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Martin Kuester, Natascha Vonderschmitt (Ed.)

Teaching Canadian Ecologies

Ein Schulprojekt des Marburger Zentrums für Kanada-Studien

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4226-7, ISBN online: 978-3-8288-7175-5, https://doi.org/10.5771/9783828871755

Series: Marburger Schriften zur Lehrerbildung, vol. 13

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Marburger Schriften zur Lehrerbildung Marburger Schriften zur Lehrerbildung Herausgegeben von Prof. Dr. Lothar A. Beck und Dr. Ulrich Vogel im Auftrag des Zentrums für Lehrerbildung der Philipps-Universität Marburg Band 13 Teaching Canadian Ecologies Schulprojekt des Marburger Zentrums für Kanada-Studien von Martin Kuester und Natascha Vonderschmitt Tectum Verlag Martin Kuester und Natascha Vonderschmitt Teaching Canadian Ecologies. Schulprojekt des Marburger Zentrums für Kanada-Studien Marburger Schriften zur Lehrerbildung; Band 13 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 Umschlagabbildung: pixabay.com © SHAWSHANK61 E-Book: 978-3-8288-7175-5 ISSN: 1868-2839 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4226-7 im Tectum Verlag erschienen.) Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. 5 Inhalt 1 Einleitung ................................................................................................. 7 2 Unterrichtskonzepte ................................................................................ 9 2.1 Canadian Ecology of Past and Present. Fact and Fiction: An E-mail Project between University and School ................................... 9 2.1.1 Abstract .......................................................................................................9 2.1.2 Preface by Matthias Dickert .................................................................. 10 2.1.3 Interdisziplinäres E-Mail-Projekt. A Critical Perspective on Canadian Ecologies: Didaktisch-methodische Konzeption .............. 10 2.1.4 Auswahl an Projekt-Ergebnissen: Schülerprodukte ........................... 25 2.2 Multiculturalism: Are Newcomers to Canada Generally More Accepted by the Canadian Population than Newcomers to Germany? A Contrastive Analysis of Canadian and German Immigration Policies .......................................................................... 34 2.2.1 Besonderheit der Lerngruppe und Konsequenzen ............................. 34 2.2.2 Einführung in die thematische Materie ................................................ 35 2.2.3 Ziel- und Kompetenzformulierungen .................................................. 39 2.2.4 Didaktische Überlegungen ..................................................................... 42 2.2.5 Methodische Überlegungen ................................................................... 44 2.2.6 Tabellarischer Unterrichtsverlauf .......................................................... 47 2.2.7 Lösungsschlüssel ..................................................................................... 48 2.2.8 Reflexion und Alternativen .................................................................... 50 2.2.9 Anhang: Unterrichtsmaterialien ............................................................ 50 2.2.10 Literaturverzeichnis ................................................................................ 61 6 2.3 Tourism and Ecology in Northern Canada – The Yukon .............. 63 2.3.1 Einführung in die thematische Materie ................................................ 63 2.3.2 Didaktische Überlegungen ..................................................................... 65 2.3.3 Erforderliche Voraussetzungen der Lerngruppe ................................ 65 2.3.4 Methodische Überlegungen ................................................................... 66 2.3.5 Arbeitsaufträge und Materialien ............................................................ 72 2.3.6 Erarbeitungsphase – Individuelle Recherche ...................................... 73 2.3.7 Literatur- und Quellenverzeichnis ........................................................ 73 2.4 Whose Land? – A Critical Perspective on the “Canadian Dream” 75 2.4.1 Einführung ............................................................................................... 75 2.4.2 Einführung in die thematische Materie ................................................ 75 2.4.3 Ziel- und Kompetenzformulierungen .................................................. 80 2.4.4 Didaktische Überlegungen ..................................................................... 81 2.4.5 Methodische Überlegungen ................................................................... 81 2.4.6 Material und Lösungsschlüssel .............................................................. 87 2.4.7 Anhang ..................................................................................................... 93 2.4.8 Literatur- und Quellenverzeichnis ...................................................... 101 2.5 Teaching about Canadian Oil Sands ............................................ 103 2.5.1 Einführung in die thematische Materie .............................................. 103 2.5.2 Ziel- und Kompetenzformulierungen ................................................ 105 2.5.3 Didaktische Überlegungen ................................................................... 105 2.5.4 Tabellarischer Unterrichtsverlauf ........................................................ 108 2.5.5 Lösungsschlüssel ................................................................................... 112 2.5.6 Literaturverzeichnis .............................................................................. 113 2.5.7 Bildquellen ............................................................................................. 113 7 1 Einleitung Der Plan zu den Publikationen mit dem Titel Teaching Canadian Ecologies bzw. Enseigner les écologies canadiennes entstammt dem Projekt zur Neuausrichtung der Aktivitäten des Marburger Zentrums für Kanada-Studien, das als Institution seit 2001 besteht, jedoch eine schon Jahrzehnte alte Marburger Tradition der Beschäftigung mit kanadischen Themen fortsetzt. Diese findet ihren Ausdruck vor allem auch in der einzigartigen Kanada-Sammlung der Universitätsbibliothek der Philipps-Universität, die weit über Marburg und Hessen hinaus von Bedeutung ist und Forscher und Forscherinnen anzieht. Die Neuausrichtung der Zentrumsarbeit geht zum einen in die Richtung der Ökologie bzw. der Ökologien in einem etwas weiter gefassten Sinn, der zum Beispiel auch die Medienökologie umfasst. Aus dieser Thematik entstand die internationale und interdisziplinäre Ringvorlesung zum Thema kanadische Ökologien, die im Sommersemester 2016 durchgeführt wurde (https://www.uni-marburg.de/mzks/bilder/ringvorlesung2016) und zu der 2018 auch ein Sammelband erscheinen wird. Ein zweites Gebiet, auf das sich das Marburger Zentrum in den letzten Jahren spezialisiert hat, ist die Zusammenarbeit mit Schulen und die Aufbereitung kanadistischer Themen für den Schulunterricht. Diese Kooperation erwuchs zum einen aus dem Interesse an Lehrerfortbildungen, nachdem Kanada für einige Jahre zum Referenzland im hessischen Zentralabitur Englisch für das Land Hessen gewählt wurde. So fanden vor allem unter Mitwirkung von Marburger Kanadistinnen und Kanadisten erfolgreiche Fortbildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung und dem Pädagogischen Zentrum der Bistümer im Lande Hessen statt. Auch durch die Initiative von engagierten Lehrern und Lehrerinnen an mehreren Schulen in Marburg und der Region, insbesondere dem Grimmelshausen Gymnasium und den Beruflichen Schulen Gelnhausen, kamen gewinnbringende Kooperationen zustande. Als weiterer bedeutender Schritt erwies sich die Öffnung der traditionellen Marburger Canadian Studies Days für Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler nicht nur als Besucher, sondern auch als aktive Teilnehmer und Vortragende. Ein Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war die internationale Tagung Teaching Canada – Enseigner le Canada im Jahre 2015, deren Proceedings (mit mehreren Beiträgen von Lehrerinnen und Lehrern und herausgegeben von Martin Kuester, Claire Köhling, Sylvia Langwald und Albert Rau) im Frühjahr 2017 in der Reihe Studies in Anglophone Literatures and Cultures im Wißner Verlag Augsburg erschienen. Im Rahmen der Ökologie-Ringvorlesung, die auch von Lehrern und Lehrerinnen rege besucht wurde, entstand die Idee, einige der ökologischen Themen für den Schulunterricht in den Fächern Englisch und Französisch aufzubereiten. In einem durch universitäre QSL-Mittel unterstützten Projekt erarbeiteten zehn motivierte 8 Marburger Lehramtsstudierende Unterrichtsmodelle, die sie dann mit Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern an fünf verschiedenen Schulen in die Praxis umsetzten. Diese Modelle stellen wir in den beiden Bänden vor und hoffen, dass sie auch für andere Schulen anregend und ermutigend wirken. Ein besonderer Dank geht an die Lehrerinnen und Lehrer, die das Projekt so aktiv und positiv aufgenommen und unterstützt haben: am Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen Herr Dr. Matthias Dickert (Englisch), an den Beruflichen Schulen Gelnhausen Frau Elisabeth Battenberg (Englisch) und Frau Irmgard Herget (Englisch), am Landschulheim Steinmühle Marburg Frau Wilmsmeyer (Französisch), an der Elisabethschule Marburg Frau Lepetit (Englisch) und an der Martin- Luther-Schule Marburg Frau Flammer (Französisch) und Frau Vestweber (Französisch). Mein besonderer Dank für Betreuung und Organisation gilt Frau Natascha Vonderschmitt, ohne deren Enthusiasmus und Sorgfalt wir das Projekt nicht hätten durchführen können. Herzlichen Dank auch noch einmal an die hochmotivierten Studierenden, die ebenso motivierten Lehrer und Lehrerinnen sowie auch an das Marburger Zentrum für Lehrerbildung, das die beiden Bände in die Reihe der Marburger Schriften zur Lehrerbildung aufgenommen hat. Dank gebührt auch Frau Carolin Acker und Herrn Johannes Altmann für unermüdliche Formatierungsund Redaktionsarbeiten. Weitere ergänzende Materialien zu den Unterrichtskonzepten erscheinen auf der ILIAS-Website des Zentrums für Lehrerbildung unter https://ilias.online.unimarburg.de/ (Struktur: Öffentliche Angebote der Fachbereiche und Zentren – Zentrum für Lehrerbildung Marburg – Schulprojekt kanadische Ökologien). Wir haben uns bemüht, die Urheber der benutzten Texte und Grafiken zu kontaktieren. Dies ist aber nicht immer gelungen. Für Hinweise in dieser Hinsicht sind wir dankbar. Marburg, im Juni 2018 Martin Kuester, Geschäftsführender Direktor des Marburger Zentrums für Kanada-Studien 9 2 Unterrichtskonzepte 2.1 Canadian Ecology of Past and Present. Fact and Fiction: An E-mail Project between University and School Ab 10.2 (G8)/11.2 (G9) Dauer: 7 Wochen Projekt + 2 Doppelstunden (Gallery Walk und Podiumsdiskussion) Von Rebecca Abraham, Kirsten Cordes, Matthias Dickert (schulische Lehrkraft) und Jessika Jesse 2.1.1 Abstract The background of this critical reflection on Canadian Ecology ̶ Past and Present lies in the Marburger Zentrum für Kanada Studien’s cooperation with high schools in Hessen. Professor Kuester as the Managing Director of Canadian Studies at Marburg University has successfully tried to bring together his students and students from various schools in Hessen in order to work on Canada. The projects which have been undertaken so far range from the Canadian Studies Day in 2015 to projects such as a Hauptseminar on Canadian mystery writer Louise Penny or a conference presentation on the 'Duplessis Orphans' which was based on the works of an English Leistungskurs at the Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen. The representatives of all schools involved highly value the opportunity to work together with the Marburg Centre for Canadian Studies aiming to bring Canada closer to students at university and school alike. The topic presented here – Canadian Ecology – Past and Present – is closely attached to the Ringvorlesung "Canadian Ecologies" of the Marburg Centre in 2016. Interestingly, it became an especially relevant topic when in May 2016 vast fires destroyed great parts of Fort McMurray in the Canadian province of Alberta. The students of my class (form E) from the Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen and three students from Marburg University agreed to work together on various topics concerning Canadian ecology. This cooperation was basically done through team teaching. The students from Gelnhausen had to work on various topics on Canada's ecology, which they did with the help of webquests. The students from Marburg University assisted them in the form of proofreading and research guidance. 10 At the end of the project, these three university students came to Gelnhausen where my class presented its final work in five workstations and a gallery walk while explaining their topics to the students from Marburg University. A critical final discussion gave feedback on the usefulness of this project for school and university alike. The results were presented on the Canadian Studies Day 2016 in the panel “Marburg Ecology Project: Best Practice Examples”. 2.1.2 Preface by Matthias Dickert The image of Canada as a nation can commonly be approached from two sides. One side presents Canada as a beautiful and untouched country where people live in harmony with nature. This (idealistic) presentation is, however, contrasted by another side which shows Canada as a country where pollution and an ignorance regarding natural resources are present as well. This can, for example, be seen by the non-signing of the Kyoto Protocol or the massive destruction of wide parts of Canadian nature due to tar sand production, deforestation or chemical waste. It is exactly in this polarisation of two concepts of ecology that students – at university and school alike – have to critically reflect Canadian ecology as such. This stereotypical image of Canada as a nation of the 21st century and its critical analysis have therefore become one major aim of this cooperative project of high school and university simply because school book editors, politicians and economists alike often present a different picture that ignores the darker side of reality. Canadian ecology is thus a current topic, as it ideally reflects a central aspect of a nation which has to negotiate between realities and dreams or between ecology and economy. This struggle of Canada to define its place between ecological and economic demands can be seen in the extraction of oil sands which vastly destroys nature. Tar sands are a toxic but at the same time highly profitable energy resource. 2.1.3 Interdisziplinäres E-Mail-Projekt. A Critical Perspective on Canadian Ecologies: Didaktisch-methodische Konzeption Von Rebecca Abraham, Kirsten Cordes und Jessika Jesse 2.1.3.1 Einführung in die thematische Materie Kanada ist eines der ölreichsten Länder der Welt. Das Land hat durch die Gewinnung von Öl und Gas vor allem in den letzten Jahren eine sehr bedeutende Rolle auf dem weltweiten Markt für fossile nicht erneuerbare Energierohstoffe erlangt. Wie aus der folgenden Grafik der Bundeszentrale für politische Bildung ersichtlich wird, hat Kanada in den Jahren von 2002-2013 den fünften Platz unter den Ländern mit der höchsten Erdölförderung eingenommen, Tendenz steigend. Die Gra- 11 phen zeigen außerdem, dass neben Russland und dem Irak vor allem die Vereinigten Staaten und Kanada ab 2008 stetig ihre Ölförderung erhöht haben. („Die Talfahrt des Ölpreises“, n.p.) Der Grund für den kontinuierlichen Anstieg der Ölförderung in Nordamerika ist die seit einigen Jahren etablierte Förderung von Öl und Gas mit unkonventionellen Fördermethoden, welche aufgrund der Gefahren für die Umwelt oft umstritten sind. So haben die Vereinigten Staaten in den vergangenen sechs Jahren vor allem durch Fracking einen immensen Anstieg der Ölförderung verzeichnen können, weshalb sie sich seit 2016 auf einem neuen Produktionshoch befinden. In Deutschland beschloss das Parlament erst im Juni 2016 ein Gesetz, welches die in den USA weit verbreitete Methode unterbindet, was verdeutlicht, wie kritisch diese Methode in anderen Staaten gesehen wird. (Petersdorff n.p.; „Bundestag beschließt“, n.p.) In Kanada sind es die Ölsände in der Provinz Alberta, welche die größten Ölvorkommen enthalten. Ihre Förderung wird in Europa stark kritisiert. Geschätzte 170 Milliarden Barrel der 175 Milliarden Barrel Rohöl Kanadas „liegen im Ölsand, einem Gemisch aus dickflüssigem, teerartigem Bitumen, Sand und Ton. […]“ (Braune n.p.). Um das Öl aus der Masse „zu lösen und an die Oberfläche zu bringen [muss] Wasserdampf unter hohem Druck tief in den Boden gepresst werden […]“. (Rohwetter n.p.). So werden große Mengen an Boden ausgewaschen und dauerhaft abgetragen. Für die Verwandlung von Wasser in Wasserdampf muss eine enorme Menge an Wasser und Energie aufgebracht werden. („Energiequellen und Kraftwerke“, n.p.) Die Vereinigten Staaten und Kanada haben in gewisser Weise „mit der Förderung [des] sogenannten unkonventionellen Öls aus Schiefergestein und aus Teersänden im kanadischen Alberta“ das Kartell der OPEC, der Organisation Erdöl exportierender Staaten, welche über Jahrzehnte lang den Öl- und Gasmarkt beherrschte und den Preis für den Rohstoff somit diktierte, gebrochen. Die Entdeckung des enormen Potentials der Förderung von Erdgas- und Öl mit unkonventionellen Methoden hat eine signifikante Bedeutung für die weltweite Entwicklung des Marktes und somit auch des Ölpreises, abgesehen von der Bedeutung für die Wirtschaft der Staaten Nordamerikas („OPEC“, n.p.) Was von der letzten kanadischen Regierung unter Stephen Harper generell als „ethisch einwandfreies Öl“ angepriesen wurde, wird von Kritikern auf der anderen Seite als „das schmutzigste Öl der Welt“ bezeichnet (Rohwetter n.p.). Seine Gewinnung ist außerordentlich kostenaufwendig und schädlich für die Umwelt und Kanadas einzigartige Natur. Unter den Kritikern sind Ökonomen, die an der Profitabilität der kostenaufwendigen und schwierigen Ölgewinnung aus Sanden zweifeln, aber vor allem Umwelt- und Bürgerverbände. Die Gegner reklamieren etwa den riskanten Transport des Öls, die mit gigantischen Pipelines realisiert wird, und 12 die gewaltige Abholzung und Abbaggerung von Erde, welche Flora und Fauna dauerhaft gefährden und deren Existenz teilweise unmöglich machen, da die Landschaft in gigantische Wüsten verwandelt wird. Außerdem sind neben dem ungemein hohen Co2-Ausstoß und Energieaufwand die potentielle Verschmutzung des Grundwassers und ein enormer Wasserverbrauch zu nennen. Die durch die Technik entstehenden Abwässer werden durch zahlreiche Chemikalien verseucht, da die hoch giftige Flüssigkeit in provisorischen, allerdings oft undichten Abwasserseen gelagert, oder aus Unachtsamkeit in natürliche Gewässer geleitet wird. So kam „bereits 2010 […] ein Wissenschaftlerteam von der University of Alberta zu dem beunruhigenden Schluss, dass die Ölsandförderung »im Gegensatz zu den öffentlichen Bekundungen von Industrie und Regierung zu substanziell mehr giftigen Stoffen im Athabasca River« führe“ (Rohwetter n.p.). Es hat bereits zahlreiche Katastrophen gegeben, die direkt oder indirekt auf die massenhafte Gewinnung von Öl aus Teersanden oder ihren Transport zurückzuführen sind. In jüngster Vergangenheit (im Mai 2016) ist der Waldbrand von Fort McMurray in Alberta zu verzeichnen, bei dem die Ölindustrie als indirekter Verursacher dazu beigetragen hat, dass eine gesamte Kleinstadt evakuiert werden musste. Das Ausmaß der bereits eintretenden geopolitischen Folgen von Umweltkatastrophen oder lediglich von Großprojekten können teilweise nur erahnt werden. Neben den Vorkommnissen in Fort McMurray ist etwa die Planung einer gigantischen Transportleitung von Alberta durch British Columbia zur Pazifikküste geplant. „Derlei Infrastrukturprojekte [sind auch in Kanada] Gegenstand umweltpolitischer Auseinandersetzungen“ (Frankenberger n.p.), da sie die Umwelt von beträchtlichem Ausmaß beschädigen und bestimmte Bevölkerungsgruppen, besonders die First Nations, darunter leiden. Eventuelle Verschmutzung der Umwelt durch beim Transport verlorenes Öl würde diejenigen ihrer Gemeinden, die in der Nähe der geplanten Route liegen, in ihrem Lebensstil und in ihrer Autonomie signifikant behindern. Ebenso sind Ölbohrungen in der Arktis ein dauerhaft umstrittener Sachverhalt. Es werden reiche Öl- und Gasvorkommen unter dem Eis vermutet. Erste Bohrungen sind bereits durch das Unternehmen Shell vollzogen worden, welches sich jedoch wieder aus der Region zurückzog. Ebenso wie in anderen Regionen stellt sich die Frage nach Rentabilität ebenso wie die der Nachhaltigkeit und geopolitischer Folgen. Hinzu kommt, dass es sich bei der Arktis um ein ausgesprochen sensibles Ökosystem handelt. Nach dem Regierungswechsel im September 2015 steht eine klare Entscheidung bezüglich der Klimapolitik Kanadas noch aus. Der neu gewählte Premierminister Justin Trudeau hat angekündigt, einen neuen Kurs in der Klimapolitik Kanadas fahren zu wollen. Allerdings soll die Produktion von Öl aus Ölsänden fortgeführt werden, und die Planungen für eine gigantische Ölpipeline „XL“ in die Vereinigten Staaten werden ebenfalls weitergeführt. Diese Beschlüsse vertreiben „jeden Gedanken an eine Energiewende“ (Naß n.p.) in Kanada. Die Förderung von Ölsänden wird als unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor gesehen. So wird man in großen 13 Ölkonzernen „jenseits aller gestiegenen umweltpolitischen Sensibilität […] nicht müde, auf die große wirtschaftliche Bedeutung des Energiesektors für die kanadische Wirtschaft heute und in der Zukunft hinzuweisen“ (Frankenberger n.p.). Es bleibt abzuwarten, inwiefern die neue Regierung nicht nur den Interessen der Ölindustrie und somit der Wirtschaft Kanadas entgegen kommen wird, sondern auch anderen Akteuren, die ein Interesse an dem Ausgang der die Ölförderung betreffenden Entscheidungen haben könnten. Diese sind unter anderen: Umweltschützer und Befürworter einer Energiewende in Kanada, die First Nations, vor allem in betroffenen Gebieten, die Bevölkerung Kanadas, besonders Anwohner in betroffenen Gebieten, die in der Ölförderung beschäftigte arbeitende Bevölkerung, sowie der Tourismussektor. Quellen und Nachschlagewerke zum Thema: Für die Wissensaneignung und Herstellung der wichtigsten Zusammenhänge haben wir vor allem Artikel verschiedener renommierter Zeitungen und Magazine konsultiert, darunter die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Tagesspiegel und vor allem die Veröffentlichungen der Bundeszentrale für politische Bildung. Vor allem Letztere stellt politische und wirtschaftliche Zusammenhänge kohärent und übersichtlich dar, was die Herausarbeitung der elementarsten Probleme leichter machte. Die für diese Übersicht konkret verwendeten Quellen sind folgende: Braune, Gerd. „Ölsand in Kanada: Segen oder Fluch.“ Der Tagesspiegel. N.d. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/oelsand-inkanada-segen-oder-fluch/4679592.html „Bundestag beschließt weitgehendes Fracking-Verbot.“ Zeit-Online. 24.6.2016. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/erdgas foerderung-fracking-bundestag-verbot „Energiequellen und Kraftwerke.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung: N.d. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.bpb.de/izpb/169476/energiequellen-undkraftwerke Frankenberger, Klaus-Dieter. „Ölrausch in Alberta.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18.10.2011. Web. Gelesen 27.7.2017. Naß, Matthias. „Nordamerika im Ölrausch.“ Zeit-Online. 24.9.2014. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-09/oelrauschenergie wende-kanada 14 „OPEC.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. Das Lexikon der Wirtschaft. N.d. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon -der-wirtschaft/20224/opec Petersdorff, Winand von. „Der Ölpreis ist verrückt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15.9.2014. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.faz.net/aktuell/wirt schaft/trotz-weltweiten-krisen-bleibt-der-oelpreis-stabil-13151814.html Rohwetter, Marcus. „An die Ränder der Welt.“ Zeit-Online. 4.8.2011. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.zeit.de/2011/32/Big-Oil „Die Talfahrt des Ölpreises.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. 30.1.2015. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/ 200167/entwicklung-des-oelpreises 2.1.3.2 Ziel- und Kompetenzformulierungen 2.1.3.2.1 Kompetenzen Das Projekt ist darauf ausgelegt, die SuS1 zu befähigen selbstständig Informationen über ein ihnen unbekanntes Thema zu erarbeiten und diese im Anschluss kritischreflektiert zu präsentieren (mehr dazu in 3.1.3.4). Durch den Aufbau des Projektes werden dabei unterschiedlichste Kompetenzen gefördert.2 Eine Übersicht zu den geforderten und geförderten Kompetenzen finden Sie online auf der ILIAS-Website des Zentrums für Lehrerbildung. 2.1.3.2.2 Stundenziele Erarbeitungsphase: Arbeitsteilige Erstellung von sprachlich und inhaltlich korrekten Sachtexten zu dem jeweils individuell erarbeiteten Thema Phasenziele: Die SuS… ... können eine selbstständige Internetrecherche durchführen. ... können ihr jeweiliges Thema mit Hilfe von fremdsprachlichen Sachtexten inhaltlich und sprachlich korrekt erarbeiten und in Textform wiedergegeben. … verstehen sich als Experten ihres jeweilig erarbeiteten spezifischen Themas. Erste finale Doppelstunde: Präsentation der erarbeiteten Inhalte 1 Die Abkürzung „SuS“ steht für Schülerinnen und Schüler und wird nachfolgend des öfteren benutzt werden. 2 Hierbei wurden die Anforderungen des hessischen Kerncurriculums und der Bildungsstandards berücksichtigt. 15 Stundenziele: Die SuS… … können die erarbeiteten Inhalte komprimiert in Form einer PowerPoint- Präsentation darstellen. … können ihr jeweiliges Thema mit Hilfe inhaltlich und sprachlich korrekt mündlich präsentieren. … können die von anderen SuS erarbeiteten Inhalte nachvollziehen und mit ihrem eigenen Thema in eine erste Relation setzen (Förderung der funktionalen kommunikativen Kompetenz). Zweite finale Doppelstunde: Kritisch-reflektierte Zusammenführung der verschiedenen Themen in Form einer Talkshowdebatte im Rahmen der Analyse eines aktuellen Konflikts (Tar Sands Production in Northern Alberta). Stundenziele: Die SuS… … können die jeweilig erarbeiteten Einzelthemen in Relation setzen. … können innerhalb des Konfliktes die wesentlichen Interessen und Machtverhältnisse der beteiligten Akteure einschätzen und sind sich der Komplexität der geopolitischen Situation bewusst (Förderung der Urteilskompetenz). … können den eigenen und den Arbeitsprozess der Gruppe kritisch reflektieren. 2.1.3.3 Didaktische Überlegungen Online finden Sie auf der ILIAS-Website Erläuterungen zur curricularen und allgemein didaktischen Begründung nach Klafki. 2.1.3.3.1 Materialanalyse Erarbeitungsphase: Auswahl: Computer – Internet – Drucker Das Material zur Erarbeitung ihres jeweiligen Schwerpunktes für die Abschlusspräsentation und -diskussion sollen die SuS eigenständig aus dem Internet beziehen. Chancen: Herausforderungen: Selbstständigkeit: Die Materialauswahl für die Erarbeitung der Inhalte ist bewusst sehr frei gehalten, da es zu dem Lernprozess der SuS gehört, sich Inhalte selbstständig zu erarbeiten. Medienkompetenz: Die SuS sollen durch die eigenständige Materialauswahl in ihrer Medienkompetenz geschult und auf den freien Informationsfluss au- ßerhalb der schulisch aufbereiteten Inhalte vorbereitet werden. Quellen: Als besondere Herausforderung stellt sich die „Auswahl guter Quellen“ dar. Wichtig ist deshalb, dass die Lehrkraft (sowie die Studierenden) jeder 16 Zeit zum Helfen zur Verfügung steht. Der Austausch kann dabei mit der Lehrkraft vor Ort geschehen und der mit den Studierenden über E-Mail oder Skype. Sinnvolle Hinweise an die SuS: Achtet darauf, wer die Quellen veröffentlicht hat und wann! Notiert euch die Quellen! Fragt die Lehrkraft, wenn ihr euch unsicher seid! Für einen Einstieg in das Thema der Ölförderung in Kanada kann auf die offizielle Website der kanadischen Regierung verwiesen werden: Government of Canada. “Energy Sources and Distribution. Crude Oil.” / “Energy Sources and Distribution. Offshore Oil and Gas.” 24.10.2016. nrcan.gc.ca. Web. 14.5.2017. http://www.nrcan.gc.ca/energy/energy-sourcesdistribution Erste Doppelstunde: Auswahl: 1. Gallery Walk 2. Frontale Präsentationen PowerPoint-Präsentationen / (Lauf)Zettel 1. 5 Laptops 2. 1 Laptop/Präsentationen auf USB-Stick oder vorher gemailt/Beamer und Leinwand Chancen: Herausforderungen: Je nach Vorbereitung der SuS erfolgen die Präsentationen frontal oder dezentral im Gallery Walk. Gallery Walk: Sofern sich die SuS mit den Inhalten ihrer gesamten Kleingruppe auseinandergesetzt haben und diese präsentieren können, bietet sich diese Methode an. Frontale Präsentation: Wenn die SuS nur ihr eigenes Thema vorbereitet haben oder die Gruppengrößen zu ungleich sind, kann die gesamte Kleingruppe klassisch frontal präsentieren. Sinnvolle Hinweise an die SuS: Macht euch Notizen über die Inhalte der anderen Gruppen, damit ihr sie in der Debatte in der nächsten Doppelstunde verwenden könnt! Kategorien des „Laufzettels“ können sein: Topic: Most important aspects: Problems presented: Possible solutions: What you found most interesting Zweite Doppelstunde: Auswahl: Tische – Namensschilder – Arbeitsauftrag – Rollenkarten Power Point – Beamer – Leinwand Vor Beginn der Stunde müssen Tische gestellt und bestuhlt werden: Für eine bessere Übersicht werden Rollenbezeichnungen auf den Tischen angebracht: Die Konfliktparteien sitzen sich gegenüber. Die Moderation sitzt mittig. Die Moderation erhält eine Übersicht über den Ablauf der Debatte (siehe Materialien). 