________________________________________________________ Welche Hobbys haben Sie? __Theologie_____ ______ __Bibel________________ __Musik machen________ ______________________ __Achtsamkeit__________ ______________________ Seit wann beschäftigen Sie sich mit Ausmalbildern? _1997_____________________ Gehen Sie noch anderen künstlerischen Tätigkeiten nach? Ja. Nein. Wenn Ja, welche sind das? __Blockflöte spielen_____ ______________________ ______________________ ______________________ Vielen Dank für Ihre Antworten! 223 Zweites Interview I Gut, dann freu ich mich erst mal, dass wir dieses Interview führen können. Es geht um, ums Thema Ausmalen und Ausmalbilder. Und ähm ich würde dich doch gerne bitten, einmal ähm am besten von Anfang an oder so, ja, zu erzählen, wie es eigentlich dazu gekommen ist, äh dass du dich mit Ausmalbildern beschäftigst und ähm welche Gründe es vielleicht dafür gibt. Ähm was dir das vielleicht selber auch bringt, ähm also einfach frei raus, (.) ähm loszuerzählen. B Ja, also ich bin zu Ausmalbildern gekommen über (.) ja, die Phase, wo Mandalas in waren. (.) (I: ja) Also das war irgendwie in den Neunzigern, bin ich dann darüber gestolpert. Ähm ich hatte immer schon auch Spaß an Farben und irgendwann hab ich gedacht, so, und jetzt mal ich mal son Bild aus. (.) Ähm das hab ich gemacht. Und dachte, wow, das macht richtig viel Spaß. Hab ich richtig Lust zu. Und dann hab ich erst mal nach Vorlagen geguckt. Dann bin ich auch Gemeindepädagogin, äh (.) und hatte in der Gemeinde Rückm-- Kirchengemeinde Rückmeldung gekriegt aus der Frauenhilfe, (.) da ga-- hatten die auch mal ein Heft gekriegt zum Thema Mandalas und dann ging es auch noch mal um diese ganzen Thema äh (.) sind die nicht total esoterisch? Darf man als Christ (I: (lacht leise)) Mandalas ausmalen. Und dann hab ich mich erst mal mit diesem Kreisbil-- also mit den Mandalas sehr intensiv (I: ja) beschäftigt, auch mit dem Hintergrund. Und immer mal wieder was ausgemalt. Ähm und meistens mach ich so was im Urlaub. (.) Und ich hab immer ganz viel Spaß einfach an Farben und an Farbkombinationen. (.) Und so bin ich dann dazu gekommen, äh Mandalas auszumalen. Wir haben dann in der Gemeinde irgendwann mal ein Gemeindegeschenk daraus gemacht. Dann gabs auch äh da hab ich so zehn Mandalas ausgeguckt, in so ne Mappe getan und so ein Grundsatz Buntstifte gabs dann dazu. Aber (I: ja) die einfachen, günstigen. (.) Äh ich hab dann, (.) nachdem ich so die ersten mit meinem vorhanden Buntstiftmaterial äh (.) gemalt habe, hab ich dann gedacht, so und jetzt möchte ich mir schöne Buntstifte kaufen. Dann bin ich in ein Geschäft für Künstlerbedarf in Bielefeld und hab mal geguckt, was die an Buntstiften haben. Also neben Faber Castell, das ist ja das eine, und die haben mir dann (2) (I: okay) die schönen (I: ja) tollen (...?) #02.38# äh (2) I Gut. B ähm empfohlen. Nee, niederländische sind das. Und äh (.) dann fand ich diesen Kasten so toll. Dann hab ich ihn aufgemacht und (.) war schwer beeindruckt. I Wie viele sind das? B Das sind, na, (zwei, vier?) #02:55# steht das nicht irgendwie drauf? Fünfundvierzig. I Fünfundvierzig. Okay. B Und das sind wirklich fünfundvierzig verschiedene Farben. Und nicht so, was man ja auch oft hat, dass dann die häufigsten Farben doppelt belegt sind. (I: ja) (.) Und das fand ich auch toll, man kann sie alle nachkaufen, sie sind alle nummeriert. (lacht) I Wie alt ist der Kasten? 224 B Der Kasten ist auch aus den Neunzigern. I Okay. Gut. (.) B Und äh man sieht an der Kürze der Stifte, was die bevorzugten Farben sind. I Ja, ich sehe gerade blau. (.) B Blau und der grüne ist schon neu. Also den hab ich schon, der ist schon ersetzt. (I: ja) I Und das hier ein, ist das son Fliederfarb ton? B Das ist ein Fliederfarbton. (3) Und die malen wunderschön. (I: ja) Dann hatt ich äh im Urlaub hab ich da auch mit ner Freundin Mandalas gemalt, die hatte einen Kasten von Faber Castell, den man aquarellieren konnte. Dann hab ich dann mal gedacht, ach, mach ich auch mal. Hab ich mir von ihren Farben geliehen. Aber das fand ich schon wieder doof mit dem Aquarellieren. (I: ja) (.) Äh vor allen Dingen, weil man da eigentlich ein anderes Papier braucht. Weil ähm das ist ja auch immer ne Frage, auf welchem Untergrund mal ich äh I Das stimmt. Ja. B ähm und ich hab natürlich äh immer Mandalas kopiert und auf normalem Kopierpapier gehabt. Und (.) Kopierpapier eignet sich nicht zum Aquarellieren. Das (I: ja) ist einfach, (I: mhm) das muss ein dickeres Papier sein, aber ich habe noch keine Mandalas gefunden, die auf dickerem aquarellierfähigem Papier (I: ja) gedruckt wären. (.) Und ich glaube, da kann man auch nicht drauf kopieren. Das geht irgendwie alles nicht. Hab ich dann aber auch noch nicht äh ausprobiert, weil ich dachte, mir reicht das eigentlich mit den Buntstiften. Was ich an den (.) ich bleib jetzt mal bei den Mandalas, was ich an den Mandalas immer so schön fand, kann man äh hier grad auch mal so sehen, (.) ähm man kann sich so schön konzentrieren. (I: ja) Und ich muss mir einmal ein Farbkonzept überlegen und kann dann erst mal in Ruhe alle gleichen Strukturen gleich ausmalen. (.) I Ist das, ja, okay. B Das ist für mich äh ist da-- das hab ich noch mal so überlegt, weil ich bin dann ja, ja, so letztes Jahr auch mal äh boomten ja jetzt die Ausmalbilder äh äh von jetzt hab ich den Namen schon wieder vergessen. (Beth?) äh #05:09# I (Jona Bethford?) #05:10# B Ja. (I: ja) Äh und da hab ich mir gedacht, jetzt muss ich mir das mal angucken. Ähm (.) dann hab ich mir mal son Postkartenbuch gekauft, weil ich finde die sind ja so kleinteilig. Äh dass ich gedacht hab, wenn ich da was in DINA4 nehme, dann werd ich ja wahnsinnig, bevor ich anfange (.) zu malen. (I: ja) Weil das, da werd ich ja nie mit (leicht lachend) fertig. I Ja. D-- die dauern lange, das stimmt. B Ähm und dann hab ich da mal angefangen, und hab gedacht, nee, (.) da muss ich ja ständig bei denken, weil jedes Motiv erfordert ja wieder ein neues Denken, in welcher Farbe oder in welcher Farbkombi will ich das denn gestalten und wenn 225 ich dann äh die eine Farbkombi habe, wie kann ich denn da weitermachen, um dann äh ne andere Figur auch (.) anders zu machen (I: ja), aber farblich doch irgendwie passend zu machen. Ähm (.) d-- und da hab ich festegestellt, dazu hab ich überhaupt keine Ruhe. (.) Also (I: okay) dazu brauch ich, echt da, da brauch ich auch aber wirklich so was von einer reizarmen Umgebung, das, und muss ich so runterfahren sein, dass ich sage, ach, das ist jetzt ne echte Herausforderung. Wohingegen Mandala malen äh äh für mich immer die Entscheidung hatte, gut, ich fang mal mit der Farbe an, ich fang außen an. Ich fang innen an. Und dann kann ich eine Entscheidung treffen, und kann ich erst mal in Ruhe (.) malen ohne denken zu müssen. (I: ja) Äh dann kann ich das nächste äh Motiv, also äh den nächsten Abschnitt nehmen oder die Ornamentik, dann mach ich mir mal Gedanken, guck ich in meinen Farbkasten und denke, hach, das könnte gut dazu aussehen. Dann mal ich auch mal so Probe. (lacht) I Ja, ich (leicht lachend) seh es gerade. Okay. B Ähm (.) ob mir das gefällt. Und dann fang ich wieder an und male den nächsten Abschnitt auf und kann dann wieder sehr meditativ äh weitermalen, weil ich dann nicht mehr denken muss, geht das jetzt oder geht das nicht. (I: ja) Sondern dann passt das. Also äh das genieße ich sehr (.) beim Manda malen. Und wie gesagt, bei den äh bei den (Bethford?)-Bildern #07:08#, da muss ich noch mal ne andere Lebensphase abwarten, wo ich äh glaub ich etwas mehr Ruhe und mehr Konzentration hab. Da hab ich dann auch, weil ich dachte, ach, das ist ja so schön klein, ich liebe ja auch kräftige Farben, (.) ähm mh das ist ja bei Buntstiften, ist der, der kräftigen Farbe ja ne Grenze gesetzt. I Ja, das stimmt. B Äh und da hab ich gedacht, ach, dann könnte man ja mal mit äh Filzstiften arbeiten. (2) Also mit diesen (I: mhm) Finelinern arbeiten. Ähm (2) und (.) nur hab ich dann festgestellt, äh dass (.) ich hab zwar ja auch ne relativ große äh Farbauswahl von Finelinern, aber dass ich da noch keinen Umgang so, weil die Farbe ist immer gleich, beim Buntstift kann ich ja mit Druck auch noch mehr kräftig und weicher machen. Äh bei so nem äh Filzstift oder so nem Pen, son, so, son Schreiber, der hat ja immer die gleiche Farbintensität. (I: ja) I Das stimmt. Ja. B Äh und da hab ich (dann gedacht?), #08:10# oh, das ist total schwierig, äh rauszufinden, was denn da gut zusammenpasst, weil auch die (.) Hülle (.) äh ja nicht unbedingt die Farbe wiedergibt, die sich (I: ja) (da dann?) #08:22# in dem Stift befindet. Ähm (.) und da hab ich gedacht, nee, das äh ist grade zur falschen (leicht lachend) Lebenszeit, (+) falscher Anfang, äh da muss ich dann noch mal äh zu anderen Zeiten (I: ja) äh versuchen. (2) Ähm (3) ja, so das wäre eigentlich (.) das. Und also malen tu ich wirklich äh am meisten im Urlaub. (.) Weil da hab ich dann so ne ganz reizarme Umgebung. (.) Und wenn äh also mit den äh Ausmalbildern von der Frau (Bethford?) #08:58# bin ich (.) dann hier auch zu Hause mal angefangen, aber dann wäre hier auch der Ort. Weil hier ist so äh Hauswirtschaft und Kreativität zu Hause. (I: okay, ja) (.) Also mh am Schreibtisch bin ich zu sehr abgelenkt, weil da steht auch immer noch der PC. Und dann könnte man 226 ja, also wenn ich male, dann denk ich auch immer und dann fällt mir ein, ach, das könnt ich auch noch mal eben nachgucken. Und wenn (I: okay) der PC an ist, dann bin ich auch sofort äh im Internet und recherchier das. Das fällt hier schon mal weg, weil hier steht gar kein PC. (I: okay) (2) Also das äh vom Kontext äh brauch ich dann auch schon eher ne reizarmere -ärmere Umgebung. (.) Äh wo ich mich nicht so schnell ablenken lass. Und (mein?/beim?) #09:39# Schreibtisch gibt das Tausend Sachen, die mir auch noch einfallen, was man machen könnte. (.) I Das heißt, du kommst auf Ideen, wenn du malst? B Ich äh ja, also dann (.) also beim Mandala malen, (...?) #09:53# bei Frau (Bethford?) hab ich ja, also da hab ich relativ schnell aufgesteckt. (I: ja) Aber so beim Mandala malen äh das ist ja so ein Automatismus. Dann male ich. (.) Äh (.) und dann kommen mir so (.) ja, dann fallen mir Ideen zu, ich glaube, das ist auch so ne Form von Kreativität, weil dann bin ich äh (.) mit meinen Händen beschäftigt, ich hab ne Aufgabe, die ich, aber so ne (2) ja monoton stimmt eigentlich nicht, aber es ist dann aber immer so, dass die selbe Bewegung, den selben Prozess, äh da muss ich dann nicht viel überlegen, äh was mach ich jetzt. Und dann äh kommen mir so Einfälle, ach, du musst ja noch ne Andacht vorbereiten, du könntest ja mal das und das Thema nehmen. (I: ja) Oder du musst ähm (.) oder du musst noch äh (.) ne Gruppenstunde vorbereiten, ach, das ist ja auch mal ein interessantes Thema, da könnte man was draus machen. Oder ähm (.) das hab ich da jetzt nicht drauf geschrieben, manchmal schreib ich auch so kurze Texte. (I: ja) (.) Äh wo ich dann denke, ach, das wäre auch mal ein schönes Wort oder ein schöner Satz, mit dem man was äh beschreiben könnte. Das sind so Sachen, die fallen mir dann beim Malen ein. I Aber ist das dann nicht schon mal eigentlich fast praktischer, direkt am PC zu sitzen, also wenn man diese Gedanken hat, dann ähm das zu reg-- direkt zu notieren? (B: mh) Oder möchtest du das in dem Moment dann eben nicht? B Nee, nee. Also dann bin ich ja eigentlich mit Malen beschäftigt. (I: ja) Und ich äh mit meinen fertigen Mandalas, sag ich jetzt mal, die häng ich ja nicht auf. (I: ja) Die schmeiß ich auch nicht weg, dazu ist mir das zu schade, aber die hab ich in so ner Sammelmappe. Und da ist ja immer noch Platz drauf, und wenn es was ganz Wichtiges ist oder ich muss noch äh ne Geburtstagskarte schreiben oder ich muss noch das und das (I: ja) machen, äh da ist ja immer noch Platz drauf und dann steht da auch schon mal in nem Buntstift ein Stichwort. (.) So als Gedankenaufhänger. I Geburtstagsgeschenk noch kaufen oder so? B Ja, oder äh Geburtstagsgeschenk, was fällt mir ein? Ein Ball für Lisa kaufen. (I: okay) So was. (I: ja) Oder äh weil das kann ich dann auf meinem Mandalabild auch unterbringen. Weil da ja immer, die sind ja in der Regel, also meine Vorlagen sind in der Regel quadratisch. Also rund beziehungsweise quadratisch. Und dann bleibt ja aufm DINA4-Blatt immer noch was über. 227 I Das stimmt. B Und das äh kann ich dann nutzen beziehungsweise äh wenn ich dann länger male, das kann ich mir dann tatsächlich auch merken. (I: ja) (.) Und wenn ich das Gefühl habe, ich vergess das, dann mach ich mir eine Notiz. (I: ja) Die kann ich dann äh auch (.) dann nacharbeiten. (.) Und äh im PC, wenn ich dann direkt am PC sitzen würde, dann würd ich da irgendwas eingeben. Und dann kommt ja, äh das haben ja PCs so an sich, dann kommt ein Stichwort und dann hängen die immer gleich das nächste an und dann bin ich in so ner Kettenbewegung (I: ja) und weg von dem, (.) was ich eigentlich mache, nämlich malen. I Das stimmt. Dazu neigt man (leicht lachend) ja am PC. (+) B Das ist äh so ne klassische PC-Krankheit, die hab ich aber nicht, wenn ich analog mit einem Papier und einem Stift (...?) #12:57# arbeite. (.) I Das stimmt. Das heißt, da wird schnell die Notiz drauf geschrieben. Und dann ist die aber erst mal ausm Sinn und dann geht das mit dem Malen weiter? B Und dann geht das mit dem Malen weiter. Oder ich mach mir auch gar keine Notiz und hab das äh kann mir das im Kopf dann, ja, kann es behalten einfach. (I: ja) (.) Ähm (2) und dann, weil ich setz mich ja hin und sage, ich will jetzt primär malen. Und nicht vor-- nicht, äh ich sitz dann nicht und überlege mal, ob das heute geht. Weil bevor ich anfange, Mandala zu malen, überleg ich ja (.) erst mal, jetzt ist äh so die Lust da, und jetzt könnt ich da mal wieder ein Stift in die Hand nehmen und jetzt könnt ich das mal machen. I Ist das dann so ne spontane Entscheidung? Das könnt ich jetzt mal machen? B Äh wenn ich eben Zeit habe, also wenn ich so äh eben halt, deswegen Urlaub, so in Entspannungsphasen bin, dann kommt das so, ach, (.) ja heute, äh so nach dem Motto, heut ist das Wetter schön, ich bin gut gelaunt, ach, heute könnt ich mich mal draußen auf den, an den Gartentisch setzen und mal ein Mandala malen. Ich hab nix anderes zu tun. Ich habe kein Buch. Ich muss sonst auch nix tun. Sondern zweckfrei sitz ich da und (.) kann mich in den Farben ergötzen. (lacht leise) I (lacht) Ja, das ist gut gesagt. (2) Ähm (.) wir bleiben direkt bei dem gut gelaunt. Ähm (2) gibt es auch Phasen, also ähm (.) wo man oder wo du malst, äh in denen du nicht gut gelaunt bist oder kannst du nur malen, wenn du eigentlich gut drauf bist? B Also wenn ich schlecht drauf bin, (.) ähm kann ich, kann ich eigentlich nicht malen. Weil dann ist mir das eigentlich schon alles viel zu viel. (I: ja) (.) Äh dann hab ich auch keine Ideen für Farben. (.) Ich hab irgendwann mal überlegt, ich müsste mal versuchen, ein Mandala in Grautönen zu malen, aber äh das (.) I So monochrom? B Ja. I Quasi. B Genau. (I: ja) (.) Äh und dann hab ich gedacht, nee. Nee. Also das ist so depressiv, (lacht) I (lacht) 228 B (.) und ich hab mal irgendwann, äh müsste mal noch mal nachgucken, ich hab irgendwann mal was mit Grau, aber da musste dann noch irgendwie son Beerenton mit rein so (I: ja) was Pinkes, weil da kriegt man ja wirklich Depressionen (I: (lacht leise)) bei. (.) Und wenn ich äh schlecht drauf bin oder auch so etwas depressiver gestimmt, dann ist das (.) nix, wo ich sage, jetzt nehm ich freiwillig ein Buntstift in die Hand. (I: ja, okay) (.) Das ist mehr dann Zeit, um sinnlos am Computer herumzudaddeln. I Okay, ja. Geht auch. B Geht auch. Äh das ist mehr so bei schlechterer Laune oder so pff, (.) mir ist langweilig und ich weiß eigentlich nicht, was ich tun soll. Also zum, zum äh Malen gehört schon auch ne gewisse positive Gestimmtheit für mich. (.) Und Lust, äh was mit Farbe zu machen. (I: ja) Und Lust, ein Buntstift in die Hand zu nehmen oder Stift in die Hand zu nehmen. I Wie oft kommt das vor? B (holt tief Luft) Also im Moment sehr selten. (2) Äh weil äh im Moment lebensphasensmäßig das nicht gran-- nicht grade gut dran. (.) Ähm (3) äh und e-- eben in der Regel mach ich das, wenn ich in Urlaub fahre. (I: ja) (.) Also das kommt dann äh ein, zwei Mal im Jahr so ne Phase, wo ich dann im Urlaub bin und mich dann hinsetzen kann und sage, so, dann sitz ich meist im Dänemark im Ferienhaus oder vorm Ferienhaus und denke, (I: ja) hach, schön. (2) I Weil du eben von reizärmeren Umgebung sprachst. Wenn man jetzt so im urlaub ist, so Ferienhaus, (.) ähm bedeutet das für dich ne reizarme Umgebung? B Ja, weil ich fahre (.) äh oder (leicht lachend) wir fahren seit zwanzig (+) Jahren in dasselbe Ferienhaus. (I: okay) Und dieselbe, in denselben Ort, in das (I: ja) selbe Dorf. Ähm (.) da (.) komm ich, wenn ich dahin komme, dann (.) weiß ich schon, was mich erwartet. (I: ja) Äh und das find ich ähm und das ist oben Nordjütland, in der äh absoluten Abgeschiedenheit. Da begegnet man, wenn wir dahin fahren, September, ähm (.) da begegnet man kaum einem Menschen. Da kann man am Strand spazier gehen, Strand spazieren gehen und sieht kilometerlang keinen Menschen. (I: okay) (.) Ähm und natürlich ist das äh ne inspirierende Gegend, aber die ist nicht so, ja, mit diesen Alltagdingen beschäftigt, ich muss nicht immer überlegen, jetzt muss ich zur Arbeit, jetzt muss ich das noch packen, jetzt muss ich das noch tun, jetzt muss ich noch einkaufen, jetzt muss ich noch kochen. Äh jetzt muss ich noch dieses, jetzt muss ich noch jenes, (atmet aus) (I: ja) sondern äh (.) da ist nicht so viel Input, den ich bearbeiten muss. (I: okay) (2) Also und da ist auch nicht so viel Kulturprogramm, dass ich sage, boah, und heute ist das, das muss ich noch machen und heute ist äh am Strand dieses und äh ach, ich muss auch noch ins Kino und ich will dieses noch und wir, das ist so alles sehr überschaubar abzuarbeiten. (I: ja) (.) Und deswegen ist da (.) wirklich so ne Möglichkeit, runterzufahren, Zeit zu haben, und zu sagen, so, und jetzt (.) äh kann ich mich auch hinsetzen, meine Buntstifte nehmen und einfach losmalen. I Und zu Hause passiert das dann eher selten? 