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Verzeichnis thailändischer Eigenbezeichnungen und Begriffe aus dem Päli, Sanskrit und Thailändischen in:

Kristin H. Purfürst

Göttinnen, Kinnaris, Königinnen – Modelle der Weiblichkeit in der thailändischen Tempelmalerei, page 392 - 405

Eine religionswissenschaftliche Analyse

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4298-4, ISBN online: 978-3-8288-7219-6, https://doi.org/10.5771/9783828872196-392

Series: Religionen aktuell, vol. 27

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Verzeichnis thailändischer Eigenbezeichnungen und Begriffe aus dem Päli, Sanskrit und Thailändischen acchara (p.) akusala (p.) anjali mudrä (sk.) apsara (sk.) asura (p., sg.) Avidüre Nidäana Ayutthaya Ein überirdisches Wesen des Wassers. Der unheilsame Wille; Gedanken, Worte und Taten, die zu einer negativen Wiedergeburt führen. Geste des Respekts; die gestreckten Hände werden, die Finger aneinander gelegt, vor der Brust oder vor dem Kopf zusammengelegt; allgemein auch w ai genannt. Himmlische Dienerinnen oder Tänzerinnen im Gefolge von Indra; ursprüngl. transzendente weibliche Wesen des Himmels oder der Gewässer, welche in Ehe mit einem gandhabbas leben. Die spätere indische Mythologie assoziiert apsaras mit Bäumen. (Vgl. Devendra [1966], 38) Visuelles Beispiel von apsaras finden sich am Stupa von Sanchi (Zentral-Indien, Madhya Pradesh, Abb. 22). Das thailändisch buddhistische Äquivalent auf sprachlicher Ebene zu ind. apsara ist accharä, überirdische weibliche Wesen des Wassers, vgl. mit dem Konzept einer europäischen Wassernymphe. Inhaiti, stimmt accharä nicht mit apsara überein. Der frühe Buddhismus lehnte das Konzept der apsaras ab und doch findet sich das Konzept innerhalb des buddhistischen Pantheons z.B. in der Figur der Suwanna Abson (RämmakTan), in der Schutzgottheit Bahusodhar! (Säma-Jätaka) oder in der devadhltä Alambusa sowie an verschiedenen Stellen im Mahävastu. Hier tragen Göttertöchter - an manchen Stellen sogar direkt als apsaras bezeichnet - himmlische Juwelen, singen, tanzen und musizieren im Gefolge Sakkas. (Vgl. Jones, Mahävastu I I 1952,15,136,184 u. Ders., Mahävastu I I I1956,120). In der thail.-buddhistischen Kosmologie Bez. einer Art niederer, riesenhafter devatäs; bilden eine Klasse mit garujas, nägas, yakkhas, gandhabbas; zählen zu den leidhaften Existenzen wie petä oder pettivisaya und zu den Feinden der devas. Asurainda ist der König der asurä. Teil des Nidänakathä Auch Phra Nakhon Si Ayutthaya, Ayothaya, Ayuthaya; von 1351 bis 1767 Hauptstadt des gleichnamigen, siamesischen Königreiches. XL bhikkhuni (p.) bhumisparsa mudrä (sk.) bodhisatta (p.) Brahmas (sk.) Buddha (p.) Buddha Märavijaya Buddhapäda (p.) ban (thail.) bun (thail.) cau phau (thail.) cau thi (thail.) cetanä (p.) Champa Chenla Vollordinierte Nonne im Buddhismus. -> mae chii, ^ upäsikä, - -̂sämanerT. Geste, die Erde als Zeugin anrufend; von Bhümi, hind. Göttin der Erde, auch Erdboden oder Ebene (thail. Umä) und sparsa (sk.; p.: phassa) Berührung oder Kontakt; mu drä - symbolische Handgeste. Sk. bodhisattva, erleuchtetes Wesen. Im Buddhismus eine spezifische Klasse von höheren, himmlischen Wesen. Erwachtes, erleuchtetes Wesen; Ehrentitel des histori schen Inders Sidhatta Gotama. Der ikonographische Typus des über den Mära siegen den Buddha. Die Fußabdrücke des Buddha. Fehlverhalten, welches zu einer Wiedergeburt unter ne gativen Daseinsbedingungen führen kann. ReligiöserVerdienst; -»thambun. Bezeichnung für den männlichen spirit herausragender Verstorbener. Geist des Hauses oder Ortes, d.i. der ursprünglichen Ei gentümer von Grund und Boden, auf welchem das Haus gebaut wurde. Der Hausgeist kann im Hauspfeiler „wohnen" oder im San Phrä Phum, dem Schrein der Erd-Geister, landläufig als „Geisterhäuschen" bezeich net. Der Wille, dessen moralische Qualität in Form von Ta ten, Gedanken und Worten gute oder schlechte Daseins umstände beeinflusst. Altes Reich Südostasiens auf dem Gebiet des heutigen Südvietnam zwischen dem 09. bis 10. Jahrhundert. Südostasiatisches Reich während des 6.