17 Für eine spannende Einleitung und Auflockerung der Debatte bieten sich YouTube Videos an: Talk Show Intros zu finden auf YouTube unter: https://www.youtube.com/watch?v=-cc73-PgVg0 The Ooze: a documentary on the Alberta tar sands: https://www.youtube.com/ watch?v=-07sfg0m9io (00:00-00:24) “Oil-sands town in Canada is on fire and looks apocalyptic” (In the Now): https://www.youtube.com/watch?v=PVuIKJNb-qg “Ice Race - Into the Unknown - the Story of the ARCTIC (FULL DOCU- MENTARY)” (00:00-00:48): https://www.youtube.com/watch?v= ItVgyiMzEfw Eine weitere PowerPoint-Präsentation kann fakultativ für ein Quiz über Kanada erstellt werden. Chancen: Herausforderungen: Die Materialien dienen dazu, die Authentizität der Debatte zu gewährleisten und die SuS zum Diskutieren anzuregen. Mögliche Herausforderung ist die Medienabhängigkeit. Es muss vor der Stunde gewährleistet sein, dass die verwendete Technik (vor allem die Videos) einwandfrei funktionieren. 2.1.3.3.2 Voraussetzungen zur erfolgreichen Umsetzung des Projekts Die von uns gewählte Vorgehensweise stellt sehr hohe Anforderungen an die SuS. Wir setzen voraus: Sprachniveau der SuS zwischen B1 und B2 Methodische Vorkenntnisse: Sicherer Umgang mit dem Internet sowie Wissen um die Strukturierung von Präsentationen SuS sind in der Lage sich innerhalb eines vorgegeben Rahmens selbstständig zu organisieren. Inhaltliche Vorkenntnisse über Kanada sind nicht erforderlich. Bei starken Lerngruppen (wie unserer Projektklasse) können die SuS nach der Absprache ihrer zu bearbeitenden Themen und der Gruppenbildung, relativ selbstüberlassen an ihren Essays arbeiten. Diese Vorgehensweise kann als sinnvolle Vorbereitung auf Leistungen dienen, die später an der Universität erbracht werden müssen. Je nach Leistungsstärke der Gruppe kann die Betreuung jedoch individuell angepasst werden. Differenzierungsmöglichkeit bietet diesbezüglich zum Beispiel die Absprache der Gliederung. Auch hier gilt, dass die Lehrkraft (oder die Studierenden) jeder Zeit für Fragen zur Verfügung stehen. Weitere Rahmenbedingungen: Für die geplanten Unterrichtsstunden müssen sowohl eine besondere Tischordnung als auch der erforderliche Gebrauch bestimmter Medien im Voraus bedacht werden. Medien: Smartboard und/oder Computer und Beamer, Leinwand oder weiße Wände 18 Tischordnung: In der ersten Unterrichtseinheit sind die Tische so zu stellen, dass eine Präsentationsphase angenehm und möglichst dezentral stattfinden kann. In der zweiten Unterrichtsphase sollten für die Podiumsdiskussion die Tische für das Publikum so gestellt werden, dass jedem SuS eine aktive Beteiligung durch einen spontanen Platzwechsel mit den Debattenteilnehmern und Teilnehmerinnen ermöglicht wird. 2.1.3.4 Methodische Überlegungen Bei der durchzuführenden Stunde handelt es sich um die Abschlussstunden eines umfangreichen Projektes, welches insgesamt etwa zwei Monate andauert, mit dem Oberthema “Canadian Ecology in Past and Present” in dem Englisch-Orientierungskurs (11/E2) am Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen. Im Rahmen des Projektes erarbeiten die SuS fünf Themenbereiche in Form eines Webquest, die an die Ringvorlesung „Canadian Ecologies – Écologies Canadiennes – Kanadische Ökologien“ des Marburger Zentrums für Kanada-Studien angelehnt sind. Im Anschluss an ihre Recherche verfassen sie eine Ausarbeitung zu dem jeweiligen Thema und bereiten eine Präsentation vor, die als Teil des Themenabschlusses in der Abschlussstunde aufgegriffen wird. Für die Recherche und Bearbeitung steht ihnen dabei ein Zeitraum von sechs Wochen zur Verfügung. Folgende Themen werden dabei bearbeitet: Oil and Gas Exploration in Canada’s Arctic Environmental Issues in Canada Native Canadians and Ecology Tourism and Ecology Animals and Wildlife Für die Bearbeitung gibt es, neben dem zeitlichen Rahmen und der Vorgabe, dass eine Ausarbeitung im Umfang von circa 10 Seiten sowie eine Präsentation samt Handout erstellt werden sollen, keinen weiteren inhaltlichen Vorgaben. Die SuS sollen ihren eigenen Interessen in dem jeweiligen Themenkomplex nachgehen können und besprechen alles Weitere mit den studentischen Ansprechpartnern via E-Mail. Die Besonderheit hierbei ist, dass das interdisziplinäre Projekt in Form eines E- Mail-Projektes durchgeführt wird, was bedeutet, dass die SuS zunächst selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten und die Kommunikation zwischen den SuS, den Studierenden und der Lehrkraft sich auf den Austausch via E-Mail fokussiert. E-Mail-Projekte haben den Vorteil, dass der Zugang zu Informationen sowie der Austausch dieser insbesondere bei räumlicher Distanz der Beteiligten enorm er- 19 leichtert werden. Gleichzeitig ermöglicht das E-Mail-Projekt eine gewisse Flexibilität und Binnendifferenzierung, sodass alle SuS sich die benötigte Zeit, um sich in ein Thema einzuarbeiten und dieses inhaltlich aufzuarbeiten, selbst einteilen können und so SuS, die mehr Zeit benötigen, nicht benachteiligt werden. Die Studierenden kooperieren dabei mit der Lehrkraft in Form eines Team Teachings, da sie die einzelnen Gruppen individuell betreuen, bei der Literaturrecherche und der Strukturierung der Vorgehensweise unterstützen, die Entwürfe korrigieren und regelmäßig Feedback geben. Gestaltung der Abschlussstunden zum Thema “Canadian Ecologies in Past and Present” Die SuS haben vor den finalen Stunden des Projektes den Arbeitsauftrag erhalten eine kurze Präsentation zu ihrem jeweiligen Thema vorzubereiten, sodass alle SuS einen Überblick über die Arbeit der anderen Gruppen bekommen. Die Stunde dient zur Zusammenfassung und Zusammenführung aller bearbeiteten Themen. Die Stunde beginnt mit einer Begrüßung der SuS und der Vorstellung der Studierenden. Der Stundenverlauf wird den SuS vorgestellt, damit der zeitliche Rahmen transparent wird. Ziel ist, dass die SuS in drei Gruppen in Form eines Gallery Walks alle fünf bearbeiteten Projekte kennenlernen. Diese Methode eignet sich hervorragend zur Präsentation, da so alle SuS beteiligt sind und als Experten fungieren, wenn sie ihre Ergebnisse vorstellen. So können sich auch stillere SuS aktiv beteiligen ohne dabei spontan vor der ganzen Klasse etwas sagen zu müssen. Gleichzeitig werden durch Handouts und Laufzettel die Ergebnisse schriftlich gesichert und so für den weiteren Verlauf der Stunde verfügbar. Alternativ kann man die Präsentationen auch in Form von Frontalvorträgen vor der gesamten Klasse halten, wo die SuS dann gemeinsam als Gruppe ihre einzelnen Teilprojekte vorstellen. Dies würde ebenfalls zu einer Beteiligung aller SuS führen, jedoch ist die Aktivierung bei der Arbeit in Kleingruppen wesentlich höher und die Rückmeldung, Nachfragen und Kommentare meist ergiebiger als bei Vorträgen im Plenum. Den ersten Stundenabschluss bildet eine kurze Abschluss- und Feedbackrunde. Dort haben alle Beteiligten des Projektes die Möglichkeit, inhaltliche Fragen zu stellen und zu Gesagtem Stellung zu nehmen. Hierbei interessierten uns insbesondere erste Verbesserungsvorschläge zur Durchführung des Projektes, aber auch zur Unterrichtsstunde, um so in einer zweiten Stunde darauf direkt reagieren zu können. In einer zweiten Stunde findet dann die Zusammenführung und Vertiefung des Gelernten in Form einer Talkshow-Debatte statt. Da es sich bei der Betrachtung der Ölförderungsthematik weitgehend um eine politische Problematik handelt, 20 wählten wir die Talkshow-Debatte als Methode, da sie die politische Urteilsfähigkeit fördert, zur Vertretung eines Standpunktes verpflichtet und zum Perspektivenwechsel anregt. Da diese handlungsorientierte Methode kategoriales und exemplarisches Lernen verbindet, bot sie sich für die zweite Hälfte des Projektes an, um den SuS das Ausmaß des aktuellen Konflikts direkt vor Augen zu führen und die Handlungskompetenz zu fördern. Die Ergebnisse von Forschendem Lernen, dem vorherigen Erstellen von Aufsätzen, werden aufgegriffen, um sich einen begründeten Standpunkt zur Problematik zu bilden. Des Weiteren werden die Analysekompetenz und die Urteilskompetenz gefördert. So sollen die SuS in einer Debatte in der Lage sein, innerhalb des Konfliktes die wesentlichen Interessen und Machtverhältnisse der beteiligten Akteure einzuschätzen. Die Urteilskompetenz wird gefördert, indem das Diskussionsszenario die SuS dazu verpflichtet, die durch ihren jeweiligen Standpunkt repräsentierte Person in der Situation einzuordnen, basierend darauf eine bestimmte Stellung einzunehmen, sich für eine Lösungsperspektive zu entscheiden und diese argumentativ zu begründen. Der Einstieg in diese Unterrichtsphase erfolgt durch eine Konfrontation der SuS mit einem Szenario mit Realitätsbezug: There have been devastating fires at the beginning of the year, and you as experts and members of the public are invited to discuss Canada’s future. After the fires, companies are planning to expand the oil production area in Alberta in order to earn the money lost during the fires. Zur visuellen Unterstützung wurden zusätzlich YouTube Videos gezeigt, die sich konkret auf die Ölsände in Alberta beziehen. Die SuS sollen nun in ihren Expertengruppen bestimmte Rollen bzw. Charaktere vertreten, die ihren Standpunkt bezüglich Kanadas Zukunft begründet vertreten können. Zur Vorbereitung auf die verschiedenen Charaktere wurden kurze Beschreibungen der jeweiligen Rollen ausgehändigt. Dies geschah vor der Talkshow am Ende der vorherigen Stunde. Folgende Rollen waren dabei vertreten: Oil and Gas Exploration in Canada’s Arctic – a common worker who is involved in the oil industry Oil and Gas Exploration in Canada’s Arctic – an industrial representative of a huge oil company Environmental Issues in Canada – a scientist doing critical research concerning environmental pollution in Canada Native Canadians and Ecology – a Native Canadian living in Fort Chipewyan Tourism and Ecology – a representative of an eco-tourism travel agency for Northern Canada Animals and Wildlife – a speaker of the Canadian Wildlife Federation 21 Die Charaktere werden dabei aktiv von einem Vertreter der jeweiligen Expertengruppe dargestellt. Diese können innerhalb der Gruppe und im Verlauf der Talkshow rotieren und weitergegeben werden, sodass jeder die Möglichkeit erhält sich einzubringen. Die SuS, die nicht an der Talkshow teilnehmen, fungieren als Publikum, welches am Ende entscheidet, welche Meinungen und Standpunkte sie am meisten überzeugt haben. Die Moderation wird von den Studierenden geleitet. Die Abschlussrunde der Talkshow bildet dann eine Blitzlichtrunde aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen sowie des Publikums. Die Unterrichtsstunde wird komplettiert durch eine Reflexion der gesamten Unterrichtseinheit mit Hilfe der Fünf-Finger-Methode. Durch die Methode werden nicht nur die allgemeinen Stärken und Schwächen des Projektes aufgezeigt, sondern auch der Wahrnehmung des Einzelnen und dem individuellen Fokus Raum geboten. Durch das Zuwerfen eines Balles zur Weitergabe der Redebeiträge werden die SuS auch abschließend noch einmal motiviert. Diese Reflexion eignet sich bereits als mögliches Stundenende, um abschließende Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge von Seiten aller Beteiligten zu erhalten. Alternativ und eine für die SuS abwechslungsreicher Methode des Abschlusses ist ein Quiz zum Thema Kanada. Dort können sie ihr Wissen erneut unter Beweis stellen und haben die Möglichkeit einen kleinen Preis zu gewinnen. Wie bereits aufgezeigt sind die Unterrichtseinheit und insbesondere die beiden Unterrichtsstunden in ihrer Gestaltung sehr kompetenzorientiert und erfüllen ein Spektrum von der Förderung der Analyse-, Text- und Medienkompetenz, der Sozial- und Handlungskompetenz sowie der funktionalen-kommunikativen Kompetenz bis hin zur Präsentationskompetenz und politischen Urteilsbildung. Die genauere Zuordnung der einzelnen Kompetenzbereiche zu den jeweiligen Zielen der Unterrichtsphasen können dem tabellarischen Unterrichtsentwurf entnommen werden. 22 2.1.3.5 Tabellarischer Unterrichtsverlauf 1. U n terrich tsstu n d e (90 M in u ten ) U nterrichtsverlauf Z iel der Phase Sozialform M edium Z eit Begrüßung der SuS und V orstellung der Lehrpersonen E inleitung in das Them a und E inführung in die G estaltung der U nterrichtsstunde Schaffen einer entspannten A tm osphäre K ennenlernen aller Beteiligten E inführung in den Stundenablauf Lehrervortrag Plenum 5 M in. neue A ufteilung der bisherigen fünf E xpertengruppen drei G ruppen m it jew eils m indestens einem Repräsentanten einer E xpertengruppe M ethode G allery W alk: Fünf aufeinanderfolgenden Phasen, in denen der jew eilige Repräsentant der E xpertengruppe der G ruppe das erarbeitete Them a an dem dazugehörigen Inform ationsposten vorstellt (Präsentation) SuS füllen Laufzettel aus und w echseln nach 10 M inuten zum nächsten Inform ationsposten. genereller Ü berblick über die A rbeit der anderen G ruppen durch H andout und Präsentationen Sicherung durch A usfüllen der Laufzettel Kompetenzen Förderung der A nalyse-, Text- und M edienkom petenz durch ausführliche und tiefgründige E rarbeitung der individuellen Them en Sprachbew usstheit, da Texte in der Frem dsprache eigenständig w ahrgenom m en und erschlossen w erden Sozial- und H andlungskom petenz durch den kooperativen Charakter des E m ailprojektes sow ie der M ethode des “G allery W alk” V erantw ortung für den Lernerfolg des anderen Funktionale kom m unikative K om petenz: situationsangem essene V erw endung von sprachlichen M itteln zur D arstellung spezifischen them atischen W issens G ruppenarbeit Plenum Laptops Laufzettel 50 bis 70 M in. (5 x 10 bis 15 M in.) 23 1. U n te rr ic h ts st u n d e (9 0 M in u te n ) - A lt er n at iv e U nt er ric ht sph as e U nt er ric ht sv er lau f Z ie l d er P ha se So zi alfo rm M edi um Z ei t E ra rb eit un gs ph as e I Si ch er un gs ph as e I K ur ze P ow er -P oi nt P rä se nt at io ne n de r a us ge ar be ite te n In ha lte de r E xp er te ng ru pp en Su S no tie re n au f L au fz et te l w ic ht ig e In fo rm at io ne n un d Fr ag en ge ne re lle r Ü be rb lic k üb er d ie A rb eit d er a nd ere n G ru pp en d ur ch H an do ut u nd P rä se nt at ion en Si ch er un g du rc h A us fü lle n de r L au fz et te l Ko mp ete nz en Fö rd er un g de r A na lys e- , T ex tun d M ed ien ko m pe te nz d ur ch a us fü hr lic he u nd ti ef gr ün di ge E ra rb ei tu ng d er in di vi du el le n Th em en Sp ra ch be w us st he it, d a Te xt e in d er F re m dsp ra ch e eig en st än di g w ah rg en om m en u nd e rsc hl os se n w er de n So zi alu nd H an dl un gs ko m pe te nz d ur ch d en ko op er at iv en C ha ra kt er d es E m ail pr oj ek te s so w ie d er M et ho de d es “ G all er y W alk ” V er an tw or tu ng fü r d en L er ne rf ol g de s a nd ere n Fu nk tio na le k om m un ik at iv e K om pe te nz : s itu at io ns an ge m es se n V er w en du ng v on sp ra ch lic he n M itt eln z ur D ar st ell un g sp ez ifi sc he n th em at isc he n W iss en s Pr äs en ta tio ns ko m pe te nz G ru ppe na rbe it Pl enu m Be am er La pt op La uf ze tte l 50 bi s 70 M in . (5 x 10 bi s 15 M in .) A bs ch lu ss ph as e Z us am m en fa ss un g de r S tu nd e K ur ze F ee db ac kr un de z um E - M ail P ro jek t u nd z ur U nt er ric ht ss tu nd e Sa m m eln v on A nr eg un ge n un d K rit ik z um bi sh er ig en A bl au f d es P ro jek te s Pl enu m 15 M in . 24 2. U n terrich tsstu n d e (90 M in uten ) U nterrichts-phase U nterrichtsverlauf Z iel der Phase Sozialform M edium Z eit E instiegsphase II Begrüßung der SuS und V orstellung der Lehrpersonen E inleitung in das Them a und E inführung in die G estaltung der U nterrichtsstunde Schaffen einer entspannten A tm osphäre K ennenlernen aller Beteiligten E inführung in den Stundenablauf Lehrervortrag Plenum 10 M in. Sicherungsphase II K onfrontation m it folgendem Szenario: „There have been devastating fires at the beginning of the year and you as experts and m em bers of the public are invited to discuss Canada’s future. A fter the fires, com panies are planning to expand the oil production area in A lberta in order to earn the m oney lost during the fires”. M ethode Talkshow -D ebatte: im V orfeld: Z uw eisung bestim m ter Charaktere zu den jew eiligen E xpertengruppen; Publikum aktiv an finaler E ntscheidung beteiligt (Blitzlichtrunde) Z usam m enführung aller bearbeiteter Them en und V ertiefung der vorherigen Stunde Kompetenzen politische U rteilsfähigkeit durch V ertreten eines Standpunktes und Perspektivenw echsel H andlungskom petenz durch forschendens Lernen Funktional-kom m unikative und Interkulturell-kom m unikative K om petenz durch Begründung des U rteils basierend auf zuvor erlangtem W issen und die situationsgem äße und adressatengerechte D arstellung des eigenen H andels Lehrkraft: M oderation der D ebatte Plenum V ideo Rollenkarten Laptop Beam er 40 M in. 5 M inuten Pause A bschlussphase I Reflexion der ganzen U nterrichtseinheit m it H ilfe der Fünf-Finger-M ethode Feedback und V erbesserungsvorschläge der U nterrichtsplanung und -gestaltung von Seiten der SuS Plenum Ball 15 M in. A bschlussphase II Q uiz zum Them a: A ufteilung der SuS in zw ei Team s, die gegen einander antreten und um einen kleinen Preis spielen A uflockerung und gem einsam er A bschluss der U nterrichtseinheit G ruppenarbeit A rbeitsblatt 20 M in. 25 2.1.3.6 Reflexion Eine kritische Reflexion des Unterrichtsversuches mit Hinweisen zur Optimierung und die Auswertung der Feedbacks der SuS finden Sie online auf der ILIAS-Website des Zentrums für Lehrerbildung. 2.1.3.7 Alternativen Falls Sie eines der in diesem Projekt behandelten Teilthemen näher interessiert oder eine eigene Unterrichtseinheit dazu durchführen möchten, so schauen Sie die folgenden eigenständigen Unterrichtskonzepte an, die die Studentinnen dieses Projekts zusätzlich entwickelt haben: Online auf der ILIAS-Plattform: “Environmental Issues in Canada – Climate Change and its Effects in Canada” von Rebecca Abraham: Die Unterrichtseinheit für die E-Phase thematisiert den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die unterschiedlichen Regionen Kanadas. In diesem Band: Kapitel 2.3: “Tourism and Ecology in Northern Canada – The Yukon” von Kirsten Cordes: Bei der Unterrichtseinheit handelt es sich um eine allgemeine Betrachtung des Begriffs Tourismus und eine genauere Erarbeitung der Provinz Yukon. Kapitel 2.4: “Whose Land? – A Critical Perspective on the ‘Canadian Dream’” von Jessika Jesse: Die für die 13.1 entwickelte Unterrichtseinheit beschäftigt sich mit einer indigenen Kritik am „kanadischen Traum“ und der Bewegung “Idle No More”, somit auch mit politischen und gesellschaftlichen Aspekten. 2.1.4 Auswahl an Projekt-Ergebnissen: Schülerprodukte 2.1.4.1 Anhang: Unterrichtsmaterialen 2.1.4.1.1 E-Mail Exchange Guide Assignment This is the exchange plan for the next weeks. It is meant to provide a guide for you what to do in school and at home. Read through the guide and keep it as cover page for your exchange log. Week Exchange focus Homework: Preparation for next week! 1 General introduction to the e-mail-exchange project: Structure, time frame, expectations, technical equipment, final presentation. Keep an exchange log: describe and evaluate your exchange experience on a weekly basis: What you talked about in detail, interesting information you learned, quality and quantity of interaction, problems. 26 2 First e-mails to be sent to partner group/partners at university Each group member: prepare and list ideas and points to be discussed (special points of interest, personal experiences, etc.). 3 Negotiate and broaden the points to be discussed with regard to your topic: First, in your group and then via e-mail with your partner student. Ask yourselves: Which points need further explanation/exploration? Is there anything we did not understand? Research and prepare content/questions to be exchanged. 4 Explore your topic more deeply. Research information and ask questions to gain deeper insights. With regard to your topic, make a list of significant similarities and differences between German and Canadian ecology. Use this list as a basis for discussion. 5 Discuss significant (cultural) similarities and differences. Investigate their causes and communicate your perspective. Ask yourselves: Are there any current events (in Canada or Germany) that would fit into the ongoing discussion of your topic? 6 Discussing similarities and differences, are there any current events, issues, scandals, etc. that could be included into the discussion? From what you have exchanged so far, are there any missing pieces of information, anything confusing and therefore more questions to ask? 7 Summarize and structure the information you have collected throughout the exchange. Ask final questions. Goodbye e-mails. In your group, prepare a laptop presentation to share the knowledge you have gained with the rest of the class. 2.1.4.1.2 Arbeitsauftrag für die Abschlussstunden und “Role Cards” Dear students, the final two lessons of your Canada project will look as following: 1. During the first lesson you will do a Gallery Walk. Please prepare short presentations about your essays and a handout for everyone to take along. The following questions can help you with this: What is the topic of your essay? Briefly summarize the most important aspects. What are the main problems presented and are there any solutions suggested? Is there anything else that seems important to you and you would like to tell your classmates? Give some examples of what you talked about. This could be illustrated with images or a chart, for example. Keep it short! Most of the time keywords are better than full sentences and help to talk more freely. 27 2. In the second lesson you will be invited to a talk show concerning the oil degradation in Canada. You will meet the following scenario: “There have been devastating fires at the beginning of the year and you as experts and members of the public are invited to discuss Canada’s future. After the fires, companies are planning to expand the oil production area in Alberta in order to earn the money lost during the fires”. Your task is to prepare your character: Read through your group essay again and write down the main arguments you want to use. Additionally, try to listen carefully to the presentations of the other groups during the gallery walk. They might mention arguments which suit your character. 2.1.4.1.3 Platzkarten Für jede Rolle der Debatte muss eine Platzkarte mit beispielsweise folgenden Bezeichnungen ausgedruckt werden: Representative of the oil industry Representative of workers of the oil industry Representative of the Natives living in Fort Chipewyan Representative of an eco-tourism travel agency for Northern Canada Speaker of the Canadian Wildlife Federation Scientist 28 Environmental Issues in Canada You are a scientist doing critical research concerning environmental pollution in Canada Your task is to throw facts into the discussion when the other participants need scientific proof. At the end of the discussion the participants will be asked to come up with solutions. Your task will be to mention the contracts that have already been put into place. Tourism and Ecology You are a representative of an eco-tourism travel agency for Northern Canada Point out the beauty of Northern Canada which has been destroyed already and will be destroyed even more due to the expansion of the industries (indirectly through the rise of temperature). Think about the position you want to take in the debate. Are you concerned about the Arctic biodiversity that has so far attracted your clients or do you see positive aspects in the climate change? Try to find a creative solution for your situation. Animals and Wildlife You are a speaker of the Canadian Wildlife Federation Your task is to point out the uniqueness of the Canadian Wildlife of the different regions and point out the importance to protect the animals’ habitats. Try to find a creative solution for your situation. Oil and Gas exploration in Canada’s Arctic You are a common worker who is involved in the oil industry. Just as many other people in town you do make your living by working in the oil industries. Try to find arguments supporting your point of view. Try to find a creative solution for your situation. 29 Oil and Gas exploration in Canada’s Arctic You are an industrial representative of a huge oil company. Your task is to justify your companies’ plans to expand the oil fields in the Arctic. Since you will find people opposed to your ideas, try to find creative solutions for your situation (i.e. drilling for oil in the Arctic). Native Canadians and Ecology You are a Native Canadian living in Fort Chipewyan Your task is to describe your situation as authentic and personal as possible. Do you profit or rather suffer from the tar sands production? Try to find a creative solution for your situation. Audience Since not everyone will be able to participate in the actual discussion some of you will be the audience. First of all, your task will be to show vocally if you agree with what is being said. Further have a look at the content-related persuasiveness of the talk show participants as well as their body language. Who is the most convincing? At the end of the discussion you will be asked for your opinion on the expansion of the oil industries, based on what was said in the talk show. Further role card for a pro oil person You are an independent person/a house wife/a governmental representative/a scientist bought by the oil industries Argue in favour of the oil industries’ plans. 30 Talkshow Ablauf Vor der Stunde: Tische aufbauen, Platzkarten hinstellen Impuls zum Beginn „Talk-Show Intro“: “Direct in Direct Talkshow Intro (PAL)”. Hochgeladen von Viorel Ianasi am 20.3.2017. https://www.youtube.com /watch?v=-cc73-PgVg0H Moderator (Lehrer oder SuS): Hello and welcome to our talk show today on the topic of oil extraction in Canada. Canada has the third largest oil reserves in the world and is the world's fifth largest oil producer and fourth largest oil exporter. In 2015 alone, it produced an average of 621,610 cubic meters per day of crude oil and equivalent. Most of its oil production is coming from its enormous oil sands deposits. Oil industry: “The Ooze: a documentary on the Alberta tar sands.” Von Thomas Seal. Hochgeladen von The Ooze am 5.10.2015. https://www.youtube.com/watch? v=-07sfg0m9io Most of Canadian petroleum production is exported and therefore it adds a lot to the GDP. In 2005, almost 25,000 new oil wells were drilled in Canada. And daily, over 100 new wells are spudded in the province of Alberta alone, which is the largest oil producing province, providing 79.2% of Canadian oil production in 2015. But, as we all know there have been devastating wildfires in northern Alberta since the beginning of May. On May 3, a fire swept through the community of Fort McMurray, destroying approximately 2,400 homes and buildings and forcing the largest wildfire evacuation in Albertan history. Fire: “Oil-sands town in Canada is on fire and looks apocalyptic.” Hochgeladen von In the Now am 4.5.2016. https://www.youtube.com/watch?v=PVuIKJNb-qg Now firefighters are about able to hold the fire with the help of rain. The wildfire has also halted oil sands production at facilities north of Fort McMurray. Shell Canada had to shut down output at its Albian Sands mining operation located about 70 kilometers north of Fort McMurray. Now the company is planning to expand the oil extraction in order to earn the money lost during the fire. As we can follow on the news there are different opinions on the issue of oil extraction. Therefor we invited different experts to discuss on the issue together. I may introduce you to: 3. an industrial representative of a huge oil company 4. a representative of workers who are involved in the oil industry 5. a representative of Natives living in Fort Chipewyan 31 6. a representative of an eco-tourism travel agency for Northern Canada 7. a speaker of the Canadian Wildlife Federation 8. a scientist doing critical research concerning environmental pollution in Canada A warm welcome also to the audience. In the end it will be up to you to decide whose arguments are the most convincing. Speaking sequence 1. OPENING @ oil company: “Since it is your company’s plans that are discussed today I would like to give you the option for a first statement. Please explain your situation” Oil Company: .... @ worker: “Anything to add?” Worker: .... @ worker: “Thank you very much.” 2. COUNTER ARGUMENT “As we all know there are also other voices on the issue of oil extraction.” Native/Tourism/Wild life/Scientist 3. COUNTER ARGUMENT @ company: “Would you like to argue those concerns?” Company 4. COUNTER ARGUMENT @ Others: “Anything you would really like to add? Scientist?” Native/Tourism/Wild life/Scientist 5. SOLUTIONS @ Company: “Do you have any solutions?” Company 6. ARCTIC Ice Race - Into the Unknown - the Story of the ARCTIC (FULL DOCUMEN- TARY) 00:00- 00:49. Hochgeladen von Free Documentary am 27.11.2015. https://www.youtube.com/watch?v=ItVgyiMzEfw @ everyone: “Let’s stick to the point of drillingg in the arctic, might that be a solution?” @ company: “So which are the reasons why you would drill for oil in the arctic?” Company: @ Native/Tourism/ Wild life/ Scientist: “What do you think? Any suggestions from your side?” Scientist: (The exploration of the Arctic for petroleum is considered more technically challenging than in any other environment so far. However, recent technological developments as well as relatively high oil prices have allowed for exploration. As a result, the region has received significant interest from the petroleum industry). @everyone: “Thank you very much!” 32 7. AUDIENCE @ Audience: Who was the most convincing? (Contend-related/body language) Audience: @ Audience: What is your opinion on the expansion of the oil industries, based on what was said on the talk show? Further impressions/comments. 