229 B Zu Hause ist das eher (.) selten. (I: ja) (.) Also (2) wie gesagt, in letzter Zeit bin ich immer so im Getriebe untergegangen. Ich denke, meine Güte, ja, schön. Wär ja auch mal wieder nett, aber dazu hab ich überhaupt keine Zeit. (I: ja) (.) Äh I Ähm wenn du dich dann im Urlaub dazu entschließt, ähm (.) wie muss ich mir das vorstellen, (.) ähm geht’s dann direkt an den Tisch? Oder also wie sieht denn quasi die Vorbereitung aus, bis man dann die erste Fläche ausgemalt hat? B Also die Vorbereitung fängt eigentlich zu Hause an. In dem ich mir nämlich meine Mappe mit meinen äh Mandala-Kopien nehme. (I: ja) Äh dann nehm ich meine Buntstiftkiste, die ist natürlich dann auch im Gepäck. Und dann muss ich mir nur die Mappe nehmen, äh wenn ich sage, jetzt will ich malen, dann nehm ich mir die Mappe, meine Buntstifte, ähm (.) mh bestenfalls ist das Wetter drau- ßen schön, dass ich draußen bin. (.) Dann blockiere ich den einen Gartentisch, setz mich dahin. Gucke aus der Fülle der Vorlagen, die ich habe, welche springt mich denn jetzt so an. (I: ja) (.) Äh und die nehm ich dann und dann fang ich an. (.) Dann ist noch der, die Überlegung, welche F-- mit welcher Farbe fang ich an oder um welche Farbe solls denn gehen. Äh und wenn ich die erste Entscheidung getroffen hab, ergibt sich ganz viel (.) (...?) #19:33# I Im Malen dann? B Im Malen, dann die nächsten Entscheidungen. Oder ich mach so am Rand so Probemalen und denke, ach ja, das sieht auch ganz gut zusammen aus. Oder ich versuch mal, den Stift, den ich noch so selten hatte, äh (.) dann auch, ach, das ist ja auch interessant, hatt ich auch noch nicht. (I: okay) (.) Also und ich hab auch schon mal beim ähm Mandalamalen mit meinen Buntstiften äh auch dann immer in der entsprechenden Farbe, die Nummer des Stiftes dahintergeschrieben. I Okay. Das ist ja schon sehr detailliert dann auch. B Weil ich denke, wenn ich das wiederholen will, was ich natürlich nie mache, aber äh dann könnt ich, wüsst ich schon mal, welche Farbe ich da gemacht, genommen (I: okay) hab. (I: ja) Oder wenn ich mittendrin aufhöre, weils dann doch ein bisschen komplexer ist oder ich dann doch merke, ah, es ist nicht so, ich hab jetzt nicht so die Geduld, das fertig zu machen, dann schreib ich mir auch auf, mit welchen Farben hab ich denn gemalt. Weil anhand der Farbe kann ich nicht mehr erkennen, welchen Buntstift ich genommen (I: okay) hab. (.) Deswegen ist das toll, dass die nummeriert sind, weil dann kann ich einfach sagen, das war der I Dann ist es einfacher. B der Buntstift. I Ähm wenn du sagst, du schaust dir das Mandala an, und ähm (.) überlegst dann, welche Farbe. Woran glaubst du, machst du das dann abhängig? Also ist das Ganze intuitiv? (.) Oder sagst du, mh jetzt hast du ganz viel mit Grün gemalt, du sagtest eben, du hast den ja schon nachgekauft, jetzt will ich mal da was ganz anderes malen? Oder? B Mh das ist auch stimmungsmäßig abhängig, ob ich sage, ich geh jetzt mal in meine Lieblingsfarbrichtung, das ist eigentlich grün oder orange. (I: ja) (.) Ähm oder ich sage, so, jetzt fang ich mal mit was ganz Komischem an. (.) Ich sag mal, 230 äh ich hab hier son Sortiment von Braun, ich hab noch nie Braun und Ocker verwendet, jetzt fang ich damit einfach mal an. Und gucke mal, was da draus wird. (.) Dann bin ich aber in wirklich echter Experimentierlaune. (lacht) I Ja, ich, ja, okay. B Äh das kommt ja auch vor, (...?) #21:30#, ich muss jetzt mal was so ganz anders machen als sonst. Und mal ne andere Kombi nehmen. Oder mal mit ner andern Grundfarbe anfangen. Äh das sind dann aber schon die großen Ausnahmen. Also in der Regel fang ich entweder Grün oder Orange an. (I: ja) (.) Äh (.) und ko-- und dann äh kombinier ich vielleicht mal ein bisschen freier. Fällt mir grade nicht, das hab ich, glaub ich, noch nie gemacht, Orange mit Pink kombiniert. (.) Obwohl das momentan sehr modern ist. I Ja, aber vage Mischung. B Ja. Äh geht aber. Also ich hab schon ganz äh tolle Farbmischungen gesehen. Es geht nur nicht mit jedem Orange und mit jedem Pink. (I: ja) (.) Aber es geht. (2) I Ich bin gespannt mal, wie das aussehen wird. B (lacht leise) I Ähm (.) wenn du (.) sagst, grün und orange sind deine Lieblingsfarben, schon immer? (.) Oder kannst du einen Zeitpunkt festmachen, dass es die geworden sind? B (seufzt leise) Nee, also eigentlich halt ich es ja, ich glaub, es war Picasso, und der immer gesagt hat, meine Lieblingsfarbe ist bunt. (.) (I: ja) Ähm weil äh das ist auch so ne Frage, wie äh die Frage nach den Hobbys, die Frage nach den Lieblingsfarben, ich hab eigentlich wenig Lieblingsfarben, sondern äh es muss immer zusammen passen und wenn ich jetzt Kleidung gucke, bin ich äh auch nachdem ich ein paar Experimente gemacht habe, als Grundfarbe bin ich immer bei Blau. (I: ja) Also bei Jeansblau und kombiniere dann aber auch gern Orange und Grün. (.) (leicht lachend) Das findet sich oft (+) in meinem Schrank. Oder Hummerfarben findet sich auch ganz oft. I Hummerfarben? Okay. B Das ist ja so zwischen Orange und äh Rot. (I: ja) Ähm (.) also so in der Farbpalette. Und ich glaube, das war immer schon so. Also ich kann mich in den siebziger Jahren erinnern, da hatt ich ne grasgrüne Latzhose mit einem lachsfarbenen kurzärmeligen Pullover. (2) Ähm (3) und ich glaube, das war schon fast immer so. Dass ich so in den Farben zu Hause war. Was ich auch immer toll finde, sind ähm also hab ich aber auch noch nicht gemalt, diese klassischen Marinefarben Blau, Rot und (I: ja) Weiß. Äh hab ich aber auch noch nix zu gemalt. Find ich immer wieder total toll. Wenn ich das sehe. Aber (I: ja) hab ich (.) selber auch noch nix zu gemalt. Das wär auch noch mal so ein Experiment. I Ein Experiment. Ganz genau. Ähm (.) f-- (.) wenn, du hast ganz am Anfang einmal von so ähm du legst dir son Konzept fest, ähm (.) und dann hast du einmal gesagt, ähm du malst dich dann so quasi von Struktur, du kannst dir dann die Farbe, die ausgesuchten erst mal 231 beibehalten. Und dann ähm (.) geht’s dann weiter. Überlegst du dann, was da zu passt? Äh wie muss ich mir das vorstellen? (.) B Nö, auch sehr (.) unterschiedlich. Manchmal hab ich so ne Idee im Kopf, dann hab ich schon mal drei Farben, wo ich sage, die nehm ich jetzt erst mal zusammen. I Schon vorher? B Schon, also wenn ich anfange, dann denk ich mir, ach, mach ich meinen Buntstiftkasten auf. (I: ja) Muss ich jetzt grad mal tun. Und sage, äh mich springt heute mal die und die Farbe an. (I: ja) Und damit fang ich an und dann denk ich mir, was nehm ich denn jetzt mal grade, also ich nehm jetzt mal Violett. (I: ja) (.) Und dann äh denk ich, ach, und den hast du auch noch nie benutzt. (I: okay) Der sieht auch noch so neu aus, ach das könnte auch zusammen ganz gut aussehen und dann fang ich mal irgendwo an. Das muss nicht sein, (I: ja) dass ich innen anfange oder außen anfange, das kann auch mittendrin sein. Äh dann springt mich noch so ne Struktur in diesem Mandala an. Ähm (.) und dann ähm, wenn ich dann das fertig hab, was ja auch schon ne Zeit dauert, (I: ja) (.) äh dann überleg ich (.) äh mal, (.) was könnt denn dazu jetzt mal passen. Also entweder so ganz als Gegensatz oder bleib ich in der Familie. (.) Ähm und dann guck ich mal so. Und dann äh fängt das an, dass ich am Rand mal äh so mit Punkten male und erst mal denke, mh, sieht das aus. Sieht das nicht aus? Äh trau ich mich? Das mach ich damit vielleicht eher, also wenn ich jetzt sage, da pack ich mal ein Braun zu. Könnte man ja mal machen. (I: ja) Und dann würd ich denken, mh, da könnt ich, ist hier noch irgendwie so was Kleines, wo man son braunen Akzent reinsetzen kann. Oder ist das für ne Fläche? (.) Würd ich jetzt äh spontan sagen, ist überhaupt nix für die Fläche. Äh aber so taste ich mich dann (I: ja) vor. Und das ist mehr so intuitiv, dass ich gucke, was ist denn heute für ein Tag, für welche Farbe ist denn heut mal (I: okay) der Tag. (I: ja) (.) I Ähm wenn du sagst, ne Struktur springt dich an, welche Strukturen oder allgemeiner, welche Motive äh bevorzugst du denn? (.) B Mh. (.) Ich hab schon immer gerne rund. (.) Und geschlossen. (I: ja) (2) Ähm dann hat das schon mal so ne Grenze. (I: ja) (.) Es gibt ja auch Mandalas, die haben außen keinen Kreis, sondern die nach außen offen. (I: ja) Die machen mich auch schon ganz kirre, weil ich dann nicht weiß, wo hör ich denn ja auf. (I: ja) Dann muss ich mir ja irgendwie erst mal einen imaginären Rand setzen, äh das find ich auch schon eher anstrengend. Also ich find immer schön, wenn es einen Rahmen gibt. (lacht leise) In dem sich das Ganze bewegt. (.) Ähm (4) und dann sind es auch immer eher (.) die runden, das sieht man hier auf diesem Probestück auch, äh (I: ja) eher die runden Stücke, die mich erst mal ansprechen, bevor ich dann mit den Ecken male. Ähm das Problem ist natürlich, dass man Ecken so schnell übermalen kann. (.) I Das stimmt. B Und ich bin ja son kleiner Pingelfritze, dass ich das gar nicht haben kann, wenn ich äh (.) Grenzen übermale. 232 I Kommt das vor? (.) B Äh das kommt schon vor. Ja. I Und dann passiert was? (.) B Ja, also wenns ganz schlimm ist, (lacht) dann äh guck ich, wie kann ich diesen Schaden beheben. Radieren geht nicht. Äh I Nee, das, ja das stimmt. B Das geht nicht. Und dann hab ich äh mach ich das manchmal so, dass ich dann denke, jetzt nehm ich eine dunklere Farbe und übermale das. (I: ja) Und ich habe auch schon, weil das, diese Buntstifte sind in der Struktur auch so, die einen sind relativ hart, die anderen sind eher etwas weicher, das muss was, äh meine Arbeitshypothese, was mit der Fark-- Farbpigm-- mit den Farbpigmenten zu tun (I: ja) haben. Ähm (.) und dann denk ich, dann übermal ich das mal mit ner andern Farbe. Und wenn ich ganz viel Glück habe, dann sieht man das gar nicht. Oder äh hab ich auch schon gemacht, dann hab ich das Ganze erst mit der schlechten, hässlichen Farbe (I: (lacht leise)) vorgemalt. (I: ja) Und dann, um denselben Ton zu erzeugen, mit der besseren Farbe übermalt. So dass das (I: okay) dann wieder so ne Mischstruktur gibt. Obwohl Buntstifte sich ja nicht vermischen. Aber man hat dann eben zwei Farben übereinander. I So. Genau. Aber son bisschen changieren geht ja schon mit einigen B Genau. I Farben. Wenn die relativ weich oder hell sind, dann kann man die schon bisschen aufeinander malen. B Also I Ähm (.) du sagtest eben, die landen dann alle, die werden nicht aufgehangen. Ähm sondern die sind dann bei dir in der Mappe. (B: mhm) Warum stört dich denn ein, ein Mandala, wenn da was daneben gemalt ist, wenn du es ja doch nicht aufhängen willst? (.) B (seufzt auf) Das hat was, glaub ich, mit Perfektionismus zu tun. (I: ja, okay) (.) Ähm (.) weil äh (.) das, ich glaub, das konnt ich als Kind bei den Malbüchern schon nicht haben, also wenn über Strukturen gemalt wird, das find ich ganz grauenvoll. Also da bin ich son bisschen (.) eng. (I: ja) (.) Ähm also ich könnte auch nicht, ich mein, man könnte ja son Mandala auch nehmen, und einfach sagen, äh (.) ich nehm dieses Schwarz-weiß als Grundlage. Und mach jetzt eine Farbe da drüber. Und die Ornamentik bleibt ja erhalten, weil die schwarzen Linien sind ja eh da drin. I Ja, das stimmt. (.) B Äh das würde mir im Traum nicht einfallen. (I: okay) Ich könnte auch es ganz schwer aushalten, also hab ich auch alles schon mal versucht, äh dass ich sage, so ne Blüte kriegt eine Farbe. (.) (I: ja) Aber wenn da mehrere Ornamente drin sind, muss jedes Ornament, also äh (.) das, was sich wiederholt, kriegt dieselbe Farbe, aber das, was, ein neues Ornament kriegt auch ne andere Farbe. Kann in 233 derselben Farbfamilie sein, aber auch das würd ich nicht komplett in einer Farbe ausmalen. I Das heißt, angrenzende Felder dürfen nicht dieselbe Farbe haben? B Genau. Angrenzende Fel-- Felder dürfen eine ähnliche Farbe haben oder ne Kontrastfarbe haben, aber nicht dieselbe. (.) (I: okay) Das äh (.) ich weiß auch nicht, äh das ist ja kein Gesetz der (...=) #30:32# der (...?), sondern (lacht) (I: (lacht)) es ist ja (.) eigentlich blödsinnig, könnte man ja auch machen. (2) (I: ja) Äh I Aber das stört dich ja dann in dem Moment. B Das äh stört mich und von daher mach ich das nicht. (I: ja) (.) I Ähm du sagtest, du kopierst die dann und hast dann quasi dieses Druckerpapier. B ((zustimmend)) Mhm. I Ähm (.) und dann hattest du es ja einmal so mit, mit ähm Aquarellieren versucht, aber das geht ja natürlich nicht. Ähm wie wichtig ist dir so die Papierqualität? Oder ist sie dann eben, wenn du sagst, ich benutze einfach sowieso Druckerpapier, so kommts aus dem Kopierer raus, (.) ähm B Äh ich hab schon haptisch immer gerne ein schönes Papier. (I: ja) Ähm (.) äh ich hab auch mal Mandalakarten, das waren mehr immer Sterne, für, zu Weihnachten gabs mal son äh Sonderpaket, die waren alle ein bisschen glatt. (.) Da drauf kann man dann mit Buntstiften nicht malen, das war sehr frustrierend, weil ich, eigentlich wollte ich äh lieber ein bisschen fester und in Pappe und dann wollt ich eigentlich, hab ich gedacht, boah, toll, Sterne. Und Advent und Weihnachten, ah super. Und dann bin ich mit meinen Buntstiften angefangen, a) hat man da immer sofort jeden Andruck drauf gehabt. (I: ja) Äh und die Farbe haftete nicht richtig. Das hab ich auch ganz schnell in die Ecke gestellt und die hatten auch ein Format, das konnte man nicht auf DINA4 kopieren. I War das so beschichtet? B Das war son bisschen beschichtet. (I: okay) Ich glaube, mit Filzstiften äh könnte man da gut drauf malen. Aber äh ich war so Buntstift verhaftet, ich könnte es jetzt mal mit Filzstiften versuchen, (I: ja) (.) äh weil eben so glattes Papier fass ich total gerne an. (I: ja) Ähm (.) ähm Aquarellpapier find ich auch total spannend, weil das ist ja ein sehr dickes Papier. I Ja und hat so ne Struktur, ne? B Hat so ne Struktur. Mh aber da wüsst ich keinen Stift, mit dem man da fein drauf malen kann. I Ja. Geht dann schnell ins Aquarellieren dann. B Also (.) das geht eben, weil das Papier eben halt äh eigentlich diese Farbe braucht, (I: ja) weil das ja Wasser aufnimmt und dann auch die Leichtigkeit, ein Buntstift macht in Aquarellpapier einfach nur (.) I Linien, nehm ich an, also es B Linien, ja das I entweder macht es die Struktur kaputt oder es ähm setzt nicht überall auf. 234 B Ja, also es, es hat nicht I (Denk ich einfach?) #32:35# B die Leichtigkeit. (I: ja, genau) Aquarellpapier braucht Leichtigkeit. Deswegen hat man dann ja auch ein Aquarellpinsel. I Ganz genau. B Äh aber ähm (.) ich habe in meinem Leben weder ein Mandala äh ein Vordruck auf Aquarellpapier gesehen, noch hab ich äh Aquarellfarben, (.) die man (2) äh (gut?), #32:56# also und dann müssten die für mich auch relativ groß sein, weil mit Aquarellfarben