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Kapitel 9.: Anhang in:

Sabrina Steller

Ärztliche Suizidbeihilfe und aktive Sterbehilfe unter besonderer Berücksichtigung des § 217 StGB, page 375 - 379

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4244-1, ISBN online: 978-3-8288-7213-4, https://doi.org/10.5771/9783828872134-375

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Rechtswissenschaften, vol. 120

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
375 Kapitel 9.: Anhang I. Fragebogen für Ärzte und Ärztinnen in Schleswig – Holstein Fragebogen zur Sterbehilfe I. Daten zur Person 1. 3. Beeinflusst das ärztliche Berufsethos Ihr Handeln? Bitte Zahl eintragen ____ (1 sehr stark / 6 sehr wenig) II. Fragen zum ärztlich assistierten Suizid und zur aktiven direkten Sterbehilfe 4. Sind Sie persönlich schon ernsthaft um aktive Beendigung des Lebens ge- 5. Sind Sie persönlich schon um die Beihilfe zum Suizid z.B. durch Medikamentenüberlassung gebeten worden? 6. Haben Sie persönlich schon einmal Suizidbeihilfe durch Medikamenten- überlassung geleistet? 7. In den Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung wird darauf hingewiesen, dass die Beihilfe zum Suizid keine ärztliche Aufgabe sei. Stimmen Sie diesem zu? vorstellbar 8. Finden Sie, dass jeder Arzt frei und unabhängig von der Berufsordnung entscheiden sollen dürfte, ob er Beihilfe zum Suizid eines Menschen leisten möchte? 376 9. Sehen Sie ein reales Bedürfnis hinsichtlich der Ausübung aktiver Sterbehilfe? 10. Halten Sie ärztliche aktive direkte Sterbehilfe für berufsethisch Nein, wenn diese auf strenge Ausnahmefälle beschränkt ist 11. Wären Sie für oder gegen eine Legalisierung der aktiven direkten Sterbehilfe? 12. Können Sie sich vorstellen, selbst aktive Sterbehilfe zu leisten, wenn diese legal und straflos wäre? 13. Im Strafrecht wird hinsichtlich der Strafbarkeit des Arztes zwischen akti vem Handeln einerseits und Unterlassen andererseits unterschieden. Als Beispiel: Ein Arzt, welcher seinen Patienten sterben lässt (z.B. durch Ab stellen von Geräten), handelt straflos. Ein Arzt, welcher aktiv das Leben seines Patienten beendet, begeht eine grundsätzlich strafbare Tötung auf Verlangen. b) Sollte diese Differenzierung hinsichtlich der Strafbarkeit aufgehoben Herzlichen Dank für die Beantwortung und Rücksendung des Fragebogens! 377 II. Fragebogen für Patientinnen und Patienten Fragebogen zur ärztlichen Sterbehilfe Wichtiger Hinweis! Ihre Angaben werden selbstverständlich anonym und vertraulich behandelt. Bitte beantworten Sie daher nachstehende Fragen des beidseitig bedruckten Fragebogens nach Ihrer freien Meinung. Bitte hinterlassen Sie keinen Namen. Eine Veröffentlichung der Studie ist vorgesehen. I. Daten zur Person 2. Sind Sie gläubig und beeinflusst dies Ihre Entscheidungen? II. Fragen zum ärztlich unterstützten Suizid und zur aktiven Sterbehilfe 4. Sind Sie im Besitz einer individualisierten, schriftlichen Patientenverfügung? 5. Sollte der ärztlich unterstützte Suizid Ihrer Meinung nach gesetzlich erlaubt 6. Nach den Grundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebeglei tung ist die Unterstützung des Arztes zum Suizid keine ärztliche Aufgabe. Stimmen Sie diesem zu? eine ärztliche Aufgabe 378 Bei JA: Warum halten Sie den ärztlich begleiteten Suizid für bedenklich? aus berufsethischen Gründen? aus anderen Gründen: ___________________________________________________________ ___________________________________________________________ 7. Die Unterstützung beim Suizid ist dem