-8. Jahrhunderts; ähnlich wie Fu-nan bestehend aus einigen Stadtstaaten oder Fürstentümern; ging dem Khmer-Reich Kambuja unmittelbar voraus und bestand teilweise einige Jahre neben Fu-nan, bis Fu-nan in Chenla aufging. XLI chong kraben (thail.) Dasajati (thail.) Dasapäram! (p.) deva (p.) devaputta (p.) Der chong kraben stellt eine Variation des -^-pha nun dar. Ein traditionelles, alltägliches Kleidungsstück Thai lands, welches von Männern und Frauen der Mittel- und Unterschicht bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts glei chermaßen getragen wurde: Ein ca. 2-3m langes, recht eckiges Tuch, welches von der Taille beginnend um die Beine geschlungen wird; die Enden werden abschlie ßend durch die Beine gezogen und im Rücken in den Bund eingesteckt. Der chong kraben kann in Kombinati on mit einem -> sabai getragen werden. Im Norden Thai lands findet sich häufig der sinh. Auch Däsa Jätaka, die Zehn letzten Wiedergeburten des Buddha Gotama; auch thosachat oder Phrä Chao Sip Chat genannt. Die zehn höchsten Tugenden, welche von einem bodhisatta praktiziert werden. Nach Davids/ Stede (1921-25, 368) scheinend oder glänzend, ein Gott oder ein göttliches Wesen; meist pl. devä oder devas; bei Lithai/Reynolds (1982) devatä z.B. die Region der devatä im Unterschied zur Region der Tiere oder Menschen; Payutto (B.E. 2545) unterscheidet zw. deva (lit.) glänzendes Wesen, Gott, göttliches Wesen und devatä, überirdisches oder himmlisches Wesen; ganz allgemein kann die Bezeichnung deva für alle übermenschlichen Wesen verwendet werden. Vorzugsweise benennt der Begriff die transzendenten Wesen des -^-tävatimsä wie Sakka u. untergeordnete transzendente Wesenheiten wie devannatarä, nägas (Schlangenwesen), rukkhadevatä (Baumwesen) u.a.; kann Titel eines Königs sein; Begriff beinhaltet immer Herrlichkeit und Bewegungsfreiheit (zwischen den Regionen des Kosmos), Schönheit, Tugendhaftigkeit und Glanz und ist als solcher entgegengesetzt zu den dunklen Mächten von Übermut (oder Ünheil, Böswilligkeit) und Zerstörung (wie beispielsweise die asurä, petä oder nerayikä sattä); devas sind dem Wiedergeburtenkreislauf unterworfen; Gruppen von transzendenten Wesen: sammuti-devas (konventionelle Götter bzw. Götter nach der öffentlichen Meinung, d.h. Könige und Prinzen), visuddhi (göttliche Wesen durch Reinheit, d.h. durch religiösen Verdienst wie Arhants oder Buddhas) und upapatti (übermenschlich geborene Wesen z.B. Gatis). (Vgl. Davids/ Stede 1921-25, 368). Männlicher, niedere deva, „Gottessohn", dienender devatä. XLII devi (p., f.) devatä (p., f.) devadhita (p.) devaräja (p.) dhamma (p.) Dhammayuttika Nikäya (p.) Bezeichnet zuerst eine weibliche höhere Gottheit; Begriff findet sich auch in Verbindung mit großen Königinnen wie Rahulamätä, Mäyä oder Mallikä. [deva+tä] Bezeichnung für eine „Qualität", wie „Göttlichkeit" oder Ubernatürlichkeit; der Begriff umfasst nach Davids prinzipiell alle übernatürlichen Wesenheiten, welche verehrt werden oder welchen geopfert werden können. (Vgl. Davids 1921-25, 370). Devatäs