kann man ja auch nicht so fein malen. I Nee, ich glaube deswegen gibt es auch nicht so viele Motive tatsächlich für Aquarellfarben. Das würde ich mir jetzt (leicht lachend) sehr schwer vorstellen, (B: (lacht leise)) Aquarell. B Genau. I Ähm B Also da ähm (.) äh das fordert ei- also Aquarellfarben haben einfach ne andere Kunstrichtung. (I: ja) I Ähm aber magst du Aquarellfarben? B Ich I Also oder Aquarellbilder? B Ich ma- also wenn die gut gemacht sind, find ich auch Aquarellbilder total toll. (I: ja) I Die stehen jetzt aber sehr im Kontrast zu dem, weil sie ja, Aquarell zeichnet sich ja dadurch aus, dass sie eigentlich gar keine Grenzen aufweisen. B Ja. Und dadurch, dass das ja so ne nasse Farbe ist, auch ihre Grenzen selber suchen. (I: ja) (.) Das kann einfach sehr interessant sein, und ich weiß also, äh von ähm so Künstleraquarellen, (.) äh wenn die gut gemacht sind und tolle Farben haben, find ich die total toll anzugucken. (I: ja) Es ist nur, ähm (.) nicht mein Stil, ähm mit Farben (...?) #33:54# also das, was Schlimmste, was man mir antun könnte, wäre mir zu sagen, hier hast du ein Blatt Papier, und jetzt fang mal an zu malen. (I: ja) Mh, mh, weil dann wüsst ich gar nicht, was und wie ich malen sollte. (I: okay) Ähm (.) deswegen find ich, also das, das wär für mich echter Stress. (.) (I: ja) (.) Äh I Kann ich nachvollziehen. Okay. B Äh was ich mal gemacht habe, ist so freies Malen. Also nicht therapeutisches Malen, sondern so freies Malen. Mit, ich weiß gar nicht mehr, wie diese Farben heißen. Die verarbeitet man auch mit Fingern. (3) (seufzt) (.) I Fingerfarben? Aber das (...?) #34:34# B Nee, waren keine Finger-- war irgendwie (2) mh kann ich, weiß ich nicht mehr. Das äh (.) war auch äh ne sehr spannende Erfahrung, da hat- hatte man so ne Tür und son Riesenbild äh (I: ja) Riesenpapier vor sich. (.) Äh und musste dann irgend-- dann gabs vorher ne Geschichte und dann sollte man sich 235 irgendwas dazu ausm-- äh denken. Ähm (2) da weiß ich, da bin ich dann mit meiner, dann hab ich mich z-- besonnen auf ich liebe Regenbogenfarben. Also so die Farben des Regenbogens in der richtigen Reihenfolge geben immer tolle Effekte. Und da hab ich gedacht, jetzt fang ich mal mit äh ich glaube mit mh was war das? Mit Rot in der Mitte an. (I: ja) (.) Äh und dann wusst ich, ich muss jetzt irgendwas mit Regenbogen machen und dann hab ich gedacht, ach, da mach ich Kreise. (.) So mit der Hand. (.) Und den Farben. Und hab dann äh so (.) äh ein Schild gemalt. (I: ja) (...?) #35:20# irgendwann kam die äh Anleitung (und sagte?) #35.22# äh was soll denn das sein? Sagt ich, ich hab keine Ahnung. (lacht) (.) Und dann gab sie mir so Möglichkeiten, was es sein könnte. Äh mh ne (.) äh ein Blumenrondell von oben oder ein Schild, äh was man so vor sich tragen kann. Und in der Zeit hatt ich, äh das mit dem Schild fand ich toll. Und dann äh war da die Aufgabe, den Hintergrund auch noch zu gestalten. Äh weil da hatt ich auch keine Idee zu, sagt sie, wenn du weißt, was das ist, dann kannst auch den Hintergrund gestalten. Und dann hab ich einen sehr neutralen Hintergrund gemacht, weil es war ja ein Schild, was man so quasi an die Wand gehängt hat. (I: ja) Was man sich, und dann war der Hintergrund, also die Ecken waren dann so hellgelb. (.) Und dann war ich auch so groß geworden, dass wir erst mal noch Papier ankleben mussten, was in dem Kontext auch ging. (I: okay) (.) I Aber dann, das ging ja dann quasi, was malen? Also B Da ging, da ging ëwas Malen I (...?) #36:10# B mit Anleitung und Unterstützung (I: ja) und Überbrückung von Blockaden, ging das. Aber da würd ich mich nie alleine dran setzen und sagen, jetzt mal ich mal was. (I: okay) Äh es hängt, glaub ich, auch damit zusammen, dass ich in der Schule gehasst habe, was zu malen, weil ich immer meine, ich kann gar nicht malen. (I: ja) Das ist ja I Woher kommt dieser, dieser Gedanke? B Äh ich weiß nicht, wo sich der äh festgesetzt hat. (.) Ähm (2) aber ich glaube, das gehört immer noch dazu, dass ähm (.) auf der einen Seite hat man ja immer Kunst, (.) (I: ja) und ähm (.) auf der andern Seite ist man als Schüler schon in der Grundschule, äh kommt man ja nie an (.) äh die großen Künstler dran. Und ähm ich bin in den siebziger Jahren in die Schule gegangen, ähm da hatte man auch noch ein anderes Verständnis, glaub ich, von (.) Kunst. (I: ja) Deswegen hab ich eben ja auch gefragt, was heißt denn künstlerisches Tun? (I: ja) Weil für mich gehört zu Kunst auch immer ein gewisses Niveau. (I: ja) (.) Ähm und (räuspert sich) (.) diese Frage, also äh Picasso war ja immer so das äh (räuspert sich) was der als Kunst verkauft, das kann ich auch. I Ja. (lacht) B Die Kunst ist aber ja, die Idee zu haben, so was als Kunst äh äh I Richtig. B zu betrachten. Äh und da hat sich, glaub ich, heut ne ganze Menge geändert. Aber ich bin ja noch so in den siebziger Jahren groß geworden, wo Leute wie 236 ich, (.) die nun auch äh nichts mit Kunst zu tun haben, erst mal überhaupt gar nicht Kunst können können. (I: okay) (.) Schon per se. (I: ja) Äh und im Elternhaus hat auch keiner gesagt, boah, bist du kreativ. (.) Sondern äh da gabs auch immer ganz klar, wo man sich zu bewegen hat und wo man sich nicht zu bewegen hat. (.) Auch das war (I: okay) ganz klar abgesteckt. Äh wo so der Platz zu sein hat. (.) Und dieses kreative Moment hab ich eigentlich erst in den letzten (.) (holt tief Luft) ja, zwanzig, fünfundzwanzig Jahren entwickelt. (I: ja) Also so (.) also ich auch dann äh nee, sind ja auch schon dreißig Jahre, als ich äh so in Kontakt kam mit, (.) ja, ich sag mal, dem großen Feld von äh Kunst äh im Sinne von Theater spielen äh (.) Gestalten, Farben, also sich ausprobieren. (.) Das war in den (.) Achtzigern, als ich in der Ausbildung war, ähm (.) sehr wichtig so Selbsterfahrung, äh Theaterspielen, dann kam so äh die Pädagogik der Befreiung, äh das Theater der Unterdrückten. Ähm und wo dann auch wertgeschätzt wurde, was (.) Ottonormalverbraucher (I: ja) halt macht. Äh und dass man da auch künstlerische Aspekte äh äh reingucken kann, und nicht sagen, äh die haben keine Ausbildung, die können das nicht. (I: ja) (.) Ähm da hat sich was gewandelt und in diesem Wandlungsprozess hab ich dann angefangen zu sagen, gut, äh ich hab ne Idee von Ästhetik, ich hab ne Idee von Farben, ich hab ne Idee ähm (2) ja, wie was aussehen kann. Ich hab ne Idee, was mir gefällt und äh das, das gefällt mir gut, auch eine Möglichkeit ist, Kunst ernsthaft zu beurteilen. (.) Und auch (I: ja) zu bewerten, äh ist, glaub ich, auch nicht so neu. Also ist eher ne neuere Form. Weil ähm wenn ich so äh zurückdenke so in den Achtzigern, Neunzigern, wo ich mich immer gar nicht getraut habe, zu sagen, äh das finde-- weil schön, dacht ich, ist ja kein Begriff. (.) I Ja, kann man, ja, aber also da fehlt ja son bisschen das Selbstbewusstsein dafür. B Ja. Ähm und ähm mittlerweile sag ich, ich weiß auch nicht, das mögen andere Leute hässlich finden, ich finde das schön. (I: ja) Und dann erwarte ich auch, dass das akzeptiert wird und auch erwarte ich, dass man nicht von mir verlangt, dass ich jetzt sage, so hier die Linienführung, die ist extravagant und die Farbgebung ist ja total toll und äh (.) so wie der Künstler äh Gesichter malt, äh (.) so wie man halt wissenschaftlich Kunst betrachtet, äh das muss ich nicht alles wissen und können, sondern ich kann einfach sagen, das berührt mich. (I: ja) Und das, deswegen find ich das schön. I Und das ist ja auch ein Standpunkt. Und das ist ja auch völlig B (...?) #40:29# I legitim. B Genau. Aber das äh hat lange gebraucht, bis ich mh mh (I: ja) äh für mich akzeptiert habe, und auch so in äh (.) Resonanzen wahrgenommen habe, dass das auch ein Kriterium ist, was ernst zu nehmen ist. I Auf jeden Fall. (.) Ja. B Äh und äh (.) da rührt, glaub ich, auch her zu sagen, ich kann gar nicht malen. (2) I Wobei ja jetzt, also es klingt ja so, als bist du da sehr selbstbewusst geworden in den letzten zehn, zwanzig Jahren. 237 B Eher so in zwanzig, fünfundzwanzig Jahren. Ja. (.) I Ähm zumindest auf der Seite des Rezipienten. B Ja. I Ähm (.) beim Produzieren aber noch nicht? B Äh nee, beim Produzieren, also das wäre immer mehr so mein Spiel mit Farben. Also als ich mit ner Freundin im Urlaub ganz viel gemalt hab, dann haben wir uns immer gegenseitig unsere Mandalas gezeigt. Wir hatten ähnliche Vorlagen. Ähm (.) und äh dann hab ich schon mal (gesagt?), #41:28# ah, guck mal, ist das nicht toll. Also meine super Farbgebung. (lacht) (I: ja) Äh und da konnten wir uns gut drüber austauschen. (I: ja) Äh ich hab jetzt grade keine, ich sag mal, Malpartner. (I: ja) (Wo man sagen kann?) #41:41#, hier guck, äh das sind mal tolle Farben oder das ist mal äh toll. Wo ich äh mh denke, (.) ähm also ich hab irgendwann auch schon mal wieder gedacht, ich müsste mal wieder dieses kreative Malen machen, auch mit diesem großen Gestalten. Ich glaub, ich hab irgendwo noch die Visitenkarte von der Frau, die diese Kurse noch anbiete, ähm weil das macht natürlich auch schon Spaß. (I: mhm) (.) Äh und wenn so der innere Kritiker mal weg ist, (leicht lachend) (.) (I: ja) ähm dann einfach sich in, in Farbe zu ergeben und zu gucken, was kommt denn da eigentlich raus. I Ja. Also Farbe ist dir da ja schon sehr wichtig. B Ja. Also ich bin schon jemand, äh da bin ich schon wieder bei meine Lieblingsfarbe ist bunt. (I: ja) (.) Und äh das ist äh auch stimmungsabhängig. Das ist äh (.) ja änder-- das ändert sich dann auch. (I: mhm) Äh so dass ich wenig jetzt Bilder habe, wo ich sagen würde, (seufzt leise) die kann ich mir mein ganzes, die beg-- begleiten mich das ganze Leben. (I: ja) Also hier nebenan hängt eins, das begleitet mich schon mein ganzes Leben. Äh aber so was hier ähm ist son Kalender, (.) äh das glaub ich kann ich in zehn Jahren äh würd ich sagen, hah nee. S-- da muss ich auch mal wieder was anderes (I: ja) äh gucken. Ähm deswegen lieb ich es immer sehr, ähm jetzt wieder auf Rezipientenseite, mh (.) auch immer Kunstkalender zu gucken. (I: ja) (.) (I: okay) Äh und mir dann auch gerne mal ein Kunstkalender hinzuhänge. Wo ich denke, boah, das find ich toll. (.) Äh und den häng ich auch zwei, drei Jahre hintereinander auf, denselben. (2) Und äh dann merk ich, ah, mh, nee. Jetzt muss mal wieder was anderes her. Dann guck ich mal, was springt mich dann an. (I: ja) (2) I Das ist aber ähm (.) erst mal doch völlig gut, also da ist ja doch auf Kunstseite doch einiges äh worüber du dir auch B (...?) #43:37 I Gedanken machst. B Ja, das hab ich allerdings alles nicht in der Schule (leicht lachend) gelernt. (2) I Da kommt ja leider immer vieles auch erst später. Auch im Kunstunterricht. (B: ja) 238 B Und äh wo ich äh mittlerweile ein absoluter Fan von bin, ist äh alles, was so mit Bauhaus zu tun hat. Äh (I: ja, okay) (.) und äh hinter dir hängt ein äh Klee- Druck. (2) I Paul Klee. B Paul Klee. (I: ja) (.) Äh den find ich, den hab ich, der hängt da schon seit äh (.) etlichen Jahren. Den find ich immer noch toll. (.) I Ich hatte ihn erst heute in der Schule im Musikunterricht. Kamel in rhythmischer Baumlandschaft. (.) (B: mhm) Als ein (.) ganz cooles Bild. Ich benutz das immer für Vertonungen im Musikunterricht. Und da müssen die Schülerinnen und Schüler dieses Bild (.) beschreiben und dann anschließend in Musik umsetzen. (3) Machen die sehr gerne. (lacht) B Gut. Wir mussten die Nussknacker-Suite hören und (I: (lacht leise)) in der äh Arbeitstest wurde immer, wurden vier, fünf Takte angespielt, dann mussten wir wissen, welches Stück aus dem äh Nussknacker das ist. (I: ja) Und dann mussten wir alles, was wir dazu gelernt hatten, wieder aufschreiben. (.) I Okay. (lacht leise) Ich enthalte meine Meinung dazu. Ähm du sagtest eben, du hast so keinen Malpartner, -partnerin. Ähm wie sieht das denn aus mit ähm (.) äh wenn das Bild fertig ist? Zeigst du das jemandem oder ist das eher für dich? (.) B Also wie gesagt, mit der Mal- äh -partnerin, wir haben uns immer gegenseitig unsere Mandalas gezeigt, wenn ich jetzt male, dann steck ichs einfach weg. (I: ja) (.) I Ähm kannst du ein Mandala unfertig lassen? (3) B Ja. (2) I Oder sitzt auch zwischendurch son, das krieg ich jetzt fertig? B Also ich kenn das auch, das muss jetzt fertig, also das merk ich auch, wenn die etwas kleinteiliger sind und etwas länger dauern, (I: ja) äh wo ich dann merke, boah, jetzt verkrampfen sich die Schulter, jetzt verkrampft sich die Nackenmuskulatur (I: ja) und jetzt wird das eigentlich nur noch Krampf. Und dann muss ich mich wirklich zwingen zu sagen, so, jetzt hörst du auf. Du hast die Nummern der Stifte gesichert, du hast die Farben gesichert, jetzt kannst du das weglegen und du kannst es morgen wieder vorholen und du kannst es dann weitermalen. (I: ja) Äh aber ich äh hab auch ähm äh also kenn für mich auch so diesen Druck, wenn ich anfange, ich muss das auch fertig machen. Das ist auch einer von diesen inneren (leicht lachend) Sätzen. (lacht) (I: ja) Was man anfängt, muss auch fertig sein. Und was besonders schwierig ist, wenn mir eigentlich gar nicht gefällt, was ich mache. (lacht) (.) Dann könnt ich (...?) #46:18# es ist ne Kopie, äh das kannst du auch weiter weg tun. (lacht) I Äh es würde nicht schaden, niemandem. B Also es schadet niemandem. Es ist auch kein Wert, den ich vernichte. Weil so ne Kopie kostet auch nix. (I: (lacht leise)) Also ich könnte es einfach nehme, zerknüddeln, ins Altpapier werfen und sagen, so, das war ein Fehlversuch. Ich fang es jetzt neu an. Äh da tu ich mich unendlich schwer mit. (I: ja) Ich versuche 239 eher zu überlegen, es ist eigentlich grottenhässlich. Wie mach ich das denn jetzt fertig? Wie krieg ich jetzt noch ein Dreh, das fertig zu kriegen. (I: ja) Und zwinge mich eher, es fertig zu machen, als es (leicht lachend) weg zu tun. I (lacht) Okay. (.) B Äh bei diesen Ausmalbildern ähm (I: (lacht leise)) (2) äh von der äh (Bethford?) #47:03# da hab äh da kann man gar nicht fertig werden, (...?) #47:06#, weil das so kleinteilig ist I Das stimmt. Ja. B Äh da I Das kann ich bestätigen. B Ähm und dann noch äh festzustellen, boah, nee, da hast du dich ja total verhauen mit den Farben, (.) äh und das ist jetzt auch noch so Mitten im Zentrum. Hoach, was machst denn jetzt damit? (I: ja) (.) I Du musstest eben so lachen, als du das erzählst hast, dass son grottenhässliches äh Bild und du malst es aber trotzdem fertig. Das findest du also selber zum Lachen? B Das ist eigentlich äh grauenvoll. Weil äh (2) da ist ja nichts Entspannendes mehr dran. Da ist ja son, son innerer Zwang, das ist mir jetzt grade so, son innerer Zwang, wo ich denke (2) es gibt keinen Grund, das fertig zu machen. Wenn ich sage, das ist hässlich, warum soll ich das nicht einfach wegtun? (I: ja) (.) Äh ich komme jetzt mal in ne andere Kunstrichtung, Schreiben. Ich hab mal ne Schreibwerkstatt mitgemacht. Äh und da hab ich dann gelernt, äh (.) ich hatte auch immer die Fantasie, ich fange an und dann muss es fertig sein. (I: ja) Und da hab ich gelernt, dass es ein Prozess ist vom ersten Entwurf eines Textes bis zu dem Text, der veröffentlicht wird. (I: ja) Und ich merke, wie schwer es mir fällt, mich von den ersten Entwürfen zu trennen. (2) (I: ja) Äh I Das kenn ich. B Und von daher ist es eigentlich auch beim Mandala malen, das wäre ja so äh ich würde mal sagen, eine nächste Reifungsstufe für mich, Sachen, die ich produziere, (2) wenn ich sage, das ist sch-- Mist, das dann auch einfach wegzutun. (.) Äh im Computer, beim Schreiben geht das, wenn ich dann im Computer schreibe, das kann ich einfach weglöschen. (I: ja) (2) (...?) #48:44# I Und ist auch in dem Moment nichts Haptisches. B Ist auch nichts Haptisches. Sondern das kann ich einfach weglöschen oder äh ich schneid das aus und häng das ganz unten dran (I: ja) dann ist es nicht weg und ich schreib erst mal anders weiter. Aber (.) äh da müsst ich jetzt (...?) #48:59# mal überlegen, da hast du echt Mist gebaut und (2) das kommt jetzt einfach mal ins Altpapier. I Aber das kommt selten vor? B Das kommt äh (.) eigentlich gar nicht vor. 240 I Also die landen auch in der Mappe? B Äh ich glaube, die hässlichen landen auch in der Mappe, ja. (.) (I: okay) Ich glaub, es sind auch hässliche in der Mappe. I (lacht) Okay. Ähm (.) äh weil du eben sagtest, Schultern verspannen. (.) Ähm (2) wie sieht das denn überhaupt aus, ähm mit, mit der Zeit, also wenn du dir überlegst, so, jetzt hab ich irgendwie Lust zu malen. Ähm (.) setzt du dir dann ne Zeit vorweg, wie, wie muss man sich das vorstellen? B Nee, also i-- wie gesagt, ist meistens ja im Urlaub. (I: ja) Ähm (.) äh da bin ich, was Raum und Zeit angeht, äh äh sehr frei, weil da erwartet niemand, dass äh ich irgendwas tue. Also ich nehm mir vorher keine Zeit, sondern ich s-- ich mach das. Äh (I: ja) und dann mal ich so lange, eigentlich bis es fertig ist. Was natürlich die Größe eines Mandalas sehr begrenzt. (I: ja) Weil ich ja totale Schwierigkeiten hab, damit aufzuhören. (.) (I: okay) (.) Also das Unfertige wegzulegen. Ähm (.) das wäre noch mal so ein Übungsprozess zu sagen, ähm (.) ich (.) setze mir ne Zeit und mach das. Leg das dann weg. (.) Und mach dann das, was dann dran ist. (I: ja) Das kann ich ausgesprochen schlecht. I Vergisst du denn dann über das Malen die Zeit? B Also wenn ich so richtig drin bin, also so ein Flow habe, dann ist für mich die Zeit völlig egal. (I: ja) (.) I Wie siehts dann aus mit Unterbrechungen? B Ähm (2) nee, (.) also es, es gehört immer noch äh Wasser dazu. (I: ja) Äh so, also dass ich schon noch was trinke, aber dann bin ich so fokussiert, dass ich das jetzt mache, (.) dann nehm ich auch nicht mehr so viel wahr, was sonst noch so I Und wenn du unterbrochen wirst? B Dann kann ich auch sehr ungnädig werden, also dann bin ich äh für die Frage, möchtest du ein Kaffee, vielleicht grade äh da kann ich sagen, ja, aber stell mir den hierhin. Also ich mach dann nicht Kaffeepause und fang dann wieder an zu malen, (I: ja) sondern ich äh bin hier am Malen, du kannst mir gern ein Kaffee kochen, äh äh den trink ich auch, aber (.) das ist jetzt meine äh dann mein, mein Arbeit-- meine Arbeit oder das mach ich jetzt und da bin ich dann auch nicht so schnell rauszukriegen. (I: ja) I Ähm (2) äh wie sieht es denn da aus so mit Erreichbarkeit über so neue Medien? Die sind dann alle (.) weg? B Die sind weg. (.) (I: ja) Also im Urlaub ist das für mich s-- also ich gehör sowieso zu den Leuten, bei den äh also mein Handy steht eigentlich immer auf leise. (I: ja) (.) Ähm und ich lass mh also wenn ich dann mh äh da guck ich auch gar nicht, ob das läuft oder obs nicht läuft. Sondern oder ob mich jemand erreichen will oder nicht erreichen will. Das ist völlig egal. (I: mhm) (.) I Ähm (2) wenn du das ja eben viel im Urlaub machst, ähm so von der beruflichen Seite her, hast du da eher ähm noch so mit analogem Schreiben zu tun? Oder auch eher dann PC und tippen? (.) 