5 Wenn die Kirche der Jungfrau Maria keine Eizelle zugesteht … in:

Burckhard Wienand

Die Kehrseite des Glaubens, page 89 - 102

Eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundlehren des christlichen Abendlandes

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4282-3, ISBN online: 978-3-8288-7223-3, https://doi.org/10.5771/9783828872233-89

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Religionswissenschaft, vol. 12

Tectum, Baden-Baden
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89 5 Wenn die Kirche der Jungfrau Maria keine Eizelle zugesteht … Es ist schon ein starkes Stück. Da verlobt sich ein alter Mann, der nach den apokryphen (verborgenen) Schriften aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Chr., die keine Aufnahme in den Kanon der Bibel gefunden haben, schon ein Greis von achtzig Jahren gewesen sein soll, mit einer blutjungen Frau, die gerade dem Kindesalter entwachsen ist. Dies muss selbst für die damaligen Verhältnisse im Ostzipfel des Römischen Reiches kein alltäglicher Vorgang gewesen sein. Der greise Witwer dürfte auch nach den Erkenntnissen heutiger biomedizinischer Forschung und in Anbetracht seiner eigenen körperlichen Möglichkeiten sehr überrascht gewesen sein, dass diese junge Frau offensichtlich in „guter Hoffnung“ war. Er hatte sicher heute und erst recht vor über 2000 Jahren dafür keine plausible Erklärung. Dass sie schwanger war, ließ sich nicht mehr verbergen. Das Problem war nur, beide wussten nicht, von wem geschwängert. Dass der alte Herr deshalb ziemlich sauer war, kann man sich gut vorstellen. Nach der Überlieferung soll ihm jedoch ein Engel die peinliche Situation erklärt haben. Diese Erklärung muss so überzeugend gewesen sein, dass er seine Überlegungen zur Trennung von dieser jungen Frau daraufhin wieder verwarf. Welch eine skurrile Geschichte, ein Methusalem mit einer werdenden Mutter, unterwegs in der römisch besetzten Provinz. Und ausgerechnet dieser alte Mann mit seinen circa achtzig Jahren, bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von rund vierzig Jahren im damaligen Römischen Reich, er soll sich nun aufmachen, mit einer jungen Frau in Umständen, um in einem Nest namens Bethlehem in Galiläa an einer Volkszählung teilzunehmen. 90 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … Die historisch-kritische Bibelforschung hat diese schöne Weihnachtsgeschichte längst widerlegt. Schade eigentlich, denn wenn es das Weihnachtsfest mit der Geburtsgeschichte heute nicht geben würde, man müsste es erfinden, schon alleine wegen der Umsätze der Kaufmannschaft. Doch auch nach über 2000 Jahren ergeben sich immer noch Fragen, die mit der Geburt dieses „Menschensohnes“ zusammenhängen. Mögliche Antworten entlarven dieses schöne Märchen jedoch schnell als eine Legende, die so nie stattgefunden haben kann. Die Fakten der historischen Forschung sprechen, wie wir gesehen haben, eindeutig gegen diese Geschichte. Aber auch die realistische Einschätzung, dass ein so alter Mann mit einer Teenagerin, hoch schwanger, einen Fußmarsch von über 160 Kilometern antritt, ohne die heute übliche Outdoorkleidung, ohne gekennzeichnete Wanderwege, dafür aber mit einem störrischen Esel, man kann es kaum glauben. Ich denke vielmehr, dass dieser alte Mann unterwegs zusammengebrochen wäre und die Hochschwangere wahrscheinlich, angesichts der Strapazen, eine Frühgeburt gehabt hätte. Der Sohn der Maria, den die Christen als Sohn Gottes verehren, er ist sicher geboren worden, das ist historisch belegt. Aber nicht unter diesen Umständen. Zumal dieser alte Joseph bis auf ganz wenige Hinweise in der Bibel nach der Geburtsgeschichte sang- und klanglos aus den Evangelien verschwindet. Und doch, die Christen des zweiten Jahrhunderts nach Chr. hatten durch die Erzählung des Evangelisten Lukas so wenigstens eine schöne Geschichte über die Geburt eines Gottessohnes und auch über die Mutter dieses Sohnes, die dann später sogar zu einer Gottesgebärerin werden sollte. Und was für die damaligen Kirchenväter ganz besonders wichtig war, die Geschichten und Verheißungen des Alten Testamentes waren angeblich Wirklichkeit geworden. Als Erklärung findet das gerade beginnende Christentum selbstverständlich