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18 Entwicklung des didaktischen Schulungskonzeptes in:

Rebecca Menne

Koch- und Ernährungskompetenz gelungen vermitteln, page 141 - 142

Ein didaktisches Konzept für die Berufsschule und das Lehramtsstudium

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4170-3, ISBN online: 978-3-8288-7212-7, https://doi.org/10.5771/9783828872127-141

Tectum, Baden-Baden
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141 18 Entwicklung des didaktischen Schulungskonzeptes Bezugnehmend auf die vorangegangenen Kapitel wird abschließend das didaktische Konzept, in Form einer Schulung, entwickelt, durchgeführt und evaluiert. 18.1 Ziele des Schulungskonzeptes Die Schulung wird aufgrund der in Kapitel 11 dargestellten Argumentation für Studierende des Lehramts an berufsbildenden Schulen in der beruflichen Fachrichtung Lebensmittelwissenschaft ausgearbeitet. Angesichts der in Kapitel 10 dargestellten Ergebnissen der Fragebogenumfrage sowie den in Kapitel 12 erläuterten Begründungen für die exemplarische Auswahl der Fleischersatzprodukte, als auch den gewonnenen Erkenntnissen der im Rahmen dieser Arbeit betreuten Bachelor- und Masterarbeiten, dargestellt in Kapitel 13, werden Fleischersatzprodukte im Rahmen der Schulung thematisiert. Durch die Schulung sollen die Studierenden ihre Koch- und Ernährungskompetenz verbessern und ihr erworbenes Wissen sowohl ins private Leben integrieren als auch im zukünftigen Berufsleben als Lehrkräfte an Berufsschülerinnen und -schüler weitergeben. Das allgemeine Lernziel der Schulung lautet wie folgt: „Die Studierenden verfügen im Anschluss an die Schulung über ein umfangreiches theoretisches Basiswissen zu Fleischersatzprodukten als Baustein der veganen bzw. vegetarischen Ernährung und erlernen die Zubereitung eines ausgewählten Gerichts, welches sie anschließend verkosten und dessen Qualität mithilfe der sensorischen Analyse bewerten“. Weitere Konkretisierungen in Hinblick auf zu erwerbende Teilkompetenzen (Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz) und auch die im Zusammenhang mit der Zielsetzung zu erwerbende Koch- und Ernährungskompetenz erfolgen in Kapitel 20.5. Die Teilnahme an der Schulung soll für die Studierenden keine organisatorische und/oder zeitliche Mehrbelastung bedeuten, wodurch eine Teilnahme, im Vergleich zur Durchführung mit SuS (vgl. Kap. 11), sichergestellt 142 werden kann. Eine Integration in existierende und thematisch geeignete Studienmodule ist daher angedacht. 18.2 Instrumente zur Erfolgsmessung des Schulungskonzeptes Um den Erfolg des Schulungskonzeptes zu messen, werden zwei verschiedene Instrumente eingesetzt. Zunächst wird eine Qualitätsbewertung mittels sensorischer Analyse im Anschluss an den praktischen Schulungsteil durchgeführt, welche statistisch ausgewertet und interpretiert wird. Mithilfe dieser Qualitätsbewertung kann die Akzeptanz der unterschiedlichen Fleischersatzprodukte unter den Studierenden für den Außer- und Inner-Haus-Verzehr überprüft werden. Weiterhin dient eine quantitative Fragebogenumfrage mit eng formulierten Fragen in Hinblick auf die Thematisierung der Fleischersatzprodukte im zukünftigen Berufsalltag sowie deren Einsatz im privaten Leben im Anschluss an die Schulung der Erfolgsmessung des Konzeptes. Detailliertere Gestaltungsmerkmale sowie die Ergebnisse der Durchführungen werden in den nachfolgenden Kapiteln dargelegt. 18.3 Kurzdarstellung des Schulungskonzeptes Die nachfolgend konzipierte Schulung gliedert sich in einen Theorie- und einen Praxisteil. Im Theorieteil wird das der Zielsetzung entsprechende theoretische Basiswissen über Fleischersatzprodukte als Baustein der veganen und vegetarischen Ernährung vermittelt, während der Praxisteil die eigene Zubereitung eines exemplarischen Gerichts mit Fleischersatzprodukten sowie dessen sensorische Verkostung und Analyse umfasst. In Anlehnung an das zukünftige Berufsleben der teilnehmenden Studierenden als Lehrkraft an berufsbildenden Schulen im Berufsfeld Ernährung, orientiert sich die Konzeption an der Gestaltung schriftlicher Unterrichtsentwürfe. Grundlage hierfür bietet die „Anleitung zur Gestaltung schriftlicher Unterrichtsentwürfe“ des Studienseminars Hildesheims für das Lehramt an berufsbildenden Schulen (2012, S. 1ff). Diese Darstellungsweise soll die Übertragbarkeit in den schulischen Kontext vereinfachen.

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Zusammenfassung

Steigendes Übergewicht und Adipositas sind drängende Probleme unserer heutigen Gesellschaft, die sich bereits im Kindes- und Jugendalter manifestieren. Wissenschaftler fordern seit Jahren, die Aufklärung über eine gesunde Ernährungsweise und den Erwerb von Kompetenzen für eine ausgewogene Zubereitung von Speisen auch in den schulischen Kontext zu rücken und dort zu vermitteln. Oftmals fehlt es selbst Schülern, die im Berufsfeld Ernährung ausgebildet werden, an entsprechendem Sachverständnis. Theoretische Leitlinien zur Umsetzung dieser Forderung jedoch sind rar.

Rebecca Menne entwickelt im vorliegenden Buch ein didaktisches Konzept, das sowohl an der Berufsschule als auch im Lehramtsstudium eingesetzt werden kann. Ziel ist es, die Schüler sowie die Studierenden auch über den schulischen bzw. universitären Kontext hinaus für ein gesundes Ernährungsverhalten fit zu machen. Das erarbeitete Konzept ist in Form einer Schulung angelegt und gliedert sich in einen Theorieteil, der Basiswissen vermittelt, und einen Praxisteil, in dem die eigene Zubereitung von Gerichten im Mittelpunkt steht. Eine besondere Rolle spielen hierbei Fleischersatzprodukte als wichtiger Baustein einer vegetarischen und veganen Ernährung.