241 B Also äh beruflich eigentlich nur PC und tippen. (I: ja) Also ich hab äh also ich bin in der Sozialpsychiatrie, also im ambulant unterstützten Wohnen. Ich arbeite mit Menschen, aber die ganze Dokumentation, das läuft alle übern PC. (I: ja) (.) I Und äh (.) Sonstiges? Also mit Hobby, du hast ja eben mal so vom Schreiben erzählt. Ähm machst du das dann auch mit Stift oder ist das dann auch eher am PC? B Also äh ich merke immer, dass es mir leichter fällt, am PC, weil ich äh (.) schneller am PC, schneller und leserlicher Schreiben kann, (I: ja) (.) als äh also da kann ich meiner Gedankengeschwindigkeit folgen. (I: ja) Äh handschriftlich ist das dann sch-- kaum noch zu entziffern. (I: okay) (.) Ähm ich schreibe aber total gerne äh Briefe und die schreib ich natürlich auch mit der Hand. Ähm (.) und auch ähm wenn ich jetzt so Gruppenveranstaltungen mache oder äh mit Klienten bestimmte Sachen ähm (.) ja, so Pläne erarbeite, (I: mhm) das mach ich immer alles handschriftlich, aufm Stück Blatt Papier. (I: ja) (2) Äh und Tabe-- also ich bin so ne Strukturfrau. Und dann leg ich Tabellen an. Und die mach ich auch (...?) #53:19# auf ein Stück Papier. Und da mal ich dann auch Strichmännchen, äh um irgendwelche Prozesse darzustellen. Da bin ich noch sehr analog. (.) I Und sonst eher im Urlaub eben mit dem Buntstift? B Und dann im Urlaub dann mit dem Buntstift (I: ja) (also?) #53:35# oder auch, also mit einem so äh Schreiben bin ich, Schreiben, Malen, da bin ich noch sehr analog. (I: ja) (. I Ähm (.) und wenn du dann malst, (.) ähm und du hast so dein Konzept und ähm und du fängst dann an, und vergisst dann auch die Zeit, ähm und wenn du dann sagst, so du bist fertig, wie lange hast du dann so im Schnitt gemalt? (3) B Das weiß ich gar nicht. (2) Also ich glaube, es sind dann locker zwei, zweieinhalb Stunden. (I: ja) I Also wenn ich so gucke, so in zwei-- äh so in zwanzig Minuten wäre das ja nicht fertig, wenn du das B Nee. I Bedürfnis hast, dass es schon eher fertig ist. B Nee. Nee. Also zwei, zweieinhalb Stunden (I: ja) bin ich da bestimmt mit beschäftigt. (5) I Die vergehen dann aber auch (.) zügig? B Also das ist es, mh also für mich dann kein, also Zeit ist für mich dann keine äh Dimension. (I: ja) (2) Und äh ich weiß es für mich, wenn ich draußen sitze, dass es mich total ärgert, wenn es zufällig anfängt zu regnen. Weil dann muss ich aufhören. (I: ja) Weil äh (.) (räuspert sich) wenn ich nicht im Trockenen sitze, muss ich mich ja verändern und dann ist es auch so, dann bin ich auch wirklich aus dem Flow raus. (I: ja) (.) I Das glaub ich. Weil es ja auch ne Unterbrechung dann wieder darstellt. 242 B Das ist ne Unterbrechung und dann kann ich aber nicht da anknüpfen wieder, wo ich war. Sondern dann muss ich mich wirklich wieder (.) rein bewegen. (I: okay) I Und das, ja, ist ja auch wieder ein Aufwand, dann natürlich. B Das ist äh find ich ein Aufwand, und dann komm ich aber, ich komm ja nicht so schnell wieder dann in diesen (I: mhm) in diese Tiefe, sag ich jetzt mal, die ich vorher hatte. (I: ja) (.) I Wenn du dann fertig bist, so letzten Strich gemalt, dann liegt das fertige Mandala oder das Bild vor dir. (.) Wie geht’s dir da? (.) B Das find ich toll. Also wenn es mir gefällt, (.) ähm (I: ja) dann bin ich immer total beeindruckt davon, (räuspert sich) wie schön man (2) malen kann. Also was son Vordruck so hergibt und wozu der mich animieren (I: ja) kann. Ähm und dass das auch fertig ist. I Aber dann nicht aufhängen? B Nee. (.) Nee, also das find ich äh das find ich wirklich grauenvoll. (I: (lacht leise)) (lacht leise) (.) I Könntest du das erklären? B Ähm (2) ja, das liegt vielleicht an der, also äh Beruf, also mh mh mh die sind a) sind sie klein, davon müsste man mehrere zusammen aufhängen. Dann denk ich mir, ja, gut, das ist eben halt auch nur ein Ausmalbild. Das ist jetzt ja keine Kunst im eigentlichen (I: mhm) Sinne. (.) Ähm dann weiß ich, dass das im sozialpsychiatrischen Raum gerne in Beschäftigungsthera-- also Ergotherapie, äh Beschäftigungstherapie, kreativem Malen, äh werden ganz viele Mandalas (I: ja) gemalt. Klienten von mir haben das auch schon gemacht. Dann werden die auch immer noch laminiert. (.) (I: mhm) Das macht die aber auch nicht schöner. (I: (lacht) okay) (.) Äh dann find ich die zum Teil grottenhässlich. Also auch von der Farbgebung (I: ja) grottenhässlich. Dann denk ich, nee, also das muss man jetzt nicht auch noch so positiv (I: (lacht leise)) bewerten, (leicht lachend) dass man das auch noch aufhängt. I Ja. Das heißt, ähm für dich ist wichtiger, ähm (.) der Prozess oder das Produkt am Ende? B Nee, also eigentlich der Prozess. (I: ja) Also für mich ist der Prozess wichtiger als das Produkt. Also als das Ergebnis. (3) Ähm und ich kann das dann auch gut weglegen und ich weiß, dann äh also äh macht dann immer Spaß, dann noch mal zu gucken, oh, toll, das hast du auch gemalt. (I: mhm) Äh das find ich dann toll. Aber es ist nicht so, dass ich sage, das müsst ich jetzt unbedingt aufhängen. I Gehst du deine Mappe denn durch dann mal zwischen durch? B Also zwischendurch äh vor allen Dingen, wenn ich dann nach längerer Zeit wieder anfange, dann geh ich mal wieder und denke, (.) wow. (2) Toll. (I: ja) Das hast du auch schon mal hingekriegt. (lacht) (.) (I: okay) 243 I Ähm (2) ich hab hier noch eine Sache, und zwar ähm (3) äh du hast eben schon mal gesagt, da kommst du zur Ruhe. Ähm (.) hast du noch so andere Formen der Entspannung? (.) Für dich selbst? Oder ist das eher schon dann im Urlaub (.) das Ausmalen? B Also das ähm also das braucht schon erst mal, um Ausmalen zu können, brauch ich erst mal schon so ne Grundentspannung. (I: ja) (.) So in äh Hochspannungsphasen wie so jetzt irgendwie so in den letzten Monaten, (.) ähm (2) da kann ich mich eher entspannen, wenn ich Musik mache. (I: ja) (2) Ähm und dann auch nicht alleine, sondern äh mit anderen zusammen, weil dann hab ich äh da wieder den Rahmen, ich hab ein Termin, ich hab ne Verabredung, wir haben (.) Noten. Wir haben Instrumente. Und dann können wir spielen. (I: ja) (.) Und dann ist der Rahmen auch wieder klar. Und der ist (.) äh für mich verbindlicher, weil mehrere Personen dran hängen, als wenn ich mir selber diesen Rahmen setzen muss. (I: mhm) (.) Ähm (2) ich kann mich auch entspannen, das ist (.) äh weiß ich gar nicht, wie ich das beurteilen soll, aber wenn ich so am Computer rumdaddel, (I: ja) (.) ähm und so was spiele wie Spider Solitair oder diese Wegsortierspiele, (I: mhm) da muss ich nicht viel bei denken, äh das gibt aber auch nicht so ne tiefe Entspannung wie wenn ich was wirklich Kreatives tue. (I: ja) Das ist ja nicht kreativ, sondern das ist ja nur son mittlerer Level, wo ich wo was Wegsortiere. (I: ja) (.) Ähm (4) und wo kann ich mich noch entspannen? (3) Was son ähnliche also aber auch so zu, zu Meditation, äh oder Entspannungsü-- also entspannend, ein Hörbuch hören. Da brauch ich immer schon ne, so ne Grundentspannung. Ähm (.) äh äh wo ich im Moment überhaupt gar nicht bin. (I: ja) (.) Also (I: okay) den, den Rahmen kann ich mir im Moment gar nicht selber setzen, sondern im Moment hilft mir ähm (.) Verabredungen mit anderen zu haben. (I: ja) Aber Verabredung mit mir selber nehme ich dann nicht ernst. (I: mhm) (lacht auf) I Ähm (2) mh mir kommt grad einfach so ne Idee. Und du sagtest eben, dir sind bei dem Mandala Grenzen sehr wichtig. (B: mhm) Also äh Mandalas, die keine also Außenlinie habe, keine Konturlinie, das äh macht dich ganz kirre. Ähm und dann hast du eben gesagt, so mit anderen Musik machen, Zeitpunkt, du hast von Rahmen gesprochen. Ähm (.) dann sind dir ja so, so Rahmenbedingungen oder so Grenzen wichtig im Leben? B Ja, also Struktur. (I: ja) (.) Ja. I Ähm jetzt (.) gibt’s ja im Moment diesen Ausmaltrend, den hast du sicherlich auch mitbekommen. Äh auch eben im Zuge von (Joana Bethford?). #01:00:26# Ähm (2) kannst du dir erklären, warum das im Moment auftaucht? (2) B Pff. (3) Eigentlich nicht. (2) I Kam das für dich sehr überraschend? Auf einmal liegen überall Ausmalbücher? B Äh nee, das hat für mich schon ein Prozess. Also wie gesagt, ich bin ja mit Mandalas angefangen. (I: ja) Äh und ich hab mich ja auch mit der Theorie von Mandalas beschäftigt. Und das hat für mich sehr viel mit Konzentration zu tun. Also (I: ja) es hat was äh mit dem Runden und dem Konzentrieren zu tun. Äh 244 was ich immer schon schwierig fand, ähm Mandalas für Kinder, wo dann auf einmal Dornröschen auftaucht oder Seehunde auftauchen. I Und Fische. B Und Fische und Affen und ach, was der Markt so hergibt. Da hab ich schon gedacht, boah, nee. Ähm das wäre für mi-- war, ist, ist nicht meins. (I: ja) Weil da hab ich schon wieder was Gegenständliches. Was bestimmte Assoziationen weckt für Farbe, für Formen, für äh ja auch ne gewisse Form von äh Kreativität. Wen ich ein Dornröschen sehe, dann muss das hautfarben sein im Gesicht und nicht rot oder grün oder blau. Ein Seehund muss immer irgendwie grau sein. (.) Da hatt ich schon meine ersten Schwierigkeiten mit und ich hab, als dann so diese Ausmalbücher kamen, hatt ich so das Gefühl, das ist so ne Weiterentwicklung, äh von diesen gegenständlichen Mandalas zu Ausmalbildern, (I: ja) äh aber den Trend hab ich dann auch schon nicht mehr mitgemacht. Weil äh mir da (.) ja, eigentlich ein Stückweit diese Konzentration fehlte. (I: ja) Ich glaube, die, die (Bethford?) #01:02:08# hat auch Bilder gemacht, wo man selber auch noch weitermalen kann. I Ja, genau. Gibt es. B (seufzt leise) (.) Wo ich dann denke, nee, also da komm ich wieder an die Grenze von, ich kann ja keine Kunst. Und so (I: okay) (...?) #01:02:19# äh kann ich gar nicht (.) zeichnen, wie die zeichnen (I: ja) kann. Ähm wobei ich schon finde, dass die Motive, die die hat, total schön sind und wen man mal so ausgemalte Bilder im Internet so sieht von der, die find ich auch total toll. (I: ja) (.) Aber ähm (.) I Nicht so deins? B Ja, ich merke so, da, wie gesagt, ich hab mal angefangen, vielleicht muss ich da noch (I: ja) mal weitermachen, aber dass da son äh hat nen anderen Aspekt als diese Konzentration. Also Mandalas gehören für mich auch wirklich noch zu diesen Achtsamkeitsübungen, zu, auch zur Entspannung. (I: ja) Äh (.) die Bilder von Frau (Bethford?) #01:03:00# und diese Ausmalbilder haben für mich nichts Entspannendes (I: mhm) im Tun. I Warum glaubst du funktioniert das ja trotzdem, also sie hat ja diese naturhaften Themen viel drin. B Also ich, also die Themen, also ich hab, als ich dann mal geguckt hab, was interessiert mich, dann bin ich mal mit Postkarten angefangen. (I: ja) Weil das andere war mir ja zu groß und hab dann auch so geguckt, was find ich spannend. Natürlich Garten. (I: mhm) Die Blumen, Blüten. Äh und ich bin ja so ne Meeresfrau, so ne Wasserfrau, (I: ja) das find ich auch total spannend. (.) Äh und hab dann diese zwei Postkartenbücher, einmal über Gärten und einmal über äh Meeres-also äh ich glaube, Ocean heißt das. I Ja, genau. B Ähm (.) und hab gedacht, da fang ich mal mit an. (.) Äh und dann hab ich so äh gemerkt, boah, das äh jede Karte hat so viel Impulse, wo man, wo ich neu, nicht nur man, sondern wo ich neu nachdenken muss, das ist so grenzenlos. (I: ja) (.) 245 Äh und ich weiß nicht, (.) ähm ob alle Leute, die diese Ausmalbücher kaufen, (.) ob die die auch wirklich nutzen. (2) I Sondern? B Äh oder ob die damit auch anfangen und sagen, ist totaler Quatsch. Oder dass man das verschenkt, weil man denkt, das ist doch was Nettes. (I: ja) (.) Äh und dann die Beschenkten sagen, was soll ich denn damit jetzt machen. (I: okay) Ähm (.) ich hab nämlich jetzt im Advent (auch?) #01:04:29# son sehr schönes Leporello gekriegt, Ausmal- äh -bilder von ner Freundin. Wo ich dachte, ach, das ist ja nett. Und äh die springen mich auch an. Also diese grafische Darstellung, die ist auch total toll. Äh aber es hat für mich nicht son Impuls, boah, das muss ich jetzt unbedingt ausmalen. (I: ja) Weil ich äh (2) ja, auch mit den Farben für mich dann nicht so spielen kann. Weil Ozean ist nicht, äh ich sag mal, nicht äh Rot, Grün, Blau. (I: ja) Sondern der ist so Blau, Türkis und da müsste man natürlich mit ganz feinen Farbschattierungen arbeiten, aber dazu hab ich gar nicht das Material. (I: okay) Weil die Farben äh so, was ich mit Ozean verbinde, so Türkis, Petrol, Blau, (.) Grüntöne, äh so ne Skala, da hätt ich ne Skala gerne von mindestens dreißig Farbtönen. (lacht auf) (I: ja) (.) Äh die es aber gar nicht gibt. (.) I Ja, das stimmt. (.) B Ähm (2) und in den Fasermalern ist man dann so bei fünf bis sechs Tönen. (I: ja) (.) Äh und dann denk ich, äh ist meine Fantasie reicher als das Material, was mir für so feines Ausmalen zur Verfügung steht. Da wäre vielleicht doch mal interessanter, wieder ne Aktion freies Malen zu machen, (I: mhm) vor so nem großen Stück Papier. (2) I Mit Anleitung dann? B Äh wieder mit, also ich alleine äh äh würde da ziemlich bescheuert (I: ja) vorstehen, sondern eher mit Begleitung (I: ja) Also ich hab noch nicht wirklich jemanden getroffen, der mit Begeisterung Ausmalbücher malt. Ich äh f-- kenne mehr Menschen, die mit Begeisterung Mandalas gemalt haben. (I: ja) Äh und malen. Und weniger Menschen, die Ausmalbücher malen. Aber ich hab grad ne Idee, ich könnte mal ne Klientin fragen, ob die Lust dazu hat. (2) (I: ja) I Also ich bin ja auch immer noch auf der Suche, aber ähm die scheint es ja sehr zu geben, es sind ja unfassbare Absatzzahlen im Moment. Ähm B Das ist äh irrwitzig. Also wenn man bei Thalia äh I Ja, ist ja alles voll. B in die Abteilung geht, ist alles voll. (I: ja) Also äh und natürlich auch dann Kopien von, also da haben sich ja viele auf diesem Markt jetzt (I: mhm) (getan?). #01:06:35# Wo ich dann denke, häh? (.) I Aber es ist, obs nur Geschenke sind, die Leute kaufen es ja. B Die Leute (...?) #01:06:42# I Dass dann B Oder ob die das ihren Kindern zum Beispiel als Malbücher (I: ja) auch mit äh also ich hab keine Fantasie. (.) (I: ja) 246 I Ähm ich würde dir mal einen nennen. Und ich bin gespannt, was du dazu sagst. Und zwar, ähm