Hinweise in den alten Schriften der Juden zur Geburt eines Gottessohnes beim Propheten Jesaja. Hier kündigt der König Ahas in Jerusalem während eines Krieges im Jahre 734 vor Christus eine junge Frau an, die schwanger wird. Der Prophet sprach von einem baldigen Ereignis, kann also nach meiner Überzeugung nicht die Geburt eines Kindes gemeint haben, das dann mehr als 700 Jahre später geboren werden soll. 91 Die Evangelisten entwickelten trotzdem die Idee der Empfängnis einer jungen Frau namens Maria, die nicht auf natürlichem Wege, sondern vom Heiligen Geist geschwängert worden sein soll. Sie konzipierten auch noch die wunderbare und schmerzlose Geburt eines Kindes in irgendwelchen Unterständen auf freiem Felde. Wobei allerdings nach den Visionen der frühen Kirche diese Frau auf unergründliche Weise sowohl bei der Begattung als auch beim Geburtsvorgang selbst und auch nach der Geburt ihre Unschuld nicht verliert. Durch diese Geschichte wurde aus einer normalen jungen Frau des jüdischen Volkes, die ein Kind bekommt, in der Heilsgeschichte der Bibel eine beinahe gottgleiche „Himmelsfürstin“. Man fragt sich, warum musste eine solche Legendenbildung entstehen, warum eine solche Geburtsgeschichte? Der alte Joseph selbst musste nach den Aussagen der Bibel aus dem Hause und Geschlechte Davids stammen und die Geburt des Kindes musste nach Bethlehem verlegt werden, weil der Messias der Juden aus dem Hause und Geschlechte Davids hervorgehen sollte. Dieser Tatbestand war ja schon Gegenstand bei der Christuslehre. Zu erklären ist es eigentlich nicht, dass diese Weissagungen der hebräischen Schriften erfüllt werden mussten, wo doch Joseph nach dem Glauben der Christen an der Befruchtung der Eizelle Marias überhaupt nicht beteiligt war und das Kind demzufolge nicht aus dem Geschlechte Davids stammen konnte. Vielleicht hilft bei der Beantwortung dieser Frage der Katechismus der katholischen Kirche ja weiter. Auf der Suche nach den Antworten wird einem beim Studium jedoch sofort klar, dass wiederum der Sinn eines solchen Geschehens nur für den wirklich Glaubenden erfassbar ist. Erfasst man dies jedoch nicht, so bleibt dem kritischen Betrachter nur die Möglichkeit, eigene Nachforschung in den Schriften anzustellen, um so der Sache eher auf den Grund gehen zu können. Beleuchtet man die Entwicklung dieser Geschichte genauer, dann wird deutlich, dass aus einer ursprünglich jungen jüdischen Frau, die die Mutter eines vermutlich unehelichen Kindes war und die außerdem nach der Bibel später noch weitere Kinder bekam, dass nach der Vergöttlichung ihres ersten Sohnes durch die Kirchenväter eine reine, sündenfreie und allzeit jungfräuliche Gottesmutter werden musste. Bedient man sich seines eigenen Verstandes, ein geradezu abenteuerlicher Vorgang. Nicht die Bibel, nicht einmal die Evangelisten entwickelten diese Legende von der immerwährenden jungfräulichen Gottesmutter Maria, Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … 92 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … sondern die sogenannte junge Kirche tat dies selbst. Die Kirchenväter der ersten Jahrhunderte nach der Geburt Christi schufen die Figur einer Gottesgebärerin und schafften so eine glaubensbindende Göttin nach griechischem Vorbild. Mit Blick auf die Mythologie im alten Ägypten, der Mythologie der Griechen und Römer schufen die Bischöfe und Kleriker die übernatürliche Geburt eines Wesens aus einer Göttin, und dies im Gegensatz zu einer natürlichen Zeugung, Empfängnis und Geburt. Schon ein kurzer Blick in die Entwicklung der unterschiedlichsten Hochkulturen am Nil und am Euphrat zeigt, dass die jungfräuliche Geburt eines Erlösers durchaus auch in anderen Religionen und Mythen vorkommt. Auch haben in den Erlösungsmythen beinahe aller Religionen der Erde Jungfrauen immer eine besondere Rolle gespielt. So gebar die Jungfrau des Christentums auch einen Sohn, der Mensch war und einen Ziehvater mit Namen Joseph hatte und der zugleich nach den entwickelten Glaubensgrundsätzen der frühen Kirche auch Gottes Sohn sein musste. Das Ringen um den Glauben an einen wahren Gott, der auch gleichzeitig Mensch war und vor allem die Auseinandersetzungen um einen Konsens in dieser Frage unter den Christen, diese