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9 Werkverzeichnis der sakralen Bauten und liturgischen Geräte in:

Erdogan Aksu

Hans Hansen, page 319 - 456

Ein Künstlerarchitekt zwischen Avantgarde und Heimatstil

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4284-7, ISBN online: 978-3-8288-7210-3, https://doi.org/10.5771/9783828872103-319

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Kunstgeschichte, vol. 8

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
319 9 Werkverzeichnis der sakralen Bauten und liturgischen Geräte Abkürzungen: GVA=Generalvikariat AEK=Archiv des Erzbistums Köln BDA=Bischö iches Diözesanarchiv Aachen BMO=Bischö ich Münstersches O zialat HAStK=Historisches Archiv der Stadt Köln Kat. 01: St. Quirinus/Köln-Mauenheim 1920 Bezeichnung Entwurf für Kirche Standort Der Sakralbau war für die Siedlung Am Nordfriedhof in Köln Mauenheim geplant. Datierung 1920 (nicht ausgeführt) Auftraggeber Pfarrgemeinde Mauenheim im Erzbistum Köln Weitere Architekten Wilhelm Riphahn Literatur GVA/AEK Köln-Mauenheim; Hagspiel, Riphahn, S. 55–56 und S. 426; KK, Christliche Kunst, S. 9; Schreiber, Mauenheim, S. 61–66. Der Entwurf für den Neubau von St. Quirinus war Ergebnis einer Zusammenarbeit von Wilhelm Riphahn und Hans Hansen. Der Grundriss basiert auf einem langgestreckten symmetrischen Sechseck, entfernt erinnert er an ein Kristall. Vermutlich war eine dreischi ge Kirche mit Einturmfassade für den neu angelegten Kölner Stadtteil Mauenheim konzipiert gewesen. Die innere Au eilung mit den beiden schmalen Nebenschi en und dem breiten Hauptschi präludierte einige zentrale Forderungen der Liturgischen Bewegung. Ebenso der eingezogene rechteckige Chor, der in guter Korrespondenz zum Mittelschi steht. Traditionelle Kompartimente wie Querhaus und Ap si den werden im Grundrissplan nicht mehr berücksichtigt. Der Außenbau verschleiert die innere Raumau eilung und suggeriert vielmehr eine geschlossene Kompaktheit. Spitze Sporen gliedern die Außen fas sa de. Auch die in der Achse quergestellten Freipfeiler transferieren das Bild vom Spitzen und Zackigen. Eine Fokussierung und Zentralisierung erfährt das Formenvokabular zum einen am Eingangsbereich, indem das Portal in den spitzen Winkel einverleibt wird und zum 320 AKSU: HANS HANSEN anderen als Pendant im Chorbereich. Die Rückwand wird in diesem Bereich lamellenartig durch Fenster aufgebrochen, so dass das Zackige hier erneut dominiert. Die besondere Ausrichtung der Chorrückwand muss nach außen als Schaustück und nach innen wahrscheinlich als indirekte Lichtquelle gedacht werden. Mit dem expressionistischen Formenvokabular ist der Kirchengrundriss Zeugnis einer der frühesten sakralen Entwürfe des Expressionismus und wäre sicherlich zu einer Inkunabel des modernen Kirchenbaus geworden. Wahrscheinlich wurde der Bau gerade wegen seiner modernen Ausrichtung nicht ausgeführt. Eine detaillierte Beschreibung und entsprechende Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 321 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 02: St. Bruno/Köln-Klettenberg 1924–26 | 1947–49 | 1955–56 Bezeichnung Innengestaltung, Notkirche und Neugestaltung Standort Klettenberggürtel, 50939 Köln Datierung 1924–56: Der Zeitraum erstreckt sich über drei Bauphasen, in die Hansen immer wieder involviert war. Auftraggeber Institut für religiöse Kunst (?); Pfarrgemeinde St. Bruno/Köln-Klettenberg im Erzbistum Köln Weitere Architekten Ludwig Becker Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato (Maler u. Mosaikkünstler); Alfred Breitbach (Kunstschmied); Elmar Hillebrand (Bildhauer); Hanns Rheindor (Bildhauer), Jürgen Mols (Ingenieurbüro) uvm. (Akten vor 1945 nicht mehr erhalten oder schwer beschädigt). Literatur Paeschke, Sakrale Architektur, S. 259–269; Weyres, Kirchenbau, S. 3–32, Abbildung S. 3; Lapides (AEK), S. 40 f.; GVA II/AEK Köln-Klettenberg; Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 225; Pfarrarchiv St. Bruno; Hagspiel, Hansen, S. 111 f.; Bollenbeck, Neue Kirchen, S. 72; EP, Kirchen, S. 149; KV St. Bruno; Kölner Stadt-Anzeiger, 15.08.2007; Ergänzung 1952 wurde südwestlich der Chorapsis ein Kindergarten nach Plänen von Hansen errichtet. Im Findbuch des HAStK werden Pläne für das erbaute Jugendheim aufgeführt, die Hansen zwischen 1956–57 entworfen hatte. Von 1924 bis 1926 ist die erste Bauphase anzusetzen. In diesem Zeitraum wurde St. Bruno als damaliger größter Neubau des Kölner Erzbistums errichtet. Der Gesamtplan stammte von dem Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker. Hans Hansen war in der ersten Bauphase hauptsächlich für die Gestaltung des Innenraumes zuständig. Bei der Kirche handelt es sich um eine neoklassizistische/neobarocke, dreischi ge Hallenkirche mit breitem Mittelschi und schmalen Seitenschi en. Ein mächtiger Vierkantturm dominiert die Kirchenfassade, die in die Stra- ßen ucht eingebunden ist. Der Innenraum war anfänglich von einem mächtigen Korbbogen überwölbt. Zum eingezogenen Chor verjüngte sich das Kirchenschi durch schräg gestellte Altarnischen. Ein dreifach gestu er Triumphbogen leitete über vom Laien- zum Chorraum. Hansen entwarf für die Inneneinrichtung einen imposanten und symbolbeladenen Altarau au. Figurale und architektonische Versatzstücke gruppierten sich um den Gekreuzigten als Mittelpunkt der Inszenierung. Den Hauptraum kleidete Hansen mit einer edlen, hölzernen Vertäfelung im Stile des Art décos aus (Kat. 02-1), die sich bis in den Altarraum hineinzog. Insgesamt vermischten sich im Chor expressionistische und neobarocke Elemente zu einer modernen und eigenwilligen Innen einrichtung. Im zweiten Bauabschnitt von 1947 bis 1949 wurde aufgrund schwerer Bombentre er eine provisorische Notkirche von Hansen in St. Bruno errichtet. Eine komplette Neugestaltung erfuhr die Kirche in den Jahren 1955–56. Wiederum wurde Hansen die Planung übertragen. Im Wesentlichen wurde das Gotteshaus von innen wie auch außen grundlegend puri ziert. Der Altarraum erhielt seitlich ein neues, modernes Betonmaßwerkfenster und der imposante Hochalter aus der ersten Phase verschwand zu Gunsten eines einfachen Altar au aues. Die Säulen, die Decke und Teile der Hochschi wand wurden komplett mit Platten verkleidet. Im Obergaden wurden zudem Oculi angebracht. Der Taufstein wur- 322 AKSU: HANS HANSEN de verrückt und mittig der Eingangshalle in einer Art Tau nsel neu aufgestellt. Auf den ersten Blick erinnerte die Gesamtkomposition an die Formensprache des Art décos bzw. der Neuen Sachlichkeit und somit retrospektiv an moderne Kirchen der 20er/30er Jahre. Erst auf den zweiten Blick erschloss sich dem Betrachter, dass Hansen auch zeitgenössische Attribute einsetzte, wie z. B. die Oculi im Obergaden und die seitlichen Betonmaßwerkfenster im Chor, womit St. Bruno dann letzten Endes doch unter dem Stildiktat der 1950er Jahre subsumiert werden muss. In den Jahren 2005 bis 2009 erhielt die Bruno-Kirche eine grundlegende Renovierung, so dass die auf Hansen zurückgehenden Gestaltungselemente größtenteils abge- ändert wurden. Eine detaillierte Beschreibung und weitere Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sa kralarchitektur“. Kat. 02-1 323 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 03: GeSoLei/Düsseldorf-Pempelfort 1926 Bezeichnung Ausstellungsraum für Erdbegräbnis Standort Düsseldorf-Pempelfort Datierung 1926 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst Ausführende Künstler/ Handwerker Jan Thorn Prikker (Mosaik-/Glaskünstler); Hein Minkenberg (Bildhauer); Peter Hecker (Maler); Hubert Dürnholz (Maler); Hans Zepter (Glaskünstler); Maria Kuhlmann (Kunstgewerblerin) Literatur Kölnische Volkszeitung, 16.07.1926; Peters, Wandmalerei, S. 54. Für die große Ausstellung „Gesundheitsp ege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“, auch genannt GeSoLei, die im Zeitraum vom 8. Mai bis 15. Oktober 1926 in Düsseldorf stattfand, entwarf Hansen im Au rag des Institutes für religiöse Kunst einen Kapellraum für das christliche Erdbegräbnis. Innerhalb der Ausstellung wurde die thematische Aufgabenstellung als solitäre Sonder gruppe behandelt. Unter Beteiligung verschiedener Künstler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen des Institutes war ein Vor- und Andachtsraum geplant gewesen. Als federführender Architekt, dem die Gesamtplanung anvertraut wurde, war Hansen vom Institut bevollmächtigt. Der Vorraum beherbergte eine Kopie der Mainzer Grablegungsgruppe, zudem ein Vortragskreuz aus der Hand des Bildhauers Hein Minkenberg. Im Andachtsraum selbst befand sich über einem schwarz gehaltenen Altar ein Karton mit einem Christusbild von Peter Hecker. Ein gesticktes Altarantependium wurde von der Kölner Kunstgewerblerin Maria Kuhlmann angefertigt. Ein Deckengemälde von Hubert Dürnholz stellte die Auferstehungsszene nach. Die Fenster wurden von Hans Zepter entworfen und ein rückwärtiges Mosaik von Jan orn Prikker. Keine Abbildung bekannt! 324 AKSU: HANS HANSEN Kat. 04: Grabstätte/Monschau 1926 Bezeichnung Grabstätte für Mathilde Mathar, geb. Kühn Standort Friedhof Monschau Datierung 1926 Auftraggeber Ludwig Mathar Ausführende Künstler/Handwerker Willy Meller (Bildhauer); Peter Hecker (Totenzettel); Literatur Mathar, Lebensspuren; Am 08. März 1926 verstirbt Mathilde Mathar, geb. Breuer. Sie war die Ehefrau des Ei er Schri stellers Ludwig Mathar, mit dem Hansen eine enge Freundscha p egte. Das Grabmal, welches sich auch heute noch auf dem Friedhof in Monschau be ndet, wurde von Hansen gestaltet. Die kleine Plastik der Pietá wurde von dem Bildhauer Willy Meller angefertigt. Von Peter Hecker stammte der Totenzettel, worin folgende Worte zu lesen waren: „Sie war seine Stärke, wenn er müde war, in allen geistigen und weltlichen Dingen seine kluge Beraterin. Wohin er ging, folgte sie ihm, im Frieden wie im Kriege. Sie war froh, wenn sie an seiner Seite war.“ Bei dem Konzept des Grabmals soll es sich laut Albertus Mathar, Sohn Ludwig Mathars, um eine Art Eifeler Feldmal handeln. Die für zwei Tote angelegte Ruhestätte wird von einer Art Mauerstück mit rechtem Türmchen aus heimischem Bruchstein gebildet (Kat. 04-1). In den massiven Bruchsteinsockel sind zwei Kreuzplatten aus Stein mit den Inschri en der Verstorbenen eingelassen, welches aber nicht mehr dem Originalzustand entsprechen dür e, da Ludwig Mathar mit seiner zweiten Ehefrau Maria Mathar, geb. Breuer, jetzt dort begraben liegt. In dem Türmchen mit spitzem Abschluss, dessen Sockel und Bedachung durch dunklere Steinplatten vom restlichen Bruchstein abgesetzt sind, be ndet sich eine Art Miniaturkapelle. In einer rundbogigen Nische ist die kleine Pietá-Figur von Willy Meller aufgestellt, die von einem Gitter aus Schmiedeeisen beschützt wird (Kat. 04-2). Kat. 04-1 Kat. 04-2 325 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 05: Kloster der Ordensfrauen vom Heiligen Herzen Jesu/Bonn-Pützchen 1926–28 Bezeichnung Neugestaltung der Kapelle Standort Am Herz-Jesu-Kloster, 53229 Bonn-Pützchen Datierung um 1926–28 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst (?); Ordensfrauen vom Heiligen Herzen/Bonn-Pützchen im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Peter Hecker (Maler); Hermann Paul Simon (Bildhauer); Fritz Zehgruber und J.G. Sauter (Metalltreibarbeiten). Literatur Lapides. Die Ordensschwestern haben um 1920 in Bonn-Pützchen ein Gelände erworben, das vormals die „Peipersche Klinik“ hieß oder „Dr. Gudden’sche Heilanstalt für Nerven- und Gemütskranke“. Dr. Alfred Peipers war Besitzer und leitender Arzt gewesen. Auf dem groß ächigen Klinikgelände standen einige Gebäude, die von den Ordensschwestern vom Heiligen Herzen Jesu übernommen und umgebaut wurden. Die von Hansen eingerichtete Kapelle befand sich im ehemaligen Exerzitienhaus. Mit großer Wahrscheinlichkeit wieder über das Kölner Institut für religiöse Kunst übernahm Hansen erneut die architektonische Gesamtplanung für die Kapelle, an der diesmal Hermann Paul Simon mit bildhauerischen Tätigkeiten, Fritz Zehngruber und J.G. Sauter mit Metalltreibarbeiten und Peter Hecker wiederholt mit einem Altarbild beteiligt waren. Auf der erhaltenen Abbildung (Kat. 05-1) ist ein einfacher, an die Wand gebundener Blockaltar mit Retabel in Form eines Altarbildes zu erkennen. Der Au au ist von neogotischem und expressionistischem Formengut bestimmt. Das in drei Felder durch gedrechselte Stäbe unterteilte Antependium wird durch gurale Reliefarbeiten aus Metall hervorgehoben. Im linken Feld ist der Torso der Heiligen Magdalena Sophie Barat im Dreiviertelpro l mit Heiligenschein dargestellt. Ein im Rundbogen gehaltener Schri zug mit dem Namen der Heiligen umgibt diese. Unterhalb der Figur ist zudem die Abkürzung O-P-N (Ora Pro Nobis/Bitte für uns) zu lesen. An Attributen hält die Heilige Sophie Barat ein Kreuz und ein Büchlein in den Händen. Sie gilt als die Gründerin des katholischen Frauenordens vom Heiligsten Herzen Jesu, der sich vornehmlich der Erziehung von Kindern angenommen hat. Auf dem Antependium richtet sich der Blick der Heiligen auf das mittlere Feld. Dort sind symbolisch die zwei Heiligen Herzen Jesu angebracht, in der Kombination mit Dornenkranz, Kreuz und Flammen. Umfasst wird das Doppelherz von zwei (Lilien-) Zweigen, als Zeichen von Reinheit. Ein Sternenmedaillon schließt als oberster Punkt die orale Umrahmung ab. Das rechte Feld gleicht im Au au dem linken, nur dass die Figur hier dem Betrachter frontal zugewandt ist. Es handelt sich um den Apostel Judas addäus, der als Attribut eine Keule in seiner Hand hält. Der Heilige gilt als Fürsprecher für schwierige und ausweglose Lebenslagen. Ein kleiner Tabernakel mit der Verkündigungsszene aus getriebenem Metall be ndet sich auf der Abbildung mittig der Mensa. Darüber ist ein kleines Kruzi x zu erkennen, welches in einer Art Ziborium mit zusammengebundenen Vorhängen aufgestellt ist. Links und rechts des Tabernakels sind je drei Kerzenständer auf einer zweistu gen Predella positioniert. Das Altarretabel besteht aus einem prächtigen neobarocken Schnitzwerk, das als Rahmen für das Bild von Hecker dient. Der „Bilderrahmen“ setzt sich aus Blumen- 326 AKSU: HANS HANSEN ranken, Blüten (Narzissen?), einge ochtenen Wörtern (nicht zu entzi ern) und Rahmenwerk zusammen. Die Verwendung des Blumenpassepartouts ist ikonographisch dem spätmittelalterlichen Bildsujet der Madonna im Rosenhag entnommen. Überhaupt gilt das Blumenmotiv als eines der marianischen Symbole. Bekrönender Abschluss des Schnitzretabels ist erneut eine Darstellung des Heiligen Herzen Jesu. Auf dem Altarbild selber ist die jugendliche Maria mit o enem Haar und Krone zu sehen. Die aufrechtstehende Muttergottes wird umhüllt von einem Mantel mit Blumenmotiven, aus der nur die beiden Hände ragen und mit denen sie den nackten Jesus-Knaben trägt, der seinen linken Arm zum Segensgruß erhebt. Beide Figuren sind dem Betrachter frontal zugewandt. Zudem sind Mutter und Kind kompositorisch einem Dreieck eingeschrieben, das auf das obere Herz des Rahmens ausgelegt ist. Flankiert werden Maria und Jesus von jeweils drei Putten, die sich beidseitig in den oberen Bildecken untereinander sta eln. Der gesamte Bildhintergrund ist in eine nächtliche Dunkelheit getaucht, mit vereinzelten Sternfunken und einem nebulösen Schleier. Eine zweifach geschichtete, ache expressionistische Deckenplatte aus Stuck mit (Sternen-)Zacken und Zickzacklinien ist dem Herzen Jesu der Rahmung aufgesetzt und zentriert als Ausgangspunkt gleichnisha Deckenlinien am thematischen Mittelpunkt der Inszenierung. Andererseits strahlen die Deckenlinien von der stellaren/kristallinen Deckenplatte in den Raum hinaus. Sämtliche Archivalien zu der Kapelle wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Kapelle wurde durch einen Kapellneubau in den 1960er Jahren ersetzt. Kat. 05-1 327 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 06: St. Gereon/Köln-Altstadt (Nord) 1926–30 Bezeichnung Umbauarbeiten in Sakristei und Narthex, zudem neue Portale Standort Gereonskloster, 50670 Köln Datierung 1926–30 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde St. Gereon/Köln-Altstadt im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Lambert Schmithausen (Bildhauer); Heinrich Hecker (Kunstschmied); J.G. Sauter (Metalltreibarbeiten) uvm. Literatur Pfarrarchiv St. Gereon; Lapides; Gretz/Koch, St. Gereon, S. 144, Abbildung S. 142; Kier, Kirchen Köln, S. 20; Langel, St. Gereon. Die Quellenlage zu den Instandsetzungs- und Umbauarbeiten in der zweiten Häl e der 1920er Jahre ist recht dür ig, doch lassen sich zwei Zeiträume eingrenzen, in denen Hansen über das Institut für religiöse Kunst in Arbeiten an der romanischen Basilika St. Gereon involviert war. Eine erste Erwähnung ndet sich in einer Sitzungsmitschri des Kirchenvorstandes vom 13.07.1926. Dort ist u. a. die Rede von der Sakristei, die dringliche Reparaturarbeiten und neues Inventar in Form von Ankleidetischen und Paramentenschränken etc. benötigt, weshalb das Institut mit der Planung beau ragt werden sollte. Ebenfalls sind Pläne von Hansen für St. Gereon aus dieser Zeit erhalten, auf denen Entwürfe für Sakristeimöbel zu sehen sind, die dann im Au rag des Institutes realisiert wurden. Dabei handelt es sich um zweiteilige Behältnismöbel (Kat. 06-1) mit schwerem Unterbau und leichtfüßigem Au au. Zudem sind die pro lierten Möbel in unterschiedliche, teils mit Intarsien versetzte, gradlinige geometrische Felder und Flächen gegliedert. Die Schränke erinnern mit ihrer für Hansen typischen Verwendung von dunklem und edlem Eichenholz an vorausgegangene (St. Bruno) und/oder an viele zukünftige Arbeiten in Form von Beichtstühlen, Orgelprospekten etc. Drei Jahre später, in der Kirchensitzung vom 15.03.1929, wurde ein Entwurf mit der Bezeichnung „Anno 1929“ von Hans Hansen einstimmig angenommen. Vorab hatte die Pfarrei einen Wettbewerb für den Umbau der Kirchenvorhalle inklusive der Umgestaltung zweier Portale ausgeschrieben, an der Hansen erneut über das Institut beteiligt gewesen war. Neben den beiden Por talum rahmungen, ist nur noch das Gittertor erhalten, welches am Durchgang von Vorhalle zum Dekagon angebracht ist. Dieses Gitter ist nach Plänen Hansens durch den Kunstschmied Heinrich Hecker angefertigt wurden. Während des Zweiten Weltkrieges erlitt St. Gereon starke Zerstörungen, so dass vieles vernichtet wurde. Dennoch ist eine Abbildung (Kat. 06-2) von der ursprünglichen Vorhalle nach den Umbauten durch Hansen überliefert. Zu sehen ist die mit Kreuzrippengewölbe gedeckte Narthex von St. Gereon. Die Wände sind glatt verputzt und relativ schlicht gehalten, bis auf ein hoch an der Wand angebrachtes Kruzi x. Der Eingang wird von einer Art innerem Windfang mit zwei gestickten, schweren Vorhängen verborgen. Drei Spitzbogennischen mit abgeschnittenen Vielpassfenstern, wobei die mittlere in Größe dominiert, sind oberhalb des Einganges an ge bracht. Die hierarchische Sta elung wird von den darüber be ndlichen romanischen Rundbogenfenstern mit Glasmalereien aufgegri en. Zwei geschlossene Beichtstühle be nden sich auf der Abbildung in den Raumecken und Betstühle an allen Wänden. 328 AKSU: HANS HANSEN Das erhaltene, kunstvoll geschmiedete zweiteilige Eingangsgitter (Kat. 06-3) in der Art einer porta coeli ist je Gitter ügel mit einem einfach stilisierten Engel verziert, der aus dem Gittergerüst herausragt. Bekrönt waren die Engel ursprünglich mit einem kristallin-expressionistischen Sternengebilde. Beide Himmels guren sind frontal dem eintretenden Kirchenbesucher zugewandt und die Engel besitzen neben den Nimbussen auch die klassischen Attribute von Engels- ügeln, die mandorlaartig die Figuren umspannen. Geschlungene Spruchbänder mit lateinischen Psalm-Zitaten aus dem Kapitel 23, Vers 3 und Vers 4 Wer wird auf des Herrn Berg gehen, und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist be nden sich in den Händen der Engel. Die Portalumrahmungen für den nördlichen und südlichen Eingang der Vorhalle hatte Hansen zusammen mit dem Bildhauer Schmitthausen realisiert. Die eckigen und mehrfach pro lierten Portalumrahmungen tendieren in ihrem architektonischen Aufbau sowie in der guralen Ausrichtung zu einem Neoklassizismus, der in seiner stark abstrahierten Weise um 1930 z. B. auch bei den Bildhauern Marcks, Kolbe und Breker anzutre en war. Das nördliche Portal thematisiert die Verkündigungsszene Marias (Kat. 06-4). Im Türsturz ist auf einem quadratischen Relie lock der Erzengel Gabriel dargestellt, wie er gerade im Begri ist, Maria die Geburt Christi zu verkünden. Unterhalb der Szene ist ferner folgendes Bibelzitat in Stein gehauen, das sich als Begleittext ebenfalls auf die Verkündigung bezieht: Seinen Namen sollst Du nennen/Jesus/Denn er wird sein Volk erlösen! (Matt.1:21). Die Verwendung von Bibelzitaten/Psalmen etc. in den sakralen Arbeiten ist ein immer wiederkehrendes Bild konzept von Hansen und ein wesentlicher Schlüssel des Bildprogramms. Dadurch soll dem Gläubigen der Zugang zum biblischen Kontext erleichtert werden. Die aus den Türpfosten heraustretenden, aber dennoch mit diesen weiter eng verschmolzenen Portal guren verweisen auf frühgotische Portale. Neben besagten Bibelzitaten identi zieren zudem Gestalt und beigefügte Attribute die jeweiligen Heiligen, die wohl alle ursprünglich auf kannelierten Halbsäulen mit beschri eten Kämpfern standen, welche in heutiger Zeit teils so stark korrodiert sind, dass die Schri en kaum mehr leserlich sind. Bei dem beschädigten nördlichen Portal sind nur noch die Kämpfer erhalten, hingegen beim südlichen der Originalzustand. Die linke Portal gur des nördlichen Einganges stellt den Evangelisten Johannes dar, an dessen Füßen sich ein Adler be ndet und unter ihm die Schri Das Wort ist Fleisch geworden und wohnt bei uns (Joh.1:14). Der mit einem Gewand bekleidete Evangelist ist dem Eintretenden frontal zugewandt und Johannes hat die rechte Hand zum Segensgruß erhoben. In ähnlicher Haltung ist die rechte Figur, nur dass sie in den Händen ein aufgeschlagenes Buch hält. Es ist Johannes der Täufer, an dessen Füßen sich ein Lamm anschmiegt und unter ihm die Schri Bekehret Euch/Das Himmelreich ist nahe (Matt.3:2). Ergänzt wird das stilistische Konglomerat durch die beiden Bronzetür ügel, die sich auf karolingische und ottonische Vorbilder beziehen, wie z. B. auf die Portale in Aachen und Mainz. Das südliche Portal ist gleicher Bauart, nur dass bei diesem der Sündenfall bzw. die Vertreibung aus dem Paradies thematisiert wird (Kat. 06-5). Das Relie ild am Türsturz wird daher von der Vertreibungsszene beherrscht. Der Erzengel Michael mit Schwert verweist Adam und Eva aus dem Paradies. Angedeutet sind zudem der Baum der Erkenntnis und die Schlange. Unterhalb dieser Szene ist folgendes Zitat zu nden: Durch einen Menschen ist die Sünde in die Welt gekom- 329 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE men und durch die Sünde der Tod (Roemer 5:12) Zusätzlich lagert die gesamte Szene auf fünf (männlichen) Köpfen, von denen zwei ein Kop uch tragen. Wahrscheinlich wird damit auf die Seligen des durch Christus neu gewonnenen Paradieses angespielt. Bei der rechten Portal gur mit Krone handelt es sich um Melchisedek, den König von Salem und ersten Priester Gottes. Neben der auf ihn bezogenen Schri Bist Priester nach der Weise Melchisedek (Psalm 110:4), lassen auch die in seinen Händen be ndlichen Attribute auf Melchisedek schließen. Dabei spielen Kelch und Brot zum einen auf Jesus an, durch dessen Tod die sündha e Menschheit (in Gestalt von Adam und Eva) erlöst wird, zum anderen auf das Tre en mit Abraham, bei deren Begegnung Melchisedek Brot und Wein mitbrachte. So ist die linke Figur mit Gehstock wohl Abraham, auf den sich das Genesis-Zitat: Komm in das Land, das ich Dir zeigen werde (1.Moses 12:1) unterhalb bezieht. Kat. 06-1 Kat. 06-2 330 AKSU: HANS HANSEN Kat. 06-3 Kat. 06-4 Kat. 06-5 331 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 07: Hl. Dreikönige/Köln-Bickendorf 1927 Bezeichnung Wettbewerbsentwurf für Kirchenneubau Standort Köln-Bickendorf Datierung 1927 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde Bickendorf im Erzbistum Köln Weitere Architekten Wilhelm Riphahn; Kaspar M. Grod; Dominikus Böhm; Clemens Klotz; Wilhelm Mohr; Hans Peter Fischer; Heinrich Furthmann und einige weitere Literatur Kölnische Volkszeitung, 01.07.1927; Findbuch HAStK; Hagspiel, Hansen, S. 111; Paeschke, Bickendorf, S. 289–298; Peters, Wandmalerei, S. 54; EP, Kirchen, S. 157. 1927 schrieb das Institut für religiöse Kunst einen Wettbewerb für den Neubau einer katholischen Kirche im Kölner Stadtteil Bickendorf aus. Laut Elisabeth Peters handelte es sich dabei um das umfangreichste Bauprojekt des Institutes für religiöse Kunst. Neben Hans Hansen nahm auch Wilhelm Riphahn am Auswahlverfahren teil, der aber zusammen mit Kaspar M. Grod einen Entwurf eingereicht und den zweiten Platz belegt hatte. Als Sieger gingen letztendlich die Architekten Hans Peter Fischer und Heinrich Furthmann hervor. Hansen hingegen war bereits in der Vorrunde mit seinen Entwürfen ausgeschieden. Zwei Wettbewerbsentwürfe von Hansen sind noch erhalten, auf denen sein Kirchenvorschlag für Bickendorf zu sehen ist. Auf einer Skizze ist der Sakralbau von rückwärtiger Seite abgebildet (Kat. 07-1). Dabei sollte das erhöhte Kirchenschi als südlicher Flügel in ein geschlossenes Quadrum eingebunden werden. Daher erinnert der Gesamtkomplex an eine Klosteranlage, wie er sie dann auch viele Jahre später mit dem Kloster Maria-Frieden gebaut hat. Die restlichen drei Flügel be nden sich auf gleichem Höhenniveau und sind mit einem einheitlichen Satteldach gedeckt. Quadratische bzw. rechteckige Doppel- und Mehrfachfenster gliedern die Außenfassaden der sonst recht schmucklosen Flügelbauten. Der östliche Riegel schließt an das teils ach auslaufende Querschi des Sakralbaues an. Die Chorap sis ist um einen niedrigeren Anbau mit abgeschlepptem Pultdach und aneinandergereihten Rundbogenfenstern erweitert. Das mit einem Walm endende Kirchendach wird nach vorne durch einen Treppengiebel verdeckt, an dessen linker Seite sich ein Dachreiter be ndet. Im Obergaden des Hauptschi es sind längsrechteckige Kirchen fenster zu erkennen. Ein rechteckiger Campanile mit o enem Glockengeschoss als Aussichtsplattform, auf dem das ache Pyramidendach mit Turmkreuz lagert, ist rechts der Kirche angeschlossen. Schalllamellen mit integrierter Turmuhr, die unterhalb des Laufgangs ansetzen, be nden sich nur an den Längsseiten des Turmes. Ein U-förmiger Häuserblock ist von südlicher Seite an die Campanile angebunden. Die zweite Skizze zeigt die Vorderansicht (Kat. 07-2). Hansens Kirchenfassade wie auch Campanile ist mit einem chargierenden (Bruch-)Mauerwerk aus hellem und dunklem Stein verkleidet und weckt dadurch auch Assoziationen an die italienische Protorenaissance. An das linke Nebenschi ist eine zusätzliche Apside mit Kegeldach angehängt. Von hier aus schließt das Nebenschi schräg an die breite, senkrecht abschließende Mittelschi fassade an. In den oberen Ecken des einstu gen Treppengiebels sind rundbogige Durchlässe, wobei der rechte mit dem Dachreiter und dem für Hansen typischen Glockengestühl gestaltet ist. Ein Rundfenster ist mittig im Giebel einge- 332 AKSU: HANS HANSEN lassen und ist als kleines Echo des großen gotischen Rosenfensters unmittelbar oberhalb der Portalzone gedacht. Der mit Gotizismen und expressionistischem Vokabular gestaltete Eingangsbereich ist in drei Portale unterteilt, davon jedes mit Pfeilerpfosten mit gradem Gebälk umfasst und durch ein spitzes Dreieck bekrönt. Eine konstruktive Besonderheit be ndet sich im etwas breiteren Sockelgeschoss der Campanile, da sich dieser durch eine tunnelartige Durchfahrt für den Straßenverkehr ö net. Der Glockenturm überspannt die Straße und verbindet damit die Kirche mit dem angrenzenden Wohnblock auf der anderen Straßenseite. Dadurch wäre die Verbindung und Integration von Sakralem mit Profanem bzw. moderner Technik höchst einfach und innovativ von Hansen gelöst wurden. Aus welchen Gründen der Entwurf von Hansen abgelehnt wurde, lässt sich nicht mehr genau eruieren. Für den Zeitgenossen Berthold Paeschke, der schon in einem anderen Artikel die Inneneinrichtung der St. Bruno-Kirche durch Hansen recht positiv beurteilt hatte, war der Kirchenplan von Hansen einer seiner persönlichen Favoriten. In der Zeitschri Die christliche Kunst begründete er dies mit folgenden Worten: „In klarer Weise löst in dem Hansenschen Entwurf der Turm diese Aufgabe durch das lockere, pfeilerunterstellte Dach. Nicht nur daß der Turm, entsprechend seiner Aufgabe, fest mit dem Baukörper der Kirche verbunden bleibt, was unsrem Emp nden sicher mehr entspricht als die vielfach sehr weitgehende Lösung des Turmes von der Kirche, spielt die Kirchenfront das Motiv der Lockerung weiter und läßt es in dem Türmchen links wieder einen leichten Aufstieg tun. Ein inniges Zusammengehen von Turm und Kirche ist ferner durch die farbige Behandlung der Mauer ächen gewahrt. Es ist damit ein reizvolles Schmuckmittel wieder aufgegri en, das in manchen Gegenden des Niederrheins die Wand ächen gotischer Kirchen belebt, indem mit dem Tu älterer, zu klein gewordener romanischer Kirchelchen zugleich Ziegel in strei ger Abwechslung zum Neubau verwandt wurden. Daß die städtebaulichen Rücksichten dabei auch gut gewahrt bleiben, zeigt die Ansicht aus der Vogelschau deutlich genug. Die Kirche steht in einem naturbedingten, starken, aber in diesem Fall wohltuenden Gegensatz zu den Nur-Wohnbauten. Was einleuchtet, scheint der Satz zu sein, daß uferlose Wettbewerbe, die scheinbar das größte Recht sind, in Wirklichkeit das größte Unrecht sind, Unrecht an der Kunst, auf die es aber allein ankommt.