Arzt untersagt. Sollte jeder Arzt frei nach seinem Gewissen entscheiden dürfen, ob er Suizidbeihilfe leisten 8. Wenn ein dem Arzt vertrauter, unheilbar kranker Patient mit starken Schmerzen seinen Wunsch nach einem ärztlich unterstützten Suizid äußert, wären Sie dann für einen ärztlich assistierten Suizid? -bitte wenden- 9. Stellen Sie sich bitte folgende Situationen vor: ein unheilbar erkrankter, dem Tod nah stehender und dem Arzt vertrauter Patient: äußert dem Arzt gegenüber den ernsthaften und länger anhaltenden Wunsch nach aktiver Beendigung seines Lebens durch Gabe eines tod bringenden Medikamentes. Wären Sie für oder gegen eine Befolgung sei nes Willens? gen a) ist nicht mehr fähig seinen Willen zu äußern, hat aber in seiner Patienten verfügung festgelegt, dass er in dieser konkreten Lebenssituation aktive Sterbehilfe wünsche. Wären Sie für oder gegen die Befolgung seines Will lens nach aktiver Beendigung b) ist nicht mehr handlungs- und bewegungsfähig, leidet nicht notwendig an unerträglichen Schmerzen, ist aber aufgrund anderer Krankheitserschei nungen einem unerträglichen Leidenszustand ausgesetzt (z.B. Atemnot) und äußert den ernsthaften und länger anhaltenden Wunsch - nach aktiver Beendigung seines Lebens durch Verabreichung todbringender Medikamente. Wären Sie für oder gegen die Befolgung seines Willens? 379 - nach einem ärztlich unterstützten Suizid. Wären Sie für oder gegen die Befolgung seines Willens? 10. Im Strafrecht wird hinsichtlich der Strafbarkeit des Arztes zwischen akti ven Handeln einerseits und Unterlassen anderseits unterschieden. Als Beispiel: Ein Arzt, welcher seinen Patienten sterben lässt (z.B. durch Abstellen von Geräten), handelt straflos. Ein Arzt, welcher aktiv das Leben seines Patienten beendet, beginge eine strafbare Tötung auf Verlangen. a) Halten Sie diese Unterscheidung für die Strafbarkeit des Arztes für gerecht? b) Sollte diese Differenzierung hinsichtlich der Strafbarkeit aufgehoben 11. Halten Sie ärztliche aktive Sterbehilfe (Gabe todbringender Medikamente) für moralisch verwerflich? Ja gesetzlich geregelte Einzelfälle gilt 12. Sehen Sie ein reales Bedürfnis hinsichtlich der Ausübung ärztlicher aktiver Sterbehilfe? 13. In den Niederlanden ist die aktive Sterbehilfe erlaubt. Sollte die aktive Sterbehilfe auch in Deutsch land gesetzlich erlaubt werden? Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen!

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Zusammenfassung

Kaum eine juristische Thematik beschäftigt die Menschen so sehr wie die ärztliche Sterbehilfe. Sie interessengerecht gesetzlich zu regeln ist daher fortwährend ein gesamtgesellschaftliches Bestreben. Dabei sollte das Gesetz zum einen das pluralistische Meinungsbild der Gesellschaft widerspiegeln, zum anderen die verfassungsrechtlichen Grundsätze wie den Bestimmtheitsgrundsatz wahren. Dieser legislativen Herausforderung hat sich der Gesetzgeber im Jahr 2015 gestellt, indem er ein neues Gesetz, die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung gemäß § 217 StGB, beschlossen hat.

Sabrina Steller hat sich eingehend mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Bestimmtheit eines Gesetzes auseinandergesetzt und diese in Bezug auf § 217 StGB untersucht. Im Zuge dessen ist ein abändernder Vorschlag zur Neufassung des Tatbestandes des § 217 Abs. 1 StGB entstanden. Eine empirische Erhebung zur Thematik unter Ärzten und Patienten, ein Blick auf die Medizinethik der Sterbehilfe sowie das niederländische Sterbehilfegesetz schließen die Thematik ab.