2.1.4.2 Literatur- und Quellenverzeichnis Quellen zur inhaltlichen Erarbeitung der behandelten Thematik: Ölförderung in Kanada: Braune, Gerd. „Ölsand in Kanada: Segen oder Fluch.“ Der Tagesspiegel. N.d. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/oelsand-inkanada-segen-oder-fluch/4679592.html Frankenberger, Klaus-Dieter. „Ölrausch in Alberta.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18.10.2011. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.faz.net/aktuell/wirt schaft/kanada-oelrausch-in-alberta-11497462.html Govenment of Canada, Natural Resources Canada. “Energy Sources and Distribution.” 24.10.2016. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.nrcan.gc .ca/energy/energy-sources-distribution Naß, Matthias. „Nordamerika im Ölrausch.“ Zeit-Online. 24.9.2014. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-09/oelrausch-energie wende-kanada „OPEC.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. Das Lexikon der Wirtschaft. N.d. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon -der-wirtschaft/20224/opec Petersdorff, Winand von. „Der Ölpreis ist verrückt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15.9.2014. Web. Gelesen 27.7.2017. http://www.faz.net /aktuell/wirtschaft /trotz-weltweiten-krisen-bleibt-der-oelpreis-stabil-13151814.html Rohwetter, Marcus. „Ölindustrie: An die Ränder der Welt.“ Zeit-Online. 4.8.2011. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.zeit.de/2011/32/Big-Oil Schulz, Detlef, und Karen Schulz. „Energiequellen und Kraftwerke.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. Das Lexikon der Wirtschaft. N.d. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.bpb.de/izpb/169476/energiequellen-undkraftwerke 33 „Die Talfahrt des Ölpreises.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. Das Lexikon der Wirtschaft. N.d. Web. Gelesen 28.8.2017. 28.8.2017. http://www.bpb.de/ politik/hintergrund-aktuell/200167/entwicklung-des-oelpreises Ölförderung in Niedersachsen/ Deutschland: „Erdgasförderung: Bundestag beschließt weitgehendes Fracking-Verbot.“ Zeitonline. 24.6.2016. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.zeit.de/wirtschaft/ 2016-06/erdgasfoerderung-fracking-bundestag-verbot Wetzel, Daniel. „Warum Niedersachsen das Fracking wieder erlaubt.“ Welt. 16.6.2016. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.welt.de/wirtschaft/ energie/article156283238/Warum-Niedersachsen-das-Fracking-wiedererlaubt.html Verwendete Videos: Viorel Ianasi: “Direct in Direct Talkshow Intro (PAL).” youtube.de. 20.3.2017. https://www.youtube.com/watch?v=-cc73-PgVg0H The Ooze: “The Ooze: a documentary on the Alberta tar sands”. By Thomas Seal. Youtube.de. 5.10.2015. https://www.youtube.com/watch?v=-07sfg0m9io In the Now: “Oil-sands town in Canada is on fire and looks apocalyptic.” Youtube.de. 4.5.2016. https://www.youtube.com/watch?v=PVuIKJNb-qg Free Documentary: “Ice Race – Into the Unknown – the Story of the ARCTIC.” Youtube.de. 27.11.2015. https://www.youtube.com/watch?v=ItVgyiMzEfw Didaktische Bezüge: Englisch Kerncurriculum Hessen: https://kultusministerium.hessen.de/sites/ default/files/media/kcgo-e.pdf Politik und Wirtschaft Kerncurriculum Hessen: https://kultusministerium.hessen .de/sites/default/files/media/kcgo-pw.pdf Bildung für nachhaltige Entwicklung: Peter, Horst, Klaus Moegling, Bernd Overwien: Politische Bildung für nachhaltige Entwicklung: Bildung im Spannungsfeld von Ökonomie, sozialer Gerechtigkeit und Ökologie. Kassel: Prolog-Verlag, 2011. 34 2.2 Multiculturalism: Are Newcomers to Canada Generally More Accepted by the Canadian Population than Newcomers to Germany? A Contrastive Analysis of Canadian and German Immigration Policies 11.-13. Klasse Dauer: 90 Minuten + 2 Hausaufgaben (Vor-, Nachbereitung) Von Rebecca Brömmeling und Felix Kremer 2.2.1 Besonderheit der Lerngruppe und Konsequenzen Die Versuchs-Lerngruppe bildet zusammen mit ihrer Lehrperson die Kanada AG, eine Projektgruppe, die sich mit kanadischer Kultur, Literatur und Identität beschäftigt. Die Kanada AG ist eines der Wahlpflichtfächer, für die sich die Schüler und Schülerinnen neben Musik, Kunst, Theater usw. entscheiden können, d.h. die AG ist ein Kurs, den sie aus Interesse an der Thematik gewählt haben, weswegen sie mit großer Motivation, Interesse und Engagement an die vielen Themenfelder rund um Kanada herangehen. Nach einem ersten Treffen der Lerngruppe an ihrer Schule, wo wir uns mit ihnen auf das Thema Multiculturalism einigten, trafen wir sie zum zweiten Mal am Canadian Studies Day.3 Die Lerngruppe eröffnete diesen Tag mit ihrem Theaterstück, welches bei allen Anwesenden auf große Begeisterung traf. Die Schüler und Schülerinnen haben zum Abschluss des Stückes noch eine anspruchsvolle und sich auf das Thema beziehende Diskussion vorbereitet, an der sowohl sie als auch Studierende und Lehrende teilnahmen. Im Verlauf des Tages nahmen die Schüler und Schülerinnen am weiteren Programm des Tages teil und arbeiteten und diskutierten interessiert mit. Konsequenzen: Die Schüler und Schülerinnen sind sprachlich laut den Definitionen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER)4 durchschnittlich etwa auf 3 Bericht über Canadian Studies Day 2016: Voemel/Vonderschmitt: “Canadian Studies Day 2016.“ 13.7.2016. uni-marburg.de/mzks. Web. 28.6.2016. https://www.uni-marburg.de/ mzks/nachrichten/CSD2016 4 „Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.“ (www.europaeischerreferenzrahmen.de, 28.6.2016). 35 dem Niveau B2. Da wir nicht zuletzt durch das große Engagement beim Canadian Studies Day überzeugt vom Arbeitsniveau der Lerngruppe waren, entschlossen wir uns, die Gruppe mit sehr anspruchsvollen Aufgaben zu konfrontieren. Aus der lebhaften Diskussion der SuS am Canadian Studies Day haben wir geschlossen, dass sich eine Podiumsdiskussion in dieser Lerngruppe besonders gut eignen würde. 2.2.2 Einführung in die thematische Materie Das Thema Multiculturalism ist sehr komplex: Generell beschreibt der Begriff Multiculturalism drei Konzepte, die auf der Webseite der Canadian Encyclopedia5 näher erläutert werden (Vgl. auch: Driedger/Burnet): 1. Zum einen bezieht sich der Begriff Multiculturalism auf eine Gesellschaft, die gekennzeichnet ist durch ethnische und kulturelle Heterogenität; 2. Zum anderen meint der Begriff auch die Gleichstellung aller ethnischen Gruppen sowie den Respekt gegenüber anderen kulturellen Gruppen und den Austausch aller ethnischen und kulturellen Gruppen untereinander; 3. Drittens und letztens bezieht sich der Begriff auch auf ein Konzept der kanadischen Politik, wonach seit 1971 durch viele verschiedene Maßnahmen versucht wird, das Zusammenleben aller gesellschaftliche Gruppen in einer zunehmend heterogen werdenden Gesellschaft so zu regeln, dass Mitglieder aller Gruppen in allen Gebieten des Lebens die gleichen Chancen haben (z.B. gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bei der Ausbildung) und dass niemand ausgegrenzt, benachteiligt oder diskriminiert wird. Zudem sollen sich die Bürger Kanadas gemäß ihrer kulturellen Prägung wohlfühlen und entfalten können, sodass es beispielsweise Gebetsräume in öffentlichen Gebäuden gibt. Dadurch versucht die Regierung seit Premierminister Pierre Trudeau, es Menschen zu ermöglichen, ihren religiösen Pflichten nachzukommen, sofern sie dies tun möchten. Außerdem wird beispielsweise auch im Fernsehen darauf geachtet, dass Schauspieler, Nachrichtensprecher, Journalisten, Moderatoren oder Personen in der Werbung auch Angehörige von sog. Visible Minorities sind, sodass im Fernsehen ein der Realität der kanadischen Gesellschaft entsprechendes Bild vermittelt wird. Der Staat versucht sich generell so wenig wie möglich in die privaten Angelegenheiten seiner Bürger einzumischen, sodass Verbote von religi- ösen Symbolen kaum eine Rolle spielen und religiöse Menschen ohne Einschränkungen einen Hidschab oder Turban tragen dürfen. Heutzutage ist das Konzept des Multiculturalism somit ein wichtiger und herausragender Teil der kanadischen Identität. 5 The Canadian Encyclopedia. Ed. Anthony Wilson-Smith. Historica Canada, n.d. Web. 04 June 2017. 36 Genauer eingegangen werden soll nun auf die drei oben genannten Komponenten des Begriff Multiculturalism: 1. Konzept (1) bezieht sich auf die ethnische und kulturelle Heterogenität der kanadischen Gesellschaft. Anhand der kanadischen Geschichte lässt sich jedoch belegen, dass Kanada nicht immer ethnisch und kulturell heterogen war: Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es erklärtes Ziel der Regierung Kanadas, dass möglichst viele Menschen europäischer Abstammung nach Kanada kommen, um das bis dahin noch größtenteils unbewohnte Land im Westen zu besiedeln. Bevorzugt wurden dabei vor allem Menschen aus Nord- und Mitteleuropa, und die kanadische Regierung versuchte, diese Menschen durch Werbemaßnahmen in den jeweiligen Ländern gezielt anzuziehen (vgl. Marks 2014: 100). Dadurch sollte erreicht werden, dass möglichst viele Nord- und Mitteleuropäer, die zu der damaligen Zeit als fleißig, strebsam und als an die geographischen und klimatischen Verhältnisse angepasst galten, das Land besiedeln. Italiener, Russen und Juden waren weniger erwünscht, da man dachte, diese Menschen hätten eine zu geringe Arbeitsmoral (vgl. Marks 2014: 100f). Besonders chinesische Einwanderer versuchte man durch eine sogenannte Head Tax fernzuhalten, da nach dem Bau der Canadian Pacific Railway viele Menschen chinesischer Abstammung in Kanada lebten und viele weitere Menschen aus China nachziehen wollten (vgl. Marks 2014: 101). Diese Maßnahmen könnten heutzutage klar als rassistisch und ausgrenzend verstanden werden. Dies änderte sich jedoch in den 1960er-Jahren unter der Regierung von Pierre Trudeau, als Menschen nicht mehr gemäß ihrer Herkunft, sondern gemäß ihrer Qualifikation nach Kanada immigrieren durften (vgl. Multiculturalism Act (1971)). Diese Entwicklung ging weiter durch den Multiculturalism Act von 1971, wonach anerkannt wurde, dass Multiculturalism als Konzept die Diversität des Landes widerspiegeln sollte. (Ebd.) Seit dieser Änderung der Gesetzgebung wandern vermehrt Menschen asiatischer, indischer und afrikanischer Herkunft nach Kanada ein, sodass heutzutage gerade in den Großstädten die ethnische Diversität sichtbar ist (vgl. Statistics Canada (2006)). 2. Die Komponente (2) bezieht sich auf die gesetzliche Gleichstellung der Mitglieder aller kulturellen Gruppen. Artikel 27 der kanadischen Charter of Rights and Freedoms bezieht sich explizit auf das „multikulturelle Erbe aller Kanadier“ und garantiert somit allen Menschen, welcher Religion sie auch angehören oder woher sie stammen, eine Gleichbehandlung vor dem Gesetz (vgl. Canadian Charter of Rights and Freedoms (1982)). Im Jahr 1988 implementierte die kanadische Regierung unter Premierminister Brian Mulroney den Canadian Multiculturalism Act, um die “full and equitable participation of individuals and communities of all origins in the continuing evolution and shaping of all aspects of Canadian society” (Driedger/Burnet) voranzutreiben; dafür wurde eine Reihe verschiedener Maßnahmen ergriffen, um die ethnische, kulturelle, religiöse und sprachliche Vielfalt Kanadas zu schützen. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem der Canadian Broadcasting Act (1991), wonach die Programmstruktur im Fernsehen und Beschäftigungsmöglichkeiten bei den verschiedenen Fernsehsendern alle Kanadier ansprechen sollen und Kanadas Diversität im Fernsehen abgebildet werden soll; der Employment 37 Equity Act (1986), wonach keinem Arbeitnehmer in Kanada eine Beschäftigungsmöglichkeit verweigert werden soll, deren Grundlage nicht die fehlende Qualifikation des Bewerbers ist, wonach also auch Gleichheit für Frauen, Indigene und Visible Minorities geschaffen werden soll (vgl. Employment Equity Act (1986)). 3. Damit wurde auch schon die dritte Komponente des Konzepts Multiculturalism thematisiert, nämlich die Maßnahmen der kanadischen Regierung, um Ungleichbehandlung abzubauen und Gleichbehandlung aktiv voranzutreiben. Es gibt allerding auch innerhalb Kanadas Widerstand gegen das nationale Konzept des Multiculturalism. Die Provinz Québec ist die einzige Provinz, die sich offiziell nicht als multikulturell definiert. Québec verfolgt stattdessen eine Politik des sog. Interculturalism, da die Provinzregierung trotz Einwanderung aus nicht französisch geprägten Ländern versucht, das französische Erbe weiterhin zu bewahren. In Québec bedeutet Interculturalism konkret, dass die französische Sprache als verbindendes Element aller Einwohner von Québec eine dominierende Rolle gegenüber anderen Sprachen erhält, die dadurch der französischen Sprache untergeordnet werden. Patriquin beschreibt das Konzept des Interculturalism als einen moralischen Vertrag zwischen der Gesellschaft Québecs und den Immigranten in dieser Provinz, wonach diese die französisch geprägte Kultur der Provinz anerkennen (vgl. Patrquin 2011). So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Regierung Québecs unter Premierministerin Pauline Marois im Jahr 2013 versucht hat, durch eine spezielle Gesetzgebung alle offensichtlich religiösen Symbole aus dem öffentlichen Leben zu verbannen, da man diese als Bedrohung des französischen Erbes sah. Einzig das große Kreuz in der Nationalversammlung in der Hauptstadt Québec sollte hängenbleiben, da dieses zum kulturellen Erbe Québecs gehöre. Dieser Versuch einer neuen Gesetzgebung ist jedoch gescheitert, auch nachdem das kanadische Verfassungsgericht angekündigt hat, diesen Gesetzentwurf bezüglich seiner Verfassungskonformität prüfen zu wollen. Auch äußerte das Volk durch wöchentliche große Demonstrationen, vor allem in Montréal und Québec, seinen Widerspruch. Im Einwanderungssystem Kanadas gibt es ein sogenanntes Punktesystem, wonach Menschen, die aus ökonomischen Gründen nach Kanada einwandern wollen, basierend auf ihrer Qualifikation eine bestimmte Anzahl an Punkten bekommen (vgl. Cameron 2004: 417f). Anhand der Punktzahl wird ein Ranking erstellt, und mehrmals im Jahr bekommen die Antragssteller mit den meisten Punkten dann eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Zur Qualifikation der Antragssteller gehören dabei der Bildungsstand, ein eventueller Universitätsabschluss, das Alter, praktische Berufserfahrung im Heimatland und/oder in Kanada sowie englische und/oder französische Sprachkenntnisse. Ziel dieses Punktesytems ist es, auf eine gerechte Art und Weise diejenigen Bewerber auszuwählen, die sich am wahrscheinlichsten erfolgreich in die kanadische Gesellschaft integrieren werden und schnell Arbeit finden (vgl. Simmons 2004: 247). Dieses System ist objektiv betrachtet fair, beinhaltet jedoch auch den Nachteil, dass Fachkräfte aus Schwellenländern abgeworben werden oder Geringqualifizierte wenige Chancen auf eine Einwanderung haben. Das ist jedoch für Kanada natürlich ein Vorteil. 38 Die Flüchtlingspolitik Kanadas lässt sich am besten durch das Konzept Humanitarian Resettlement beschreiben (vgl. Casasola 2001: 76). Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass nur solche Menschen und Familien als Flüchtlinge in Kanada in Frage kommen, die zuvor von der United Nations High Commission für Refugees (UN- HCR) als Flüchtlinge anerkannt wurden. Diese Menschen werden also nach bestimmten Kriterien ausgewählt und bekommen dann ein „Angebot“, dass sie nach Kanada einwandern können. Meist werden dafür Menschen aus Flüchtlingslagern in Drittstaaten ausgewählt, im Falle von syrischen Flüchtlingen zum Beispiel Menschen aus Flüchtlingslagern in Jordanien. Kriterien, nach denen das kanadische Einwanderungsministerium die Menschen auswählt, sind zum Beispiel Familienstatus sowie Gesundheits- und Sicherheitschecks. Haben sich diese Menschen dazu entschlossen, als Flüchtlinge nach Kanada zu kommen, werden sie per Flugzeug nach Kanada gebracht und bekommen dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, mit der Option, auch irgendwann kanadische Staatsbürger zu werden. Es werden, verglichen mit anderen westlichen Ländern, relativ wenige Menschen als Flüchtlinge aufgenommen, wodurch die Regierung Kanadas sicherstellen möchte, dass eine adäquate Versorgung möglich ist und die Menschen von Anfang an eine angemessene Wohnmöglichkeit zur Verfügung gestellt bekommen (vgl. Ibbitson 2015). Insgesamt ist die kanadische Flüchtlingspolitik sehr restriktiv, weshalb sie sich ausgezeichnet für einen Vergleich mit der weniger restriktiven Flüchtlingspolitik Deutschlands eignet. Die Flüchtlingspolitik Deutschlands ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Menschen, die potenziell dafür in Frage kommen, als Flüchtlinge in Deutschland anerkannt zu werden, illegal in die EU einreisen müssen und nicht in ihren Herkunftsländern oder Drittstaaten ausgewählt werden. An die Außengrenzen der EU gelangen die Menschen meist auf sehr gefährlichen Wegen, zum Beispiel in seeuntauglichen Booten von Libyen nach Italien oder von der Türkei auf die griechischen Ägäisinseln (vgl. Angenedt 2015: 9). Fast immer bezahlen sie dafür Menschenschmuggler, die sie dorthin bringen, wo sie hinmöchten (vgl. Schloenhardt 2015: 38). Daher kam es auch oft vor, dass auf der sogenannten „Balkanroute“ LKWs mit Menschen darin gefunden wurden, die sich nach Deutschland oder in ein anderes europäisches Land bringen lassen wollten. Normalerweise müssen sich die Menschen nach Einreise in die EU in ihren Einreiseländern, also meist Italien oder Griechenland, registrieren, und sollten dann über sogenannte Verteilungsschlüssel auf andere europäische Länder aufgeteilt werden; dies wird geregelt durch das Dublin-II-Abkommen (vgl. Hummitzsch). Dies funktioniert allerdings nur unzureichend, da sich einige Staaten Europas, darunter besonders die Länder der Visegrád-Gruppe, gegen die Aufnahme von Flüchtlingen weigern. Zum anderen setzte im Jahr 2015 die deutsche Bundesregierung das Dublin-II-Abkommen außer Kraft, sodass sich Menschen direkt in Deutschland als Flüchtlinge registrieren konnten. Voraussetzung dafür war, dass sie zuvor illegal die deutsche Staatsgrenze überschritten hatten. Der Prozess der Anerkennung als Flüchtling beginnt daher 39 auch erst, wenn die Menschen bereits in Deutschland sind. Er zieht sich wegen der großen Zahl an Flüchtlingen und der daraus resultierenden Überlastung der deutschen Behörden oft monatelang hin, und resultiert entweder in einer Anerkennung als Flüchtling, einer Ablehnung mit anschließender Duldung oder eventuell sogar einer Abschiebung. Deutschkurse können erst besucht werden beziehungsweise werden erst finanziert, wenn der Flüchtlingsstatus genehmigt worden ist, sodass sich viele Menschen bis zu sechs Monate in Deutschland aufhalten, ohne Deutsch zu lernen. Das ist womöglich nicht gerade förderlich für eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft. 2.2.3 Ziel- und Kompetenzformulierungen Was sollen die Schüler und Schülerinnen am Ende können? Wie soll das erreicht werden? Konkretisierung: Aufgaben und Beispiele Feedback und Differenzierung LESEN Sinn erfassend lesen können wichtige Informationen filtern Graphiken und Diagramme analysieren Informationstexte werden in Kleingruppen gelesen und bearbeitet Texte lesen und den Inhalt auf einem Plakat visualisieren in der Podiumsdiskussion Inhalte diskutieren Vorstellen der Plakate Podiumsdiskussion führen SCHREIBEN das Schreiben als Weg zur gedanklichen Klarheit erkennen strukturierend Stichpunkte festhalten und diese als Gedankenstütze verwenden Plakate gestalten Stichpunkte festhalten und diese in der Diskussion nutzen nach dem Lesen sollen die Plakate gestaltet werden nach dem Lesen der Rollenkarten sollen die wichtigsten Punkte in prägnanten Stichworten festgehalten werden Vorstellen der Plakate Podiums-diskussion (anhand der Stichworte die Qualität dieser erkennen) 40 SPRECHEN UND PRÄSENTIEREN / SPRACHLERNKOMPETENZ die Schüler und Schülerinnen sollen flüssig sprechen können sicheres Präsentieren Komplexe Sachverhalte erörtern können Perspektivübernahme Vorstellen der Plakate Beiträge in der Podiums-diskussion sich in andere Rollen hinein-versetzen komplexe Inhalte vorstellen die fertigen Plakate sollen vor der gesamten Gruppe präsentiert werden Podiums-diskussion mit der Lerngruppe Podiums-diskussion; nicht nur eigenen Standpunkt, sondern auch andere vorstellen verschiedene Themen der Plakate verschiedene Rollen in der Diskussion direktes Feedback durch eventuelle weitere Fragen möglich während der Diskussion Fragen stellen und beantworten MEDIENKOMPETENZ die Schüler und Schülerinnen dürfen beim Recherchieren für die Plakate das Internet benutzen (Quellenbewusstsein erwerben) Recherche über Flüchtlingspolitik Besprechen und Präsentieren der recherchierten Informationen Nachschlagen von Fachvokabular Recherche zum Thema Flüchtlingspolitik in Kanada und Deutschland unter Verwendung von Lesetexten und Internetquellen Qualität der Poster und deren Präsentation Wortschatz während der Präsentationen Podiumsdiskussion INTERKULTURELLE KOMPETENZ Verstehen verschiedener Migrationspolitiksysteme Perspektivübernahme von Menschen aus anderen Ländern Hineinversetzen in andere Rollen Recherche auf authentischen Websites/von authentischen Texten Vorbereiten einer Rolle (evtl. sogar aus einem anderen Land) Recherche für das Erstellen der Plakate Verschiedenheit von Plakaten und Rollen Qualität und Tiefe der übernommenen Rollen SOZIALE KOMPETENZ Sich verständigen und mit anderen kooperieren Agieren im Team Rücksichtsnahme praktikzieren Sich durchsetzen Austragen und Lösen von Konflikten Schülerinnen und Sschüler arbeiten selbstständig in der Gruppe Einteilen von Rollen Wahrnehmung verschiedener Aufgaben in der Gruppe Bereitet eure Rolle in der Podiumsdiskussion gemeinsam in der Gruppe vor Jeder übernimmt eine andere Rolle in der Gruppe Feedback zur Güte und Qualität der Plakate 41 SELBSTREGULATIONSKOMPETENZ Anwendung von Lern- und Erarbeitungsstrategien Selbstgesteuerter Erwerb von neuem Wissen unter Nutzung geeigneter Methoden Eigenständiges Entwickeln von Lösungsstrategien für mögliche Probleme Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich vor der Unterrichts-stunde selbst-ständig neues Wissen Bereitet zu zweit oder zu dritt ein Plakat vor und präsentiert euer Thema unter Zuhilfenahme des Plakats euren Mitschülern Evtl. Richtigstellung möglicher Teilaspekte des Themas nach der Präsentation Ergänzungen des Lehrers INVOLVEMENT Sich auf etwas Neues und Unbekanntes einlassen Sich intensiv mit etwas auseinandersetzen Sich selber und andere für ein Thema begeistern Einer Fragestellung/einem Problem auf den Grund gehen Die Schülerinnen und Schüler lassen sich auf das ihnen unbekannte Konzept Multiculturalism ein. Sie erörtern die Leitfrage der Stunde. Diskutiert unsere Leitfrage in der Podiums-diskussion Jeder übernimmt eine andere Rolle in der Podiums-diskussion. Schülerinnen und Schüler, die nicht so flüssig Englisch sprechen können, sitzen im Publikum und dürfen Rückfragen stellen. WISSENSCHAFTSPROPÄDEUTISCHE KOMPETENZ Eigenständiger Erwerb und Nutzung neuen Wissens Anwendung von Verfahren und Strategien der Argumentation Fähigkeit zum Abstrahieren auf einem gesteigerten Niveau Die Schülerinnen und Schüler argumentieren in der Podiumsdiskussion unter Zuhilfenahme der Informationen auf den Plakaten. Ist das Konzept Multiculturalism geeignet um die Anerkennung von Minderheiten zu fördern? Jeder recherchiert nach seinen eigenen Fähigkeiten. Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiver mit der Thematik auseinander. Online finden Sie auf der ILIAS-Plattform eine Auflistung der Kompetenzen, die in diesem Unterricht vorausgesetzt werden und ein didaktisches Planungsschema. 42 2.2.4 Didaktische Überlegungen 2.2.4.1 Stundenziele Zentrale Frage: Trägt das Konzept Multiculturalism, so wie es in Kanada praktiziert wird, zu einer friedlichen und toleranten Koexistenz verschiedener Kulturen bei? Vorgehen: Hierzu wird die besondere Einwanderungspolitik Kanadas, und hier besonders das Punktesystem zur Auswahl geeigneter Einwanderer, betrachtet. Wir wollen herauszufinden, ob ein ähnliches System für Deutschland, das sich zur Zeit mit einer Einwanderungswelle konfrontiert sieht, geeignet wäre oder ob Deutschland im Hinblick auf seine Einwanderungspolitik etwas von Kanada lernen könnte. Erwartetes Resultat: Bei diesem Vergleich soll herauskommen, dass das Konzept Multiculturalism in Kanada zu einer friedlichen und erfolgreichen Koexistenz unterschiedlicher Kulturen beiträgt und dass die kanadische Flüchtlingspolitik deutlich restriktiver ist als die deutsche. Weitere Ziele: Beschäftigung mit Kanada erlaubt den SuS das Einnehmen einer Fremdperspektive, was wiederum dazu führt, dass sie Deutschland mit anderen Augen sehen lernen. Die Beschäftigung mit aktuellen und gesellschaftlichen Problemen des 21. Jahrhunderts ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, mündige Bürger zu werden. Erwerb neuen Wissens und das Einnehmen einer Außenperspektive befähigt sie dazu, die Themen Flucht, Migration und Integration Zugewanderter reflektiert zu betrachten und mögliche Lösungsansätze dafür zu entwickeln. 2.2.4.2 Mögliche Schwierigkeiten Schwierigkeiten, die sich bei der Umsetzung des Unterrichtsvorhabens ergeben können, sind zum einen die Komplexität der Themengebiete, auf denen sich die Schülerinnen und Schüler neues Wissen aneignen müssen. Das Wissen muss dabei so gut angeeignet werden, dass die Schülerinnen und Schüler in der letzten Phase der Unterrichtsstunde in der Lage sind, es im Rahmen der Podiumsdiskussion auch einzusetzen und anzuwenden. Eine weitere Schwierigkeit könnte die selbstgesteuerte und eigenständige Recherche und Aufarbeitung der Gruppenarbeitsthemen sein. Online finden Sie auf der ILIAS-Website Hinweise zur curricularen und allgemein didaktischen Begründung nach Klafki. 43 2.2.4.3 Materialanalyse Material Chancen Schwierigkeiten Warum dieses Material? Text von der kanadischen Webseite Citizenship and Immigration Canada sehr gut verständlich formuliert Das Konzept Multiculturalism wird interessant, einleuchtend und gut verständlich dargestellt. Bei diesem authentischen Text ergibt sich die Schwierigkeit, dass versucht wird, das Konzept Multiculturalism und seine Auswirkungen auf die kanadische Gesellschaft in seiner Gesamtheit darzustellen. Dadurch wird das Konzept sehr stark herunter-gebrochen, sodass es in der Komplexität vielleicht schwerer zu begreifen ist. In diesem authentischen Text wird das Modell des kanadischen Multiculturalism näher beschrieben. Informationstext der Bundeszentrale für politische Bildung sehr informativ viel Fachvokabular Zur Bearbeitung des Themas Figures and Statistics verschiedene Grafiken und Schaubilder textuelle Information wird ergänzt, und die SuS haben die Möglichkeit, die Auswertung und Interpretation von Diagrammen zu lernen. Zahlen und Statistiken zur Entwicklung der Flüchtlingszahlen weltweit werden auf grafische Weise dargestellt. Internetlinks zu Zeitungsartikeln der kanadischen Zeitung The Globe and Mail Authentisches Textmaterial Inhaltliche Hilfe und Inspiration für die Podiumsdiskussion Mögliche unbekannte Vokabeln Sichtweise kanadischer Journalisten kennenlernen kurzer Videoclip Vermittelt Eindruck, wie der kanadische Premierminister Trudeau bei der Begrüßung von Flüchtlingen portraitiert wird Mögliche Probleme beim Hörverstehen Evtl. Vokabel- Vorentlastung leisten Erarbeitung des Themas Canada’s refugee policy 44 2.2.5 Methodische Überlegungen Aufgeteilt ist die Stunde zur Bearbeitung der Thematiken und Vorbereitung der Podiumsdiskussion in insgesamt fünf Phasen. Phase 1: Zum Zweck der Transparenz sollen zu Beginn der Ablauf der Stunde und das Vorgehen besprochen werden. Besonders herausgehoben wird an dieser Stelle, dass im Rahmen der Podiumsdiskussion die Leitfrage unserer Stunde erörtert wird und dass die Erstellung sowie Präsentation der Plakate und Gruppenarbeitsergebnisse dazu dienen, dass jeder Schüler und jede Schülerin mit einem gewissen Vorwissen in die Diskussion startet und so die Podiumsdiskussion inhaltlich vorbereitet wird. Die sechs Themen zur Vorbereitung werden in Kleingruppen von je zwei bis drei Schülerinnen und Schülern erarbeitet. Hier ist besonders wichtig, dass sich im Rahmen einer Gruppenarbeit jede(r) Schüler(in) individuell einbringen kann. Besonders kreative Schüler und Schülerinnen können zum Beispiel die Poster gestalten. So kann jeder seine eigenen Stärken einsetzen. Phase 2: Im Rahmen der Präsentationsphase erfolgt die Vorstellung der Plakate nach der Methode eines Gallery Walk. Dazu werden die Poster gut sichtbar an den Wänden aufgehängt, und jede Gruppe soll ihr Thema mit Hilfe des Posters in einem ca. fünfminütigen Vortrag vorstellen. Diese Methode ist hier besonders gut geeignet, da es dadurch für jedes Teilgebiet der Thematik eine Expertengruppe gibt, die ihr Wissen an die Mitschülerinnen und Mitschüler weitergibt. Das freie Sprechen vor einer Gruppe gibt den Schülerinnen und Schülern dazu die Möglichkeit, im Englisch-Sprechen „warmzulaufen“, sodass das freie Sprechen in der Podiumsdiskussion dadurch erleichtert wird. Durch die Vorstellung der Gruppenarbeitsergebnisse wird sowohl die Sprechkompetenz der Vortragenden als auch die Hörverstehenskompetenz der Zuhörenden geschult. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sollen jeweils angehalten werden, kritisch über das Vorgetragene nachzudenken und Fragen zum Verständnis oder weiterführende Fragen zu stellen. Den Vortragenden wird an dieser Stelle eine große Verantwortung übergeben, da es jeweils an ihnen liegt, das Thema gut strukturiert und anschaulich darzustellen. Für den Fall, dass Fakten fehlerhaft oder unvollständig dargestellt werden sollen, oder dass die Vortragenden Rückfragen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler nicht beantworten können, kann die Lehrkraft die Vortragenden inhaltlich unterstützen. Für die Vorstellung der Arbeitsergebnisse erachten wir die Plakate als besonders zielführend, da sich die Schülerinnen und Schüler die Informationen darauf in der Diskussionsphase auch zunutze machen können. Die Plakate dienen ebenso als Medium, auf dem die Ergebnisse festgehalten werden. Als Übergang in die Gruppenarbeitsphase bietet es sich an, anzukündigen, dass nun die Leitfrage der Stunde im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert werden soll und dass dafür die Schülerinnen und Schüler bestimmte Rollen einnehmen sollen, zu deren inhaltlicher und sprachlicher Vorbereitung sie von uns vorbereitete Rollenkarten bekommen. 45 Phase 3: Sodann folgt die Erarbeitungsphase in Kleingruppen. Dabei soll jede Gruppe einen Schüler oder eine Schülerin bestimmen, der oder die an der Podiumsdiskussion als Diskussionsteilnehmer teilnimmt. Durch die Vorbereitung jeder Rolle durch mindestens zwei SchülerInnen wird erreicht, dass in der Podiumsdiskussion möglichst viele, aber auch starke und inhaltlich differenzierte Argumente verwendet werden. Die Sicherung der Argumente erfolgt schriftlich, indem jede(r) Diskussionsteilnehmer(in) sich Notizen macht, auf die er bzw. sie in der Diskussion zurückgreifen kann. In der Gruppenarbeitsphase wird vor allem die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert. Phase 4: Im Rahmen der Diskussionsphase sollen dann die vorbereitenden Argumente zur Anwendung kommen und von den Schülern im Rahmen der Podiumsdiskussion eingesetzt werden. Um die Relevanz und Aktualität der Thematik zu verdeutlichen, wird die Diskussion mit einem aktuellen Zitat aus der kanadischen Zeitung The Globe and Mail eingeleitet, in dem beschrieben wird, dass Kanada vermutlich das einzige westliche Land ist, in dem keine rechtspopulistischen Parteien im Aufstieg sind und in dem es keine Ressentiments gegen Einwanderung oder Einwanderer gibt. Um die Diskussion zu eröffnen und die Gruppe zum Reden zu bringen, soll ein Teilnehmer, und zwar der kanadische Journalist, sofort nach seiner Meinung zu dem Statement gefragt und dazu angehalten werden, dieses Statement auf seine inhaltliche Qualität zu überprüfen. Damit soll das Interesse an der Erörterung der Leitfrage geweckt werden. In der Diskussion fungiert die Lehrperson als Moderator und Experte des Themas, um darauf zu achten, dass jeder der Diskussionsteilnehmer produktiv zum Verlauf der Diskussion beiträgt und in etwa die gleichen Redeanteile hat. Diese Rolle kann aber auch ein Schüler oder eine Schülerin übernehmen. Die Lehrperson in der Funktion des Moderators kann aber als Experte weitere Fakten oder Aspekte des Themas erwähnen, Rückfragen an die Teilnehmer stellen oder diese dazu anhalten, stärker aufeinander Bezug zu nehmen. Eine solche Podiumsdiskussion ist eine äußerst komplexe Form der Erarbeitung eines Sachverhaltes, da sie neben inhaltlichen Kenntnissen und dem Vorhandensein von Faktenwissen auch ein hohes Maß an Sprach-, Sprechund Hörverstehenskompetenz erfordert sowie die Bereitschaft, eine bestimmte Meinung und Haltung einzunehmen, diese mit Argumenten geschickt zu vertreten, sich auf etwas Neues einzulassen und sich damit auseinanderzusetzen sowie zügig auf die Meinungen und Sichtweisen der anderen Diskussionsteilnehmer einzugehen. Die Ergebnissicherung dieser Phase erfolgt dadurch, dass die Diskussion videographiert wird, sodass sie dauerhaft festgehalten werden kann, um in einer der Folgestunden damit weiterarbeiten und die Diskussion, die Teilnahme, das Sprechen und Gesagte der Teilnehmer reflektieren zu können. Abgeschlossen werden soll die Diskussion dann durch den Moderator (Lehrperson oder Schüler/in), indem er den Teilnehmern für ihre Teilnahme an der Diskussion dankt und ein knappes Fazit der Diskussion zieht. 46 Phase 5: Die Stunde schließt in Form eines durch die Lehrkraft geleiteten Unterrichtsgesprächs, womit erreicht werden soll, dass die Meinungen, Aspekte und Kompromisse, die sich in der Diskussion ergeben haben, nicht einfach so stehen bleiben. Im Laufe dieses Gesprächs soll den Diskussionsteilnehmern sowie den Zuhörern die Möglichkeit gegeben werden, über die Diskussion zu reflektieren und deren Verlauf zu beurteilen. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier besonders ihre eigene Rolle und ihren Beitrag zur Diskussion beurteilen und reflektieren, wie es ihnen persönlich als Teil der Teilnehmerrunde oder Zuhörerschaft erging. Durch die Reflexion wird auch ein erneuter Bezug zur Ausgangsfrage hergestellt, wobei nochmals herausgestellt werden soll, dass diese nicht pauschal oder abschlie- ßend beantwortet werden kann. Die Unterrichtsstunde ist so aufgebaut, dass man mit der Vorstellung der Themen und der Aneignung von neuem Wissen beginnt, welches dann in der Podiumsdiskussion sofort zur Anwendung kommen soll. Dauerhafte Lernprodukte: Die von den Schülerinnen und Schülern gestalteten Plakate: Durch das Anbringen der Plakate an den Wänden des Klassenzimmers sollen die erarbeiteten Informationen während der Podiumsdiskussion sichtbar sein, sodass die Diskussionsteilnehmerinnen und –teilnehmer die Möglichkeit haben, im Verlauf der Diskussion darauf zurückzugreifen. Außerdem haben die Poster als Lernprodukt den weiteren Vorteil, dass die Informationen auch über unser Unterrichtsprodukt hinaus im Klassenzimmer präsent sind und man sich auch bei einer Vertiefung und Nachbereitung der Thematik auf diese beziehen kann. Videoaufnahme der Podiumsdiskussion: Da im Verlauf der Diskussion nichts schriftlich festgehalten wird, wird die Podiumsdiskussion videographiert. Das Video soll am Ende als Lernprodukt dastehen und hat den Vorteil, dass nicht nur die Inhalte der Diskussion festgehalten werden, sondern auch, dass sich die Argumentations- und Sprechweise anhand des Videos im Nachhinein analysieren lassen. So hat jeder Diskussionsteilnehmer die Möglichkeit, beim Betrachten des Videos im Nachhinein für sich selber zu entscheiden, wie reflektiert er oder sie argumentiert hat, wie gut er oder sie auf Gegenargumente eingegangen ist oder wie gut das sprachliche Niveau in der Diskussion war. 47 2.2.6 Tabellarischer Unterrichtsverlauf U n te rr ic h ts p h as e U n te rr ic h ts ve rl au f Z ie l d er P h as e So zi al fo rm M ed iu m Z ei t E in st ie gs p h as e Be gr üß un g un d Be sp re ch un g de s S tu nd en ve rla uf s Sc ha ffe n ein er e nt sp an nt en A tm osp hä re u nd T ra ns pa re nz e rz eu ge n Pl en um - < 5 M inu te n P rä se n ta ti on sp h as e D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n pr äs en tie re n di e Pl ak at e, di e sie in d er S tu nd e zu vo r a nge fe rti gt h ab en . D ie Sc hü ler u nd S ch ül er in ne n sin d au f d em se lb en In fo rm at io ns st an d un d kö nn en v er tie fe nd m it de m Th em a ar be ite n Pl en um Pl ak at e 20 -2 5 M in ut en E ra rb ei tu n gs -p h as e D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n er ar be ite n au f G ru nd lag e ih re r V or ke nn tn iss e ei ne Po di um sd isk us sio n; v or he r w ird d ie G ru pp e in se ch s K lei ng ru pp en e in ge te ilt . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n be sp re ch en di e let zt en P un kt e, di e sie z ur D isk us sio n be itr ag en w ol len . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n ve rtie fe n ge m ein sa m ih r V or w iss en un d er ar be ite n sin nh af te A rg um en te . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n se le kt ie re n di e w ic ht ig st en u nd ü be rze ug en ds te n A sp ek te . G ru pp en -a rbe it Pl ak at e, Ro lle nk ar te n 25 M in ute n D is ku ss io n sp h as e D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n ve rs et ze n sic h in e in e Ro lle u nd p rä se nt ie re n ih re e rar be ite te n St an dp un kt e. D ie Le hr pe rs on üb er ni m m t d ie m od er ier en de R ol le. D ie Sc hü ler u nd S ch ül er in ne n fü hre n ei ne a ns pr uc hs vo lle D isk us sio n zu m T he m a, ha lte n G es pr äc hs re ge ln e in u nd b en ut ze n Fa ch vo ka bu lar . Po di um sdi sk us sio n Ro lle nk ar te n, N ot iz en 25 -3 0 M in ut en Si ch er u n gs p h as e D ie Sc hü ler u nd S ch ül er in ne n ve rf as se n ein m ün dl ich es F az it un d fa ss en d ie w ich tig st en P un kt e zu sa m m en . D ie S ch ül er u nd S ch ül er in ne n kö nne n di e w ich tig st en A rg um en te e rsc hl ieß en u nd e in lo gi sc he s F az it zu sa m m en fa ss en . G el ei te te s U nt er ric ht sge sp rä ch (e vt l. N ot ize n) 10 M in ute n A b sc h lu ss p h as e V er ab sc hi ed un g Sc ha ffe n ei ne r f re un dl ic he n A tm osp hä re Pl en um - 1 M in ut e 48 2.2.7 Lösungsschlüssel Im Folgenden werden mögliche Lösungen, die wir für die Plakate antizipiert haben, dargestellt. Zuerst wird auf die Plakate, danach auf die Mindest-, Regel- und Expertenstandards für die Podiumsdiskussion und zuletzt auf mögliche Lernprodukte eingegangen. 2.2.7.1 Plakate Unter diesem Aspekt soll dargestellt werden, welche Punkte wir mindestens von den Schülerinnen und Schülern erwarten. Group 1 Multiculturalism and the Canadian Multiculturalism Act Multiculturalism ensures that the racial and ethnic origins, the language, and the religious affiliations of all Canadians are valued. The aim of Canada’s multicultural policy is to help shape a society in which people of various ethnic and cultural backgrounds enjoy equal opportunities and chances to participate in society. The citizens are granted the right to live according to their religious and cultural norms without fearing the pressure of society. The Multiculturalism Act was passed in 1971 to value the multicultural heritage of all Canadians. The advantage is that all citizens are equal before the law and enjoy equal rights and opportunities. Group 2 Canada’s Points-Based System The points-based system is an immigration system which aims at creating fair standards upon which prospective immigrants are selected for immigration. Each applicant is allotted a certain number of points based on age, education, work experience and English and/or French language skills. The system was created to determine those immigrants that are most likely to successfully integrate into Canadian society. Advantages include that young and educated immigrants are preferred over those which are unlikely to find jobs in Canada. The system is fair as the applicants with the highest qualifications are preferred, although applicants which don’t meet the criteria are disadvantaged. Group 3 Understanding the Principles of Migration There are two factors that contribute to global migration. Push and pull factors Push factors are those that push people out of their home countries. Pull factors are those that draw people to other countries. Push factors include wars, famine, inequality, a lack of education or opportunities, unemployment, poverty, a lack of proper infrastructure, religious persecution and other forms of intolerance and discrimination. Pull factors include higher wealth and health, better chances of employment, better chances of education and a potentially higher standard of living. 49 Group 4 Canada’s Refugee Policy A refugee is someone who is forced to leave his or her home country because of war, famine, and other means of life-threatening aspects. Someone who leaves his or her home for economic reasons is not considered a refugee. Canada mainly selects families who have previously been recognized as refugees by the UNHCR, which brings them out of refugee camps directly into Canada. Before being eligible to come to Canada, they have to undergo health and criminal background checks. Upon their arrival in Canada, they immediately obtain permanent resident status and are allowed to apply for citizenship after a certain period of time. The entire process is known as humanitarian resettlement. Group 5 Germany’s Refugee Policy In order to obtain refugee status in Germany, it is “required” that people illegally enter the country and report to the police. The process of selecting refugees begins after the refugees have already entered the country. Potential refugees get to the border mostly by paying human traffickers to take them there. Many of them cross the Mediterranean Sea on small boats. Many people whose refugee status has been denied illegally remain in the country, and many are not deported. Group 6 Figures and Statistics About 50 to 60 million people worldwide are forced to leave their place of origin or migrate to a different place in their home country or outside of their home country. In 2015, Germany received about 1.2 million refugees, mainly from Syria, Iraq and Afghanistan, but also from Eritrea or Nigeria. At the end of 2015, the Canadian government said that Canada would take in about 50,000 refugees from Syria. In international comparisons, Canada takes in a much smaller number of refugees than other countries. Syrians are the biggest group of asylum seekers in Europe. In 2015, Hungary received the highest number of asylum seekers per capita. 2.2.7.2 Mindest-, Regel- und Expertenstandards Die Mindest-, Regel- und Expertenstandards für die Gruppendiskussion lassen sich schwer objektiv operationalisieren; aus diesem Grund soll subjektiv beschrieben werden, welche Leistungen die Schülerinnen und Schüler erreichen müssen, um unserer Meinung nach die unterschiedlichen Standards zu erreichen: Um den Mindeststandard zu erreichen, sollte ein Diskussionsteilnehmer sich mindestens zweimal an der Diskussion beteiligen und mindestens ein zuvor vorbereitetes Argument anbringen. Den Regelstandard erreicht ein(e) Diskussionsteilnehmer(in), die sich mehrmals an der Diskussion beteiligt und mindestens einmal ein Gegenargument zu einem anderen präsentierten Argument bringt; außerdem sollte er/sie möglichst viele der vorbereiteten Argumente in der Diskussion anführen. 50 Der Expertenstandard wird erreicht, indem der/die Diskussionsteilnehmer(in) sich lebhaft und engagiert an der Diskussion beteiligt und über die vorbereiteten Argumente hinaus noch weiteres Hintergrundwissen mit einbezieht. 2.2.8 Reflexion und Alternativen Eine kritische Reflexion des Unterrichtsversuches und die Auswertung der Feedbacks der Schüler und Schülerinnen finden Sie online auf der ILIAS-Website. Ebenfalls steht Ihnen dort ein weiterer Fundus an möglichen Ergänzungen, Erweiterungen und inhaltlichen/methodischen/materiellen Alternativen passend zu diesem Unterrichtskonzept zur Verfügung. 2.2.9 Anhang: Unterrichtsmaterialien Der Anhang beinhaltet: Die Aufgabenstellung an die Schüler und Schülerinnen, um die Plakate zu erstellen Die vorbereitenden Informationstexte für die Plakate, die den Schülern und Schülerinnen zur Verfügung standen Die Rollenkarten Das für die Eröffnung der Podiumsdiskussion verwendete Zitat 2.2.9.1 Aufgabenstellung an Schüler und Schülerinnen vor der Doppelstunde Dear Students of the Kanada-AG, Next week will be our “Unterrichtsprojekt” on the Canadian multiculturalism and refugee policies and the question whether newcomers are more accepted in Canada than in Germany. To deal with these questions, we are planning on doing a panel discussion (German Podiumsdiskussion) with you. As this topic is not an easy one, we would like to assist you in gaining some background knowledge and have chosen six topics for you to work on. These topics may give you some ideas on which you can base your arguments in the discussion. We would like you to get together in groups of two (maximum three) students to do some research and design a poster for your topic. To help you do your research, you will find a basic text, suggestions and websites for further research as well as some guiding questions on each sheet. The website The Canadian Encyclopedia (use Google to find it) is also a great resource to find further information. 51 Please be ready to present your findings and ideas to your fellow students on July 4th. The presentations should be rather brief (max. five Minutes) and should give your classmates the chance to ask further questions. On July 4th, you will be giving your presentation, and we will hang up the posters in class. Afterwards, you will have time to prepare your roles and arguments for the discussion (there will be role cards, and we have heard that you are familiar with this method). There will be six roles. Each role will be prepared by two students. One student should participate in the discussion. The students not actively participating in the discussion will make up the audience and are encouraged to ask questions, by which they enrich the discussion. The goal of our project is to help you get some background knowledge on the refugee- as well as multiculturalism policies of Canada which greatly differ from the German refugee policy (Germany does not have a multiculturalism policy, as you know). By knowing the refugee policy of another country (Canada in our example), you will get ideas on how issues related to migration and asylum (a hot topic in Germany!!!) can be dealt with. It is important for us that you carefully design your posters and presentations. We will take photos of the posters, and nicely illustrated and colourful posters help us present a successful teaching concept After our lesson on July 4th we will ask you for some feedback and your thoughts on the suitability of the topic etc. We hope that the overall topic (Multiculturalism and the acceptance of newcomers in Germany and Canada) has sparked or will spark your interest and that we have a fruitful discussion on July 4th. If you have any questions, you are more than welcome to send us an email. We check our emails on a regular basis and will get back to you as soon as possible if you contact us by email. Have fun designing your posters and see you in class on July 4th! Best, Rebecca Brömmeling and Felix Kremer 52 2.2.9.2 Informationstexte Group 1 Canadian Multiculturalism and the Canadian Multiculturalism Act The following text, taken from the website of Citizenship and Immigration Canada, describes Canada’s Multiculturalism policy: Canadian Multiculturalism: An Inclusive Citizenship In 1971, Canada was the first country in the world to adopt multiculturalism as an official policy. By so doing, Canada affirmed the value and dignity of all Canadian citizens regardless of their racial or ethnic origins, their language, or their religious affiliation. The 1971 Multiculturalism Policy of Canada also confirmed the rights of Aboriginal peoples and the status of Canada’s two official languages. Canadian multiculturalism is fundamental to our belief that all citizens are equal. Multiculturalism ensures that all citizens can keep their identities, can take pride in their ancestry and have a sense of belonging. Acceptance gives Canadians a feeling of security and self-confidence, making them more open to, and accepting of, diverse cultures. The Canadian experience has shown that multiculturalism encourages racial and ethnic harmony and cross-cultural understanding. Mutual respect helps develop common attitudes. New Canadians, no less than other Canadians, respect the political and legal process, and want to address issues by legal and constitutional means. Through multiculturalism, Canada recognizes the potential of all Canadians, encouraging them to integrate into their society and take an active part in its social, cultural, economic and political affairs. All Canadians are guaranteed equality before the law and equality of opportunity regardless of their origins. Canada’s laws and policies recognize Canada’s diversity by race, cultural heritage, ethnicity, religion, ancestry and place of origin and guarantee to all men and women complete freedom of conscience, of thought, belief, opinion expression, association and peaceful assembly. All of these rights, our freedom and our dignity, are guaranteed through our Canadian citizenship, our Canadian Constitution, and our Charter of Rights and Freedoms. Multiculturalism has led to higher rates of naturalization than ever before. With no pressure to assimilate and give up their culture, immigrants freely choose their new citizenship because they want to be Canadians. As Canadians, they share the basic values of democracy with all other Canadians who came before them. At the same time, Canadians are free to choose for themselves, without penalty, whether they want to identify with their specific group or not. Their individual rights are fully protected and they need not fear group pressures. Our diversity is a national asset. Recent advances in technology have made international communications more important than ever. Canadians who speak many languages and understand many cultures make it easier for Canada to participate globally in areas of education, trade and diplomacy. Our citizenship gives us equal rights and equal responsibilities. By taking an active part in our civic affairs, we affirm these rights and strengthen Canada’s democracy, ensuring that a multicultural, integrated and inclusive citizenship will be every Canadian’s inheritance. © Government of Canada. “Canadian Multiculturalism” An Inclusive Citizenship.” cic.gc.ca 19.10.2012. Web. 30.10.2016. http://www.cic.gc.ca/english/multiculturalism/citizenship.asp 53 Guiding Questions 1. What are the key principles of Canadian multiculturalism? 2. What does Canada’s multicultural policy aim at? 3. What rights does Canada grant its citizens by its multicultural policy? 4. What advantages does a multicultural policy have for Canada as a country? Note: The guiding questions above do not have to be answered in this order, but they can rather assist you in designing the poster. You may, however, answer them for yourself before designing the poster. Please be prepared to present the basic ideas, principles and goals of Canada’s Multiculturalism Policy in class on July 4th. On the Canadian Encyclopedia website6 you can find more helpful information which you are more than welcome to use for further research and your poster. Group 2 Canada’s Points-based System Please note: The following task refers to so-called economic migrants, who are immigrants who want to move to Canada solely for economic reasons and not for political asylum. Canada has a separate refugee policy, which another group will deal with. There are hundreds of thousands of people each year who want to move to Canada or foreign nationals already in Canada who want to settle down in Canada for good. Obtaining Canadian citizenship requires a two-step process: first, you have to receive permanent resident status, and after having had permanent resident status for a number of years, you are eligible for applying for citizenship. In order to determine the eligibility of potential immigrants, Canada has developed a pointsbased system: by allotting points for several factors such as age, education and university degrees and previous job experience, among others, the Canadian government is able to generate a ranking list of all applicants who are willing to immigrate to Canada or who want to obtain permanent resident status. In several application rounds each year, the applicants with the highest scores are officially invited to apply for permanent residency. Please use the website http://www.cic.gc.ca/english/immigrate/skilled/applyfactors.asp7 to find out how the points-based system works. 6 The Canadian Encyclopedia, ed. Anthony Wilson-Smith. Historica Canada, n.d. Web. 4.6.2017. 7 Government of Canada, Immigration, Refugees and Citizenship Canada. “Six selection factors – Federal skilled workers.” cic.gc.ca 9.3.2017. Web. 31.5.2017. http://www.cic.gc.ca /english/immigrate/skilled/apply-factors.asp 54 In your presentation on July 4th, you should be able to present an example of the points systems to your fellow students. You could, for instance, make up a potential immigrant and determine how many points he or she would get. Here are some guiding questions for designing your poster: 1. What are the principles of Canada’s points-based immigration system? 2. Give a brief(!) example (as described above). 3. What are advantages of this system? Are there advantages at all? 4. What are disadvantages of this system? Are there any disadvantages at all? 5. Is this system fair? 6. Who has the highest chances of being invited to apply for permanent residency? 7. Based on your considerations, do you think it is easy to immigrate to Canada? Group 3 Understanding the Principles of Migration Worldwide, about 60 million people are refugees. This includes people who are forced to leave their homes and settle at a new location within their country or people who leave their country of origin to settle in a new country. This happens for several reasons. The reasons why people leave their home to settle at a new place can be grouped into two categories: (1) push factors and (2) pull factors. Please find out what push and pull factors are and design a poster for push and pull factors. Be prepared to present your poster to your fellow classmates on July 4th. The following guiding questions can help you to prepare your brief presentation 1. What are factors that force people to leave their home (by home, we mean your village, family, community, city, country, etc.)? 2. What are factors that make “new” places attractive to migrants? 3. Please try to include some examples. (You could, for instance, use the Syrian civil war as an example and describe its push factors. Feel free to come up with your own examples, however, and be creative.) Group 4 Canada’s Refugee Policy Canada’s refugee policy is quite different from Germany’s refugee policy. First, we want to differentiate between refugees, who are people who have fled their home country, and economic migrants, who voluntarily move to another country to make a better living, for instance. 55 Canada’s refugee policy can be best described by the term resettlement. This term means that people who have been recognized as refugees by the United Nations High Commission for Refugees (UNHCR) are selected to be granted refuge in Canada and are then brought to Canada where they can then live permanently. Please use the website http://www.cic.gc.ca/english/refugees/canada.asp as a starting point to conduct further research on Canada’s refugee policy. Please design a poster on the Canadian refugee policy and be able to present your finding to your fellow classmates on July 4th. The following aspects may serve as guiding questions for preparing your presentation 1. How would you define a refugee? (Please try not to read out definitions, but to explain it in your own words.) 2. How does the process of resettling refugees work in Canada? (see section Refugee and Humanitarian resettlement program on the website) 3. What are possible advantages and disadvantages of this system? 4. What services does Canada offer for refugees? There is an interesting video8 showing Canadian Prime Minister Justin Trudeau welcoming newly-arrived Syrian refugees at Toronto Pearson International Airport. This video was published in December last year, after the new government was elected and Canada began to take in more Syrians. Please watch this video and consider how the Canadian government and PM Justin Trudeau present themselves in the media. The website of the Canadian newspaper The Globe and Mail can also serve as a resource if you are interested to see how the take-in of Syrians is presented in the Canadian media. Please note: You don’t need to present any numbers as another group is dealing with numbers and statistics. Group 5 Germany’s Refugee Policy Germany’s refugee policy is quite different from Canada’s refugee policy, and it is appropriate to say that both countries have a different stance on refuge and asylum. 8 “PM Trudeau welcomes Syrian refugees to Canada.” BBC.com 11.12.2015. Web. http://www.bbc.com/news/av/world-us-canada-35075181/pm-trudeau-welcomessyrian-refugees-to-canada 56 On the website of the German Federal Ministry of the Interior (=Innenministerium)9 you will find English-language information about the processing of refugee cases in Germany. Please be able to design a poster and present your findings to your classmates on July 4th. The following questions may serve as a guideline for preparing your presentation 1. How does the process of granting asylum and refuge work in Germany? 2. What do people have to do in order to be granted refuge in Germany? (Hint: crossing the border. How do they get to the border?) 3. What are advantages and disadvantages of this system? Group 6 Figures and Statistics The following info box from the website of Germany’s Federal Agency for Civic Education gives you an idea of how many people are currently forced to leave their homes People in need of protection – the global dimension At the end of 2013, according to the United Nations High Commissioner for Refugees (UN- HCR), there were 51.2 million forcibly displaced persons worldwide who had to flee their place of residence due to persecution, violence or human rights violations. This is the highest number ever recorded since the beginning of such statistics in 1989. Among them were 16.7 million registered recognized refugees, 33.3 million internally displaced persons, and 1.2 million asylum seekers (pending applications). 