8. Schlussbemerkung in:

Hanna Svoboda-Grafschafter

Kunst und ihre Geschichtlichkeit, page 130 - 130

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4222-9, ISBN online: 978-3-8288-7177-9, https://doi.org/10.5771/9783828871779-130

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Philosophie, vol. 33

Tectum, Baden-Baden
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130 8. Schlussbemerkung Die vorliegende Arbeit kann demnach keine vollständige Klärung vornehmen, aber diesbezüglich halte ich es wie René Descartes, der den Standpunkt vertritt, dass auch die langsamen und möglichen kleinen Geister zum Ziel gelangen. Wichtig ist, dass sie den Weg, in diesem Fall den „Weg der Erkenntnis“, stetig und bestimmt voranschreiten. Ich hoffe als kleiner Geist und durch meine Gedanken ist es mir gelungen, einen möglichen Teil des Weges der Erkenntnis über Kunst aufzuzeigen. „Die größten Geister sind der größten Laster so gut wie der größten Tugenden fähig, und auch die, welche nur langsam gehen, können doch weit vorwärts kommen, wenn sie den geraden Weg einhalten und nicht, wie Andere, zwar laufen, aber sich davon entfernen.“323 Zudem hoffe ich, dass ich zwar langsamen Schrittes auf dieser Suche im Puzzle des Verstehens über Kunst gegangen bin, aber schlussendlich zumindest meinen eigenen Weg der Erkenntnis beständig verfolgt habe. Als Schlussbemerkung für diese Arbeit möchte ich folgendes Zitat in Bezug auf die Kunst von Hegel einfach auf die Lesenden wirken lassen: „Wir entfliehen, so scheint es, bei dem Hervorbringen wie beim Anschauen ihrer Gebilde jeder Fessel der Regel und des Geregelten; vor der Strenge des Gesetzmäßigen und der finsteren Innerlichkeit des Gedankens suchen wir Beruhigung und Belebung in den Gestalten der Kunst, gegen das Schattenreich der Idee heitere, kräftige Wirklichkeit.“324 Oder wie am Anfang bereits in Bezug auf den Skeptizismus, der als philosophisches System dieser Arbeit dient, festgehalten: am Schluss bleibt die Erkenntnis der Unerkennbarkeit. 323 Descartes, René: Abhandlung über die Methode, richtig zu denken und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen, in: Henkel, Eckhard: Rene Descartes Werke, Subach Verlag, Königswinter, 2012, S.17 324 Hegel, Ästhetik, Einleitung, S.18

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Zusammenfassung

Mittels roher, frischer Ideen und ehrlicher Äußerungen über so manche seltsame Anwandlung in der Kunst und im Kunstbetrieb nähert sich Svoboda-Grafschafter den zentralen Fragen der Kunstphilosophie: Was ist denn überhaupt Kunst? Was ist ein/e Künstler/in? Was ist ein Kunstwerk, und hat sich der Kunstbegriff durch die Postmoderne verändert? Sollte ein Kunstwerk eigentlich nicht nur schön sein und gefallen? Und was bedeutet ästhetisch? Inwieweit trägt die Kunstgeschichtsschreibung zur Entstehung eines Kunstwerks bei? Die vorliegende Arbeit versucht nicht zu belehren, sondern im Irrgarten der Kunst eigene Wege zu begehen und Gedanken aufzuspüren. Die Autorin analysiert die komplexen Zusammenhänge dabei teilweise fragmentarisch und nicht immer logisch stringent, denn dies ist auch der Kunst fremd.

„Mit dem Buch Kunst und ihre Geschichtlichkeit legt die Autorin eine mutige und zukunftsweisende Exegese vor, die dem immerwährenden Fragenkreis ‚Was ist Kunst?‘ keine finale, unzureichende Antwort entgegensetzt, sondern völlig zurecht das ‚Problem‘ offen und weiter bearbeitbar lässt. Das allerdings gelingt Svoboda-Grafschafter in einem erfreulich feuilletonistisch angelegten, heißt lesbaren Text – klug und philosophisch unterfangen von einer aktiven Künstlerin eben.“ (Prof. Dr. Marion Elias)