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Ruth van Nahl

Jugendkrimis im 21. Jahrhundert, page 1 - 12

Eine Typologie

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-4274-8, ISBN online: 978-3-8288-7209-7, https://doi.org/10.5771/9783828872097-1

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Ruth van Nahl Jugendkrimis im 21. Jahrhundert Ruth van Nahl Jugendkrimis im 21. Jahrhundert Eine Typologie Tectum Verlag Ruth van Nahl Jugendkrimis im 21. Jahrhundert. Eine Typologie © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2019 Zugl. Diss. Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 2017 E-Book: 978-3-8288-7209-7 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4274-8 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlagabbildung: unsplash. com, Finding you © Ramdan Authentic und HD Photo © Darkness Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Inhaltsverzeichnis Vorwort 11 Erläuterungen zu der vorliegenden Arbeit 13 Die Zielsetzung 13 Der Aufbau der Arbeit 15 Die Textauswahl 16 Gegenstandsbestimmungen, Terminologie und Theorien 17 Kriminalliteratur als Teil der Kinder- und Jugendliteratur 19 1 Kinder- und Jugendliteratur 21 1.1 Unterschiedliche Definitionsansätze 21 1.2 Trennung zwischen Kinderliteratur und Jugendliteratur? 22 1.3 Pädagogisch-didaktische Werte versus Unterhaltung 25 2 Kriminalliteratur 29 2.1 Was ist überhaupt ein Krimi? 29 2.2 Warum wählt man Krimis als Forschungsstoff? 30 2.3 Entstehungsgeschichte des Krimis 38 2.4 Besonderheiten zu Kinder- und Jugendkrimis 45 2.4.1 Ein kurzer historischer Abriss 45 2.4.2 Die Bewertung des Genres in den letzten 50 Jahren 48 2.4.3 Hauptsache Mord – Die Art des Verbrechens 53 2.4.4 Ist der Krimi eine „Männerdomäne“? 56 3 Narratologische Aspekte 59 3.1 Wer erzählt? 59 3.2 Sympathielenkung und Informationsvergabe 64 3.3 Die Figuren 66 3.4 Spannungsaufbau 69 3.5 Intertextualität 70 Textanalytischer Teil 73 Vorbemerkung 75 1 Detektivromane 83 1.1 Der schablonenhafte Jugendkrimi 83 1.1.1 „Wie leichtgläubig man doch war“ – Ulrike Rylance, Todesblüten 84 1.1.1.1 Die Figuren 84 1.1.1.1.1 Die typische Gelegenheitsdetektivin – Clara 85 1.1.1.1.2 Die üblichen Verdächtigen 86 1.1.1.1.3 Der attraktive Täter – Leon 87 1.1.1.1.4 Das Opfer – „Izzy“ 89 1.1.1.2 Spannungsaufbau 89 1.1.1.3 Zusammenfassung 90 1.1.2 Holmes Jr., Specklock und Co.: Detektive in der Tradition von Sherlock Holmes 91 1.1.3 „A new sort of London detective“ – Shane Peacock, The Boy Sherlock Holmes 96 1.1.3.1 Narratologisches 97 1.1.3.2 Die Figuren 98 1.1.3.2.1 Sherlock 98 1.1.3.2.2 „The young Napoleon of crime“ – Malefactor 105 1.1.3.2.3 Sigerson Bell – Der Chemiker, Kampfkünstler und Freund 106 1.1.3.2.4 „The love of his life“ – Irene Doyle 106 1.1.3.2.5 Lestrade Senior und Junior – Die Darstellung der Polizei 107 1.1.3.2.6 Die Täter, ihre Motive und Verbrechen 108 1.1.3.3 Intertextualität 110 1.1.3.4 Zusammenfassung 112 1.1.4 „The World’s Only Consulting Perditorian“ – Nancy Springers Enola Holmes 113 1.1.4.1 Narratologisches 113 1.1.4.2 Die Figuren 116 1.1.4.2.1 „You are fated to be alone all your life“ – Enola Holmes 116 1.1.4.2.2 „The