es geht ja eben um diese Grenzen (.) von, von Ausmalbildern. Ähm und die haben ja dann auch, das hast du ja eben schon gesagt, auch, also man weiß ja auch, wann man dann fertig ist mit diesem Bild, ähm wenn ich dir jetzt sagen würde, ähm so aus der (.) mh mh ja, die Entwicklung der Gesellschaft so in den letzten Jahren wird ja eher durch neue Medien, digitale Medien ja eher schneller und auch grenzenloser. (.) Könnte, würdest du dazu, was würdest du dazu sagen, wenn man dann sagt, bei Ausmalbildern hat man ja eben wieder Grenzen. B Man hat Grenzen. (.) Und man hat was Analoges. (I: ja) (2) Ähm und ich denke auch, ähm U-- den Umgang mit Farbe und äh St-- Stift äh das hat auch so was sehr Natürlich. Was Haptisches. Also das kann ich mir auch schon vorstellen, und Schreiben ist für viele ja nichts mehr, was man gerne macht. (I: mhm) Also das erleb ich schon bei meinen jüngeren Kollegen. Wenn die was mit der Hand schreiben sollen. Um Gottes (I: mhm) Willen. (.) Ähm (.) so dass ich mir schon vorstellen kann, dass äh äh so dieses Malen was Fließenderes hat. Äh dieses Feine auch was hat. Äh ich hab ein Stift in der Hand und bin nicht grobmotorisch, sondern sehr feinmotorisch (I: ja) am Gange. Ähm und es hat was anderes als zu schreiben. (I: mhm) (.) Also da könnt ich schon ähm so Hypothesen raus entwickeln, dass das für äh manche Menschen ganz interessant sein kann, nicht vor so nem leeren Blatt zu sitzen, und irgendein Text schreiben zu müssen, (I: mhm) oder was selber konstruieren zu müssen, ähm (.) ich weiß, dass viele bei Mandalas auch immer den Impuls haben, das ist Kinderkram. (I: mhm) Äh und diese feinzi-- --ziselierten Strukturen, grafischen Strukturen von äh den Ausmalbüchern, haben natürlich auch was sehr Anspruchsvolles. (I: ja) (2) I Ähm (.) kannst du, könntest du dir auch vorstellen, dass das äh für einige Leute vielleicht auch son ähm ne Art Halt darstellt. Also ich habe hier was und habe, bekomme quasi durch das Bild auch ein Rahmen vorgesetzt, der mir vielleicht im Alltag fehlt? Weil eben es so wenig Grenzen gibt? B Also ich könnte mir vorstellen, dass es auch Menschen gibt, die sagen, hier äh also ich hab hier (.) was, das mache ich, das mach ich mit der Hand. Es treibt mich auch keiner an. Es leitet mich, das hatte ich ja eben beim Internet, auch keiner weiter. Jetzt, wenn du das machst, (I: mhm) machst du auch noch das und das und das und das und das. Ähm (.) ich kann mir schon vorstellen, dass das äh für manche Menschen auch interessant ist, dass es sein kann und dass diese Kleinteiligkeit, mh das äh ich, ich hab jetzt grade so die Assoziation von Pixeln. (I: mhm) (.) Also äh weil so im digitalen Raum bist du ja mit Pixeln unterwegs. (I: ja) Und äh und äh das hat ja schon auch ein bisschen was Pixeliges. (I: ja) (.) Manchmal. Und je nachdem, äh denk ich, hat auch noch ein, macht auch noch ein Unterschied, ob man mit Buntstiften oder mit äh Filz-- feinen Filz-- (I: ja) äh (.) --stiften malt oder mit diesen Faser-- äh --stiften malt. Wenn man mit diesem Faserstift malt, das hat ja schon auch was sehr Technisches. (I: ja) Weil das ja sehr spitz ist, sehr kleinteilig. Ähm und es hat nicht son äh (2) ja, es hat nicht so viel Kindergemäßes. Und es braucht schon auch ne gewisse Spannung, (.) um 247 mit diesem Medium umzugehen, (I: ja) weil du da, das fließt ja, als ich finde, das fließt nicht so weg, sondern das braucht schon sehr genaues Hingucken, und es (.) nimmt schon, glaube, diese gesellschaftlichen Kleintaktigkeiten auf. (I: ja) (.) Ähm ohne dass es gleich digital ist. Und es hat ja doch was von Handarbeit, weil das muss ich ja (.) äh mit so ner Auge-Hand-Verbindung (I: mhm) (.) äh nutzen. I Was bevorzugst du denn? Du hast gesagt, du malst eher kleine Bilder, damit die auch fertig werden. Aber ähm bevorzugst du dann eher kleine Flächen? Oder eher doch die größeren? B Also eigentlich, dieses hier ist eher klein. Also ich hab Mandalas immer in DINA4. (I: mhm) (.) Und äh je nach Stimmung ähm (.) also die ganz großen Flächen find ich völlig bescheuert. Das hat da (.) weil da mit dem Buntstift das als mein beliebtestes M-- Lieblingsmedium (I: ja) äh (.) da ist das zu groß, wenn die Teile zu groß ist. Weil da (.) malt man sich ja dumm und dusselig. Das ist mehr so was für einen dickeren Filzstift. Ähm (2) ich würde mal sagen so mittelteilig. Also die Frau (Bethford?) #01:11:40# hat mir schon sehr kleine (.) (I: ja) pixelige Teile. Also so was und so ein bisschen größer. I Wobei ähnliche Größe, aber dann insgesamt das ganze Bild ist natürlich dann (B: ja) viel, viel größer, also da sitzt man ja (2) auch lange dran. B Also hier, wenn (.) mach ich doch mal die Mappe auf. (2) Also so solche Größen. (I: ja) (.) So was äh (.) mach ich gerne. I Ja. Wenn du jetzt so das hier, wir können zum Beispiel mal uns, wenn wir das anschauen, wie ähm weißt du noch, wie du da vorgegangen bist? (3) B Ich mhi-- nee, das, glaub ich, doch, ich glaube, hier hab ich mal gezählt. (I: ja) Regenbogenfarben. (I: okay) Da braucht man ja in der Regel fünf bis sieben Farben. Und dann hab ich mal geguckt, ob das passt. (I: ja) Weil ich wollte und dann hab ich, glaub ich, erst mal gezählt. Und dann hab ich gedacht, ach, das könnte passen. Und die Ecken kann ich äh mit Zwischenfarben auffüllen. (I: ja) Weil das hat ja so ne ganz vorgegebene Struktur vom, vom Regenbogen (I: ja) was so Übergänge angeht. (.) Und dann, ich glaube, da hab ich mit dem Konzept angefangen, ich möchte mal was in Regenbogenfarben malen. (.) I Ist ja auch gelungen. Das würde man ja auch sofort sagen (B: ja) Regenbogen. B Und auch so in-- äh so von, von innen nach außen. Weil ich erst mit diesem Quadrat schon etwas Probleme hatte. I Weil? B Ähm (3) äh weil das ja, ich fand das schon sehr kleinteilig. (I: ja) Ähm und dann ist ein (.) Quadrat ist ja immer Quadrat und ist nicht rund. Und dann hat man ja immer diese Ecken da noch drin. (.) Wo ich dachte, mh, was mach ich mit diesen Ecken? (I: ja) Mit diesen Übergängen vom Quadrat zum Kreis. (I: ja (lacht)) (lacht leise) (.) Ähm (.) und ähm dann fand ich diese Kleinteiligkeit in diesem Mandala schon auch ne Herausforderung. (.) Weil ich auch da überlegen musste, äh das hatt ich ja vorhin auch schon gesagt, kriegt hier jedes Ornament ne eigene Farbe oder bleibt, kriegt äh nehm ich die gröbere Struktur der Ornamente und 248 I Genau das B nehme die in einer Farbe? I Ja, weil das fällt ja jetzt auf, die sind ja jetzt doch schon äh f-- also ähm Farbfeld an Farbfeld. Ne? B Ja. (.) Aber ich habe eben halt auch hier beim F-- (.) ich hatte so die Assoziation von kleinen Steinen, so Mosaiksteinen, (I: ja) ähm war mir schon wichtig, dass ich die Grenzen nicht übermale, sondern diese Mosaiksteinstruktur auch erhalten bleibt. (I: ja) I Ist auch gelungen. Aber ich sehe, also hier sehr, sehr kleine Stellen zwischendurch. B Ja. Also die find ich, das hah, die (.) I Malst du die dann zuerst oder lässt du die erst aus und (.) B Nee, hier hab ich dann äh wirklich Farb-- Farbkreis für Farbkreis (I: ja) genommen. Äh und hab die dann einfach mit ausgemalt. I Was, was stört dich an so kleinen Flächen? B Die sind so pixelig. Also die wirklich (.) zu füllen, ohne sie zu (leicht lachend) übermalen, (I: ja) (.) also das kann dann sein, dass ich vorher die Buntstifte noch mal etwas spitze, (I: mhm) damit äh ich da wirklich nicht I Also es ist eher das, ähm dass man das dann ordentlich ausmalt, obwohl sie so klein sind. B Ja. I Oder also ich könnte mir auch vorstellen, dass äh so geht’s mir, wenn es viele kleine Stellen sind, ähm hab ich das Gefühl, ich werde gar nicht fertigt. B Äh dazu, dazu war das, sind das zu wenig (I: ja) richtig kleine Stellen. Also das hab ich auch in einem Rutsch (.) weggemalt. (I: ja) Es kann auch sein, dass ich äh (.) das wie ich nicht mehr, ist schon bisschen äh älter, dass ich dann erst mal ein son Strahl versucht habe. (I: mhm) Um zu gucken, wie wirkt denn das? (I: ja) Also oder wenn ich das Gefühl hab, boah, ich werd hier überhaupt nicht fertig, äh dass ich dann schon mal so ein Segment rausnehme (I: ja) und das mal fertig male, dass ich son Eindruck habe und dann denke, oh, das sieht toll aus und dann noch mal wieder neu motiviert bin, weiter zu malen. (I: ja) (2) (...?) #01:15:37# I Würdest, ja, Tschuldigung. B Aber diese ganz kleinen Sachen, die brauch ich nicht. (I: okay) (.) Also die passen auch, wie gesagt, nicht zum Buntstift. I Ähm (lacht leise) (.) würdest du das als gelungen betrachten? B Also das find ich ein sehr gelungenes Mandala. (.) I Und ähm (.) dann äh guckst du dir das an (.) gelungen, dann kommts aber in die Mappe weg. Hast, denkst du dann noch dran, also so ich könnte mir vorstellen, man hats dann nachmittags beendet, denkt man dann noch abends dran, 249 irgendwie so äh das war irgendwie, also find ich gut. Oder kommt noch mal das Bedürfnis auf, ich gucks mir doch noch mal an? B Nee, das kommt jetzt also äh dass ich dann denke, och, jetzt nehm ich mal meine Mappe und (I: ja) dann guck ich noch mal, und denke, boah, das sind (.) einfach tolle Farben. (2) I Hast du dann das Bedürfnis, das mal zu wiederholen? B Also ähm (.) bei diesem Mandala, also wenn ich das dann gesehen habe, dann kann ich erst mal gar nicht wiederholen, weil dann hab ich so das Gefühl, ich äh mals genau gleich. (I: mhm) Und wenn ich dasselbe Grundmotiv habe, dann w-w-- würd ich eigentlich lieber versuchen, es noch mal anders zu malen. (I: ja) (.) Und nicht sozusagen, ich mach jetzt ne äh Reproduktion von meinem, von dem ersten, sondern äh würde dann (die?) #01:16:52# ach, ich könnt jetzt mal ähm versuchen, es in ganz anderen Farben zu malen. I Also da kommt dann wieder die Experimentierfreude durch? B Da kommt dann Experimentierfreude (I: ja) durch. Also das so zu kopieren und zu sagen, ach, das mach ich jetzt noch mal, und dann zu sagen, ach, dann verschenk ich das vielleicht, (I: ja) das wär mir zu doof. (lacht) I Okay. Folgende Frage, hast du als Kind eigentlich auch schon ausgemalt? (.) B Wir hatten Malbücher. (.) Aber ich hab da nicht viel Erinnerungen dran. Also ich hab nicht viel ausgemalt. I Das heißt, das ist dann auch erst son bisschen in Vergessenheit geraten und kam dann aber auch erst später wieder auf eher dann nem Erwachsenenalter? B Ja. Also da mit Mandalas malen bin ich wirklich im Erwachsenenalter angefangen, da war ich schon in der Berufsausbildung. Da war ich schon durch. Also da war ich knapp dreißig. (I: ja) I Das heißt, wenn du malst hat das jetzt nicht so ne ähm ich erinnere mich zurück (.) äh als Kind hab ich das auch schon gerne gemalt? B Nee. (.) Als Kind hat man ja, wenn diese (.) Nullachtfuffzehnmalbücher (I: ja) da gab es auch deutlich weniger als heute, (I: ja) (.) äh und dann, weiß ich, hatten wir glaub ich, mal son dickes Malbuch, aber wir hatten eigentlich immer mehr Zeichenblöcke. (.) (I: okay) (.) So für freies Malen. I (lacht kurz auf) Was aber nicht so ganz deins ist? B Was nicht meins ist. (lacht leise) I Okay. (lacht) Vielen Dank. 250 11.5 Daten zum dritten Interview Fragebogen zum dritten Interview 290 1.5 Daten zum dritten Interview Fragebogen zum dritten Interview Sie sind … weiblich. männlich. Sie sind … zwischen 20 und 29 Jahre alt. zwischen 30 und 39 Jahre alt. zwischen 40 und 49 Jahre alt. zwischen 50 und 59 Jahre alt. zwischen 60 und 69 Jahre alt. Ihr höchster Schulabschluss: _Abitur_________________ Welchen Beruf üben Sie aus?__Studentin (Erziehungswissenschaft), pädagogische Mitarbeiterin_________ Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche? __20__ Stunden. Beschreiben Sie Ihren Familienstand: (ledig, verlobt, verheiratet; Kinder…) __ledig_______________________________________________________________ Welche Hobbys haben Sie? __Badminton___________ __Lesen_______________ __Tanzen______________ ______________________ __Malen_______________ ______________________ Seit wann beschäftigen Sie sich mit Ausmalbildern? _1997_____________________ Gehen Sie noch anderen künstlerischen Tätigkeiten nach? Ja. Nein. Wenn Ja, welche sind das? __Acrylmalerei_________ ______________________ ______________________ ______________________ Vielen Dank für Ihre Antworten! 251 Drittes Interview I xxx, vielen Dank, dass du dich für ein Interview bereit erklärt hast und meine erste Frage wäre, ähm erzähl doch einmal (.) ähm wie du zum Ausmalen gekommen bist, wo ähm von wem du da vielleicht drüber gehört hast oder wie du das mitbekommen hast. Und ähm je ausführlicher du das Ganze erzählst, desto besser. (.) B Okay, also ähm (.) ich hab das früher schon immer ganz gerne gemacht. Und die letzten Jahre, muss ich sagen, eigentlich gar nicht mehr so viel. Und bin dann vor zwei Jahren ja in der OGS wieder angefangen und dadurch haben wir halt viel mit den Kindern Mandalas gemalt. Ähm ja, so ganz einfache Kindermandalas. U::nd (2) irgendwie hat mir das (leicht lachend) total viel Spaß gemacht bei der Arbeit und hab gedacht, das äh könnte man ja auch gut mal zu Hause machen und dann hab ich mir halt diese Erwachsenenmalbücher gekauft. (.) Genau. Und dadurch äh (2) hab ich dann wieder damit angefangen. (lacht leise) I Wenn du dich mit äh Ausmalbildern beschäftigst, ähm (.) würdest du mal erklären, wie das dann aussieht, welche Überlegungen du vielleicht morgens dann anstellst, und sagst, heute mal ich jetzt ein Ausmalbild oder ist das spontan? Und wie sieht dann die Vorbereitung aus? Und also der ganze Prozess quasi. B Okay, also so (leicht lachend) einen richtigen Prozess hab ich da gar nicht. (lacht) Ähm ich äh ja, wenn ich dann zum Beispiel von der Arbeit komme nachmittags, und gegessen hab, und dann irgendwie nichts zu tun habe oder nichts zu tun haben will, dann setz ich mich halt hin und male. (.) Und ich bereite das eigentlich gar nicht vor. Also ich äh such mir dann eins aus, wozu ich grade Lust hab und fang dann einfach an. Also (.) ich find das grade gut, dass man äh bei diesen Ausmalbildern halt nicht so äh viel vorbereiten muss wie zum Beispiel nem Acrylbild oder so. (I: ja) Weil ähm (2) da hast du ja schon alles vorgegeben. Du musst es ja nur noch ausmalen. I Das stimmt. B Ja. I Ja. B Also du musst dir halt keine Gedanken machen, was mal ich jetzt oder welche Farben brauch ich oder so. Du fängst halt einfach an. (.) I Ja. Wenn du ähm (.) dann ausmalst, wo machst du das? (2) B Wie ich das mache? I Wo? Wo? B Wo ich das mache? Äh meistens aufm Sofa. (.) I Also hier in der Wohnung direkt? B Also ich nehm, genau, ich nehm das aufn Schoß und dann mal ich das so (I: ja) (.) während der Fernseher nebenbei läuft oder (.) I Ist B ich Ruhe hab. 252 I Ja. Das heißt, ähm wie sehr konzentrierst du dich da drauf? B Gar nicht. (lacht) Ehrlich gesagt gar nicht. I Sondern? Was denkst du? Was geht dir so durch den Kopf? B Alles Mögliche. Also ich denke über die Uni, über die Arbeit nach, oder ich denke über irgendwas Privates nach oder ich hör halt zum Beispiel Fernsehen und bin dann total vertieft in die Geschichte, die da im Fernsehen passiert und male halt dabei. (.) (I: ja) Also ich konzentrier mich eigentlich gar nicht aufs Malen dann in dem Moment. (.) I Wenn du äh B Außer, welche Farben ich wähle. (I: ja) Also (.) wenn ich (...?) #03:02# I Wie wählst du die aus? Wie sieht das aus? B Also ich bin ja jetzt im Moment an dem Buch mit dem Dschungel. Und da ist ja ganz viel so, dass zum Beispiel Blätter oder so dargestellt sind. Ähm (.) ja, dann nehm ich natürlich ver- äh also was heißt natürlich, aber da nehme ich halt verschiedene grü- Grüntöne. Ähm weil ich es seltsam finden (leicht lachend) würde, die in anderen Farben anzumalen. (I: ja) Ähm (.) ja. (2) Und ansonsten einfach so, was grade dargestellt ist. Je nachdem, was dargestellt ist, ähm (.) wie es dann so passt von den Farben. I Und ähm (2) du sagtest grade, also du nimmst natürlich Grün, das heißt, du strebst hier schon eher so einen realistischen Eindruck an? B Ja. Ja. Auf jeden Fall. I Das könntest du jetzt nicht quasi (als?) #03:44# B Also ich könnte kein Blatt rot malen oder so, das würde mir komisch I Wa- B vorkommen. Weiß ich nicht. (lacht leise) I Weil? B Kann ich dir gar nicht sagen. (I: okay) Also es wär dann, glaub ich, nicht mehr so ästhetisch für mich, (lachend) dass das Blatt rot ist. (lacht) I Ja, das ist ja, das ist ja auch schon (B: (lacht)) mal gut. Ähm (.) wenn du da jetzt so Blüten hast, die werden ja dann, also die sind dann ja auf jeden Fall ähm andersfarbig, nehm ich an. Und nicht grün. B Ja. I Wonach