“ Die Dreikönigenkirche, die um 1927/28 nach Plänen von Fischer und Furthmann in der Riphahnchen Siedlung Grüner Hof letztendlich realisiert wurde, steht mit ihrer links vorne angeordneten Campanile in einer Reihe mit zeitlich früheren Bauten von Emil Fahrenkamp und Wilhelm Kreis. Zudem bestehen starke typologische Bezüge zu dem von Furthmann 1925–26 gebauten Henkel- Pavillon der GeSoLei-Ausstellung. 333 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 07-1 Kat. 07-2 334 AKSU: HANS HANSEN Kat. 08: St. Marien/Neuss-Innenstadt 1927–28 Bezeichnung Errichtung einer Kriegergedächtniskapelle Standort Marienkirchplatz, 41460 Neuss Datierung 1927–28 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde St. Marien/Neuss-Innenstadt im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Hein Minkenberg (Bildhauer), Josef Scheuer und/oder Jan Thorn Prikker (Glaskünstler); Josef Hehl (Kunsthandwerker); Heder (Kunstschmied) Literatur Straus-Ernst, Baugesinnung, S. 330; Kölnische Volkszeitung, 20.01.1928; Kölnische Volkszeitung, 24.04.1928; Peters, Wandmalerei, S. 54; Gilliam, Minkenberg. Mit Unterstützung Dr. Jakob Hubert Eschweilers, des Leiters des Kölner Institutes für religiöse Kunst, wurde im Jahr 1927/28 in der Neusser Marienkirche eine Kriegergedächtniskapelle eingerichtet. St. Marien wurde zwischen 1900 und 1902 nach Plänen des Architekten Julius Busch im neogotischen Stil erbaut. Bei dem Sakralbau handelt es sich um eine dreischi ge Hallenkirche mit Querhaus und vorgezogenem Turm. Der von Hansen konzipierte Gedächtnisraum wurde an der Ostseite des nördlichen Querschi es installiert. Mittel- und Bezugspunkt des Raumes war eine Pietágruppe aus dunklem Eichenholz des Bildhauers Hein Minkenberg. Die Skulptur hatte der Künstler bereits 1924 angefertigt, doch wurde sie anlässlich der Einrichtung der Kriegergedächtnisstätte von der Neusser Pfarrei erst vier Jahre später erworben. Die von Minkenberg ausdruckstark in Szene gesetzte Pietá (Kat. 08-1), welche enorm beein usst war von Skulpturen eines Ernst Barlachs, stand in einer engen Wechselwirkung zum sakralen Raumgefüge. Diese Wechselbeziehung rührte daher, dass von Hansen für die Vollplastik der passende architektonische Rahmen gescha en wurde. Pietá und Raumgefüge waren in ihrer Gesamtheit Zeugnisse eines höchst expressionistischen und somit modernen Stilwillens mit gotischen Akzenten. Auf der Abbildung ist die in einen Spitzbogen gerückte Pieta auf einem sarkophagähnlichen Altar bzw. Sockelunterbau aufgestellt, der sich wiederum auf einer wohl schwarzen Granitplatte befand. Der Kapellraum war im Gesamten mit einem gotischen Kreuzrippengewölbe mit Schlussstein gedeckt. Bestimmte Raumsegmente wurden durch eine chargierende Musterung betont, die durch weiß verfugte, rote Klinker erzielt wurden. So waren Gewölberippen, Fußboden, Fensterlaibung, Sockelverkleidung und Skulpturenhintergrund durch diese Technik hervorgehoben. Zusätzlich wurden die Klinker am Altarsockel und Skulpturenrückwand in gesonderter Technik gemauert, so dass ineinander verschachtelte Dreiecke die Musterung des Altarsockels ausmachten. Die Pietá selbst wurde mit Hilfe dieser Technik von einer spitzbogigen Mandorlanische hinterfangen, die strahlenförmig gefugt war. Des Weiteren sind auf der Abbildung zwei mannshohe Keramikleuchter aus mattgrüner Majolika zu sehen, die links und rechts der Figurengruppe aufgestellt waren und vom Kunsthandwerker Josef Hehl angefertigt wurden. Zwei Bronzeplatten in Spitzbogenform waren an der rechten Wand befestigt. Sie beherbergten je elf rechteckige Felder mit den Namen gefallener Soldaten des Ersten Weltkrieges. Das gegenüberliegende Rundfenster mit Maßwerk muss wohl schon vorhanden gewesen sein, wurde aber entweder durch Josef Scheuer oder Jan orn Prikker neu verglast. Zwei Zeitungsartikel aus der Zeit (siehe Literatur) erwähnen sowohl den ei- 335 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE nen als auch den anderen als ausführenden Glaskünstler. Nach den Vorgaben von Hansen wurde auch das expressionistische Eingangsgitter (Kat. 08-2) durch den Kunstschmied Heder angefertigt. Hauptmotiv war ein von sieben Schwertern durchbohrtes Herz, das mittig über dem Zutritt angebracht war. Zackige Strahlenelemente umfassten das Herz von unten. Das Herzinnere wurde durch eine Art strahlender Sonne gefüllt, in das vier der sieben Schwerter spitz einstachen. Sterne in Kombination mit oralen Elementen und einem Mater-Dolorosa-Spruch Maria/Mater Dolorosa Ora Pro Nobis (Maria/Schmerzensmutter bete für uns) umspannten mit den Schwertern zusammen in der Anordnung eines Rundbogens das durchbohrte Herz. Zudem war an der Eingangspforte eine Reliefplatte mit dem kreuztragenden Jesus angebracht, die ebenfalls von Hein Minkenberg stammte. Die Kapelle wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Lediglich die Pietá und die Reliefplatte Minkenbergs konnten aus den Trümmern unversehrt geborgen werden und be nden sich auch noch heute in St. Marien. Kat. 08-1 Kat. 08-2 336 AKSU: HANS HANSEN Kat. 09: Augustinerinnenkloster/Köln-Altstadt 1928 Bezeichnung Neugestaltung der Kapelle Standort Antonsgasse, Köln-Altstadt Datierung 1928 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Augustinerinnenkloster/Köln-Altstadt im Erzbistum Köln Literatur Lapides. Im Au rag des Institutes für religiöse Kunst hat Hansen eine Vorhalle mit Devotionsaltar für das Kloster der Augustinerinnen in der Antonsgasse in der Kölner-Altstadt entworfen. Die Beteiligung weiterer Künstler des Institutes muss angenommen werden, wie es auch schon bei anderen Arbeiten der Fall war, doch sind derzeit dazu keine weiteren Überlieferungen bekannt, da das Kloster mit sämtlichen Archivalien im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört wurde. Auf der Abbildung Kat.  09-1 ist ein Vor- oder Gebetsraum zu erkennen, der seitlich durch ein kunstvoll geschmiedetes Eisengitter abgeriegelt wird. Welche genauen Motive im Gitter verarbeitet wurden, lässt sich mit Hilfe der vorliegenden Abbildung nicht mehr näher bestimmen. Dahinter befand sich wohl ein Altar mit Devotionalien, da demgegenüber eine Kirchenbank zu erkennen ist. Die barocke Stuckdecke des Vorraums wird durch waagerechte Verstrebungen mit oralen Ornamenten in länglich ovale Felder unterteilt. An der halbhohen, schlichten Wandvertäfelung war ein kleiner Heiligenschrein angebracht. Der Schrein bestand ebenfalls aus kunstvollen Metallarbeiten Kat. 09-1 337 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 10: St. Quirinus/Malberg 1928 Bezeichnung Umgestaltung des Chorraumes Standort Kirchplatz, 54655 Malberg Datierung 1928 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde St. Quirinus/Malberg im Bistum Trier Ausführende Künstler/ Handwerker Fritz Schae er (Maler); Hermann Paul Simon (Bildhauer); J.G. Sauter (Metalltreibarbeiten); J. und M. Hansen (Möbelschreiner); Reiner Rief (Baudekoration) Literatur Pfarrarchiv St. Quirinus; Becker, Kyllburger Land; Busse, Archiv, S. 605  . Unter der Leitung des Institutes für religiöse Kunst wurde Hansen 1928 mit dem Umbau des Chorraumes von St. Quirinus, einer neogotischen dreischi gen Pseudobasilika, die zwischen 1905–06 nach Plänen des Architekten Ernst Brand erbaut worden war, beau ragt. In Zusammenarbeit mit seinem expressionistischen Malerfreund Fritz Schae er und mit Unterstützung seines Freundes, des Schri stellers Ludwig Mathar, machte sich Hansen an die Umgestaltung des Altarraumes. Mathar, der mit dem dortigen Pfarrer enge freundscha liche Kontakte p egte, tat sich besonders als Fürsprecher des expressionistischen Altarbildes von Schae er hervor. Der ältere Altarau au wurde vollständig abgerissen und das mittlere Chorfenster geschlossen, um davor den neuen Hochaltar errichten zu können. Ein um drei Stufen erhöhter, einfacher Kastenaltar mit Arkadenunterbau und Stickerei wurde vor einem Retabel mit Altarblatt positioniert (Kat. 10-1). Auf der Mensa befand sich mittig ein erhöhter Ta berna kel mit der Verkündigungsszene aus getriebenem Metall und mit je drei Kerzenleuchtern auf jeder Seite. Ähnlich wie schon bei St. Bruno in Köln-Klettenberg konzentrierten schräg zulaufende Wandvertäfelungen den Blick auf den Hochaltar. Das übergroße Altarbild (Kat. 10-2), das an den Enden eckig eingezogen war, wurde von einem mehrfach pro lierten Holzrahmen umspannt. Auf dem Altarbild ist Christus am Kreuz zu sehen. Zu seiner Rechten stehen Maria und Johannes, der, der trauernden Mutter zugewandt, die Hand tröstend auf ihre Schulter legt. Links vom Kreuz steht in einer goldenen Rüstung und mit wehender Fahne in den Händen der Schutzpatron der Kirche. Die Fahne mit neun Kugeln und die Darstellung als römischer O zier gehören ebenso zu den ikonogra schen Attributen vom Heiligen Quirinus wie auch das hinter ihm be ndliche Ross. Quirinus gilt u. a. als Patron der Pferde. Um und hinter dem ausgemergelten Körper Christi leuchtet der sehr farbenreiche Himmel gelbgrünlich auf. Ikonogra sch sind Bezüge zu Matthias Grünewald und dem Isenheimer Altar auszumachen. In der Farbgestaltung dominiert ein expressionistischer Malstil, doch wirken die Figuren wegen der scharfen Konturzeichnung auch sehr sachlich. Dieser besondere Stilmix war einer der entscheidenden Gründe, warum Mathar in einem Brief vom 14.06.1928 dem Pfarrer Karl Heidger das Altarbild ans Herz legte: „Der Maler, der auf mich einen sehr gediegenen Eindruck machte, zeigte mir zwei Skizzen, eine farbige und eine weiss-schwarze. Sie stellen den Heiland am Kreuz dar, doch nicht in der verzerrten, kramp a en, überexpressionistischen Manier, sondern, ich möchte sagen, in der schlichten volkstümlichen, ‚bäuerlichen‘ Au assung.“ Wohl wegen der positiven Fürsprache und des gemäßigten „Expressionismus“ im Bild wurde eine Aufstellung als Altarbild im ländlichen Raum erst möglich. 338 AKSU: HANS HANSEN Ein barocker Auszug über dem Bild, zusammengefügt aus einer großen Krone als Zeichen der königlichen Regentscha Jesu, die getragen wird von Engeln und dem darunter in Strahlenbündel herabschwebenden Heiligen Geist in Form der Taube, bekrönt den Hochaltar und bezieht sich zugleich auf die Christ-König- ematik. Einige weitere barocke Engel und Putten sind am hölzernen Rahmengestell und somit um das Bild herum angebracht. Das Altarbild nebst Rahmung be ndet sich auch noch heute in einer Seitenkapelle von St. Quirinus. Der Altarunterbau ist ebenfalls noch vorhanden und steht am selbigen Ort. Das Mittelfenster des Chorraumes ist in heutiger Zeit wieder verglast und grei motivisch die Kreuzigungsszene des vormaligen Altarbildes von Schae er auf. Kat. 10-1 Kat. 10-2 339 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 11: St. Michael/Bergheim-Hüchelhoven 1928–29 Bezeichnung Chorumbau und Chorfenster Standort Sankt-Michaelstraße, 50129 Bergheim-Hüchelhoven Datierung 1928–29 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde St. Michael/Bergheim-Hüchelhoven im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Hermann Paul Simon (Bildhauer); Josef Scheuer (Glaskünstler); Gebrüder Pfa (Bau rma); Reiner Rief (Baudekoration); Firma Brambring (Dachdecker) Literatur GVA/AEK Hüchelhoven; Straus-Ernst, Baugesinnung, S. 330, Abbildung S. 328; Weyres, Kirchenbau, S. 9 und Abbildung 18; Braschoss, Hüchelhoven, S. 60; Hagspiel, Hansen, S. 113. (Irrtümlicherweise gibt Hagspiel Hückelhoven als Ort an). Auf der Kirchensitzung vom 05.08.1928 wurde nach intensiven Beratungen der Beschluss gefasst, dass die Pfarrkirche in Hüchelhoven nach Plänen des vom Institut beau ragten Architekten Hansen erweitert werden sollte, da sie für die damaligen Bedürfnissen zu klein geraten war. In seinem Erweiterungsbau integrierte Hansen den bisherigen Chor in das Langhaus und verschob den neuen Chor an den Ort der ehemaligen Sakristei, welche dem Kirchengebäude dann als seitlicher Anbau neu beigefügt wurde. Um das äußere Gesamtbild der Kirche zu wahren, wurde der neue Chorraum mit einem etwas gedrückten Korbbogen in das bestehende Kirchendach eingepasst. Durchgehende breite und pro lierte Betonrippen, die zu einem Schluss- und Endpunkt an der Chordecke verlaufen, setzen das gotische Kreuzrippengewölbe des einschi gen Kirchenraumes fort, das wohl schon vor dem Umbau vorhanden war. An die Evangelienseite platzierte Hansen noch eine aus dunklem Holz gearbeitete Rokoko- Kanzel älteren Datums. Hansens Erweiterungsbau durchbrach die alte Chorrückwand, aber auch die beiden geschrägten Seitenwände, so dass eine Art Dreikonchensystem entstand (Kat.  11-1/11-2). Die linke Konche war für einen Nebenaltar des Heiligen Michael gedacht, wohingegen sich in der rechten der Durchgang zur Sakris tei befand. Für die Wandgestaltung der Hochaltarkonche wurden erneut Rippen eingesetzt, aber diesmal in einer starken Verdichtung. Die Rückwand wurde förmlich durch Betonrippen gefältelt, die sich zur Mitte des Abschlussbogens bündeln. In die kurzen, geraden Seitenwände des Vorchorjochs fügte Hansen beidseitig je ein farbiges Glasfenster ein, so dass indirektes Licht auf den Hochaltar fallen konnte. Die Entwürfe zu den Segmentbogenfenstern lieferte Hansen. Eine genaue Beschreibung und Abbildungen zu den Fenstern be nden sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“ Ob auch die beiden kleineren gürlichen Glasbilder aus den Nebenkonchen von Hansen stammen, lässt sich nur schwer beurteilen, obwohl auch diese Fenster aus der Umbauzeit herrühren. Zum einen unterscheiden sich diese stilistisch von den geometrischen Fenstern der Mittelkonche und überhaupt von Fensterentwürfen Hansens und zum anderen ist auf beiden Fenstern noch der folgende Hinweis zu lesen „Geschenk der Schüler/-innen der Pfarrgemeinde 1928–29.“ Die Gestaltung und das Arrangement des neuen Hochalters wurden von dem Bildhauer Hermann Paul Simon aus Köln nach Vorgaben Hansens angefertigt (Kat. 11-3). In einer pro lierten und kreuzartig eingezogenen und farblich durch Blautöne abgesetzten Nische, die umfasst wird von einer imposanten barocken Stuckumrahmung aus Putten- 340 AKSU: HANS HANSEN köpfen und oralem Beiwerk, ist mittig eine barocke Holzskulptur in farbiger Fassung aufgestellt. Dargestellt ist die von einem goldenen Strahlenkranz hinterlegte Gottesmutter mit dem Jesusknaben auf den Armen, der statt des Kirchenpatrons gerade im Begri ist, den ihnen zu Füßen liegenden Drachen mit einem goldenen Speer zu durchbohren. Wieder in Anspielung auf Christ- König wird der ganze Altarau au von einer überdimensionierten goldenen Krone bekrönt, die von zwei Putten guren gehalten wird. Eine ähnliche imposante Altarumrahmung hatte das Duo Hansen/Simon bereits kurze Zeit zuvor für das Kloster der Ordensfrauen vom Heiligen Herzen Jesu geliefert. Die wesentliche Raumstruktur und auch der Hochaltar sind in heutiger Zeit erhalten. Kat. 11-1 Kat. 11-2 341 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 11-3 342 AKSU: HANS HANSEN Kat. 12: St. Karl Borromäus/Köln-Sülz 1928–29 Bezeichnung Wettbewerb für Kirchenneubau Standort Zülpicherstraße, 50674 Köln Datierung 1928–29 Auftraggeber Kirchengemeinde St. Nikolaus/Köln-Sülz im Erzbistum Köln Weitere Architekten Franz Borgard, Bernhard Weber; Ferdinand Pasmann; Joseph Bonn; Clemens Klotz; Hermann Mohr; Eduard Endler; Hermann Neuhaus etc. Literatur GVA/AEK Köln-Sülz; Kölner Lokal-Anzeiger, 10.11.1930; Lapides; Weyres, Kirchenbau, S. 13, Anm. 66; Handbuch Köln, S. 228; Hagspiel, Riphahn; EP, Kirche, S. 181; Fußbroich, Führer, S. 64 f. Ende 1928 beschloss der Kirchenvorstand von St. Nikolaus einen Kirchenneubau für den Ortsteil Köln-Sülz an der Zülpicherstra- ße. Deshalb wurde ein Wettbewerb ausgerufen, an dem insgesamt 15 Kölner Architekten teilnehmen sollten. Die Vorgabe war, einen Kirchenraum für circa 1.200 Erwachsene und 200 Kinder zu scha en. Weitere 300 Personen sollten im Vereinssaal unterhalb der Kirche Platz nden. Der mit einer Orgelempore ausgestattete Kirchenraum sollte zudem einen ungehinderten Blick auf den Hochaltar ermöglichen. Auch auf eine würdige Lage und Gestaltung wurde von Seiten der Au raggeber Wert gelegt. An das Kirchengebäude sollten noch Wohnungen für Pfarrer, Kaplan, Küster und Schwestern angegliedert werden. Unter den im Februar 1929 eingereichten neun Plänen befand sich auch ein nicht mehr erhaltener Kirchenentwurf von Hans Hansen. Dieser ist aber schon beim ersten Durchgang ausgeschieden. Bemängelt wurde von der Kommission, dass im Plan Hansens der Abstand zu den Nachbargebäuden ungenügend, der Grundriss der Wohnungen nicht einwandfrei und die wirtscha liche Ausnutzung des Geländes nicht optimal sei. Außerdem wurde die Bausumme deutlich überschritten. Positiv vermerkt wurde hingegen, dass der Entwurf architektonisch interessant sei. Den ersten Platz belegten die Architekten Franz Borgard/Bernhard Weber. Der zweite Platz ging an Ferdinand Pasmann/Joseph Bonn und der dritte an Clemens Klotz/Hermann Mohr. Die Entwürfe von Eduard Endler und Hermann Neuhaus wurden von der Kirche angekau . Letztendlich wurde St. Karl Borromäus nach den Plänen der Zweitplatzierten ausgeführt. Um 1930 entstand eine moderne Backsteinkirche im Stil des Expressionismus und des Neuen Bauens. Keine Abbildung bekannt! 343 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 13: St. Servatius/Siegburg 1928–30 Bezeichnung Orgelumbau Standort Mühlenstraße, 53721 Siegburg Datierung 1928–30 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde St. Servatius/Siegburg im Erzbistum Köln Weitere Architekten Dr. Robert Hiecke Ausführende Künstler/ Handwerker Johannes Klais (Orgelbau rma) Literatur Pfarrarchiv St. Servatius; Lapides; Heppekausen, St. Servatius, S. 52–55; General-Anzeiger (Bonn), 11.02.2014. 1927 wurde auf einer Versammlung des Kirchenvorstandes der Entschluss für die Anscha ung einer neuen Orgel und die Umgestaltung des Prospekts gefasst. Darau in wandte man sich an das Institut für religiöse Kunst und bat um Unterstützung bei den Umbauplänen. Ein von Hansen im April 1928 eingereichter Plan fand große Zustimmung innerhalb des Kirchenvorstandes. Lediglich von Seiten des Staatskonservators Dr. Robert Hiecke wurden Bedenken geäu- ßert, da ihm die barocke Umkleidung nicht recht ge el. Deshalb forderte er, dass wegen der Gotik des Raumes im oberen Bereich der Orgel eine einfache und strenge Linienführung zu dominieren habe. Hiecke fertigte kurzentschlossen selbst zwei Entwürfe für den oberen Abschluss der Orgel an. Auch die als Verbindungsglieder zwischen dem oberen und unteren Au au der Orgel dienenden Engels guren, die ebenfalls dem Entwurf Hansens entstammten, konnten nur mit Mühe und Not vor der Zensur des Konservators bewahrt werden. Ostern 1930 wurde die neue Orgel nach Plänen Hansens und den Veränderungen Hieckes eingeweiht. Der Sakralbau selbst ist eine dreischi ge, mittelalterliche Emporenbasilika, in der romanische, gotische und barocke Raumkompartimente vorherrschen. Auf der Abbildung (Kat.  13-1) ist die Schauseite der Orgel zu sehen, die in den Spitzbogen der Empore oberhalb des Eingangsbereiches von St. Servatius eingeschrieben ist. Die dabei o en zur Schau gestellten Metallpfeifen verbinden sich mit dem hölzernen Rahmenprospekt zu einer eindrucksvollen Gesamtkomposition. Dabei kommen besonders die Orgelpfeifen als integraler Bestandteil des Konzeptes in Doppelfunktion zur Geltung, nämlich als Musikinstrument und zugleich als dominanter Formgeber. Die zu Grüppchen gebündelten bzw. gereihten und achsensymmetrisch ausgerichteten diversen Pfeifentypen erzeugen per se durch ihre spitzzulaufenden und zackigen Umrisslinien ein recht „expressionistisches“ Vokabular. Der barocke Prospekt dient dabei als dezente Verklammerung der unteren mit der oberen Häl e. Figurale Dreiergrüppchen aus musizierenden Engeln gruppieren sich beidseitig um eine mittig zu einer Dreiecksform ansteigende Pfeifengruppe, hinter der sich auch der Spieltisch verbirgt. Figuren wie auch Pfeifen formieren sich so zur Vorderfront der in einem konvexen Bogen nach vorn schwingenden Brüstung. Die bereits erwähnten, in den oberen Ecken der o enen Empore angebrachten mannshohen Engels guren mit goldenen Posaunen, die nach dem Willen Hieckes hätten weichen sollen, vermitteln als Verbindungsglied zwischen oben und unten. In selbiger Verp ichtung stehen die 344 AKSU: HANS HANSEN beiden seitlichen Pfeifenbündel, in deren Zwischenräumen goldene Sterne gleichfalls als Anspielung auf den himmlischen Engelchor angebracht sind. Auf einem pro lierten, eckig gestu en und mittig vorspringenden Podest erheben sich spiegelsymmetrisch einseitig ansteigende Orgelpfeifen, bis zu einer alles überragenden, geschwungenen zentralen Dreiecksform, die in Wiederholung als Pendant zu der unteren, kleineren Pfeifengruppe zu sehen ist. Die Orgel wurde in neuerer Zeit durch die renommierte Orgelbau rma Johannes Klais, die auch am Bau von 1928–30 beteiligt war, geringfügig modi ziert, so dass das kirchliche Musikinstrument auch heutzutage fast unverändert seinen Dienst erfüllt. Kat. 13-1 345 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 14: St. Clara/Berlin-Neukölln 1929–30 | 1939 Bezeichnung Diverse Arbeiten wie Chorumbau, neue Beichtstühle etc. Standort Briesestraße 13, 12053 Berlin Datierung 1929–30 | 1939 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst (?); Pfarrgemeinde St. Clara/Berlin-Neukölln im Bistum Berlin Ausführende Künstler/ Handwerker Fritz Schae er (Maler und Glaskünstler); Firma Riesgen (Schnitzarbeiten); Firma Marohl (Schreinerarbeiten) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Pfarramt St. Clara 1972; Ausstellungskatalog, Schae er, S. 12; Pfarramt St. Clara 1987; Streicher, Berlin. 1929 war Hansen als federführender Architekt an Umbaumaßnahmen an der St. Clara-Kirche im fernen Berlin tätig. Der neu berufene Pfarrer wünschte sich eine Umgestaltung der neogotischen, zweischi gen Hallenkirche, dessen Kreuzgewölbe auf vier Mittelsäulen ruhte. Als erstes ließ Hansen den alten Altar abreißen und die Chorapsis muschelförmig umgestalten (Kat. 14-1). In verwandter Geisteshaltung wie bei St. Anna/Neuss oder auch St. Michael/Hüchelhoven gestaltete er die bläulich bemalte Rückwand mit durchlaufenden und nach oben hin zulaufenden Rippen, die der Apsis einen gotisch-expressionistischen Anstrich bescherten. Bei St Clara wurden obendrein versilberte Engel als Synonym für die Engelchöre zwischen den Rippen platziert. In ihren Händen befanden sich Marterwerkzeuge. Mittig zwischen den barocken Himmelswesen erhob sich ein gro- ßes Kreuz als zentraler Bezugspunkt der Apsis. Davor war ein einfacher Altar aus Sandstein aufgestellt, auf dessen Mitte ein Ta ber nakel aus getriebenem Messing positioniert war. Kleine Scheinwerfer, die im Chorraum befestigt waren, dienten als künstliche Lichtquelle. Denn die zuvor den Hauptaltar o en ankierenden Seitenaltäre wurden vorgezogen und durch Wand- und Deckeneinzug räumlich vom Hauptchor separiert, so dass die von Hansen anvisierte Konzentration auf den Hauptaltar erst dadurch ermöglicht wurde. Nun ö neten sich die Seitenaltäre in Form von Karniesbögen zum Kirchenraum. Zusätzlich wurden die breiten Säulen von Hansen puri ziert und wesentlich schlanker umgestaltet, um den Blick zum Hauptchor zu verbessern. Auch Karl Schae er hat am Umbau mitgewirkt. Neben einem Altarbild, wo die Heilige Clara abgebildet war, hat er acht gotische Kirchenfenster in abstrakt-ornamentaler Weise entworfen. Doch sämtliche Glaskunst, bis auf die Rosetten, wurde während eines Bombardements im Zweiten Weltkrieg zerstört. Insgesamt wirkte die Kirche nach den Umbauten durch die Reduktion und Entfernung historistischer Bauelemente wesentlich schlichter und strukturierter. Im Jahr 1939 wurde Hansen erneut engagiert für die Gestaltung neuer Beichtstühle. Wie der Pfarrchronik zu entnehmen ist, wurden die neuen Beichtstühle in Wandnischen des Kirchenschi es untergebracht, so dass die Vorderfront bündig zur Langhauswand war. Die aus Eichenholz gefertigten und 4 Meter breiten und 3 Meter hohen Beichtstuhlblenden beherbergten im oberen Bereich geschnitzte Oberkörperplastiken mit Motiven von Heiligen. Die Kirchenau eilung ist weitestgehend erhalten. 346 AKSU: HANS HANSEN Kat. 14-1 347 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 15: St. Christophorus/Bessenich-Zülpich 1930 Bezeichnung Chorerweiterung und -umbau Standort Dürenerstraße, 53909 Zülpich-Bessenich Datierung 1929 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde St. Christopherus/Bessenich-Zülpich im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Fritz Schae er (Maler); Hermann Paul Simon (Bildhauer); Reiner Rief (Baudekoration); Firma Reuter (Werkstatt für Fenster); Firma Adolf Zorn u. Söhne (Steinmetzarbeiten); Josef Düpper (Zimmermann); P. Jansen (Dachdecker) Literatur Lapides; Weyres, Kirchenbau, S. 9 und Abbildung S. 15; Simons, Bessenich, S. 53–61. Auf Grund der wachsenden Einwohnerzahl beschloss der Kirchenvorstand Anfang 1930 die zu klein geratene Backsteinkirche St. Christophorus durch den Anbau eines neuen Chores zu erweitern. Über das Institut für religiöse Kunst entwarf Hansen Pläne für die Chorerweiterung. Die vorhandene Choranlage wurde um eine halbrunde Apsis verlängert, die von Zeitgenossen als eine Art Kuppelbau beschrieben wurde. Dieser Eindruck rührte in erster Linie daher, dass der neue Altarraum auf einem kreisrunden Grundriss mit einem Durchmesser von 7,20 Meter errichtet wurde und von einem Kuppelgewölbe bedeckt war bzw. ist, da der Chor noch erhalten ist. Wegen der Materialbescha enheit der Kirche und um das Gesamtbild nicht zu gefährden, wurden der Ergänzungsbau von außen voll verklinkert und das neue Kegeldach übergangslos vom Satteldach des Vorbaus aufgenommen (Kat. 15-1). Der ältere Chorraum wurde in das Langhaus integriert und zum „Halsstück“ umfunktioniert. In die seitlichen Wände des neuen Chores wurden beidseitig zwischen Betonpfeilern vier Rundbogenfenster aus Antikglas angebracht, die in der Achse leicht versetzt und somit treppen- bzw. lamellenartig gereiht sind. Die dadurch hervorgerufene fächerartige Gliederung ist somit expressionistischer Natur. Die geometrischen Glasmalereien wurden durch den Kunstmaler Fritz Schae er entworfen. Gelbgetönter Juramarmor bildet den Bodenbelag für die um zwei Stufen erhöhte Chorrotunde (Kat. 15-2/15-3). Sieben konzentrische Kreise aus schwarzem Schiefer schwingen in immer weiteren Bögen um den Mittelpunkt des Marmorbodens, bis der äußerste Kreisradius vom Mauerrund und der Vorderkante der unteren Altarstufe aufgenommen und fortgeführt wird. Ein Echo der Kreisgestaltung fand sich auch in der Kommunionbank mit seitlichen Durchgängen, die am Rand der Rotunde aufgestellt war, aber heutzutage nicht mehr vorhanden ist. An der Chorwand jedoch be ndet sich auch heute noch fast der gleiche barocke Hochaltar, der um weitere Stufen erhöht ist. Auf dem nicht mehr existenten Blockaltar, dessen Antependium wohl aus einer Reliefplatte bestand, waren mittig ein kleiner Tabernakel mit Kreuzornament und auf einer die Mensa und Tabernakel umrahmenden Predella Kerzenleuchten aufgestellt. Über dem nicht mehr vorhandenen Unterbau erhebt sich eine Art Nische, welche von einem strengen, mehrfach gestu en Strebewerk umfasst wird. Die äußere Rahmenleiste ist mit Gold überzogen und eckig eingezogen. In der Nische selbst be ndet sich auch heute noch die 6 Meter hohe und somit den ganzen Kirchenraum dominierende Christus- gur am Kreuz. Das Christkönig-Motiv wurde auch in dieser Kirche wiederholt von Hansen angewandt. Im Auszug des Hochaltares ankieren und tragen barocke Engel, die ursprünglich farblich gefasst waren, eine 348 AKSU: HANS HANSEN übergroße goldene Krone. Christus ist als Dreinageltypus mit weit nach oben gestreckten Armen in jansenistischer Manier dargestellt. Einen ähnlichen Typus hatte Hansen bereits in St. Bruno verwendet, nur dass die von dem Bildhauer Simon für St. Christophorus realisierte Jesus gur voller Anmut ist, da sie mit erhobenem Haupt und o enem Blick in den Kirchenraum schaut, hingegen der Christus von St. Bruno bereits leidvoll verstorben war. In der so veränderten und moderneren Darstellungsart drückt sich die gewandelte bildtheologische Auffassung aus, wie sie auch von Romano Guardini und der Liturgischen Bewegung vertreten wurde. Außer den schon erwähnten Kerzenleuchten waren auch beidseitig des Altarbildes halbrunde Kerzenschalen und freihängende Ewigkeitslampen aus Messing angebracht. Zusammenfassend haben sich das Kreuz mit Nische und die mit der Krone herabschwebenden Engels guren erhalten. Der Marmorboden ist ebenfalls noch vorhanden. Ansonsten ist der Chorraum gemäß den Kirchenreformen des Zweiten Vatikanischen Konzils im Laufe der Zeit umgestaltet worden. Das in der Kuppel be ndliche Deckengemälde muss etwas späteren Datums sein, da es auf der Abbildung Kat. 15-2 noch nicht vorhanden war und auch in den vorhandenen Unterlagen nirgends die Rede von einem Deckengemälde ist. Kat. 15-1 349 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 15-2 Kat. 15-3 350 AKSU: HANS HANSEN Kat. 16: Klosterkirche/Bottenbroich-Frechen 1930–31 Bezeichnung Erweiterung des rechten Seitenschi es und Sakristeianbau Standort Bottenbroich-Frechen/Kirchenbau wurde abgerissen Datierung 1930–31 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst; Pfarrgemeinde Bottenbroich-Frechen im Erzbistum Köln Literatur Clemen, Kreis Bergheim, S. 48–50; Lapides; Weyres, Kirchenbau, S. 9 und S. 31; GVA/AEK Bottenbroich; http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bottenbroich (zuletzt eingesehen am 25.11.2015) Ein Tagespunkt der Sitzung vom 26. Januar 1930 des Kirchenvorstandes von Bottenbroich war die Entscheidung, ob die ehemalige Klosterkirche der Zisterzienser, die seit 1802 von der Gemeinde als Pfarrkirche genutzt wurde, nach den Plänen von Hansen erweitert werden sollte. Der einstimmige Beschluss für die Umbaumaßnahmen sollte dann auch schnellstmöglich realisiert werden. Die Finanzierung wurde über ein Darlehensprogramm des Institutes für religiöse Kunst garantiert. Es ist daher anzunehmen, dass auch die Au ragsvergabe über das Institut verlief. Realisiert wurden ein Seitenschi durchbruch auf der Epistelseite und die dortige Erweiterung um drei Joche (Kat. 16-1). Der gotischen Vorgabe stilistisch folgend, wurden von Hansen zunächst die Spitzbogenarkaden aufgegri en und fortgeführt. Aber statt der vorherrschenden Pfeilerreihung kamen schmalere Säulen zum Einsatz. Die Erweiterung wirkte dadurch insgesamt viel offener und leichtfüßiger. Des Weiteren wurde eine neue Sakristei in Höhe der Seitenschi weiterung an die Kirche seitlich angefügt (Kat. 16-2). Auch hierbei übernahm Hansen die materielle Vorgabe, so dass sich die aus Backsteinen verkleidete Giebelfassade des Anbaus in das äußere Gesamtbild einfügt war, da die Kirche ebenfalls aus Ziegelsteinen bestand. Zusätzlich betonten ornamental abgesetzte Ziegelsteine im Zickzack-Muster die Um ran dung des Sakristeigiebels. 