two best thinkers in England“ – Sherlock und Mycroft Holmes 118 1.1.4.2.3 Die Täter und ihre Motive 121 1.1.4.2.4 „A woman of character“ – Geschlechterrollen 123 1.1.4.3 Zusammenfassung 126 1.1.5 Detektivromane – Zusammenfassende Ergebnisse 127 2 Agententhriller 129 2.1 „It’s a dumb idea. I don’t want to be a spy“ – Anthony Horowitz’ Alex Rider 134 2.1.1 Narratologisches 135 2.1.2 Die Figuren 137 2.1.2.1 „A spy who dreams of being a schoolboy“ – Alex Rider 137 2.1.2.2 Die Darstellung der Erwachsenen 140 2.1.2.3 Die Schurken – Alex’ Gegenspieler, ihre Motive und Verbrechen 141 2.1.3 Der Handlungsverlauf 149 2.1.4 MI6 – Die Darstellung des Geheimdienstes 151 2.1.5 „It wouldn’t be any fun without gadgets“ – Ausrüstung 152 2.1.6 „It wasn’t Coke. It wasn’t even Pepsi“ – Der Fleming-Effekt 153 2.1.7 Zusammenfassung 155 2.2 „Death will walk by your side through your life“ – Charlie Higsons Young Bond 156 2.2.1 Narratologisches 157 2.2.2 „I try and get as much violence in as I can“ – Gewaltdarstellung 158 2.2.3 Die Figuren 159 2.2.3.1 „My name is Bond, James Bond.“ 160 2.2.3.2 „I was what you might call a spy“ – Uncle Max 161 2.2.3.3 Michael Merriot und der SIS 162 2.2.3.4 Die Schurken, ihre Verbrechen und Motive 163 2.2.3.5 „You will break many girls’ hearts“ – Bond-Girls 166 2.2.4 Der Handlungsverlauf 168 2.2.5 „They’re sort of spies, aren’t they?“ SIS – Die Darstellung des Geheimdienstes 169 2.2.6 Zusammenfassung 170 2.3 „It made me feel important“ – Andy McNabs Boy Soldier 171 2.3.1 Narratologisches 171 2.3.2 Die Figuren 173 2.3.2.1 „He felt part of it“ – Danny Watts 174 2.3.2.2 „He was a loner“ – Fergus Watts 174 2.3.2.3 „confident, clever and sharp“ – Elena Omolodon 175 2.3.2.4 Die Schurken, ihre Verbrechen und Motive 176 2.3.3 Der Handlungsverlauf 178 2.3.4 „The Firm“ – Die Darstellung des Geheimdienstes 179 2.3.5 Zusammenfassung 179 2.4 „Sherlock hated unsolved puzzles“ – Andrew Lanes Young Sherlock Holmes 180 2.4.1 Narratologisches 182 2.4.2 Die Figuren 183 2.4.2.1 Sherlock 184 2.4.2.2 Hilfreiche Tutoren 186 2.4.2.3 Die Täter, ihre Motive und Verbrechen 187 2.4.3 Der Handlungsverlauf 191 2.4.4 „The British Government“ – Die Darstellung des Geheimdienstes 192 2.4.5 Intertextualität 194 2.4.6 Zusammenfassung 195 2.5 Agententhriller: Zusammenfassende Ergebnisse 196 2.5.1 Die Ermittler 196 2.5.2 Die Verbrecherfiguren 197 2.5.3 Der typische Handlungsverlauf 198 2.5.4 Die Darstellung des Geheimdienstes 198 3 Psychologische Jugendkrimis - Ermittlerfokussiert 201 3.1 „Jag har tänkt att bli polis“ – Ritta Jacobssons Afrodite 202 3.1.1 Narratologisches 202 3.1.2 Die Figuren 203 3.1.2.1 Die angehende Polizistin – Afrodite „Ditte“ Andersson 204 3.1.2.2 Die Täter und ihre Motive 206 3.1.3 Die Verbrechen 210 3.1.4 Die Geschlechterrollen 214 3.1.5 Zusammenfassung 215 3.2 „Nichts bleibt verborgen“ – Knut Krügers Tatort Oslo 216 3.2.1 Narratologisches 216 3.2.2 Die Verbrechen 217 3.2.3 Die Figuren 218 3.2.3.1 „Hauptkommissar in Spe“ – Alexander 218 3.2.3.2 Franziska 219 3.2.3.3 (Haupt-)Kommissar Ohlsen und weitere Polizisten 219 3.2.3.4 Die Täter und ihre Motive 220 3.2.3.5 Die Verdächtigen 222 3.2.4 Zusammenfassung 223 4 Psychologische Jugendkrimis – Täterfokussiert 225 4.1 „I don’t feel guilty about what we’ve done“ – Gordon Reece, Mice 228 4.1.1 Narratologisches 228 4.1.2 Die Figuren 229 4.1.2.1 Shelley und Elizabeth – Opfer oder Täterinnen? 