86 percent of all refugees were hosted by developing countries. In 2013, 98,400 refugees were received by 21 countries in the framework of resettlement programs. 6.3 million refugees had already spent long periods living in harsh conditions (in so-called protracted situations) in refugee camps, or on their own in big cities.* * “Protracted Situations” are defined as situations in which 25,000 or more refugees of the same nationality have sought asylum in another country for at least five consecutive years (UNHCR 2014b, p.6). © Engler, Marcus/Schneider, Jan. “Introduction”. 1.6.2015. bpb.de. Web. 3.2.2016. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/207658/introduction 9 “Asylum and Refugee Policy in Germany.” Bundesministerium Des Innern. The Federal Ministry of the Interior, n.d. Web. 31 May 2017. http://www.bmi.bund.de/EN/Topics/ Migration-Integration/Asylum-Refugee-Protection/Asylum-Refugee-Protection_ Germany/asylum-refugee-policy-germany_node.html. 57 Here you will find information on how many people were granted asylum in Germany in 2015: Engler, Marcus, and Jan Schneider. “Current Developments in Germany.” 2.6.2015 bpb.de. Web. 4.6.2017. https://www.bpb.de/gesellschaft/ migration/kurzdossiers/207685/current-developments Engler, Marcus, and Jan Schneider. “Asylum Law, Refugee Policy and Humanitairian Migration in the Federal Republic of Germany.” 2.6.2015. bpb.de. Web. 4.6.2017. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurz dossiers/207671/asylum-law-refugee-policy-humanitarian-migration N.N. “Migrant crisis to Europe explained in seven charts.” 4.3.2016. bbc.com/news. Web. 4.6.2017. http://www.bbc.com/news/world-europe-34131911 (Here you will find the numbers) In this article, taken from the Canadian newspaper The Globe and Mail, you will find information on how many refugees Canada has taken in in 2015 and how these numbers compare internationally: Ibbitson, J. “How does Canada compare when it comes to resetling refugees?” The Globe and Mail, Web. 31.12.2015. http://www.theglobeandmail.com/news/ politics/how-does-canada-compare-when-it-comes-to-resettling-refugees/ article27979437/ (“Part of the reason is that most of us are either immigrants or the descendants of immigrants. Our settler culture welcomes settlers.” This interesting quotation from the article mentioned above may serve as a basis or an argument in the forthcoming discussion.) You are also welcome to use the article “Immigration to Canada” on Wikipedia to find out how many of all immigrants that Canada accepts or has accepted are refugees – relatively few, as you will see. Please include some of the charts that you will find online in your poster! 58 2.2.9.3 Rollenkarten You are a German journalist. You have talked to many refugees in Germany already and you are well informed about the current situation and especially about the refugees’ emotional states. Regarding the discussion, try to talk about: negative reactions towards refugees such as burned down refugee homes, Facebook posts commenting on refugee policy etc. positive reactions towards refugees such as many people voluntarily helping in their free time, inclusion at school/kindergarten etc. the differences between Canadian and German refugee policy and why they are (not) comparable As a journalist, you are also in contact with other journalists from different countries including Canada. Therefore, you can exchange many details frequently. You are, as a result, of the opinion that Germans could learn a lot from the Canadian refugee policy. Furthermore, you wish for an immigration policy for Germany in order to guarantee qualified workers for the country. Useful phrases: I see your point but I still feel that… Perhaps I didn’t explain the point clearly enough. Let me put it in another way… Let me give you an example what I mean by… The statistics show that… The logical consequence is that… That sounds very convincing (but)… Another reason is that… You are a refugee living in Germany for one year now. You have a two-sided view on the current situation in Germany. On the one hand, you are amazed by how many German citizens are willing to help you as a refugee concerning education, work etc. On the other hand, you are also scared because of the hatred voiced by many right-wing citizens who also threaten to become violent if the refugees will not leave the country. Try to talk about these and other aspects of your choice (please make sure they fit a refugee’s realistic attitude!). Although you are happy about the help you receive, you are also insecure about the development of the current situation. Therefore, you wish for more safety as you do not feel fully accepted yet. You also have a cousin living in Canada who told you about the Canadian refugee policy. You are supposed to bring in the aspects you wish for in the discussion. Useful phrases: Well, if you ask me… It is absolutely (not) right to say that… I can/cannot fully agree with you. I am not convinced… In my view… If you want my honest opinion… If I were you, … I would like to draw attention to the fact… Do you really mean to say that…? 59 You are a Canadian journalist. Although Canadian refugee policy is always presented in a very positive way you are afraid to lose your Canadian identity by the increasing number of refugees coming to Canada. As a journalist, you are constantly in contact with other journalists from all over world – including Germany. Thus, you are also informed about Germany and the situation concerning refugees there. You think that it is good that German citizens show their fear of losing German identity due to more than 1 million refugees who have already come there. Consider the aspects of Canadian refugee policy and try to argue against them (try to keep it realistic!). Useful phrases: I am of the opinion that… In my experience… As far as I understand… I might be wrong but… It is certain that… I completely (dis-)agree with… There are various reasons for… An additional argument I would like to present is… You are an economic immigrant in Canada, which means that you did not come there as a refugee, but actively and consciously made the decision to move to Canada for economic reasons. Please choose a country of origin for your role (the largest economic immigrants groups in Canada are from India and China). You are a qualified individual who is pursuing a career in the pharmaceutical industry, pay your taxes in Canada and even though you have lived in this country for a few years, you speak your native language at home. You argue that your fellow Canadian citizens do not really mind what language you speak at home with your family or that sticking to your native language is a sign of non-integration– what matters is, that you have a job, pay taxes, and – by doing so – support the Canadian economy. As an economic immigrant, you know how hard it is to adjust to and settle in a different country and culture. You are of the opinion, however, that successful integration largely depends on the individual’s own motivation and willingness to integrate into the culture of your country of residency. Useful phrases: It is important to mention that… To put it a different way, you can say that… One factor to include is… It is not fully clear what you mean by… I can fully understand that I am totally with you but… Can you further elaborate your idea on… Frankly, that’s not how I really see it… My best guess is… 60 You are a refugee assistant (“Flüchtlingshelfer”) in Germany and thus have to do with refugees from war-torn country on a weekly basis. You say that for the successful integration of immigrants, the German government has to provide much more services to refugees such as German classes immediately upon arrival, easier access to work or internship opportunities and mentors who do not only help them managing everyday-situations, such as grocery-shopping, but who also assist them assimilating to a new workplace and different workplace cultures and regulations in Germany. As a refugee assistant, you criticize that many Germans, who have not been in contact with refugees, view them only as a single entity and sometimes as a threat. You argue that people from various cultural backgrounds living together in one country can mutually benefit from each other, if they are willing to do so. You say that integration is not a thing which happens over night, but is a rather lengthy process that is only successful when refugees are provided with means of orientation such as the previously mentioned workplace mentors etc. Please also mention that many refugees who are from war-torn countries or who have come to the German border by whatever route possible are almost always traumatized which can in some cases be an obstacle for the integration process. Useful phrases: It seems to me that… I find your argument convincing but… By having said…, I meant… I would like to make an argument for… Could you give an example for… Frankly, that’s not how I really see it… (This is an empty card which you can fill with a role of your own choice) 61 Eingangszitat (Ibbitson, J., The Globe and Mail.) Anti-immigrant resentment helped persuade 52 per cent of Britons to vote to leave the European Union last week. The man who will represent the Republican party in this year’s U.S. presidential election spouts racist, nativist rhetoric to the cheers of millions of supporters. Far-right parties promising to keep immigrants out and jobs in are on the rise from Poland to France. Newly inked free-trade agreements in Europe and the Pacific sit unratified. Anger, intolerance, suspicion, even hatred seem to be surging everywhere. Except here. Why not here? Why not Canada? 2.2.10 Literaturverzeichnis Angenendt, Steffen. „Flucht, Migration und Entwicklung: Wege zu einer kohärenten Politik.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung: 9.6.2015. Web. Gelesen 28.8.2017. http://www.bpb.de/apuz/208001/wege-zu-einerkohaerenten-politik?p=all Canadian Department of Justice (Hrsg.). Canadian Constitution Act, 1982. Web. http://laws-lois.justice.gc.ca/eng/Const/ Canadian Department of Justice (Hrsg.). Canadian Multiculturalism Act, 1971. Web. http://laws.justice.gc.ca/eng/acts/C%2D18.7/page-1.html Canadian Department of Justice. Employment Equity Act, 1986. Web. http://laws.justice.gc.ca/eng/acts/e-5.401/page-1.html Government of Canada, Immigration, Refugees and Citizenship Canada. “Six selection factors – Federal skilled workers.” cic.gc.ca 9.3.2017. Web. 31.5.2017. http://www.cic.gc.ca/english/immigrate/skilled/apply-factors .asp Cameron, Elspeth. Multiculturalism and Immigration in Canada: An Introductory Reader. 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Hessisches Kultusministerium. Kerncurriculum Gymnasiale Oberstufe: Englisch, 2016. https://kultusministerium.hessen.de/sites/default/files/media/kcgoe.pdf. Hessisches Kultusministerium. Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen im Landesabitur 2017 (Abiturerlass), 2015. Hummitzsch, Thomas. „Studie: Europäische Asylpolitik verletzt Menschenrechte.“ bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. 22.3.2013. Web. 4.6.2017. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/157079/euro paeische-asylpolitik-verletzt-menschenrechte Ibbitson, John. “How does Canada compare when it comes to resetling refugees?” The Globe and Mail. 31.12.2015. Web. http://www.theglobeandmail.com/ news/politics/how-does-canada-compare-when-it-comes-to-resettlingrefugees/article27979437/ Marks, Lynne. “Immigration in the Late Nineteenth and Early Twentieth Century Canada”, Visions: The Canadian History Modules Project. Hrsg. P.E. Bryden et al. 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Englisch Lehren und Lernen: Didaktik des Englischunterrichts, Berlin: Cornelsen, 2011. 63 2.3 Tourism and Ecology in Northern Canada – The Yukon 11.-13. Klasse (Niveau B1/B2) Dauer: 90/180 Minuten Von Kirsten Cordes An Idea of How to Fit the Yukon -Larger Than Life- into the Normalsized Classroom of English as a Foreign Language 2.3.1 Einführung in die thematische Materie Kanada ist ein Land, das vor allem aufgrund seiner unendlichen Weite und Schönheit der Natur den Ruf hat, ein einzigartiges Ziel für Touristen zu sein. Im Vordergrund stehen dabei vor allem die Regionen an der Atlantik- sowie Pazifikküste und die Rocky Mountains in der Provinz Alberta. Wesentlich seltener wird im Zusammenhang mit Tourismus vom Norden Kanadas geredet. Anders als der amerikanische Staat Alaska sind die kanadischen Territorien Nunavut, Yukon und die Nordwest-Territorien eher wenig bekannt. Wie in dem Vortrag von Professor Bernhard Metz, gehalten am 24. Mai 2016 im Rahmen der Ringvorlesung “Canadian Ecologies“ des Marburger Zentrums für Kanada-Studien deutlich wurde, zeichnen auch diese sich durch eine hohe geographische Vielfalt aus und sind deshalb für die Tourismusbranche attraktiv. Die Vielfalt der Natur reicht von Gletschern über Gebirge bis hin zu Tundra-Landschaft. Des Weiteren ist der sogenannte Permafrost oder auch Dauerfrost von Bedeutung, welcher den andauernden Zustand von Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes im Boden bezeichnet. Er ist ein Grund dafür, dass die Erschließung der Gegend für Tourismus oberhalb der sich ständig wandelnden sogenannten Permafrost Grenze teilweise unmöglich oder höchst kostenaufwendig ist. So ist beispielsweise das sogenannte Bodenfließen, das Abrutschen der Oberfläche des Bodens auf gefrorenem Boden, eine mögliche Folge des Dauerfrostes, welche die Instandhaltung der vorhandenen Infrastruktur erheblich erschwert. Nordkanada, und vor allem die Arktis, ist ohnehin ein sehr empfindliches Ökosystem, was sowohl für Schädigung durch den Tourismus als auch durch den Klimawandel sehr anfällig ist. Des Weiteren konserviert die dauerhafte Eisschicht Gase, deren Freisetzung durch das Schmelzen des Eises durch die globale Erwärmung radikal zur weiteren Erwärmung der Erdoberfläche beitragen würde. Die Frage der Sinnhaftigkeit des globalen Tourismus sowie insbesondere des Tourismus in einem derart sensiblen Ökosystem ist demzufolge nicht zu umgehen, ebenso wie das Einhalten bestimmter Regeln wie Umweltschutz oder Einbezug der einheimischen Bevölkerung in lokale Projekte für die Nachhaltigkeit der Tourismusbranche unverzichtbar sind. 64 In den genannten, sehr gering bevölkerten Territorien des Nordens Kanadas gibt es aufgrund der zunehmend globalen Entwicklung des Fremdenverkehrs heute mehr Touristen als Einwohner. Hierbei ist auch die Provinz Québec als Region zu vermerken, in der der Tourismus stetig wächst. Im Rahmen dieser Veröffentlichung wird ebenfalls ein Unterrichtsentwurf zu Tourismus im Norden Québecs publiziert, entworfen von Aline Girard und Ann-Katrin Wagner. Allerdings handelt es sich hierbei um eine für den Französischunterricht konzipierte Gegenüberstellung von Tourismus auf konventionelle und alternative Art. Im Yukon beträgt die Zahl von etwa 400.000 Besuchern im Jahr das Achtfache der Einwohnerzahl. Die Zahl der Touristen steigt von Jahr zu Jahr. Dadurch zeigt sich, dass auch heute noch der von Jack London beschriebene Ruf der Wildnis präsent ist. Damals wie heute steht der Norden Kanadas vor allem für unerschlossene und unberechenbare Weite und Wildnis, der für die Tourismusbranche eine Herausforderung, für den individuellen Touristen vor allem einen großen Reiz darstellt. Regionen, um die es sich handelt: Nunavut Yukon Northwest-Territories Besonderheiten der Region: Permafrost (Dauerfrost) Erschließung und Instandhaltung der Infrastruktur schwierig Sehr empfindliches Ökosystem Große Vielfalt der Landschaft (Flora und Fauna) Sehr geringe Bevölkerungsdichte Mehr Touristen pro Jahr als Einwohner Literatur zum thematischen Überblick: Viele der dargestellten Informationen sind den Inhalten der Vorlesung “Tourism and Ecology- Tourismus im sensiblen Ökosystem Nord-Kanada“ von Prof. Dr. Bernhard Metz im Rahmen der Ringvorlesung an der Philipps-Universität entnommen.10 Um einen Überblick über die Thematik des Permafrostes und das Ökosystem Nordkanadas zu erhalten, bietet sich außerdem folgende Quelle in der Canadian Encyclopedia an: Harris, S. A. “Permafrost.” The Canadian Encyclopedia. 2010. Web. Sep. 2016. http://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/permafrost/ 10 Bernhard Metz. „Tourismus im sensiblen Ökosystem Nord-Kanadas.“ Ringvorlesung „Canadian Ecologies – Écologies Canadiennes – Kanadische Ökologien,“ Marburger Zentrum für Kanada-Studien. Philipps-Universität Marburg. 24.5.2016. Vortrag. 65 Des Weiteren zeigen die folgenden PowerPoint-Präsentationen die Komplexität des Phänomens Permafrost auf. Unter anderem werden die Herausforderungen für nördlich lebende Gemeinden und die Infrastruktur sowie die Folgen des Klimawandels thematisiert. Beide entstammen einer Reihe von Vorlesungen, die das Thema Permafrost in Bezug auf den Klimawandel porträtieren: Murchison, Paul. “A Bumpy Road: Highways and Thawing Permafrost.” Permafrost Lectures from Adapting to a Warmer Earth: A Climate Change Lecture Series, Sept. - Oct, 2012. Web. Sep. 2016. http://ygsftp.gov.yk.ca/YukonPermafrost- Network/MacBride%20Lecture%20Series%202012%20Paul%20Murchison.pdf Calmels, Fabrice. “O Permafrost, where art thou?” Permafrost Lectures from Adapting to a Warmer Earth: A Climate Change Lecture Series, Sept. - Oct, 2012. Web. Sep. 2016. http://ygsftp.gov.yk.ca/YukonPermafrostNetwork/ MacBride%20Lecture%20Series%202012%20Fabrice%20Calmels.pdf Folgende Internetseiten präsentieren NGOs, welche sich mit der Problematik des Tourismus in Bezug auf Nachhaltigkeit befassen. Letztere thematisiert konkret die Region Antarktis. “International Centre for Responsible Tourism Canada.” icrtcanada.ca. Web. 4.3.2017. “International Association Antarctica Tour Operations.” iaato.org/home. Web. 4.3.2017. Auch das Umweltbundesamt sowie der WWF haben Artikel zum nachhaltigen Tourismus in der Antarktis veröffentlicht: „Touristinnen und Touristen in der Antarktis.“ Umweltbundesamt. 2013. Web. Sep. 2016. https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeitstrategien-internationales/antarktis/menschen-in-derantarktis/touristinnen-touristen-in-der-antarktis „Die zehn Grundsätze des Arktis-Tourismus.“ WWF International Arctic Programme. Web. Sep. 2016. http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Die_zehn_Grundsaetze_des_Arktik_Tourismus _01.pdf 2.3.2 Didaktische Überlegungen Eine didaktische Analyse, orientiert an den didaktischen Grundfragen von Klafki, und die curriculare Einbettung und Begründung finden Sie online auf der ILIAS- Website. 2.3.3 Erforderliche Voraussetzungen der Lerngruppe Es folgt ein kurzer Überblick über die Kompetenzen, welche die Schülerinnen und Schüler mitbringen sollten, um diese Unterrichtseinheit bewältigen zu können. 66 Für die Unterrichtseinheit ist es nicht erforderlich, die Thematik Kanada im Voraus im Unterricht behandelt zu haben. Der Arbeitsauftrag ist am sinnhaftesten, wenn so wenig Vorwissen wie möglich vorhanden ist. Da es in der präsentierten Unterrichtsstunde von großer Wichtigkeit ist, einen schlüssigen zusammenhängenden Text zu verfassen, wäre es von großem Vorteil, wenn die Schülerinnen und Schüler Übung im Verfassen von Texten haben. Die Bewältigung der Aufgabe erfordert einen relativ hohen Grad an Leseverständnis sowie Text- und Medienkompetenz, da eine Vielzahl von Texten schnell erschlossen und ihre Kernaussage erfasst werden müssen. Um die zusammengefassten Informationen weiterhin verarbeiten und einen Blogeintrag verfassen zu können, ist eine grundlegende funktionale kommunikative Kompetenz erforderlich. 2.3.4 Methodische Überlegungen 2.3.4.1 Unterrichtsverlauf Im Folgenden werde ich den geplanten Verlauf der Stunde erklären und dabei die Sinnhaftigkeit der gewählten Methoden und Vorgehensweisen in Bezug auf die angestrebten Stunden- und Phasenziele erläutern. Die geplante Doppelstunde ist in vier Phasen eingeteilt, angeordnet gemäß dem methodischen Prinzip, Bekanntes vor Unbekanntem zu vermitteln. Im knappen Überblick bestehen die verschiedenen Phasen aus: 1. Einstieg: Blitzlicht und eine Think-Pair-Share Phase zum Thema Reisen 2. Erarbeitung: kurzes Brainstorming zu dem neuen Thema Yukon, was anschließend 3. in einer freien Recherchephase fundiert/angereichert wird 4. Erarbeitung/Sicherung: Verfassen eines Blogeintrages 5. Sicherung: abschließendes Vergleichen der Ergebnisse In der Einführungsphase I wird nach einer kurzen Begrüßung das Thema Reisen vorgestellt. Dies geschieht, indem die Schülerinnen und Schüler zuerst in einer schnellen Blitzlichtrunde äußern, wohin und auf welche Art und Weise sie selber reisen würden, würden sie nach ihrem Schulabschluss eine Reise ihrer Wahl gewinnen. Dieser Schritt dient vor allem zur Aktivierung und Einführung des Stundenthemas, kann aber auch im späteren Stundenverlauf wieder aufgegriffen werden. Anschließend, in der Einführungsphase II sollen sich die Schülerinnen und Schüler etwas tiefgründiger mit der Thematik des Reisens beschäftigen und sich zu folgenden zwei Fragen ihre persönlichen Antworten überlegen, die das Reisen thematisieren und zum Austausch anregen: “What is good/the best thing about traveling?” und “What is bad/the worst thing about traveling?” Für die Arbeit mit den Fragen ist die Marktplatzmethode geeignet, denn sie ermöglicht das Sammeln individueller 67 Überlegungen und einen anschließenden Austausch mit verschiedenen Mitschülern, bevor Ideen mit dem Plenum geteilt werden. Durch die Bewegung im Raum und die Musik wird außerdem das Unterrichtsklima aufgelockert. Nach dem Austausch mit verschiedenen Mitschülern sollen dann im Plenum an der Tafel unter den entsprechenden Überschriften (siehe oben) einige wesentliche Punkte festgehalten werden. Dies ist der dritte Schritt der gewählten Think-Pair-Share Methode, die zum Einstieg in den Unterricht dienen soll und weiterführend das Herstellen eines persönlichen Bezugs und die Förderung des Freien Sprechens zum Ziel hat. Durch das Dokumentieren auf diese Art und Weise können die Ergebnisse dieser Anfangsphase später wieder aufgegriffen werden und der Lernzuwachs wird zusätzlich an der Tafel festgehalten. Die Erarbeitungsphase ist eine Recherchephase, in welcher den Schülerinnen und Schülern Freiraum gelassen wird, um sich Informationen zum Thema Yukon anzueignen mit dem Ziel, im Anschluss einen kurzen Blogeintrag verfassen zu können. Um die Phase einzuführen wird zu Beginn der Arbeitsauftrag – einen kurzen Blogeintrag zu der Region Yukon zu verfassen – gegeben, sodass den Schülerinnen und Schülern von Anfang an die Sinnhaftigkeit ihrer Recherche ersichtlich wird. Dies kann in Form des folgenden Szenarios geschehen: siehe Kapitel 2.3.6. Der Arbeitsauftrag sollte gemeinsam gelesen und Vokabelfragen geklärt werden. Weiterhin kann der Klasse als Beleg und zur Inspiration ein entsprechender professioneller Reiseblog gezeigt werden, etwa (http://thebesttravelplaces.com). Daraufhin wird in einem kurzen Brainstorming das bereits vorhandene Vorwissen der Lerngruppe zum neuen Thema Yukon zusammengeführt, um alle Schülerinnen und Schüler auf den gleichen Wissensstand zum Thema zu bringen. Des Weiteren sollte die Lehrperson die Schülerinnen und Schüler über die grundlegenden Regeln zum Schreiben eines Blogeintrags informieren, diesen Aspekt allerdings so gestalten, dass den Schülerinnen und Schülern trotz allem genügend Freiraum gelassen wird, um kreativ zu werden. Der Arbeitsauftrag für diese Phase ist relativ frei gestaltet, da das Ziel sein soll, dass Schülerinnen und Schüler verschiedene Vor- und Nachteile über eine potentielle Reise in den Yukon darstellen, ihre Schwerpunkte jedoch selber setzen. Daher könnten grundlegende Vorgaben zum Schreiben eines Blogeintrags sein, dass es eine Einleitung, einen Hauptteil und eine Konklusion geben muss. Ansonsten sind die Schülerinnen und Schüler sehr frei in der Gestaltung ihres Blogeintrags, solange sie sich an den zuvor präsentierten Arbeitsauftrag halten (sowohl Vor- als auch Nachteile aufzeigen, maximal 500 Wörter schreiben). Write a blog entry! What do you think is important to make a good blog entry? Write an introduction, a main part, and a conclusion and stick to the task given (show potential and challenges/difficulties of travel in the Yukon, don’t write more than 500 words). 68 Um den Schülerinnen und Schülern das Suchen von Informationen zu erleichtern, ist es sinnvoll, einen Recherche-Leitfaden mit möglichen Aspekten vorzuschlagen, zu denen sie sich Informationen beschaffen können, die später im Blogeintrag verarbeitet werden können. Dieser Schritt ist wichtig, da, wie bereits erwähnt, die Schülerinnen und Schüler geringes Vorwissen mitbringen und in der Regel nicht in der Internetrecherche geübt sind. Für die Recherche ist ein breites Spektrum an Material zu wählen, um eine weitestgehend eigenständige Recherche durchführen zu lassen. Indem die Schülerinnen und Schüler sich aus einer Auswahl von verschiedenen Quellen aus dem Internet Informationen beschaffen und so Inspirationen auf eine Art und Weise erhalten, die sie aus ihrem Alltag kennen, wird das Thema möglich zugänglich dargestellt. Internetseiten wie Instagram und Wikipedia sind für Schülerinnen und Schüler eine ebenso legitime Quelle für Informationen wie auch die offizielle Seite der Regierung des Yukon, um ein Beispiel zu nennen. Da eventuell eine begrenzte Zahl an Computern vorhanden ist, ist es wahrscheinlich, dass von der Lehrkraft eine didaktische Reduktion vorgenommen werden muss, die darin besteht, gewählte Materialien (Artikel, Texte) im Voraus auszudrucken. In einer Tabelle (siehe unten) ist ersichtlich, welche der vorgeschlagenen Materialien aus dem Internet ebenso gedruckt ausgelegt werden können. In jedem Falle sollte die didaktische Reduktion so durchgeführt werden, dass eine Aneignung unterschiedlicher Argumente zur Erarbeitung des Themas möglich ist. Die breite Auswahl des Materials ist von großer Wichtigkeit, da das Thema Yukon ein neues Gebiet für die Schülerinnen und Schüler darstellt und allen die gleichen Möglichkeiten gegeben wird, sich zu informieren und inspirieren zu lassen. Es ist möglich, der Lerngruppe vor der Unterrichtsstunde den Auftrag zu geben, Laptops mitzubringen. In diesem Fall könnte jeder Schüler und jede Schülerin zusätzlich zu dem vorgeschlagenen Material eine sehr individuelle Suche nach Informationen vornehmen, es könnte allerdings nicht verhindert werden, dass Schülerinnen und Schüler auf eigene Faust Quellen aufrufen, die ausschließlich auf Deutsch verfasst sind. Eine Möglichkeit, dies zu lösen, wäre, die Lerngruppe nur These could be aspects to find out about concerning the Yukon: General information How to get there Possible dangers Yukon’s nature and its particularities (Permafrost) Reasons for going there How to behave 69 ein paar wenige Laptops mitbringen zu lassen, die dann in gemeinsam für die Recherche genutzt werden können. Allerdings wäre die Arbeit mit dem Computer auch mit Hinblick auf die Sicherung (das Schreiben eines Blogeintrages) durchaus sinnhaft. Es bleibt der Lehrperson überlassen, im Voraus abzuwägen, inwiefern die kollektive Arbeit mit dem Computer zweckdienlich ist. Die Recherchephase fördert neben der Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler vor allem das Leseverstehen, aber auch das Hörverstehen der Lerngruppe, da sie den Arbeitsauftrag ausschließlich mit Hilfe des vorliegenden, vorwiegend schriftlichen Materiales bearbeiten müssen. Die Lehrperson sollte zusätzlich dafür sorgen, dass Wörterbücher im Klassenraum vorhanden sind, um Verständnisproblemen beim Erschließen der Materialien vorzubeugen. Beim Erstellen des Blogeintrages wird überwiegend das kohärente, zielgerichtete Schreiben geübt. Da der Arbeitsauftrag sehr offen gestaltet ist, handelt es sich außerdem um eine sehr kreative Aufgabe. Dadurch, dass der Arbeitsauftrag das aktive Benutzen verschiedener Medien erfordert, ist die geplante Doppelstunde außerdem so verfasst, dass die Medienkompetenz der Lerngruppe erheblich gefördert wird. Beim Verfassen eines Blogposts werden die neu erlangten Informationen auf individuelle Weise in schriftlicher Form festgehalten, weshalb es sich hier um eine Form der Sicherung handelt. Als zusätzliche Sicherung ist am Ende der Stunde ein Zusammentragen erster Ergebnisse geplant. In Kleingruppen lesen sich die Schülerinnen und Schüler vor, was sie bisher erarbeitet haben, sodass sie im Anschluss gegenseitig konstruktive Kritik unter Betrachtung der vorgegebenen Kriterien aus- üben können. Hierbei können auch Probleme bei der Recherche oder beim Verfassen des Textes thematisiert werden. Die Lehrperson sollte bei Bedarf zur Hilfestellung bereit sein. Die Verbesserungsvorschläge, die in dieser Phase genannt werden, können als Hilfe zur Komplettierung der Blogeinträge als Hausaufgabe dienen. 