Auseinandersetzungen dauerten Jahrhunderte. Die Konflikte um die Frage eines Gottes in drei Personen und deren Beziehungen zueinander waren noch in vollem Gange, da entwickelte sich logischerweise die dogmatische Fragestellung in Klerikerkreisen zur bereits angesprochenen göttlichen und menschlichen Natur Jesu. Hiermit verbunden war dann auch die Streitfrage, als was die Mutter Jesu denn nun bezeichnet werden dürfe und an welche beinahe göttlichen Eigenschaften dieser Frau nun zu glauben sei. Die Logik sagte nicht nur jedem Christen, sondern auch jedem Menschen: Wer Mensch war, und das sollte Jesus ja auch gewesen sein, der hatte auch eine Mutter. War also die Mutter eines Sohnes Gottes auch eine Gottesmutter? Wie konnte gar ein Mensch, eine Jungfrau, einen Gott gebären? Bei den unterschiedlichen Auffassungen über diese dogmatischen Grundfragen, vor allem im Osten des Römischen Reiches, kristallisierten sich unter den damaligen Kirchenoberen zwei Positionen heraus. Die einen sprachen wegen der Gottheit Christi bei Maria von einer Gottesgebärerin, die anderen, da Gott ja bekanntlich schon vor der Zeit existiert haben musste und nicht noch geboren werden müsse, von einer Menschengebärerin, zumal ein Mensch ja keinen Gott gebären könne. 93 Auch diese fundamentalen Auseinandersetzungen wurden im Konzil von Ephesus, einer damals bedeutenden Stadt Kleinasiens an der Westküste der heutigen Türkei gelegen, im Jahre 431 nach Christus entschieden und als Dogma von den Konzilsvätern formuliert und verkündet. Wie wir bereits angesprochen haben war Jesus danach sowohl Gott als auch Mensch und die Mutter Jesu war jetzt wahrhaft eine Gottesgebärerin. Es ist allerdings nicht ganz sicher, ob die Verkündigung der Gottesmutterschaft Mariens in diesem Konzil zweifelsfrei festgelegt worden ist, da die Konzilstexte zu diesem Thema keine ausdrückliche Aussage enthalten. Stattdessen gehen die Konzilschronisten davon aus, dass ein Dogma zur Gottesmutterschaft nur die Folge der damals entstandenen dogmatischen Lehre von den beiden Naturen Jesu, der menschlichen und der göttlichen Natur, gewesen sein muss. In der Dogmatikliteratur hört sich der so entstandene Glaubenssatz dann so an: »Maria ist wahrhaft Gottesmutter.« In den Konzilsaussagen heißt es weiter: »Wer nicht bekennt, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist … der sei mit dem Kirchenbann belegt«. Fragt man den Historiker, der aufgrund der umfangreichen und relativ zuverlässigen Quellenlage dieser Zeit die Umstände und die Durchführung des Konzils von Ephesus erforscht hat, so ergibt sich ein aufschlussreiches Bild, das in den theologischen Schriften so gut wie keine Erwähnung findet, aber für den heutigen Christenmenschen besonders aufschlussreich ist. Die Betrachtung der historischen Entwicklung solcher Glaubenssätze lässt die zementierte Lehraussage der Kirche in einem ganz anderen Licht erscheinen. Hauptverantwortlicher und Hauptverteidiger der Position der bereits ausgeführten Zwei-Naturen-Lehre und der Lehre einer Gottesgebärerin war der Patriarch Cyrill von Alexandrien, sein Gegenspieler war der Patriarch von Konstantinopel mit dem Namen Nestorius. Dieser hatte in beiden Fragen eine eigenständige und konträre Position zu Cyrill und sprach bei Maria von einer Menschengebärerin. Wie bereits beschrieben war in dieser historischen Phase Theodosius II Kaiser des Oströmischen Reiches, der zu Pfingsten des Jahres 431 zu dem Konzil einlud. Der Historiker Manfred Clauss beschreibt eindrucksvoll die Ereignisse während des Konzilsverlauf: Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … 94 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … »Was dort ablief, könnte man als chaotisch oder besser noch als terroristisch bezeichnen. Cyrill kam aus Alexandria über See und war der Schnellste. Er erscheint in Ephesus mit einer Gruppe von schlagbereiten Mönchen (heute würde man sagen: mit einer Schlägertruppe) und berief die Versammlung ein, noch bevor alle Teilnehmer – konkret: seine Gegner – eintrafen. In der Kirche der Gottesmutter Maria verurteilte man Nestorius, den „neuen Judas“. Bald darauf kam der Bischof Johannes von Antiochia mit einem stattlichen Anhang nicht minder kräftiger