1951 musste der gesamte Ort Botten broich nebst der alten Klosterkirche dem Braunkohletagebau Frechen weichen. Kat. 16-1 Kat. 16-2 351 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 17: St. Anna/Neuss 1930–31 Bezeichnung Neubau einer Kapelle Standort Rheydterstraße, 41464 Neuss Datierung 1930–31 Auftraggeber Institut für religiöse Kunst(?); Heimvorstand St. Anna/Neuss im Erzbistum Köln Weitere Architekten Klaus Röhlinger Ausführende Künstler/ Handwerker Fritz Schae er (Glasfenster); Hermann Paul Simon (Bildhauer); Firma Ditmann und Wasen (Verglasung); Firma Knoch u. Krüll (Maurer- und Betonarbeiten); Firma Hellendahl (Zimmerarbeiten); Firma Klosterberg und Kraus (Schlosserarbeiten); Gebr. Klein (Kunststeinarbeiten); Firma Pief (Stuckarbeiten) Literatur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 17.10.1930 und 18.06.1931; Lapides; Weyres, Kirchenbau, S. 19 und S. 31; Lange, St. Anna. Das ursprüngliche Kinderheim St. Anna entstand 1909 nach Plänen des Neusser Architekten Klaus Röhlinger. Dennoch wurde ihm später nur die Bauleitung des Kapellneubaus übertragen, Hansen hingegen die architektonische Gestaltung. Aufgrund von Platzmangel beschloss der Vorstand 1930 nämlich, dass das Waisenhaus um eine Kapelle erweitert werden sollte. Im Laufe des Jahres 1931 wurde diese fertiggestellt. Die als multifunktionaler Anbau konzipierte Kapelle erhielt im Souterrain einen Saalraum, der für diverse Anlässe genutzt werden konnte. Der einschi ge und verklinkerte Sakralbau schloss im Osten in voller Breite mit einer halbrunden Chorapsis ab. Getreppte gotische Strebepfeiler, durchlaufende Gesimse und expressionistisches Vokabular gliederten die Außenfassade und spiegelten sozusagen als Negativfolie den inneren Au au wider. Einseitige Rundbogenfenster, bestehend aus biblischen Szenen und geometrischen Ornamentscheiben in den oberen Registern, die von Fritz Schae er entworfen wurden, dienten als natürliche Lichtquelle. Im Inneren überwog eine schlichte Formensprache mit romanischen Anklängen. Akzentuierungen erfuhr der Kult raum über weißverfugte Klinker, durch die Fensterlaibungen, Pfeiler und der Triumphbogen hervorgehoben wurden. Auch die Rippen des Chorraumes, die sich horizontal bis zur Decke zogen, wurden in solcher Art gestaltet. Eine gleiche Fugentechnik wandte Hansen bereits bei der Krieger gedächtniskapelle von St. Marien/Neuss an. Über Emporen konnten Heimbewohner direkt vom Haupthaus in den ach gedeckten Kirchenraum gelangen. Ein schmaleres Nebenschi war St. Anna von südlicher Seite angeschoben. In diesem Bereich befanden sich weitere Nutzräume. Im Jahr 1978 wurde der gesamte Komplex abgerissen. Eine detaillierte Beschreibung und entsprechende Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 352 AKSU: HANS HANSEN Kat. 18: St. Joseph/Bornheim-Kardorf 1933 | 1944–55 Bezeichnung Neubau der Kirche und Folgeaufträge Standort Travenstraße, 53332 Bornheim Datierung 1933 | 1944–55 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Joseph/Bornheim-Kardorf im Erzbistum Köln Weitere Architekten Johann O ermann Literatur GVA II/AEK Kardorf-Bornheim; Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 98. Wißkirchen, St. Josef, S. 30  . Ergänzung Der damalige Dechant Blum hatte zum Ende des Krieges, um 1944, ein Epistel-Ambo, Steinkanzel, Steinleuchter etc. bei Hansen in Auftrag gegeben. Dieser Auftrag wurde im Jahr 1948 annulliert und kam somit nicht zur Ausführung. Zudem wurde 1955 ein neues Rektoratshaus nach Plänen von Hansen und O ermann erbaut. Zusammen mit dem ortsansässigen Architekten Johann O ermann entwarf Hansen den Neubau einer dem Heiligen Joseph geweihten Saalkirche. Die Außenfassade ist verklinkert und das Hauptschi mit einem Satteldach gedeckt. Eine Einturmfassade mit seitlich herabfallenden Pultdächern ist dem Hauptschi von südwestlicher Seite angefügt. Die Turmspitze ist als kupferbedecktes Pyramidendach konzipiert. Insgesamt überwiegt eine kubische Kompaktheit. Eine au ällige Akzentuierung weist die Portalzone auf. Der Portalbereich von St. Joseph besteht aus einem langen Blendspitzbogen, in dessen Tympanon sich ein romanisch-gotisches Drillingsfenster be ndet. Als Pendant dazu ankieren vier rundbogige Fensterarkaden den Eingangsbereich. Das fünf Joche umfassende Kirchenschi wird von einer Rabitztonne aus spätgotischem Netzgewölbe mit Stichkappen überwölbt. Die Rippen ruhen dabei auf Konsolen. Pilaster und gotische Blendnischen unterteilen und rhythmisieren die einzelnen Joche. Im Obergaden be nden sich je Joch frühgotische Maßwerkfenster. Eine Empore über dem Eingang beherbergt die Orgel, welche ebenfalls von einem Spitzbogen umfasst wird. Ein spitzzulaufender und dekorativ bemalter Triumphbogen leitet über zum Chorraum. In dem eingezogenen Rechteckchor erfährt das Netzgewölbe eine Steigerung, da die Rippen ein Raster aus Rauten bilden. Hervorgehoben wird dieser Eindruck noch zusätzlich durch den Einsatz von Farbe. Felder und Rippen wurden nachträglich bemalt. Ebenso ist das Mosaikbild, welches sich in einer Spitzbogennische oberhalb des Hochaltares be ndet, späteren Datums. In der Kirche vermischen sich Elemente modernen Kirchenbaus, die im Sinne des Heimatstils bieder-konservativ abgewandelt wurden. Eine detaillierte Beschreibung und entsprechende Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 353 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 19: St. Laurentius/Bergisch-Gladbach 1934–39 | 1941 Bezeichnung Chor- und Taufkapellenumbau, neues Orgelprospekt und Westportal Standort Laurentiusstraße, 51465 Bergisch Gladbach Datierung 1934–39 | 1941 Auftraggeber Pfarrgemeinde von St. Laurentius/Bergisch-Gladbach im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato (Mosaik); Jean Leger (Bildhauer); Hermann Paul Simon (Bildhauer); Fritz Zehgruber (Metallarbeiten); Kölner Kunstgießerei Bentele Literatur Pfarrarchiv St. Laurentius; GVA II/AEK Bergisch-Gladbach; Findbuch HAStK/Hans Hansen; Rheinisch- Bergische Zeitung, 08.12.1934; Hansen, St. Laurentius; Panofsky-Soergel, Bechen, S. 69; Overath, St. Laurentius; KV St. Laurentius, S. 9; Werling, Taufen, S. 53 und S. 227. Ergänzung In den Kirchenprotokollen aus den Jahren 1941 ist zudem die Rede vom Umbau des Marienaltares, der sich am östlichen Ende des nördlichen Seitenschi es be ndet. Hansen war mit in die Planung involviert, doch kam es wegen des Krieges wohl nicht zu den geplanten Ausführungen. Zusätzlich befanden sich im Kirchenarchiv auch Pläne für ein Eichenholzabschlusstor an der Küsterwohnung, die von Hansen angefertigt wurden. Der Kirchenvorstand hat Hansen über einige Jahre hinweg diverse Bauaufgaben anvertraut. Im Jahr 1934 wurde die Neugestaltung des Chores der neuromanischen Pfeilerbasilika in Au rag gegeben, die fast unverändert erhalten ist. Hansen ersetzte den neogotischen Altarau au durch einen einfachen Tischaltar. Das Antependium gestaltete er mit einem Christogramm und Tauben als Sinnbild für die zum Heiland strebenden Seelen. In Korrespondenz steht der Altar zu den fünf Hintergrundnischen der halbrunden Chorapsis. Diese sind mit musivischen Arbeiten gefüllt, die von Hansen entworfen und von dem Mosaikkünstler Victor Bonato umgesetzt wurden (Kat. 19-1). Die musivischen Arbeiten gehören zu einer der größten sakralen Mosaikausstattungen der Zwischenkriegszeit. Strenge und kleinteilige Teppichmuster bestimmen den inneren Au au des farbreichen Mosaiks, das an byzantinische/frühchristliche Mosaiken angelehnt ist. Geometrische, vegetative und gurale Figuren mit sakralem Charakter sind Bestandteil der Musterung und Rhythmisierung. Ebenso sind Schri bänder vorhanden, die auf den biblischen Kontext verweisen. Somit folgte das Mosaik im Au au und Bildkonzept den modernen bildtheologischen Vorstellungen, wie sie von Romano Guardini und der Liturgischen Bewegung zu dieser Zeit vertreten wurden. An den achen Seitenwänden des Chores wird das Mosaik fortgeführt (Kat. 19-2) und verdichtet sich hier erneut zu einem durchgängigen Streifenteppich, in dem einzelne biblische (Tier-)Motive eingearbeitet sind. In ähnlicher Intention werden auch die Skulpturenhintergründe der Heiligen Joseph und Laurentius durch Schri züge, Engels- guren und kleinteilige Ornamentmuster in Mosaik umspielt. 1936 wird Hansen mit der Umgestaltung der Tau apelle beau ragt. Die sich auch heute unter einem neogotischen Baldachin am östlichen Ende des südlichen Seitenschiffes be ndliche Tau apelle wurde von Hansen im Kontext der Gesamtgestaltung ebenfalls mit einem Wand- und Bodenmosaik ausgestattet (Kat. 19-3). Die Mosaike hier beziehen sich auf die Pontianus-Legende. 354 AKSU: HANS HANSEN Detaillierte Beschreibung dazu und weitere Abbildungen zu den Mosaiken be nden sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. Im Jahr 1938 hat Hansen in enger Zusammenarbeit mit der renommierten Orgel rma Klais das Orgelprospekt der Kirche entwickelt (Kat. 19-4). Die achsensymmetrischen und frontal zum Kirchenraum ausgerichteten Orgelpfeifen werden von einer gerippten Eichenholzverkleidung verklammert und getragen. Im Gegensatz zum barocken Einschlag des Orgelprospektes von St. Servatius ein Jahrzehnt zuvor, hat Hansen nun mehr eine klassisch-nüchterne Ausrichtung gewählt, obwohl auch diese Orgel imposant auf den Kirchenraum ausgelegt ist. Ins gleiche Jahr fällt ein Entwurf für ein neues Westportal, der sich aber vom realen Portal erheblich unterscheidet (Kat. 19-5/ 19-6). Ob Hansen seine Portalidee eventuell grundlegend überarbeitet hat oder ob der Vorschlag eines anderen Künstlers realisiert wurde, kann nicht mit letzter Sicherheit entschieden werden. In dem überlieferten Plan (Kat. 19-5) grei Hansen auf eine schlichte romanische Gestaltung zurück. Der Kircheneingang mit pro lierter Laibung, die das eigentliche Portal weit überfängt, ist einem Rundbogen mit Tympanon eingeschrieben. Im Tympanon be nden sich kleinere, in zwei Reihen übereinander gestellte Arkaden. Umrahmt wird das Portal von einer abstrahierten Ädikula aus changierendem Steinwerk, mit achem Giebelabschluss. Die schlichten Bronzetüren erinnern an karolingische bzw. ottonische Vorbilder, wie sie Hansen auch schon für St. Gereon entworfen hatte. Bei dem ausgeführten Portal spricht dennoch einiges für die Handschri Hansens (Kat. 19-6) Das ebenfalls in einen romanischen Rundbogen integrierte Portal, welches von je zwei gesta elten dünnen Halbsäulen mit Würfelkapitell eingefasst wird, weist auf den bronzenen Flügeltüren Bilder in einer Art versenktem Relief auf, da die Darstellung mehr aus eingetie en Linien denn aus vortretenden Partien besteht. Auf jeder Seite ist eine lebensgroße Engels gur eingearbeitet, die das Portal als porta coeli ausweisen. In Gestus und Gestalt erinnern die Figuren stark an die von Hansen entworfenen Gitterengel für St. Gereon. Auch das über den Himmelwesen be ndliche Christus-Monogramm im Kreis ndet sich an mehreren Stellen im Kircheninneren von St. Laurentius wieder. Gleiches gilt für die Kreuzmusterung des Tympanons. 355 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 19-1 356 AKSU: HANS HANSEN Kat. 19-2 Kat. 19-3 357 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 19-4 Kat. 19-5 Kat. 19-6 358 AKSU: HANS HANSEN Kat. 20: Marienbrunnen/Marpingen 1935 Bezeichnung Brunnenanlage und Platzgestaltung nebst Kapelle Standort Am Marienbrunnen, 66646 Marpingen Datierung 1935 Auftraggeber Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt/Marpingen im Bistum Trier Literatur Pfarrarchiv Maria Himmelfahrt 1935 plante Hansen die Umgestaltung einer kleinen Wallfahrtsstätte für die Marienverehrung unterhalb der katholischen Pfarrkirche von Marpingen. Bereits 1847 ließ der damalige Pfarrer auf dem Gelände eine Mariensäule errichten. Die Marienkapelle wurde 1932 gebaut. Inwieweit Hansen die vorhandene Kapelle und Mariensäule übernommen bzw. verändert hat, lässt sich nicht mehr sagen. Von Hansen ist lediglich ein Grundrissplan überliefert, der sich im Pfarrar chiv von Maria Himmelfahrt be ndet (Kat. 20-1). Interessant an dieser Stelle ist das neue Aufgabenfeld, da Hansen nach heutigem Stand erstmalig hierbei als Landscha sarchitekt tätig war. Die hauptsächlich aus schwerem Bruchstein geformte Marienstätte bezieht sich mit der Verwendung traditioneller Baumaterialien auf den regionalen Heimatstil. Die durch eine Begrenzungsmauer aus Bruchstein von der Außenwelt abgeriegelte Brunnenanlage erinnert in ihrer Gesamt äche an einen Kirchengrundriss mit halbrundem Chor, dem seitlich untereinander Apsiden bzw. Kapellen angegliedert sind. Durch ein zwei ügliges Torgitter mit mittigem Kruzi- x am Ende der westlichen Umgrenzungsmauer gelangte der Pilger auf einen kleinen Vorplatz mit Sandboden. Von hier aus führte der Weg in zwei Richtungen. In nördlicher Richtung geht es auf den um einige Stufen höher liegenden Kapellenvorplatz, des sen Verbindungswege aus Bruchstein vorgegeben sind. In axialer Kreuzausrichtung zum Eingang und der Kapelle befand sich zentral dazu die auf einem gestu en Podest be ndliche Mariensäule. Die Bronzeplastik der Maria mit dem kleinen Jesusknaben in den Armen konnte in der damaligen Aufstellung komplett umrundet werden, da der Bruchsteinweg im Rondell um diese herumführte. In Sichtachse zu der Säule befand sich die Marienkapelle. Auf dem Plan war sie ähnlich dem Entwurf für St. Quirinus als ungleichseitiges spitzes Sechseck mit kleinem Vorbau und Zugängen von zwei Seiten geplant. Die jetzige Kapelle wurde aber als gleichseitiges Sechseck errichtet, womit der „expressionistische“ Charakter abgemildert wurde. Die erhaltene Kapelle ist aus Bruchstein und mit einem Pyramidendach gedeckt. Zwei Buntglasfenster liefern neben dem offenen Eingangsbereich das nötige Licht. Im Inneren be ndet sich ein kleiner Altar mit einer kleinen barocken Marien gur. Vom Vorplatz aus geht ein zweiter Weg ab, der in östlicher Richtung geradewegs zu einem Kreisrund aus Bruchstein führt, der um einige Stufen abgesenkt ist. Die fast komplett mit Mauerwerk umschlossene Plattform steht in Sichtachse zur hinteren Front der Kapelle und erinnert vom höheren Bodenniveau des Vorplatzes aus betrachtet an einen Brunnenschacht (Kat. 20-2). Im Inneren des Brunnens sind drei Rundnischen eingelassen und über dem mittleren das Marienmonogramm angebracht. Eine Aussparung vor den Nischen und ein Wasserloch deuten auf eine ehemalige Wasserquelle hin, welche aber mittlerweile versiegt zu sein scheint. Die Begrenzungsmauer und das Eingangstor sind in heutiger Zeit nicht mehr vorhan- 359 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE den. Die Mariensäule wurde innerhalb der Anlage versetzt. Kat. 20-1 Kat. 20-2 360 AKSU: HANS HANSEN Kat. 21: Zur Heiligsten Dreifaltigkeit/Neunkirchen-Wiebelskirchen 1935 | 1950–62 Bezeichnung Grabmal, Mosaike, Kapellen, Kirchenvorplatz, Prozessionsanlage und weitere Pläne Standort Prälat-Schütz-Straße, 66540 Neunkirchen Datierung 1935 | 1950–62 Auftraggeber Pfarrgemeinde Zur Heiligsten Dreifaltigkeit/Neunkirchen-Wiebelskirchen im Bistum Trier Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Mathias Kempen (Bildhauer); Quaas und Zenner (Mosaikkünstler); Firma Villeroy und Boch (Mosaiken); Willi Hahn (Bildhauer): Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Pfarrarchiv Zur Heiligsten Dreifaltigkeit; Saarbrücker Zeitung, 07.10.1953 und 08.05.1963; Kreiszeitung Neunkirchen, 30.09.1953 und 08.10.1953; Saarländische Volkszeitung, 06.10.1953, 17.05.1954 und 17.05.1955; Ody. Fatima-Wallfahrt; http://www.unsere-pfarrei. de/Wiebelskirchen%20–%20Dreifaltigkeitskirche%20aus%20anderer%20Sicht.html?menue=1-8-57 (zuletzt eingesehen am 01.12.2015); https://de.wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeitskirche_ %28Wiebelskirchen%29 (zuletzt eingesehen am 01.12.2015); Die Quellenlage ist lückenha und eine lückenlose Darstellung der Tätigkeiten daher recht schwierig nachzuvollziehen, da Hansen immer wieder über einen längeren Zeitraum für die Pfarrkirche tätig war. So sind aber grob zwei Zeiträume relativ sicher einzugrenzen, wobei der Schwerpunkt in die zweite Zeitspanne der 1950er Jahre fällt. Wegen der Fülle an Au rägen werden nachweislich alle bekannten aufgelistet, aber nur die wichtigsten Arbeiten eingehender beschrieben. Der früheste erhaltene Entwurf Hansens stammt aus dem Jahr 1935. Für den verstorbenen Prälaten Schütz hatte Hansen ein Grabmal entworfen, welches auch noch heute im Inneren der Kirche au ewahrt wird (Kat. 21-1). Das aus dunklerem Marmor angefertigte rechteckige und pro lierte Wandmal hat in der Mitte ein Relie ild aus hellerem Kunst- oder Werkstein(?), auf dem der die rechte Hand zum Segensgruss erhobene Christus in Frontalansicht mit Kreuznimbus hinter einer Art Brüstung stehend abgebildet ist. Die linke Hand verweist auf das Herz Jesu, das in Brusthöhe auf dem Gewand abgebildet wird. Vor Christus be nden sich kniend und betend im Pro l Prälat Schütz im Ornat, der zwei Erwachsenen und zwei Kindern, die ebenfalls kniend und betend im Pro l abgebildet sind, zugewandt ist. Insgesamt sind die Figuren im Stile der Nazarener recht sachlich und klar konturiert herausgearbeitet. Links und rechts auf dem Marmorrahmen stehen dem Kontext entsprechende Zitate aus dem Johannesevangelium Wer Die Wahrheit Tut/Kommt Zum Lichte/Damit Seine Werke O enbar Werden/ Denn Sie Sind In Gott Getan (Joh. 3:20–21); Vater/Da Ich Bei Ihnen War/Habe Ich Sie Behütet/Die Du Mir Gabst/Jetzt Aber Komme Ich Zu Dir (Joh. 17:12). Oberhalb der Bibelzitate sind je Seite ein Medaillon mit Kelch oder P anze angebracht. Unterhalb enden die Bibelverse mit je einem eingravierten Kreuz. Die kleine schwarze Grabplatte mit Lebensereignissen und -daten von Prälat Schütz be ndet sich in dem mit schwarzgrauem Marmor abgesetzten Sockelbereich. Während der herannahenden Front im Frühjahr 1945 und der stetigen Bedrohung schwerer Bombenangri e stellte sich die Gemeinde Wiebelskirchen unter den Schutz der Muttergottes von Fatima und gelobte die Errichtung einer Kapelle. Im Jahr 1951 löste die völlig vom Krieg verschonte Gemeinde ihr Versprechen ein. Gegenüber dem Haupteingang auf westlicher Seite wurde eine Ka- 361 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE pelle nach Plänen von Hansen errichtet, die leicht abgeändert auch noch heute an selbiger Stelle steht (Kat. 21-2). In die halbrunde und um zwei Stufen erhöhte Apsisnische der o enen Kapelle wurde eine Holzskulptur aufgestellt, welche das Werk eines portugiesischen Bildhauers ist. Die auf einer Wolke schwebende Skulptur der betenden Maria im weißen Gewand hatte anfänglich eine goldene Krone auf, die heutzutage durch einen Sternennimbus ersetzt ist. Ursprünglich war die Maria von Fatima auch auf einem Altarsockel mit treppenartigem Podest aufgestellt, worauf die Inschri Sühne/bete den Rosenkranz zu lesen war. Das Podest mit Inschri wurde begradigt und dient aktuell dem Altar als Tischplatte, auf der die Maria weiterhin aufgestellt ist. Die Front des Altares ist mit einem mittigen Relief gearbeitet, auf dem ein bekröntes Kreuz, in dessen Schenkel sich je ein Medaillon mit dem Heiligsten Herzen Jesu in Form des brennenden Herzens be ndet, zu sehen ist. Das Halbrund der Apsis und somit die Hinter grundfolie für die Skulptur ist mit Mosaikarbeiten gefüllt. Auf einem himmelblauen Untergrund sind in der Fläche verteilte Stern- und Kreuzornamente zu sehen. In gleicher Machart wie z. B. bei St. Laurentius in Bergisch-Gladbach sind aneinander und untereinander gereihte weiße Lämmer als Synonym für den Zug der Seelen spiegelsymmetrisch zur Maria als Mittelpunkt der Inszenierung ausgerichtet. Waagerechte Spruchbänder in deutscher Sprache aus der Salve Regina mit dunkler Schri auf goldenem Grund be nden sich als Gliederungselemente zwischen den Lämmern (Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas/zu dir seufzen wir/trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen). Oberhalb des Kopfes der Maria schwebt der in goldene Strahlen und Wolken eingetauchte Heilige Geist in Form der Taube auf ein reich verziertes Mosaikkreuz und das Haupt der Fatima-Madonna herab. Ein breiterer Schri zug, ebenfalls mit Zeilen aus der Salve Regina (Sei gegrüßt, O Königin/Mutter der Barmherzigkeit/unser Leben, unsre Wonne und unsere Ho nung/sei gegrüßt), umrundet die Apsisö nung und schließt als äußerer Rahmen das Mosaikfeld ab. Die aus hellem Werkstein gefertigte Kapelle mit spitzem und an der Traufe leicht gespreiztem Satteldach hat in dem Schlussstein der Rundbogenö nung ein Marienmonogramm eingearbeitet. Zudem be nden sich beidseitig der Apsisö nung kreuz verzierte Lampenbehältnisse auf Konsolen. Im ursprünglichen Zustand war die o ene Kapelle nur mit einem niedrigen Geländer abgeschirmt, hingegen ist sie heutzutage komplett mit einem schmiedeeisernen Gitter verschlossen. Um das Jahr 1952 fertigte Hansen in Zusammenarbeit mit seinem Partner Liebermann weitere Mosaikbilder für die beiden Nebeneingänge der neobarocken dreischif- gen Basilika mit vorgelagertem Turm an. Im linken Nebeneingang ist ein Mosaik des Erzengels Michael zu sehen (Kat. 21-3). Er steht aufrecht in einem mit einem Schachbrettmuster umrandeten bunt gestalteten Rundbogenfeld, das sich wiederum in einem mit weiß-gelb-grauen Mosaiksteinen gestalteten Rundbogenfeld be ndet. Die Inschri Sts Michael ist über dem Kopf des Heiligen angebracht. Die Buchstaben S und M sind farbig durch Blau-Rot in der Schri stärke hervorgehoben und der Buchstabe M im Sinne eines Marienmonogramms noch zusätzlich durch ein Kreuzsymbol überhöht. Die untereinander gesetzten Buchstaben OPN sind seitlich des Erzengels zu lesen. Sie stehen als Abkürzung für ora pro nobis (Bete für uns). Der mit einem roten Schulterumhang und goldenen Brustpanzer bekleidete Erzengel mit Goldnimbus und goldenem Stirnband steht mit ausgebreiteten Flügeln und den für ihn typischen Attributen dem Betrachter 362 AKSU: HANS HANSEN frontal gegenüber. In der rechten Hand hält er seinen langen Speer und in der Linken seine Waage, deren Waagschalen einmal mit einem jungfräulich betenden Mädchen und einmal mit Goldmünzen gefüllt sind. Es handelt sich um die Seelenwaage, mit der er als Art Richter des Jüngsten Gerichtes zwischen Gut und Böse abwägt. In dieser Darstellung schlägt die Waage zugunsten des betenden Mädchens aus, da die Waagschale schwerer wiegt als die eigentlich mit schwereren Goldmünzen beladene Waagschale. Anschaulich wird damit auch eine katholische Kapitalismuskritik zum Ausdruck gebracht. Dies umso mehr, da der unter den goldenen Stiefeln des Erzengels zertretene und somit symbolisch besiegte Drache mit letzter Kra versucht, die Waagschale mit den Münzen zu seinen Gunsten mit einer Pfote herunterzuziehen, um so das Böse doch siegen zu lassen, was ihm aber nicht gelingt. Der Figurenhintergrund ist ohne weitere narrative Ausschmückungen mit divergierenden Pastelltönen gestaltet. Als Pendant be ndet sich im rechten Seiteneingang ein Mosaik des Heiligen Raphael, wie er als Begleiter des Tobias ihm seinen Arm freundscha lich um die Schulter legt (Kat. 21-4). So ist der mit einem weißen und drapieren Gewand bekleidete Erzengel mit seinem Blick dem jüngeren Begleiter in Pilgerkleidung zugewandt. Tobias trägt eine rote Tunika, eine Umhängetasche um die Schultern und einen blauen Hut auf dem Kopf. Zudem halten beide Figuren als Symbol für ihre Reise einen Pilgerstab in den Händen. Ein weiterer Begleiter in Form eines weißen Hundes steht mit Tobias zusammen auf einer Art Felsbrocken, umgeben von wasserähnlichem Grund. Auch der Heilige hat seinen linken Fuß mit auf den Felsen gesetzt, wobei der rechte Fuß auf einem anderen steht. Göttlichen Beistand und Segen erhalten beide Figuren durch die Hand Gottes, die schemenha aus den Wolken kommt und goldene Strahlen auf den Erzengel scheinen lässt. Der Name des Heiligen, diesmal im Singular, und die Buchstaben OPN stehen seitlich der Figuren. Wegen zunehmender Pilgerscharen, die in erster Linie wegen der neu errichteten Fatima-Kapelle anreisten, musste die Pfarrgemeinde nach neuen Möglichkeiten suchen, um der Menschenmengen Herr zu werden. Hansen und Liebermann wurden mit der Lösung beau ragt und man entschied sich für die Errichtung einer Wallfahrtstätte unter freiem Raum. Die in den Jahren 1952–53 errichtete Prozessionsanlage auf dem ansteigenden Terrassenhügel des ehemaligen Pfarrgartens südlicher der Pfarrkirche (Kat. 21-5/21-6) besteht in vereinzelten Teilen auch heute noch, obwohl der Großteil der ehemaligen Prozessionsanlage im Laufe der Zeit bebaut wurde. Die beiden Architekten legten eine Art Mäander-Weg mit zahlreichen Windungen und Krümmungen an, so dass ein Prozessionsweg von circa einem Kilometer Länge erreicht wurde. Auf dem höchsten Punkt wurde ein Freialtar aufgestellt, so dass ein Gottesdienst unter freiem Himmel für tausende Pilger abgehalten werden konnte. Hinter dem nicht mehr existenten Altar wurde eine alles überragende Säule mit einer zeitgemäßen, französisch inspirierten Christus-Statue aufgestellt, die sich auch heute an gleicher Stelle be ndet (Kat. 21-7/21-8/21-9). Das nach Entwürfen von Hansen durch den Kölner Bildhauer Mathias Kempen angefertigte Christus-Monument misst eine Gesamtlänge von 14 Metern, wobei 4,50 Meter auf die jugendliche Christus gur entfallen. Der als Priesterkönig dargestellte Christus hat beide Arme zum Segen ausgebreitet und wurde mit Blick zur Kirche aufgestellt. Bekleidet ist er mit einem weißen Untergewand und einem sternengeschmückten roten Mantel. Beide Kleidungsstücke sind mit goldenen Saumstrei- 363 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE fen versehen. Auf dem Kopf trägt er als Zeichen seiner Herrscha die Krone. Die Inkrustation der Jesus gur wurde von Hansen im Vorfeld an einem Modell erprobt. Aufgestellt ist die Skulptur auf einem granitgrauen Bündelpfeiler. Im den Jahren 1958–59 baute und gestaltete Hansen den Vorplatz der Kirche weiter aus, indem er u. a. den Treppenaufgang und die Außenmauer zum Kirchenvorplatz neu anfertigte. Vom Bildhauer Willi Hahn wurde dazu die Steinskulptur des gekreuzigten Jesus angefertigt, die am Treppenaufgang zum Kirchenvorplatz platziert wurde. Unterhalb der Skulptur ist eine Wandtafel mit Inschri in die aus Bruchstein angefertigte Außenmauer eingelassen. Auf der von Hansen gestalteten Tafel ist folgende Botscha der Maria von Fatima an den Kirchenbesucher zu lesen: Alles für Jesus durch Maria/ Maria spricht Botscha von Fatima/Lernet mein Herz kennen und lieben/Wollt ihr euch Gott schenken/Wollt ihr sühnen und Busse tun/(…) Betet täglich den Rosenkranz. Eine letzte Beschreibung bezieht sich auf die sogenannte Siebenschmerzen-Kapelle, die sich noch am gleichen Platz auf dem Prozessionsgelände be ndet (Kat. 21-10/21-11). Sie ist die interessanteste und modernste von insgesamt drei Kapellen, die Hansen 1959 entworfen und gebaut hatte. Bei den beiden anderen Arbeiten handelt es sich einmal um die Maria-Joseph-Kapelle (Kat.  21-12/21-13), mit einer der wohl frühsten Betonglasfenster in Deutschland und die sogenannte Skapulier-Kapelle. Die Siebenschmerzen-Kapelle, die auch gleichzeitig eine Kriegergedächtnisstätte und Grabkapelle ist, wurde von Hansen auf dem Grundriss eines halben Ovals errichtet (Kat. 21-10). Die Außenmauern, die mit wei- ßem Kalksandputz verputzt sind, werden am Eingang abgerundet nach innen gezogen. Bedeckt wird die Kapelle durch ein Halbkuppeldach aus gefalzten Zinnplatten. Zur Eingangsfront wird die Kuppel gerade abgeschnitten, so dass die Schnitt äche komplett verglast ist und somit Licht ins Innere der Kapelle fallen kann. Das aus Rastern bestehende Glasfeld ist einfach verglast. Mittig zwischen den beiden eingezogenen Mauerzungen mit Vordach be ndet sich der um zwei Stufen erhöhte Eingang aus Schmiedeeisen. Der Bodenbelag und der kleine Altarau au vor dem Wandmosaik im Halbrund sind aus poliertem Marmor. Vor dem Altartisch mit den eingearbeiteten Buchstaben SM (für Heilige Maria) be ndet sich im Boden eine Grabplatte, die erst nachträglich im Jahre 1962 für den verstorbenen Pfarrer von Wiebelskirchen, Pastor eodor Schorr, angebracht wurde. Neben dem Todesdatum appelliert die von Hansen entworfene Grabplatte mit mahnenden Worten an die christlichen P ichten der Gemeindemitglieder von Wiebelskirchen. Hier nur ein kurzer Auszug: Ich habe Euch den Taufschwur abgenommen/Brecht ihn nicht!/Ich habe Euch eingep anzt den Glauben/Verliert ihn nicht!