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Anhang II: Fragebogen in:

Nikola Stumpf

Vom Ladenkino zur Eigenproduktion, page 183 - 186

Kommunale Kinogeschichte in Zeiten des Wirtschaftswunders am Beispiel der Lichtspielhäuser Watzenborn-Steinbergs (1945-1964)

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4276-2, ISBN online: 978-3-8288-7215-8, https://doi.org/10.5771/9783828872158-183

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Anhang II: Fragebogen Fragebogen zum Lichtspielhaus in Watzenborn-Steinberg (1946–1964) Persönliche Hintergründe: Wie oft sind Sie ins Kino gegangen? An welchen Tagen? Zu welchen Uhrzeiten? Brauchten Sie die elterliche Erlaubnis oder war der Kinobesuch allgemein anerkannt? Wie waren Sie gekleidet? Alltagskleidung? Sonntagsstaat? Waren die Eintrittspreise verhältnismäßig teuer? Sahen Sie aus diesen Gründen nur selektiv Filme an? Änderten sich die Eintrittspreise je nach Filmlänge, wie heute? Bekamen Sie Geld von Oma/den Eltern für die Kinokarte zugesteckt? Oder sah die ältere Generation das Kino kritisch und als Geldverschwendung an? Gab es spezielle Gründe für den Kinobesuch? Filme? Freunde treffen? Ausgehen? Zeitvertreib? Falls Sie schon Kinder hatten, sind Sie mit ihnen ins Kino gegangen? Oder sind Ihre Eltern mit Ihnen dorthin ausgegangen? Nahmen alle Generationen das Angebot an? Gab es, wie heute, Altersbeschränkungen? Wenn ja, haben Sie diese auch schon einmal umgangen? Erfolgreich? Anfang und Aufbau des Kinos: Wie war die Stimmung in der Bevölkerung als das Kino ein eigenes Gebäude erhielt und von der Krone in dieses umzog? Eher positiv? Eher negativ? Wie waren die Erwartungen? Mehr Freizeitspaß vor der Haustüre? Aufwertung des kulturellen Lebens in Watzenborn-Steinberg? 183 Falls Sie nach den 1930er Jahren geboren wurden: War die Institution Kino für Sie selbstverständlich? Wie war der Aufbau des Kinosaals? Wie der des Foyers? Zog das Kino aus Platzgründen um? Waren die Mitarbeiter wohnhaft in/gebürtig aus Watzenborn-Steinberg? Was waren ihre Aufgaben? Karten verkaufen/abreißen? Süßigkeitenverkauf? Wie wurden Sie auf den Spielplan aufmerksam? War dieser vorhanden oder gab es nur Aushänge am/im Kino selbst? Gab es Filmwerbung vor dem Hauptfilm wie heute üblich? Gab es Pausen? Wenn ja, wie lange dauerte diese? Haben Sie sie genutzt? Gab es die berühmte Bauchladentante? Tauchte diese auch in den Pausen auf? Wurden schon Popcorn und Getränke zum Verkauf angeboten? Gab es andere Produkte? Filmvorstellungen: Wurde die „FOX-tönende Wochenschau“ gezeigt? Was hielten Sie von den gezeigten Beifilmen? Lästig? Informativ? Ist es Ihnen noch möglich einen Vergleich zu ziehen zwischen den Aufführungen in der Volkshalle/Krone und denen im damals neuen Kinogebäude? Waren sie vorher familiärer? Nachher professioneller? Wissen Sie, dass die Prädikate „wertvoll“ und „besonders wertvoll“ vergeben wurden und diese sich auf den Eintrittspreis ausgewirkten? Wenn ja, war Ihnen das wichtig? Welche Filme sahen Sie am liebsten? Heimatfilme aus Deutschland? Western aus den USA? Ein anderes Genre? Konnten Sie das Filmangebot durch Wünsche beeinflussen? Wussten Sie durch die Presse von damals aktuellen Produktionen? Ist Ihnen eine Aufführung oder ein Film besonders in Erinnerung geblieben? Warum? Verbinden Sie eher positive oder eher negative Erinnerungen mit dem Kino vor Ort? Welche? Anhang II: Fragebogen 184 Das Ende des Kinos: Sind Sie in den späteren Jahren bevorzugt nach Gießen ins Kino gefahren? Wenn ja, warum? Wurde das Fernsehen Zuhause zur Konkurrenz? Heimatfilm: Falls Sie vor 1958 geboren wurden: Haben Sie noch Erinnerungen bezüglich des Vorhabens einen Heimatfilm über Watzenborn-Steinberg zu drehen? Fragebogen zum Lichtspielhaus in Watzenborn-Steinberg (1946–1964) 185

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Zusammenfassung

Die kommunale Kinogeschichte ist ein vielseitiger Forschungsgegenstand. Er reicht von den Wanderlichtspielen zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Ladenkinos, die oftmals in Gaststätten untergebracht waren, bis zum Kino-Boom der 1950er und 1960er Jahre, im Zuge dessen selbst in kleinen Dörfern Filmtheater eröffneten.

Dieses Buch gewährt einen Einblick in die kommunale Kinogeschichte des ländlichen Raums. Im Fokus stehen hierbei die Wirtschaftswunderjahre. Mit Hilfe von Zeitzeugenberichten und Quellen kommunaler und privater Archive wird die Geschichte der Lichtspielhäuser paradigmatisch an dem Ort Watzenborn-Steinberg (Mittelhessen) nachvollzogen.

Der erste Teil des Buches verschafft zunächst einen allgemeinen Überblick über Filmgeschichte und Filmgattungen. Danach treten sozio-historische Hintergründe in den Fokus. Anhand des Werdegangs des Filmtheaterbetreibers Wilhelm Vogt wird der stetige Prozess vom provisorischen Ladenkino bis zum Bau eines modernen Filmtheaters mit allen technischen Raffinessen nachgezeichnet. Die Erfahrungsberichte der ortsansässigen Bevölkerung eröffnen einen ungeahnten Blickwinkel auf die herausragende Bedeutung eines Lichtspielhauses auf dem Dorf zu dieser Zeit. Wie veränderte das Filmtheater die Lebenswirklichkeit der Landbevölkerung? Welche Erinnerungen verbinden die Menschen mit ihrem Kino vor Ort? Haben sich in den letzten 70 Jahren die Gründe für einen Kinobesuch grundlegend gewandelt? Diese und weitere Fragen werden in diesem Buch beantwortet.