2.3.4.2 Sicherung Als Zusammenführung der erarbeiteten Ergebnisse kann auf einer dieser Internetseite ein Blog erstellt werden, auf dem die Ergebnisse unter Zustimmung der Schülerinnen und Schüler veröffentlicht werden. Geeignete Seiten für Anfangsblogger wären etwa: Wix.com: http://de.wix.com/start/blog-erstellen Weebly.com: https://www.weebly.com/de Wordpress.com: https://de.wordpress.com/ 70 2.3.4.3 Tabellarischer Unterrichtsverlauf P h ase U n terrich tsverlau f Z iel d er P h ase Sozialform M ed ien Z eit E instieg I Begrüßung der Schüler Blitzlicht: W hat if… (W ohin und auf w elche A rt und W eise w ürden sie reisen, w enn sie nach ihrem Schulabschluss eine Reise ihrer W ahl gew innen?) E inführung in das Them a Reisen durch H erstellen eines persönlichen Bezugs A ktivierung der SuS Plenum Rolle des Lehrers: M oderator 5 Min. E instieg II M arktplatzm ethode (Think-Pair-Share) zu verschiedenen Fragen: “W hat is good/the best thing about travelling?” und “W hat is bad/the worst thing about travelling?” Z usam m entragen der E rgebnisse an der Tafel Ü berlegungen w erden angestellt zu Pros und Contras des Reisens, w orauf später Bezug genom m en w erden kann Förderungn des freien Sprechens H erstellen eines angenehm en U nterrichtsklim as In K leingruppen/ Partner durch H erum laufen und Treffen im Raum und dann Besprechung im Plenum Rolle des Lehrers: M oderator, Beobachter M usik (z.B. CD und CD Player) Tafel zur Begleitung zur „M arktplatzm ethode“ 15 M in. E rarbeitung I A rbeitsauftrag austeilen (siehe M aterial, Szenario) gem einsam lesen, V okabelfragen Beispiel für Blogeintrag zeigen Brainstorm ing: Y ukon Im puls, Schreibanlass V orw issen und V orstellungen zum Y ukon abfragen und sam m eln, gleiches V orw issen erreichen Plenum E inzelarbeit Rolle des Lehrers: M oderator Internet Reiseblog: (http://thebesttravelplaces.com ) Tafel Beam er und Laptop A rbeitsauftrag 5 Min. 71 P h as e U n te rr ic h ts ve rl au f Z ie l d er P h as e So zi al fo rm M ed ie n Z ei t E ra rb eit un g II E rlä ut er n de r K rit er ien fü r e in en B lo ge in tra g un d de r R ec he rc he -L ei tfä de n In di vi du el le R ec he rc he Fö rd er un g de r S elb st tä tig ke it A us ein an de rs et zu ng m it sp ez ifi sc he m R ei se zi el , A bw ie ge n vo n V or - u nd N ac ht ei le n Fö rd er un g de s L es ev er st eh en s u nd R ec he rc he ko m pe te nz E in ze lar be it Ro lle d es L eh re rs : Be ob ac ht er u nd Be ra te r Re ch er ch e- L ei tfa de n (s ie he M at er ial ) Ta fe l W ör te rb üc he r M at er ial ien z u Y uk on W ei te re L ap to ps 20 M in . Pa us e 5 M in . E ra rb eit un g II I Si ch er un g I E ve nt ue ll w ei te rf üh re nd e Re ch er ch e V er fa ss en d er B lo ge in trä ge Fö rd er un g de r S elb st tä tig ke it Fö rd er un g de r S ch re ib ko m pe te nz Fö rd er un g kr ea tiv en D en ke ns u nd S ch re ib en s E in ze lar be it Ro lle d es L eh re rs : Be ob ac ht er u nd A ss ist en t Re ch er ch e- L ei tfa de n Ta fe l W ör te rb üc he r M at er ial ien z u Y uk on W ei te re L ap to ps 30 - 35 M in . Si ch er un g II V or le se n de r B lo ge in trä ge o de r A us st el lu ng / G ale rie ga ng A us üb un g ko ns tru kt iv er K rit ik in K lei ng ru pp en ev tl. O nl in es te lle n de r E in trä ge a uf In te rn et se ite n (s ie he A nh an g) Fö rd er un g de s H ör ve rs te he ns /L es ev er st eh en s Fö rd er un g de r S oz ial ko m pe te nz G ru pp en ar be it Ro lle d es L eh re rs : Be ob ac ht er , M ode ra to r 10 - 15 M in . 72 2.3.5 Arbeitsaufträge und Materialien 2.3.5.1 Einstiegsphase Kurze Blitzlichtrunde zu folgender Frage: Marktplatzmethode Die Schülerinnen und Schüler sollen sich zu folgenden Fragen zunächst in Einzelarbeit, später im Austausch mit der Gruppe äußern: Für diese Phase ist außerdem ein Lied auszuwählen, welches die Stimmung im Klassenraum auflockert und idealerweise die Thematik des Reisens behandelt. Ein Beispiel hierfür könnte etwa das Lied Travel Far von Lonely Majesty sein. Dieses ist auf der Interneseite YouTube zugänglich. WHAT WOULD YOU DO IF after finishing school you won a ticket to take you anywhere you want for free and you… can spend as much time as you want? can decide who to go with? are completely free to choose what to do? What is good/the best thing about travelling? What is bad/the worst thing about travelling? 73 2.3.6 Erarbeitungsphase – Individuelle Recherche Dieser Arbeitsauftrag sollte nach Möglichkeit mit dem Beamer an die Wand gestrahlt werden. Als Beispiel für einen professional travel blog kann exemplarisch die website http://thebesttravelplaces.com/ verwendet werden. Für die individuelle Recherche sollte eine Vielzahl an Materialien und Medien- Hinweise bereitgestellt werden, damit in dieser Phase einer virtuellen Recherche im Internet möglich ist. Online auf der ILIAS-Website finden Sie eine Liste mit Materialien und den entsprechenden Internetlinks, die verschiedene Informationen über das Territorium enthalten, wobei nicht nur Texte, sondern auch Videos, Grafiken u.a. mediale Formen berücksichtigt werden. 2.3.7 Literatur- und Quellenverzeichnis Calmels, Fabrice. “O Permafrost, where art thou?” Permafrost Lectures from Adapting to a Warmer Earth: A Climate Change Lecture Series. Sep. - Oct, 2012. Web. Gelesen 29.8.2017. http://ygsftp.gov.yk.ca/YukonPermafrost Nework/MacBride%20Lecture%20Series%202012%20Fabrice%20 Calmels.pdf Harris, Stuart A. “Permafrost.” The Canadian Encyclopedia. 10.8.2015. Web. Gelesen 29.8.2017. http://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article /permafrost/ International Centre for Responsible Tourism Canada. http://icrtcanada.ca/ Web. 2017. International Association Antarctica Tour Operations. http://iaato.org/home. Web. 2017. Imagine: After school you really want to travel the world! But you don’t know how. You have heard from a friend that you could do it by travelling and writing about it, creating blog entries for a professional travel blog. People would pay you to travel (and write)! You send you application and your CV and after a week you receive the following answer: Dear Mr./Mrs. ______________ We have thankfully received your application. Your CV was very convincing, however in order to employ you we would like some proof of your writing abilities. Therefore, your task is to compose a short blog entry about the Yukon. Show the potential of the area for tourism, but also why people might not want to travel there (or should not). Try to consider a wide range of possible arguments. The blog entry should not be longer than 500 words. All the best and king regards, Mrs. XXX 74 Martin, Richard. Yukon Border Sign.jpg. Digital image. Commons.wikimedia.org. n.p., 26 June 2008. Web. 31.5.2017. https://commons.wikimedia.org/wiki/File: Yukon_border_sign.jpg#/media/File:Entering_the_Yukon_Territory _of_Canada.jpg. Metz, Bernhard. „Tourismus im sensiblen Ökosystem Nord-Kanadas.“ Ringvorlesung „Canadian Ecologies - Écologies Canadiennes - Kanadische Ökologien“. Marburger Zentrum für Kanada-Studien. Philipps-Universität Marburg. 24.5.2016. Vortrag. Murchison, Paul. “A Bumpy Road: Highways and Thawing Permafrost.” Permafrost Lectures from Adapting to a Warmer Earth: A Climate Change Lecture Series. Sep. - Oct, 2012. Web. Sep. 2016. http://ygsftp.gov.yk.ca/YukonPermafrostNetwork/MacBride%20Lecture %20Series%202012%20 Paul%20Murchison.pdf Umweltbundesamt. „Touristinnen und Touristen in der Antarktis.“ 2013. Web. Sep. 2016. https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeitstrategien-internationales/antarktis/menschen-in-derantarktis/touristinnen-touristen-in-der-antarktis WWF International Arctic Programme. „Die zehn Grundsätze des Arktis- Tourismus.“ Web. Sep. 2016. http://d2ouvy59p0dg6k.cloudfront.net /downloads/10principlesforarctictourism(german).pdf 75 2.4 Whose Land? – A Critical Perspective on the “Canadian Dream” 12.-13.Klasse (Q3) Dauer: zwei thematische Einheiten: 1. 2,5 Doppelstunden, 2. 4,5 Doppelstunden Von Jessika Jesse 2.4.1 Einführung Im Rahmen des „Interdisziplinären Email Projektes“ (Kapitel 3.5) habe ich die Gruppe betreut, die sich mit “Natives und Canadian Ecologies“ befasste. Da der Aspekt des Lebens der “Natives” in Kanada unter dem allumfassenden Thema der Problematik der Ölförderung jedoch ein wenig unterging, möchte ich im Folgenden einen weiteren Unterrichtsentwurf entwickeln, der sich der indigenen Bevölkerung und ihrer Kritik am Canadian Dream widmet. Schwerpunkt soll dabei die Betrachtung der “Idle No More“-Bewegung darstellen, welche sich 2012 in Reaktion auf die Verabschiedung unterschiedlichster Gesetzesentwürfe bildete, welche die Rechte der indigenen Bevölkerung einschränkten11. Exemplarisch kann diesbezüglich die Bill C-45 betrachtet werden12. In dem Gesetzesentwurf plante die Harper- Regierung zur langfristigen Sicherung des kanadischen Wohlstandes die Aufhebung des gesetzlichen Schutzes der Wälder und Wasserwege vor der kommerziellen Nutzung. 2.4.2 Einführung in die thematische Materie The Canadian Dream: Kanada ist weltweit als Land unendlicher Weiten und wunderschöner Natur bekannt. Die vielen Seen und Flüsse, die Berge und Wälder bieten sich für unterschiedlichste Arten von Aktivitäten der Entspannung sowie des Extremsports an, und Städte wie Montreal, Toronto oder Vancouver beeindrucken durch ihr internationales Flair sowie ihre Kunstszene. 11 Nähere Informationen zu der Bewegung gibt es auf der Website www.idlenomore.ca 12 Eine gute inhaltliche Übersicht über den Gesetzesentwurf Bill- C45 bietet der Aufsatz “Bill C-45: Jobs and Growth Act, Implications for Canada’s North – Office of Dennis Bevington, Member of Parliament for the Western Arctic (March 2013)”: http://www.dennisbevington.ca/pdfs/en/2013/Bill_C-45_Final_Report_English.pdf. 76 Anders als für den “American Dream”13 gibt es keine eindeutige Definition des „kanadischen Traumes“. Schlagworte, die einen möglichen kanadischen Traum ausmachen und in unterschiedlichen Internetforen oder Artikeln zum diesem Thema auftauchen, sind die unberührte Natur, die konstitutionell verankerte Förderung kultureller Vielfalt, gute Arbeitsmöglichkeiten, das Wohlfahrtssystem und mit all diesem verbunden der Traum, sich in Frieden ein eigenes nettes Heim aufbauen und sich selbst verwirklichen zu können14. Kulturell weist Kanada ansonsten viele Gemeinsamkeiten mit den USA auf. Multiculturalism: Kanada ist eines der beliebtesten Migrationsländer. Als für Migranten ansprechend gilt dabei das gute Schulsystem, die in der Bevölkerung vertretene Toleranz gegenüber Neuankömmlingen, das gute Rechts- und Bankensystem und das relativ gute Gesundheitssystem15. Als von der Migration abhaltende Faktoren können das extreme Wetter und das wenig ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz genannt werden. Um mit den unterschiedlichen kulturellen Prägungen der Einwanderer zurecht zu kommen, verfolgen alle kanadischen Provinzen bis auf Quebec16 das gesetzlich festgelegte Konzept des Multikulturalismus. Multikulturalismus ist in der zeitgenössischen politischen Philosophie ein Theorieansatz, der versucht einen Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt zu finden. Real politisch stellt er Handlungsimplikationen für die Kulturpolitik eines Staates dar17. 13 Die Metapher “American Dream” wurde 1931 durch James Truslow Adam geprägt. Auf der Website www.investopedia.com wird er folgendermaßen definiert: “The belief that anyone, regardless of where they were born or what class they were born into, can attain their own version of success in a society where upward mobility is possible for everyone. The American dream is achieved through sacrifice, risk-taking and hard work, not by chance. Both native-born Americans and American immigrants pursue and can achieve the American dream. In contrast to other political and economic systems, such as communist dictatorships, America’s free-enterprise system makes possible the circumstances that allow individuals to go beyond meeting their basic needs to achieve self-actualization and personal fulfillment.” 14 Einen kleinen Einblick in die Vielfältigkeit kanadischer Träume gibt es unter anderem auf der Website http://www.dreamresearch.ca/articles.php?articleID=15. 15 Eine Auflistung von Gründen für die Migration nach Kanada findet sich unteranderem auf der Website http://www.immigrationpoint.ca/why_canada.htm. 16 Quebec verfolgt stattdessen das Konzept des Interkulturalismus. Diese zeichnet sich durch die seinen Dialog zwischen den Kulturen unter einer offensichtlichen Hauptkultur (in diesem Fall der französischen) aus. Weitere Information gibt es diesbezüglich auch in dem Aufsatz “A Clarification of Terms: Canadian Multiculturalism and Quebec Interculturalism” von Miriam Chiasson: http://canadianicon.org/wp-content/uploads/ 2014/03/TMODPart1-Clarification.pdf. 17 Für eine ausführlichere Definition siehe auch: http://plato.stanford.edu/entries/multi culturalism/ 77 Die im Konzept des Multikulturalismus enthaltene Metapher des Mosaiks18 bildet einen Kontrast zu der in den USA vertretenen Metapher des Melting Pots, welche von einer Angleichung der Kulturen und einer daraus resultierenden gemeinsamen Kultur ausgeht. Multikulturalismus fordert die Bevölkerung sowie die Gesetzgebung auf, gegenseitiges Verständnis, Respekt, Toleranz und Gleichberechtigung unterschiedlicher Kulturen zu gewährleisten (vgl. Stanford Encyclopedia of Philosophy). Auf Grund seiner kolonialen Historie verfolgt Kanada neben dem Konzept des Multikulturalismus das des Bilingualismus. In den siebziger Jahren hat sich die kanadische Regierung verpflichtet, alle offiziellen Dokumente in Französisch und Englisch zu Verfügung zu stellen. Kritik: Oberflächlich betrachtet scheint Multikulturalismus in Kanada sehr gut zu funktionieren. Es gibt jedoch auch Kritiker des Konzepts. So gibt es zum einen die Beschwerde, dass die Kulturen eben doch nicht ganz gleichberechtigt nebeneinanderstehen, sondern dass es eine angelsächsische Dominanz gibt19. Diese Kritik kommt vor allem von französisch-kanadischer Seite, obwohl Kanada durch die Politik des Bilingualismus versucht alle öffentlichen Dokumente zumindest zweisprachig Französisch und Englisch zu halten. Weitere Kritik erfolgt von indigener Seite. Manche indigenen Kritiker sprechen von einem so genannten kolonialen Multikulturalismus, welcher die Lebensweisen der indigenen Bevölkerung ignoriert und sie allenfalls zu einer Ethnie von vielen macht, anstatt sie, wie in existierenden Verträgen mit dem englischen Königshaus festgelegt, als eigene Nation zu betrachten20. 2012 bildete sich die Protestbewegung “Idle No More“21, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt. Dabei geht es neben der politischen Anerkennung vor allem um das Einhalten von Landrechten22. Idle No More: Auf der Website der Bewegung heißt es: “Idle No More calls on all people to join in a peaceful revolution, to honour Indigenous sovereignty, and to protect the land and water.” Idle No More ist eine Protestbewegung, die im Dezember 2012 von vier Frauen gegründet wurde. Es handelt sich um eine Basisbewegung, der indigenen Bevölkerung in Kanada sowie ihren Unterstützern. Zu der indigenen Bevölkerung 18 Eine künstlerische Unsetzung der Metapher kreiert zur Zeit der Künstler Tim Van Horm: http://canadianmosaic.ca/. 19 Siehe diesbezüglich: http://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/multicult uralism/ 20 Einen kritischen Blick auf das Konzept des Multiculturalismus wagt das Essay “Aboriginal Peoples and Multicultural reform in Canada: Prospects for A new binational society“ von David B. MacDonald: https://ejournals.library.ualberta.ca/index.php/CJS/article/down load/17224/16266. 21 Eine sehr gute Übersicht über die Bewegung gibt auch der Artikel “IN BRIEF: Idle No More“ vom Ontario Justice Education Network (ojen). http://ojen.ca/sites/ojen.ca/ files/resources/IB_INM.pdf. 22 Nähere Informationen zu der Protestbewegung finden sich unter: www.idlenomore.ca. 78 zählen sich die First Nations, die Métis und die Inuit. Sie machen laut dem Zensus 2011 4.3% der Gesamtbevölkerung aus23. Zum Protest wurden vor allem Flash Mobs mit indigenen Tänzen an öffentlichen Plätzen und Blockaden von Bahnverbindungen genutzt. Die Bewegung bildete sich in Reaktion auf gesetzliche Vorstöße gegen die Treaty Rights durch den konservativen Premierminister Stephen Harper in seinen Bemühungen zur Förderung wirtschaftlicher Entwicklung. Explizit ging es dabei um die Sammelgesetzesvorlage Bill C-45, die auch als Jobs and Growth Act bezeichnet wird. Teil der Gesetzesvorlage ist eine Veränderung des Navigable Water Protection Act aus dem Jahr 1882, welcher vor jedem Bauvorhaben in und um ein befahrbares Gewässer eine öffentliche Konsultation sowie ein umfangreiches Genehmigungsverfahren vorsieht. Bill C-45 zielt darauf, diesen Prozess auf eine grob umrissene Liste bestimmter Wasserwege festgelegt durch den Transportminister zu begrenzen. Hintergrund ist, dass Flüsse zum jetzigen Zeitpunkt für Unternehmen auf Grund ihrer Omnipräsenz ein großes Hindernis für den Bau von zum Beispiel Pipelines darstellen. Insbesondere geht es dabei um den Bau der Pipeline (Enbridge Northern Gateway Project), welche die Athabasca Tar Sands mit dem Pazifischen Ozean verbinden und so den Verkauf unverarbeiteten Bitumens nach China ermöglichen würde. Von der indigenen Protestbewegung wird kritisiert, dass ein Großteil der durch das Gesetz ungeschützten Wasserwege sich auf dem traditionellen Gebiet der First Nations befindet. Umweltschützer betonen, dass durch den Ausbau von Pipelines in diesen Gebieten wichtige Waldökosysteme in der Gefahr stehen durch giftige Abfallprodukte zerstört zu werden. Siedlungen in den Tar Sands Abbaugebieten haben bereits jetzt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Es besteht der Vorwurf, dass die föderale Regierung tendenziell gegen die Interessen der indigenen Bevölkerung handelt und die bestehenden Verträge (Treaties) mit der Königin von England relativ willkürlich einhält oder missachtet. Als Hauptziel formulierte die Bewegung am 10. Januar 2013 daher eine größere Souveränität der indigenen Bevölkerung bezüglich des Schutzes der Wasserwege, der Luft, des Landes sowie der weiteren Schöpfung, basierend auf indigenem Wissen. Implementiert werden soll dies durch (A) neue Leitungsstrukturen, (B) Training im Umgang mit den neuen Medien, (C) die bessere Vernetzung von Experten und öffentlichen Personen, (D) die Festlegung legislativer Abschnitte von “Turtle Island” sowie durch (E) regemäßige Treffen der Vertreter der First Nations, der kanadischen Regierung sowie der Industrie24. Neben dem Protest gegen den Ge- 23 Ausführlichere Daten finden sich unter auf der Website “Statistics Canada - Aboriginal Peoples in Canada: First Nations People, Métis and Inuit”: https://www12.statcan.gc.ca/ nhs-enm/2011/as-sa/99-011-x/99-011-x2011001-eng.cfm. 24 Diese Auflistung wurde dem englischsprachigen Artikel “Idle No More” auf Wikipedia entnommen: https://en.wikipedia.org/wiki/Idle_No_More. 79 setzesentwurf C-45, entwickelten sich die Proteste aus lange angestauter Frustration über das nicht Zustandekommen unterschiedlicher Gesetzesentwürfe der letzten 20 Jahre, die der indigenen Bevölkerung zum Beispiel eine größere Selbstbestimmung oder indigenen Frauen gleiche Erbrechte in den Reservaten zugesprochen hätten (vgl. Wikipedia). Treaties: Bei den Treaties handelt es sich um elf Verträge, die zwischen 1871 und 1921 zwischen den Königen des Vereinten Königreichs und zahlreichen indigenen Stämmen festgelegt wurden. Die Verträge dienten dazu das Land „rechtmäßig“ von den Stämmen zu erwerben. Als Gegenleistung wurden Geldzahlungen, Nahrungsmittel und Hilfeleistungen angeboten sowie Jagdrechte Fischfang und Fallenstellerei auf dem aufgegebenen Land zugesichert. Auf Grund der Dezimierung der Büffelherden, die eine wichtige Lebensgrundlage für unterschiedliche indigene Gruppen darstellten, entwickelte sich jedoch bald eine Anhängigkeit in Bezug auf Lebensmittellieferungen, welche bald als Druckmittel verwendet wurden, um Stämme zum Einlenken zu bewegen25. Auch wenn die Treaties der indigenen Bevölkerung viele Rechte zusprechen, wurden die Vereinbarungen in der Vergangenheit (auch in der jüngeren26) von der kanadischen Regierung konsequent missachtet und die Stämme in ihrer Souveränität beschnitten. Als Beispiel hierfür können die Einrichtung von Residential Schools sowie die Benachteiligung von Frauen im Erbrecht27 genannt werden. Die konsequente Zurückdrängung und Missachtung der indigenen Lebensweise hat über die letzten zwei Jahrhunderte heute massiven Identitätsverluste, erhöhte Arbeitslosigkeit, Armut und Alkoholismus innerhalb der indigenen Bevölkerung Kanadas zur Folge. Idle No More ist die aktuelle indigene Bewegung, die sich für die Einhaltung der Treaty Rights einsetzt. Durch diese Zielsetzung stellt die Bewegung Gleichzeitig den Canadian Dream sowie das damit verbundene Konzept des Multikulturalismus für ALLE Bewohner „Kanadas“ in Frage. Aktuelle politische Situation: Eine erste Entschuldigung bei der indigenen Bevölkerung für das Unrecht der letzten zwei Jahrhunderte erfolgte 2008 durch die 25 Die Übersicht über die Treaties orientiert sich an Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Numbered_Treaties/ und einem Artikel der kanadischen Regierung http://www.aadnc-aandc.gc.ca/eng/1100100032291/1100100032292. 26 Bzgl. aktueller Verletzungen der Treaty Rights siehe: http://www.oktlaw.com/wpcontent/uploads/2013/01/treaty.pdf. 27 Die Benachteiligung von indigenen Frauen kam durch geschlechtlich bedingte Unterschiede im Prozess der Verleihung der kanadischen Staatsbürgerschaft bzw. der Vollwertigen Anerkennung als „Indianer“ zustande. Weitere Informationen finden sich diesbezüglich auch unter dem Schlüsselwort “Enfranchisement” auf der Website: http://indigenousfoundations.arts.ubc.ca/home/government-policy/the-indianact/enfranchisement.html. 80 Harper-Regierung. Die Entschuldigung wurde auf Grund der zugleich verabschiedeten einschneidenden Gesetze sehr kontrovers diskutiert. Im September 2015 gab es schließlich einen Regierungswechsel, bei dem die Harper-Regierung durch die liberale Partei unter Premierminister Justin Trudeau abgelöst wurde. Trudeau leitete einen radikalen Wandel in der Beziehung der kanadischen Regierung und den First Nations ein. Es ist ihm ein großes Anliegen sich mit gegenseitigem Respekt zu begegnen (nation-to-nation relationship), dazu gehören z.B., die Aufarbeitung indigener Rechte, die Erhöhung des Budgets für Bildung und Wirtschaft und die Aufarbeitung des Verschwindens und der Morde an über tausend indigenen Frauen in den letzten Jahrzehnten. Diese Investitionen sollen Hand in Hand mit den zuständigen indigenen Vertretern durchgeführt werden28. Auf Grund der Jahrzehnte langen Missachtungen der indigenen Rechte, die sich auf unterschiedlichen Ebenen der kanadischen Gesellschaft widerspiegelt, ist abzuwarten welche Versprechen Trudeau letztendlich umsetzen kann. Konservative Kritiker weisen darauf hin, dass Trudeau die Spitze eines Eisbergs anrührt, dessen Aufarbeitung enorme finanzielle Ausgaben mit sich ziehen wird. Die erhöhten Ausgaben bei einer zu gleich schrumpfenden Wirtschaftsleistung auf Grund der weltweiten Senkung des Erdölpreises führen zu großem Kopfschütteln bei den politisch Konservativen. 2.4.3 Ziel- und Kompetenzformulierungen Inhaltliches Ziel der Unterrichtsreihe ist es das Ideal des Canadian Dream aus einer indigenen Perspektive kritisch zu hinterfragen. Richtungsweisend soll dabei der Frage “Whose Land?” nachgegangen werden. Dabei sollen die SuS einen Einblick in die aktuelle politische Lage der indigenen Bevölkerung in Kanada erhalten und in der Lage sein, diese mit der migrationsfreundlichen Politik der kanadischen Regierung in Beziehung zu setzen. Die Betrachtung unterschiedlicher Sichtweisen auf den kanadischen Traum, soll dabei vor allem auf die Förderung der interkulturellen Kompetenz ausgerichtet sein. Interkulturelle Kompetenz stellt neben der Sprach- und Lernkompetenz ein wichtiges Ziel des Englischunterrichts dar. Die im Bereich der Pädagogik veröffentlichte Literatur wohl am häufigsten verwendete Definition bezeichnet interkulturelle Kompetenz auch als „Bündel von Fähigkeiten“ (Leenen, Groß, Grosch 114), welches in kulturellen Überschneidungssituationen von Nutzen ist, bzw. als die Befähigung, in fremdkultureller Umgebung oder mit Angehörigen einer anderen Kultur, als der eigenen angemessen und erfolgreich handeln zu können (vgl. ebd.). Nach einem von Fischer (2013) für die Soziale Arbeit entwickelten Modell, welches 28 Für nähere Informationen siehe auch “Trudeau at First Nations Assembly”: http://www.cbc.ca/news/politics/justin-trudeau-afn-indigenous-aboriginal-people- 1.3354747 81 sich meines Erachtens jedoch auch auf die Schule übertragen lässt, setzt sich Interkulturelle Kompetenz im Kern aus der Ich-Ebene, der Wir-Ebene und der Sach- Ebene zusammen. Abb. 1: Interkulturelle Kompetenz Online finden Sie auf ILIAS eine ausführliche Darstellung der Kompetenzen sowie Ausführungen zum Modell der Interkulturellen Kompetenz nach Fischer. Ziel der Unterrichtsreihe: SuS lernen die aktuelle kanadische Politik und Außenwirkung in Bezug auf die Themen Ökologie, Ökonomie und Aboriginal People multiperspektivisch und kritisch zu betrachten und dabei zukunftsweisende Ideen für die Umsetzung eines “Canadian Dreams” zu entwickeln. 2.4.4 Didaktische Überlegungen Die Unterrichtsreihe ist auf Grund ihrer Thematik und der Verwendung von anspruchsvollem Film- und Textmaterial am besten in einem Leistungskurs in der Q3 (13.1) durchzuführen. Inhaltlich kann sie aufbauend zum „Interdisziplinären E-Mail-Projekt“ (E-Phase/11) durchgeführt werden oder auch auf die Beschäftigung mit dem “American Dream” in der Q1. Außerdem greift die Reihe Aspekte der Q2 auf, da sich die Treaties direkt auf Kanadas Vergangenheit als Kolonie beziehen. Durch ihren Gegenwartsbezug schlägt sie dabei gleichzeitig vorbereitend eine Brücke zur Q4 mit dem Oberthema “The Global Challenge”. Eine ausführliche didatische Analyse nach Klafki und curriculare Begründung ist online einsehbar unter: https://ilias.online.uni-marburg.de/ 2.4.5 Methodische Überlegungen Die Unterrichtsreihe setzt sich aus zwei größeren Phasen zusammen. Die ersten zwei Doppelstunden und der Anfang der dritten beschäftigen sich mit der Selbstdarstellung Kanadas und dem damit verbundenen kanadischen Traum Exploring the Canadian Dream. 