/ usw. Das Mosaikbild mit der mittigen Maria- Figur und den sieben Szenen um sie herum (Kat. 21-14) bezieht sich, wie der Name der Kapelle schon verrät, auf die sieben Schmerzen Marias, verkörpert durch die Darstellung der Mater Dolorosa. Maria, die stehend und betend traurig ihren mit einem blauen Nimbus mit Goldkante umrahmten Kopf etwas zur Seite geneigt hat, be ndet sich in einer Art muschelartiger, roter Mandorla. Goldene Strahlen scheinen von Maria aus in alle Richtungen, die bis in die Felder der einzelnen Schmerzereignisse heranreichen. Bekleidet ist Maria mit einem roten Untergewand, einem blauen Mantel mit Goldstreifen am Saum und einem weißen Kop uch. Die sieben kreisrunden und ornamental mit einem Flechtwerk umschlossenen Medaillons mit Szenen aus dem Leben der Muttergottes sind um die Maria als zentrale Figur he- 364 AKSU: HANS HANSEN rum angeordnet. Die Zwischenfelder werden durch dornige Äste eines Olivenbaums(?), der unterhalb der Maria aus seinem Stamm wächst, und/oder durch ornamentale Musterungen gefüllt, so dass alle Mosaikbilder miteinander und mit der Maria verbunden sind und ein kompaktes Gesamtbild erzielt wurde. In den einzelnen narrativen Szenen sind von links nach rechts folgende Sequenzen zu sehen: Darstellung Christi im Tempel/Flucht nach Ägypten auf dem Rücken eines Esels/Verlust des zwöl ährigen Jesus im Tempel/Begegnung der Mutter am Kreuzweg/Kreuzigung und Sterben von Christi/ Kreuzabnahme (Beweinung Christi)/Grablegung Christi. In den Mauerzungen be nden sich je Seite zudem zwei rechteckige rote Mosaiktafeln mit den Namen der Gefallenen, der Vermissten und der zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges. Die Totenliste, in der neben den Namen auch kleinere christliche Symbole eingearbeitet sind, umfasst die Jahre 1940 bis 1948. Über den Tafeln be nden sich noch folgende Worte in der Wand: (rechte Seite) Die Kriegsopfer der Katholischen Pfarrgemeinde Wiebelskirchen/sprechen zu uns/Betet mit uns zu Maria Friedenskönigin/um den Frieden der Welt, (linke Seite) Die Kriegsopfer des ganzen Erdkreises sprechen zu uns/Gedenket des Opfers unseres Lebens/Betet für uns/Betet um Gerechtigkeit und Frieden. Aus den Jahren 1961/62 sind noch Pläne für einen zeittypischen Kirchenneubau enthalten, welcher aber nicht realisiert wurden. Ob der Neubau die vorhandene Kirche ersetzen sollte oder als ein zweites Kirchengebäude geplant war, lässt sich nicht mehr ermitteln (Kat. 21-15). Auf der Zeichnung ist eine polygonal gebrochene und leicht untersetze Turmfront mit spitzzulaufendem Pyramidendach zu erkennen. Eine Turmseite wird unter der Traufe beginnend mit einem Rasterfenster gegliedert. Ein rechteckiger Campanile ist der Turmfassade von der anderen Seite angegliedert und überhöht diese leicht. Das einschi ge Kirchengebäude ist beidseitig von Rautenfenstern durchbrochen, die das Langhaus in Kombination mit schmalen Wandpfeilern in fünf Joche unterteilen, wobei je zwei Rautenfenster übereinander gereiht sind. Eine segmentförmige Überwölbung, die vermutlich mit Holzpaneelen verkleidet werden sollte, überzieht den gesamten Kirchenraum. Querverlaufende Verstrebungen, die von Pfeiler zu Pfeiler verlaufen, untermauern dabei die Jochunterteilung. Die ach eingezogene Chorapsis ö net sich in gesamter Breite dem Kirchenschi . 365 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 21-1 Kat. 21-2 Kat. 21-3 Kat. 21-4 366 AKSU: HANS HANSEN Kat. 21-5 Kat. 21-6 Kat. 21-7 367 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 21-8 Kat. 21-9 Kat. 21-10 Kat. 21-11 Kat. 21-12 368 AKSU: HANS HANSEN Kat. 21-13 Kat. 21-14 Kat. 21-15 369 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 22: St. Matthias/Simmerath-Strauch 1936 Bezeichnung Chorumbau und Mosaike Standort Kirchplatz, 52152 Simmerath Datierung 1936 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Matthias/Simmerath-Strauch im Bistum Aachen Ausführende Künstler/ Handwerker T.C. Pilartz (Bildhauer) Literatur Hinweis durch Email von Albertus Mathar 2009. (Keine weiteren Akten) Die Quellenlage ist recht mager. Nur ein Hinweis von Albertus Mathar, Sohn des Freundes Ludwig Mathars, führte zu dieser Kirche. In der Pfarrei selber waren keine weiteren Informationen vorhanden. Einige Einrichtungsgegenstände deuten auf die Handschri Hansens. Zu nennen wäre da als erstes ein als Triptychon gestaltetes Altarretabel aus geschnitztem Lindenholz von dem Bühnenbildner und Bildhauer eodor Caspar Pilartz, welches immer noch im Chor aufgestellt ist. Hansen war mit Pilartz befreundet und kannte diesen ebenso wie Fritz Schae er aus den Tagen der Münchner Räterepublik. Mit Schae er hatte Hansen bereits mehrere Kirchen umgestaltet. Das als Hochaltar aufgestellte Schnitzrelief zeigt mittig Jesus als thronenden Pantokrator mit den Insignien seiner Herrscha . Die Christus umgebende Mandorla wird von den Evangelistensymbolen und zwei Psalmen umringt. Auf den beiden Außen ügeln sind zwei Gruppen von Heiligen und von Normalsterblichen zu sehen, die beidseitig betend Christus als Mittelpunkt zugewandt sind. Der polygonale Chorraum wird von einem gotischen Netzgewölbe in blauer Farbe überspannt. Farbliche Gestaltungen und/ oder die Verwendung eines gotischen Netzgewölbes im Presbyterium wurden von Hansen in verwandter Geisteshaltung auch schon für St. Joseph in Kardorf verwendet. Zwei kleinere Mosaike, die sich im Kirchenschi be nden, weisen in Gestalt und Motivwahl ebenfalls auf die Handschri Hansens. Ein Mosaik ist als Wandplatte in die Wand des Querschi es eingelassen. Eine weiterführende Beschreibung und Abbildung be ndet sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbilder“. Das zweite Mosaik schmückt als vordere Altarplatte einen Seitenaltar, welcher ebenfalls im Querschi aufgestellt ist. Wie einer Inschri zu entnehmen, die in die obere Halterung aus schwarzem Marmor bzw. Granit eingraviert ist, wurde der Altar 1936 gestiftet. Ein Mariamonogramm, welches sich aus kleinen Kreuzornamenten zusammenfügt, be ndet sich in einem hellblauen Kreisrund mittig im Mosaik. Eine Krone bekrönt das Monogramm und auch sonst sind mehrere, unterschiedlich gestaltete Kronen dem Kreisrund seitlich beigeordnet. Als Bildgrund dienen wellenartige Mosaikstreifen aus diversen Farbmustern. 370 AKSU: HANS HANSEN Kat. 23: St. Vinzenz/Düsseldorf-Flingern 1939 Bezeichnung Chorumbau Standort Höherweg, 40211 Düsseldorf Datierung 1939 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Vinzenz/Düsseldorf-Flingern im Erzbistum Köln Weitere Architekten Dominikus Böhm Ausführende Künstler/ Handwerker Peter Hecker (Kirchenmaler) Literatur Pfarrarchiv St. Elisabetht/St. Vinzenz, GVA II/AEK Düsseldorf; Handbuch Köln, S. 190; PG St. Vinzenz, Festschrift; Peters, Wandmalerei, S. 275 und Abbildung 74–77; Becker-Huberti, Düsseldorfer, S. 113. Im Jahr 1939 gestaltete Hansen zusammen mit Peter Hecker den Chorraum der St. Vinzenz-Kirche in Düsseldorf. Hecker war für die Chorfresken verantwortlich, hingegen Hansen für die Neuinszenierung des Hochaltares. In Anlehnung an frühchristliche Altarau auten entwarf Hansen ein imposantes und neoklassizistisch ausgerichtetes Ziborium über einem einfachen Blockaltar. Die Bekrönung des Ziboriums, welche durch eine umlaufende Arkade in Szene gesetzt wurde, ruhte auf Architraven mit Säulen. In Korrespondenz mit den Wandfresken muss die Neuauslegung des Chores anfänglich dem zeitlichen Geschmack entsprochen haben. Dennoch wurde nur kurze Zeit später das Ziborium vom neu ins Amt gekommenen Pfarrer als unzeitgemäß deklariert und der Wunsch geäußert, den Chorbereich wesentlich zu überarbeiten. Peter Hecker war auch in die zweite Umbauphase involviert. Seinen jugendlichen und mittig über dem Baldachin platzierten Jesus übermalte und ersetzte Hecker durch Gottvater. Auch weitere Figuren wurden verändert und ergänzt. Hansen jedoch wurde nicht erneut mit dem Umbau beau ragt. An seiner Stelle übernahm nun Dominikus Böhm die Neugestaltung des Chores. Böhm reduzierte den Altarbereich auf ein schlichtes Holzkreuz, das dann über einer einfachen Altarmensa errichtet wurde. Eine detaillierte Beschreibung und weitere Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 371 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 24: Herz-Jesu/Düsseldorf 1940 Bezeichnung Neuer Altartisch Standort Roßstraße, 40476 Düsseldorf Datierung 1940 Auftraggeber Pfarrgemeinde Herz-Jesu/Düsseldorf im Erzbistum Köln Literatur Pfarrarchiv Herz-Jesu; Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 178 f. Ergänzung Im Findbuch des Historischen Archives der Stadt Köln waren zudem Grundrisse, Schnitte und Ansichten für Herz-Jesu vermerkt, die von Hansen angefertigt wurden und auf das Jahr 1943 datiert waren. Eventuell wurde Hansen mit weiteren Umgestaltungen beauftragt, bevor die Kirche durch Bombentre er schwer beschädigt wurde. Im Februar 1940 beschloss der Kirchenvorstand die Anscha ung eines neuen Altartisches nach Plänen Hans Hansens, da der bisherige Altar starke Abnutzungs erscheinungen aufwies.  Der um drei Stufen erhöhte Hochaltar aus schwarzem Marmor verfügt über ein bronzenes Antependium mit einem mittigen Radkreuz (Kat. 24-1). Eingebunden ist das Kreuz auf einem Kassettenfeld. Auf einer Marmorkerzenbank, die den Altar zugleich um circa 80 cm verbreitert, sind insgesamt sechs goldene Kerzenleuchter aufgereiht. Mittig zwischen diesen ist der aus Messing verkleidete Tabernakel mit Emaillearbeiten aufgestellt. Seitlich umfasst wird das Altarsakrament mit den Plastiken der vier Evangelisten; ein Schema, welches Hansen u. a. auch schon für die Inszenierung des Tabernakels von St. Bruno verwendet hatte. Über dem Tabernakel erhebt sich ein bronzefarbenes Altarkruzi x. Christus als Viernageltypus wird dabei aufrecht stehend dargestellt. Sein Blick richtet sich würdevoll in den Raum. Eine Krone be ndet sich über seinem Haupt (Christ-König) und bekleidet ist er mit einem längeren Lendentuch, mit welchem der Unterkörper bis zu den Füßen umhüllt wird. Der Oberkörper ist durch eine Art Nimbus hinterlegt, von dem aus in vier Richtungen Strahlen abgehen. Der Heiligenschein setzt zugleich den einzigen Farbakzent im Kruzi x, da der Nimbus aus roter Emaille gearbeitet ist. In den Standfuß des Altarkreuzes ist der lateinische Sanctus-Text eingraviert. Der Hochaltar steht auch in heutiger Zeit an dem für ihn vorgesehenen Platz. Kat. 24-1 372 AKSU: HANS HANSEN Kat. 25: St. Suitbertus/Remscheid 1940–41 Bezeichnung Chorumbau Standort Papenbergerstraße, 42853 Remscheid Datierung 1940–41 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Suitbertus/Remscheid im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato (Maler u. Mosaikkünstler); Adolf Zorn (Steinmetz); J.G. Sauter (Metalltreibarbeiten) Literatur GVA I/AEK Remscheid; Handbuch Köln, S. 559 f.; Pfarrgemeinde St. Suitbertus, Festschrift. Ergänzung Im Juli 1942 wurde vom Kirchenvorstand beschlossen, dass von Hansen auch die Errichtung und Ausschmückung mit Mosaiken für zwei Nebenaltäre für die Heiligen Joseph und Katharina ausgeführt werden sollten. Wegen der Folgen des Krieges kam es aber nicht mehr zur Realisierung. Im Zeitraum von 1940–41 wurde der Chorraum von St. Suitbertus von Hansen neu gestaltet. Es wurde ein neuer Hochaltar angescha und die fünf Konchen hinter dem Altar mit musivischen Arbeiten nach Entwürfen von Hansen durch die Mosaikwerkstatt Bonato gefüllt. Die Nähe zu den Mosaikarbeiten der Kirche St. Laurentius in Bergisch-Gladbach ist gegeben, allein schon wegen der Anzahl von fünf Chornischen. In fast identischer Manier und mit ähnlichen Motiven, Schri en und Symbolen arrangierte Hansen den Hochaltar und die Mosaiken für den Kultraum und bezog sich damit bildtheologisch erneut auf frühchristliche Vorbilder bzw. erfüllte Forderungen der Liturgischen Bewegung. Der um vier Stufen erhöhte Blockaltar hatte auf seiner Stipes ein Kreuz eingearbeitet, in dessen Mitte sich ebenfalls in einem Kreisrund das Chi-Ro-Zeichen befand (Kat.  25-1). Auf den Querbalken des Kreuzes wanderten von beiden Seiten aus Tauben zum Christusmonogramm. Auf dem Altar selber war neben Kerzenleuchten mittig der Tabernakel mit kleinem Altarkreuz aufgestellt. Dahinter be nden sich auch heute noch die fünf Mosaiknischen. Waren vier von fünf Nischen bei St. Laurentius mit wiederkehrenden Motiven gefüllt, so unterscheiden sich die Nischen von St. Suitbertus partikulär in der Motivwahl voneinander, obwohl auch hier die Gestaltung im Sockelbereich ähnlicher Geisteshaltung entsprungen ist. In dieser Zone fügt sich das gesamte Mosaik aus kleinteiligen, teppichartigen Mustern zusammen, bevor einzelne Bildmotive bzw. Schri en in den oberen Segmenten wieder an Oberhand gewinnen. Aber auch hier, bei St. Suitbertus, ist die zentrale Nische von besonderer Bedeutung. Die äußeren beiden Nischen beherbergen in der Hauptsache sich wiederholende Lobpreisungen auf Goldgrund, die in verschiedenen Schri farben und -typen untereinander gereiht sind. Es sind Sequenzen aus dem Lobgesang der drei Jünglinge Jubelt dem Herrn/all ihr Geschöpfe Gottes/lobet und preiset in ewiglich […] (Dan. 3:57–88). Vereinzelte Motive wie Kreuze, Bäume, Tier- und Engelsdarstellungen, brennende Öllampen etc. unterbrechen die Reihung und sind mit in das Schri werk eingebunden. Auf den beiden inneren Nischen sind die vier Evangelisten unter ei nander abgebildet. Auch sie werden eingespannt in Worte, die von Jesus über Brot und Wein aus dem Abendmahl stammen. Zudem beinhalten die sich geschwungen über die Figuren ziehenden Schri bänder den jeweiligen Namen des Evangelisten. In diesen Nischen ist die Farbe Gold, die als immate- 373 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE rielle Farbe des Himmelreiches gilt, ebenfalls kontrastierende Hintergrundfolie. Gleiches gilt für die mittlere Konche, in der u. a. die Dreifaltigkeit Gottes in Szene gesetzt wird (Kat. 25-2). Der im oberen Feld der Nische in einer Wolke als Halb gur dargestellte Gottvater mit langem weißem Bart, Krone, rotem Gewand und mit Segensgeste be ndet sich vor einer goldenen Pyramide, die in einen runden, dunkelblauen Sternenhimmel hineinragt. In der linken Hand hält Gottvater eine blaue (Welt-)Kugel, als Zeichen seiner Schöpfung und Herrscha . Flankiert wird er von Puttenköpfen, die sich gleichsam auf oder zwischen Wolken und goldenen Strahlen in Sphären des Himmelreiches bewegen. Unterhalb der Figur Gottvaters schwebt der Heilige Geist in Gestalt der Taube auf das Agnus Dei, das Jesus- Lamm, herab, das einen Kreuzstab hält und sich auf dem Buch mit den sieben Siegeln, in Andeutung auf die bevorstehende Apokalypse und die damit verbundene Weltherrscha Jesu Christi, ausruht. Ein Paradiesbaum, von dem aus die vier Paradies strö me ab ießen, breitet sich unterhalb dieser Szene aus. Aufgestellt ist der Baum auf einem Hügel mit blumigem Untergrund und vor einer getreppten Mauer mit Vögeln. Der von Hansen konzipierte Ursprungsaltar wurde in ein Seitenschi der Kirche verlagert und durch einen schlichteren Altar ersetzt. Die Mosaike bestehen nach wie vor. Kat. 25-1 Kat. 25-2 374 AKSU: HANS HANSEN Kat. 26: St. Cäcilia/Düsseldorf-Benrath 1940–45 | 1951–55 Bezeichnung Diverse Entwürfe und Realisierungen zu Altären, Kirchenfenstern und weiteren liturgischen Geräten Standort Hauptstraße, 40597 Düsseldorf Datierung 1940–49 | 1951–55 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Cäcilia/Düsseldorf-Benrath im Erzbistum Köln Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Johann Schüchter (Kunstglasmalerei); Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 202 f.; GVA II/AEK Düsseldorf-Benrath; Pfarrarchiv St. Cäcilia; https://de.wikipedia.org/wiki/St._C%C3%A4cilia_%28D%C3%BCsseldorf-Benrath%29 (zuletzt eingesehen am 24.11.2015); http://kkbu.de/ueber_uns/st_caecilia/geschichte (zuletzt eingesehen am 24.11.2015); Ergänzung Aus dem Jahre 1952 gibt es von Hansen/Liebermann einen nicht ausgeführten Entwurf einer Brunnenanlage für den Pfarrgarten. Es wurden von Hansen ab den 50er Jahren, dann auch in Zusammenarbeit mit Liebermann, immer wieder diverse Pläne während eines Zeitraums von 15 Jahren für die dreischi ge neogotische Pfarrkirche St. Cäcilia angefertigt, von denen einige erhalten geblieben sind oder zumindest erwähnt werden. Eine detaillierte Beschreibung aller Arbeiten ist deshalb nicht möglich. Zudem ist bei vielen Au rägen o gar nicht sicher, ob diese überhaupt ausgeführt worden sind. So werden nur die repräsentativen Entwürfe ausführlicher behandelt und die übrigen zumindest aufgelistet. Seine ersten Au räge erhielt Hansen von der Benrather Pfarrgemeinde in den Jahren 1940–41. Unter anderem wurden von ihm Entwürfe für einen Beichtstuhl, einen Marienaltar, einen Kreuzaltar für eine Kriegerehrungskapelle, einen Hochaltar und für eine Begräbnisstätte angefertigt. Dies deckt sich mit der Chronik von St. Cäcilia, laut der im Laufe des Jahres 1941 von dem damaligen Pfarrer Johannes Aan’t Heck eine neu eingerichtete Kriegergedächtnisstätte unter Verwendung des bisher über dem Hochaltar aufgestellten Holzkreuzes mit Marmortafeln im rechten Seitenschi und ein Marienaltar mit der Madonnenstatue von Gabriel Grupello, dem Ho ildhauer des Kurfürsten Johann Wilhelm, im linken Nebenschi eingeweiht wurden, zu denen auch passende Entwürfe von Hansen vorhanden sind. Auf dem von Hansen konzipierten Kreuzaltar auf der Abbildung (Kat. 26-1) für die Kriegerehrung erkennt man deutlich das ehemalige Chorkreuz, wie es, an einem Pilaster befestigt, zwischen zwei schemenha dargestellten Standskulpturen, die von abgekanteten Konsolen getragen werden, aufgestellt ist. Bei den geplanten Holzskulpturen muss es sich links um Maria und rechts um Johannes gehandelt haben, so dass mit dem mittigen Holzkreuz als Synonym für Christus die Kreuzigungsgruppe dargestellt wird. Am Fuß des Kreuzes war von Hansen noch die Befestigung eines Holzpelikans gedacht gewesen, als Symbol der Aufopferung. Der unterhalb dieser Szene angeordnete Wandaltar beherbergt in seiner Front eine Art Reliefplatte, auf deren Gitternetz das Chi- Rho mit den Buchstaben Alpha und Omega eingearbeitet ist. Ein Tabernakel mit Tabernakelkreuz und zusätzlichem Kreuz zeichen auf den Türen steht zwischen aufge- 375 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE reihten Leuchtern mittig auf der Altarplatte. Auf einer weiteren Skizze (Kat. 26-2) sind die beiden Mosaikplatten mit den Namen der Verstorbenen zu sehen. Zudem ist dort der von Hansen entworfene Beichtstuhl mit abgebildet. Die zweizeiligen und mannshohen Marmorplatten waren für die Seitenwand der Kriegerehrungskapelle gedacht gewesen. Der Beichtstuhl, der aus Eichenholz angefertigt werden sollte, be ndet sich auf dem Entwurf zwischen den Tafeln, die beide mit einem separaten Spruchband mit mittigem Kreuz abgeschlossen werden. Der von Hansen entworfene Marienaltar mit der Madonnenstatue von Grupello (Kat. 26-3) zeigt die Skulptur aufgestellt in einer Nische auf einer Art Halbsäule mit besonderem Kapitell, auf dem nämlich ein Puttenkopf eingearbeitet ist. Der Nischenhintergrund sollte mit einer monochromen graublauen Mosaik äche hinterlegt werden, auf der vereinzelt silberne Sterne eingearbeitet werden sollten. Kerzenkonsolen aus Messing sind auf der Abbildung der Madonna seitlich angebracht. Die pro lierte Leuchterbank ist auf der Skizze mittig eingezogen und dient der Säule als Stand äche. In der Front des Wandaltares sollte als Mosaikarbeit das Marienmonogramm eingearbeitet werden, eingerahmt von Säulen aus belgischem Granit. Die Grupelllo-Skulptur ist heutzutage ohne den Altarau au in der Vierung platziert. Für eine Priestergrabstätte auf dem alten Friedhof in Benrath hat Hansen die Grabanlage mit Hochkreuz entworfen. Auf der Entwurfsskizze (Kat. 26-4) ist das Hochkreuz mit Sockel rundbogig von einem Mauerstreifen mit Gittereinsatz ummauert. Das Kreuz zeigt Christus mit Lendentuch bekleidet als Dreinageltypus. Eine halbhohe Hecke umschließt vom Kreuzsockel beginnend den eckigen Abschluss mit schmiedeeisernem Eingang, so dass nur das Halbrund offen bleibt. In diesem Bereich sind fünf Grabsteinplatten (3+2) vor das Kreuz in die Erde gelassen. Die tatsächliche Grabstätte weicht etwas vom Entwurf ab (Kat. 26-5). Der Mauerstreifen ist eckig um das Kreuz herum geführt und auch die markante Hecke der Zeichnung fehlt. Auf dem Kreuzsockel sind als oberstes das Chi-Rho-Zeichen mit den Buchstaben Alpha und Omega und darunter u. a. die Inschri Gedenket Eurer Vorsteher/Die Euch das Wort Gottes verkündigt haben/Folget nach ihrem Glauben zu lesen. 1945 wird Hansen mit der Anfertigung von Sakristeifenstern aus Antikglas und Blei beau ragt (Kat. 26-6), die umgesetzt wurden und sich auch heute noch in der Sakristei be nden. Insgesamt handelt es sich um zwei große, dreiteilige Maßwerkfenster, aufgebaut aus zwei äußeren, niedrigeren Spitzbogenfenstern und mittigem Nonnenkopf. Eine detaillierte Beschreibung und weitere Abbildung dazu be nden sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. Von 1951 bis 1955 ist die zweite Tätigkeitsphase anzusetzen, in der Hansen vermehrt für die Pfarrkirche Pläne angefertigt hat. Unter anderem werden verschiedene Entwürfe für Nebenaltäre, für einen Kreuzweg, für einen Wandschrank im Pfarrhaus, für eine Eichenholzkonsole, für ein Tabernakel mit Expisitorium, für Chorbehänge und Paramente, für Ewig-Licht-Lampen und für vier Chorfenster im Findbuch der Pfarrkirche gelistet. Da sich die vier Chorfenster auch noch heute in der Kirche be nden, gilt die Aufmerksamkeit in erster Linie diesen, da es sich zudem bei Weitem um die größte Au ragsarbeit von Hansen für die Benrather Gemeinde handelt. Der Chorraum von St. Cäcilia hatte aufgrund von Kriegszerstörungen vier provisorische Übergangsfenster erhalten, die aber 1951/52 durch Glasmalereien ersetzt wurden. Hansen fertigte die vier Fenster aus Antikglas und Schwarzlot für die Stirnseite des 376 AKSU: HANS HANSEN gotischen 6/10-Chores an (Kat. 26-7). Bei den beiden seitlichen Glasmalereien des Chores handelt es sich um ältere Figurenfenster. Die circa 8 1/2 Meter hohen zweiteiligen Maßwerkfenster aus Nonnenköpfen, zwei davon mit Sechspass und zwei mit zwei Fischblasen im Kreis und kleinem Vierpass, sind ähnlich aufgebaut, unterscheiden sich aber im Teppichmuster. In den einzelnen Glasregistern werden bei allen Fenstern Kreuz- und/oder Kreisformen in unterschiedlichsten Kombinationsarten mit ei nander gemischt und verknüp und zwar in Form diverser Farb- und Formschemata. Alle Fenster werden zum Rand hin durch ein dreigliedriges Ornamentband umrahmt. In den zentralen Glasfeldern aller Scheiben hingegen werden wie in einem Querband aus Symbolbildern die sieben Sakramente auf insgesamt acht Registern abgebildet. Auch zu diesen Chorfenstern be nden sich eine detaillierte Beschreibung und weitere Abbildungen im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. Kat. 26-1 377 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 26-2 Kat. 26-5 Kat. 26-4 Kat. 26-3 378 AKSU: HANS HANSEN Kat. 26-6 Kat. 26-7 379 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 27: St. Johannes Baptist/Erftstadt-Ahrem 1940–46 | 1955 Bezeichnung Chor- und Taufmosaiken, Altarumbau, Kirchenfenster und weitere Pläne Standort Gennerstraße, 50374 Erftstadt Datierung 1940–46 | 1955 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist/Erftstadt-Ahrem im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Derix (Mosaikkunst); Firma Reuter (Kunstglasmalerei); Wilhelm Hunten (Steinmetz ma); Firma Langenberg (Panzerschränke und Tabernakel); Adolf Zorn (Steinmetz). Literatur GVA II/AEK Ahrem; Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 428; Huhnen, Ahrem, S. 26  .; http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b6829/b6829.shtml (zuletzt eingesehen am 12.11.2015) 1940 fertigte Hansen für den Chor der einschi gen Kirche im neogotischen Stil drei Mosaikbilder an, welche im polygonalen Abschluss des 3/8-Chores auch gegenwärtig noch zu nden sind (Kat. 27-1/27-2). Die bevorzugte Stilisierung des Dargestellten in Kombination mit sich wiederholenden Symbolen und (Bibel-)Zitaten, angelehnt an frühchristliche Mosaike, welche von Hansen für seine musivischen Arbeiten überwiegend präferiert wurden, dominiert auch die Bildsprache dieser Arbeiten. Das mittlere Mosaik, welches sich direkt hinter dem Altar be ndet, zeigt die um ein Kreuz gruppierten Symbole der vier Evangelisten mit den jeweiligen Namen auf Goldgrund. Das stark verzierte Kreuz selber ragt aus einem Blumenfeld empor, durch das die vier Lebensströme ießen. Die untere Häl e des Mosaikbildes kommt ohne jegliche gürliche Darstellung oder Musterung aus, sondern bedient sich eines monochromen Mosaikfeldes, aus dem vereinzelt schwarze Pixel herausstechen. Im linken Mosaikfeld dominiert ein ebenfalls verziertes Gemmenkreuz die Szene, um das beidseitig untereinander drei Lämmer/Schafe gruppiert sind. Der Heilige Geist in Form der Taube iegt auf das Kreuz herab. Eingebunden ist die ganze Szenerie in Verszeilen aus Sequenzen von Fronleichnam, die im rechten Mosaikfeld fortgeführt werden Guter Hirt/Du wahre Speise/ Jesu stärk uns auf der Reise/[…]. Dort sind die Textpassagen um das Christus-Monogramm Chi Rho und die Buchstaben Alpha und Omega eingebunden. Zudem sind in das Monogramm christliche Symbole wie Trauben und Ähren eingearbeitet, ebenso zwei Fische im Wasser unterhalb des Chi Rho. Ein weiteres Mosaik be ndet sich im Laienraum, und zwar in der oberen rechten Nische, an der Stelle, wo das Tau ecken aufgestellt war (Kat. 27-3). Darauf bezieht sich auch das mit Vegetation umschmückte Mosaik, welches identisch ist mit dem Mosaikkreuz am Tau ecken von St. Laurentius in Bergisch-Gladbach. Nach Hansen bezog sich dort das Kreuzmotiv auf die altchristliche Pontianus-Legende. Durch das Taufwasser wachsen am Kreuz über Nacht Blüten und Blätter. Auch die in goldenen Mosaikschriften verfassten Zeilen beidseitig des Kreuzes stammen wie bei St. Laurentius aus dem Ersten Korinther (1. Kor. 6:11). In den Jahren 1944–46 schuf Hansen im Au rag des damaligen Pfarrers O en acht neue Kirchenfenster aus Antikglas und Blei für das Hauptschi . Die Fenster im Chor sind Werk eines unbekannten Künstlers und früheren Datums. Trotz der frühzeitigen Fertigstellung der Glasbilder wurden diese aber erst nach dem Krieg in das Kirchenschi eingesetzt. Bis auf zwei bildliche Darstellungen sind die restlichen sechs Glasfenster mit Teppichornamenten gestaltet. Die Musterung wiederholt sich bei allen Spitzbogenfenstern, divergiert le- 380 AKSU: HANS HANSEN diglich in den farblichen Zusammensetzungen. Das sich im mittleren Joch auf der rechten Seite be ndliche Fenster zeigt im oberen Register die Heilige Brigida von Kil dare, die Schutzheilige der Landwirtscha und des Viehs, und im unteren Register zwei junge Mägde vor einer landwirtscha lichen Hof an lage. Das auf der gegenüberliegenden Seite be ndliche rechte Kirchenfenster ähnelt im gestalterischen Au au dem linken. Für die Darstellung des Gnadenbildes „Maria Hilf “ oder auch Schutzmantelmadonna bezog sich Hansen auf ein Kirchenfenster gleichen emas, welches sich in der Kirche Sant’Alfonso in Rom be ndet. Vor der mit einem blauen Mantel umhüllten Maria, die in den Händen den Jesusknaben hält, kniet ein Schutz suchendes Elternpaar mit seinen drei Kindern. Zu den Fenstern be nden sich eine detaillierte Beschreibung und Abbildungen im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. 1947, also wahrscheinlich im Jahr des Einbaus der Kirchenfenster, wurde Hansen mit dem Umbau des Altares beau ragt. Das Podest, auf dem der bisherige Altar stand, wurde um eine Stufe erhöht. Die neue Mensa bestand aus Ettringer Tu und wurde von vier Pfeilern getragen. Mittig des Altartisches wurde ein Tabernakel, welches ebenfalls von Hansen entworfen wurde und sich auch noch heute in der Kirche be ndet, aufgestellt (Kat. 27-4). Verziert ist der mit einem Kruzi x bekrönte Tabernakel mit bunten Emaillewörtern in lateinischer Schri Et verbum caro factum est – et habitavit in nobis (Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt (Joh. 1:14)). Zusätzlich sind noch zwei Emaillemedaillons auf den Tabernakeltüren mit den Buchstaben Alpha und Omega mittig angebracht. Das Antependium gestaltete Hansen erneut mit einer Mosaikplatte, auf der ein Zierkreuz zu sehen ist, dessen Basis zugleich die Quelle der aus ihr ießenden vier Paradiesströme bildet. Je ein Hirsch auf jeder Seite des Kreuzes stillt seinen Durst von diesem Wasser, in Anspielung auf den Psalm 22 Wie der Hirsch nach frischem Wasser, so sehnt sich meine Seele nach dir, o Gott. Das Antependium ist als Mosaikplatte in eine seitliche Nische gerückt (Kat. 27-5), jedoch der Altar nicht mehr in der Kirche aufgestellt. Dieser be ndet sich nun in der St. Apollonia-Kapelle, gegenüber der Kirche. Aus dem Jahre 1955 liegen noch weitere Pläne für den Neubau eines Glockenturms des turmlosen Kirchengebäudes von Hansen vor, welcher aber nicht realisiert wurde (Kat. 27-6). Geplant war ein schlichter Turman bau an die südliche Chorseite, der von der neogotischen Formgabe des Kirchengebäudes stilistisch abweicht. Hansen konzipierte einen schlichten quadratischen Turmkörper mit verdrehtem spitzem Satteldach mit Wetterhahn. Sehschlitze sollten den Turmscha gliedern und an zwei Seiten an den Ecken angefügte Turmuhren mit einem umlaufenden Gesims den oberen Abschluss bilden, gefolgt von Schallschutzvorrichtungen an allen Seiten. 381 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 27-1 Kat. 27-2 382 AKSU: HANS HANSEN Kat. 27-3 Kat. 27-4 Kat. 27-5 Kat. 27-6 383 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 28: St. Josef/Düsseldorf-Oberbilk 1941–43 Bezeichnung Neuer Altartisch Standort Josefplatz, 40227 Düsseldorf Datierung 1941–43 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Josef/Düsseldorf im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato und/oder Firma Derix (Mosaikwerkstatt); Adolf Zorn (Steinmetz); J.G. Sauter (Metalltreibarbeiten) Literatur Pfarrachiv St. Josef; Handbuch Köln, S. 196 f.; Roemer, St. Josef. Ergänzung In Kirchenunterlagen aus dem Jahre 1941 ist bereits die Rede von der Gestaltung des Chorraumes durch Peter Hecker und Hans Hansen. Dieses Vorhaben ist wohl nicht zustande gekommen wegen fehlender Genehmigungen durch das Generalvikariat. 