229 4.1.2.2 „thin weasle face“ und „overgrown schoolboy“ – Hannigan und Craddock 231 4.1.3 Die Frage der Schuld 232 4.1.4 Intertextualität 233 4.1.5 Zusammenfassung 235 4.2 „Helping my friend fake her own kidnapping“ – Eireann Corrigan, Accomplice 236 4.2.1 Narratologisches 236 4.2.2 Die Figuren 237 4.2.2.1 Die reumütige Komplizin – Finn 237 4.2.2.2 Die berechnende Schönheit – Chloe 238 4.2.2.3 Der unschuldige Täter – Dean 239 4.2.3 Das Motiv 239 4.2.4 Gibt es ein Verbrechen? 240 4.2.5 Ende gut, alles gut? 240 4.2.6 Zusammenfassung 241 4.3 „Einer hier wird sterben, das steht fest“ – Olaf Büttner, Die letzte Party 241 4.3.1 Narratologisches 242 4.3.2 Die Figuren 242 4.3.2.1 „Ich geb mir die Kugel“ – Lukas 243 4.3.2.2 „Ich kenn ihn zu lange“ – David 245 4.3.3 Die Motive 246 4.3.4 Die Frage der Schuld 246 4.3.5 Intertextualität 248 4.3.6 Zusammenfassung 249 5 Der hybride Jugendkrimi 251 5.1 Krimi Plus: Science Fiction Krimis 252 5.2 „My friends and I have special powers“ – Kathy Reichs’ Virals 254 5.2.1 Narratologisches 254 5.2.2 Die Figuren 256 5.2.2.1 Die Ermittlergruppe – Ein bewährtes Muster 256 5.2.2.2 Die Täter und Verdächtigen, ihre Motive und Taten 259 5.2.2.3 Die Polizei – Dein Freund und Helfer? 263 5.2.3 „How many felonies are we up to now?“ – Die kriminelle Seite der Virals 264 5.2.4 Moderne Technik bei der Verbrechensaufklärung 265 5.2.5 Hybrides – ein Hauch von Science Fiction 266 5.2.6 Zusammenfassung 269 5.3 Krimi Plus: Historische Krimis 270 5.4 „Nicht jeder ist ein Verbrecher“ – Günter Bentele, Schwarzer Valentinstag 273 5.4.1 Narratologisches 273 5.4.2 Die Figuren 274 5.4.2.1 Der betrogene Kaufmannssohn – Christoph 274 5.4.2.2 Der hilfreiche Spaßmacher – Philo 275 5.4.2.3 Die neue Familie – Löb 276 5.4.2.4 Die Täter und ihre Motive 276 5.4.3 Fünfundsiebzig, Fünfzehn, Zehn – Die Beweise und die Suche nach dem Motiv 278 5.4.4 Die Folter und ihre Bedeutung in Prozessen 279 5.4.5 Hybrides 279 5.4.6 Zusammenfassung 282 6 Zusammenfassende Ergebnisse 283 Anhang 293 Abkürzungsverzeichnis der Sherlock Holmes Geschichten 293 Geschlecht der Hauptfigur und Art des Verbrechens in ausgewählten Jugendkrimis 294 Literaturverzeichnis 299 11 Vorwort Die vorliegende Arbeit wurde von der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Herbst 2016 als Dissertation unter dem gleichen Titel angenommen. Für die gedruckte Fassung wurden einzelne Teile umstrukturiert und überarbeitet. Während meines Magisterstudiums der Literaturwissenschaft im Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie sowie im Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde mein Interesse an komparatistischen Fragestellungen und disziplinübergreifenden Theorien mehr und mehr geweckt. Dies wurde verstärkt durch einen Schwerpunkt meines germanistischen Studiums in der Abteilung für Skandinavische Sprachen und Literaturen. Letzteres führte zu einem Studium an der Universität