82 In der zweiten Phase geht es um die Kritik an diesem Traum und dem realen Umgang mit möglichen Missständen A Critical Perspective on the Canadian Dream. Die von den SuS erstellten Produkte (Arbeitsblätter, Aufsätze, Reflektionen etc.) werden in Portfolios gesammelt und zur Bewertung abschließend eingesammelt.Tabellarischer Unterrichtsverlauf E xp lorin g th e C an ad ian D ream Stu n d e U n terrich tsp h ase U n terrich tsverlau f K om p eten zen Sozialform M ed iu m Z eit 1.D S E instieg Im puls zur Ü berleitung in die A rbeitsphase A rbeitsphase H ausaufgabe Brainstorm ing und E ntw icklung eines Tafelbildes W hat do you know about Canada? Besprechung der U nterrichtseinheit: E rw artungen, Produkte, sonstige Fragen M arkierung von Schlüsselw örtern: z.B. W ildlife, N ature, Sports, Indigeneous People, M ulticuturalism K opieren der M indm ap durch die SuS W S II: E rstellung von D inA 4 Fotokollagen zu bestim m ten Schlüsselw örtern aus der M indm ap W S III: E rstellung eines K anada - Steckbriefs Fertigstellung der Produkte. Collagen in Farbe ausgedruckt m itbringen (jew eils D inA 4) A nalysekom petenz M ethodenkom petenz M ethodenkom petenz A nalysekom petenz Plenum Plenum Plenum E inzelarbeit Tafel Tafel Com puter 15 M in. 20 M in. 55 M in. 83 Stunde Unterrichtsphase Unterrichtsverlauf Kompetenzen Sozialform Zeit 2. DS Ergebnissicherung I Fakultative Ergänzung Ergebnissicherung II Impuls Erarbeitungsphase Hausaufgabe Vorstellung eines Steckbriefes + Ergänzungen Falls Smart Board und Stick/CD des Marshall McLuhan Salons vorhanden, bietet es sich an, sich jetzt mit den SuS interaktiv auf „Entdeckungsreise“ zu begeben Ausstellung der Collagen (Betrachtung im thematisch sortierten Gallery Walk), Ergänzung von WS I Zeigen der YouTube Video Clips: Dave and Chris Hadfield –“In Canada” “Canada Shared by Canadians - Keep Exploring” Mündl. Frage: Welches Bild von Kanada wird gezeichnet? Würdest du nach Canada auswandern und wenn ja warum oder wenn nein warum nicht? (Think-Pair-Share Methode) WS IV: Reflexion (1 Seite) zu der Frage: “Why would(n’t) you immigrate to Canada?” Verweis auf Mindmap, Collagen, Songs und Internetquellen! Verweis auf Textform Analysekompetenz Analysekompetenz Urteilskompetenz Plenum Plenum Partnerarbeit Plenum Plenum T-P- S 15 Min. (15 Min.) 20 Min. 10 Min. 15 Min. Restliche Zeit Ergebnissicherung Vortragen der in der Hausaufgabe vorbereitete Reflexionen Ergänzung der Mindmap WS I Abstimmung per Handzeichen (wer würde nach Kanada auswandern?) Urteilskompetenz 30 Min. 84 A Critical Perspective on the Canadian Dream Stunde Unterrichtsphase Unterrichtsverlauf Kompetenzen Sozialform Zeit 3. DS Impuls Erarbeitungsphase Hausaufgabe Anwerfen eines Bildes des Idle No More Movements Beschreiben, Deuten Sammeln von vorhandenem Wissen über die Indigene Bevölkerung Kanadas sammeln und offene Fragen notieren (noch nicht beantwortet!). Film: Idle No More (Official Trailer) Für besseres Verständnis 2x gucken! Besprechen der Frage: Was ist Idle No More? (WS V: Arbeitsblatt!) Verteilung von Minivorträgen (mit Handout): Indigenous Population (Klärung wer Métis, First Nations, Inuit sind) Residential Schools Colonial Multiculturalism (Text: David B. MacDonald “Aboriginal Peoples And Multicultural Reform in Canada: Prospects for a new binational society”) Oka-Crisis YouTube Film: “Idle No More (Documentary)” schauen + Arbeitsblatt ergänzen Analysekompetenz Plenum Plenum 20 Min. 30 Min. 10 Min. 4. DS Einstieg Wiederholung der letzten Stunde und Ergänzungen zum Arbeitsblatt besprechen Vortrag über die Zusammensetzung der indigene Bevölkerung Kanadas + Nachfragen Einreichen zweier Textes zum Hintergrund der Bewegung in dem es um die Treaties und exemplarisch den Navigable Waters Protection Act der Bill C-45 geht (WS VI: Arbeitsblatt) Gemeinsam werden die wichtigsten Punkte herausgearbeitet und an der Tafel gesammelt. Minivortrag über Residential Schools Sprachbewusstsein Interkulturellekompetenz Analysekompetenz Sprachlernkompetenz Plenum Plenum Partnerarbeit 20 Min. 15 Min. 40 Min. 15 Min. 85 Stun de Unterrichtsphase Unterrichtsverlauf Kompetenzen Sozialform Zeit 5. DS Erarbeitungsphase Ergebnissicherung Vertiefung und Anwendung Hausaufgabe Fakultativ Film “WE WILL BE FREE - Aboriginal Peoples in Canada (full movie)” zum besseren Verständnis der Situation der indigenen Bevölkerung schauen. Vorher: Austeilen von Arbeitsblatt (WS VII) zum besseren Verständnis Besprechung (Kreisform) und Ergänzung des Arbeitsblattes Die SuS sollen versuchen sich in die Natives hineinzuversetzen. Was für Strategien würden sie entwickeln, wenn ihnen ähnliches Wiederfahren würde? Damals und Heute: Medien/ Gewalt/Etc. WS VIII: One-page Summary of Indigenous Situation Auseinandersetzung mit dem Text “Colonial Multiculturalism” von David B. MacDonald Analysekompetenz Sprachbewusstsein Handlungskompetenz Interkulturelle Kompetenz Plenum Plenum 60 Min. 15 Min. 15 Min. 6. DS Impuls Ergebnissicherung Erarbeitungsphase Vortrag über den Text: Colonial Multiculturalism, Reflexion über den Vortrag und Fragen Kurzvortrag über die Oka-Crisis Diskussion über die Frage: After learning so much about the Indiginous situation and the Idle No More movement, how do you view The Canadian Dream now? Besprechen wie man eine politische Rede analysiert Analyse einer politischen Rede: “Current Political Implications: Speech by Justin Trudeau” (Video + Text) Inhaltliche Beantwortung der Fragen: What does Trudeau mean by new relationship? Which promises does he make? + possible challenges he might face WS VIII: Verschriftlichung des Besprochenen WS I: Ergänzung der in der bereits erstellten Mindmap Sprachbewusstsein Interkulturellekompetenz Urteilskompetenz Methodenkompetenz Analysekompetenz Sprachbewusstsein Plenum Plenum Plenum 20 Min. 5 Min. 15 Min. 10 Min. 40 Min. 86 Eine kurze Übersicht über die möglichen Produkte finden Sie im Anhang, und eine ausführliche Darstellung des Unterrichtsverlaufs mit methodischer Analyse können Sie online auf ILIAS einsehen. Stunde Unterrichtsphase Unterrichtsverlauf Kompetenzen Sozialform Zeit 7. DS Vertiefung und Anwendung Fakultativ Anwerfen des Bildes auf der Titelseite: Beschreiben und in Hinblick auf den kanadischen Traum analysieren! Reflexion der Unterrichtseinheit WS X: Persönliche Verschriftlichung der Bildanalyse WS XI: Reflexion der Unterrichtseinheit Hinweis auf Abgabe der Portfolios zur Bewertung Kekse – Canadian Marple Syrup Cookies. Interkulturelle Kompetenz Urteilskompetenz Methodenkompetenz Plenum Plenum Einzelarbeit 30 Min. 20 Min. 40 Min. 8. DS Fakultativ Im Anschluss an die Unterrichtsreihe würde es sich anbieten mit den SuS eine Kurzgeschichte “Borders” von Thomas King zu lesen und diese mit dem nun vorhandenen Hintergrundwissen zu analysieren 87 2.4.6 Material und Lösungsschlüssel Erste Doppelstunde Material: Anmerkungen: Aufgabenstellung WS I Mindmap: Tafel/ Whiteboard/Smartboard + Kreide/Stift Die Mindmap bietet eine gute Möglichkeit, Vorwissen abzufragen und zu aktivieren und kann je nach dem was die SuS schon zu Kanada wissen sehr unterschiedlich ausfallen. Der Begriff Indians (sofern genannt) kann zunächst einmal unreflektiert aufgenommen werden. Spätestens bei dem Minivortrag über die “Indigeneous Population” (DS4) sollte jedoch eine kritische Betrachtung erfolgen. Brainstorming: What comes into your mind, when thinking about Canada? Unterrichtseinheit Info: Erwartungshorizont, Übersicht über die Produkte Ein Erwartungshorizont ist in diesem Unterrichtskonzept nicht enthalten. Bewertete Aspekte könnten z.B. Inhalt/Sprache/Ästhetik sein. Es bietet sich an SuS die Methode des Portfolios kurz vorzustellen und Ihnen mitzuteilen, welche Textsorten sie erwarten. Für eine Übersicht der Produkte und der Textsorten s. Anhang. WS II Fotokollagen: Computer mit Internet/Zeitschriften/Fotos Bei denen in der Lösung verwendeten Fotos handelt es sich um private Aufnahmen. Solange die von den SuS erstellten Collagen nicht veröffentlicht werden, sollte es kein Problem sein, Fotomaterial aus Zeitschriften und Internet zu verwenden. Auf Grund der benötigten Menge an Fotos bietet es sich meines Erachtens an Fotos aus dem Internet zu verwenden, mit denen dann eine DIN A4 Seite auf Word graphisch gestaltet werden kann. Create a DinA4 collage to one of the keywords in the mind map. 88 Zweite Doppelstunde Material: Anmerkungen: Aufgabenstellung WS III Kanada Steckbrief: Computer mit Internet / Lexika Die Erstellung des Kanada Steckbriefs ermöglicht differenziertes Arbeiten und kann je nachdem, wie schnell die SuS sind, auch bereits in der Stunde begonnen werden. Kurze Übersichten zu Kanada finden sich in vielfältiger Ausführung im Internet Stichworte: “Canada Country Profile”, “Canada Country Report”, “Canada facts” https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ca.html http://www.countryreports.org/country/Canada.htm http://www.factslides.com/s-Canada Um den SuS bei der Bearbeitung der Aufgabe zu helfen, sollte im Plenum über aufzuführende Kategorien gesprochen werden. Create a onepage overview with the most important facts about Canada. Interaktive Kanada- Karte Laptop, Smartboard, Internet, USB – Stick des McLuhan Salon Die CD oder der Stick mit der Interaktiven Karte Kanadas kann bei dem McLuhan Saloon der kanadischen Botschaft in Berlin angefragt werden: www.mcluhan-salon.de Discover the interactive Canada map! Video Clips Laptop, Internet, Smartboard Die Clips dienen der allgemeinen Erweiterung des Wissens über Kanada und der stereotypen Außendarstellung. Sie müssen daher nicht tiefergehend analysiert werden “Dave and Chris Hadfield - In Canada”: https://www.youtube.com/watch?v=zuVsHt3rBnc “Canada Shared by Canadians - Keep Exploring”: https://www.youtube.com/watch?v= cotGh4Lu29M Which stereotypical Canadian characteristics are communicated? WS IV: Argumentation Das zur Reflexion benötigte Wissen kann aus der Mindmap, den Fotocollagen, zuvor geschauten Videoclips und Internetquellen „Stichwort: Pro and Cons Canada Immigration“ entnommen werden. Write a onepage argumentation: “Why would(n’t) you immigrate to Canada?” 89 Dritte Doppelstunde Material: Anmerkungen: Aufgabenstellung Fotos vom Idle No More Movement Laptop, Beamer/Overhead, Folie Abb. 4 und 5, s. Seite 105 Die Fotos sollen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander beschrieben und gedeutet werden. Zusätzlich zu der Beschreibung und Deutung Bilder können die SuS Fragen entwickeln, die sich bei der Betrachtung stellen. Describe and analyze the picture. Filme Laptop, Beamer, Internet Idle No More (Official Trailer): LXS7NDN: “Idle No More Documentary (Official Trailer)”. 22.1.2013. youtube.de 30.3.2017. https://www.youtube. com/watch?v=1YgK1 FwD_Oo Hausaufgabe: Idle No More (Documentary): LXS7NDN: “Idle No More (Documentary)”. 19.4.2013. youtube.de. 30.3.2017. https://www.youtube. com/watch?v=WyuU U4VohDM Zum besseren Verständnis ist es sinnvoll den Trailer 2x anzuschauen. WS V: Arbeitsblatt zum Clip und zur Documentary Kopierte Arbeitsblätter (WS V) Der Clip vermittelt nur einen ersten Eindruck über Idle No More. Vertiefte Informationen werden in der Dokumentation, die die SuS zu Hause gucken sollen vermittelt. Answer the questions on the worksheet. Minivorträge Alle Materialien sind im Internet verfügbar. 90 Vierte Doppelstunde Material: Anmerkungen: Aufgabenstellung Texte zu Treaty Rights und Bill C45 Kopien, Wörterbücher “IN BRIEF: Idle No More” von der OJEN zu finden unter: http://ojen.ca/sites/ojen.ca/files/resources/IB_INM.pdf und im Anhang. BILL C-45 – “JOBS AND GROWTH ACT, 2012” - PART 4: Division 18 http://www.fin.gc.ca/ pub/c45/4-eng.asp und im Anhang. Die SuS sollen sich anhand verschiedener Texte ihr Hintergrundwissen zu “Idle No More” vertiefen. Dieser Text gibt noch einmal eine gute Zusammenfassung von Idle No More und bietet au- ßerdem eine sehr gute einführende Übersicht über die Problematik die zwischen den Treaty Rights und bestimmten Abschnitten der Bill C- 45 besteht. Die in dem Text bereits vorgeschlagenen Diskussionsfragen sollen weggelassen werden. Bei diesem Text handelt es sich um die tatsächliche Gesetzesvorlage zur Änderungen des Navigable Waters Protection Act. Die SuS sollen untersuchen, wie die Regierung die Gesetzesänderung begründet und welche Verbesserungen sie sich davon verspricht. Read the texts and mark unknown words. WS VI: Arbeitsblatt Kopien Answer the questions on the work sheet. 91 Fünfte und sechste Doppelstunde Material: Anmerkungen: Film Laptop, Beamer/ Smartboard Film: Downsideupfilm. “WE WILL BE FREE – Aboriginal Peoples in Canada (full movie)”. 10.5.2014. youtube.de 14.5.2017. https://www.youtube.com/watch?v=OXT2J Xe8mnA Es bietet sich an, den SuS den Titel des Filmes zu nennen, damit sie ihn gegebenfalls nochmal anschauen können. Ein weiterer sehr guter Film ist: 16x9onglobal (Global News): “FULL STORY: Failing Canada’s First Nations Children”. 5.3.2016. youtube.de. 2.4.2017. https://www.youtube.com/watch?v=xhEh- D7IRQc WS VII: Arbeitsblatt Kopien Das Arbeitsblatt soll den SuS helfen den Film besser zu verstehen. Die Fragen sollten vor dem Film einmal mit den SuS besprochen werden. Text David B. MacDonald: “Aboriginal Peoples And Multicultural Reform in Canada: Prospects for a new binational society”. Bei dem 18-seitigen Text handelt es sich um eine indigene Kritik am Gegenwärtigen Multikulturalismus Konzept Kanadas. Es werden die Schwachstellen des “Colonial Multiculturalism” aufgezeigt und einem „snykretischem Multiculturalismus“ entgegengearbeitet, welcher Migranten nicht nur in die westliche Kultur integriert, sondern basierend auf der “nation-to-nation relationship” ebenso in die indigene. Da der Text relativ lang ist wäre es gut, diesen Text differenziert an sehr starke SuS als Vortrag zu verteilen. Film Beamer, Laptop CBC-Clip: Mas, Susana/CBC News: “Trudeau lays out plan for new relationship with indigenous people”. 8.12.2015. cbc.ca. 14.5.2017. http://www.cbc.ca/news/politics/justin-trudeau-afn-indigenous-aboriginal-people- 1.3354747 Für ein besseres Verständnis, sollte der Clip zweimal geschaut werden. Einmal vorher ohne Text und dann nach dem Lesen des Textes noch einmal. Fragen: What does Trudeau mean by new relationship? And which words does he use to express his means? Which promises does he make? Analyze the speech1: Read the speech, mark unknown words, try to answer the questions given WS IX: Text Verschriftlichte Rede (Justin Trudeau, Speech to the Assembly of First Nations Special Chiefs Assembly. Gatineau, Québec. 8.12.2015. Lecture. http://www.pm.gc.ca/eng/no de/40159 Methodenleitfaden Leitfaden für Analyse politischer Rede s. Anhang Um den SuS eine Hilfestellung zu geben ist es sinnvoll den Leitfaden gemeinsam durchzugehen und auf die Rede anzuwenden. 92 Siebte Doppelstunde M aterial: A n m erku n gen : A u fgab en stellu n g M öglich e L ösu n g: W S X : B ild W eiterfü h ru n g Beam er, Laptop, Bild in Farbe (siehe ILIA S), K opien vom U m riss K anadas D ie A nalyse des Bildes soll zur inhaltlichen Z usam m enfassung der U nterrichtseinheit dienen. N ach der A nalyse des D argestellten w äre es auch w ichtig zu besprechen, w elche A spekte das Bild auslässt und w ie sie gegebenenfalls ergänzt w erden könnten. D escribe and analyze the picture. W hich aspects do you think are m issing in order to express your view on the Canadian D ream ? D raw your ow n version (sum m ary) of the Canadian D ream . A nalyse: A uf der einen Seite stehen die bunten Punkte für die A ußendarstellung und Selbstw ahrnehm ung K anadas als tolerantes Land kultureller V ielfalt und w underschöner N atur. Fehlende A spekte: A uf der anderen Seite könnten die Punkte jedoch auch für die kolonialistischen Z üge der kanadischen Politik stehen: das Z urückdrängen der indigenen Bevölkerung durch M issachtung von m it der englischen K rone gem achten V ereinbarungen. D ie Punkte sehen doch sehr friedlich aus, vielleicht könnten die Farben aggressiver sein und die Punkte sich von Süden nach N orden ausdünnen, aber so, dass es aussieht als ob sie sich langsam ausbreiten w ürden. A uch ist der englisch-französischkanadische K onflikt nicht m it aufgenom m en. W S X I: R eflexion Skizze der Fünf-Finger-M ethode, siehe Bildverzeichnis (S. 106) E rfahrungsgem äß finden die SuS die M ethode (besonders die Bedeutung des M ittelfingers) sehr am üsant. H ow did you like the project? U se the five-finger-m ethod to reflect upon the question. 93 2.4.7 Anhang Online finden Sie auf ILIAS eine Liste mit weiteren Links mit Infirmationen zum „Methoden-Kit“ dieses Unterrichtsszenarios und die verwendeten Bilder. 2.4.7.1 Übersicht Produkte (teilweise mit Beispielergebnissen) WS I: Mindmap WS II: Collage WS III: Canada Facts Sheet WS IV: Immigration to Canada (Argumentation) WS V: Idle No More (Worksheet) WS VI: Treaty Rights and Bill C-45 (Worksheet) WS VII: Movie WE WILL BE FREE (Worksheet) WS VIII: Indigenous Situation (Summary) WS IX: Trudeau’s First Nation Speech (Political Speech) WS X: Picture (Picture Analysis) WS XI: Reflection about Teaching Concept WS I: Mindmap Canada sports nature animals Indians symbols culture canoeing snow lakes mountains elk seal hunt French English maple 94 WS III: Facts about Canada 2.4.7.2 Texte zu Treaty Rights and Bill C-45 WS V: Arbeitsblatt (Idle No More) Idle No More What is Idle No More? Idle no more is a grassroots movement against laws like Bill C-45 limiting indigenous rights. Translated into German it means “Sei nicht länger untätig” Who is involved in Idle No More? It is a protest movement by the indigenous population of Canada they have support from people all over the world. How are opposing voices describing Idle No More? They call it non-sense. Questions: E.g.: What do I have to do with their issues? Facts about Canada Capital: Ottawa Foundation: 1. Juli 1867 Head of State: Queen Elisabeth Current Prime Minister: Justin Trudeau Official Language: English and French Population (2011): 33.476.688 Size: 9.984.670 km² 9.093.507 km² Land more than half of the territory is covered by forest 891.163km² freshwater Canada has 10 provinces and 3 territories Famous people from Canada: Céline Dion, Avril Lavigne, Drake, Justin Bieber, Shania Twain, Ryan Gosling, Ryan Reynolds, Jim Carry National Sports: Ice Hockey, Lacrosse Idle No More What is Idle No More? _______________________________ _______________________________ Who is involved in Idle No More? _______________________________ _______________________________ How are opposing voices describing Idle No More? _______________________________ _______________________________ Questions: ____________________________ 95 IN BRIEF: Idle No More Idle No More is a grassroots political movement focused on Indigenous rights and environmental protection. It began as a relatively small group in Canada, but quickly became international in scale largely due to rapid proliferation through the use of social media such as Facebook and Twitter. Since December 2012, the movement has attracted a great deal of attention in the Canadian mainstream media, through rallies, protests, teach-ins and direct political action such as flash mobs and round dances around the country. While its quick spread to other parts of the world has meant that the specific political goals of all those who identify themselves as part of the Idle No More movement are highly diverse, its beginnings in Canada are quite straightforward. In October 2012, the Conservative government led by Prime Minister Stephen Harper introduced Bill C-45, the ‘Jobs and Growth Act, 2012’. This legislation has raised the concerns of many Canadian environmental and Aboriginal rights activists, but Idle No More owes its identity to the efforts of four women from Saskatchewan: Jessica Gordon, Sheelah McLean, Sylvia McAdam and Nina Wilson. These four organized a small event in Saskatoon held on November 10, 2012, and used Facebook to publicize it. The slogan they used to promote the event was “Idle No More”. Similar political actions followed in other parts of the country as the movement grew exponentially, supported by the use of the “#idlenomore” hash tag on Twitter and other social media and the widely-publicized hunger strike by Chief Theresa Spence of the Attiwapiskat First Nation. December 10, 2012, marked a national Day of Action with related political activities around the country. The specific goals of all of these activities were as diverse as the groups staging them, and while Chief Spence’s hunger strike concluded on January 24, 2013, the momentum gathered and issues central to the movement remain at the forefront of current events in Canada. Bill C-45 is an omnibus bill, which means that it changes legislation in a large number of areas at once. Background – Aboriginal People and Canadian Law Both British and Canadian law have long recognized the inherent rights of Indigenous people to the land they occupied for generations prior to contact with Europeans. In fact, the 1763 Royal Proclamation by King George III of England explicitly confirms the existence of these rights through the notion of Aboriginal Title, and decrees that only the Crown can negotiate land purchases with First Nations. The idea that Indigenous people have an inherent legal right to ancestral lands is expressed in the common-law doctrine, Aboriginal Title. 96 This was the beginning of a unique legal relationship between the Canadian government and First Nations. Canadian courts, including the Supreme Court of Canada (in, for example, R v Guerin [1984] and R v Sparrow [1990]), have held this to mean both that this relationship and the welfare of First Nations must be a foremost concern when determining whether legislation that infringes upon their rights is justified. The rights that are guaranteed in these agreements have been recognized and affirmed under Section 35 of the Canadian Constitution as binding commitments that must be upheld, with the understanding that they were made on the honour of the Crown. Treaty Rights: Treaties are legal agreements between nations that govern activities and attempt to settle disputes by setting out rights and responsibilities between parties. Treaties are in force throughout the world today, just as they were between many European nations and among the many Indigenous groups living in North America prior to European colonization. In Canada, treaties between the Crown and Indigenous peoples usually refer to agreements between these parties in which the latter shared some of their interest in their ancestral territory with the former, in return for payments, promises or other forms of remuneration from the Crown. When settlers colonized Canada, they did so by entering into legal agreements with the various societies that had lived here for millennia. If these treaties did not exist, non-Indigenous settlements and people would be illegal occupants of Canada. In that sense, many have argued that in Canada, we are all treaty people. Most of the land that comprises Canada has been negotiated in this way, and in some areas where there are no treaties, treaties are under development. Historically however, the government has tended to view treaties as closed-ended transactions in which rights to land were given up completely and traditional rights (such as hunting and fishing) were strictly limited outside of reservations. Conversely, the Indigenous interpretation has emphasized that treaties are foundations for sacred agreements and relationships in which respect for one another, and the land shared, is paramount. While the Crown’s view has dominated popular ideas about treaty rights, it is important to remember that most treaties were negotiated orally but were recorded in writing by representatives of the Crown from the Crown’s perspective. These are the records that remain today – not the oral records of what was actually said, or what actually came to pass from the perspectives of the various First Nations who were parties to the decisions. In recognition of this historical bias, the Supreme Court of Canada has held that when disputes are ambiguous, they should be resolved in favour of First Nations’ interests (see R v Sioui [1990]), and that lawmakers should interpret treaty agreements not strictly in the highly legalistic language in which they were recorded, but also according to the way they would have been understood by Indigenous people at the time. This is a binding legal principle. 97 Legal Objectives In the broadest sense, many people who support Idle No More do so because they feel that governments have largely ignored the legal promises to Aboriginal Canadians that are outlined above. One major objection of Idle No More activists is that Bill C-45 forces changes to treaty agreements without consulting First Nations. The doctrine of a “duty to consult” is another binding legal principle that governs the way legislation affecting treaty rights can be made (see for example R v Adams [1996] and Delgamuukw v British Colombia [1997]). The terms of the agreements cannot legally be changed without seeking input and consultation of those who will be affected by it. In this view, it harms the honour of the Crown to change the terms of the agreement unilaterally, and is illegal to do so without adequate prior consultation. Three specific changes that have drawn the criticism of the Idle No More movement are the Bill’s revisions to the Indian Act, the Navigable Waters Protection Act and the Environmental Assessment Act. The Indian Act: This is the fundamental legislation that governs relationships between the federal government and First Nations. This includes rules for how a First Nation will decide whether to allow the government to lease its land. Idle No More argues that Bill C-45 allows this decision to be made at meetings in which a majority of those in attendance vote to do so, rather than a majority of eligible voters in the whole community. Furthermore, under the new legislation, the Minister of Aboriginal Affairs can choose to ignore a negative vote by a band council. This raises a serious question as to whether the “duty to consult” will be sufficiently met under the new process, and the change itself was made without consultation. The Navigation Protection Act: Formerly known as the Navigable Waters Protection Act, this legislation sets out rules about when major industrial projects have to prove that their construction and operation will not damage navigable waterways. Bill C- 45 removes this protection for over 99% of Canada’s lakes and rivers. This change was made without consultation. The Environmental Assessment Act: This legislation sets out the level of research into possible environmental damage that must be done before a project can be approved. Idle No More argues that under Bill C-45, much less assessment is required and fewer projects require assessment before approval. This change was also made without consultation. Ontario Justice Education Network – Réseau ontarien d’´déducation juridique. “In Brief: Idle No More.” n.d. Web. Accessed 29 August 2017, http://ojen.ca/sites/ ojen.ca/files/resources/IB_INM.pdf Bill C-45: DIVISION 18 - Navigable Waters Protection Act The Navigable Waters Protection Act is one of Canada’s most antiquated pieces of legislation, dating from 1882 at a time when our waterways were Canada’s primary 98 transportation routes. The Act’s main purpose was then, and is still, to facilitate trade and commerce by balancing the efficient movement of maritime traffic with the need to construct works (e.g., bridges) that might obstruct navigation, in order to encourage economic development. Over time however, the scope and application of the Act has significantly expanded due to many factors such as amendments, judicial decisions and changes in operational practices of mariners. The Act applies to all waters in Canada that can float a canoe including ditches, brooks, streams and fields temporarily flooded in spring. Now, even a temporary creek created by spring run-off that dries up within a month or two would trigger review under the Act. The volume of applications for approval is so large that there are inevitable backlogs. These backlogs are delaying essential infrastructure projects by months and even years. The most recent amendments to the Act were passed in 2009, and introduced the implementation of the Minor Works and Waters (NWPA) Order. The Order enables low risk works, such as foot bridges across streams and culverts in ditches, to be pre-approved under the Act. In line with the Government of Canada’s commitment to streamlining the regulatory process and encouraging long-term economic growth and job creation, the proposed amendments to the Act not only usher in a risk-based approach to the regulation of works and obstruction and build on the 2009 amendments, but seize the opportunity to create a modern, robust, and flexible legislative scheme that is effectively responsive to the needs of Canada in the future. Ultimately, re-focusing the scope and application of the legislation to better balance the efficient movement of marine traffic with the need to construct works, such as bridges, wharfs and transmission lines. The proposed amendments to the Act will: Clearly define the major waterways upon which regulatory approval is required prior to the placement or construction of a work and rely on the common law to protect navigation in non-listed waterways Expand the minor works first introduced in 2009, allowing even more low risk works (such as docks and boathouses) to be pre-approved because they pose very little impact on safe navigation; Provide for proponents of works in unlisted waters to “opt in” and to benefit from the additional certainty provided by the regulatory regime applied to listed waters; Change the name to the Navigation Protection Act to reflect the Act’s historic intent. The list of major waterways is focused. Those placed on the list support busy commercial or recreational activity, are accessible by ports and marinas, and are often 99 close to heavily populated areas. Nautical charts compiled by the Canadian Hydrographic Services, reliance on historical data from the Navigable Waters Protection Program as well as Statistics Canada numbers related to freight movement on Canadian waterways were used to compile the list. Under our common law tradition, courts have consistently protected navigation in Canada’s waterways, and they will continue to do so in both listed and unlisted waters. Canadian waters will continue to be protected by Transport Canada’s marine safety laws, the Fisheries Act, the Canadian Environmental Assessment Act, 2012 and various provincial statutes. Department of Finance Canada: “Archived - BILL C-45 - "JOBS AND GROWTH ACT, 2012" - PART 4”. 23.3.2010. http:// www.fin.gc.ca/pub/c45/4-eng.asp. 20.8.2017.) 2.4.7.3 WS VI: Arbeitsblatt (Treaty Rights and Bill C-45) How do the government’s and the indigenous interpretations of the treaties differ? “The government has tended to view treaties as closed-ended transactions in which rights to land were given up completely and traditional rights (such as hunting and fishing) were strictly limited outside the reservations. Conversely, the Indigenous population has emphasized the treaties as foundations for sacred agreements and relationships in which respect for one another, and the land shared, is paramount”. How were the treaties recorded? Treaties were negotiated orally but were recorded in writing by representatives of the Crown from the Crown’s perspective (written documents by chiefs contain totally different content). Why do Idle No More activists oppose Bill C-45? Bill C-45 forces changes to treaty agreements without consulting First Nations. It therefore harms the honour of the crown. The changes affect the Indian Act, the Navigable Water Protection Act and the Environmental Assessment Act. Text 2: How does the Canadian government justify the changes in the Navigable Waters Protection Act? Economic efficiency (allows to build “foot bridges” and “culverts”), unnecessary protection of “ditches, brooks, streams and fields temporarily flooded in spring”, the act will continue to protect the major water ways. 100 WS VII: Arbeitsblatt (Movie WE WILL BE FREE) The Treaties and Bill C-45 Text 1: What are Treaties, when were they established, by whom and why? How do the government’s and the indigenous interpretations of the treaties differ? How were the treaties recorded? Why do Idle No More activists oppose Bill C-45? Text 2: How does the Canadian government justify the changes in the Navigable Waters Protection Act? Answer sheet Text 1: What are Treaties, when were they established, by whom and why? Treaty Rights are legal agreements between nations that set out rights and responsibilities. The treaties between the indigenous people and the settlers where established in 1763 by King Georg III of England to decree that only the Crown can purchase land from the First Nations. WE WILL BE FREE – Aboriginal Peoples in Canada How does the movie start? It starts with a story that teaches people to act responsibly. At the same time nature pictures are shown. Storytelling is very important in the indigenous culture as well as nature. The second scene shows Winnipeg and an alcoholic native (contrast!). How are the aboriginal people presented? In the movie the people are presented as very heterogeneous group. Some look very western and have a Canadian accent. Others have a strong accent a look more “stereotypical”. What are the problems indigenous people are facing today? Many indigenous people feel as if they are at the bottom of society. They face death, murder, crime, missing people, drugs, broken families, gangs, racism, alcohol, abuse and prostitution to a much higher percentage than people of a different heritage. 