1943 entwarf Hansen einen einfachen „Volksaltar“ aus schwarzem Granit, dessen Antependium durch ein Mosaik verziert wurde. Die Abbildung (Kat. 28-1) zeigt auf der Vorderseite des Altares ein in den liturgischen Arbeiten Hansens o wiederkehrendes Motiv: mittig der Altarvorderseite ist nämlich das Jesus-Lamm mit Nimbus dargestellt, das sich auf dem Buch mit den sieben Siegeln ausruht und somit auf die bevorstehende Apokalypse anspielt. Eingeschrieben ist diese Szene in eine Art Kreis, in das sich ein mit roten Mosaiksteinen und goldenem Rand gestaltetes und weit ausladendes Kreuz hinter dem Lamm erhebt. Umrundet werden Kreuz und Lamm durch einen Regenbogen. Brennende Öllampen ankieren seitlich das Jesus-Lamm und symbolisieren die Bereitscha für das Reich Gottes. Auf der restlichen Mosaik äche verteilen sich diverse Kreuzmuster, die sich in Größe, Form und Farbe unterscheiden. Marmorkerzenbank, Leuchter und ein mittiger Tabernakel mit Altarkreuz be nden sich auf der Abbildung auf dem Altar. Der Tabernakel aus Messing ist mit diversen farbigen Emaillearbeiten verfeinert. Auf den äußeren Feldern sind die vier Evangelisten übereinander abgebildet und geometrische Zierleisten mit zwei kreisrunden Feldern mit den kunstvollen Buchstaben Alpha und Omega (Anfang und Ende) be nden sich auf den beiden Türen des Tabernakels. Bei Restaurierungen der 70er Jahre wurde der Altar verkürzt und so verändert, dass das vordere Mosaik auf drei Altarseiten verteilt wurde. Der Tabernakel wurde entfernt und be ndet sich heute in den Kellerräumen der Kirche. Kat. 28-1 384 AKSU: HANS HANSEN Kat. 29: St. Marien/Bethen 1941–46 Bezeichnung Chorumbau und Gestaltung eines Nebenaltares; zudem Errichtung einer Gedächtniskapelle Standort Wallfahrtsweg, 49661 Bethen Datierung 1941–46 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Marien/Bethen im Bistum Münster Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato (Mosaikwerkstatt), Wilhelm Barutzky (Bilhauer) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; BMO-Archiv St. Marien/Bethen; Nordwest-Heimat, 21.02.2009; Schneider, Bethen. Ergänzung In den Unterlagen be nden sich einige Skizzen von Kirchenfenstern, diversen Altären, Stationen für einen geplanten Kreuzweg usw., die Hansen im Zeitraum von 5–6 Jahren für die Wallfahrtsstätte angefertigt hatte. Einiges von dem wurde umgesetzt, anderes nicht. Die Beschreibungen beziehen sich überwiegend auf ausgeführte und Hansen zugeschriebene Arbeiten für die Wallfahrtsstätte, soweit dies aus den vorhandenen Unterlagen ersichtlich ist. Ende 1941 wandte sich die Pfarrgemeinde an Hansen, der den Chorraum neu ausstatten sollte. Geplant war eine Mosaikdekoration der Hauptaltarwand und des Gewölbes. Die durch zwei barocke Marmorpilaster in drei Felder unterteilte Stirnseite der Chorkonche wurde wieder in Zusammenarbeit mit Victor Bonato mit musivischen Motiven in Anlehnung an frühchristliche Mosaike und unter Rücksichtnahme moderner bildtheologischer Forderungen der Liturgischen Bewegung ausgefüllt. Das zentrale Mosaik zeigt den Gnadenstuhl. Zentrales Anliegen dieses Sujets ist die Darstellung der Trinität. Die beiden äußeren Mosaikfelder ähneln sich im Au au, da in der Hauptsache die Evangelisten(-Symbole) auf diesen abgebildet und untereinander angeordnet sind. Eine detaillierte Beschreibung des Chormosaiks und weitere Abbildungen dazu be nden sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. In Briefwechseln aus den Jahren 1942–43 ist die weitere Rede von Kirchenfenstern nach Plänen Hansens für den Chorraum und für die Stirnwand der Orgelbühne. Da die aktuellen Fenster in St. Marien früheren oder späteren Datums sind, wurden die Fenster nach Plänen Hansens entweder durch die späteren ersetzt oder sind nie ausgeführt worden. In den Kirchenunterlagen ist nichts dazu vermerkt. Nichtsdestotrotz ist eine Fensterskizze von Hansen für die Stirnwand der Orgelbühne erhalten geblieben (Kat.  29-1). Für das dreiteilige, aus einfachem Maßwerk aufgebaute Rundbogenfenster war das mittlere Rasterfeld von Hansen für die frontal ausgerichtete thronende Muttergottes mit dem segnenden Jesus-Knaben auf dem Schoß gedacht gewesen. Darunter be- nden sich Textzeilen aus der Salve Regina (Salve Regina/Mater miser cordia/[…]). Die beiden äußeren Rasterfelder sollten untereinander mit musizierenden Engeln, in Andeutung an den himmlischen Engelschor, gefüllt werden. Ab dem Jahre 1944 ist die Rede von einem Herz-Jesu-Altar für die Hauptkirche, der nach den Plänen Hansens ausgeführt werden sollte. Die Herz-Jesu-Plastik wurde von dem Kölner Bildhauer Wilhelm Barutzki im Wesentlichen nach den Vorlagen Hansens angerfertigt. Der originale Altarunterbau ist nicht mehr vorhanden, doch be ndet sich die Jesus-Plastik noch an ihrem alten Ort in der Kirche. Ein überlieferter Plan aus den Händen Hansens, der den ursprünglichen Au au wiedergibt, ist aber noch erhalten 385 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE und dient als erweiterte Grundlage für die Beschreibung (Kat. 29-2/29-3). Der Aufstellungsort be ndet sich im nördlichen Querhaus von St. Marien. Die fast lebensgroße Vollplastik steht mit ausgebreiteten Armen vor einer Nische, erhöht auf einer Marmorkonsole. Bekleidet ist Jeus mit einem wei- ßen, langen Gewand mit wenigen weiten Falten und einem rot-grünen Umhang, der zu den Enden mit einer goldenen Bordüre abgesetzt ist. Der Körper wird von der Bekleidung, bis auf Hände und Kopf, gänzlich umhüllt. Das jugendliche Gesicht mit schulterlangen, braunen Haaren, Bart und weiter Stirn blickt nüchtern in den Kirchenraum. Auf seiner Brust ist das Herz-Jesu-Symbol, Herz mit Flamme und Dornenbusch, auf einer Kreuzunterlage abgebildet. Symbolisch o enbart Jesus damit sein vor Liebe glühendes Herz dem Gläubigen. Der gesamte Mauerstreifen hinter der Herz-Jesu-Figur ist dazu in Erweiterung mit Mosaik ausgefüllt. Kleinteilige, in diversen Gold- und Gelbtönen gehaltene Mosaikstücke liefern den Hintergrund für den Herz-Jesu-Altar. Umrahmt wird das Gesamtarrangement durch eine Bordüre aus Kreuzzeichen. Die Skulptur selber steht vor einer halbrunden Nische, deren wesentliche Hintergrundfarbe ein Dunkelblau ist. Die bereits an der Kleidung von Jesus angewandte Farbensymbolik wird im Mosaik fortgeführt. Ab der Armhöhe umspannt eine aus Strahlen zusammengesetzte Mandorla den Oberkörper Jesus, die ihren Ausgang aus einer sich oberhalb des Kopfes be ndlichen, mit Juwelen besetzten Krone nimmt, womit die Christ-König- ematik wieder aufgegri en wird. Oberhalb der Nische dient ein braunes Mosaikkreuz als Hintergrund für ein Jesus-Zitat aus Matthäus 11:29 Nehmet mein Joch auf euch und lernet von mir/denn ich bin san mütig und demütig von Herzen. Der nicht mehr existente Altarunterbau war nach dem erhaltenen Plan Hansens als ein Wandaltar konzipiert gewesen. Die Stipes bestand aus einem Mosaikantependium, welches von zwei Pilastern eingerahmt wurde. Auf dem Mosaik war um das Christus-Symbol des Pelikans ein Zitat aus dem Johannesevangelium 7:37 eingebunden (Wer dürstet/komme zu mir und trinke). Der Pelikan selbst fütterte seine im Nest be ndliche hungernde Brut mit dem Blut aus seiner Brust und spielt im übertragenen Sinn auf den Opfertod Christi an. Auf der pro lierten und klassisch gestalteten Mensaplatte befand sich eine geschnitzte, vorspringende Predella, auf der Tauben als Synonym für die Seelen und auf dem Vorsprung das Alpha und Omega und Chi-Rho-Zeichen eingearbeitet waren. Darüber erhob sich die Herz-Jesu-Figur. In Schri wechseln zwischen den Jahren 1945–46 ist des Weiteren die Rede von einem geplanten 12. Stationen umfassenden großen Kreuzweg (Kat. 29-4), welcher aber nicht zur Ausführung kam. Daneben sollte die Altarnische in der Krypta in der Wallfahrtskirche durch ein Mosaik ausgestattet werden. Die Krypta, die sich rechts vom Chor be ndet, fungiert als Gedächtnisstätte für die Gefallenen der Weltkriege. An den Wänden sind rote Marmortafeln befestigt, die in goldener Schri circa 3.600 Namen von Gefallenen au isten. Mittig zwischen den Gedenktafeln be ndet sich ein Sarkophagaltar aus Marmor in einer halbrunden Apsis. Die Nische wurde von Hansen durch musivische Arbeiten gestaltet. Das schon bei St. Laurentius in Bergisch-Gladbach verwendete Motiv vom Zuge der Lämmer (als Synonym der verstorbenen Seelen) wird in der Krypta wiederaufgegri en. Eine detaillierte Beschreibung und eine Abbildung des Mosaiks be ndet sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. 386 AKSU: HANS HANSEN Kat. 29-1 387 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 29-2 Kat. 29-3 Kat. 29-4 388 AKSU: HANS HANSEN Kat. 30: St. Johannes der Täufer/Bergisch-Gladbach-Herrenstrunden 1941–46 Bezeichnung Altar, Kriegergedächtnisstätte, Kirchenfenster und weitere Arbeiten Standort Herrenstrunden, 51465 Bergisch-Gladbach Datierung 1950 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer/Bergisch-Gladbach-Herrenstrunden im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato (Mosaikkünstler); Firma Derix-Kaiserwerth (Glas- und Mosaikwerkstatt); Wülfert (Schreiner) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 122 f.; GVA/AEK Herrenstrunden; Arnold, Herrenstrunden, S. 17. Erste Erwähnungen von Hansen in den Pfarr un terlagen beziehen sich auf einen geplanten Maria-Hilf-Altar, zu dem Hansen Ende 1941 einen Kostenvoranschlag beim Kirchenvorstand eingereicht hatte. Wie aus der nicht mehr ganz vollständigen Korrespondenz abgeleitet werden kann, wurde dieser Altar aufgrund des tobenden Krieges immer wieder zerstört und konnte erst nach dem Krieg endgültig fertiggestellt werden. Leider sind dazu keine Abbildungen erhalten geblieben. Doch im einschi gen Kirchenraum unterhalb der Orgelempore be ndet sich ein Maria-Hilf-Altar (Kat. 30-1), der durchaus aus dieser Zeit stammen könnte. Es handelt sich um einen recht einfachen Altarau au. Eine Maria-Hilf-Ikone auf goldener Messingplatte in Manier der Ikonendarstellungen der byzantinischen Kunst ist als Wandbild befestigt und wird umfasst von einem Mosaikrahmen. Die Maria-Ikone ist kein Werk Hansens, doch trägt die Mosaikarbeit seine Handschri . Um das Bild wird nochmals ein Mosaikrahmen suggeriert, bevor sich vegetative Formen mit roten Blumen (Rosen?) ausladend um das Bild verteilen. Blumen gehören zu den marianischen Symbolen. Oberhalb der Ikone wird eine Krone, aus der goldene Strahlen scheinen, von zwei Engeln getragen. Im Mai 1943 ist in den Unterlagen die Rede von einer Kriegergedächtnisstätte, die wohl aber auch erst nach 1945 fertiggestellt werden konnte. Diese be ndet sich nicht mehr im Kirchenraum, doch ist eine Zeichnung davon erhalten geblieben, die Hansen angefertigt hatte (Kat. 30-2). Die Gedenkstätte befand sich demnach auch unterhalb der Orgelempore. Zentraler Blickpunkt ist eine Pietá-Skulptur vor einem rechteckigen Wandfeld aus Mosaiken. Die Plastik, die schemenha angedeutet wird, steht auf einer Art Sockel und der wiederum auf einer Altarmensa. Die Vorderfront der Mensa wird ausgefüllt mit der Zeile Gedenket der Gefallenen Söhne unserer Pfarrgemeinde. Als Präfation einer Totenmesse dienen die Textzeilen auf dem Mosaikfeld, die mit folgenden Worten beginnen: In Christus leuchtet Uns die Ho nung seliger Auferstehung/Deinen glaubigen Herr kann das Leben nicht geraubt werden/(…). Ein mittiges Mosaikkreuz mit Nimbus und Strahlen ragt über der Pietá- Gruppe zwischen den Textzeilen. Auch brennende Öllampen, Engelsköpfe und kleinere Kreuze sind in die Zeilen eingearbeitet. Je vier Kreuze mit Kerzenhalterung in Form von Eisernen Kreuzen sind dem Mosaikfeld seitlich angebracht, auf denen dann die Namen der Gefallenen eingraviert werden sollten. Ob die Kriegergedächtnisstätte letztendlich so ausgeschaut hat, lässt sich nicht mehr genau eruieren, doch sprechen Hinweise in der Korrespondenz dafür. Im November 1943 ist in dem Schri verkehr zwischen dem Pfarrer und Hans Hansen die Rede von zwei Kirchenfenstern für 389 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE die Stirnseite der Kirche. Der Pfarrer hatte dabei genaue Vorstellungen, wie die Fenster zu gestalten seien. Auch bei diesem Projekt konnten die Fenster erst im Jahre 1946 durch die Firma Derix fertiggestellt und in die Kirche eingesetzt werden. Die beiden farbenreichen Doppelfenster aus Antikglas und Schwarzlot be nden sich auch noch heute an ihrem Platz. Das linke Kirchenfenster (Kat. 30-3) zeigt auf dem rechten Fenster ügel in der oberen Häl e den Oberkörper eines herbei iegenden (Friedens-)Engels mit zarten Gesichtszügen, der als Symbol für Maria ihre Krone hält. Darunter ist dann auch folgende Anrufung zu lesen, die aus der Lauretanischen Litanei herrührt: Königin des Friedens/Bitte für uns. Ein abgebildeter Ölzweig bekrä igt als Friedenssymbol zusätzlich die Wörter, die mehrfarbig hinterlegt sind. Auf dem zweiten Fenster ügel sind die Wortbuchstaben ebenfalls farbig gefüllt und rezitieren den Psalm 94:1 Kommt lasst dem Herrn uns Freudenlieder singen (…). Als Pendant zum rechten Engel be ndet sich diesmal ein mit einem roten Gewand gekleideter blonder Engel, der Geige spielt, im unteren Bildbereich zwischen Psalmwörtern. Das rechte Kirchenfenster (Kat. 30-4) zeigt im oberen Bildbereich einen herbei- iegenden Engel mit grünem Gewand, der gerade im Begri ist, in eine Posaune zu blasen. Auch dieser Himmelsbote be ndet sich zwischen bunten Textzeilen, die aus dem Psalm 94:2 herrühren und in die weitere Musikinstrumente eingearbeitet sind wie Harfe und Triangel. Im zweiten Fenster ügel ist im oberen Bild eine weiße Taube mit Ölzweig im Maul zu erkennen, wie sie zwischen weißen Wolken herab iegt. Mittig stehen die Worte Arche des Bundes. Darunter ist dann auch die Arche Noah abgebildet, wie sie bei Unwetter in einem au rausenden Meer dahintreibt. Unter der Szene sind nochmals die Worte Bitte für uns zu lesen. Kat. 30-1 390 AKSU: HANS HANSEN Kat. 30-2 Kat. 30-4 Kat. 30-3 391 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 31: St. Peter und Pankratius/Monschau-Konzen 1942–44 Bezeichnung Umbau des Altares Standort Kirchenweg, 52156 Monschau-Konzen Datierung 1942–43 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Peter und Pankratius/Monschau-Konzen im Bistum Aachen Ausführende Künstler/ Handwerker Wilhelm Barutzky (Bilhauer); Firma Langenberg (Panzerschränke und Tabernakel); H. Wülfert (Schreinerarbeiten); J.G. Sauter (Metalltreibarbeiten) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Aachen, S. 465; Pfarrarchiv St. Peter und Pankratius; Steinröx, Konzen, S. 1–104. Im April 1942 beschloss der Kirchenvorstand den Chor um 2 Stufen höherzulegen und einen neuen Hochaltar anzuscha en. Eine von Hansen entworfene Skizze gibt den geplanten Umbau wieder, da die Kirche im Winter 1944/45 aufgrund von Brandbomben bis auf die Grundmauern ausbrannte, wobei u. a. auch der Chor völlig zerstört wurde. Nach dem vorliegenden Plan (Kat. 31-1) wurde der mit gotischem Rippengewölbe und Maßwerkfenstern ausgestattete Chorraum um zwei und der Hochaltar nochmals um vier Stufen erhöht. Ein Blockaltar mit einem Kassettenfeld als Antependium, auf dessen Mitte sich ein Kreuz befand, bildete den Unterbau eines aus Eichenholz geschnitzten, breiteren Retabels aus fünf Feldern, welches von dem Bildhauer Wilhelm Barutzky angefertigt wurde. Die beiden Enden des Altarau aus waren entsprechend des 3/8-Chorabschlusses eingezogen und fügten sich somit der äußeren Vorgabe. Ein ähnliches Retabel aus Eichenholz wurde schon von dem Bildhauer T.C. Pilartz für die St. Matthias-Kirche in Strauch-Simmerath angefertigt. Die mittlere Tafel des Altarretabels von St. Peter und Pankratius war zudem als eine Art Konche ausgeformt, in deren Innerem sich ein sonnenartiges Medaillon befand und dessen Nischenumrandung von einer Art Girlande beschmückt und von einem Reichsapfel(?) bekrönt wurde. Davor befand sich der Tabernakel, der in den Au au des Retabels mit einbezogen war. Ein durchgehender Schri zug befand sich laut Planskizze am oberen Rahmenabschluss. Bei den in den restlichen vier Feldern dargestellten Figuren mit Nimbus handelte es sich um Heilige. Bei der linken Heiligen gur ist noch ein Adler auf der Skizze erkennbar, als Hinweis für den Evangelisten Johannes. Daher liegt es nahe, dass es sich bei den vier Heiligen um die vier Evangelisten gehandelt haben könnte. Kat. 31-1 392 AKSU: HANS HANSEN Kat. 32: St. Heribert/Kreuzau 1943 Bezeichnung Pläne für einen neuen Hochaltar Standort Kirchweg, 52372 Kreuzau Datierung 1943 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Heribert/Kreuzau im Bistum Aachen Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Aachen, S. 376; Coester, St. Heribert, S. 7. Sehr wahrscheinlich wurde ein neuer Hochaltar nach Plänen Hansens für die Pfarrkirche St. Heribert angescha . Im Findbuch des Historischen Archivs der Stadt Köln waren sieben Pläne mit Anschichten, Schnitten und Grundrissen eines Hochaltares aus dem Jahre 1943 für Konzen vermerkt. Während des Zweiten Weltkrieges erfuhr die Kirche schwerste Zerstörungen. Dabei wurden auch fast sämtliche Archivalien vernichtet. Im Bistumsarchiv Aachen waren ebenfalls keine weiteren Kirchenakten zu nden. Keine Abbildungen bekannt. 393 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 33: St. Jakobus/Ennigerloh 1944–46 Bezeichnung Pläne für einen neuen Hochaltar; Errichtung einer Kriegergedächtnisstätte Standort Mauritiusstraße, 59320 Ennigerloh Datierung 1944–46 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Jakobus/Ennigerloh im Bistum Münster Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Im Findbuch des Historischen Archivs der Stadt Köln waren 12 Pläne mit Grundrissen, Anschichten und Schnitten eines Hochaltares und einer Kriegergedächtnisstätte aus den Jahren 1944–46 für Ennigerloh vermerkt. Weder im Pfarr- noch im Bistumsarchiv Münster waren weitere Informationen dazu erhältlich. Dabei kann es sich aber nur um die einzige katholische Kirche St. Jakobus im Ort Ennigerloh handeln. Abbildungen des Hochaltares aus dem Jahre 1955 lassen aber darauf schließen, dass der Altar von jemand anderem gestaltet worden ist, da die Arbeit eine andere stilistische Handschri trägt. Die Kriegergedächtnisstätte (Kat. 33-1) für die Opfer des Zweiten Weltkrieges bestand aus einer einfachen Holz- bzw. Steintafel mit den Namen der Gefallenen. Darüber war ein barockes Tafelbild befestigt mit der Beweinung Christi. Ob das Arrangement von Hansen gestaltet wurde, lässt sich ebenfalls nicht mehr genau bestimmen. 394 AKSU: HANS HANSEN Kat. 34: St. Marien/Radevormwald 1944–47 Bezeichnung Umbau des Chores und Gestaltung von Nebenaltären, dazu diverse weitere Pläne Standort Hohenfuhrstraße, 42477 Radevormwald Datierung 1944–47 Auftraggeber Wahrscheinlich durch die Pfarrgemeinde St. Marien/Radevormwald im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 558 f.; Ergänzung Im Findbuch HAStK sind Pläne aus den Jahren 1944–1947 vermerkt. Ein Umbau des Chores im besagten Zeitraum lässt sich aber nicht veri zieren, da der Pfarrgemeinde von St. Marien dieser Umstand nicht bekannt ist und es darüber auch keine Archivalien gibt. Auch die auf den Skizzen geplanten Entwürfe sind im Kirchenraum nicht realisiert worden. Womöglich war eine komplette Neugestaltung des gotischen Chorbereiches angedacht gewesen. Die Pläne dazu mit dem Vermerk „Pfarrkirche Radevormwald“ stammten aus den Jahren 1944–47. Hansen entwarf für den Hauptchor einen neuen Hochaltar und für die beiden Nischen der Seitenschi e neue Seitenaltäre. Von beiden Au ragsarbeiten ist im Pfarrarchiv nichts überliefert und in der Kirche sind diese nicht aufgestellt, so dass es wahrscheinlich zu keiner Realisierung kam. Die Beschreibungen beziehen sich daher auf die von Hansen angefertigten Skizzen. Der um vier Stufen erhöhte Hochaltar (Kat. 34-1) besteht in der Vorderfront aus vier Freipfeilern mit dorischen Kapitellen, auf denen ein Teil der Altarplatte ruht. Zwischen den Pfeilern ist auf der Stipes ein Kreuz in einem Kreis mit den Buchstaben Alpha und Omega eingelassen. Die Inschri Sanctus/Sanctus/Sanctus/Dominus Deus Sabaoth (Heilig, heilig, heilig, Herr Gott Zebaoth) verziert die gesamte Leiste der Mensaplatte. Ein Tabernakel, der eingefasst wird von zwei Engel guren, steht zentriert auf der Mensa zwischen einer Kerzenbank mit Kerzenleuchtern. Darüber erhebt sich ein großes Kruzi x, das in eine Spitzbogennische eingeschrieben ist und dadurch die gotische Vorgabe der Gewölbe äche aufgrei . Der im Entwurf skizzenha angedeutete und mit einem Lendenschurz bekleidete Leib Christi wirkt auf der Abbildung insgesamt recht ausgemergelt. Beidseitig des Chores war für die Nebenschi e die Aufstellung von Seitenaltären vorgesehen. Im linken Nebenschi sollte sich eine stehende Vollplastik des heiligen Joseph mit dem Christusknaben an seiner Seite be nden (Kat. 34-2), die auf dem Entwurf auf einem schlicht gemauerten Wandaltar aufgestellt ist. Das innige Verhältnis beider Figuren wird auf der Abbildung durch das Händehalten und den umgelegten Arm Josephs um die Schulter Christi besonders hervorgehoben. Beide Figuren, die noch zusätzlich auf einem polygonal gestalteten Postament stehen, sind mit langen Gewändern und Joseph zudem noch mit einem Mantel bekleidet, die wenig Raum für Körperlichkeit zulassen. Auf dem Blockaltar ist noch die unter einer Krone zentrierte Fürbitte angebracht Heiliger Joseph/Bitte Für Uns. Ein Altarretabel in der Art eines Triptychons be ndet sich auf der Skizze hinter der Zweiergruppe und zwar in solcher Form, dass sich das mittlere Feld über die ganze Breite der Mensa zieht und somit die Hintergrundfolie der Joseph-Christus-Figur bildet und die beiden äußeren Felder über den Altartisch hinausragen. Das Mittelstück ist mit einem Mosaik versehen, im welchem der Psalm 91:13–14 zu lesen ist. Zwischen den Schri zeilen sind Palmen- und Zedern- 395 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE bäume, Weintrauben und ein Tempel integriert, die sich direkt auf den Text beziehen. In der linken Tafel ist der Heilige Gangolphus in Ritterrüstung mit seinem Namen und der lateinischen Liturgieformel Ora pro Nobis (Bitte für uns) abgebildet. Seitlich zu seinen Füßen ist das Chi-Rho eingelassen. Auf der rechten Tafel ist die Heilige Katharina mit den für sie typischen Attributen wie Palmwedel, Buch, Krone, Rad abgebildet. Ihr Name und das Ora-pro-Nobis sind ebenfalls mit im Bild. Für das rechte Seitenschi konzipierte Hansen einen Marienaltar (Kat. 34-3). Die von einer strahlenden Mandorla umgebene barocke Plastik der Muttergottes mit Christuskind im Arm steht in dem Entwurf ebenfalls erhöht auf einer Art beschri etem Tabernakel. Der pro lierte Altarunterbau beherbergt in seiner umrahmten Stipes ein Kreuzsymbol. Der Hintergrund der Skulptur sollte wohl mit Schri bändern und Ornamentstreifen in drei längliche Felder unterteilt werden. Der Text im Bildnachweis bezieht sich auf die Salve Regina. Kat. 34-1 396 AKSU: HANS HANSEN Kat. 34-2 Kat. 34-3 397 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 35: St. Ägidius/Bornheim-Hemmerich 1944–48 Bezeichnung Diverse Entwürfe und Neuplanung Hochaltar und Errichtung eines Weg-Altärchens Standort Maaßenstraße, 53332 Bornheim Datierung 1944–48 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Ägidius/Bornheim-Hemmerich im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Derix und Victor Bonnato (Mosaikarbeiten); Karl Lichtenthäler (Steinarbeiten) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 981; GVA/AEK Hemmerich. Ergänzung Im Findbuch des HAStK waren diverse Pläne aus den Jahren 1944–46 von Hansen vermerkt. Weder Pfarrei noch das Kölner Erzbistumsarchiv konnten darüber weitere Angaben geben. Erhalten geblieben sind lediglich Pläne von einem Hochaltar aus dem Jahr 1945 und von einem Weg-Altärchen aus dem Jahr 1948. Die Beschreibungen beziehen sich auf diese überlieferten Pläne. Auf der Kirchenvorstandsitzung vom 21. November 1946 entschieden sich die anwesenden Mitglieder für die Anscha ung eines neuen Hochaltares mit Au au und Tabernakelverkleidung nebst Stufen und Bodenbelag für ein neues Podium, welche nach den Plänen des Architekten Hans Hansen ausgeführt werden sollten. Ob der Altar dann letztendlich realisiert wurde, ist leider nicht mehr genau zu eruieren. In den 80er Jahren wurde der Hochaltar von St. Aegidius abgerissen und durch den heutigen in der Kirche ersetzt. Lediglich eine Entwurfsskizze von Hansen für einen Hochaltar ist erhalten geblieben. Befragte Kirchenmitglieder verneinten aber die Umsetzung solch eines Altares. Die Beschreibung bezieht sich dennoch auf die erhaltene Skizze, da keine weiteren Abbildungen bzw. Unterlagen zur Verfügung stehen. Der um einige Stufen erhöhte und in einen gotischen Spitzbogen eingeschriebene Wandaltar (Kat. 35-1) beherbergt in seiner Stipes eine kleinteilige Rasterung mit integriertem Kreuzfeld, in dessen Mitte sich wiederum eine Art Keltenkreuz be ndet und in den seitlichen Armen je drei Tauben als Symbol für die wandernden Seelen. Dieses wiederkehrende Motiv wie auch andere wurden von Hansen für die Gestaltung der Vorderseite von Altären o verwendet. Auf der Altarplatte selbst ist mittig der Tabernakel und auf der rückwärtigen, an der Kante beschri eten Leuchterbank sind beidseitig je vier Kerzenleuchter aufgestellt, wobei die beiden erhöhten kleineren Leuchten direkt am Tabernakel diesen einfassen. Ein längliches Retabel, der über die Mensa hinaus reicht, bildet die Hintergrundfolie von Tabernakel und Kerzenleuchtern. Auf der linken Häl e des Retabels ist die Szene der Verkündigung Mariä zu sehen. Erzengel wie auch kniende Maria be nden sich dabei vor je einer von Pfeilern unterteilten Doppelarkade, deren Frei ächen die gleiche Rasterung wie die Stipes aufweisen. Als Pendant zu dieser Szene wird auf der rechten Häl e wohl die Auferstehung Christi gezeigt, diesmal Christus als Stehender und ein Heiliger als Kniender. Der Mittelstreifen des Retabels ist somit ohne szenische Darstellung und dient einer Art Monstranz, die auf dem Tabernakel positioniert ist, als Hintergrundfolie. Darüber erhebt sich ein Kruzi x in einem rechteckigen, mit einem breiten Rand abgegrenzten Mosaikfeld, in welchem sich fragmentarisch Strophen des lateinischen Hymnus Adore te devote (In Demut bet ich dich) aus der Missale Romanum identi zieren lassen, und zwar ab der Strophe O memoriale mortis Domini (O Gedenkzeichen für den Tod des Herrn). Das 398 AKSU: HANS HANSEN Kruzi x wird sozusagen umrahmt vom Mosaik und den Strophen, in die der bereits verstorbene Jesus als Dreinageltypus mit Lendenschurz und ausgemergeltem Körper dargestellt ist. Die Verklammerung zwischen Kruzi x und Mosaik verdichtet sich am Haupt Christi, in dem eine in die Mosaikwand eingearbeitete Glorie mit seitlichen Engels guren die Folie für den Kopf Christi bildet und somit auf der Skizze Wandkunst und Skulptur zu einer Einheit verschmelzen. Gleiches geschieht am oberen Abschluss des senkrechten Kreuzbalkens, an dem zusätzlich die Inschri INRI zu lesen ist. Eine Mosaikkrone umrahmt den Balken end punkt und spielt zugleich auf die Christ-König- ematik an. Symbolisch werden mit dem Dreischnitt Geburt Christi, Kreuztod und Auferstehung, also unter Hilfenahme von Bild- und Schri text zentrale christliche Glaubensinhalte visualisiert. Eine zweite Skizze (Kat. 35-2) von einem Wegaltärchen für die Pfarrgemeinde von Hemmerich aus dem Jahre 1948 ist realisiert worden, da selbiges Wegaltärchen noch am heutigen Ort (Rösbergerstraße) steht. Als Unterbau dient dem von Hansen aus Basalt oder Tu stein konzipierten schlichten Wegaltar ein nach vorne abgekanteter Block, der als Art Retabel ein kleines Häuschen mit Nische und spitzzulaufendem Satteldach trägt. Ein breites Kruzi x, welches aus dem Dach- rst emporwächst, bildet als Bekrönung den oberen Abschluss des Wegaltares. Kat. 35-1 Kat. 35-2 399 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 36: St. Clemens/Erftstadt-Herrig 1944–52 Bezeichnung Notkirche und Neubau Standort St. Clemens-Straße, 50374 Erftstadt Datierung 1944–53 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Clemens/Erftstadt-Herrig im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Karl Friedrich Liebermann Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; GVA/AEK Herrig; Handbuch Köln, S. 435; Gaspers, Herrig, S. 12; Kretzschmar, Kirchen, S. 80; Heuser-Hauck, Krings; https://de.wikipedia.org/wiki/ St._Clemens_%28Herrig%29 (zuletzt eingesehen am 10.11.2015); Bollenbeck, Neue Kirchen, S. 72. Wegen schwerer Bombentre er im Jahre 1943 wurden Teile des Kirchengebäudes von St. Clemens in eine provisorische Notkirche umfunktioniert. Die Pläne dazu lieferte Hans Hansen. Zwei Jahre später verursachten erneute Bombentre er so starke Zerstörungen, dass die Nutzung der Kirche unmöglich wurde. Erst im Jahre 1952 war an einen Wiederau au der Kirche zu denken. Für die Planung des Au aus konnte erneut Hansen, diesmal in Kooperation mit Karl Friedrich Liebermann, gewonnen werden. Es war von Anfang an ein moderner Neubau konzipiert gewesen, der aber Teile des neogotischen Vorgängerbaus bewahren sollte. Bei St. Clemens dominiert eine Einturmfassade die Schauseite. Der mittige Turm mit Turmuhren und rechteckigen Schallschutzvorrichtungen wird von einem Satteldach gedeckt. Flankiert wird dieser von niedrigeren Anbauten mit Pultdächern. Die Au ßen- wie auch Innenwände sind weiß verputzt. Über einen o enen Windfang mit Segmentbogen, dem kleinere Fenster seitlich angegliedert sind, gelangt man ins Innere der Kirche. Insgesamt erinnert die Außenfassade mit den kubischen Baukörpern an die von Hansen fast ein Jahrzehnt früher gebaute Kirche St. Joseph in Kardorf. Das einschi ge und ach gedeckte Langhaus verfügt über ein Satteldach. An der Nordseite schließt auf Höhe des dritten Joches ein Querschi arm mit gradem Abschluss an. Ein Vorchorjoch mit 5/8-Chor und Pyramidendach beschließt den Kirchenraum. Auf der Südseite be ndet sich ein Anbau mit abgeschlepptem Dach, in der sich die Sakristei und das Pfarrheim be nden. Der Anbau fügt sich beginnend vom dritten Joch bis zum Chor an die Kirche. Die ersten zwei Joche sind somit ausgespart und werden durch Strebepfeiler an beiden Seiten separiert. Zusätzlich be nden sich Spitzbogenfenster mit Rasterung in diesem Bereich. Heiligenattribute in Kombination mit Ornament und Schri bestimmen die Glasmalereien und sind Entwürfe Hansens. Ansonsten überwiegen im Kirchenraum Fenster mit gradem Abschluss und einfachem Ornament, die späteren Datums sind. Die Kirche ist im Prinzip eine Fortführung und Übernahme des neogotischen Vorgängerbaus. Die ersten drei Joche, Vierung und Querhausarm, welche durch Gurt- und Scheidbögen rhythmisiert sind, wodurch aber auch gleichzeitigt das Raumgefühl der 1950er Jahre zum Ausdruck kommt, basieren auf den Größenverhältnissen der alten Grundmauer. Der ursprüngliche Chor, welcher direkt an die Vierung anschloss, wurde als Vorchorjoch umfunktioniert und die Kirche somit um ein Joch erweitert. Der neue Chor schließt in voller Breite an den Laienraum an. 400 AKSU: HANS HANSEN Eine detaillierte Beschreibung und Abbildungen dazu be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 401 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 37: St. Servatius/Bornheim 1944–55 Bezeichnung Kriegergedächtniskapelle, Chorfenster, Grabstätte, Taufkapelle und weitere Pläne. Standort Servatiusweg, 53332 Bornheim Datierung 1944–55 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Servatius/Bornheim im Erzbistum Köln Weitere Architekten Johann O ermann wurden 1950 von der Pfarrgemeinde die Instandsetzungsarbeiten anvertraut. Die Skizzen für die Kirchenfenster wurden mit „Arbeitsgemeinschaft Hans Hansen/K. F. Liebermann/ Architekten BDA“ abgestempelt. Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Johann Schüchter (Kunstglasmalerei); keine weiteren ermittelbar. Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 95; Bonner Rundschau, 06.09.1952; Dehio, Handbuch, S. 196: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Servatius_%28Bornheim%29 (zuletzt eingesehen am 12.11.2015); Ergänzung Aus den Jahren 1952–55 werden weiterhin Pläne für eine neue Kommunionbank, für Sgra tto- Arbeiten, einen Anna-Selbdritt-Altar mit Tabernakel, eine neue Kanzeltreppe und die Umänderung der vorhandenen Kanzel erwähnt, zu deren Ausführungen es aber wohl nicht kam. 1944 wurde Hansen mit der Gestaltung einer Kriegergedächtnisstätte in der St. Servatius-Kirche in Bornheim beau ragt (Kat.  37-1). Wegen des andauernden Krieges und Bombentre ern, die die Kirche schwer beschädigten, wurde die Kapelle erst 1948 fertiggestellt, welche bis zum heutigen Tag an selber Stelle zu nden ist. Aufstellungsort ist die linke polygonale Apsis an der neogotischen Einturmfassade. Zentraler Blickpunkt ist eine farblich gefasste, barocke Pietá-Skulptur, die sich oberhalb eines Wandaltares in einer mit goldenen Mosaiken ausgekleideten kleinen Nische be ndet, die wiederum selber eingebunden ist in ein monochromes rotes Mosaikfeld. Aus den Wundmalen des verstorbenen Christi ießt Blut herab, so dass dadurch die ematik von Tod, Trauer und Verlust nochmals gesteigert wird. Im Antependium ist ebenfalls eine Mosaikarbeit mit dem Heiligen Geist zu sehen, der in Gestalt einer farbenreichen Taube mit ausgebreiteten Flügeln aus einer Feuer amme empor iegt und/ oder aufersteht und der Skulptur zugewandt ist. Kreuzornamente umrahmen den Heiligen Geist und bezogen auf den thematischen Kontext ist noch folgende Präfation für Verstorbene zu lesen: In Christus leuchtet uns die Ho nung seliger Auferstehung. Die in das polygonale Wandschema angebrachten rechtlichen vier Mosaiktafeln, die jeweils in zwei „Seiten“ unterteilt sind, listen die Namen der Verstorbenen und Vermissten der beiden Weltkriege aus der Pfarrgemeinde auf. Dabei wird durch zeitliche Unterteilungen, die Jahreszahlen sind durch goldene Zeilen hervorgehoben, eine Chronologie des Todes dokumentiert. Diverse christliche Symbole wie Tauben, Ähren, Kreuze etc. sind zwischen die farblich changierenden Namen auf rotem Untergrund integriert. Ein abschließender unterer Ornamentstreifen verbindet alle Tafeln mit einan der. Vier Marmortafeln, ebenfalls mit Namenslisten, von denen sich je zwei auf jeder Seite be nden, sind spätere Ergänzungen. Ebenfalls hat Hansen die Glasmalereien für die drei gotischen Fenster der Gedächtnisstätte entworfen. In der Wahl der Musterung und Ornamentik erinnern diese an die Kirchenfenster von St. Johannes Baptist in Ahrem. Stilisierte und vielfarbige Kronen 402 AKSU: HANS HANSEN bzw. Lilienmuster und Kronen in Kombination mit Kreuzen bestimmen den Au au der einzelnen Fenster. Sehr wahrscheinlich hat Hansen auch die drei Fenster in der rechten Kapelle entworfen. Diese erinnern in ihrer Motiv- und Ornamentwahl z. B. an die Kirchenfenster von St. Clemens in Herrig. Die drei Spitzbogenfenster in der Kapelle besitzen mittige Motive, denen ein gelb-weißes Schachbrettmuster als Hintergrundfolie dient. Ebenfalls wür de der Au au der farblichen Ornamentbordüre, der bei allen Fenstern vorhanden ist, für die Handschri Hansens sprechen. Als Bildmotive sind auf den Fenstern ein Kreuz mit Alpha und Omega, ein Anker und eine Öllampe zu erkennen. Eine detaillierte Beschreibung und Abbildungen be nden sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. Es sind noch drei weitere Skizzen aus dem Jahre 1946 von Hansen überliefert, bei denen die Realisierung nicht mehr genau nachvollzogen werden kann, da es dazu keine weiteren Anhaltspunkte gibt. Zwei Skizzen davon zeigen die Planung einer Grabstätte für die barmherzigen Schwestern nach der Regel des Hl. Augustinus auf dem katholischen Friedhof von Bornheim. Insgesamt sind 16 Gräber auf der vorliegenden Skizze (Kat. 37-2) zu erkennen, wobei sechs weitere Gräber der Grabanlage vorgelagert sind und zu je drei Gräbern zusammengefasst werden, so dass sich mittig ein Durchgang zum eigentlichen Schwesternfriedhof be ndet. Dieser ist umfriedet mit Hecken und Bäumen. Die Grabstätten sind in diesem Bereich zu Vierergruppen zusammengefasst und um ein Kreuzschema angeordnet, so dass der Kreuzgrundriss gleichzeitig den Gehweg bildet. An den Enden des Quergangs sind Steinbänke angebracht und am Kopfende eine mannshohe Kruzi x-Skulptur auf einem Sockel. Gestalterisch weicht dieser Au au vom tatsächlichen Schwesternfriedhof ab, da in Wirklichkeit die Gräber um ein Kruzi x herum angeordnet sind und auch das Kreuzschema nicht zur Anwendung kommt. Des Weiteren ist eine Skizze erhalten (Kat. 37-3), die einen Entwurf für eine neue Tau apelle zeigt, welche wohl nicht realisiert wurde. In einer gotischen Apside ist hinter einem polygonalen Tau ecken ein Wandmosaik zu sehen, welches schon häu- ger von Hansen für die Gestaltung des Tau ereiches verwendet wurde und sich auf die Pontianus-Legende bezog. Das Kreuz in der Skizze wird von zwei sich in den oberen Ecken be ndlichen Engeln gehalten. Auch die Zitate aus dem Ersten Korinther (1. Kor. 6:11), in die das Kreuz eingebunden ist, sind wiederkehrende Würdeformeln. 1950 übernahm der Architekt Johann Offermann Instandsetzungsarbeiten an der vom Krieg beschädigten Kirche. Mit diesem hatte Hansen schon bei dem Bau der Kirche in Kardorf zusammengewirkt. Durch die verursachten Kriegsschäden wurden auch fünf neue Chorfenster benötigt, die dann ebenfalls durch Hansen angefertigt wurden. Drei der fünf gotischen Maßwerkfenster, die alle noch erhalten sind und sich aus zwei Nonnenköpfen mit obenliegendem Vierpass zusammensetzen, sind mit gürlichen Szenen und Ornamenten, die beiden Fenster im Vorchor rein ornamental gestaltet. Das mittlere Glasfenster stellt szenisch die heilige Familie bei der Geburt Jesu Christi im Stall dar. Die Figuren be nden sich mittig des zweigeteilten Fensters, so dass in etwa das obere und untere Drittel mit Teppichmustern gefüllt wird. Insgesamt wirken die Figuren streng in Form und Ausdruck und strahlen einen feierlichen Ernst aus. Gestalterisch erinnert solch eine Figurenau assung an Bilder der Nazarener. Im linken Maßwerkfenster werden die ersten drei unteren Fensterregister von zwei stehenden Engel guren eingenommen und 403 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE die übrigen Register von Ornamenten. Der Himmelsbote im linken Schmalfenster hält ein ihn überragendes Holzkreuz. Der rechte Engel trägt ein Opferlamm in seinen Händen. Die Attribute zielen symbolisch auf den Opfertod Jesu Christi ab. Im rechten Maßwerkfenster halten zwei Engel eine Osterkerze und die Siegesfahne als Symbol der Auferstehung. Somit wird in der Trilogie der Erzählung Geburt, Opfertod und Auferstehung thematisiert. Die beiden rein ornamentalen Fenster des Vorchorjochs unterscheiden sich nur in der farblichen Zusammensetzung voneinander, hingegen vom Au au der Teppichmusterung von allen anderen. Auch zu diesen Chorfenstern be ndet sich eine detaillierte Beschreibung und Abbildung im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. Kat. 37-1 404 AKSU: HANS HANSEN Kat. 37-2 Kat. 37-3 405 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 38: St. Peter und Paul/Engelskirchen 1945–49 Bezeichnung Wiederaufbau Standort Burger Weg, 51766 Engelskirchen Datierung 1947–49 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Peter und Paul/Engelskirchen im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Jürgen Mols (Ingenieurbüro); Firma Miebach-Loope (Bauunternehmer); Firma Bockheim (Verputzarbeiten), Firma Eschbach (Malerarbeiten); Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 308; PG St. Peter und Paul, Festschrift, S. 44  .; Pfarrarchiv St. Peter und Paul; Bollenbeck, Neue Kirchen, S. 72; Ergänzung Aus dem Jahr 1949 liegen für die Pfarrgemeinde auch Entwürfe für den Neubau eines neuen Pfarrheimes und Pfarrhauses von Hansen vor. Die Wiederherstellung der Pfarrkirche war Gegenstand zahlreicher Diskussionen und Verhandlungen, da der Kirchenvorstand sich nicht einig war, wie die Kirche wiederhergerichtet werden sollte. Denn im März 1945 erlitt das Kirchengebäude bei einem Lu angri drei Volltre er, so dass das Dach dabei völlig zerstört wurde und das Gewölbe komplett eingestürzt und fünf von acht großen Säulen zusammengebrochen waren. Die dreischi ge Hallenkirche auf Rundpfeilern im neogotischen Stil war demnach in diesem Zustand für den Gottesdienst nicht mehr benutzbar. Ende 1945/Anfang 1946 machte sich Hansen daran Pläne für den Wiederau au anzufertigen (Kat. 38-1). Er einigte sich mit dem Kirchenvorstand darauf, dass die Kirche nicht im Sinne des Historismus wiederhergestellt werden sollte, sondern nach zeitgemäßen Vorstellungen. Dazu gehörte, dass statt des bisherigen Gewölbes, eine ache Holzdecke in die Kirche eingezogen wurde. Des besseren Kontrastes wegen wurden die beiden Seitenschi e hingegen durch Gurtbögen rhythmisiert. Ferner wurde eine Holzkonstruktion als Orgelempore an die Turmseite installiert. Die Abbildung Kat. 38-2 zeigt die fertig sanierte Kirche mit Blick von der Orgelempore auf den Hauptchor aus. Die ache Holzdecke wird von breiten Querbalken getragen, in die Zeilen aus den Evangelien hineingeschnitzt sind. Die Verszeile Du bist Simon des Jonas Sohn stammte z. B. aus dem Johannesevangelium (Joh. 1:42). Breite, spitzbögige Arkaden, die auf antikisierten Säulen ruhen, trennen das Mittelschi von den beiden Seitenschi en. Weder Wandmalereien noch Dekor verzierten die weiß verputzten und puristisch gehaltenen Wand ächen. Der mit gotischem Gewölbe gedeckte polygonale Chorraum ö nete sich in guter Anbindung zum Laienraum. Der ebenfalls von Hansen gestaltete Hochaltar ist in einem für Hansen typischen Arrangement ausgeführt worden. Das Antependium des um drei Stufen erhöhten Blockaltares lässt auf der Abbildung ein Kreuz und weitere Ornamente erkennen, wahrscheinlich handelte es sich um musivische Arbeiten. Ein großes Altarkreuz, welches auf dem Tabernakel fußte, bildete den Mittelpunkt der Opferstätte. Ende 1949 konnte der erste Gottesdienst in der Kirche gehalten werden. Die von Hansen vorgenommenen Veränderungen sind alle im Laufe der Zeit revidiert worden, da die Wiederherstellungsarbeiten sich als nicht ausreichend gezeigt hatten. Es wurde in den 1970er Jahren eine neue Betondecke in Faltwerk in die Kirche eingezogen und die Rundpfeiler durch Stahl- 406 AKSU: HANS HANSEN pfeiler ersetzt. Zudem wurde die Orgelem- pore entfernt und die Orgel in das linke Querschi verlegt. Kat. 38-1 Kat. 38-2 407 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 39: St. Peter und Hl. Willibrordus-Kapelle/Mechernich-Berg 1946–47 Bezeichnung Instandsetzungsarbeiten Standort Gemünderstraße, 53894 Mechernich-Berg Datierung 1946–47 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Peter/Mechernich-Berg im Bistum Aachen Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; BDA Berg (über Mechernich); https://de.wikipedia.org/wiki/ Berg_%28Mechernich%29#cite_note-1 (zuletzt eingesehen am 13.11.2015) Im Findbuch des HAStK werden einige Pläne für Berg gelistet, die auf die Jahre 1946– 47 datiert sind. Zudem ist in einem Brief des Kirchenvorstandes an das Generalvikariat in Aachen die Rede von inneren Instandsetzungsarbeiten durch den Kirchenarchitekten Hansen. Die Kirche war durch 18 Granattre er schwer beschädigt worden. Weitere Nachforschungen im Bistumsarchiv und der Pfarrgemeinde brachten keine weiteren Anhaltspunkte, da Archivalien aus dieser Zeit nicht mehr vorhanden sind. Keine Abbildung bekannt! 408 AKSU: HANS HANSEN Kat. 40: St. Mauritius/Köln-Innenstadt 1946–48 Bezeichnung Errichtung einer Notkirche Standort Alte Wipperfürtherstraße, 51065 Köln Datierung 1946–48 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Mauritius/Köln-Innenstadt im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; GVA/AEK Köln-Altstadt; Handbuch Köln, S. 364; Kier/Krings, Romanische Kirchen; Becker-Huberti/Menne, Köln; EP, Kirchen, S. 200; https://de.wikipedia.org/wiki/ St._Mauritius_%28K%C3%B6ln%29 (zuletzt eingesehen am 14.11.2015); Ergänzung Im Findbuch sind aus dieser Zeit auch noch Pläne für einen Beichtstuhl, eine Kommunionbank und Konsolen vermerkt. Die zum Ende des Krieges durch Bombeneinschlag und Brand schwer zerstörte Pfarrkirche war für den Gottesdienst nicht mehr brauchbar gewesen. Etwas verzögert, beauftragte der Kirchenvorstand Hans Hansen Ende 1946 damit, in das nördliche Seitenschi der neogotischen Basilika eine Notkirche zu errichten (Kat. 40-1). Hansen plante darau in die Schwippbögen über dem nördlichen Seitenschi zu entfernen und aus alten Ziegeln eine Abschlussmauer zum Mittelschi und zum Querschi zu ziehen, um so einen geschlossenen Raum zu erhalten. Aus dem Schwemmsteinschutt der zerstörten Gewölbekappen sollte dann eine Leichtbetondecke über dem Notkirchenraum errichtet werden. Der gesamte Innenraum sollte in Kalkfarbe angestrichen und die Fenster sollten mit Notverglasung versehen werden. Auf der von Hansen angefertigten Skizze ist das zu einer provisorischen Notkirche umfunktionierte Seitenschi von St. Mauritius gut ersichtlich. Der Raum wirkt darauf recht schmal und klein und war für circa 62 Sitzplätze ausgelegt. Eine leicht ab fallende und ache Decke bildet den oberen Abschluss. An dem früheren Übergang zum Querschi ist ein einfacher Wandaltar mit Tabernakel und Leuchten aufgestellt. Ein großes Kruzi x, das von zwei weiteren Skulpturen, wahrscheinlich von Maria und Johannes in Funktion einer Kreuzigungsgruppe, eingerahmt ist, sollte wohl oberhalb des Altares an der Wand befestigt werden. An den ehemaligen Pfeilern sind auf der Skizze wahrscheinlich Stationen des Kreuzweges angebracht. Erst 1948 konnte die Notkirche von der Gemeinde in Benutzung genommen werden. Die Kirche wurde in den 50er Jahren durch einen Neubau von Fritz Schaller ersetzt. 409 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 40-1 410 AKSU: HANS HANSEN Kat. 41: St. Bonifatius/Köln-Nippes 1947 Bezeichnung Plan für Chorfenster Standort Gneisenaustraße, 50733 Köln Datierung 1947 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Bonifatius/Köln-Nippes im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 388 f.; PG St. Bonifatius, Pfarrbrief; EP, Kirchen, S. 148. Im Findbuch des HAStK wird ein Plan für ein Chorfenster gelistet, das auf das Jahr 1947 datiert ist. Die Kirchenfenster wurden aber in den Jahren 1952–54 angescha . Dabei sind die jetzigen Chorfenster Arbeiten des Künstlers Franz Melchior. Nachforschungen im Bistumsarchiv bzw. der Pfarrgemeinde brachten keine neuen Erkenntnisse, da die Archivalien entweder zu stark beschädigt oder gar nicht mehr vorhanden sind. Keine Abbildung bekannt. 411 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 42: St. Maria Hilf/Wuppertal-Dönberg 1947 Bezeichnung Pläne für Chor- und Altarumbau; Pläne für Umbau der Orgel und Orgelbühne Standort Höhenstraße, 42111 Wuppertal Datierung 1947 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Maria Hilf/Wuppertal-Dönberg im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Carl Ackermann (Steinbruchbetriebe) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 471; Überliefert sind Pläne von Hansen, die er 1947 anfertigte und auf denen Entwürfe zu einem neuen Hochaltar und einer neuen Orgel(-bühne) für die Pfarrkirche in Wuppertal-Dönberg zu sehen sind. Ob die Umbauten letztendlich so ausgeführt wurden, lässt sich nicht mehr sagen, da die Kirche 1982 vollständig abgerissen wurde. Der Entwurf Kat. 42-1 zeigt den Hochaltar, wie Hansen ihn für Dönberg in bekannter Manier konzipierte. Als Material für seinen Wandaltar wählte Hansen Werkstein. Drei gleichhohe Rundnischen sind in die vordere Platte eingearbeitet. Eventuell sollten diese noch mit musivischen Arbeiten ausgefüllt werden. Kerzenleuchter, Tabernakel und ein großes Kreuz, welches sich auf dem schmucklosen Tabernakel be ndet, sind auf der pro lierten Altarplatte aufgereiht. Die dazu von Hansen konzipierte Kommunionbank sollte grade abschließen und aus einer niedrigen Arkade bestehen. Ein weiterer Entwurf widmet sich den Details für das Tabernakel (Kat. 42-2). Zeilen aus dem Johannesevangelium (Joh. 1:14) in lateinischer Sprache sind auf den Tür ügeln ober- und unterhalb zu lesen. Zwei Medaillons mit dem Alpha- bzw. Omega-Buchstaben be nden sich mittig je Tür ügel. In seinem Entwurf für die Orgel (Kat.  42-3) widmete sich Hansen einer neuen Holzkonstruktion für die Orgelbühne, die wohl über dem Eingang in das Gewölbe der Kirche eingepasst werden sollte. Die Orgel ist klassisch konvex-konkav gebogen und die Orgelpfeifen steigen zur Mitte hin an. Spieltisch und Sängerempore be nden sich vor der Orgel. Kat. 42-1 412 AKSU: HANS HANSEN Kat. 42-2 Kat. 42-3 413 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 43: St. Thomas Apostel/Wesseling-Urfeld 1947–48 Bezeichnung Umgestaltung des Hochaltares Standort Rheinstraße, 50389 Wesseling-Urfeld Datierung 1947–48 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Thomas Apostel/Wesseling-Urfeld im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 324; Pfarrarchiv St. Thomas Apostel; Drösser/Kader, Urfeld, S. 36 f. Wegen der drei neuen Chorfenster, die vom Kunstmaler H. Windelschmidt entworfen und 1947 angebracht wurden, beschloss der Kirchenvorstand von St. omas Apostel auch den Hochaltar neu gestalten zu lassen, um ein einheitlich „modernes“ Bild zu generieren und um den veränderten theologischen und ästhetischen Vorstellungen gerecht zu werden. Eine erhaltene Zeichnung (Kat. 43-1), die Hansen anlässlich des Au rages für die Umgestaltung anfertigte, gibt einen guten Einblick in die geplanten Umbaumaßnahmen. In seiner Skizze des gotischen Chors deutet Hansen auch die drei Maßwerkfenster von Windelschmidt an. Der um drei Stufen erhöhte Hochaltar wird nach vorne hin durch vier Säulen in drei Felder unterteilt, wobei das mittlere wohl eine Reliefplatte beinhaltet. Die Altarplatte ruht selber auf den Säulen und ein Tabernakel mit dem Chi- Rho-Symbol und insgesamt zehn Leuchtern be ndet sich auf dem Altartisch. Zwei grö- ßere Standleuchter rahmen den Altar ein. Das hinter dem Altar befestigte Altarkreuz wurde aus dem vorhandenen Missionskreuz gestellt. Der von Hansen konzipierte Altar wurde im Laufe der Zeit wieder abgerissen und ist nicht mehr erhalten. Kat. 43-1 414 AKSU: HANS HANSEN Kat. 44: Alt St. Alban/Köln-Altstadt 1948 Bezeichnung Unbekannter Entwurf Standort Quatermarkt, 50667 Köln Datierung 1948 Auftraggeber unbekannt Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; EP, Kirchen, S. 55; https://de.wikipedia.org/wiki/Alt_St._Alban#Lage (zuletzt eingesehen am 17.11.2015); Im Findbuch wird eine Zeichnung von 1948 gelistet, die Hansen für Alt St. Alban anfertigte. Alt St. Alban wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört und die Vermutung liegt nahe, dass Hansen einen Entwurf für eine Notkirche oder für Wiederau aumaßnahmen angefertigt hatte. Doch die Kirche wurde nicht wiederhergerichtet, sondern die Ruinen fungieren bis heute als Gedenkstätte. Keine Abbildungen bekannt! 415 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 45: St. Antonius/Haltern am See-Lavesum 1948 Bezeichnung Pläne für Altar; Beichtstuhl und Orgelprospekt Standort Rekenerstraße, 45721 Haltern am See Datierung 1948 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Antonius/Altern am See-Lavesum im Bistum Münster Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Es sind drei Skizzen aus dem Jahre 1948 erhalten, auf denen Hansen Entwürfe für einen Wandaltar, einen Beichtstuhl und ein Orgelprospekt angefertigt hat. Nachfragen bei der Pfarrgemeinde brachten keine weiteren Erkenntnisse zu Tage, zumal die von Hansen konzipierten liturgischen Gegenstände nicht bekannt waren. Entweder wurden diese so nie ausgeführt oder im Laufe der Zeit entfernt. Auf dem Entwurf Kat. 45-1 für einen Antonius-Altar steht die Skulptur des Heiligen Antonius auf einer Konsole, umrahmt von einem rechteckigen Mosaikfeld, darin eine Palme, Ährenblüten und der Psalm 91 Wie die Palme steht der Gerechte […]. abgebildet sind. Eine Schachbrettumrahmung grenzt das Mosaikfeld zur Wand äche hin ab. Der bärtige Antonius ist etwas zur Seite geneigt, so dass er im Dreiviertelpro l dargestellt ist. Auf dem Kopf, welcher mit einem Mosaiknimbus hinterlegt ist, trägt er eine Art Fes. Bekleidet ist er mit einem langen Mantel und Gewand. In seiner linken Hand hält er ein aufgeschlagenes Buch und in der Rechten ein T-Kreuz. Ein kleines Schwein schmiegt sich dem Kirchenpatron an die Füße. Es sind allesamt die Attribute des heiligen Antonius. Unterhalb der Skulptur be- ndet sich ein Altartisch, dessen Platte von einer Art Postament getragen wird. Auf der Kante sind die Worte St. Antonius/Bitte Für Uns zu lesen. Der von Hansen entworfene Beichtstuhl (Kat. 45-2) erinnert an die Beichtstühle der 1920er Jahre von St. Bruno, bloß ohne die eingezogenen Ecken. Der wohl in Eichenholz konzipierte Beichtstuhl für St. Antonius hat zwei äußere Eingänge für den Beichtenden und ein Mittelstück mit Fenster, hinter dem der Beichtvater seinen Platz einnehmen sollte. Eine engmaschige Kannelierung überzieht den Beichtstuhl, der ansonsten keine weiteren Schmuckelemente auf weist. Von gleicher Machart ist der in einem Rundbogen befindliche Orgelprospekt (Kat. 45-3), der aus konvex-konkaven Verformungen aufgebaut ist und die zur Seite achsensymmetrisch ausgelagerten Bündelpfeifen unter einem großen Rundbogenfenster zusammenhält. 416 AKSU: HANS HANSEN Kat. 45-2 Kat. 45-1 Kat.45-3 417 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 46: St. Peter und Paul/Blankenheim-Blankenheimerdorf 1948 Bezeichnung Kirchenfenster Standort Nürburgstraße, 53945 Blankenheim-Blankenheimerdorf Datierung 1948 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Peter und Paul/Blankenheim-Blankenheimerdorf im Bistum Aachen Literatur http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2762/b2762.shtml (zuletzt eingesehen am 17.11.2015); https:// de.wikipedia.org/wiki/St._Peter_und_Paul_(Blankenheimerdorf) (zuletzt eingesehen am 17.11.2015); Baales, Blankenheimerdorf; Laut der Forschungsstelle Glasmalerei e.V. handelt es sich bei einem Kirchenfenster in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in der Gemeinde Blankenheim-Blankenheimerdorf um ein Werk von Hans Hansen (Kat. 46-1). Dieses soll 1948 angefertigt worden sein und be ndet sich auch noch heute in der Kirche im Laienraum. Auf Nachfrage bei der Pfarrgemeinde konnte dies niemand veri zieren, zumal sämtliche Pfarrarchivalien aus dieser Zeit vernichtet wurden. Ein stilistischer Vergleich mit dem Kirchenfenster von Ahrem (Kat. 25-5) deckt einige Parallelen auf, die zwischen beiden Fenstern existieren, so dass Hansen sehr wahrscheinlich auch Urheber des Kirchenfensters von Blankenheimerdorf ist. Die Ähnlichkeiten beziehen sich überwiegend auf die Darstellung der Madonna mit Kind bzw. auch Maria-Hilf oder Schutzmantelmadonna genannt. Machart und Au au sind fast vollständig von Ahrem übernommen, nur dass die Madonna von St. Peter und Paul keine Krone trägt und das Glasfeld über ihr ohne Glasmalereien ist. Auch die ornamentale Umrandung des gelblichen Feldes, das der Mutter Gottes als Hintergrundfolie dient, weicht etwas von dem Ahrem-Fenster ab. Ebenso die Gesamtumrandung, die sich bei Blankenheimerdorf aus Davidsternen, Kreuzen und bunten Feldern zusammensetzt, dennoch aber auf ein bewährtes Bordürepro l von Hansen zurückgrei . Gestalterisch verändert hat sich auch die Familie, die bei Ahrem kniend im Mantel der Madonna Schutz gefunden hat. Hier ist die fün öp ge Familie kniend unterhalb der Madonna dargestellt, deren Mantel keinen Schutz mehr bietet, zudem wird Maria durch eine Art Wolke aus farbigen Edelsteinen von der Familie abgeschnitten. Folgende Textzeile be nden sich unterhalb der Familie: Hilf Maria/Es ist Zeit/Hilf/Mutter der Barmherzigkeit. Im untersten Glasfeld ist wohl die Kirche St. Peter und Paul, umgeben von grüner Landscha , mit weiteren Gebäuden abgebildet. Aus dem mit blauen und gräulichen Wolken behangenen Himmel bricht ein Lichtstrahl auf die Kirche herab, als Zeichen des göttlichen Schutzes. Denn im Himmel sind kleine Fliegerbomber zu erkennen, die wohl im Begri sind, das Dorf anzugreifen. Die Daten 19.12.1944 und 21.1.1945 sind unterhalb des Dor ildes eingearbeitet. Diese beiden Tage beziehen sich auf stattgefundene Bombenangri e und auf die wundersame Unversehrtheit der Kirche/des Dorfes. 418 AKSU: HANS HANSEN Kat. 46-1 419 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 47: St. Laurentius/Welschbach-Hirzweiler 1948–52 Bezeichnung Diverse Pläne Standort In der Au, 66557 Welschbach-Hirzweiler Datierung 1948–52 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Laurentius/Welschbach-Hirzweiler im Bistum Trier Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; https://de.wikipedia.org/wiki/St._Laurentius_%28Hirzweiler-Welschbach%29 (zuletzt eingesehen am 18.11.2015); Im Findbuch werden einige Pläne aus den Jahren 1948–52 gelistet, die u. a. einen Pfarrhausneubau und die Ausgestaltung des Kirchengrundstückes betre en. Nachfragen in der Pfarrgemeinde brachten keine weiteren Erkenntnisse. Auch im Bistumsarchiv Trier gab es keine weiteren Informationen zu den Bauabsichten Keine Abbildungen bekannt! 