entscheidest du da ne Farbwahl? B Ich guck mir die Stifte an und äh (.) die Farbe, die ich grade schön finde in dem Moment, nehm ich dann. I Ja. Ähm du hast jetzt hier die Stifte liegen. (B: ja) Was sind das für Stifte? B Das sind so Filzstifte. Relativ schmale. Mit denen man halt auch so kleine und große Flächen malen kann. (I: ja) (.) Ja. 253 I Präferierst du bestimmte Farben? (2) B Ja, so die Lieblingsfarben hat man ja immer, ne? (lacht) I Welche wären das? B Rot. Gelb. Und pink. I Rot, gelb B (lacht) I und pink. Okay. B (lacht) (.) Ja. (4) I Wenn ähm (.) (seufzt) wenn du sagst, du sitzt dann auf dem Sofa. (.) Hast vielleicht Fernseher ah, dann nimmst du dir das Buch und dann suchst du dir spontan ein Bild aus. Ähm was glaubst du, ähm woran bleibst du hängen, wenn du dich dann für ein Bild entscheidest? Wonach machst du das fest? B Also manchmal hab ich den Eindruck, dass ich äh mir das einfachste raussuche, ehrlich gesagt. (I: ja) Weil ich also oft male, wenn ich äh irgendwie einen stressigen Arbeitstag hatte und dann ist es mir zu anstrengend, ein zu aufwendiges Mandala zu malen tatsächlich. (I: ja) Äh weil ich hab auch so den Drang, dass wenn ich eins anfange, muss ich es fertig machen und das dauert ja auch einige Zeit. Und ähm (2) ja, dann versuch ich halt immer, so eins zu wählen, was nicht so aufwendig oder so groß ist, sag ich mal. (I: ja) Weil es gibt ja auch so welche über zwei Seiten zum Beispiel. Weil das äh würde mich dann stören, wenn ich es nicht zu Ende bringe an dem Tag. I Das heißt, wenn du anfängst, beendest du das auch in einem Zug? B Meistens. Ja. I Okay. Wenn das, wenn das dir nicht gelingt? B Dann ist das so, aber (leicht lachend) dann bin ich nicht so glücklich. (lacht) I Okay. Ähm beendest du das dann trotzdem an einem anderen Tag oder packst du das gar nicht mehr an? (2) B Oh, das weiß ich gar nicht. Das kann ich dir gar nicht so sagen. Also ich (.) glaub, ich würde eher wieder ein neues anfangen. I Okay. Könntest du es so unbeendet lassen? (.) B Ja, ich glaube schon. (leicht lachend) Wenn ich es mir nicht mehr angucke, dann ja. (lacht) I Ähm B Wenn ich es sehe, dann äh würd es mich wahrscheinlich stören. Aber das verdräng ich dann. (lacht) (I: ja) (.) I Ähm (2) warum willst du das gerne zu Ende bringen? (4) B Ich weiß es nicht. (2) I Es würde dich wurmen, wenn es äh nicht (...?) #06:36# 254 B Ja, man will ja sehen, wie es nachher aussieht. (I: okay) Also wie es fertig aussieht. Und (I: ja) wenn es dann so halb fertig ist, dann, wenn ich zum Beispiel mit den Blättern anfange, dann ist da ja nur grün und (leicht lachend) das ist irgendwie so deprimierend. (I: okay) (.) I Ähm (2) machst du was mit den fertigen Bildern? B Nein. (.) I Die verwahrst du im Buch? B Ja. I Zeigst du die jemandem? B Nee. (.) (lacht) I Das heißt, B Ja, weil ich ähm also ich finde, man sieht halt immer so total viel, dass Leute, die diese Ausmalbilder äh machen, ähm (.) so zum Beispiel schattiert malen oder so. (I: ja) Und das mach ich zum Beispiel gar nicht. Weil das mach ich ja schon auf den Leinwänden oder so. Oder auf anderen äh Sachen, die ich male. Und ich bin einfach froh, dass ich in diesen Ausmalbildern einfach mal nur ausmalen muss, ohne, also was heißt muss, aber kann, (I: ja) ohne dass irgendwer sagt, boah, das sieht aber gut aus oder so. Also es stört mich auch überhaupt nicht, äh wenn ich mal über den Strich male oder so. (.) (I: okay) Und das würde mich halt woanders äh stören. Also wenn ich zum Beispiel Bei- Bild auf Leinwand male, dann würd ich ja nie, also klar, da könnte ich nicht übern Strich malen, aber da würd ich, das würde mich halt total stören, wenn es (I: ja) irgendwie nicht passt. (.) I Das würdest du auch korrigieren? B Ja, auf jeden Fall. I Wie sieht das mit Fehlern aus, die dir hier passieren? B Nee. (.) Das korrigier ich nicht. I Ähm (.) neben dem Ausmalfehlern, wenn man über die Linien kommt, was ist so mit ähm Farbfehlern? Also hast du schon mal was ausgemalt und dachtest danach, oh, das war jetzt nicht so ne schöne Farbe? B Ja, hatt ich schon sehr oft. (.) Ähm ja, dann ärgert man sich. (leicht lachend) Am liebsten will ich es dann wegschmeißen. (lacht) (I: okay, ja) Äh aber (.) ja, man lässt es dann irgendwie im Buch drin, weil es sieht ja keiner. Aber es stört mich dann schon, wenn ich äh also zumindest, zum Beispiel wenn man anfängt und irgendwie die falsche Farbe wählt, dann äh ist das Bild irgendwie hinüber schon direkt. Also man I Malst du es trotzdem zu Ende? B Ja. (lacht) Weil es mich stört, wenn ich es nicht zu Ende bringe. (I: okay) (lacht) (I: ja) I Ähm w- ist das ein Erfolgserlebnis für dich, wenn du es dann B Ja. 255 I fertig hast? B Ja. Schon. (.) Ich kann gar nicht sagen, warum, ehrlich gesagt. I Ja, man hat ja was beendet. B Ja, ne? Ja, es ist halt fertig. I Und dann guckst du dir da auch so ein bisschen an und denkst so, (.) mh? B Ja, meistens hab ich dann äh so Sachen, die mir auffallen, die ich am liebsten anders gemacht hätte. Also ne andere (I: ja) Farbe oder so. Also besonders ne andere Farbe ist immer so das, was mich am meisten stört, wenn ich dann irgendwie das Falsche gewählt hab. I Das heißt, wie kritisch ist dein Blick am Ende? B Sehr kritisch. (.) I Obwohl du ja zwischendurch (B: (räuspert sich)) sagst, so ähm Fehler oder so, korrigier ich jetzt erst mal nicht. Aber B ë(Nee?). #09:07# I ëhinterher bist du trotzdem kritisch? B Ja. Aber ich änder dann auch nichts mehr daran. Also es ärgert mich dann, aber ich lass es dann so. I Also du lässt es. Okay. B Ja. Weil es I Kann B sieht ja keiner. I Ja. Kannst du dann auch so für dich gut stehen lassen? B Ja. (.) Wenn ich es mir nicht mehr angucke. (lacht) I Okay. Ähm gibt es ein Bild, wo du sagst, das ist dir dann auch gut gelungen? B Ja, bestimmt. I Ja. Äh äh gucken wir uns später noch an. B Ja. I Ähm (.) du sagtest eben, du malst oft nach einem stressigen Arbeitstag. B Ja. I Was hat denn das Ausmalen für dich mit Stress zu tun? (2) Oder mit Stressbewältigung? (.) B Ja, ich komm da total runter, ne? Also ich mach dann in dem, in der Zeit halt auch nichts anderes, also normalerweise, wenn ich nach Hause komme, ähm fängt man irgendwie an zu kochen, zu putzen oder irgendwelche Sachen zu erledigen. Und manchmal äh mach ich das ganz bewusst, dass ich dann eben nichts anderes mehr mache. (I: ja) Äh (.) ja, damit ich einfach dabei so ein bisschen runterkomme und einfach mal auch so die Gedanken durch den Kopf gehen lässt. (I: ja) Also ich denke dann auch über die Arbeit oder so oft nach, aber das 256 ist dann nicht mehr so, (2) dass es mich stresst. (I: ja) Also ich denk zwar, aber es stresst mich nicht, darüber nachzudenken. I Und ähm (.) ist das manchmal auch so ein bisschen, du sagtest, du machst das sehr spontan, bereitest du das trotzdem vielleicht vor im ähm legst du dir die Stifte bereit? Also du hast gesagt, der Fernseher läuft schon oft. B Ja. I Mh gibt’s da noch irgendwie, weiß ich nicht, Getränke dabei oder was zu Essen? Oder? B Ja, das auf jeden Fall. Weil zwischendurch aufstehen hass ich. (lacht) I Weil? B Weil das unterbricht das Ganze ja irgendwie. Also (.) ja, wenn man dann einmal so dran ist, dann kann ich auch schlecht den Stift wieder weglegen. Also (.) I Wie ist das generell mit Unter- B äh können schon mal so ein paar Stunden (I: ja) (.) I Wie ist das generell mit Unterbrechungen? (.) B Ja, das stört halt. (I: ja) Also ich äh (.) kann gar nicht so genau sagen, warum. (4) Ja, man ist irgendwie so in seinen Gedanken und äh (2) ja, es ist einfach ne Unterbrechung. Ist einf- ist einfach störend. (I: ja) I Wie gut bist du denn dann so über Medien und neue Medien, Handy, Smartphone überhaupt so zu erreichen in der Zeit? B Das Handy liegt immer daneben, glaub ich. Aber ich guck dann halt nicht so oft drauf, als (I: ja) wenn ich jetzt nur vorm Fernseher sitzen würde, sag ich mal. (I: ja) (.) Also ich muss sagen, oft langweilt (leicht lachend) es mich nur, vorm Fernseher zu sitzen. (I: ja) Und ich brauch irgendwie immer noch was Zweites so. Und da guck ich dann oft aufs Handy. Und wenn ich halt male, dann nicht. Also es liegt zwar da, aber (.) ich lass es dann auch mal liegen, selbst, wenn ich merke, dass es klingelt oder so. (I: ja) I Du hast eben auch ähm die Zeit schon ein bisschen angesprochen. Wie sieht das zeitlich aus, wenn du malst? (.) B Es kann schon mal ein paar Stunden dauern. (lacht) Grade, weil ich die Bilder dann ja auch zu Ende bringen will. Und ähm ja, grade diese Ausmalbilder sind ja sehr äh detailliert. Das heißt, es dauert halt auch schon mal ein bisschen. I Von Joana (Bethford?). #12:16# Ja? B Genau. Ja. (.) Ähm das dauert auch schon mal ein bisschen, ähm bis man dann son Bild fertig hat und (.) ja, das kann schon mal ein paar Stunden dauern. Also meistens mach ich es abends tatsächlich. Am Wochenende gar nicht mal so. (.) Ich glaube, da bin ich nicht (leicht lachend) gestresst genug. (lacht) (I: ja) (.) I Ähm (B: (räuspert sich)) kommt dir das dann auch vor wie ein paar Stunden? 257 B Nee. (.) I Sondern? B Ich erschrecke mich dann immer, dass schon wieder drei Stunden oder so vergangen sind. Also (.) man merkt halt, wie es (leicht lachend) dr- dunkel wird draußen, aber irgendwie kriegt man es nicht so richtig mit, weil man so irgendwie total vertieft ist. (I: ja) I Ähm (3) wenn du ähm sagst, du machst das doch eher spontan. Dann musst du aber (hustet) Entschuldigung, musst du aber schon im Hinterkopf so haben, du hättest jetzt auch theoretisch Zeit, es auch zu beenden? Weil wenn man es beendet, das dauert ja ziemlich lange. (B: ja) Ähm das heißt ja, abends Termine dürften ja theoretisch dann nicht mehr sein? Das musstest du ja dann schon quasi vorüberlegen? B Genau. Also das würde mich auch stören, wenn ich weiß, dass ich noch ein Termin hab, da kann ich mich nicht so fallen lassen und dann mach- fang ich auch erst gar nicht damit an. Also wenn, mach ich das wirklich nur, wenn ich weiß, dass danach auch nichts mehr ist. (I: okay) (.) Terminlich. (.) I Ähm (.) B Oft hab ich auch vorher schon gegessen, weil selbst das würde mich stören, wenn ich dann aufhöre, um zu essen und dann weiter male. Weil das irgendwie so diesen ganzen Prozess total unterbricht. (I: ja) (.) I Ja, das ist auf jeden Fall ähm (.) nachvollziehbar. Ähm (.) wie wichtig ist dir das Material? Also Stifte und (.) Papier? Ausmalbuch? Die Qualität quasi? (.) B Schon wichtig. Ich finde super an diesem Buch, ähm dass wenn ich eine Sache bemale, dass es nicht durchdrückt. Grade mit Filzstiften hat man das ja ganz oft, dass es durchdrückt, (I: ja) und dann kannst du die Rückseite nicht mehr bemalen. (I: mhm) Das find ich richtig gut. Ähm (2) und es ist mir schon wichtig, auch wie ähm hochwertig die Stifte sind. Weil zum Beispiel gibt es ja Buntstifte, die so weich malen, dass die halt nicht so viel Farbe abgeben. Deswegen mal ich auch oft mit Filzstiften. Ähm weil wenn die dann zu dünn sind, das stört mich auch, dann kann ich auch nicht so gut (I: ja) (.) I Ähm (2) warum, genau, du hast es jetzt schon ein bisschen erklärt, warum Filzstifte und keine oder du hast ja beides hier stehen. Ähm (.) warum das eine mal, warum das andere? B Ähm (.) also mit den Buntstiften mal ich eher, wenn ich das son bisschen schattieren will. (I: ja) Ähm und mit den Filzstiften, wenn ich es wirklich nur ausmale. Und da ich es meistens einfach nur ausmalen möchte, ohne irgendwie groß darüber nachzudenken, wie mal ich es jetzt an, ähm nehm ich halt die Filzstifte. I Ich sehe grade, die sind von Staedtler. B ((zustimmend)) Mhm. I Ist ja auch ne hochwertige Marke. B Ja. 258 I Hast du es auch mal mit anderen versucht? (2) B Ja. Ähm ich hatte auch mal relativ günstige, ich weiß gar nicht, äh von welcher Marke die waren. Aber es war schnell so, dass dann die Farben leer waren oder so. Und das (I: okay) ähm (.) hat mich irgendwie dann auch gestört. Und deswegen find ich es auch wichtig und achte da auch drauf, äh was ich da nehme. I Und wie sind die von Staedtler? B Die sind gut. Die sind richtig gut. I Ähm (2) B Also einige Farben ähm musst ich dann auch erst ausprobieren, es gibt ja auch diese Seite in diesem Buch, wo du die äh Stifte erst einmal ausprobieren kannst. Ich weiß nicht, ob du das kennst? I Nein, das kenn ich nicht. Zeig mir mal. B Ähm (3) hier. (.) Da kann man halt die Farben einmal so ausprobieren, damit man sieht, wie die wirklich dann aufm Blatt aussehen. (I: ja, okay) (.) Äh und das find ich äh total gut, weil äh die Stifte hatte ich ja jetzt auch genau neu mit dem Buch gekauft. (I: ja) Und äh einige sehen doch ganz anders aus als ähm von außen scheint. I Die die also die äußere Farbe? B Also wenns dann auf dem Blatt dargestellt ist. (I: ja) Genau. Ja. Genau. I Okay. Nein, das kannt ich noch gar nicht. Teste deine Stifte und erstelle deine persönliche Farbpalette. (.) B Ja. I Ähm (.) suchst du dir vorher Farben dann auch zurecht, wenn du dann hier auch noch mal testet oder nimmst du dir eine Farbe, malst und dann greifst du dir erst die nächste und guckst dann erst mal und entweder es passt oder es passt nicht? B Ähm also anfangs hab ich äh zum Beispiel diese ganzen Grüntöne (leicht lachend) wie du da siehst, äh (I: ja) einmal ausprobiert. Weil ich die Blätter dann, äh weil die ja in verschiedenen Formen quasi dargestellt sind, (I: ja) erst mal geguckt hab, wie ich die Blätter anmale. Ähm in verschiedenen Farben. Also in verschiedenen Grüntönen. (I: ja) Ähm dafür hab ichs ausprobiert, aber jetzt weiß ich ja schon, äh welcher Stift wie malt und welcher dunkler ist und welcher heller und deswegen guck ich jetzt eigentlich nicht mehr so drauf. (I: ja) (.) I Aber B Also anfangs hab ichs gemacht. Ja. (.) I Schon interessant. Kannt ich noch nicht, diese Seite. Aber es ist auch, glaub ich, das neuste Buch von ihr. B Das kann sein. Ja. I Ähm ich hab jetzt, glaub ich, die drei (.) Vorgänger zu Hause liegen. (.) Ähm (4) wie gehst du vor, wenn du dir ein Ausmalbuch oder ein Ausmalbild ausgesucht hast? Wo beginnst du? (.) 259 B Das ist immer unterschiedlich. (.) Ähm also es ist jetzt nicht so, dass ich am Rand anfange und einmal so quer drüber male (I: ja) oder so, sondern ähm (.) immer das, worauf ich grade Lust habe und dann ergibt sich das so nach und nach. Also ganz verteilt, die einzelnen Teile. Also wenn ich jetzt zum Beispiel ein Mandala habe, dann äh fang ich meistens von Innen an und male nach außen hin. (I: ja) Ähm aber bei diesen Ausmalbildern ist es tatsächlich so, dass ich ganz verteilt die einzelnen Elemente dann so zusammensetze. I Was glaubst du, wovon hängt das ab, wo du beginnst? (4) B (schnalzt) Ähm (3) also wenn ich zum Beispiel ein Bild gemalt hab, wo ganz viele Blätter drin sind, dann fang ich meistens nicht mit den Blättern an, weil es mich irgendwie schon nervt. (I: ja) Ähm weil ich muss auch sagen, dass äh ich das ein bisschen blöd finde an diesem Buch, dass alles ja klar ein Thema ist, aber alle Mandalas sich so oder alle Ausmalbilder sich so ähneln. (I: ja) Die sind alle sehr gleich. Und I Von den Motiven her? B Genau, genau. (I: mhm) Und wenn du ein Mandalabuch hast, hast du ja wirklich jedes einzelne komplett unterschiedlich. (I: mhm) (.) Ähm (.) ja, und ich glaube, wenn man dann die ganze Zeit nur Blätter gemalt hat, ist man irgendwann genervt davon und will dann erst mal die anderen Sachen ausmalen. (I: ja) Oder Blüten gibt’s halt sowieso selten. Dann fang ich meistens damit an. I Ähm du hast jetzt die Mandalas angesprochen. Die sind ja oft nicht gegenständlich. Also die sind ja nicht so (B: genau) figural oder so motivisch, sondern ja eher so abstrakt geometrische Formen. (I: ja) Ähm (.) das heißt, die malst du auch noch zu denen hier oder eher weniger? B Ähm hatte ich vorher ein Buch, ähm wo Mandalas drin waren. Und ja, in der OGS mit den Kindern auch manchmal, ne? Wenn wir dann so am Tisch sitzen, dann (.) mal ich oft einfach mit. Weil die finden das auch schön, wenn man dann sich so ein bisschen mit einbringt. (I: ja) I Ähm gefällt dir das eine oder das andere besser? (4) B Ich glaube tatsächlich, dass ich diese Ausmalbilder, wo wirklich gegenständliche Sachen dargestellt sind, besser finde. I Also die hier von Joana (Bethford?). #19:37# B Ja. Ja. I Könntest du das erklären? Also ein Grund? (.) B Nee, kann ich gar nicht sagen. (3) Also (.) ich kann da einfach mehr mit anfangen, glaub ich, als äh mit diesen komplett abstrakten Mandalabüchern. I Oder ist das eben, weil es realistischer ist? B Ja. I Weil du eben sagtest, B Wahrscheinlich. I du würdest jetzt auch nicht auf die Idee kommen, ähm (.) Blätter rot anzumalen. 