können in 5 Gruppen von 5 Arten unterschieden werden: (1) Asketen; (2) Domestizierte Tiere (Elefanten, Pferde, Kühe, Hühner, Krähen); (3) physikalische Kräfte und Elemente (Feuer, Stein etc.); (4) geringere Götter (nägäs, suvannäs, yakkhäs, asuräs, gandhabbäs); (5) höhere Götter (Suriya, Inda, Brahma). Um als devatä zu gelten, müssen sie jeweils zwei Aspekte tragen: god as devadevatä & disä. Innerhalb der verschiedenen überirdischen Wesenheiten trifft dies auf die folgende zu: rukkha (Baumgötter oder Dryaden), vatthu (Erdgötter wie die 4 Könige), vana (Baumnymphen) und samudda (Wassergeister). Zur Klasse der devadhltäs gehören die himmlischen Tänzerinnen, welche inhaltlich dem ind. Begriff der -> apsaras entsprechen. Eine direkte Übertragung des Begriffes bzw. der Wesensklasse der apsaras aus dem hinduistischen in den buddhistischen Kosmos ist m.E. schwierig, und scheint nicht gewollt, vmtl. aufgrund des sexuellen Aspekts der apsaras. Davids (1952, 548) führt den Begriff der brahmagiriya an - als mögliche Klasse von überirdischen Tänzern - versehen aber mit einem Fragezeichen. Neben diesem benennt der Begriff nätakitthi ein tanzendes Mädchen. (Vgl. Davids [1952], 391) - hier fehlt aber der transzendente Bezug. Inhaltlich scheinen die Begriffe devadhltä und apsara aber übereinzustimmen, was v.a. an der Figur der Suwanna Abson deutlich wird. Offensichtlich wurden die hind. apsaras in die Klasse der niederen weiblichen Gottheiten eingereiht. Gott-König. Lehre, Religion. Eine 1833 gegründete Reformbewegung und ab 1902 eine der Mahänikäya gleichgestellte, buddhistische Schule in Thailand mit Fokus auf Ordensdisziplin und Schriftstudium sowie Abgrenzung zu volksreligiösen und animistischen Elementen. XLIII dharmachakra (sk.) dharmachakramudrä (sk.) Dhepchumnum Dhyana-mudra (sk.) DTgha Nikäya (DN) Dväravatl gandhabba (p.) Gandhamädana- Gebirge Gupta Harihara (sk.) Haripunchai harmika (sk.) Rad der Lehre. Die „Geste des in-Gang-Setzens des Rades der Lehre" (Seitz 2006, 250). Malerischer Kompositionsstil in thailändischen Tempel gebäuden: Anordnung von lebensgroßen, knieenden überirdischen Wesen in horizontal verlaufende Bändern (bis zu drei oder vier übereinander) beginnend im Be reich über den Fenstern bis zur Decke. Die „Meditationsgeste" (Seitz 2006, 249). Die Längeren Lehrreden, Teil des Sutta Pitaka (Korb der Lehrsätze), beinhaltet das Lakkhana Sutta (Merkmale des grossen Mannes). Bezeichnung für die Mon-Königreiche in Zentral Thailand mit dem kulturellen Zentrum Lopburi, 6./7.- 11. Jahrhundert. Himmlische(r) Musiker(in). Eine Gebirgskette, welche jenseits der sieben, den Meru umgebenden, Gebirgsketten liegt. Im Gebirge liegen die Wohnstätten der Pacceka Buddhas, sowie von kinnaras und nägas. Nordindisches Großreich um 320 bis 550 n.d.Z. Bezeichnet den ikonographischen Typ einer Vereini gung der Aspekte Visnus (Hari) und Sivas (Hara). Dieser Typ ist v.a. in Südostasien verbreitet und wird meist als Mann mit vier Armen dargestellt: zwei Arme halten At tribute Sivas (häufig Dreizack [trishula] und Sanduhr trommel [damaru]) zwei Attribute Visnus (häufig Wurf scheibe [chakra] und Muschel [shankha]). Die Krone der Figur ist zweigeteilt, wobei die ,Flechtkrone' (geflochte nes, aufgebundenen Haar) Siva symbolisiert, die sog. ,Topfkrone' Visnu. Auch Haripunjaya; Nördliches Mon-Königreich mit der gleichnamigen Hauptstadt (heute Lamphun); der Legen de nach von der dvaravitischen Königstochter Chamadevi im 7. Jahrhundert begründet; ging im 13. Jahrhun dert im Thai-Königreich Lan-na-thai auf. Ein um die Mitte der