Helfer dazu und setzte Cyrill sowie alle jene ab, die die Absetzung des Nestorius beschlossen hatten. Selbstverständlich exkommunizierten sich die beiden Gruppen gegenseitig. Schließlich griff Theodosius II durch und ließ sämtliche Rädelsführer unter Hausarrest stellen …«94. Es ist eine lange Geschichte von Protesten, Intrigen und gewaltigen Bestechungssummen, die nun folgte. Schaut man sich die Akteure an, so wird auch hier wieder einmal deutlich, in welch hohem Maße die Entscheidungen in Glaubensfragen nicht von Theologen, sondern ganz wesentlich von weltlichen Personen abhingen. Denn am Ende entschied selbstverständlich der Kaiser kraft seiner Autorität. Soviel wieder einmal zur Entscheidungsfindung bei Glaubensgrundsätzen und zur Entstehung des Dogmas einer Gottesgebärerin, an das bis zum heutigen Tage die katholischen Christen zu glauben haben. Einen solchen Dogmenwahn hat sich der Wanderprediger Jesus sicherlich nicht vorstellen können und eine solche Entstehung von Glaubensfundamenten einer Kirche, die Jesus niemals gründen wollte, schon gar nicht. Schaut man in die Bibel, so findet man zur Frage einer Gottesgebärerin namens Maria, gar einer Himmelskönigin, kein Wort. Es ist einfach kein Thema. Zumal Maria im Neuen Testament eher schlecht wegkommt, weder der selbst ernannte Apostel Paulus noch der Evangelist Markus zeigen sich an ihr interessiert. Wenn Maria überhaupt erscheint, so in einem eher problematischen Zusammenhang. Seine Mutter und seine Verwandtschaft haben Jesus wohl für ziemlich durchgeknallt gehalten (Mk. 3,21). Es ist nachgewiesen, dass eine Marienverehrung niemals Gegenstand in der Verkündigung Jesu war. Interessanterweise haben die Evangelisten Matthäus und Lukas, die ja den Text des Markusevangeliums kannten, die anstößigen Stellen beim Aufeinandertreffen von Mutter und Sohn in ihren Evangelien einfach weggelassen. 94 Manfred Clauss, Ein neuer Gott für die alte Welt, a. a. O., Seite 437 f. 95 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … Die Dogmatik-Literatur der Theologen sucht trotzdem, geradezu verzweifelt, nach Hinweisen in der Heiligen Schrift, die als Beleg für die Marienverehrung der Christenheit herhalten könnten; es heißt da: »Die Heilige Schrift lehrt die Gottesmutterschaft Mariens nicht dem Wort, sondern der Sache nach …«95. Das Dogma muss also wahr sein, weil es die Kirchenväter im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft, geglaubt und dann verkündet haben, und die Kirche verkündet es weiter, weil es wahr ist. Wieder mal ein typischer Zirkelbeweis. Trotz dieser problematischen Entstehungsgeschichte geht es in der Historie der sich etablierenden Kirche in immer gleicher Weise weiter und es entwickeln sich für die Mutter Gottes tatsächlich noch Steigerungsmöglichkeiten. Die Entfaltung einer geradezu schwärmerischen Marienverehrung nimmt in der Geschichte der Kirche von nun an ihren Lauf. Es musste konsequenterweise ein weiteres Dogma folgen. Denn wenn Maria einen Gott geboren hatte, dann konnte der Mensch Maria, wie in der Bibel beschrieben, ja nicht wie alle Frauen dieser Erde befruchtet worden sein. Eine Gottesmutter Maria beim Geschlechtsverkehr war nicht vorstellbar. Eine Maria mit fleischlicher Begierde, das ging gar nicht. Vielleicht hat auch deshalb die Überlieferung dem Joseph das Greisenalter zugedacht, denn ohne Hilfsmittel der modernen Pharmazie muss bei der Befruchtung doch wohl der Heilige Geist im Spiel gewesen sein. Ohne Ironie, das nachfolgende Dogma lautet tatsächlich: »Maria war Jungfrau vor, in und nach der Geburt Jesu«. Man kommt ins Grübeln. Es kann für Kleriker und ihre Lehre einfach nicht sein, was nicht sein darf. Rudolf Augstein sagt dazu in seinem Buch »… 400 Jahre nach dem Tode ihres Sohnes war hinlänglich sichergestellt, dass kein Penis je in sie eingedrungen sein dürfte, dass sie die Leibesfrucht nicht durch die Vagina und auch nicht durch Kaiserschnitt aus sich entlassen hatte …«96. Schon das zweite Konzil von Konstantinopel im Jahre 553 nach Chr. gibt Maria den Ehrentitel einer „immerwährenden Jungfrau“. Doch spätestens seit der Lateransynode des Jahres 649 nach Chr. werden durch 95 Ludwig Ott, Grundriss der Dogmatik, a. a. O., Seite 237. 