260 B Ja, genau. I Oder, oder in einer (B: mhm) Farbe, die einfach nicht zutreffen (B: ja) würde. Ja. Bist du in deiner normalen, wenn du jetzt äh du malst ja auch mit Acryl. B ((zustimmend)) Mhm. I Ähm::: (.) (schnalzt) (.) würdest du da sagen, dass du da auch eher realistisch malst? B Ja. ((zustimmend)) Mhm. (.) I Auch schon mal anderes ausprobiert? B Nee, tatsächlich noch nicht. Ähm ich habs mir immer vorgenommen. Aber irgendwie bin ich (leicht lachend) noch nicht dazu gekommen. (I: ja) I Würdest du was ähm kurz einmal schildern, wie so dein, deine andere künstlerische Tätigkeit eben mit dem Malen so aussieht? Seit wann du das machst? B (seufzend) Boah, das mach ich schon, ja, seit der Schulzeit. Ähm ein paar Jahre. (.) Ähm (.) es hat sich so ein bisschen gefestigt durch den Kunst LK, den ich damals hatte. Und (I: ja) seitdem ähm ja, war das halt son bisschen schleppend zwischendurch, dass ich das oft nicht gemacht hab, aber ähm (2) dafür muss man halt auch länger Zeit haben und das stört mich immer so. Also bei den Ausmalbildern nimmt man sich zwar die Zeit und fängt an, aber man geht irgendwie nicht davon aus, dass es so viele Stunden in Anspruch nimmt. (I: ja) Äh und ich würde mich eher abends an dieses Ausmalbild setzen, als dann noch ein Acrylbild zu malen. (I: ja) Weil es einfach langfristiger ist und wenn ich dann sehe, dass das da steht und wartet und wird nicht fertig, dann stresst mich das. (I: ja) (.) I Das heißt, so ein Ausmalbild ist erst mal B Ist schneller gemacht einfach. (I: ja) (.) Ja. I Das und auch wahrscheinlich mit weniger Stress verbunden. B Genau. Ja. I Ähm (3) B Obwohl ich auch nicht sagen kann, dass es mich komplett stresst. Aber man denkt irgendwie ständig darüber nach. (I: ja) Und man will dann weitermachen. Aber hat keine Zeit. Und das löst ja schon irgendwie Stress aus. I Ja, ist nachvollziehbar. Ist so ein unbefriedigendes Gefühl, B Genau. Ja. I weil es noch nicht so abgeschlossen ist. Ähm (.) jetzt malen viele Ausmalbilder, weil sie ähm sagen, also so normal malen, also ne weiße Leinwand (.) da- damit kann ich gar nichts anfangen, das könnte ich gar nicht. Jetzt bist du ja auch in der Lage, du studierst ja auch in diese Richtung. B ((zustimmend)) Mhm. I Ähm was (B: ja) studierst du noch mal genau? B Ähm Bild- und Kunstgeschichte als Nebenfach. 261 I Ähm (.) das heißt, du wärst ja in der Lage und bist ja in der Lage, (B: mhm) ein weißes Blatt auch einfach so zu füllen mit Filzstift, mit Buntstift, egal, mit was. Oder mit Acryl. (B: ja) Ähm warum malst du denn jetzt Ausmalbilder? Da könnte man ja sagen, na ja, die kann ja eigentlich auch so malen. (2) B Weil bei den Leinwänden ähm erwartet immer irgendwer zu sehen, wie es nachher aussieht. (I: ja) Ich glaube, das ist der Punkt. Und bei diesen Ausmalbüchern, die mach ich nachher zu und es sieht ja keiner, also stört es mich nicht so, wenns mal nicht so aussieht, wie ichs mir vorgestellt hab. (2) Und bei den (.) zum Beispiel Bildern auf Leinwand, da überlegt man sich ja genau, was will ich machen. Und fängt dann an, aber wenns dann nicht so gut wird, (.) dann ärgere ich mich mehr. (I: mhm) Weil (.) irgendwie gibt’s ja immer Leute, die erwarten zu sehen, wie das geworden ist. (I: ja) I Und es sind wahrscheinlich auch eigene Erwartungen, nehm ich an. B Ja, ich glaube auch. Ja. I Ähm (.) wenn du son großes Bild planst, dann machst du dir schon ein Konzept, nehm ich an? B Ja. Ja, ich überlege immer vorher, was will ich malen und wenns dann zum Beispiel ein Foto ist oder so was, abgemalt wird, dann (.) ja, hat man ja immer schon irgendwo eine Vorlage oder irgendwie ein (.) Bild, was man so im Kopf hat. (I: ja) I Ähm hast du ein ähnliches Konzept, legst du dir was zurecht, wenn du ein Ausmalbild äh anor- beginnst, auszumalen? B Der Aufwand ist halt geringer auch, ne? (I: ja) Also man hat halt Filzstifte, die kann man auf- und zumachen. Und das war es. Und beim äh Malen auf Leinwand würde ich jetzt nicht mit Buntstiften oder so anfangen. Da braucht man ja schon viel mehr Material. (I: mhm) Und das dauert einfach länger, also ich würde jetzt auch nicht äh wenn ich nur ne Stunde Zeit hätte, ein Acrylbild anfangen. Weil ich wüsste, die Farben äh trocknen dann und (I: ja) sind dann quasi umsonst, das, was über ist. Und die Filzstifte gehen ja nicht kaputt davon, wenn man dann aufhört. I Das stimmt. Aber so ein Konzept, wie du das bei den großen Bildern dann quasi planst, ähm hab ich jetzt zumindest so rausgehört, machst du bei den Ausmalbildern nicht? B Nee. ((verneinend)) Mhm. I Das ist sehr intuitiv, spontan? B Genau. Ich guck dann einfach kurz, blättere einmal durch, welches mir jetzt grade (.) (I: ja) passend vorkommt. Und dann (.) ja, (I: ähm) fang ich an. I Wie detailliert dürfen die Bilder für dich sein beim Ausmalen? (.) B Nicht zu detailliert. Also ich mag total große Flächen anmalen. Ich weiß gar nicht, warum. Ähm (I: okay) (3) es (2) ja, wie gesagt, also das hatt ich ja vorhin schon mal erwähnt, dass ich ähm meistens auch die Bilder raussuche, die nicht 262 zu detailliert oder nicht zu ähm groß sind. (.) Ich kann gar nicht genau sagen, warum, ehrlich gesagt. I Vielleicht ähm andersrum, was stört dich an kleine Flächen? (2) B Das ist irgendwie so anstrengend. (lacht) (I: okay) Also I Das ist ja legitim. B Ja. (.) Es ist, ja, ist einfach anstrengend, find ich. Da muss man ständig die Farben wechseln und so. I Warum? Man könnte doch alles mit einer Farbe malen? B Ja. (leicht lachend) Kann man, aber (lacht) nee, das stört mich dann ja. (lacht) I Was, was stört dich jetzt genau? (.) Wenn du B Wenn ich das alles mit einer Farbe anmale? I Ja. (.) B Dass ich dann mich ja nicht, also dann kann ich ja auch ein weißes Blatt nehmen. I Ja, aber die ähm Motive würden ja noch durchkommen. (3) B (lacht) Och, ich kann gar nicht sagen, warum. (leicht lachend) Es stört mich. (lacht) I Also ähm (.) einander liegende Flächen malst du unterschiedlich aus? B Ja. (2) Es ist auch oft so, dass ich zum Beispiel Blätter, die ähm so Rillen haben, dann so wie gestreift anmale. Also (I: ja) ich kann jetzt nicht diese Mittellinie genauso malen wie die seitlichen Teile des Blattes. (I: okay) I Würdest du mir mal ein gelungenes äh Ausmalbild hier zeigen? B (Ja?). #25:59# I Dann könnten wir das an einem Bild quasi ähm B Gelungen. Da muss ich erst mal lange blättern. (lacht) (5) (...?) #26:11# zum Beispiel das. (2) I Okay. Ja, ich leg es mal, ich leg es mal so hierhin. Ähm (3) (Hund schüttelt sein Fell) was findest du hier bei diesem Bild, also es ist ja so ein Dschungelmotiv, was würdest du hier besonders ähm (.) gelungen empfinden? (3) B Besonders gelungen? I ((zustimmend)) Mhm. B Den Baum. (I: ja) Ist ja auch wieder ne große Fläche. (I: ja) Ähm obwohl das ein bisschen äh nervig war, immer um diese ganzen kleinen Blätter drum rum zu malen. Das ist, wo wir wieder bei der Kleinflächigkeit wären. (I: ja) Ähm (.) und die Blumen auch. Weil die einfach so zweifarbig sind halt. I Okay. Also das heißt aber schon, ähm wenn ich mir jetzt hier die gleichen Blumen anschaue, die malst du dann aber auch mit den gleichen Farben aus? B Ja. (.) Weil in echt sehen die ja auch (leicht lachend) dann gleich aus. (lacht) (I: okay) 263 I (Das?) #27:10# B Also die gleiche Blumenart sieht ja in Wirklichkeit auch (.) I Also (hustet) das heißt, gleiche Formen oder Motive bekommen dann auch die glei- B Die gleichen Farben. (I: okay) Ja. (2) I Wenn das nicht so wäre? (.) B Ja, das wäre dann wieder so das Thema mit der Ästhetik, das würde mich dann stören. (I: ja) Also ich finde, das sieht dann nicht mehr so ästhetisch aus, so (.) ja, es ist, sieht dann nicht mehr so echt aus. Also das ist, glaub ich, der Unterschied zu ähm Mandalabildern auch. Also diese komplett abstrakten, dass man da ja einfach Farben wählen kann, äh wie man möchte. Und (.) ähm diese Ausmalbilder sind ja äh schon sehr wirklichkeitsgetreu von den Darstellungen her. (I: mhm) Und (.) ja, das ähm (2) sollte dann auch so für mich so bleiben. (I: ja) Also dass es dann wirklich auch so aussieht, wie es in Echt aussehen würde. I Wie lange, weißt du, wie lange du hier dran gesessen hast? Das ist ja jetzt ne Doppelseite. (.) B Zwei Abende. (.) Also ich mal immer (leicht lachend) eine, eine Seite (lacht) (I: okay) ähm fertig. (lacht) In der Regel. I Aber das ist schon auch dann längerer Zeitraum auch, ne? B , so drei, vier Stunden abends dauert das dann. (I: mhm) I Das kann ich mir vorstellen. B (leicht lachend) Dann geht man schon mal später ins Bett. (lacht) (I: okay) I Das würde, stört dich dann aber auch in dem Moment B Nee. I nicht? B ((verneinend)) Mhm. I Okay. Ähm B Am nächsten Morgen ja. Aber (.) den Abend (noch?) nicht. #28:33# I Dann, dann erst mal nicht. Ähm wüsstest du noch, ähm wo du hier begonnen hast? (2) B Bei dem Baum tatsächlich. (.) Ich glaube, weils die größte Fläche ist. (.) Weil man orientiert sich irgendwie so an dem Baum. Weiß ich auch (I: ja) nicht warum. I Ja, der ist ja schon ziemlich, ja Hauptmotiv. B Präsent, ne? 264 I Ja. (.) Ähm vielleicht also mh (.) auch weil der vielleicht schneller auch erst zu bewältigen ist, große Flächen B Ja. I anstatt kleine. Könnte das zutreffen? B Genau. Ja. (.) Also man kommt halt voran, wenn man ne große Fläche malt. (.) I Das stimmt. B Ja. (.) I Ähm (4) wenn du sagst, du malst ähm so für dich und ähm (2) das bringt dich son bisschen runter, so vom Alltag, du hast ja gesagt, am Wochenende malst du jetzt eher weniger. (B: mhm) Sondern eher nach so nem stressreichen oder arbeitsintensiven (.) mh Tag. B ((zustimmend)) Mhm. I Ähm hast du noch andere Formen der Entspannung? Oder benutzt du das als Form der Entspannung? Äh bewusst oder mh wie sieht das aus? (3) B Ja. Ähm ich lese noch sehr gerne. (.) Wenn ich allerdings ähm son ziemlich langen Unitag hatte, dann fällt es mir schwer, mich darauf zu konzentrieren, zu lesen. (I: ja) Und dann würd ich eher halt zum Malbuch greifen, weil ich mich einfach nicht so konzentrieren muss. (.) Also man entspannt sich halt (2) damit eher, find ich, als zum Beispiel beim Lesen. Weil beim Lesen muss man ja die ganze Zeit äh noch was tun. Also (I: ja) klar, da auch. Aber da malt man ja nur. Also verstehst du, was ich (I: ja) meine? I Ja. Und du kannst, ähm zumindest (B: (räuspert sich)) (.) klang das eben so, du lässt dann eher auch deine Gedanken schweifen (B: ja) beim Ausmalen? B Ja. I Was beim Lesen ein bisschen schwieriger natürlich ist. B Genau. I Da man ja der Geschichte folgen kann. B Genau. Ja. I Ähm wen du sagst, du hast den Fernseher an, äh ich weiß nicht, vielleicht auch Musik, ähm (.) inwieweit ist, ist dir oder inwieweit ist dir so ne, das ist ja schon auch so ne Geräuschkulisse, (B: mhm) inwiefern ist dir das wichtig? (2) Oder malst du auch mal in Stille? B Mach ich auch. Ja. (.) Also es kommt immer drauf an, ähm manchmal hab ich das ganz gerne, ich ähm male zum Beispiel beim Fernsehen zum mh sehr gerne, weil ich dann so, wenn ich die Stimmen und die Gesichter einmal gesehen hab, dann kann ich die ja ungefähr zuordnen. Und ähm man stellt sich dann die Bilder, die ja im Fernsehen ganz anders dargestellt werden, ist ja wie ein Hörbuch dann im Prinzip, (I: mhm) weil man ja nicht hinguckt, ähm anders vor, als sie ja dann vielleicht dargestellt sind. Und das find ich irgendwie total spannend. Also ich könnte jetzt auch ein Hörbuch hören oder so. (I: ja) (.) Ähm (.) ist halt bequemer, den Fernseher (leicht lachend) anzumachen, als ein Hörbuch rauszusuchen. 265 I Das stimmt. Ähm was B Ja. Aber auch im Stillen. I Was dann läuft ist (...?) #31:40# äh egal? B Ist nebensächlich. Ja. (I: okay) (.) I Ähm (3) wie sieht es aus, ähm mit der Trennung von Privatem und Beruflichem? Inwieweit gelingt dir das? Oder gelingt es nicht? Und inwieweit stört dich das? (2) B Ähm (3) ich denke, also äh in Bezug auf die Gedanken? Oder? I So alles so. Arbeits- äh -dinge, vielleicht Dinge, die abends noch erledigt werden müssen für den (B: ja) für den Beruf? Oder sagst du, wenn du zu Hause bist, ist die Arbeit abgeschlossen? Wie, inwieweit vermische sich diese beiden Felder? B Ähm dadurch, dass die Uni ja quasi auch noch zur Arbeit zählt, ähm hab ich natürlich immer noch was zu tun abends, ne? (I: ja) Ähm und es ist aber auch äh auf die OGS bezogen nie so, dass ich jetzt sage, mh, ich darf jetzt von der Arbeit zu Hause nichts mitbekommen. Also das stört mich aber auch nicht, ähm (I: ja) dass meine Gedanken da oft sind oder dass ich da noch Anrufe kriege oder so. Ähm klar, ist es manchmal nicht so schön, wenn man dann grade irgendwie (.) abschalten möchte. Aber äh (.) so sehr stören tut es mich jetzt zurzeit noch nicht. Ich glaube, wenn es mich irgendwann stört, würd ich ähm auch versuchen, das zu ändern. (.) I Dass ne Trennung da wäre? B Indem ich dann, genau, (I: mhm) das stärker trenne. Aber (.) im Moment ist es noch nicht so, dass ich das Gefühl hab, dass die Arbeit mich so stresst, dass ich ähm zu Hause nicht (.) dran denke. I Aber vermischen tun sie sich? B Oft. Ja. I Okay. Ähm (2) inwieweit ist dir die äh du, die Umgebung wichtig? Du sagtest, du malst eher hier im, im, ja, in diesem Großraum, also eher hier im Wohnzimmerbereich. Inwiefern ist dir das wichtig? Könntest du überall malen? (3) B Ähm (2) ich würde auf jeden Fall äh immer einen bequemen Platz suchen, wo ich bequem sitze. (I: ja) Das ist mir wichtig. Also ich würde eher auch, glaub ich, mich eher aufs Bett setzen als an den Tisch. (.) (I: ja) Weil ich einfach bequemer sitze da. Und ähm nach ein paar Stunden kriegt man wahrscheinlich auch schneller (leicht lachend) Rückenschmerzen da, aber irgendwie ist es gemütlicher und ich würde mich jetzt nicht an den Tisch sitzen zum Beispiel. (2) Ähm aber so von den Räumlichkeiten ist, glaub ich, egal wo. Also (.) I Aber jetzt so eine laute Umgebung. Also wo vielleicht auch noch andere Menschen sind? (.) B Das würde mich schon eher stören, denk ich. I Also doch ähm wenn du hier, dann bist du ja doch dann eher für dich? B Ja, genau. Ja. (I: okay) Das, das auf jeden Fall. 266 I Mich interessiert jetzt sehr, warum nicht am Tisch? Ich meine, hier könnte man ja sehr akkurat sitzen. Ähm Material ausbreiten, hinstellen und ähm du hast ne gute Unter- ein Untergrund, äh ein Tisch (B: mhm) zum Malen. (3) B Weil man am Tisch einfach nicht so bequem sitzen kann. (2) Glaub ich. I (leicht lachend) Okay. B (lacht) Ja. Ähm (2) ich weiß es nicht. (4) I Gut. Ähm. Das heißt, du hälst das ja irgendwie ähm ähm äh legst du das auf den Beinen ab? Also dann ist das doch eher wackelig? B Genau, also I Oder geht das? B Äh ja, das ist schon manchmal anstrengend, äh dann äh ich legs auf den Beinen ab. (I: (räuspert sich) ja) Ich hab dann so ne Unterlage auch fürs Bett zum Beispiel, (I: ja) son Kissen, wo man dann zum Beispiel ein Laptop drauf stellen kann, das nehm ich oft da dann äh drunter. Ähm es, ich kann gar nicht sagen, warum. Aber es ist einfach viel gemütlicher. (2) Und am Tisch ist dieses Gefühl von im Büro sitzen oder am Schreibtisch sitzen. Und (I: ja) ich glaube, dass das Problem ist. Also das ähm auf dem Sofa sitzen ist eher son Feierabendgefühl, als am Tisch zu sitzen. I Ja, okay. B Genau. Und ich glaube, dass ich deshalb eher dann diese bequemen Sitzhaltungen wähle. I Wie detailliert kannst du dann noch malen? B Nicht so detailliert. Ich glaube, deswegen stören mich auch die kleinen Flächen. (2) I Okay. B (lacht) I Ja, ka- kann ja sein. B Ja, hört sich blöd an, aber ähm (2) ja. I Ja, das geht nicht gut zusammen. B Ja. I Das glaub ich. (.) B Äh deswegen ähm stört es mich aber auch nicht, wenn ich zum Beispiel mal über den Strich male oder über die Linien komme. Dann also (.) I Da würde dann die Gemütlichkeit (B: ja) quasi über die Qualität des B (...?) #36:18# I oder d- die Ordentlichkeit gehen? B Genau. (...?) #36:20# gehen. Ja. (I: okay) Ja. (2) I Das (B: ja) ist ja auch ein, ein Standpunkt. B Ja. 267 I Was ist dir denn dann wichtig am Malen? (3) B Äh kannst du das genauer formulieren? I Ähm. (2) Das fertige Bild guckst du dir zwar kritisch an, hast du gesagt, (B: mhm) aber du würdest da jetzt nichts ändern oder so. Also es bleibt dann einfach zu. Du findest es gelungen oder nicht. Ähm ist dir der, also ist dir das fertige Produkt wichtig? Weil du sagst, du will es ja auch irgendwie fertig bekommen. Oder ist dir der, der Prozess