Halbkugel errichtetes Steingitter bei einem thupa. XLIV ho rakhang (thail.) ho trai (thail.) Isan kalatesa (thail.) Kambuja kamma (p.) khwän (thail.) kinnara (m.) kinnär! (f.) kusala (p.) Kushän-Periode kuti (thail.) lakhon (thail.) Lakkhana Sutta Glockenturm. Bibliotheksgebäude. Bezeichnung für die Region im Nordosten Thailands. Umfasst Malereien aus den Tempeln in Kalasin Khon Kaen, Loei, Mukdahan, Nakhon Phanom, Nakhon Ratchasima und Ubon Ratchathani. Eine spezifische Kleidung, Sprache und Verhalten abhängig von Zeit, Ort, gesellschaftlichen Rang, Beruf und Geschlecht. Handeln entgegen kalatesa (phit kalatesa) führt zum Verlust von Gesicht und Respekt (barami). (Vgl. Van Esterik 2000, 36-41). Khmer-Reich im Südosten Südostasiens; ging aus den Reichen Fu-nan und Chenla hervor; bestand ca. vom 7./8. bis Mitte des 13. Jahrhunderts; heutiges Kambodscha. Die Folgenhaftigkeit des heilsamen (kusala) oder unheilsamen (akusala) Willens (cetanä). Ein dem chinesischen Wort für Seele ähnlicher Begriff, welcher landläufig als eine Art Lebensgeist übersetzt wird. [kim+nara, lit. was (für ein)-Mann] Ein Vogel mit dem Kopf eines Mannes; fern. kinnärT (von kim+näri). Der heilsame Wille; Gedanken, Worte und Taten, die zu einer positiven Wiedergeburt führen; -> akusala; -> kamma. Auch Kushana-Dynastie, indische Dynastie, welche während des 1.-2. Jahrhunderts große Teile Nordindiens und Zentralasiens dominierte. Wohngebäude der Mönche innerhalb eines buddhis tisch-thailändischen Wat. Das thailändische Theater. Die Merkmale des grossen Mannes; Teil des DTgha Nikäya (DN). XLV Lalitavistara (LV) Loi Kratong lokapälä (p.) mae chii (thail.) Mahänipäta Mahäpadäna- Sutta (MAP) (p.) Mahä-Vagga Mahävamsa (p.) Mahävastu (MV) Mahisasuramardini (sk.) Die ausführliche Erzählung vom Spiel (des Buddha), neben dem Mahävastu eine der großen Buddha-Biographien; die Textgestalt bildete sich zwischen dem 1. und 4. Jh.n.d.Z.; von den hlnayänistischen Schulen der Lokottaravädins und Sarästivädins geprägt und mahäyanistisch überarbeitet; das Lalitavistara stellt eine Sammlung legendärer Erzählungen zum Leben und zur Lehre sowie den Taten des Buddha sowie Hymnen und Vorgeburtsgeschichten (Jätakas) dar; der Begriff lalita, Spiel, bezieht sich auf die Überweltlichkeit des Buddha, welcher sich zum Spiel der Welt anpasst aber doch immer über ihr steht. Das thailändische Fest der Lichter. Die vier großen Wächterkönige. Weißgekleidete, weibliche Buddhistinnen in Thailand, deren sozialer Stand weder der einer -> upäsikä, noch ei ner sämanerls (Novizin), oder -»bhikkhunl ist. Die Zehn letzten Wiedergeburten des Buddha, thail. Dasajäti. Lehrtext Teil des DTgha Nikäya (Nr. 34); entspricht dem sk. Mahävadäna-Sütra (MAV); beide Texte beschreiben das übergeschichtliche Geschehen der Menschwerdung eines Buddha. Teil des Vinaya Pitaka; beinhaltet die Überlieferung vom Schutz des Buddha durch den näga-König Mucalinda. Die große Chronik Ceylons (Sri Langkas). Eine um epische Elemente erweiterte Chronik, die hinsichtlich Aufbau und historischem Bezug der DIpavamsa gleicht; als Autor gibt Geiger Mahänäma an; Ders. Schätzt die Entstehungszeit der Mahävamsa auf den Beginn des 6. Jh. n.d.Z. (Vgl. Geiger 1916, 24). (Das Buch) der großen Begebenheiten; neben dem Lalitavistara eine der großen Buddha-Biographien; vereint in sich legendärer Erzählungen zum Leben und zur Lehre sowie den Taten des Buddha sowie Hymnen und Vorgeburtsgeschichten (Jätakas); lit. Kern vmtl. im 2. Jh. n.d.Z. entstanden, Überarbeitungen erfolgten bis ins 4. Jh. n.d.Z. hinein; Text