96 Rudolf Augstein, Jesus Menschensohn, a. a. O., Seite 411. 96 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … das kirchliche Lehramt alle drei Elemente der Jungfräulichkeit Mariens besonders hervorgehoben. So werden weitere Dogmen zur „Präzisierung“ nachgelegt: »Maria gebar ohne Verletzung ihrer jungfräulichen „Unversehrtheit“« »Maria lebte auch nach der Geburt Jesu jungfräulich«. Die Kleriker sahen in der Jungfrauengeburt so etwas wie die Voraussetzung und Bedingung für eine Gottessohnschaft und entwickelten daher über die Jahrhunderte hinweg diesen Dogmenkatalog des katholischen Glaubens auf der Grundlage ihrer eigenen Vorstellungswelt. Dass nämlich Maria als Jungfrau empfangen und geboren hatte und zwar ausschließlich durch die Einwirkung des Heiligen Geistes. Logischerweise lautet ein weiteres Dogma dann: »Maria empfing ohne Mitwirkung eines Mannes vom Heiligen Geist«. Es musste sich halt so fügen, wie es sich in den Mythen der antiken Welt auch gefügt hatte, dass der Erlöser der Menschen immer auch der Sohn einer Jungfrau war. Im alten Orient findet man in der Mythologie zahlreiche Beispiele, wo der Samen eines Gottes den eines Mannes ersetzt oder ihm zuvorkommt und es kommt dann je nach der Vorstellungswelt des entsprechenden Kulturkreises zu einer „Jungfrauengeburt“. Die Götterbilder in der Mythologie der Ägypter, der Inder, der Griechen und der Römer mögen zwar einige dogmatische Aussagen erklären und die Marienverehrung der römischen Kirche mag auch ein entsprechender Ersatz sein für die antike Verehrung von Mutter-Gottheiten, doch muss den Theologen spätestens im Mittelalter schon geschwant haben, dass die Vorstellung von einer Gottessohnschaft Jesu nicht zwangsläufig von der Tatsache einer Jungfrauengeburt abhängig gemacht werden kann. Doch was sagen uns die Theologen heute? Der Katechismus der katholischen Kirche flüchtet in die bekannte verschleiernde Theologensprache. Erst im Laufe der Jahrhunderte sei sich die Kirche bewusst geworden, dass »Maria stets wirkliche Jungfrau geblieben sei …« und dass die Berichte der Väter als »Werk Gottes aufge- 97 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … fasst werden müssen, das über jedes menschliche Verständnis und Vermögen hinausgeht …«97. Es ist also auch hier wieder zu glauben, was nicht zu verstehen ist! Die bekannte Arroganz der Kirchenväter kommt wieder zum Vorschein, deren Verständnis und Vermögen zur Klärung oder Erklärung eines solchen Dogmas zwar nicht ausreicht, die es aber trotzdem als Glaubenssatz verkünden und die die Christenmenschen dann verpflichten, bei Androhung von Sündenstrafen, genau dies und nichts anderes zu glauben. Zudem sagt der aktuelle Katechismus, dass die nähere Bestimmung, nämlich worin die jungfräuliche Unversehrtheit Marias in der Geburt nach der körperlichen Seite besteht, nicht zum Glauben der Kirche gehört. Da haben wir es, die physiologische Seite wird außen vor gelassen und der Gebärvorgang bei Maria wird zu einem zu glaubenden und laut zu verkündenden Geheimnis98. Die Geburt Jesu sollte »in keinerlei Hinsicht einen menschlichen Zeugungsbeitrag beinhalten, nicht nur einen nicht männlichen, sondern überhaupt keinen menschlichen«99, sagt die Theologin Uta Ranke-Heinemann. Auch bei der Frage einer Jungfräulichkeit der Gottesmutter nach der Geburt werden aus den Brüdern und Schwestern Jesu, die so explizit im Neuen Testament genannt werden (Mk. 6,3–4), in der theologischen Literatur nahe Verwandte oder Kinder aus der ersten Ehe des Joseph mit seiner verstorbenen Frau. So biegt man selbst dort, wo die Formulierungen des Evangeliums eindeutig sind, bei allem Vorbehalt über die Absichten und die Authentizität der Evangelienschreiber, man biegt sich die Sachverhalte passend, weil das Bild der immerwährenden Jungfrau angesichts der sich in den nachfolgenden Jahrhunderten steigernden Verehrung einer Mutter Gottes aufrechterhalten werden muss. Selbst unser ehemaliger Papst Benedikt XVI besteht im 21. Jahrhundert immer noch darauf, dass die Jungfrauengeburt ein wirkliches Geschehnis ist. So formuliert es dann auch der Katechismus weiter: »Der Kirche wurde bewusst …«, wohlgemerkt, nicht den Gläubigen, sondern der Kirche, dass »Jesus einzig durch die Kraft des Heiligen Geistes im Schoße der Jungfrau empfangen wurde«. Es ist also festgeschrieben, der »Heilige Geist wird gesandt, um den Schoß der Jungfrau göttlich zu befruch- 97 Katechismus der katholischen Kirche, a. a. O., Seite 156 f. 98 Vgl. hierzu: Katechismus der katholischen Kirche, a. a. O., Seite 156. 