420 AKSU: HANS HANSEN Kat. 48: St. Sebastianus/Bornheim-Roisdorf 1948–49 | 1951–1956 Bezeichnung Chorumbauten und weitere Pläne Standort Heilgersstraße, 53332 Bornheim Datierung 1948–49 | 1956–56 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Sebastianus/Bornheim-Roisdorf im Erzbistum Köln Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Victor Bonato (Mosaikkünstler); Karl König (Kunstschlosser); Willi Hünten (Steinmetz); Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 95 f.; GVA/AEK Bornheim-Roisdorf; Ossenbrink, Chronik; http://www.heimatfreunde-roisdorf.de (zuletzt eingesehen am 20.11.2015); http://www. sankt-sebastian-roisdorf.de (zuletzt eingesehen am 20.11.2015); 1948 wurden die teils durch den neuromanischen Hochaltar, teils durch Vorhänge verdeckten fünf Nischen im Chorraum im Zuge von Erneuerungsarbeiten freigelegt. Der Kirchenvorstand beau ragte Hans Hansen mit der Ausgestaltung der Nischen. Wie dem Autor dieser Arbeit mitgeteilt wurde, waren die Nischen nicht komplett mit Mosaiken gefüllt, so wie es in der Regel von Hansen präferiert wurde, sondern einige Nischen waren mit Fresken gestaltet. Leider sind die Rundnischen nicht mehr erhalten, da das Hauptschi im Jahre 1980 aufgrund von schweren bautechnischen Mängeln abgerissen wurde, so dass nur der Glockenturm stehen blieb. Von links nach rechts wurden angeblich folgende emen in den fünf Rundnischen dargestellt: 1. Passionshymnus (Vexilla regis prodeunt) 2. Passionsengel mit Leidenswerkzeugen 3. Apokalyptisches Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln 4. Auferstehungsengel mit Osterkerze und Auferstehungsfahne 5. Auferstehungshymnus (Victimae paschali laudes) Die Entwürfe für die Nischen vier und fünf sind überliefert, so dass anhand dieser Abbildungen dennoch eine ungefähre Vorstellung über die Gestaltung des Chorraumes gemacht werden kann. Wie für Hansen für solche Arbeiten o typisch, imitieren die sich wiederholenden liturgischen Bilder einen frühchristlichen Stil. Der Auferstehungsengel (Kat. 48-1) mit der Osterkerze in der erhobenen rechten Hand und der Auferstehungsfahne in der linken, steht aufrecht auf einem blumigen Untergrund. Der Hintergrund ist in himmlischer Goldfarbe gehalten, auf dem abstrahierte Sterne und Kreuze verteilt sind. Die weit ausgebreiteten Engels ügel passen sich mit ihren Rundungen dem mit einer Art Perlenfries gerahmten Rundbogen an. Fast der gesamte Körper wird von einer weißen Tunika mit waagerechtem Faltenwurf und ohne viel erkennbare Körperlichkeit umhüllt. Eine grüne und tief herabhängende Capa be ndet sich als Überwurf über der Tunika. Der mit schulterlangen blonden Haaren und großen Augen recht einfach gestaltete Kopf des Engels ist mit einem blauen Nimbus umrahmt. Die Abbildung Kat. 48-2 zeigt die lateinische Osterfrequenz Victimae paschali laudes. Die unterschiedlich farblich wie auch typogra sch gestalteten Zeilenreihen umfassen als zentrales Wort „Christus“, welches von zwei Kreuzen eingefasst wird. Ein Goldgrund ist auch bei dieser Malerei Hintergrundfarbe. Auf dem unteren und etwas brei- 421 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE teren Streifen sind drei Lämmer auf Blu mengrund und vor abstrahiertem dunklem Sternenhimmel zu erkennen in Anspielung auf den Zug der Seelen. Im Kreisrund des ebenfalls durch einen Perlenfries umrahmten Rundbogenfeldes sind zwei Pfauen spiegelsymmetrisch um ein auf einer leichten Anhöhe be ndliches goldenes Kreuz auf Blumengrund angeordnet. Der Pfau steht unter anderem als Symbol für die Auferstehung Christi. Ein blauer Nimbus umfasst mittig das Kreuz und beide Pfauenköpfe. Ebenso bilden auch in diesem Bereich abstrahierte Sterne(-nkreuze) die Hintergrundfolie. Ferner ist bekannt, dass Hansen für St. Sebastianus im Jahr 1948 eine Kommunionbank und 1949 einen Tabernakel entworfen hat. Ob dies im Rahmen eines kompletten Chor- bzw. Altarneubaus geschah, lässt sich nicht mehr eruieren. Aus den Jahren 1951 und 1953 sind zudem noch zwei Pläne für eine Kanzel überliefert. Der frühere Entwurf ist mit dem Gemeinscha sstempel „Hansen/Liebermann“ abgestempelt, der zweite nur noch mit „Hansen“. Aber erst im Jahre 1956 ist im Protokollbuch des Kirchenvorstandes zu lesen, dass eine Kanzel nach Entwurf von Hansen errichtet wurde. Da sich die beiden Kanzelentwürfe in der Hauptsache nur in den Schmiedearbeiten unterscheiden, wird der spätere Plan hier vorgestellt. Die spiralförmig um einen Kirchenpfeiler geführte vierstu ge Anlage mit Treppengeländer aus Schmiedeeisen führt direkt auf das Kanzelpodest, welches ebenfalls von einer kunstvoll geschmiedeten Brüstung abgesichert wird (Kat. 48-3). In das Schmiedeeisen sind mit Ausrichtung zum Laienraum das Chi-Rho-Symbol mit den Buchstaben Alpha und Omega eingearbeitet. Im Gitterfeld der Brüstung werden zudem in rechteckiger Anordnung 2x3 Felder zusammengefasst und die Eckpunkte durch Lilienblüten betont, die u. a. als Reinheit Marias aber auch als Synonym für den Auserwählten stehen können. 422 AKSU: HANS HANSEN Kat. 48-1 Kat. 48-2 Kat. 48-3 423 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 49: St. Clemens/Nideggen-Berg 1949 Bezeichnung Diverse Pläne Standort Kirchstraße, 52385 Nideggen Datierung 1949 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Clemens/Nideggen-Berg im Bistum Aachen Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Aachen, S. 471; https://de.wikipedia.org/wiki/ St._Clemens_%28Berg%29 (zuletzt eingesehen am 20.11.2015); Im Findbuch werden fünf Pläne ohne genauere Spezi kation aus dem Jahr 1948 gelistet. Recherchen und Nachfragen im Bistumsarchiv bzw. der Pfarrgemeinde brachten keine weiteren Erkenntnisse zu Tage. Keine Abbildungen bekannt! 424 AKSU: HANS HANSEN Kat. 50: St. Pantaleon/Erftstadt-Erp 1949–51 Bezeichnung Wiederherstellung und neue Chorfenster Standort Luxemburgerstraße, 50374 Erftstadt Datierung 1949–51 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Pantaleon/Erftstadt-Erp im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Johann Schüchter (Kunstglasmalerei); Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 430 f.; Ismar, Erp, S. 21–49; Kölnische Rundschau, 25.04.1951; https://de.wikipedia.org/wiki/St._Pantaleon_%28Erp%29#cite_note-10 (zuletzt eingesehen am 21.11.2015); Am 30.11.1944 wurde die Pfarrkirche aufgrund eines Alliierten Großangri es schwer beschädigt. Ein Volltre er zerstörte das linke Seitenschi , fast das komplette Gewölbe und das ganze Dach. Ab dem Jahr 1949 begann die Gemeinde mit der Wiederherstellung der Pfarrkirche. Die architektonische Innengestaltung wurde Hans Hansen übertragen. Der gesamte Innenputz musste erneuert und neu angestrichen werden. Inwieweit Hansen Veränderungen an der Kirche vornahm, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Gesichert ist, dass zwei der drei Chorfenster von Hansen entworfen wurden und erhalten sind. Das linke rundbogige Chorfenster (Kat.  50-1) kombiniert wiederkehrende christliche Symbole, die bei den Mosaiken und Kirchenfenstern von Hansen immer wieder anzutre en sind. Das in fünf Register unterteilte farbenfrohe Glasbild zeigt in den beiden oberen Feldern einen vor seiner Nestbrut ausgebreiteten farbenreichen Pelikan, der sich mit dem Schnabel die Brust ö net. Mit dem ausströmenden Blut werden die drei Nestlinge gefüttert. Gleiches Motiv verwendete Hansen schon als Mosaik u. a. bei St. Laurentius in Bergisch-Gladbach. Die Darstellung der Pelikanmutter, die ihr eigenes Leben opfert für das ihrer Jungen, symbolisiert im übertragenen Sinn den Kreuztod Jesu Christi und das Sakrament der Eucharistie. Im zentralen Feld ist das langgezogene Chi-Rho-Symbol mit gelblichgoldener Farbe dargestellt, welches von einem roten Nimbus mit blauem Rand hinterlegt wird. Darunter be nden sich zwei symmetrisch angeordnete Pfauenvögel, die auf einem mit Blumen und weiterer Vegetation reich bedeckten Hügel stehen, aus dem dann das Rho-Zeichen in die Höhe wächst. Die Pfauen verweisen auch hier wieder auf die Auferstehung Christi. Die vier Paradiesströme, die den Hügel herab ießen, sammeln sich zu seinen Füßen zu einem See, in dem zwei Fische schwimmen. Der Fisch gilt als Symbol des Christentums. Die symbolha en Tierdarstellungen gehen auch hierbei wieder auf den frühchristlichen Physiologus zurück. Ferner verwendet Hansen auch bei diesen Fenstern eine markante Umrahmung, die sich aus drei farblich divergierenden Rechteckstreifen zusammenfügt und auf der sich in rhythmischen Abständen ein Kreisrund mit Kreuz be ndet. Im rechten Chorfenster (Kat. 50-2) ist in den beiden oberen Registern der mit ausgebreiteten Flügeln aus einem Flammennest zum Himmel strebende farbenreiche Vogel Phönix zu sehen. Sein Kopf wird von einem kleinen roten Nimbus hinterlegt, der wiederum von einer angedeuteten größeren gelben Sonne umfasst wird. In der christlichen Symbolik steht auch der sich immer wieder aus der Asche erhebende Phönix für die Auferstehung. Ein zentrales rotes Kreuz vor ei- 425 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE nem bunt gestalteten Kreisrund und mit den seitlichen Buchstaben Alpha und Omega füllt das mittlere Feld. Der waagerechte Kreuzbalken reicht bis in die unteren Glasregister herunter, in welchen sich u. a. ein vor einem größeren blauen Kreisrund mit Regenbogenrand umschlossenes Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln be ndet. Die apokalyptischen Buchsiegel hängen in das untere Register herab, in dem sich aber auch sieben brennende Öllampen auf blauem und pastell-welligem Hintergrund be- nden. Die Siegesfahne ist dem mit gelbem Nimbus versehenen Lamm in die Pfote gelegt. Die apokalyptische Bedeutung dieser Darstellung wurde bereits an anderen Arbeiten von Hansen mehrfach herausgestellt. Die brennenden Öllampen symbolisieren die Bereitscha für das bevorstehende Reich Gottes, können aber auch als Aufruf zur Wachsamkeit gedeutet werden, wie im Gleichnis von den klugen und törichten Braut jungfern veranschaulicht wird. Obwohl die ebenfalls mit Glasmalereien gestalteten Occuli des Vorchorjoches und das Spitzbogenfenster im Turmeingang nicht explizit als Werke Hansens in der Kirchenchronik aufgelistet werden, müssen diese ebenfalls Hansen zugeschrieben werden, da die stilistische Nähe in Wahl und Ausführung von Ornamenten und Symbolen gegeben ist. Beide Occuli sind identisch und ohne gürliche Motive, sondern rein ornamental gestaltet (Kat. 50-3). Die in ein Wagenkreuz unterteilten Rundfenster weisen Merkmale auf, die für Kirchenfenster von Hansen typisch sind. Die Umrandung setzt sich aus zwei Rechteckstreifen zusammen, die zudem kreisrunde Muster beherbergen. Das in quadratische Ornamentfelder unterteilte Fenster wird zu den Kreuzenden des Wagenkreuzes und auch mittig mit schwarzroten Schachbrettmustern mit mittigem Kreuz verstärkt, so dass der Eindruck eines breiten Kreuzes evoziert wird. Die restlichen Felder sind entweder mit krä igen blauen oder pastellha en Lila/Grau/Hellblau-Tönen gestaltet, die ein kompliziertes Muster aus Kreisen, Quadraten und Kreuzen bilden und an typische Ornamentmuster der 50er Jahre erinnern. Das Turmfenster (Kat. 50-4) ist in drei Register unterteilt. Die Umrahmung wird bei diesem Fenster fortgeführt, nur dass die dreiteilige Bordüre aus Rechteckstreifen mit mittigen Kreisen, in der Hauptsache aus den Farben Grün und Rot zusammengefügt wird. Den Spitzbogen dominiert ein pastellfarbenes lilanes Kreuz, in dessen Innerem sich ein weiteres Kreuz aus Goldfarben be ndet und dessen Vierung durch ein blaues sowie hell- und dunkelrote Quadrate betont wird. Die mehrfarbig gestalteten Buchstaben Alpha und Omega sind seitlich unterhalb des Kreuzes angebracht. Im mittleren Register ist eine brennende hellgrüne Öllampe in einem schwarzen Kreisrund mit farblicher Umrandung zu sehen. Ein Anker mit zwei Fischen, hinterlegt von einem hellblauen Streifen, welcher Wasser symbolisieren soll, ist Sinnbild christlicher Ho nung und be- ndet sich im unteren Register. Die restlichen quadratischen Felder sind farb- und ornamentlos. 426 AKSU: HANS HANSEN Kat. 50-1 Kat. 50-2 Kat. 50-3 Kat. 50-4 427 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 51: St. Mariä Empfängnis/Köln-Raderthal 1949–53 Bezeichnung Wiederaufbau Standort Brühlerstraße, 50968 Köln Datierung 1949–53 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Mariä Empfängnis/Köln-Raderthal im Erzbistum Köln Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 371; Pfarrarchiv St. Mariä Empfängnis; Walter, Raderthal, S. 1–2; Schlieter/Barten, Spitzbogen, S. 94; Bollenbeck, Neue Kirchen, S. 72; Die neogotische Hallenkirche aus Backstein wurde während des Krieges schwer beschädigt. Ab Mitte 1949 war Hansen mit dem Wiederau au der Kirche beau ragt. Um seiner Idee einer achen Holzdecke für St. Mariä Empfängnis einen realen Eindruck zu verleihen, besichtigte er Anfang 1950 mit dem Kirchenvorstand die Kirche St. Peter und Paul in Engelskirchen, in der Hansen ebenfalls eine ache Holzdecke eingezogen hatte. Darüber hinaus gibt es weitere Parallelen zu dieser Kirche, worauf im Folgenden noch eingegangen wird. Wahrscheinlich wegen der hohen Kosten und der Materialknappheit beschloss der Kirchenvorstand, dass der Wiederau au der Kirche in mehreren Etappen erfolgen sollte, so dass in der ersten Phase nur die halbe Kirche fertiggestellt wurde. Ab 1951 rollte die erste Phase des Wiederau aus an, in die auch Karl Friedrich Liebermann involviert war. Ende 1951 war der erste Teil der Renovierungsarbeiten weitestgehend abgeschlossen. Statt des ursprünglichen Gewölbes deckte eine ache Holzbalkendecke nun das Kirchenschi . Auch der neue Dachau au war insgesamt acher als der ursprüngliche Au au. Das mittlere Chorfenster wurde zugemauert, ebenso je ein Nebenchorfenster. Das nördliche Querschi portal wurde ebenfalls verschlossen und das gotische Maßwerk aus allen großen Fenstern der Seitenschi e und des Chorraums entfernt, so dass nur noch der Spitzbogen übrigblieb. Im Anschluß wurden alle Kirchenfenster mit Kathedralglas verglast und die Blattkapitelle der Pfeiler und Säulen entfernt. Die Spitzbogenarkaden des Mittelschi es mit den tie eruntergezogenen Schild- und Gurtbögen und den bereinigten Säulen erinnern im Gesamtau au an die schon erwähnte Pfarrkirche in Engelskirchen und die Raumau assung der 1950er Jahre. Insgesamt wurde die Raderthaler Kirche von Hansen und Liebermann weitestgehend puri ziert und eine bessere Anbindung und Konzentration zum Hauptchor hin angestrebt. Das von beiden entworfene Orgelprospekt, welches in seiner geschwungenen Form sich über die beiden Seitenschiffe streckte, wurde hingegen abgelehnt, da das Rückpositiv den Durchblick zur Fensterrose verdeckt hätte (Kat. 51-1). Die Modernisierungen, die an der Kirche vorgenommen wurden, sorgten nicht nur für Begeisterung, sondern auch für einige kritische Töne. Prälat Lob, auf dessen Initiative hin die Kirche St. Mariä Empfängnis gebaut wurde, beschwerte sich in seinem Schreiben vom 16.06.1951 an das Generalvikariat über die Veränderungsmaßnahmen am Kirchengebäude. Er wünschte sich die Beibehaltung des vorherigen Historismus und empfand den Modernismus als ein „Schlag ins Gesicht“. Trotz seines vehementen Protestes wurden von den Plänen nicht abgerückt. Im Laufe des Jahres 1952 wurde der neue Hochaltar fertiggestellt, der sich sieben Stufen über Kirchenniveau befand. Auf der 428 AKSU: HANS HANSEN Frontseite des Tischaltares war in der Mittelstütze das Marienmonogramm zu sehen. In das zugemauerte Chorfenster wurde ein mannshohes Kreuz angebracht. Ab dem Jahr 1953 begann die zweite Phase des Wiederau aus, die ebenfalls Hansen und Liebermann übertragen wurde (Kat.  51-2). In diesem Bauabschnitt wurde eine neue Orgelbühne in den Laienraum eingezogen und die Kirche bekam einen neuen Anstrich, so dass die Wände weiß gestrichen wurden und die Säulen und Pfeiler gequadert und einen dunkelroten Anstrich erhielten. In den beiden Nebenapsiden des Hauptchores hatten die Architekten neue Neben altäre aufstellen lassen, so dass links ein Marien-Altar mit der Marienstatue des ehemaligen Hochaltares und rechts ein Herz-Jesu- Altar aufgestellt wurden. Die gotischen Gewölberippen der Nebenapsiden wurden farblich abgesetzt. Von den Umbauten sind keine Abbildungen oder Skizzen überliefert. Den alten Tau runnen verlegten Hansen und Liebermann in den rechten Quer schi arm. Eine neue Kanzel aus Tu stein und Basalt mit einem „Adlerpult“ (als Synonym für den Evangelisten Johannes) aus Solnhofener Kalkstein wurde an den Bündelpfeiler der Vierung in nordöstlicher Ausrichtung angebracht. Die Grundstruktur des Raumau aus ist auch noch in heutiger Zeit erhalten. Kat. 51-1 Kat.51-2 429 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 52: St. Martinus/Solingen-Burg an der Wupper 1949 Bezeichnung Pläne für Umgestaltung von Chor und Hochaltar Standort Schloßplatz, 42659 Solingen Datierung 1949 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Martinus/Solingen-Burg an der Wupper im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 533; GVA/AEK Burg an der Wupper; https://de.wikipedia. org/wiki/St._Martinus_%28Burg%29 (zuletzt eingesehen am 20.11.2015); http://www.st-martinus-burg.de (zuletzt eingesehen am 20.11.2015); Aus einem erhaltenen Dokument aus dem Jahre 1950 geht hervor, dass für die Umgestaltung des Innenraums der Pfarrkirche St. Martinus ein Entwurf von Hansen angefertigt wurde. Dabei wollte wohl Hansen ganz im Sinne des damaligen Pfarrers die spätromanischen Blendarkaden im Chor neu zur Geltung bringen. Dazu hätte der barocke Hochaltar entfernt werden müssen. Das aber lag nicht im Sinne von Baurat Kassel, der den Altar als zu wertvoll einstu e, um ihn abreißen zu lassen, wie einem zwei Jahre späteren Schri stück des Pfarresr Brors zu entnehmen ist. Wegen knapper nanzieller Mittel und der Weigerung des Baurates kam es vorläu g zu keinen Umbauarbeiten in der Pfarrkirche nach Plänen Hansens. Keine Abbildungen bekannt! 430 AKSU: HANS HANSEN Kat. 53: Garnisonskirche All Saints-Chapel/Köln-Marienburg 1950/51 Bezeichnung Wettbewerbsentwurf für eine Garnisonskirche Standort Lindenallee, 50968 Köln Datierung 1950/51 Auftraggeber Englische Streitkräfte Weitere Architekten Rudolf Schwarz und Josef Bernard Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; http://www.bilderbuch-koeln.de/Denkmale/7306 (zuletzt eingesehen am 01.12.2015); Im Findbuch des HAStK werden Wettbewerbspläne ohne Datumsangabe gelistet, die sich auf einen Neubau einer anglikanischen Kirche für den Kölner Stadtteil Marienburg beziehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um die letzten Endes nach Plänen von Rudolf Schwarz und Josef Bernard im Jahr 1951 realisierte All Saints- Chapel für die Angehörigen der englischen Besatzung. Keine Abbildung bekannt! 431 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 54: St. Hermann Joseph/Bad Münstereifel-Mahlberg 1951–52 Bezeichnung Kirchenneubau Standort Breitestraße, 53902 Bad Münstereifel Datierung 1951–52 Auftraggeber Kirchenbauverein Mahlberg/Bad Münstereifel-Mahlberg im Erzbistum Köln Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 491; Schmitz-Ehmke, Stadt, S. 175–177; Bollenbeck, Neue Kirchen, S. 72; GVA/AEK Mahlberg; Pfarrarchiv St. Hermann Joseph; 1951 gründeten Bürger von Mahlberg unter dem Vorsitz des Pfarrers Weißenfeld einen Kirchenbauverein, um eine neue Kirche in ihrem Dorf errichten zu können. Den Auftrag dazu erhielt die Arbeitsgemeinscha Hansen/Liebermann. Zum Ende des gleichen Jahres legten beide Architekten erste Pläne vor und im Laufe des folgenden wurde die Kirche nach leicht abgeänderten Plänen fertiggestellt. Sie be ndet sich auch noch heute im Ort Mahlberg. Die vom Heimatstil geprägte Kirche hat an ihrer Westseite eine Einturmfassade mit rechtem Eckturm, der mit Satteldach, Schallschutzverkleidungen und giebelseitigen Turmuhren ausgestattet und in das Satteldach des Kirchenschi es eingebunden ist. Schmale Sehschlitze unterstreichen die Vertikalität des Kirchenturms. Eine mehrfarbige Fensterrose be ndet sich unterhalb des Dreiecksgiebels der Fassade (Kat. 54-1). Zu vermuten ist, dass auch das Motiv der Fensterrose mit großer Wahrscheinlichkeit von Hansen stammte, wie er auch sonst viele Kirchenfenster entworfen hat. Im Zentrum der aus einer Kreuzverstrebung bestehenden Fensterrose ist der Heilige Geist in Form einer Taube mit Kreuznimbus abgebildet. Kleinteilige Farb ächen aus weißen, blauen und gelben Stücken, ähnlich einem Mosaik, umrahmen neben einem Strahlenkranz aus roten Streifen die frontal ausgerichtete wei- ße Taube. Als Pendant zum Glockenturm setzt an die linke Ecke eine halbrunde Apsis mit Kegeldach an, in der die Michaelskapelle untergebracht ist und die durch sechs rundbogige Fenster ihr Licht erhält. Turmsockel, Portalzone und die ganze Apsis sind mit Bruchstein verkleidet. Von Osten her wird der eingezogene Rechteckchor um einen niedrigeren Anbau, in dem sich u. a. die Sakristei be ndet, erweitert. Die barockisierende Saalkirche verfügt über vier Joche und folgt im Charakter schlichten, einräumigen Landkirchen. Die Orgelbühne über dem Eingang und der Laien- und Chorraum werden von einem durchgehenden Tonnengewölbe in Rabitz konstruk tion überspannt. Gleiches gilt für die seitlichen Nischen zwischen den nach innen verlegten Strebepfeilern. Auch die Stichkappen sind mit Rabitz überwölbt. Die in den Nischen be ndlichen Segmentbogenfenster sind aus dezent farblich abgesetzten Schachbrettmustern gestaltet. Ob auch diese einfachen Fensterentwürfe von Hansen stammen, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Gleiche Fenster einfacher Machart be nden sich auch in dem um fünf Stufen erhöhten Chorraum, der durch eine Kommunionbank vom Hauptraum separiert wird. Kleine Nebenaltäre schließen sich beidseitig der Kommunionbank an. Eine detaillierte Beschreibung und weitere Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 432 AKSU: HANS HANSEN Kat. 54-1 433 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 55: Garnisonskirche St. Albert/Troisdorf-Spich 1951–53 Bezeichnung Neubau einer belgischen Militärkapelle Standort Camp-Spich-Straße, 53842 Troisdorf Datierung 1951–53 Auftraggeber Belgische Streitkräfte Literatur Kölner Stadt-Anzeiger, 19.05.2003 und 03.10.2008; In den Jahren 1951 bis 1953 plante und baute Hansen eine Militärkapelle für die belgischen Streitkrä e auf dem Kasernenstützpunkt Camp Spich bei Troisdorf. Im Juli 1953 wurde die Kapelle konsekriert und dem Patronat des Dominikaners Albertus Magnus unterstellt. Im Jahre 2003 verließen die letzten belgischen Soldaten die Kaserne, so dass die Kapelle nicht mehr benutzt wurde. Nach längerem Leerstand wurde die Kapelle ab 2005 von der Stadt an die griechische Gemeinde in Troisdorf vermietet, die die ehemalige katholische Kapelle in ein griechischorthodoxes Kirchenhaus umfunktionierte und dem Heiligen Dimitrios weihte. Dementsprechend wurde die Kirche renoviert und in ihrem Interieur stark verändert, so dass im Inneren nicht mehr der Originalzustand vorherrscht. Die Quellenlage zu dem Kirchenbau ist recht dür ig, da keine Archivalien bzw. Baupläne etc. vorhanden sind. Auch Nachforschungen im Archiv der Stadt Troisdorf brachten keine weiterführenden Ergebnisse, so dass sich die Beschreibung auf den aktuellen Zustand bezieht. Die weiß verputzte und mit einem Satteldach gedeckte Kirche hat an ihrer Giebelfassade ein Rosenfenster, vor das ein Kreuz gespannt ist (Kat. 55-1). Der darunter positionierte Windfang mit einem Vordach im Segmentbogen, der auf zwei schmucklosen Betonsäulen und schräggestellten Wand ächen ruht, umrahmt den Zugang zur Kirche. Die zwei üglige Kirchentür wird durch Kreuzornamente verziert. An der linken Seite wird die Fassade um einen o enen Glockenstuhl erweitert, der wie ein verlängerter Strebepfeiler weit über die Dachtraufe reicht und spitz abschließt. Diese Art des „Glockenreiters“ ist eine von Hansen o verwendete Glockenturmvariante. Hinter dem „Glockenpfeiler“ wird ein kleiner Anbau mit rechteckigem Rasterfenster aus Betonstreben in Breite des Türmchens mit Dach abgeschleppt. In diesem Bausegment be ndet sich rückwärtig ein Nebeneingang. Darauf schließt eine zweite Gebäudeeinheit an, die sich ebenfalls mit abge schlepptem Dach vor der Apsis be ndet (Kat.55-2). Die somit eingezogen erscheinende nordwestliche Kirchenschi wand wird durch vier sich verjüngende Strebepfeiler in fünf Joche unterteilt. In jedem Joch be ndet sich ein Segmentbogenfenster mit zwölf Betonregistern aus einfachem Buntglas. Die halbrunde und eingezogene Chorap sis hat keine weiteren Fensterö nungen. Die südöstliche Kirchenschi wand ist ohne Verlängerung und schließt gradlinig ab. Einzige Gliederungselemente auf dieser Seite sind gleiche Segmentbogenfenster zwischen sechs sich verjüngenden Strebepfeilern, wobei sich das sechste Segmentfenster am Vorchorjoch be ndet. Der gesamte Innenraum der einschi gen Kirche wird von einem gedrückten Korbbogen gedeckt (Kat. 55-3). Damit der Deckenumlauf nicht mit den Fenstern kollidiert, sind aus der Decke halbrunde Stichkappen oberhalb der Kirchenfenster ausgeschnitten (Kat. 55-4). Eine Kirchenempore, die sich über dem Eingang mit Vorraum be ndet, spannt sich in der gesamten Breite des Kirchenschi es und wird von zwei dünnen Säulen getragen. Die sich 434 AKSU: HANS HANSEN bogenha in den Kirchenraum ausbreitende Empore hat als Brüstung ein ligranes und für die 50er Jahre typisches Geländer (Kat. 55-5). Das normal verglaste Rosenfenster erhebt sich mittig der Empore. Der Blick auf den um einige Stufen erhöhten Chorraum wird aktuell von einer Ikonostase verstellt. Kat.55-1 Kat. 55-2 435 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 55-3 Kat. 55-4 Kat. 55-5 436 AKSU: HANS HANSEN Kat. 56: St. Hubertus/Pulheim-Sinnersdorf 1951–54 | 1957 Bezeichnung Kirchenfenster und Pläne für eine neue Orgelempore Standort Kölnerstraße, 50259 Pulheim Datierung 1951–54 | 1957 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Hubertus/Pulheim-Sinnersdorf im Erzbistum Köln Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Johann Schüchter (Kunstglasmalerei); Franz Melchior (Glasmalerei) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 454; GVA II/AEK Sinnersdorf; Pfarrarchiv St. Hubertus; http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/am-stommelerbusch (zuletzt eingesehen am 30.11.2015) In den Korrespondenzen aus den Jahren 1951 bis 1954 geht es um die schrittweise Erneuerung aller Kirchenfenster. Dazu stammen alle Entwürfe von Hansen. Einige Briefe wurden mit Arbeitsgemeinscha Hansen/Liebermann abgestempelt, obwohl davon auszugehen ist, dass einzig Hansen als ver sier ter Glaskünstler die Verantwortung für die Kirchenfensterentwürfe trug. Die Kirchenfenster wurden grob in fünf Zeitzyklen erneuert und eingesetzt, wobei die ersten beiden Teilau räge durch Johann Schüchter im Jahre 1951 und die weiteren Folgeau räge von Franz Melchior in den Jahren 1952, 1953 und 1954 umgesetzt wurden. Insgesamt wurden von Johann Schüchter fünf Chor-, drei Sakristei- und zwei Figurenfenster mit der Heiligen Maria und dem Heiligen Hubertus für die Seitenaltäre im Vorchor angefertigt. Zudem fertigte Schüchter die Rosette über der Orgelbühne und weitere Rosetten für den Kirchenraum an. Franz Melchior übernahm die Au räge für die Halbrosetten über den drei Portalen, ein Fenster für die Tau apelle, Fenster für die Seitenschi e und vier weitere Rosetten. Wegen der Fülle an Fenstern werden exemplarisch nur einige Fenster vorgestellt. Sämtliche Kirchenfenster be nden sich auch gegenwärtig in der Pfarrkirche. Die von Hansen gestalteten Fenster weisen die für ihn üblichen Charakteristika auf und sind entweder mit gürlichen/sakralen Motiven versehen oder rein ornamentaler Natur. Die fünf Rundbogenfenster des 5/8-Chores bestehen aus zwei seitlichen Ornamentfenstern und drei zentralen Fenstern mit christlichen Motiven. Im linken Kirchenfenster mit gürlicher Inszenierung (Kat. 56-1) sieht man in der obersten der vier Fensterregister den herab- iegenden Heiligen Geist in Form der Taube mit Nimbus im Zentrum einer roten Sonne, dessen gelbe Sonnenstrahlen als gött liches Licht einen blühenden roten Rosenstock als Synonym für die Muttergottes bestrahlen. So ist dann auch das mittlere Glasfeld einem goldenen Mariamonogramm in einem Kreisrund, umgeben von Sternen, gewidmet. Eine mit einem roten Läufer ausgelegte Treppe führt in Art einer Him melstrep pe direkt ins Zentrum des Monogramms. Weitere Mariensymbole be nden sich im untersten Feld, wo eine Krone und Lilien vor überwiegend bläulichem Untergrund abgebildet sind. Eine schlichte Umrandung aus breiten und schmalen Rechteckfeldern, die teils rötlich, gelblich oder weißlich eingefärbt sind, umfasst das Glasbild. Eine gleiche Umrandung ndet sich auch bei den weiteren Chorfenstern. Das mittlere Chorfenster (Kat. 56-2) setzt sich in den beiden oberen Registern aus zwei 437 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE rot und grün gekleideten Engeln zusammen, die schwebend zwischen Wolken und Sternen ein Kreuz am unteren Ende halten. Das ornamental reich verzierte rot-weiße Kreuz wird von einem gelb-roten Nimbus umfangen, von dem breite Lichtstrahlen ausgehen. Das mittlere Feld zeigt Jesus in Form des apokalyptischen Lammes mit Siegesfahne, wie er auf dem Buch mit den sieben Siegeln ruht. Umrundet wird auch dieser von einem gelb-roten Nimbus mit bläulich-rotem Sternenornament im Inneren. Mehrere brennende Öllampen sind dem Nimbus seitlich und unterhalb angeordnet. Das Chi-Rho- Symbol mit den Buchstaben Alpha und Omega setzt den unteren Schlusspunkt des Glasbildes. Das rechte Fenster (Kat. 56-3) beginnt oben mit einer goldenen Krone mit Kreuz und goldener Licht ut, die aus der Krone auf ein Chi-Rho-Zeichen ießt, das sich in einem Kreisrund be ndet, welches wie derum aus diversen kreisrunden farblichen Schichten aufgebaut ist. Die symbolische Darbietung von Christ König, dem Herrscher der Welt, wird unterfangen von Sternen auf farbenreichem Grund. Eine kreisrunde Anordnung hat auch das Motiv des mittleren Registers. Ein Brotkorb wird umrahmt von einer Art ornamentalen Nimbus und von einem Fisch. Der wellige Untergrund soll dabei an Wasser erinnern. Brot und Fisch spielen auf die Eucharistie an. Im untersten Feld ist ein symmetrischer Weinstock dargestellt, von dessen Weintrauben zwei bunte Vögel essen. Diese szenische Darstellung kann ebenfalls auf die Eucharistie anspielen, aber auch als Symbol für die Verbundenheit zwischen Christus und den Gläubigen stehen. Die zwei Ornamentfenster des Chorraums (Kat. 56-4) sind identisch und bestehen in der Hauptsache aus blauen Kreuzen und Rautenfeldern, die sich beide in quadratischen Einheiten be nden. In der Regel handelt es sich dabei um neun Einheiten (3x3) je Hauptregister, wobei die mit einem Blumen-/Sonnenmotiv verschnörkelten Kreuzzeichen so angeordnet sind, dass sie die Position eines imaginären großen Kreuzes annehmen und die Mitte und Ecken durch die Rautenmusterung eingenommen werden. Im unteren Glasregister wird das Imaginäre realisiert, da ein großes gleichschenkliges Kreuz mit kreisrundem Sonnenmotiv als Hintergrund das Feld dominiert. Das Großkreuz wird von vier kleineren Kreuzen in jeder Ecke ankiert. Im Obergaden des Haupt- und Querschiffes be nden sich insgesamt 16 Rosetten in der Art eines Sechspasses (Kat. 56-5). Ornamentale Muster bestimmen auch diese Glasbilder. Die an Blüten und Kaleidoskope erinnernden Ornamente variieren in der ornamentalen und farblichen Zusammensetzung. Das Maßwerkfenster in der Orgelempore im linken Querschi , welches sich aus zwei Rundbogenfenstern und einer Rosette aufbaut, ist ebenfalls ornamental mit Teppichmustern gestaltet (Kat. 56-6). Die Fenster werden von einem roten Rasterfeld oder, je nach Betrachtungsweise, von aneinandergereihten Kreuzsymbolen überzogen. In den dadurch erzeugten quadratischen Feldern sind wellenartig verlaufende Muster zu nden. Die Fenster werden zudem von einem Ornamentrand umfasst. In den sieben kreisrunden Feldern der Rosette wird das Motiv der roten Rasterung fortgeführt, jedoch mit Fokus auf das Zentrum, in unterschiedlichsten Perspektiven dargestellt. Das Marienfenster (Kat. 56-7), welches sich im linken Nebenaltar be ndet, wird komplett von der thronenden Muttergottes mit dem Christusknaben auf dem Schoß eingenommen. Beide Figuren sind frontal dem Kirchenbesucher zugewandt. Die mit einem roten Gewand und blauen Umhang bzw. Schleier bekleidete Maria trägt als Kö- 438 AKSU: HANS HANSEN nigin des Himmels auf ihrem Kopf die Krone. Der herab iegende Geist in Form der Taube berührt mit seinem Schnabel den strahlenden (Sonnen-)Nimbus von Maria. Das in ein weißes Gewand gekleidete und aufrecht im Schoß stehende Jesuskind hat beide Arme zum Segensgestus erhoben. Ein Ornamentband aus dunkel- und hellblauen Farbfeldern mit abstrahierten Lilienmotiven umrahmt die Bilddszene von Mutter und Kind. Kat. 56-1 Kat. 56-2 Kat. 56-3 439 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 56-4 Kat. 56-5 Kat. 56-6 Kat. 56-7 440 AKSU: HANS HANSEN Kat. 57: St. Augustinus/Eppelborn-Wiesbach (Saar) 1952 Bezeichnung Pläne für Erweiterung Standort Valeriusstraße, 66571 Eppelborn-Wiesbach (Saar) Datierung 1952 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Augustinus/Wiesbach-Saar im Bistum Trier Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Wegen des starken Zuwachses an Gemeindemitgliedern nach dem Krieg war die Pfarrkirche zu klein geworden. Deshalb gab es Überlegungen des Kirchenvorstandes, die Kirche zu erweitern. Zu diesem Anlass fertigte Hansen Pläne für die Vergrößerung des Kirchengebäudes an. Doch wegen begrenzter Möglichkeiten an Umbauten verwarf man rasch den Gedanken und entschloss sich für einen kompletten Kirchenneubau, welcher aber nicht durch Hansen vorgenommen wurde. Keine Abbildungen bekannt! 