ursprüngl. hlnayänistisch (Lokottaravädins) geprägt aber mahäyanistisch überarbeitet worden. Büffeldämontöterin; die hinduistische dev! Durga. XLVI Majjhima-Nikäya Die Mittleren Lehrreden. Mara nang ng-uek (thail.) mau (thail.) Mondop (thail.) Mongkon- Khatha mudra (sk.) müang (thail.) mukhalinga (sk.) mukuta (thail.) näga (p.) nara (p., m.) nen (thail.) nerayika (p.) nibbäna (p.) Das personifizierte Übel oder Leid-verursachende, auch der Versucher, im Buddhismus. Mensch-Fisch/ Meermensch. Magisch-praktische Spezialisten für Krankheiten oder im Falle von Besessenheit. Jeder mau verfügt über ein eigenes Repertoire an „magischen" Praktiken wie Beschwörung, geheiligtes Wasser, Amulette und dergleicheninje spezifischerKombination. (Vgl. Piker 1968, 386f.). Von sk. von Mandapa - „Pavillon"; Gebäude mit quadratischem Grundriss innerhalb eines Wat; zumeist mit Säulen an den Außenseiten; kann als -> ho trai dienen oder als Aufbewahrungsort heiliger Objekte wie Urnen, Reliquien, buddhapada oder ähnlichem. Reis-Aussaat-Zeremonie; Hierbei kann der ausgesäte Samen symbolisch mit (buddhistischem) Verdienst gleichgesetzt werden. An der Zeremonie können buddhistische Mönche teilnehmen, und neben der Reisgöttin Phrä Mae Posop, der Buddha um gute Ernten angerufen werden. 'Siegel'; 'Zeichen', 'Eindruck' (Seitz 2006, 249). Auch mueang; Bezeichnung für die älteren thailändischen Stadtstaaten wie Lan-Na-Thai, Sukhothai oder Phayao. Ein linga mit dem Gesicht eines Gottes. Ein spezifisch südostasiatischer Kopfschmuck. Schlangenwesen. Mann, Menschen, lit. Held, när! = Frau, weiblich, zum Mann gehörend (vgl. Davids 1921-25, 389, 392); auch Thep Kinna Norn (männlich) und Thep Kinnaree (weib lich). Novize. Höllisch, zur Niraya gehörend. Sk. niruäna = nir = aus, vä = wehen; bedeutet Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (sk. samsära; p. samsära); das Heilsziel des Buddhismus. XLVII Nidanakatha (NK) nikäya (p.) Niraya (p.) pahom Päläta Pälas Pallava pancaslla (p.) Pannäsa Jätaka pah nung (thail.) paramitä (p.) Die Erzählung von den Anfängen (der Laufbahn des Buddha), Buddha-Biographie ceylonesischen Ursprungs, erste das gesamte Leben des Buddha umspannende Biographie, Einleitung der Jätakatthakathä. (Vgl. Klimkeit 1990, 41). 1. Buch oder Sammlung z.B. die fünf großen Sammlun gen des Sutta Pitaka; 2. Schule oder Gruppierung. (Vgl. Payutto B.E. 2545, 22). Die Hölle(n). Traditionelles Kleidungsstück Thailands, welches von Frauen getragen wird: ein schmales Tuch, welches um den Oberkörper geschlungen wird, um die Brüste zu be decken. Heimat der nägas; eine nicht näher lokalisierte Region unter dem Sumeru. Ostindisches Königtum von 770-1125. Indisches Königtum von 7.-8. Jahrhundert. Die pancasila umfassen nicht töten, nicht stehlen (nicht nehmen, was nicht gegeben), nicht ehebrechen, nicht lügen und nicht verleumden. (Vgl. Davids 1921-25, 788). Eine v.a. im Südosten Thailands berühmte nicht kanoni sche Jätaka Sammlung. Nach Boisselier wurde die Sammlung der Fünfzig Jätaka wach Aussage des Prinzen Damrong Räjanubhab durch Mönche aus Lan-Na und Lan Chang (dem alten Laos) seit ca. 1457 n. Chr. zusam mengestellt. (Vgl. Boisselier 1976,170). Thailändische Version eines samphot, ein den unteren Körper bedeckendes Tuch, welches in verschiedenen Variationen drapiert werden kann. In Thailand war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts dominant der chong kraben verbreitet. Die zehn Qualitäten oder Tugenden, welche zur Erleuchtung bzw. Buddhaschaft führen: däna (Freigebigkeit), slla (Sittlichkeit), nekkhamma (Entsagung), pannä (Weisheit), viriya ([männliche] Kraft), khanti (Geduld), sacca (Wahrhaftigkeit), adhitthäna (Entschlossenheit), mettä (liebevolle Güte), upekhä (Gleichmut). (Vgl. Davids 1921-25, 35,170, 261, 356, 398, 406, 600, 668, 703, 740, 788). XLVIII peta (p. m., f. pet!) pha biang (thail.) phap kak (thail.) phi (thail.) phi ruan (thail.) Phrä Kaeo phrä rabiang (thail.) phu-mi-bun (thail.) phutthawat (thail.) phu wiset (thail.) Toter, getrennter oder abgesonderter Geist. Der Begriff petä umfasst (1) die verstorbenen Ahnen: pubbapeta, (2) die aufgrund einer Missetat leidenden - meist von Hunger und Durst gequälten - Geister und (3) die nicht leidenden Geister (mahiddhikä petä). Die Existenzform des peta kann nach einer Periode der Sühne gewechselt werden. (Vgl. Davids 1921-25, 368, 525). Brusttuch; wurde häufig in Kombination mit einem -> chong kraben getragen, auch -> sabai. Thailändische Bezeichnung für die Figuren der Stadtund Landbevölkerung im niederen Stil an den unteren Bildbereichen der Tempelmalereien. Auch als Dregs bezeichnet. Ursprünglich himmlische oder transzendente Wesenheiten. Mit der Aufnahme des devaräja-Kultes (Gott-Königtum) von den Khmer in die thailändische Kultur, wandelte sich der Begriff des p h ifa zur Bezeichnung des göttlichen Königs. In der thailändischen Kultur wurden die ehemals transzendenten Wesenheiten (phi) mit positiver Wirkung nun als deva oder devatä bezeichnet und die übelwollenden Wesenheiten als phi. Diese Bezeichnungen sind aber nicht durchgehend, weil die Gesinnung von devatäs und phi unklar sein kann. Der spirit der Ahnen. Auch Smaragd-Buddha. Ein Buddha-Bildnis aus Nephrit-Jade im Rang eines Kultbildes. Kunsthistorisch im 13.-14. Jahrhundert in Lan-Na gefertigt. Galerien innerhalb eines Wat, welche den heiligen vom säkularen Bezirk abgrenzt. Menschen mit religiösem Verdienst; in Abgrenzung zum phu wiset dominiert die politische Komponente; Titel puh-mi-bun häufig an Rebellenführer, deklassierte Adlige oder lokale Führungspersönlichkeiten verliehen. Eigentlicher Tempelbereich oder heiliger Bezirk inner halb eines Wats. Heiliger, welcher durch religiöse Praktiken wie Askese und Meditation über übernatürliche Kräfte verfügt; führt Reinigungsrituale durch, stellt Medizin und schüt zende Amulette her; in Abgrenzung zum -> phu mi bun dominiert das religiöse Element. XLIX punna (p.) RämmakTan prang (thail.) Ramayana (sk.) rasmi (sk.) rat! (sk., f.) fSi (sk.) sabai sala (thail.) samädhi (sk.) sämanerT (p.) Sangharäja Tempelturm nach ursprünglich Khmerischer Architek tur in einembuddhistisch-thailändischen Wat, häufig mit Statuen versehen. Verdienst -^-bun, -^-thambun. Auch Ramakian oder Ramakien; die spezifisch thailän dische Version des indischen Nationalepos -»Rämäyana. Das indische Rämäyana war auf dem Gebiet des heuti gen Thailand bereits bekannt, lang bevor Sukhothai das erste unabhängige Thai-Königreich wurde. Die schriftli chen Versionen des RämmakTan aus der Ayutthaya-Periode wurden mit der Zerstörung der Stadt 1767 vernich tet. Die umfangreichste Version des RämmakTan wurde 1798 durch den ersten König der Chakri-Dynastie, Räma I., fertig gestellt. Sie beinhaltet thailändische und bud dhistische Elemente sowie überlieferte Riten und Tradi tionen der Ayutthaya-Periode. Seit 1902 wird das RämmakTan in thailändischen Schulen unterrichtet und bildet die kreative Grundlage für das thailändische Schattentheater, Maskentheater, Plastiken, Wandmale reien oder Tattoos. Malereien des RämmakTan finden sich entlang der phrä rabiang des Wat Phra Kaeo. (Vgl. Meechai Thongthep 1993, 5-13). Der „Lebenslauf Rämas" (Michaels 2012, 74); entstand während der Epoche des sogenannten klassischen Hin duismus (200 v.d.Z.