des Malens wichtiger? (3) Also das Malen an sich? B Ich glaube, der Prozess ist mir wichtiger. (.) Also es stört mich zwar zum Beispiel, wenn ich jetzt irgendwie falsche Farben gewählt hab am Ende. Und dann nicht so zufrieden bin. Aber ähm ich glaube, das Gefühl, dass ich das gemalt habe, und dass ich das zu Ende gebracht habe, macht das irgendwie wett. (.) (I: ja) (.) (I: okay) Ja. Also ähm (3) ja, das Malen an sich äh ist mir auf jeden Fall wichtiger. I Und dann auch während des Malens muss es gemütlich sein? B Ja. (3) I Das ist dir dann auch wichtig? B Genau. Ja. Das gehört so zusammen, würd ich sagen. (I: ja) (.) I Um dann (B: (räuspert sich)) (.) ähm du sagtest eben, dann so dann kannst du über vieles nachdenken. B ((zustimmend)) Mhm. I Ähm (.) auch wenn das jetzt persönlich klingt, ähm was kommen dir da so Gedanken durch den Kopf? Oder inwieweit ist das dann stressbefreiend oder stressreduzierend? B Ich glaub, der Unterschied ähm zum Nachdenken äh beim Malen und zum Nachdenken ohne Malen ist, dass die Gedanken so an dir vorbeigehen irgendwie. (I: ja) Und äh wenn man irgendwie zum Beispiel (.) sitzt beim Essen oder so, dann denk ich schon eher über Sachen anders nach, ähm (3) und mach mir dann auch vielleicht Gedanken, wie äh Dinge geändert werden können und beim Malen ist es so egal. Also die Gedanken kommen zwar. Aber (.) (I: ja) gehen dann halt auch wieder. (I: ja) Also das ist, glaub ich, das, was mich so ähm entspannt dabei. (2) I Ziehst du was aus diesen Gedanken, die dir kommen? Also kommt dir manchmal da was in den Kopf, mit dem du dann auch danach noch was anfangen kannst, die dir irgendwie wichtig erscheinen? B Nee. Ich glaub nicht. I Also es kreist son bisschen und dann ist es aber auch weg? B Ja. (2) (I: okay) Ja, ich vergleich das immer son bisschen mit dem Yoga. Also wenn ich zum Beispiel Yoga mache, dann ist es genauso. Also dann kommen mir auch die Gedanken, aber sobald ich aufhöre, (.) ist es I Ist es auch weg. 268 B vorbei. Ja. (I: okay) I Ich hatte ja eben nach äh anderen Formen der Entspannung gefragt. Also Yoga wäre auch noch B Genau. Ja. I eine Sache. Wie oft machst du das? B Äh im Moment nicht mehr so oft. Ähm ich hab das zwischenzeitlich einmal die Woche gemacht. (I: ja) Und jetzt in letzter Zeit ähm, ich hatte son Kurs mitgemacht. Und jetzt in letzter Zeit ist (.) sehr selten geworden. (I: okay) I Aber das ähm mit den Gedanken würdest du vergleichen, wäre ähnlich B Ja. I für dich? B Ja. (I: okay) Absolut. I Ähm B Weil man ist ja beschäftigt (I: ja) mit dieser Sache, mit dieser Beschäftigung. Ähm (.) und die Gedanken sind ja so nebensächlich. (.) Und ich glaube, das ist der Punkt. Also wenn du ähm nicht beschäftigt wärst, würdest du anders darüber denken, als während der Beschäftigung. (I: ja) (2) Ist blöd äh beschrieben jetzt, aber wahrscheinlich I Aber, aber erst mal nachvollziehbar. Ja. B verständlich. I Ähm (schnalzt) (3) wenn du sagst, gemalt hast du so schon immer. Ähm (2) hast du so Ausmalbücher schon als Kind gehabt? (2) Oder hast du da überhaupt gemalt schon als kleines Kind? (.) B Ich glaube, Mandalas hab ich schon immer gemalt. (lacht) Also diese typischen Mandalabücher (I: ja) äh für Kinder, ähm hat man ja in der Schule auch oft gemacht (I: ja) zum Beispiel. Und ich glaube, die hab ich schon immer gehabt. ëJa. I ëWie fandest du das damals? B Mh, das fand ich schon immer gut. (I: ja) Also grade so einfach Flächen ausmalen, ohne darüber nachzudenken, ähm wie ich jetzt was malen muss oder soll. (I: ja) Also oft ist ja auch dieses Gefühl dahinter, dass man es machen muss zum Beispiel in der Schule. (I: ja) Ähm da hatt ich glaub noch nie ein Problem mit, würd ich sagen. I Weckt das so Kindheitserinnerungen, wenn du so ausmalst für dich? B Nee, gar nicht. (I: okay) (2) Gar nicht. (.) I Du hast es einfach nur schon immer gerne gemacht? B Ja. I Und jetzt nach wie vor. B Ja. 269 I Bisschen Motive haben sich vielleicht er- ähm geändert, weil du jetzt eben diese ähm Erwachsenenausmalbücher (B: ja) hast. B Genau. I Aber das war es dann auch schon? B Ja. Also klar, man denkt manchmal darüber nach, grade, wenn man mit den Kindern in der OGS das macht, dann ist man ja auch in dieser Schulsituation (I: ja) sag ich mal. Äh klar, denkt man dann manchmal darüber nach. Aber so (.) zu Hause oder so, würd ich jetzt gar nicht, also weckt das überhaupt gar keine Erinnerungen. (I: okay) I Ähm diese Joana (Bethford?) #41:15# Bücher haben vorne ja ähm ähnlich wie einem Poesiealbum (.) ähm diese Seite, dieses Buch gehört. Da hast du auch B ((zustimmend)) Mhm. I deinen Namen eingetragen. B Ja. I Ähm (2) würdest du mir was darüber erzählen, warum? (2) Und wie findest du das, (2) dass es das gibt? (.) B Ich hab da ehrlich gesagt, gar nicht drüber nachgedacht. (2) (I: okay) (2) Ähm (.) I Ist ja auch ein Herzchen dabei. B Ja. (lacht) Weils ja rot ist. (lacht) (I: (lacht)) (.) Rot muss ja immer ein Herzchen dabei sein. (lacht) Ähm nee, kann ich dir ehrlich gesagt gar nicht so genau sagen, warum ich das ähm (4) ah, ich hätt es komisch gefunden, wenn die Linie leer bleibt. (I: okay) Also weil es ist ja mein Buch. (I: ja) Und es ist ja für keinen anderen bestimmt, wie ich ja schon gesagt hab, ich äh würde jetzt nicht mit dem Buch rumlaufen und allen Leuten meine Mandalas zeigen oder (I: ja) meine Ausmalbilder zeigen. (2) I Und oder aufhängen oder so? B Ja, genau. I Okay. Das heißt, ist es für dich nachvollziehbar, dass die das mit ihren, in ihren Büchern reinbringt? Kannst du dir da ein Grund, ne Absicht hinter vorstellen? (3) B Es gibt bestimmt ne (leicht lachend) Absicht. (lacht) I Ich B Aber ich w- könnte dir jetzt nicht sagen I Ich spekuliere nur. B nee, könnt ich dir jetzt nicht sagen, was genau da ihre Absicht ist. I Okay. Vielleicht auch eben diese, dieses, dass es eher persönlich ist vielleicht. B Ja. Ja, klar, das ähm mit Sicherheit. I Wie du ja eben schon (B: genau) auch gesagt hattest. B Ja. I Ähm 270 B Also persönlich ist es auf jeden Fall. Und deswegen hätt ich es auch komisch gefunden, wenn der Name da nicht steht. (I: ja) (.) Weil (.) also zum Beispiel wenn man früher ein Tagebuch oder so hatte, dann hat man ja auch seinen Namen da drauf geschrieben. (I: okay, ja) (.) Das vergleich ich son bisschen damit. I Oder diese Freundschaftsbücher. B Genau. Genau. Also (I: mhm) das ist ja schon irgendwie vergleichbar. Irgendwie so was. I Weil? B Ja, weil das sehr ähm (.) also für mich ist das sehr privat, dieses Buch. Ich weiß nicht, ähm (.) nicht, dass ich das äh (2) blöd fände, wenn das jemand sieht, da hab ich überhaupt gar kein Problem mit. Aber es guckt sich ja niemand an. Also ist (leicht lachend) es ja (lacht) (I: ja) ne? I Aber so jeder, würde da jetzt B Privat. I jeder einfach so dran gehen und rum blättern, wär jetzt auch nicht so toll? Oder ist das egal? (3) B Weiß ich nicht. Ich glaub, ich fänd es nicht so toll, weil ich mit manchen Ausmalbildern (leicht lachend) so unzufrieden bin. (lacht) (I: okay) (.) I Aber ähm wo ver- ver- verstaust du das Buch? Wo liegt das? B Ähm unterm Fernseher, da in der Ablage. (2) (I: okay) Genau. Also die ist ja schon offen zugänglich, sag ich mal. (I: ja) Da könnte ja im Prinzip jeder, der hier reinkommt, dran gehen. Das äh ist jetzt nicht so, dass ich das verschließe, weil ich das so schlimm fä- schlimm fände, wenn da einer reinguckt. (I: mhm) Ähm (.) ja. (.) I Aber es kommt wahrscheinlich auch selten vor, dass jemand so an die Ablage so dran geht. Und B Genau. Genau. (I: okay) Ja. I Ähm tauscht du dich mit jemandem über so Ausmalbücher aus? (2) B Nee, eigentlich nicht. (.) Also klar, wenn man irgendwie (2) ich hab ähm einer Freundin das (leicht lachend) äh letztens empfohlen, dass äh mich das sehr entspannt und dass sie das mal ausprobieren sollte. Weil das äh einfach ja irgendwie man kommt dabei total zur Ruhe. Und (.) mich persönlich entspannt das halt total. Und deswegen (I: mhm) hab ichs weiter empfohlen. Aber (2) ja. So darüber reden eigentlich nicht. (I: okay) Also ist schon eher was für dich. B Ja. I Abends. B Ja. I Und da malst du so für dich zum Runterkommen. B Genau. 271 I Und dann ist das auch zu wieder B Genau. I Und dann ist es auch weg? B Ja. I Okay. Ähm (2) ich geh jetzt noch mal einmal meine ganzen Stichpunkte durch. (3) Hab ich, hab ich, hab ich. (3) Wie oft ähm oder ich weiß gar nicht, ob man das so genau sagen kann, ähm (.) wie oft, wenn du sagst so, unter der Woche machst du das, kommt das dann manchmal so phasenweise sehr gehäuft vor? Ähm oder wie oft malst du dann in der Woche tatsächlich aus? B Also dieses phasenweise gehäuft Vorkommen ist tatsächlich so. Also wenn ich damit anfange, dann ähm hab ich oft den Drang, abends äh dann die nächsten Abende weiterzumachen. (I: ja) Ähm (.) das ist son bisschen wie Puzzeln, find ich. (I: mhm) Also man fängt halt so an und dann geht das halt so zwei Wochen, sag ich mal. Und dann ist erst wieder drei Wochen weg. (I: ja) Und dann sieht mans mal wieder und dann fängt man mal wieder an. Also das ist immer so phasenweise, würd ich sagen. (I: okay, ja) I Ähm Jaqueline, du hast hier grade ein Bild aufgeschlagen, wo du sagst, das ähm gefällt dir jetzt nicht so. Könntest du mir das erklären, warum? B Ja, also das ist ähm viel zu bunt geworden, ähm (.) als ich es eigentlich vorhatte. Also son richtigen Plan hatt ich ja gar nicht. Aber ähm ich hab einfach mit einer Farbe angefangen und hab dann überall so einzelne Flächen angemalt. Und dann ging das immer so weiter mit den anderen Farben. Und irgendwie äh hab ich mich am Ende total geärgert oder schon zum Ende hin. Und äh es sind einige Flächen dann auch einfach nicht mehr äh schön geworden oder ich hab dann so kleine weiße Flächen ausgelassen, (I: ja) oder übern Strich gemalt, weils mich einfach so (leicht lachend) genervt hat, (I: ja) ähm das dann weiter zu malen. Aber ich konnt auch nicht aufhören. Sonst hätt ich es, glaub ich, rausreißen und wegschmeißen müssen. (I: ja) Ähm (.) ja, und wenn ich das jetzt so reflektiere, dann äh will ich das am liebsten gar nicht sehen, weil ich es so schlimm finde, das (I: (lacht leise)) anzugucken. I Das ist, weil die Farben doch jetzt sehr willkürlich sind? B Ja und die, also das harmoniert ja gar nicht. (I: (lacht leise)) Das ist (leicht lachend) ja einfach (.) komplett unrealistisch. I Okay. Also ist ja son, son Schmetterling. Ähm B Genau. I und ähm (.) mutige Farbzusammenstellung. (lacht leise) B (lacht) Ja. I Oder? B Ja. I Ähm aber die, die stört dich jetzt? Weil die Farben jetzt nicht so aufeinander abgestimmt sind? 272 B Ja. I Oder weil es jetzt zu, zu ähm äh chaotisch wirkt? B Ja. Und äh (2) also einerseits, dass es chaotisch wirkt. Und einfach komplett (.) I (lacht leise) B (leicht lachend) ich weiß es nicht, ich kanns gar nicht in Worte fassen, (leicht lachend) ich find das so hässlich. (lacht) I Okay. Überlegst du denn dann für ein neues Ausmalbild, ähm also gehen dir dann so ähm hast du dann Gedanken ähm, so jetzt bitte nicht noch mal? Also B Ja. Aber ich (lacht) es wird sich, glaub ich, nicht ändern. (I: okay) Weil ähm der Vorgang ist ja immer der gleiche. Dass ich mir nicht überlege, wie es am Ende aussehen soll. (I: ja) Und wo ist das Problem, wenn ich äh mir das zurechtlegen würde, wie ich das ähm anmalen will und wie ich da vorgehe und welche Farben ich nutze, dann ähm ist es jetzt nicht mehr so spontan und nicht mehr so entspannend für mich. I Okay. Ist aber dann ein Teufelskreis, wenn du jedes Mal so malst. Und nicht weißt, B Ja. (lacht) Das ist es. Ja. I dass es gut wird (B: ja) oder nicht. B Ja. (I: okay) Aber am Ende bin ich trotzdem froh, dass ich es dann ja ausgemalt, also weils mich ja in dem Moment total entspannt hat. (I: ja) Dann ärgere ich mich zwar, aber es ist ja (bloß?) (...?) #48:29# I Über das Ergebnis, B Genau. I aber nicht über das Ausmalen an sich. B Das ist ja nur von kurzer Dauer dann in dem Moment. (I: okay) I Wie lange hast du da dann dran gemalt? Ist das ein Abend dann, d- das Bild jetzt gewesen? B Ja. I Okay. Aber B Es wurde dann auch immer kürzer, (leicht lachend) weil ich mir dann gar keine Mühe mehr gegeben hab. Wie man sieht. (lacht) I Malst du dann, malst du dann auch schneller aus? B Ja. (lacht) I Okay. Das heißt, b Also ich achte dann nicht mehr so auf die Linien. I Das heißt dann, (hustet) verkürzt du aber schon den Prozess auch? B Ja, weils mich so ärgert, (leicht lachend) und ich dann keine Lust mehr hab. Aber ich kann nicht aufhören. Also ich kann es nicht (leicht lachend) angefangen lassen. 273 I Okay. Also das erzeugt schon den Drang, das auch wirklich B Ja. I zum Abschluss zu bringen? B Genau. (I: okay) I Ähm eine abschließende Frage. Ähm diese Bücher, grade von Joana (Bethford?) #49:10#, die haben ja sehr son Trend losgesetzt, in den letzten (B: mhm) Jahren. Überall sind die ja erhältlich mittlerweile. Ähm (.) wie würdest du dir diesen Trend erklären? (3) B Ich glaube einfach, dass es viele Leute, die eine Art ähm Entspannungsmöglichkeit suchen. Ähm (3) und (3) ja, ich glaube auch einfach, dass es äh Leuten einfacher macht zu malen, (.) die das nicht können. Also die nicht normal malen können. Oder sagen, sie können es nicht. I Frei malen? So? B Genau. (I: ja) Genau. Und da gibt’s ja diese Vorgaben, ähm (.) du hast ja die fertigen Bilder und musst sie ja nur noch anmalen. (I: ja) Und ich glaube, dass das ähm (2) die Leute irgendwie inspiriert, damit anzufangen. (.) Ja. (I: mhm) I In- ähm -wieweit ist das für dich künstlerisch? Ist das künstlerisch? B (seufzt) Es ist mit Sicherheit (leicht lachend) künstlerisch. Also ich, äh klar, ich finde es künstlerischer oder kreativer, sag ich mal, frei zu malen. Weil man so seine eigenen Ideen aufs Blatt bringt. Ähm aber irgendwo hat man hier ja auch seine eigenen Ideen. (I: ja) Ähm obwohl ich sagen muss, dass ich es, glaub ich, künstlerischer finde, äh Mandalas, abstrakte Mandalas zu malen als diese Ausmalbilder, weil die ja schon sehr realitätsnah sind. (I: ja) Und man, wie ich das ja auch mache, die so malt, wie sie in der Realität aussehen (I: ja) würden. I Also schon eher auch durch die Form auch stark äh gebunden ist, an irgendwas. Ja. B Schon. Ja. Genau. Und wenn man abstrakte Bilder hat oder ein leeres Blatt, dann äh äh ja, (.) ähm drückt man sich ja künstlerischer oder anders künstlerisch aus, als diese vorgefertigten Bilder anzumalen. I Weil das einem mehr Freiheiten oder B Genau. I Möglichkeiten eröffnet? B Genau. Ja. (I: okay) Also das ist für mich einfach der (I: ja) Begriff, künstlerisch oder (I: okay) kreativ. (.) I Dann bedank ich mich für das Interview. B Ja. Kein Problem.

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References

Zusammenfassung

Jan Stollmeier geht der Frage nach der Sinnhaftigkeit von Ausmalbüchern für Erwachsene nach und untersucht den seit einigen Jahren andauernden Trend, der im kunstwissenschaftlichen Bereich bisher keine Beachtung fand. Der Autor weist in seiner qualitativ-empirisch angelegten Arbeit nach, dass Ausmalbilder auf dem geschichtsträchtigen Formenrepertoire der Ornamentik beruhen und in der Lage sind, vielfältige ästhetische Erfahrungen zu initiieren und sowohl simple als auch komplexe Malstrategien hervorzubringen. Die Untersuchung beruht auf einem interdisziplinären Forschungsansatz und greift kunstwissenschaftliche, soziologische und philosophische Aspekte auf, um anhand biografischer Fallrekonstruktionen Ausmaltypen herauszuarbeiten, die die Grundlage für eine abschließende Theorie bilden. Ausmalen ist demnach ein Trend der heutigen Zeit, weil es für die Ausmalenden eine probate Möglichkeit darstellt, zur Ruhe zu kommen und sich vom Alltag zu erholen. Er setzt sich aufgrund veränderter Lebensbedingungen durch, die mit einem Raumverlust und einer sozialen wie gesellschaftlichen Beschleunigung einhergehen, die es unabdingbar machen, eigene Orte und eigene Räume der Entschleunigung zu inszenieren. Die Arbeit widmet sich ebenso der Frage, wie sinnvoll Ausmalbilder im schulischen Kontext sind, und zeigt Möglichkeiten auf, Ausmalen gewinnbringend und unter Berücksichtigung von Lehrplänen, Achtsamkeit und exekutiver Funktionen im Kunstunterricht einzusetzen. „Mit seiner Untersuchung zu Ausmalbüchern von Erwachsenen legt Jan Stollmeier für das Fach Kunstpädagogik ein Grundlagenwerk vor, an dessen zentralen Thesen und Positionen in der Theoriebildung zu diesem Sujet zukünftige Diskurse in diesem Bereich nicht vorbeikommen können.“ Jutta Ströter-Bender