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Dirk Lau

Wahlkämpfe der Weimarer Republik, page 1 - 10

Propaganda und Programme der politischen Parteien bei den Wahlen zum Deutschen Reichstag von 1924 bis 1930

3. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4203-8, ISBN online: 978-3-8288-7193-9, https://doi.org/10.5771/9783828871939-1

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Dirk Lau Wahlkämpfe der Weimarer Republik Dirk Lau Wahlkämpfe der Weimarer Republik Propaganda und Programme der politischen Parteien bei den Wahlen zum Deutschen Reichstag von 1924 bis 1930 Tectum Verlag Dirk Lau Wahlkämpfe der Weimarer Republik. Propaganda und Programme der politischen Parteien bei den Wahlen zum Deutschen Reichstag von 1924 bis 1930 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 Zugl. Diss. Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1995 E-Book: 978-3-8288-7193-9 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4203-8 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlagabbildungen: Plakat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) zu den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung 1919; Bundesarchiv Bild 102-00394, Berlin, Wahlpropaganda zur Reichstagswahl (Mai 1924); Bundesarchiv Bild 102-00888, Berlin, Wahlwerbung für KPD (Dezember 1924); Wahlplakat der SPD (1928); Bundesarchiv Bild 102-10313, Reichstagswahl, Propagandawagen des Zentrums (August 1930); Bundesarchiv Bild 102-03497A, Berlin, Propaganda zur Reichstagswahl (Juli 1932); Bundesarchiv B 145 Bild- P046291, Berlin, Reichstagswahl, Wahlzettel (1932) Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. 5 Vorbemerkung Sie waren eine dramatische und faszinierende Epoche – die 14 Jahre der deutschen Republik, deren Gründung in Weimar sich 2019 zum 100. Mal jährt. Was am 9. November 1918 als Aufbruch in die Demokratie und zu mehr politischer Mitbestimmung des Volkes begann, endete am 30. Januar 1933 in faschistischer Diktatur und nationalsozialistischem Terror. Zeitgenossen beschrieben den Weg dorthin – noch ganz im Banne der »Urkatastrophe« Erster Weltkrieg – als eine Abfolge unentwegter »Wahlschlachten«, als »Krieg der Parteien« um Meinungen und Macht auf einem politischen »Kriegsschauplatz«. Die politischen Wahlen auf Gemeinde-, Länder- und Reichsebene wurden nach 1919 begleitet von Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags und Volkentscheiden wie jenen für die Fürstenenteignung 1926 oder gegen den Young-Plan 1929. Alle diese Wahlbewegungen elektrisierten die Menschen und die öffentliche Diskussion in einem Maße, das vor 1914 unbekannt war, als der politische Wettstreit trotz aller Demokratisierungstendenzen noch unter dem »obrigkeitsstaatlichen Deckel« gehalten wurde. Die Wahlkämpfe der politischen Parteien vor den vier Weimarer Reichstagswahlen am 4. Mai 1924, am 7. Dezember 1924, am 20. Mai 1928 und am 14. September 1930, deren Themen, Ablauf, Akteure und Folgen die vorliegende Arbeit untersucht, spiegeln die Phase der »relativen Stabilisierung« der Weimarer Republik wider. Mehr als die Wahlkämpfe zur Wahl der Nationalversammlung am 19. Januar 1919 und zum ersten Reichstag am 6. Juni 1920 oder die Wahlen zum Reichstag am 31. Juli 1932 sowie am 6. November 1932 und die – bereits unter antidemokratischen, faschistischen Bedingungen abgehaltene – Wahl am 5. März 1933 können sie Aufschluss geben, wenn die politische Kultur der Weimarer Republik anhand von reichsweiten Wahlbewegungen untersucht werden soll. Bei der vorliegenden Darstellung der vier Reichstagswahlkämpfe von 1924 bis 1930 handelt es sich um den Nachdruck meiner Arbeit, mit der ich 1995 von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Dr. phil promoviert wurde. Der Text wurde für diese dritte Auflage inhaltlich nicht überarbeitet, sondern nur dem geänderten Druckformat angepasst. Die Anregung, mich mit parteipolitischer Propaganda anlässlich von Reichstagswahlen der Weimarer Republik zu befassen, erhielt ich Ende der 1980er-Jahre in den Lehrveranstaltungen von Professor Peter Bucher, Archivdirektor am Bundesarchiv Koblenz, an der Johannes Gutenberg- Universität Mainz. Nach dem unerwarteten Tod von Professor Bucher im August 1991 übernahm Professor Winfried Baumgart, Mainz, die Betreuung der vorliegenden Arbeit und unterstützte ihr Entstehen stets mit Rat und Tat, wofür ich ihm zu Dank verpflichtet bin. Danken möchte ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der von mir besuchten Archive und Bibliotheken dafür, dass sie mir Zugang zu den Archivalien und Beständen gewährten. Für seine freundliche Bereitschaft, mir über seine Tätigkeit als technischer Wahlkampleiter der Weimarer Sozialdemokratie Auskunft zu geben, gebührt Fritz Heine (1904–2002) besonderer Dank. Hamburg, Ende 2018 Dirk Lau 7 Inhaltsverzeichnis Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Kapitel 1: Historische Wahlkampfforschung und Weimarer Re pu blik . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Kapitel 2: Politische Kultur, Parteien und Wahlkämpfe im Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1914 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .33 Kapitel 3: Zur politischen Kultur der Weimarer Re pu blik: Parteien, Programme und Koalitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 Geborene Oppositions- und klassische Staatspartei – Die Weimarer Sozialdemokraten . . . . . . . 55 „Nationale Opposition“ – Die Deutschnationalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 „Auf dem Boden der gegebenen Tatsachen“ – Die katholischen Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Revolutionäre Partei „im Wartestand“ – Das Dilemma der Weimarer Kommunisten . . . . . . . . . . 70 „Von roten Ketten macht euch frei, allein die Deutsche Volkspartei“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Zwischen Reaktion und Revolution – Die Deutsche Demokratische Partei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 Das Versprechen einer radikalen Systemalternative – Die Nationalsozialisten . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Erster Teil: Der Aufmarsch der Parteien zur Wahlschlacht . . . . . . . . . 85 Kapitel 4: Organisation und Ablauf der Reichstagswahlkämpfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 Der Wahlkampf zur Nationalversammlung im Winter 1918/19 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99 Der Reichstagswahlkampf vom Frühjahr 1920 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 Die Wahlbewegung vom Frühjahr 1924 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 Die Wahlbewegung vom Herbst 1924 und die Reichspräsidentenwahlkampf vom Frühjahr 1925 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129 Die Wahlbewegung vom Frühjahr 1928 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .143 Die Wahlbewegung vom Sommer 1930 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .173 8 Dirk Lau: WahLkämpfe Der Weimarer repubLik Kapitel 5: Der Wahlkampfstil der Weimarer Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .179 Versuche der Modernisierung liberaler Parteistrukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186 Zur Wahlkampfführung von DVP und DNVP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196 „Der Stimmzettel ist eure Macht“ – Weimarer Sozialdemokraten im Wahlkampf . . . . . . . . . . . . 210 „Wahlkampf ist Klassenkampf“ – Die Kommunisten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .221 Für einen „sachlichen Kampf der Geister“ – Zur Wahlkampfführung des Zen trums . . . . . . . . . . 232 Zur Frage der Modernität der NSDAP-Propagandatechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240 „Der Krieg muss den Krieg ernähren“ – Die Wahlwerbekosten der Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . 246 „An den Einen … Und an Alle!“ – Zur sozialen Argumentation der Wahlpropaganda . . . . . . . . 260 Kapitel 6: „Waffen für den Wahlkampf“: Die Propagandamittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .275 Der „Kampf um die Straße“: Versammlungen, De mons tra ti o nen und Revuen . . . . . . . . . . . . . . . 283 Zeitungen, Plakate und Flugblätter im Zeichen der Bildpropaganda . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295 Flugzeuge, Kraftfahrwagen und Fahrräder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .317 Vom Grammophon zum Rundfunk: Die „Lautsprecher“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323 Die neue „Großmacht Film“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 330 Symbol- und sonstige Wahlpropaganda . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 342 Zusammenfassung: Technisierung und Amerikanisierung der Wahlkämpfe im Zeichen der Massenmobilisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355 Zweiter Teil: Die Wahlprogramme der Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . 359 Kapitel 7: Nationalismus in Zeiten der Krise – Der Reichstagswahlkampf vom Frühjahr 1924 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .361 „Der Feind steht rechts!“ – Die SPD im Kampf gegen „innen- und außenpolitische Knechtschaft“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 364 „Wir wollen frei sein, wie die Väter waren!“ – Deutschnationaler Kampf gegen die „Novemberverbrecher“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 372 „Gegen die Politik der Verneinung“ – Das Zen trum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 379 „Durch Opfer und Arbeit zur Freiheit“ – Die Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 385 „Erfüllungspolitik ist Befreiungspolitik“ – Die Deutsche Demokratische Partei . . . . . . . . . . . . . . 392 Gegen den „neuen Versklavungsplan“ – Die „nationale“ Propaganda der Kommunisten . . . . . . 398 Abrechnung mit dem „Schwindelsystem“ – Nationalsozialistische Freiheitspartei . . . . . . . . . . . 404 Sonstige Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 409 9 InhaltsverzeIchnIs Wahlergebnis und Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 414 Kapitel 8: „Schwarz-weiß-rot“ gegen „Schwarz-rot-gold“ – Der Reichtstagswahlkampf vom Herbst 1924 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .421 „Für die schwarz-rot-goldene Re pu blik!