-1100 n.d.Z.) in Indien. Das Werk umfasst 24 000 Doppelverse und wird dem Seher (rsi) Valmiki zugeschrieben. Zentrales Thema des Rämäyana ist die Geschichte um Räma und STtä. Ein hohes Flammenornament, welches auf dem Scheitelkamm ushnTsa) sitzt. Liebe, Anhängen, sexueller Genuss. Asketen, Seher. Brusttuch. Kleine, offene Pavillons, welche als Ruheplätze für Pil ger oder zur Kontemplation innerhalb eines Wat dienen. Konzentration, geistige Disziplin, Versenkung. Novizin. Oberhaupt des buddhistischen sangha, in Thailand oberster oder höchster Patriarch. L San Phrä Phum slha (p., m.) sinh (laot.) Srivijaya suea pat (thail.) supanna (p., m.) sütra (p.) Svastika (sk.) tanhä (p.) sanghawat (thail.) tavatimsa (p.) Tämrä Devarüpa Thailand Säkularer Bereich innerhalb eines Wat; umfasst die Wohngebäude der Mönche (kuti) und administrative Gebäude wie Schulen. Schrein der Erd-Geister oder Geisterhäuschen. Löwe, slh! (f.) und slhin! (f., Löwin), sk. Simha. Wickelrock. Mahäyänisch-brahmanisch geprägtes Königreich auf der thai-malaiischen Halbinsel während des 8.-13. Jahrhunderts. Ein langärmeliges Oberteil ohne Knöpfe, welches gewickelt und geschnürt wird. Sie werden dominant in Laos und Nordthailand getragen. Oder garuja; mythische Vogelart, Feinde der nägas. Lehrtext des alten Buddhismus; sütren bilden die älteste Schicht der Überlieferung und sind in Päli abgefasst. Sk. svasti = Glück; der Svastika als das um ein unbeweg tes Zentrum rotierende Rad symbolisiert die buddh. Lehre; als achtspeichigen Rades steht es für den Edlen, achtfachen Pfad; findet sich häufig auf der Fusssohle des Buddha (Fussabdruck des Buddha) oder auf seiner Handfläche. Durst - hat die Bedeutungen 'Begierde, Streben, Trieb' und ist eine der wichtigsten Kategorien der buddhisti schen Lehre. Die wörtliche Übersetzung lautet ,,'Liebesdurst, Seiensdurst, Wohlstandsdurst'" (Mylius 1998, 486). Mylius findet die wörtliche Übersetzung nicht sinngemäß und ersetzt diese durch „Liebestrieb, der Selbsterhaltungstrieb, die Sucht nach Reichtum" (Mylius 1998, 243). Himmlische Region der 33 höheren Gottheiten devas), deren oberster deva Sakka ist. Gute Buddhisten werden im tävatimsä wiedergeboren. Zeichenhandbuch aus der 5. Regierungsperiode. Der heute übliche Begriff „Thailand" stellt eine westliche Übersetzung von Muang Thai - Land der Thai - dar; sie wurde 1939 erstmalig erwähnt und 1949 vom thailändischen Premierminister Pibbulsongkram verwendet. Der Begriff „Siam" kann - neben anderen frühen Bedeutungsmöglichkeiten - v.a. auf eine Abwandlung von chin. Hsien (lo) als Bezeichnung für die Region des heutigen Thailand zurück geführt LI tham bun (thail.), punna (p.) thevadä (thail.) thupa (p.), stüpa (sk.) thosachat (thail.) tipitaka (p.) Tripitaka Chabab Tongyai (thail.) Traiphumikatha trishula (sk.) ubosot Udäna uparäja (thail.) upäsikä (p.) ürna (sk.) ushnlsha (sk.) vitarka mudrä (sk., f.) werden. Sicher ist, dass „Siam" eine westliche Fremdbezeichnung für das Königreich von Ayutthaya und später Bangkok ist. Die Bezeichnung „Thai" ist eine Eigenbezeichnung. Sie bezeichnet eine ethnische Gruppe und erscheint erstmals 1292 auf den Steinstelen König Ramkhamhaengs von Sukhothai. Neben den ethnischen Thai leben in Thailand die Bevölkerungsgruppen der Mon sowie Chinesen und Sino-Thai. (Vgl. Ringis 1990). Der Erwerb von religiösem Verdienst zugunsten einer Wiedergeburt unter positiven Daseinsumständen. deva. Glockenförmige, sich