99 Uta Ranke-Heinemann, Nein und Amen, a. a. O., Seite 63. 98 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … ten«, das kirchliche Fundament »für das Bekenntnis zur jungfräulichen Geistempfängnis sei … unbestritten gegeben«100. Im Zuge der sich entwickelnden Verehrung einer Gottesmutter in der Kirche und spätestens ab dem 5. Jahrhundert nach Chr. ist die Konzeption solcher Dogmen vielleicht noch nachvollziehbar und nicht weiter verwunderlich. Doch wie sieht es heute aus? Es bleibt nach wie vor dabei, das Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche spricht diesen Satz weiter unbeirrt aus. »Ich glaube an Gott … und an Jesus Christus … der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau« Ein Glaubenssatz also, der zu einer Zeit entstanden ist, als man von der Existenz einer weiblichen Eizelle noch nichts wusste. Es gab damals eher die Vorstellung, dass »… die Frau … gleichsam die Erde war, der Blumentopf, wohin der Mann den Samen legte, aus welchem dann allein das Kind wuchs …«. Die »… Wissenslücke in Bezug auf die weibliche Eizelle war also das Fundament für die Vorstellung einer Jungfrauengeburt vom Heiligen Geist im geschlechtslosen Raum …«101, bemerkt Uta Ranke-Heinemann. Die kritischen Köpfe unter den Theologen verfallen dann auch in die Satire und machen den Vorschlag, »entweder die Kirche gesteht Maria eine Eizelle zu, dann muss die Kirche sagen, … empfangen vom Heiligen Geist, aber nur zu einem kleinen, wenn auch nicht unwesentlichen Teil«, oder die Kirche gesteht Maria keine Eizelle zu, das heißt, Samen und Ei stammen vom Heiligen Geist, »dann wäre Maria nicht die Mutter Jesu, sondern nur eine Leihmutter«102. Maria wäre so keine junge Frau der damaligen Zeit, sondern doch eher eine Frau der heutigen Zeit, mit den Möglichkeiten der modernen Präimplantationsdiagnostik. Und nun geht ein Papst in der Mitte des 19. Jahrhunderts gar hin, ohne Not und befrachtet die Kirche gleich mit zwei weiteren Dogmen zur Marienverehrung. Und dies gänzlich ohne jedes biblische Fundament und dann auch noch mit einer geradezu hanebüchenen Argumentation. Es handelt sich bei den Lehraussagen mit Unfehlbarkeitsanspruch von Papst Pius IX, wenn er „ex cathedra“ spricht, um das Dogma von der „unbefleckten Empfängnis Marias“. Damit Maria nicht die Erbsünde von Adam und Eva durch die Geburt Jesu auf das Kind überträgt, musste sie noch vor ihrer eigenen Empfängnis, also schon im Schoße ihrer ei- 100 Katechismus der katholischen Kirche, a. a. O., Seite 157. 101 Uta Ranke-Heinemann, Nein und Amen, a. a. O., Seite 65. 102 Uta Ranke-Heinemann, Nein und Amen, a. a. O., Seite 65 f. 99 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … genen Mutter geheiligt worden sein. Während nach der Lehre der Kirche alle Menschen erst durch das Leben und den Kreuzestod Jesu in der Taufe von der Erbsünde befreit werden, musste Maria noch vor dem Leben und Sterben Jesu, sozusagen im Voraus von der Behaftung der Erbsünde bewahrt werden. Man muss sich das einmal vorstellen, da bestimmen die Bischöfe und Priester des 19. Jahrhunderts oder besser gesagt der Papst im Jahre 1854 in einer „Bulle“, dass Maria schon vor der Geburt des eigenen Sohnes, der ja erst durch seine Menschwerdung die Menschheit von der lauthals verkündeten Ursünde befreit haben soll, ja vor ihrer eigenen Geburt, ohne Makel der Erbsünde empfangen worden ist. Die ganze übrige Menschheit leidet allerdings bis zum heutigen Tage, nach den Aussagen der Kirche, an diesem Erbsünden-Makel. Die schon im Mittelalter stark diskutierte, aber offen gelassene Frage, sie wird jetzt über 1800 Jahre nach dem Tode Jesu durch einen Papst „ex cathedra“ entschieden. Trotz der Unmöglichkeit, und diese Aussage macht die gesamte theologische Literatur, sich auf irgendein Schriftzeugnis berufen zu können. Der gesamte katholische Klerus gibt zu, dass das Dogma von der „unbefleckten Empfängnis“ nicht aus der