“ – Die Sozialdemokraten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 424 „Unsere Farben bleiben: Schwarz-weiß-rot!“ – Die Deutschnationale Volkspartei . . . . . . . . . . . .431 „Für Wahrheit, Recht und Freiheit!“ – Die „wahrhaft nationale“ Politik des Zen trums . . . . . . . . 438 „Zerschlagt das Zuchthaus der Dawes-Banditen!“ – Der kommunistische Kampf für „Sowjetdeutschland“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 444 Abgrenzungsversuche gegen den „Linksblock“ Die DVP-Parole von der „nationalen Realpolitik“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449 Für eine „nationale Politik der Mitte“ – Die Deutsche Demokratische Partei . . . . . . . . . . . . . . . . 456 Gegen die „Versklavung durch die jüdischen Kapitalisten“ – Die National-Sozialistische Freiheitsbewegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 462 Sonstige Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 467 Wahlergebnis und Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 472 Kapitel 9: Bürgerblock oder „soziale Re pu blik“ – Der Reichstagswahlkampf vom Frühjahr 1928 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .477 „Schluss mit dieser Bürgerblockwirtschaft!“ – Die Sozialdemokraten kämpfen für die „soziale Re pu blik“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 480 Die „gekündigte Regierungspartei“ – Rückkehr der Deutschnationalen zur alten Anti-„System“-Parole . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 487 Das Zen trum als „christliche Volkspartei“ gegen „kulturkämpferischen Sozialliberalismus“ . . . . 496 „Im Geiste Bismarcks und Hindenburgs mit Stresemann für’s Neue Reich“ – Die Deutsche Volkspartei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 502 Kommunistische „Einheitsfront aller Ausgebeuteten“ gegen die kapitalistische „Ebert-Hindenburg-Re pu blik“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 508 Kampf der Demokraten für eine „klare re pu bli ka nische Mehrheit“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .515 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .521 Sonstige Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 527 Wahlergebnis und Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 532 Kapitel 10: „In te res sentenhaufen oder Staatsvolk?“ – Der Reichstagswahlkampf vom Sommer 1930 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 539 10 Dirk Lau: WahLkämpfe Der Weimarer repubLik „Gegen Bürgerblock, Hakenkreuz und Sowjetstern“ – Sozialdemokratischer Abwehrkampf im Zeichen der Krise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 544 „Ein Mann – Eine Bewegung – Ein Programm“ – Hugenbergs „Führer“-Wahlkampf . . . . . . . . 552 Gouvernementaler „Führer“-Wahlkampf des Zen trums: Brüning, der „neue starke Mann für Deutschlands Rettung“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 560 Der kommunistische Abwehrkampf gegen die „Sozial- und Nationalfaschisten Young-Deutschlands“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 568 „Mit Hindenburg für Deutschlands Rettung“ – Die Deutsche Volkspartei sucht die „breite Front der nationalen Mitte“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 576 Der jungdeutsche Erneuerungsversuch der Demokraten: „Keinen Parteienstaat! Darum Staatspartei!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 583 Weg mit der „Youngrepublik“ des „alten Deutschlands“ – Das nationalsozialistische „Nein zum heutigen System“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 591 Sonstige Parteien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 597 Wahlergebnis und Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 605 Zusammenfassung und Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .613 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 639 Quellen- und Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 639 Personenregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 696 Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 699 Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 701

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Zusammenfassung

Reichstagswahlkämpfe entwickelten sich in den 1920er-Jahren zu wahren „Wahlschlachten“ mit einem bis dahin nicht gekannten Aufwand an Propaganda, Material, Geld und Menschen. Die scharfe Polarisierung in Wort und Bild sowie das hohe Maß an physischer Gewaltanwendung machten die Wahlbewegungen buchstäblich zum „Kriegsschauplatz“. Auch der massive Einsatz neuer, moderner Propagandamittel wie Lautsprecher und Flugzeuge, Schallplatten und Filme, zusammen mit der gegenüber dem Kaiserreich nochmals gesteigerten Verwendung traditioneller Medien wie Flugblättern und Zeitungen, veränderte nach 1918 den Charakter und die öffentliche Wahrnehmung der Reichstagswahlkämpfe. Parallel zum technischen Fortschritt begann in den 1920er-Jahren die „Amerikanisierung“ der Parteipropaganda, die von Zeitgenossen als „Sittenverfall“ beklagt wurde und die – wie auch viele Feindbildstereotype der Weimarer Zeit – die Zeit des Nationalsozialismus überdauerte und nach 1949 der Entpolitisierung von Wahlkämpfen in Deutschland den Weg ebnete.