101 2.4.8 Literatur- und Quellenverzeichnis Adorno, Theodor Wiesengrund. „Erziehung nach Ausschwitz (1966)“. Erziehung zur Mündigkeit. Frankfurt: Suhrkamp, 1971. 92-109. Fischer, Veronika. „Interkulturelle Kompetenz – ein neues Anforderungsprofil für die Pädagogische Profession.“ Interkulturelle Kompetenz: Fortbildung, Transfer, Organisationsentwicklung. Ed. Veonika Fischer, Monika Springer und Ioanna Zacharaki. Schwalbach am Taunus: Debus Pädagogik, 2013. 33- 47.Gomolla, Mechtild, und Frank Olaf Radtke. Institutionelle Diskriminierung: Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule. 3. Aufl. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2009. Leenen, Wolf Rainer, Andreas Groß und Harald Grosch. „Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit.“ Interkulturelle Kompetenz und Pädagogische Professionalität. Ed. G. Auernheimer. 4. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008. 101-123. Scheunpflug, Annette, und Nikolaus Schröck. Globales Lernen. Einführung in eine pädagogische Konzeption zur entwicklungsbezogenen Bildung. Stuttgart: Brot für die Welt, 1999. Trudeau, Justin. Speech to the Assembly of First Nations Special Chiefs Assembly. Gatineau, Québec. 8.12.2015. Lecture. Web. http:// www.pm.gc.ca/eng/ node/40159 How have those problems developed? Many of the problems are due to the Canadian government’s aims to “civilize” the Natives. For generations children have been sent to residential schools (more then half of the treaty population), where they were not allowed to perform their culture or speak their language. This led to the loss of culture and the destruction of families (00:25 min). In the movie some people call the treatment a form of genocide (disconnection of mother earth and identity). Which strategies are shown to handle the problems named? They try to pass on and restore lost knowledge about life in cultural centres (e.g., Urban Circle training centre). Such centres run by indigenous people offer academic support, foster traditions and offer therapy to talk, e.g., about abuse. Which hopes for the future are mentioned? Hopes are that more and more young people are trained to walk as good ambassadors, learn to find a place in society, to be respected and to be seen as normal people and not as savages. 102 2.4.8.1 Bildverzeichnis Abb. 1 Interkulturelle Kompetenz: eig. Darstellung (J. Jesse) Abb. 2 Kanada Mindmap: eig. Darstellung (J. Jesse) Abb. 3 Nature Collage: eig. Fotographie (J. Jesse) Abb. 4 Idle No More (I): Caron, Michelle. “Idle No More 2013 b.” en.wikimedia.org. 11.1.2013. Digital image. 24.2.2017. https://en.wikipedia .org/wiki/Idle_No_More#/media/File:Idle_No_More_2013_b.jpg. Abb. 5 Idle No More (II): r.a. paterson. “Idlenomore_victoria.” commons.wikimedia.org. 2.1.2013. Digital image. 24.2.2017. https://commons. wikimedia.org/wiki/File:Idlenomore_victoria.jpg. Abb. 6 Fünf-Finger-Methode: „Feedback-Hand.“ Landesmedienzentrum Baden- Würtemberg. n.d. 13.3.2017. https://www.lmz-bw.de/feedback-hand.html 103 2.5 Teaching about Canadian Oil Sands 11. (-13.) Klasse Dauer: 3 x 45 Minuten oder 90 + 45 Von Klaus-Peter Profus 2.5.1 Einführung in die thematische Materie Im Verzeichnis der Universitätsbibliothek Marburg wurde ich auf den Artikel “Alberta Oil Sands” im wissenschaftlichen Journal Developments in Environmental Science von Kevin Percy aufmerksam. Dieser Artikel lieferte eine fundierte Einführung in die Thematik und beleuchtete insbesondere die Folgen für die Luft- und Wasserqualität. Darüber hinaus stieß ich nach längerer Internetrecherche auf den Bericht der Expertenkommission der Royal Society Kanadas aus dem Jahr 2010. In diesem Bericht evaluieren anerkannte kanadische Wissenschaftler die bisherigen Daten zu Umwelt- und Gesundheitseinflüssen des kanadischen Ölsandabbaus. Diese Quelle versorgte mich mit wissenschaftlichen Daten zu den Gefahren und relativierte einige der Zahlen, die ich auf Internetseiten von Umweltschutzverbänden finden konnte. Durch die Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens 2015 und den Preisverfall auf dem globalen Ölmarkt hat das Thema in Kanada neue Relevanz erhalten. Aktuelle Artikel und Kommentare sind deshalb auf verschiedenen Seiten nachlesbar. Kanada besitzt nach Saudi-Arabien und Venezuela die drittgrößten Ölreserven weltweit, wovon 97% in sogenannten Ölsanden gebunden sind. Ölsande bestehen aus einem Gemisch aus Sand, Wasser, Lehm und dickflüssigem Öl, dem sogenannten Bitumen. 80% der kanadischen Ölsande können durch Bohrungen in tieferen Gesteinsschichten gewonnen werden. Dagegen sind 20% der Vorkommen lediglich im Tagebau förderbar, wie in Deutschland z.B. in der Braunkohleförderung üblich. Die Ölsande liegen dabei auf einer Fläche von 142.000 km² verteilt, von denen lediglich ca. 4800 km² für Tagebau in Frage kommen. Zum Vergleich erstreckt sich Kanadas borealer Wald auf einer Fläche von ca. 3,200,000 km². Seit 1967 werden Ölsande in Kanada kommerziell gefördert und haben heute (Stand 2012) eine Fördermenge von 1,6 Millionen Barrel erreicht. Ein Barrel entspricht ca. 159 Litern. Die Ölindustrie schätzt, dass die Fördermenge bis 2025 auf 3,7 Millionen Barrel ansteigen könnte. Die internationale Umweltagentur ERCB geht gleichsam davon aus, dass der weltweite Bedarf an fossilen Brennstoffen bis 2035 um 47% ansteigt, vor allem aufgrund der steigenden Nachfrage aus Asien. Insgesamt geht die ERCB davon aus, dass 169 Millionen Barrel der kanadischen Ölsande nach heutigem technischem Stand gefördert werden können. 104 Das Wachstum kanadischer Ölproduktion hat, insbesondere in der Provinz Alberta, in der sich große Fördergebiete befinden, positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Laut Schätzungen der Wood Buffalo Environmental Association (WBEA) wird die Ölsandindustrie in den nächsten 25 Jahren etwa 900.000 Arbeitsplätze schaffen können. Die kanadischen First-Nations konnten laut WBEA von der steigenden Ölproduktion profitieren. Etwa 1.3 Milliarden Dollar setzten durch First-Nations geführte Unternehmen im Geschäft mit Ölsandproduzenten 2010 um. Gleichzeitig waren 1700 first-nations dauerhaft in Abbaugebieten beschäftigt. Besonders die Provinz Alberta hat in den letzten Jahren enorm profitiert und konnte von 2003 bis 2008 etwa 40.000 neue Arbeitsplätze registrieren. Die Kehrseite des wirtschaftlichen Aufschwungs sind die negativen ökologischen Folgen des Ölsandabbaus, der für 6,9% der kanadischen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Obwohl es die Industrie geschafft hat, die Treibhausgas-Emissionen jedes Barrels um 26% im Vergleich zu 1990 zu senken, hat der rasche Anstieg des Ölsandabbaus die Emissionen substanziell ansteigen lassen. Angesichts der auch von Kanada mitunterzeichneten Abkommen von Kopenhagen und vor allem Paris, steht ein solcher Anstieg der Emissionen im Missverhältnis zu den Ambitionen des als Naturparadies bekannten Landes. Entgegen den Beteuerungen der Industrie schätzt die Expertenkommission der Royal Society of Canada in ihrem Bericht von 2010 die technischen Möglichkeiten der Speicherung von Treibhausgasen als unzureichend für den voraussichtlichen Anstieg der Emissionen ein. Des Weiteren finden sich an Ölsand-Tagebau-Gebieten große Abwasser Seen, sog. Tailing Ponds, in denen die Nebenprodukte des Ölsandabbau-Prozesses zwischengelagert werden. Diese Nebenprodukte enthalten giftige chemische Komponenten, deren Gefährlichkeit zwar mit der Zeit abnimmt, aber dennoch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Fischen hat. Alle Ölförderer sind gesetzlich verpflichtet, Pläne zur Renaturierung der Tailing Ponds sowie der Tagebaue zu verfolgen. Es dauert etwa 30 Jahre, bis sich das Abwasser in diesen Seen in seine Bestandteile zersetzt hat und getrocknet ist. Erst dann kann die Wiederbepflanzung beginnen. Hinsichtlich der Tagebaue bestätigt die Expertenkommission der Royal Society, dass es trotz des langsamen Renaturierungsprozesses erste vielversprechende Forschungsergebnisse zur erfolgreichen Wiedereingliederung in das Ökosystem gibt. Seit Beginn der kommerziellen Ölsandförderung in Kanada 1967 sind von den 602 km² Fläche, die vom Tagebau betroffen waren, allerdings erst 11% erfolgreich renaturiert worden. 105 2.5.2 Ziel- und Kompetenzformulierungen 2.5.2.1 Kompetenzen nach Bildungsstandards Die Kompetenzen sind dem Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe des hessischen Kultusministeriums entnommen. Das Niveau entspricht B2 gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Online finden Sie auf der ILIAS-Website eine ausführliche Tabelle, die die Kompetenzbereiche und die erwarteten fachlichen Kompetenzen in Form von Könnensformulierungen sowie die Zuordnung zur Phase des Unterrichts, in der die jeweiligen Kompetenzen gefordert und gefördert werden. 2.5.2.2 Stundenziele Einstieg Die Schülerinnen und Schüler haben einen ersten Eindruck über die Geschichte, die Größe, die Siedlungsdichte, und die Ressourcen- und Artenvielfalt Kanadas erhalten. Die SuS können ein Bild detailliert beschreiben und mit ihrem eigenen Wissen und ihren Erfahrungen verknüpfen. Erarbeitungsphase Die Schülerinnen und Schüler verstehen das Dilemma der Ölsandgewinnung Kanadas und können Vor- und Nachteile aufgrund intensiver Textlektüre, Zusammenfassung und Partnerdialog benennen und abwägen. Die Schülerinnen und Schüler kennen die verschiedenen Interessen (Regierung, Ölwirtschaft, Umweltschutz und Gesundheit) die bei der Ölsandgewinnung eine Rolle spielen, können ihre eigene Perspektive kritisch reflektieren und sich in die der anderen hinein versetzen. Zudem können sie eine kontroverse Diskussion zum Thema Ölsandgewinnung in Kanada führen und auch eigenständig anleiten. Die SuS haben ihr Vokabular um Begriffe aus dem Bereich Politik, Wirtschaft und Umwelt erweitert. 2.5.3 Didaktische Überlegungen Eine didaktische Analyse, orientiert an den didaktischen Grundfragen von Klafki, und die curriculare Einbettung und Begründung finden Sie online auf der ILIAS- Website. 106 2.5.3.1 Materialanalyse Material Chancen Schwierigkeiten Warum dieses Material? 10 facts about Canada Vorwissen der SuS über Kanada wird aktiviert und Neugierde geweckt. SuS treten in Dialog miteinander und üben angstfreies Englischsprechen mit gewohntem Partner. SuS könnten überfordert sein von neuen Vokabeln und Einheiten (Fahrenheit, square feet, etc.). Die SuS der Versuchsklasse hatte keinerlei Erfahrungen mit Kanada als Thema. Daher erschienen allgemeine, und doch interessante, Fakten über Kanada als ein einfach zugänglicher Einstieg für die SuS. Text “The price of prosperity” Erweiterung des Wortschatzes und Wissens der SuS, da wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Ölsandabbau erklärt werden. Die SuS bekommen einen Überblick über die wichtigsten Positionen/Interessen im Konflikt zwischen Ölsandabbau, Natur- und Gesundheitsschutz. Dieser kann später als Argumentationsgrundlage für Diskussionen und Stellungnahmen dienen. Die verwendete Fachsprache könnte an bestimmten Stellen zu schwierig sein. Der Text könnte für die vorgegebene Zeit zu lang sein. Der im Guardian erschienene Artikel aus dem Jahr 2008 stellt die Fakten zum Ölsandabbau in Kanada deutlich heraus. Anschließend werden verschiedene Positionen gegenübergestellt und Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen. Für eine umfassende Meinungsbildung liefert der Text hervorragende Informationen. Foto “The Alberta Tar Sands”29 Die Fotografie eines für den Ölsand-Tagebau gerodeten Waldes leitet den zweiten Tag der Einheit kurz ein und erinnert die SuS an die wirtschaftliche und die ökologische Dimension des Ölsandabbaus. Hierzu können Assoziationen des vorherigen Tages mit neuen Punkten ergänzt werden. Das Bild kreiert einen Moment des Wachrüttelns, in dem das Ausmaß der potentiellen Umweltzerstörung sichtbar wird. Dies erregt Neugier bei den SuS. Die SuS könnten auf den ersten Blick nicht erkennen, um was genau es sich auf dem Bild handelt. Da das Bild nur einen Ausschnitt der Zerstörung zeigt, könnte es als weniger beeindruckend wahrgenommen werden. Da die SuS am Vortag die Grundlagen des Ölsandabbaus und dessen Auswirkungen erarbeiten, sollte die zweite Stunde mit einem visuellen Eindruck beginnen. Hierbei sollte die Aufmerksamkeit der SuS auf die Konfliktsituation zwischen wirtschaftlicher Verwertung und ökologischer Nachhaltigkeit gerichtet werden. 29 Es handelt sich um das erste Bild, welches Sie unter folgendem Link finden können: https://www.theatlantic.com/photo/2014/09/the-alberta-tar-sands/100820/. 107 Rollenkarten für Gruppendiskussion Die Rollen der Diskussionsteilnehmer und des Moderators sind klar skiziert. Jeder Diskussionsteilnehmer ist aufgefordert, seine Notizen noch einmal durchzugehen, um die wesentlichen Argumente seiner Positionen präsentieren zu können. Die Diskussion kann ohne Eingriff des Lehrers eigenverantwortlich durchgeführt werden. Die SuS lernen, eine konstruktive Debattenkultur aufrechtzuerhalten, um Austausch von Argumenten zu ermöglichen. SuS lassen sich von den Hilfestellungen einschränken und gehen nicht dar- über hinaus/verlassen sich auf die Rollenkarten. Manche Positionen haben ähnliche Argumente, die doppelt genannt werden könnten. Die SuS neigen laut der verantwortlichen Lehrerin dazu, den Faden zu verlieren, wobei die Rollenkarten dem entgegenwirken. Zudem helfen die Rollenkarten den SuS, die für die eigene Position wichtigen Argumente im Auge zu behalten. Für den/die ModeratorIn sind die Rollenkarten wichtig, da Hilfen zum Stellen offener Fragen gegeben werden. 2.5.3.2 Überlegungen zur Lerngruppe Vorwissen Die SuS besitzen kein Vorwissen zum Thema Kanada als solchem. Allerdings gibt es in der Lerngruppe eine Austauschschülerin aus den USA, bei der als Schülerin der 11. Klasse zumindest ein grundlegendes Wissen über die Geografie Kanadas bzw. Nordamerikas vorausgesetzt werden kann. Darüber hinaus wird für die Bearbeitung des Unterrichtsgegenstandes ein Grundverständnis für ökologische, wirtschaftliche und geografische Zusammenhänge vorausgesetzt. Mögliche Schwierigkeiten Mögliche Schwierigkeiten könnten vor allem während der Einzelarbeit, der Partnerarbeit und der Gruppendiskussion auftreten. Die Lerngruppe ist heterogen hinsichtlich der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Es gibt einen Schüler mit Flüchtlingshintergrund, dessen mündliche und schriftliche Bemühungen derzeit noch hinter denen der anderen SuS zurück bleiben. Die leistungsschwächeren SuS sollen insbesondere in der Podiumsdiskussion mit leistungsstärkeren SuS in eine Diskussionsgruppe eingeteilt werden. Selbstständigkeit Die SuS können bis auf wenige Ausnahmen selbstständig arbeiten und werden keine Probleme haben, die wesentlichen Aspekte des Ölsandabbaus in Kanada durch konzentrierte Text- und Partnerarbeit herauszuarbeiten. Die in der Einzelarbeit weniger selbstständigen SuS (etwa 2-3 in der Klasse) sitzen derart im Klassenraum verteilt, dass sie leistungsstärkeren Schülern als Tandempartner zugeteilt sind. Diese können ggf. wesentliche Argumente des Textes ergänzen, damit sicher ist, dass beide SchülerInnen den Text verstanden haben. 108 Binnen-differenzierung Die leistungsschwächeren SuS erhalten Vokabelhilfen in den Anmerkungen zum Text. Diese sind derart gestaltet, dass die Vokabel nicht direkt in Deutsche übersetzt, sondern auf Englisch erklärt wird. Ist eine Partnergruppe bereits früher fertig mit dem Herausarbeiten des Dilemmas der Ölsandproduktion, so kann diese bereits mit dem Verfassen des Leserbriefes fortfahren. Den Leserbrief müssen alle SuS im Anschluss an die Diskussion schreiben, um Stellung zur Ölsandproduktion zu beziehen. Mit den Argumenten aus dem Text kann der Leserbrief bereits begonnen und später mit Argumenten aus der Diskussion ergänzt werden. Um während der Diskussion den schwächeren SuS unter die Arme zu greifen, stellen die Rollenkarten eine wichtige Hilfe dar. Dort sind die wesentlichen Punkte der eigenen Position nochmal aufgeführt. Die Position des Moderators ist für leistungsstärkere SuS vorgesehen, deren sprachliche Fähigkeiten fortgeschritten sind. Ihre Aufgabe ist, es offene Fragen zu formulieren und die Diskussionsteilnehmer gleichberechtig teilhaben zu lassen am Austausch. Außerdem können sie durch ihre leitende Position die Diskussionsteilnehmer zur Ordnung rufen. Reduktion Um das Großthema „Ölsandförderung in Kanada“ sinnvoll didaktisch zu reduzieren, habe ich mich für eine sehr ausgewogene Textgrundlage entschieden, in der die wesentlichen Argumente für und gegen Ölsandabbau genannt werden. Um den SuS den kontroversen und politischen Charakter der Debatte nahe zu bringen, habe ich mich für die Methode der Podiumsdiskussion entschieden. Der Leserbrief hebt das Problem abschlie- ßend auf die individuelle Ebene und lässt die SuS die Ölsandförderung aus der Sicht einer betroffenen Person betrachten. 2.5.4 Tabellarischer Unterrichtsverlauf Online finden Sie auf der ILIAS-Plattform eine ausführlichere methodische Beschreibung des Unterrichtskonzeptes. 109 1. S tu n d e: 4 5 M in u te n U nt er ric ht sph as e U nt er ric ht sv er lau f Z ie l d er P ha se So zi alf or m M ed iu m Z ei t E in st ieg sph as e I 1. B eg rü ßu ng d er S uS 2. E rs te llu ng e in er M in dm ap z u „K an ad a“ : A n de r T af el w er de n Id ee n/ A ss oz iat io ne n de r S uS zu m T he m a K an ad a ge sa m m el t. 3. 1 0 Fa kt en ü be r K an ad a: In e in em T op f s in d ze hn F ak te n zu r G eo gr af ie un d U m w el t K an ad as a uf se pa ra te Z et te lst re ife n ge sc hr ie be n. E in e/ r d er S uS z ie ht e in en Fa kt , l ies t i hn la ut v or u nd d er S itz na ch ba r g ib t se in e Id ee n da zu . M it de n Su S ve rtr au t m ac he n un d N am en k en ne n ler ne n E in fü hr un g in d as T he m a K an ad a G ef üh l f ür d ie G rö ße u nd n at ür lich e V iel fa lt K an ad as b ek om m en Le hr er vo rtra g Pl en um Ta fe l, Lo se m it Fa kt en 10 M in . A rb ei ts ph as e I 1. S uS g eh en in Z w eie rg ru pp en z us am m en (L es et an de m s) 2. Je de s G ru pp en m itg lie d lie st “ Th e pr ice o f pr os pe rit y" z un äc hs t i n E in ze lar be it un d sc hr ei bt p os iti ve o de r n eg at iv e A sp ek te d er Ö lsa nd pr od uk tio n he ra us . E ra rb ei tu ng e in es e rs te n V er st än dni ss es fü r d ie Pr ob lem at ik d er Ö lsan dp ro du kt io n; Z iel or ien tie rte T ex tle kt ür e m it Sc hr eib au ftr ag ; K en ne nl er ne n ne ue r V ok ab el n zu m T he m a Ö l, W irt sc ha ft un d Po lit ik Le hr er vo rtra g: E rkl är en d er A uf ga be E in ze lar be it Te xt , A rbe its bl at t 25 M in . Si ch er un gs ph as e I 1. S uS a rb ei te n in Z w eie rg ru pp en , d isk ut ie re n un d fo rm ul ier en d as D ile m m a, in d em si ch K ana da a uf gr un d de r Ö lsa nd pr od uk tio n be fin de t. 2. P rä se nt at io n im P len um : V or les en e in ze ln er A rb eit se rg eb ni ss e 1. S ich er un g de r E rg eb ni ss e m it Pa rtn er ; F eh ler se lb st e rk en ne n un d ve rb es se rn le rn en ; F ör de ru ng de r m ün dl ich en A us dr uc ks fä hi gke it 2. E rg eb ni sk on tro lle d ur ch L eh rpe rs on u nd S uS d ur ch Z uh ör en . Pa rtn er ar be it, Pl en um A rb ei ts bl at t Ta fe l 10 M in . 110 2. Stu n d e: 90 M in u ten U nterrichtsphase U nterrichtsverlauf Z iel der Phase Sozialform M edium Z eit A rbeitsphase II 1. E instieg: Bild eines Ö lsand-Tagebaus direkt neben einem W aldgebiet 2. Beschreibung des Bildes durch Lernende, SuS sam m eln Begriffe zu den m it dem Bild assoziierten Them enfeldern U m w elt und W irtschaft, schreiben sie auf M oderationskarten und arrangieren sie system atisch und setzen sie in Beziehung zueinander. = Concept m apping (Strukturlegetechnik) (Beispiel im A nhang) 1. A nw endung der V okabeln zur Bildbeschreibung und zur N atur, Ö l, W irtschaft aus der 1. Stunde 2. N aturkundliche Inform ationen zum Ö kosystem borealer W ald + Tagebau-G ebieten Plenum , Lehrervortrag Foto von Reuters/ Todd K orol (siehe Fußnote 34 auf Seite 113) 15 M in. V ertiefungsphase I 1. SuS gehen in Fünfergruppen zusam m en. Jeder der SuS erhält eine Rollenkarte + Z usatzinform ationen zur eigenen Position M inister der Regierung U m w eltaktivist Sprecher einer Ö lfirm a A rzt M oderator 2. Jeder der SuS schreibt die für seine Rolle w esentlichen A rgum ente auf und ergänzt diese durch die Z usatzinform ationen D em /der M oderatorIn kom m t eine Sonderrolle zu, denn er/sie m uss alle Positionen zum indest grob kennen und dazu offene Fragen form ulieren. 3. SuS führen D iskussion w ährend M oderation auf gleiche Redeanteile achtet. 4. Jeder D iskussionsteilnehm er schreibt die A rgum ente der anderen auf als V orbereitung für das V erfassen des Leserbriefs 1. Sicherung des Textund Sachverständnisses 2. Ü ben der sprachlichen A usdrucksfähigkeit 3. E inüben von D iskussionsregeln und gegenseitigem Respekt 4. Speziell für die M oderatoren: H erausforderung der besonders leistungsstarken SuS 5. E innehm en einer bislang frem den Perspektive G ruppenarbeit E inzelarbeit, Plenum Rollenkarten 30 M in. 111 2. S tu n d e: 9 0 M in ut en - F or ts et zu n g U nt er ric ht sph as e U nt er ric ht sv er lau f Z ie l d er P ha se So zi alf or m Z ei t V er tie fu ng sun d Si ch eru ng sp ha se II V or sc hl äg e zu r S ic he ru ng sp ha se 1. D ie S uS v er fa ss en e in en L es er br ief a n ei ne lo ka le Z ei tu ng , i n de m si e St el lu ng b ez ie he n zu e in em g ep lan te n Ö lsa nd -T ag eb au in ih re r U m ge bu ng . V or sc hl äg e zu r S ich er un g de r E rg eb ni ss e: Br ie fe z un äc hs t i n ei ne r “ pe er -re vi ew ” vo m S itz na ch ba rn le se n un d ko rr ig ier en la ss en . Be so nd er s g ut e Le se rb rie fe k ön nt en in d er K las se v or ge lese n w er de n E rs te llu ng e in er Z ei tu ng m it A rti ke ln z um T he m a, H in te rgr un di nf os u nd b es on de rs g ut g el un ge ne n Le se rb rie fe n. D ie Z ei tu ng en k ön nt en in d er S ch ul e ve rte ilt o de r a uf d er S ch ulh om ep ag e ve rö ffe nt lic ht w er de n. 1. D ie S uS n ut ze n ih r n eu er w or be ne s W iss en z u K ana da s Ö lsa nd ab ba u in e ine m fo rm ale n K on te xt . 2. D ie S uS e nt w ick el n ei ne ei ge ne , g ut b eg rü nd et e, H altu ng z um T he m a. A uc h als H au sa ufg ab e d en kba r, da m it m eh r Z ei t i n de r St un de v or ha nd en is t, um E rg eb ni ss e au sf üh rli ch er fe st zu ha lte n un d zu re fle ktie re n. (L es er br ief e kö nn en a uf gr un d Z ei tm an ge ls ni ch t i n di es er S tu nd e be sp ro ch en w er de n. -> n äc hs te S tu nd e) E in ze lar be it 30 M in . Fe ed ba ck / Se lb st -e in sc hä tz un g Su S kö nn en a uf d ie fo lg en de n Fr ag en A nt w or te n au f e in B lat t sc hr eib en : W as h ab e ich d az u ge ler nt ? W ie b ew er te ic h m ein e ei ge ne L ei st un gs be re its ch af t? W as k an n ich tu n um m ein e Le ist un gs be re its ch af t n oc h zu ve rb es se rn ? W as m oc ht e ich / W as m oc ht e ich n ich t a n de r G es ta ltu ng de r U nt er ric ht ss tu nd e? W as h ät te v er be ss er t w er de n kö nn en ? D ie S uS re fle kt ie re n ih r e ige ne s A rb ei ts ve rh alt en u nd se tz en si ch Z ie le fü r d ie Z uku nf t. D ie A rb eit d es L eh re nd en w ird re fle kt ie rt un d V er be sse ru ng sv or sc hl äg e au s S ch üle rI nn en -P er sp ek tiv e ge ge be n. E in ze lar be it 112 2.5.4.1 Lernprodukte Einstieg Mindmap Arbeitsphase I Zusammengestellte Pro-Contra Liste Vertiefungsphase I Stellungnahme aus einer bestimmten Perspektive Offene Fragen zu verschiedenen Perspektiven, die sich auf ein bestimmtes Thema beziehen Vertiefungs- und Sicherungsphase II Geschriebener formaler Leserbrief zum Thema Ölsandförderung Feedback Geschriebene Einschätzung zur eigenen Leistungsbereitschaft in der Unterrichtsstunde und eigenem Potenzial in der Zukunft Eine kritische Reflexion mit Optimierungspotenzial, das Schülerfeedback und weitere methodische/inhaltliche/materielle Alternativideen finden Sie online auf ILIAS. 2.5.5 Lösungsschlüssel Arbeitsphase I Positiv: Negativ: Creates Jobs 100,000 more workers by 2050 Dirtiest source of oil in the world three times more greenhouse gases than conventional oil barely any regulations Energy security Woods are endangered 4700 km² of forest have been felled, 130 km² are covered by toxic waste ponds Support of local and national economies Hundreds of square miles of toxic waste ponds People move to oilfield towns (40.000 in the last five years) Long pipes running through the landscape Exacerbation of global climate change Soaring greenhouse gas emissions Increase expected for 30 years Massive air pollution Increased risk of human cancer Sicherungsphase I Dilemma: Canada’s economy depends heavily on oil sand production and high oil prices. However, as global climate change becomes an increasingly viable threat to the international community, Canada might have to reconsider its oil dependency. Also, Canada is known for its beautiful woods and wildlife, which might be endangered by an unrestrained oil sand industry. Mindeststandard: Alle SuS sollen die wesentlichen Kriterien für eine ausführliche Bildbeschreibung kennen und anwenden können. Alle SuS sollen mindestens wesentliche Argumente für oder gegen Ölsandförderung in Kanada benennen können. 113 Alle SuS sollen in der Lage sein, ein grundlegendes Vokabular zum Thema Kanada im Allgemeinen und Ölsandförderung im Speziellen anwenden zu können. Regelstandard: Alle SuS sollen unter Rücksichtnahme der eigenen kulturelle Herkunft Ölsandförderung in Kanada kritisch reflektieren und einen Perspektivenwechsel vollziehen können. Alle SuS sollen sich in einer Debatte den Argumenten anderer Diskussionsteilnehmer stellen und diese kommentieren können. Alle SuS sollen die wesentlichen Bestandteile eines Leserbriefes kennen und auf ihre eigene Schreibarbeit anwenden können. Alle SuS können ihre eigene Lernbereitschaft reflektieren und Strategien für das zukünftige Lernverhalten entwickeln. Expertenstandard: Die SuS können einen Perspektivenwechsel vollziehen und eigenständig weiterführende Literatur zum Thema recherchieren. Die SuS sollen in der Lage sein, eine Debatte zu moderieren, Beiträge einzelner Diskussionsteilnehmer zu kommentieren und offene Fragen formulieren zu können. Die SuS können einen sprachlich und grammatikalisch überdurchschnittlichen Leserbrief verfassen, der alle Regeln zum Verfassen eines Leserbriefs beachtet. 2.5.6 Literaturverzeichnis Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Ölimporte und Rohölproduktion in Deutschland. http://m.bmwi.de/DE/Themen/energie,did=159668 .html. Web. 30.7.2016. Carstens, Peter. Fracking. Das sollten sie wissen. GEO.de. 30.6.2015. Web. 26.7.2016. Percy, Kevin E. 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Web. 1.2.2017. https://www.flickr.com/photos/culturecat/48348326 Unterrichtsverlauf: Korol, Todd. “The top layer of muskeg and earth (right), and the underlying tar sands (left) after the removal of the muskeg, at the Syncrude tar sands operations near Fort McMurray, Alberta, on September 17, 2014.” The Atlantic.com, 25.9.2014. Digital image. https:// cdn.theatlantic.com/assets/ media/img/photo/2014/09/the-alberta-tarsands/s01_RTR46ZS8/ main_900.jpg?1420490229

Zusammenfassung

Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien hat sich in den letzten Jahren unter anderem darauf spezialisiert, die Zusammenarbeit mit Schulen zu verstärken und die Aufbereitung kanadistischer Themen für den Schulunterricht zu unterstützen. Im Rahmen einer Ringvorlesung zu „kanadischen Ökologien“, die auch von Lehrern und Lehrerinnen rege besucht wurde, entstand die Idee, einige dieser ökologischen Themen für den Schulunterricht in den Fächern Englisch und Französisch aufzubereiten. In einem durch universitäre Mittel unterstützten Projekt erarbeiteten motivierte Marburger Lehramtsstudierende Unterrichtsmodelle, die sie dann mit Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern an verschiedenen Schulen in die Praxis umsetzten. Einige dieser Modelle für den Englischunterricht stellt das Herausgeberteam in diesem Band vor und hofft, dass sie auch für andere Schulen anregend und ermutigend wirken.

References
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2.5 Teaching about Canadian Oil Sands von Klaus-Peter Profus
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Zusammenfassung

Das Marburger Zentrum für Kanada-Studien hat sich in den letzten Jahren unter anderem darauf spezialisiert, die Zusammenarbeit mit Schulen zu verstärken und die Aufbereitung kanadistischer Themen für den Schulunterricht zu unterstützen. Im Rahmen einer Ringvorlesung zu „kanadischen Ökologien“, die auch von Lehrern und Lehrerinnen rege besucht wurde, entstand die Idee, einige dieser ökologischen Themen für den Schulunterricht in den Fächern Englisch und Französisch aufzubereiten. In einem durch universitäre Mittel unterstützten Projekt erarbeiteten motivierte Marburger Lehramtsstudierende Unterrichtsmodelle, die sie dann mit Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern an verschiedenen Schulen in die Praxis umsetzten. Einige dieser Modelle für den Englischunterricht stellt das Herausgeberteam in diesem Band vor und hofft, dass sie auch für andere Schulen anregend und ermutigend wirken.