nach oben verjüngende, ursprüngliche Reliquienkammern verschiedener Größe, die oft symbolisch für die buddhistische Lehre stehen; auch chedi genannt. Die letzten zehn Wiedergeburtsgeschichten des Buddha, auch -^-Dasajäti oder -> Mahänipäta. Pali-Kanon. Die auf das 9. buddhistische Konzil in Wat Mahathat zurückgehende revidierte Gesamtausgabe des buddhistischen Kanons. Auch Traiphum Phrä Ruang. Dreizack; häufig Symbol für Visnu oder Phrä Phrom. Zentrale Versammlungshalle für Ordensmitglieder, Ort der ordensinternen Zeremonien wie z.B. Mönchsweihe. Die feierlichen Sinnsprüche; Teil des Khuddaka Nikäya innerhalb des Sutta Pitaka. Bezeichnung für den thailändischen Zweitkönig. Bezeichnung für eine weibliche Laienanhängerin. Die rechtsdrehende Locke zwischen den Augenbrauen; z.T. als Punkt dargestellt; symbolisiert die ausströmende Weisheit und Güte des Buddha. Der Scheitelkamm; ursprüngl. das zum Knoten hochgebundene Haupthaar indischer Asketen, Symbol der Erleuchtung. Geste der Unterweisung. LII yakkha (p., m.)/ yakkhin! (p., f.) w ihan (thail.) yojana Öffentliche Halle innerhalb eines Wats, in welcher Predigten und Zeremonien stattfinden. Sk. yaksa (m.) und yaksl (f.); yakkhas umfassen nicht menschliche, überirdische Wesen wie Naturgottheiten (oder -„geister" z.B. Dryaden [rukkha-devatä), Nixen [samudda-devatä] und dergl.), Geister Verstorbener (peta) und andere „niedere Götter". Sie gehören der Kategorie der amanussa, d.h. nichtmenschlichen Wesenheiten aber auch nicht der höheren Götter an. Sie werden auch als devadhTtä oder devaputta (Kinder von deväs) bezeichnet und v.a. im lokapälä (Himmel der vier Wächterkönige) lokalisiert; sie rangieren zwischen manussa (Menschen) und gandhabba (himmlischen Musiker). Yakkhäs können sowohl helfend, als auch schadend agieren; nach Davids stellen sie ein survival des vorbuddhistischen Animismus dar und spielen bis heute eine wichtige Rolle in der thailändischen Volksreligiosität. Buddhistisch-mythologische Maßeinheit; entspricht 10 Meilen oder 16 Kilometern. LIII

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References

Abstract

Religions design specific gender images and transport them into society through a variety of visual media. Kristin H. Purfürst focuses on designs of female role models in Thai Buddhist temple paintings and inquires about the emergence of female stereotypes in a process of mutual influence between religion and society.

At the same time, the volume provides a basic set of methodological tools for the analysis of visual non-verbal sources from a religious studies perspective. Because of the interdisciplinary nature of the problem, topics of gender studies, Southeast Asian religious and art history as well as the methodology of religious studies are linked for the first time.

Zusammenfassung

Religionen entwerfen spezifische Geschlechterbilder und transportieren diese durch eine Vielzahl visueller Medien in die Gesellschaft. Kristin H. Purfürst richtet den Fokus auf Entwürfe weiblicher Rollenmodelle in thailändisch-buddhistischen Tempelmalereien und erfragt die Entstehung weiblicher Stereotype im Prozess wechselseitiger Einflussnahme zwischen Religion und Gesellschaft.

Zugleich stellt der Band ein grundlegendes methodisches Instrumentarium für die Analyse visueller nonverbaler Quellen aus religionswissenschaftlicher Perspektive bereit. Durch die interdisziplinäre Fragestellung werden Themen der Genderforschung, südostasiatischen Religions- und Kunstgeschichte sowie der religionswissenschaftlichen Methodik erstmalig verknüpft.