Uppsala, Schweden, wo ich auch begann, mich unter neuen wissenschaftlichen Gesichtspunkten verstärkt für skandinavische, vornehmlich schwedische Kriminalliteratur und ihre gesellschaftspolitischen Hintergründe zu interessieren. Wieder in Deutschland, rückten Krimis zunehmend in den Fokus meiner Aufmerksamkeit, diesmal aber – bewusst kontrastierend – aus dem englischsprachigen Bereich; bald wurden sie grundlegender Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Arbeit. Aus anfänglich beobachteten landesspezifischen Unterschieden in der Gestaltung der Romane entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Muster an wiederkehrenden Elementen, die die Einteilung in feiner gefasste Subgenres und damit eine Typologisierung des Genres ermöglichen. Mein Dank gilt zuerst meinen Eltern, Dr. Astrid und Dr. Rudolf van Nahl, für die langjährige Unterstützung, Motivation und den festen Glauben, dass ich mit meiner Forschung und in meinem Leben den richtigen Weg gehe. Danken möchte ich auch Herrn Prof. Dr. Uwe Baumann, der mein Doktorvater wurde und mich in meiner Forschungsansicht zum Kriminalroman unterstützte, während von anderen Seiten Vorwürfe zur Trivialität des Genres kamen. Er förderte meine Arbeit und gab mir die Möglichkeit, eigene Ansätze zu entwickeln und Bekanntes in Frage zu stellen. Ein Dank gilt auch der Zweitgutachterin meiner Arbeit, Frau Prof. Dr. Marion Gymnich, und meinem langjährigen Chef, Herrn 12 Prof. Dr. Rainer Kolk, der ein sehr angenehmes Arbeitsklima schuf und mir stets genügend Freiraum ließ, um mich auf meine Forschung zu konzentrieren. Nicht zuletzt gilt mein Dank dem Verlag für die Aufnahme in sein Programm und dort besonders Frau Eleonore Asmuth für die technische Unterstützung und ihre Geduld auf dem Weg zur Druckfassung. Ich hoffe, dass die Publikation dieser Arbeit die Forschung um sowohl den Kriminalroman als auch die Kinder- und Jugendliteratur bereichern und zu neuen Ansichten bezüglich der Kombination beider Literaturzweige und zukünftigen Forschungsbeiträgen führen kann. Bonn, im Dezember 2018 Ruth van Nahl

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Zusammenfassung

Kennst du einen, kennst du alle? Für moderne Jugendkrimis gilt das schon lange nicht mehr. Das Genre hat sich in den letzten Jahrzehnten und speziell nach der Jahrtausendwende weiterentwickelt und zählt heute zu den meistgelesenen Genres der Jugendliteratur. Ein guter Grund für diese Popularität ist schnell gefunden: Im Laufe der Jahre haben sich unterschiedliche Krimiarten entwickelt, die im 21. Jahrhundert als eigene Subgenres eingestuft werden können und eine Vielzahl von unterschiedlichen Leserinteressen abdecken.

Ausgehend von den drei Hauptfiguren eines Krimis (Täter, Opfer und Ermittler) werden hier über 50 Primärtexte vorgestellt und klassifiziert. Dabei zeigt sich, wie die Kombination aus Kriminalroman und Jugendbuch traditionelle Grenzen zwischen Genres verschwimmen lässt und neue Wege beschreitet. Klassische Elemente werden mit modernen Formen kombiniert und eröffnen neue Möglichkeiten, sowohl im stilistisch-sprachlichen Bereich als auch bei der Rezeption durch den Leser.