Bibel abgeleitet werden kann. Es wird trotzdem verkündet, ungeachtet der Tatsache, dass das Schriftprinzip, also der geforderte Bezug zur Heiligen Schrift, mittlerweile auch von den Dogmatikern der katholischen Kirche bejaht wird. Im Gegensatz dazu oder vielleicht gerade deswegen mussten die Kleriker aus der Mutter Jesu ein geschlechtsloses Wesen machen, eine immerwährende Jungfrau, eine reine Magd, eine Himmelskönigin. Man wird den Gedanken einfach nicht los. Es war offensichtlich zwingend, über die Jahrhunderte hinweg ein Wunschbild für die zölibatären Fantasien der Kleriker aufzubauen und dabei die Geschlechtlichkeit Marias weitestgehend zu verdrängen. Zumal die historische Maria zu Lebzeiten ihres Sohnes eher nicht zu seinen Anhängern gehört hat und nichts von seinem göttlichen Auftrag wusste. Sie teilte eher mit anderen ein tief sitzendes Unverständnis über ihren Sohn (Lk 2,50). Die heutigen Theologen der Kirche vernebeln jedoch weiter, sie können es selbst nicht fassen, es ist ihnen einfach nur unangenehm, wenn sie auf das Thema der Jungfräulichkeit Marias angesprochen werden. Daher bleibt ihnen nur die Flucht, die Flucht nach vorn, sie führt zu einer Argumentation wie diese: »Die Väter lehren die wahre Gottesmut- 100 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … terschaft Mariens ebenso wie die Heilige Schrift, nicht dem Wort, wohl aber der Sache nach«103. Offensichtlich sind alle Erzählungen und Reden in den Schriften der Kirche nicht zu lesen als historische Berichte oder biografische Auskünfte, sondern nur unter der Prämisse des Glaubens an Jesus Christus, oder korrekter formuliert: nur aus dem Glauben an die Lehraussagen der Kirche zu verstehen. Eine differenzierte, seriöse und genaue Betrachtung der Lehren der Kirche durch den Christenmenschen ist einfach nicht angesagt. Letztendlich bleibt immer nur die Aussage, dass die meisten Fragen mit historischer Gewissheit doch nicht beantwortet werden können. Und jetzt kommt es. Da setzt der Heilige Vater, Pius XII, in der Mitte des 20. Jahrhundert noch eins drauf. Er formuliert und verkündet im Jahre 1950 das Dogma von der Aufnahme Mariens in den Himmel. Das Dogma selbst lautet wörtlich: »Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen«. Es ist irgendwie logisch, wenn Maria nicht mit der Erbsünde behaftet war, dann wird sie wohl direkt nach ihrem Tode die himmlische Herrlichkeit erreicht haben. So soll doch tatsächlich auch der Leib Marias im Himmel sein, und das nach fast 2000 Jahren. Die Vorstellungen dieses Papstes überraschten angeblich die In sider nicht. Auch dass eine Himmelfahrt Mariens in der Bibel nirgends vorkommt, ist jetzt nicht mehr von Bedeutung. Der Gedanke an eine solche Auffahrt war in der Kirche über Jahrhunderte hinweg völlig unbekannt und auch undenkbar. Doch nach einer solchen Verkündigung, was sollten sie jetzt tun, die Kleriker, wie sollten sie dieses Dogma den Christen erklären, den Glaubenssatz begründen, wo doch kein Schriftzeugnis vorliegt und die Möglichkeiten einer leiblichen Aufnahme Mariens gedanklich nicht nachvollzogen werden können? Der Katechismus beschreibt, was in der Tat nur noch glaubend gedacht werden kann, dass nämlich »Maria nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde … und Teil habe an der Auferstehung ihres Sohnes … und damit eine Vorwegnahme der Auferstehung aller Christen …«104 vollzogen worden ist. 103 Ludwig Ott, Grundriss der Dogmatik, a. a. O., Seite 238. 104 Katechismus der katholischen Kirche, a. a. O., Seite 278. 101 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … Der Zerfall des Körpers von Maria darf also nach ihrem Tode nicht stattgefunden haben, denn sie war ja vom „Sündenfluch“ der Menschheit ausgenommen. Welch eine Vorstellung! Der Körper Marias, quasi geschlechtslos. In welcher Verfassung und in welchem Alter hat man sich den Körper Marias vorzustellen? Dieser Körper soll trotzdem im Himmel, wo auch immer das ist, real vorhanden sein? Was für alle Menschen zu erhoffen ist, dass glaubt die Kirche für Maria bereits gegeben und die Christen haben jetzt ihre Himmelskönigin, ein beinahe göttliches Wesen, das sie zwar nicht anbeten sollen, aber vielleicht doch ein wenig, so als Himmelskönigin