441 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 58: St. Severin/Brühl-Schwadorf 1952–53 Bezeichnung Kirchenfenster und Reparaturmaßnahmen Standort Badorferstraße, 50321 Brühl Datierung 1952–53 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Severin/Brühl-Schwadorf im Erzbistum Köln Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Johann Schüchter (Kunstglasmalerei) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 171; GVA/AEK Brühl-Schwadorf; Peters, Baudenkmäler, S. 405; https://de.wikipedia.org/wiki/St._Severin_%28Schwadorf%29 (zuletzt eingesehen am 25.11.2015); 1952 erhielt die Arbeitsgemeinscha Hansen/Liebermann den Au rag, neue Kirchenfenster für die einschi ge neogotische Pfarrkirche St. Severin anzufertigen, da einige Fenster durch Kriegseinwirkungen zerstört worden waren. Insgesamt sind vier Fenster auf der Ostseite und die beiden Chorfenster von Hansen/Liebermann. Die gotischen Maßwerkfenster setzen sich alle aus zwei Nonnenköpfen und einem Vierpass zusammen. Die beiden Chorfenster haben rein ornamentale Teppichmuster mit den für Hansen bekannten Charakteristika (Kat.  58-1). Schma le rechteckige Streifen mit wechselnder Farbigkeit und halbkreisförmiger/oder viertelkreisförmiger Musterung sind an einan dergereiht und füllen die einzelnen Register. Ein größeres Ornament bildet das Zentrum jedes Glasfeldes, welches zwischen beiden Chorfenstern leicht variiert und an ein abstrahiertes Blütenmedaillon mit Kreuz erinnert. Ein grüner bzw. dunkelroter Rand umzieht alle Fenster. In den Vierpässen fast aller Fenster sind zudem Symbole der sieben Sakramente verewigt. Sie sind in der Symbolik und Machart identisch mit den bereits bei der Kirche St. Cäcilia in Benrath beschriebenen Sakramentszeichen, so dass eine erneute Beschreibung sich erübrigt. Eine weitere Besonderheit ist, dass auf fast allen Fenstern von Hansen/Liebermann zudem die Spender der Fenster vermerkt sind. Einzig das Fenster an der Orgelbühne weicht von dem Schema ab (Kat. 58-2). Auch der Vierpass beinhaltet kein Symbol der heiligen Sakramente, sondern es sind im Kontext der räumlichen Positionierung Musikinstrumente wie Laute, Trompete und Trom mel abgebildet. Ansonsten sind auch die beiden Nonnenköpfe mit ornamentalen Teppichmustern gestaltet, diesmal in der Variante mit schmalen rötlichen und breiteren gelblichen Rechteckfeldern und grauschwarzen Viertelkreisen, die zusammengesetzt an abgeschnittene Notenschlüssel erinnern. Der Rand setzt sich aus gewellten Streifen zusammen. Die drei Fenster auf der Ostseite im Laienraum haben neben den ornamentalen Teppichmustern auch gurale Abbildungen von Heiligen. Die gürlichen Darstellungen nehmen in der Länge in etwa zwei von insgesamt fünf Fensterregistern ein, so dass sie sich leicht versetzt über die drei unteren Register ziehen. Die Aufnahme von Heiligen in das Glasbild erfolgte auch mit der Absicht, die Harmonie des Gesamtbildes zu wahren, da die älteren Fenster auf der Westseite ebenfalls Heiligen guren aufweisen. Das linke Kirchenfenster (Kat. 58-3) zeigt im linken Abschnitt die Heilige Maria Goret- 442 AKSU: HANS HANSEN ti mit rotem Nimbus, blauem Kleid mit goldenen Streifen und weißem Umhang. Die Hände sind zur Abwehr erhoben, da sich eine Schlange, als Zeichen der Sünde, aus dem blumigen Grund ihr nähert. Die Namen der Heiligen werden, außer im letzten Kirchenfenster, im Glasbild mit aufgeführt. Das Teppichmuster, das sich unterhalb und oberhalb der Heiligen Maria Goretti be ndet, setzt sich diesmal aus welligen Rechteckfeldern mit Kreismustern zusammen. Die Umrahmung am Rand gleicht dem Chorfenster. Im rechten Glasfenster ist der Heilige Aloisius zu sehen, bekleidet als Edelmann, mit Schwert und Kreuz in den Händen. Das mittlere Maßwerkfenster (Kat. 58-4) zeigt links den Heiligen Laurentius mit wei- ßem Unterkleid und rotem Überwurf. Seine Attribute der Märtyrerpalme und des Rostes sind ihm in die Hände gelegt. Rechts davon ist der Heilige Severin in Bischofskleidung abgebildet. In seiner linken Hand hält er den Bischofsstab und in der rechten eine Miniatur der Kirche St. Severin. Die Ornamentik in diesem Kirchenfenster setzt sich aus kleinen quadratischen Feldern zusammen, in denen ineinander verschachtelte mehrfarbige geometrische Figuren zu erkennen sind. Das letzte Kirchenfenster (Kat. 58-5) zeigt links den Heiligen Christopherus, wie er mit dem Jesusknaben auf den Schultern und einem mit Eichenlaub bewachsenen Stab durch Wasser geht. Der mit einem roten Umhang und Lendenschurz bekleidete Christopherus hat sich dabei zum Jesusknaben gewandt, der, mit einem großen Nimbus umrahmt, die eine Hand zum Segensgestus erhoben hat. In der anderen Hand trägt der Jesusknabe eine Weltkugel in Anspielung auf die Last der Erde, die auf seinen Schultern ruht. Die Szene und Bedeutung des rechten Bilds hingegen sind nicht genau zu klären. Angeblich soll es sich um die Darstellung Walberbergs handeln, eines Stadtteils von Bornheim. Die Pfarrei Schwadorf war in früheren Zeiten mit Walberberg als Filialkirche vereinigt gewesen. Im Vordergrund des Bildes sitzt ein kleiner Zwerg mit dunkelblauem Mantel, roter Mütze und langem weißem Bart an einem Flussufer. Sein Blick folgt dem Licht, den er mit der brennenden Lampe in seiner rechten erhobenen Hand erzeugt. Im Hintergrund ist eine Landscha aus Feldern und Bäumen zu erkennen, die auch den Blick auf eine Stadt bzw. Klosteranlage freigibt. Der Himmel ist mit geometrisch-abstrakten Mustern, mehrheitlich aus den Grundfarben Blau und Rot, zusammengesetzt. 1953 wurden Hansen und Liebermann zudem mit Ausbesserungsarbeiten beau ragt. Unter anderem musste der Kirchturm neu unterfangen werden, da der Turm gravierende statische Mängel aufwies. 443 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 58-1 Kat. 58-2 Kat. 58-3 Kat. 58-4 Kat. 58-5 444 AKSU: HANS HANSEN Kat. 59: Rektoratskirche/Erftstadt-Blessem-Frauenthal 1953 Bezeichnung Planung für Kirchenneubau Standort unbekannt Datierung 1953 Auftraggeber Kirchenbauverein Erftstadt-Blessem-Frauenthal im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen Aus den Jahren 1953 sind Skizzen zu einem Neubau einer Rektoratskirche für den Stadtteil Blessem-Frauenthal bei Er stadt von Hansen erhalten, welche aber nicht nach diesen Plänen realisiert wurde. Grund für die Anfertigung der Entwürfe war, dass der 1953 gegründete Kirchenbauverein eine neue Kirche für seinen Stadtteil errichten wollte. Doch erst im Jahre 1961 erhielt die Gemeinde eine eigene Kirche. Auf dem Entwurf ist ein zeitgemäßer und für Hansen in jener Zeit typischer Kirchenentwurf mit basilikalem Schema und angeschlossenem Pfarrheim zu sehen (Kat.  59-1). Das Kirchengebäude sollte circa 30 Meter lang und 13 Meter breit werden. Die glatte und leicht gewölbte Giebelfassade hat als einziges Schmuckelement eine stehende Vollplastik, wahrscheinlich der Muttergottes. An der linken Seite wird der Giebel eckig eingezogen, hingegen an der rechten Seite als eine Art Querriegel abgeschleppt (Kat.  59-2), da sich in der Verlängerung ein seitlicher Eingang be ndet und der Treppenaufgang zur Orgelempore. In der Breite des Seiteneinganges steigt dann auch ein bis zur Dachtraufe des abgeschleppten Satteldaches heranreichendes Betonrasterfenster auf, das als natürliche Lichtquelle für das Treppenhaus gedacht war. Ein zeltähnlicher Windfang mit bekrönendem Kreuz umfasst den mittigen Haupteingang. Die Hochschi swand wird durch drei Strebebögen und vier breitere Segmentbogenfenster, ebenfalls mit Rasterung, unterteilt. Im darunter be ndlichen Seitenschi , welches bündig mit dem Querriegel der Kirchenfront abschließt, sind vier rechteckige Fenster angebracht. Eine Art Campanile in Form eines Leuchtturms be ndet sich am hinteren Ende zwischen rechtem Seitenschi und Chor. Der aus Abstufungen bestehende quadratische Kirchturm mit Sehschlitzen und Eingang reduziert sich stufenweise nach oben. Der oberste Abschnitt besteht im Gegensatz zu den glatt verputzen Mauer ächen der Unterkonstruktion aus einer Art Stahlrippenraster zu 2x4 Feldern auf jeder Seite, die mit Schalllamellen gefüllt sind. Ein großes Kreuz bekrönt den Turm. Die Turmuhren, die rundläu g in den obersten Feldern platziert sind, sind nicht auf allen Plänen zu sehen. Eine kleine Apsis, die fast komplett aus Rasterfenstern bestehen sollte, ist an das Sockelgeschoss des Turmes angegliedert, da sich hier laut Grundrissplan die Tau apelle be- nden sollte (Kat. 59-3). An die eingezogene und halbrunde Chorapsis ist der halbhohe und achgedeckte Pfarrsaal als Ver bin dungstrakt zwischen Kirche und Pfarrheim/ -haus angeschlossen (Kat. 59-4). Das Kirchen in nere wird von einem Tonnengewölbe gedeckt, in das Stichkappen für die Obergadenfenster eingeschnitten sind (Kat. 59-5). Die Seitenschi e gehen stützenlos in einem weichen Bogen in das Hauptschi über, so dass eigentlich ein Einheitsraum suggeriert wird, dem die basilikale Grundform zu Grunde liegt. An der Stirnseite des Laienraums sind zur Rechten eine Kanzel und zur Linken ein Nebenaltar errichtet. Auf dem um einige Stufen erhöhten Chorraum ist der Hochaltar um weitere Stufen erhöht. Es besteht somit eine gute Anbindung zwischen 445 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Chor- und Laienraum. Das Halbrund der Chorapsis sollte zudem durch neun kleinere Rundbogenfenster auf Höhe der Obergadenfenster belichtet werden. Kat. 59-1 Kat. 59-2 446 AKSU: HANS HANSEN Kat. 59-3 Kat. 59-4 Kat. 59-5 447 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 60: St. Marien/Saarbrücken-Rußhütte 1953–54 Bezeichnung Chormosaik Standort Fischbachstraße, 66113 Saarbrücken Datierung 1953–54 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Marien/Neunkirchen-Saar im Bistum Trier Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Villeroy und Boch (Mosaikherstellung); Firma Gebr. Deutsch (Mosaiksetzer) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Pfarrarchiv St. Marien; Paulinus, 01.05.1956; Saarländische Volkszeitung, 11.05.1954; http://www.st-marien-russhuette.de (zuletzt eingesehen am 27.11.2015); https://de.wikipedia.org/wiki/St._Marien_%28Ru%C3%9Fh%C3%BCtte%29 (zuletzt eingesehen am 27.11.2015) 1954 wurde das Chormosaik nach Entwürfen von Hansen für St. Marien fertiggestellt und be ndet sich auch noch heute in der Kirche. Im Halbrund der Chorapsis ist die Szene der Krönung Mariens durch Gottvater, Jesus und den Heiligen Geist, also durch die Heilige Dreifaltigkeit, auf einer Wolke zu sehen. Die Jungfrau Maria kniet betend vor Jesus und Gottvater, die sich hinter Maria gemeinsam einen ron teilen. In den Händen halten Gottvater und Sohn gemeinsam eine Krone, die sie gerade im Begri sind Maria aufs Haupt zu setzen und sie somit zu krönen. Unterhalb dieser Krönungsszene stehen wie an einem Ornamentband aufgereihte neun Engel. Zu den Füßen der Engel sind in ein verbindendes Band ver schiedene Medaillons mit Symbolen angebracht und in den Händen halten alle Engel die Leidenswerkzeuge bzw. Christusreliquien. Zwischen den Himmelsboten ist zudem in Goldschri das Preislied der Him melschö re zu lesen. Eine detaillierte Beschreibung zu dem Chormosaik und Abbildungen be nden sich im Kapitel „Mosaik- und Glasbild“. 448 AKSU: HANS HANSEN Kat. 61: St. Marien/Neunkirchen 1954 Bezeichnung Gestaltung des Kirchenvorplatzes mit Mariensäule Standort Hüttenbergstraße, 66538 Neunkirchen Datierung 1953–54 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Marien/Neunkirchen im Bistum Trier Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Hans Bogler (Bildhauer) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; PG St. Marien, Festschrift, S. 23 und S. 42; Pfarrarchiv St. Marien; https://de.wikipedia.org/wiki/St._Marien_%28Neunkirchen_%28Saar%29%29 (zuletzt eingesehen am 27.11.2015) Ergänzung Bereits 1953 wurde das Pfarrhaus nach Plänen von Hansen erbaut. 1954 wurde der Kirchenvorplatz von Hansen umgestaltet und zwar in der Form, dass er eine doppelte Treppenanlage schuf, in deren Mitte sich ein Rondell als Basis befand, auf der eine 4,40 Meter hohe Mariensäule errichtet wurde (Kat. 61-1). Nach den vorliegenden Unterlagen wurde die 2,13 Meter große Plastik von dem heimischen Neunkircherner Bildhauer Hans Bogler angefertigt. Die Mariensäule wurde wegen der erneuten Umgestaltung des Platzes im Jahre 1979 weiter zur Straße versetzt, wobei die Rondellbasis nicht übernommen wurde. Die Bronze gur zeigt Maria mit den Insignien ihrer Herrscha . Als Königin der Welt trägt sie eine Krone auf dem Kopf und hält mit der rechten Hand ein Zepter. Mit der linken Hand trägt die Kirchenpatronin den segnenden Jesusknaben, in dessen linker Hand sich ein Reichsapfel be ndet. Der polygonale Säulenscha , auf dem die Vollplastik aufsitzt, ist rundherum mit Mosaikarbeiten überzogen. Die einzelnen Felder sind versetzt mit Ornamenten oder marianischen Symbolen in Form von Lilien, Krone und Morgensternen. Auf einem mittigen Mosaikfeld ist folgende Inschri zu lesen: Unserer Königin ewig zu eigen 1954. In das oberste Feld, das sich zu einer Art abstrahierten Kapitells ausweitet, ist direkt unterhalb der Plastik kunstvoll das Marienmonogramm eingearbeitet. Das Rondell, auf der die Mariensäule mittig aufgestellt war, war ebenfalls ornamental mit Mosaiken verziert gewesen. Kat. 61-1 449 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 62: St. Martin/St. Wendel-Niederlinxweiler 1954 Bezeichnung Neuer Taufstein und neue Ambonen Standort St. Martin-Straße, 66606 St. Wendel Datierung 1954 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Martin/St. Wendel-Niederlinxweiler im Bistum Trier Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Hippchen (Steinmetzarbeiten); Firma Ste ens (Metallarbeiten); Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Pfarrarchiv St. Martin; KV St. Martin, S. 1; 1954 entwarf Hansen einen neuen Taufstein für die Pfarrkirche, der auch heute noch am Ambo an der Epistelseite aufgestellt ist (Kat. 62-1). Der aus rotem Vogesensandstein angefertigte runde Taufstein hat eine umlaufende Inschri , welche sich auf das Taufsakrament bezieht: Wiedergeboren aus Wasser/und heiligem Geist, wandelt/als Gottes Kinder/damit ihr das ewige Leben erlangt. Gelagert ist der Taufstein auf einem Kreuzfuß. Die beiden Ambonensockel mit schmiedeeiserner Brüstung sind ebenfalls nach Entwürfen Hansens angefertigt worden. Auf die Stirnseite der kunstvoll geschmiedeten Geländer sind christliche Symbole eingearbeitet. Auf der Evangelienseite sieht man einen Fisch mit den Alpha-/Omega-Buchstaben und auf der Epistelseite ein Kreuz. Das Gitternetz der Geländer ist zudem mit kleinen Zungen gestaltet, die an Lilienblüten erinnern. Kat. 62-1 450 AKSU: HANS HANSEN Kat. 63: Mariensäule/Friedrichsthal-Bildstock (Saar) 1954 Bezeichnung Wettbewerb für Mariensäule Standort Marktplatz/Illinger Straße in Friedrichsthal-Bildstock Datierung 1954 Auftraggeber Heimat-Ausschuss Friedrichsthal-Bildstock (Saar) im Bistum Trier Ausführende Künstler/ Handwerker Mathias Kempen (Bildhauer) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Aus einem Brief vom 12. Mai 1954 geht hervor, dass Hansen in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Mathias Kempen an einem Ideen-Wettbewerb zum Bau einer Mariensäule in Bildstock mit eingereichten Entwürfen teilgenommen hat. Schon im 12 Kilometer entfernten Neunkirchen hatte Hansen im gleichen Jahr eine Mariensäule für den Kirchenvorplatz entworfen. Die Pläne wurden wohl abgelehnt, da die Mariensäule durch den Saarbrücker Künstler Günther Maas angefertigt wurde. Keine Abbildung bekannt! 451 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 64: Herz-Jesu/Düsseldorf-Urdenbach 1954 Bezeichnung Pläne Standort Urdenbacher Allee, 40593 Düsseldorf Datierung 1954 Auftraggeber Pfarrgemeinde Herz-Jesu/Düsseldorf-Urdenbach im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 207; Im Findbuch von Hansen sind zwei Pläne für die Pfarrkirche in Düsseldorf-Urdenbach gelistet. Dazu gibt es keine weiteren Ausführungen. Weder im Pfarr- noch Bistumsarchiv gibt es weiterführende Informationen. Keine Abbildungen bekannt! 452 AKSU: HANS HANSEN Kat. 65: Kloster Maria Frieden/Dahlem 1954–61 Bezeichnung Klosterneubau Standort Abtei Maria Frieden, 53949 Dahlem Datierung 1954–61 Auftraggeber Trappistinnen-Orden Weitere Architekten Karl Friedrich Liebermann Ausführende Künstler/ Handwerker Jürgen Mols (Ingenieurbüro); Iven (Bauunternehmer) Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Hansen, Baubeschreibung; Gilles, Trappistinnen; Abtei Maria Frieden, Dahlem, S. 13  .; KirchenZeitung für das Bistum Aachen, 22.02.1959; http://www.mariafrieden-ocso. de/ (zuletzt eingesehen am 28.11.2015); Bereits 1949 hatte Hansen Pläne für eine komplette Klosteranlage für Berg bei Mechernich angefertigt, deren Realisierung aber nicht zustande kam. Auf diesem Anfangsplan basiert im Grunde dann die ab 1954 von den Trappistinnen in Au rag gegebene Klosteranlage. Da die Finanzen es nicht anders zuließen, wurde der Klosterbau sukzessive auf der Dahlemer Binz, einer Region der Nordeifel, auf dem Gelände einer ehemaligen NS-Ordensburg errichtet. Das Trappistinnen-Kloster be ndet sich auch noch heute fast unverändert an gleicher Stelle. Im ersten Bauabschnitt wurde ein zweigeschossiges Gästehaus mit diversen Räumlichkeiten und Satteldach errichtet. Dieser längliche Bau schiebt sich von südöstlicher Seite an die einige Jahre später erbaute Klosterkirche und ist mit der runden Chorapsis verbunden. Die Kopfseite des Gästehauses wurde im Heimatstil mit Fachwerk und Bruchstein gestaltet. Der Bau der Abteikirche mit angeschlossener Krankenabteilung erfolgte im zweiten Bauabschnitt. Grundsteinlegung war 1956 und Konsekration Ende 1958. Äußerlich erinnert das frühromanisch anmutende Gotteshaus an eine Basilika, da von Süden her ein niedriges Seitenschi mit Pultdach an das Hauptschi ansetzt. Zudem be nden sich im Obergaden elf Rundbogenfenster. Von Osten schließt sich an das Kirchenschi ein gedrückter Rundturm mit spitzem Kegeldach an, in dem der Chor integriert ist. Denn einzig die Kreisform des Chores ist prädestiniert, den Erfordernissen eines von mehreren Seiten zugänglichen Chores gerecht zu werden. Deshalb be ndet sich im vermeintlich südlichen Seitenschi ein Gang, der vom Kirchenschi selber isoliert ist und auf direktem Weg zur Gastkapelle führt, welcher sich zum Hauptchor aber ö net. Somit handelt es sich typologisch bei dem Gotteshaus um eine Saalkirche. Die westliche Giebelfassade des Kirchengebäudes wird durch dreigliedrige Arkadenfenster, einem wiederkehrenden Motiv Hansens, gestaltet. Über einen Vorraum gelangt man in das Kircheninnere, das mit einer achen Holzdecke gedeckt und weiß verputzt ist. Eine Empore, die sich über dem Vorraum be ndet, kann nur vom ersten Stock der Klausur aus betreten werden. Zum Presbyterium verjüngt sich das Kirchenschi durch Schrägstellung der Wände, da an dieser Stelle der Längs- in den Rundbau übergeht und gleichzeitig die Konzentration auf den Altar gesteigert wird. Darüber hinaus wird damit der Einblick in den als Altarinsel konzipierten Chorraum minimiert, so dass die südliche Ö nung zur Gastkapelle 453 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE durch die schräggestellten Wände den Klosterbewohnern verborgen bleibt. Im dritten Bauabschnitt, der von 1959 bis 1961 erfolgte, wurden eineinhalb Flügel des Quadrums und ein Refektoriumsanbau fertiggestellt. Im vierten Bauabschnitt im Jahre 1967 wurde dann der nördliche Flügel der Klosteranlage zu Ende gebaut. Die zweieinhalbgeschossigen Flügelanbauten sind mit Satteldächern gedeckt und die Außenfassade, wie der Rest der Klosteranlage, weiß geschlämmt. Der Innenhof des Klosters wird an drei Seiten durch einen geschlossenen Kreuzgang bestimmt. Der östliche Flügel wurde nicht mehr fertiggestellt, so dass der unvollendete Kreuzgang nur noch Symbolcharakter hat, da er in seiner für das monastische Leben bedeutsamen Funktion nur vollendet seine theologische Bestimmung erfüllt. Eine detaillierte Beschreibung und Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakralarchitektur“. 454 AKSU: HANS HANSEN Kat. 66: St. Gervasius und Protasius/Bornheim-Sechtem 1956 Bezeichnung Geplante Verbesserungs- und Renovierungsarbeiten; Erneuerung der Decke Standort Straßburgerstraße, 53332 Bornheim Datierung 1956 Auftraggeber Pfarrgemeinde St. Gervasius und Protasius/Bornheim-Sechtem im Erzbistum Köln Ausführende Künstler/ Handwerker Firma Emil Aukamm (Lampenfabrik); Firma Stephan Wieland (Maler- und Anstreicherarbeiten); Firma Karl Baron (Elektrik); Firma Heinrich Bertram (Zimmermeister); Firma Heinrich Cremer (Zimmermeister); Firma Christian Breuer (Putzarbeiten); Jürgen Mols (Ingenieurbüro); Breuer (Maurermeister); Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Handbuch Köln, S. 102; Kisky, Sechtem, S. 62–70; Vorzepf, Dorfchronik, S. 50  .; 1956 sollte Hansen in der Pfarrkirche von Sechtem Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten durchführen. Die baulichen Mängel rührten teils noch vom Zweiten Weltkrieg her. Während der Vorbereitungen stellte sich heraus, dass das Holzwerk der Decke und des Kirchturms massiv von Hausbock befallen war und das Ungeziefer schon gravierende Schäden verursacht hatte, so dass neben der geplanten Erneuerung der Beleuchtungsanlage, einem helleren Anstrich und der Reinigung der Kirchenfenster zusätzlich auch die Holzdecke erneuert werden musste. Doch wegen des bestehenden Denkmalschutzes der Kirche schaltete sich die Rheinische Denkmalp ege in das Bauvorhaben ein. Die Genehmigung der von Hansen eingereichten und durch das Generalvikariat bewilligten Pläne wurde zurückgezogen. Man einigte sich darauf, dass die Bauleitung von Hansen sich nur noch auf die Neukonstruktion der Decke beschränkte, während die Instandsetzung der Inneneinrichtung unter die Kontrolle der Denkmalp ege gestellt wurde. Die von Hansen wiederhergestellte Decke (Kat. 66-1) besteht aus dunkeln Längs- und Querbalken, die mit quadratischen Variantex-Platten unterkleidet wurden. Selbige Decke be ndet sich auch noch heute in der Kirche. Kat. 66-1 455 WERKVERZEICHNIS DER SAKRALEN BAUTEN UND LITURGISCHEN GERÄTE Kat. 67: Kapelle St. Anna/Köln-Riehl 1957–58 Bezeichnung Kapellneubau Standort Boltensternstraße, 50735 Köln Datierung 1957–58 Auftraggeber Riehler Heimstätten im Erzbistum Köln Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; Archiv der Sozial-Betriebe-Köln; Neue Ruhr Zeitung, 28.05.1959; Kölner Stadt- Rundschau, 28.05.1959; In den Jahren 1957/58 baute Hansen für die Riehler Heimstätten eine moderne Kapelle, die für die katholischen Heimbewohner gedacht war. Der Sakralbau ähnelt im Grundriss dem Neusser Kapellbau, denn auch der Riehler Bau geht übergangslos in ein Chorhalbrund über und wird nur von südwestlicher Seite um ein schmales Nebenschi ergänzt. Die nordwestliche Ecke des Kir chenbaus ist um einen Vorsprung bis zum ersten Joch erweitert. Von Südosten her ist ein längsrechteckiger Anbau an die Apsis angefügt, wo die Sakristei und ein Versammlungsraum untergebracht sind. Die Giebelseite des Eingangsbereiches wird durch die Gestaltung der Portalzone hervorgehoben, da diese in ein Parabelbogenfenster aus Betonmaßwerk integriert ist. Rechts vom Haupt eingang be ndet sich ein Nebeneingang, der durch den Vorraum ins Seitenschi führt. Die nordöstliche Kirchenwand wird fast in ihrer gesamten Fläche von vier längsrechteckigen Betonmaßwerkfenstern aufgebrochen und nur durch vier sich verjüngende Strebepfeiler in Joche unterteilt. Das eigentliche Satteldach des Kirchengebäudes verwandelt sich am Anbau des Pfarrsaals zu einem tief heruntergezogenen Zeltdach. In die giebelseitige Kopfwand des Saals ist ebenfalls ein Rautenfenster eingesetzt. Als Lichtquelle für die Apsis dient u. a. ein rautenförmiges Fenster, das sich in der achen Giebel äche unterhalb des halbierten Kegeldaches be ndet. Somit ist das Chorfenster im Inneren der Kirche für den Besucher nicht sichtbar, sondern wird nur als indirekte Lichtquelle wahrgenommen. In einer leicht abgewandelten Variante hat Hansen von südwestlicher Seite wieder einen offenen Glockenturm mit spitzem Abschluss und Bruchsteinverkleidung quer der Apsis seitlich angefügt. Im Gegensatz zu der nord- östlichen Längswand sind auf dieser Kirchenseite keine Fenster angebracht. Lediglich drei verjüngende Strebepfeiler gliedern zusammen mit dem Glockenturm die Au- ßenwand in vier Joche, bevor der zweigeschossige Erweiterungsanbau ansetzt. Ins Innere der Kirche gelangt der Eintretende über einen geschlossenen Vorraum, über dem sich die Empore mit seitlicher Orgel be ndet. Der einschi ge Kirchenraum ist mit einem Segmentbogen gewölbt, welcher mit schmalen Holzpanelen ausgekleidet ist. Das einzige Nebenschi wird durch eine Brüstung vom Hauptschi sondiert. Zum Altar hin schließt der Pfeilerfuß des Turms die Reihung des Nebenschi s ab. Die an beiden Enden des Seitenschi es be ndlichen stufenlosen Eingänge ermöglichen p egebedür igen und kranken Menschen die Teilnahme am Gottesdienst. Dazu dient auch das abfallende Bodenniveau des Hauptrau mes zum Chor hin, welches eine bessere Sicht zum Altar aus allen Positionen garantiert. Eine detaillierte Beschreibung und Abbildungen be nden sich im Kapitel „Sakrale Architektur“. 456 AKSU: HANS HANSEN Kat. 68: Freialtar/Erftstadt-Gymnich ohne Datum Bezeichnung Entwurf für einen Freialtar Standort Gymnich Datierung unbekannt Auftraggeber unbekannt Literatur Findbuch HAStK/Hans Hansen; https://de.wikipedia.org/wiki/Gymnicher_Ritt (zuletzt eingesehen am 01.12.2015); Alljährlich zu Christi Himmelfahrt wird in Gymnich bei Er stadt der Gymnicher Ritt, eine Reiter- und Fußprozession, zelebriert. Wahrscheinlich zu diesem Anlass hatte Hansen die im Findbuch aufgelisteten Pläne für einen Freialtar angefertigt, an dem dann unter freiem Himmel eine Messe abgehalten werden konnte. Ob dieser dann wirklich zur Ausführung kam, kann nicht mehr ermittelt werden. Die Altäre wurden im Laufe der Zeit mehrfach abgerissen und erneuert. Keine Abbildung bekannt!

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References

Zusammenfassung

Der aus der Eifler Region stammende und seit seiner Jugend in Köln sesshafte Künstlerarchitekt Hans Hansen (1889–1966) ist eine ungewöhnliche und interessante Figur, die geradezu paradigmatisch sichtbar macht, wie sehr der Mythos einer Avantgarde ohne Voraussetzungen und Vernetzungen ihres inner circle an der Realität und ihren Praktiken vorbeigeht. So pflegte Hansen, der sich recht universalistisch auf den Feldern der Architektur, Kunsttheorie, Malerei, Grafik und des Kunst­gewerbes betätigte, nicht nur engste Kontakte zu solch divergierenden Kunstszenen wie der linksradikalen Kölner Avantgarde (DADA Köln, Kölner Progressive) und dem Institut für religiöse Kunst. Auch war er eines der korrespondierenden Mitglieder der von Bruno Taut ins Leben gerufenen und unter dem Namen Gläserne Kette berühmt gewordenen avantgardistischen Vereinigung, die heutzutage zu den wichtigsten Repräsentanten architektonischer Utopie nach dem Ersten Weltkrieg gezählt wird. Neben einer Biographie des Künstlers geht der vorliegende Band ausführlich auf Hansens Werk in Architektur, Glasbild, Malerei und Schrift ein. Ergänzt durch einen Werkkatalog und illustriert mit insgesamt 265 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen bietet Aksus Werk einen einmaligen Überblick über das Schaffen des Künstlerarchitekten Hans Hansen.