und Fürsprecherin bei ihrem Sohn. Doch einen Preis für die Vergöttlichung musste auch Maria zahlen, nämlich den der Geschlechtslosigkeit. Ich glaube, zu all diesen Fragen wird sich wohl jeder Gläubige und sicher auch jeder Kleriker sein eigenes Bild machen müssen. Doch es gibt Hoffnung. Die Fassade der Kirche bröckelt auch hier. Selbst unter Theologen der Kirche ist dieses Denkmuster der leiblichen Aufnahme Mariens umstritten und wird zunehmend in Frage gestellt. Wenn das aber so ist, dann bleibt allerdings die Frage offen, was denn den Papst Pius XII kurz nach dem 2. Weltkrieg wohl geritten haben mag. Denn diese Spirale einer immer weiter entwickelten Mariologie hat die Christen weit weg von den Juden, die Kirche weg vom Neuen Testament und das Christentum weg von den modernen Menschen geführt. Die evangelischen Kirchen machen da schon lange nicht mehr mit. Mit der Durchsetzungsfähigkeit einer Schlägertruppe unter der Führung des Patriarchen Cyrill von Alexandria fing alles an. Dieser Glaube an die Gottesgebärerin wurde verbunden mit dem nachvollziehbaren Wunsch der frühen Christenheit, eine weibliche Gottheit zu haben, entsprechend der Mythologie in anderen Kulturkreisen. So entstand über die Jahrhunderte hinweg eine Marienverehrung, die zu solchen unseligen Glaubenssätzen der Kirche geführt hat. Diese Glaubensgrundsätze sind nicht nur weit weg von den Menschen, sondern auch meilenweit weg von den Vorstellungen des Wanderpredigers in Galiläa. Es gibt nicht viele Erklärungen für eine solche Entwicklung. Eine Erklärung wäre vielleicht, und aufgrund der aktuellen Berichte über den sexuellen Missbrauch des kirchlichen Personals liegt es fast auf der Hand, dass durch die Gestalt Marias eine Art unschuldiges weibliches Wesen geschaffen werden sollte. Quasi eine Projektionsfläche für ehelose Kle- 102 Wenn die kirche der JungfrAu MAriA keine eizelle zugesteht … riker, damit auch sie, wenn auch auf eine beinahe virtuelle Weise, eine gewisse Intimität und platonische Liebenswürdigkeit oder auch Mütterlichkeit erfahren können. Dass dies allerdings nicht ganz ausreicht, wird gerade in jüngster Zeit von einigen Klerikern schmerzhaft beschrieben und sie beklagen im Jahre 2017, dass sie als alternde Ehelose jetzt die Erfahrung der Einsamkeit noch einmal besonders deutlich spüren. Solche Spekulationen drängen sich einem geradezu auf und sind daher eine Deutungsmöglichkeit. Beim Papst Pius XII glauben jedoch einige Kritiker eine relativ einfache Erklärung für sein Himmelfahrts-Dogma gefunden zu haben. Der Papst wollte verhüllen, verschleiern, ablenken, so kurz nach dem 2. Weltkrieg von den unsäglichen Versäumnissen und Missetaten der Kirche und vor allem von den „Hilfestellungen“ des Vatikans, angesichts der Gräueltaten des Naziregimes und der Ermordung von Millionen von Juden. Gräueltaten, die begangen wurden von einem Deutschland, das Papst Pius XII doch so gut kannte.

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References

Zusammenfassung

Wir wollen doch alle die Kirche im Dorf lassen. Doch selbst hineingehen, nicht nur an Weihnachten, gar betend dort verweilen, daran ist kaum einer interessiert. Sich gar beschäftigen mit den Glaubensgrundsätzen, die nicht zuletzt zur Errichtung solcher Bauwerke beigetragen haben, dazu sieht nur selten jemand eine Veranlassung.

Burckhard Wienand zeigt einen lohnenden Weg, sich mit den Fundamenten der christlichen Lehre, vor allem der Lehre der katholischen Kirche, zu beschäftigen, die unser Leben über Jahrhunderte hinweg ganz wesentlich mitbestimmt haben. Er stößt die „Geweihten“ von ihrem Sockel und dringt vor zum wesentlichen Kern einer christlichen Überzeugung. Er schiebt die „betonierten“ Glaubensregeln einfach beiseite und zeigt eine Möglichkeit, die kirchlichen Räume wieder mit Leben zu füllen.

Denn die Kirchen werden die Menschen gänzlich verlieren, wenn sie sich nicht auf die eigentliche Botschaft des Wanderpredigers aus Galiläa konzentrieren und konsequent danach leben. Die Fehltritte ihres Personals beschleunigen diesen Erosionsprozess.

Erst wenn der ganze „Pfusch“ beseitigt worden ist, kann die Kirche auch im Dorf bleiben, als Haus für alle Menschen aller Ideologien und Weltanschauungen …